nr. 217 viertes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)
Samstag, 16. September 1935
Wehr und Waffen.
Frankreichs Ostbesestigungen ein'e Bedrohung der deutschen Sicherheit. Oie Zone des Todes. — Eine unterirdische Kriegssiadt. — Oeulsche Städte im Bereich der französischen Kanonen. — Was sagt man in Gent?
, Unsere Westgrenze ist bedroht. Das ist für uns keine Neuigkeit mehr, aber wir müssen uns täglich daran erinnern lassen. Tun wir es selbst nicht, so tun es unsere Nachbarn. Die Berichte, die soeben nach der großen Inspektionsreise des französischen Ministerpräsidenten D a l a d i e r bekannt werden, zeigen erschütternd, wie sehr Frankreich seine Grcnzbesestigungsarbeiten gegen Deutschland aus- gebaut hat
Günstiger als für jeden anderen europäischen Festlandsstaat ist Frankreichs Grenzgestaltung. Pyrenäen, Hochalpen und Jura ziehen schwer zu überschreitende natürliche Wälle an seinen landfesten Grenzen. Gegen Deutschland schützt die doppelte Schranke des Oberrheines unb der Vogesen. So bleiben etwa 220 Kilometer, auf die, weil ohne natürliche Hindernisse an Deutschland grenzend, sich der Schwerpunkt des militärischen Interesses Frankreichs legt. Freilich, auch die Oberrheingrenze ist nicht vernachlässigt.
Line doppelte Sperre von „Kasematten", schwer bestückten, aus Panzerglocken und Scharten feuernden Belon-Blotf- Häusern beherrscht lückenlos den Strom, der einst „Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze" war und die Ihn begleitende Jllebe- rung. Der begonnene Rheinseitenkanal mit seinen mit schiffahrt-technischen Gesichtspunkten kaum zu begründenden, riesenhaften Abmeffungen wird die Stromschranke verdoppeln. Sperrbefestigungen in den Vogesen ergänzen das befestigte System in der Rheinebene.
Aber was hier am Rhein zwischen Hüningen und Lauterburg geschaffen ist, ist nichts im Vergleich zu dem, was zur Befestigung der „L a n d b r ü ck e" zwischen dem Rhein und — über Saar und Mosel hinweg — der luxemburgisch-belgisch-französischcn Dreiländerecke entsteht. Erst hier feiert französische Befestigungskunst und die finanzielle Unbeschwertheit des einzigen Weltkriegssiegers ihren höchsten Triumph.
Die Weltkriegserfahrungen, die Erinnerung an die ungeahnte Widerstandskraft des Stellungssystems des großen Krieges ließen es zunächst ange- geigt erscheinen, ein gleiches System, nur mit wesentlich erhöhter Stärke jeder Einzelanlage zu schaffen. Aber die auf diese Weise entstehende „Milchstraße von Unterständen" hätte dem Grundsatz widersprochen, der heute für die gesamte französische Bcfestigungsmethode maß- und richtunggebend ist. Ein Maximum an Wirkung durch ein Minimum an lebendiger Kampfkraft!
So lieh man innerhalb des tiefen engmaschigen Systems der besestigten Stellung, bas bie Grundlage bildete, nur so viel entstehen, wie notwendig erschien, um eine lückenlose, tiefe, mehrfach durch Feuer überlagerte „Zone des Todes" zu schaffen. Diesen Anlagen aber gab man ein höchstrnah an passiver Stärke, an Feuerwirkung und an äußerstem Raffinement der Lage, wie die Waschen eines Rehes liegen die einzelnen „casemates“ im Gelände. Ihre zahlreichen Schnellseuerwaffen wirken aus panzern oder Belonscharten heraus gegen Front. Flanken und kehle, auch bie ber Rachbaranlagen, auf biese weise ein unburch- dringliches System gegenseitiger Feuerunter st ühung schaffend, kaum eine Geländefalte, kaum eine Schlucht oder einen Hohlweg gibt es in dieser Todeszone, die nicht einzusehen sind, keine, in die nicht das Feuer einer Steilfeuerwaffe hineinreichle. kampfwagenabwehrwassen und Geländehint^r- nisse machen den Tankangriff, der einst 1918 die Widerstandskraft der befestigten Feldstellungen brach, illusorisch.
Der feste Abschluß aller Kämpfer von ber Außenwelt verurteilt bas Gas, von bem man hier unb bort wohl eine Wenbe ber Kriegführung erwartete, zur Unwirksamkeit. Kleinheit ber Ziele — nur bie eigentlichen Kampfräume ragen an bie Erboberfläche empor — unb mächtige Stärken ber in Eisenbeton geformten Decken unb Wänbe lassen bie Rolle selbst schwerster Angriffsartillerie als ausgespielt erscheinen.
Jedes Netz aber, so schlußfolgerten trotz aUebem die Franzosen, kann zerrissen werden, wenn nicht mit heutigen Mitteln, so doch vielleicht früher ober später. So schob man in bas System ber Kasematten, bie als Wellenbrecher gegenüber ber Flut eines örtlichen Einbruchs gebuchten „petit ouvrages“ ein. Es finb ungeachtet ihres Namens mächtige Verteibigungswerke, eine geschickte Zusammenstellung von Fernkampfanlagen u. zu beren unmittelbarer Verteidigung, Kampsanlagen für ben Nahtamps. In ihnen unter Panzerschutz auf- gestellte Batterien beherrschen bas Zwifchengelänbe bis zu ben entsprechenben Nachbaranlagen unb bie darin liegenden Kasematten. Auch die letzteren im Falle der Gefahr mit eigenem zusammengefaßten Feuer zu belegen, wird im Vertrauen auf den sicheren Schutz der Besatzung durch Beton und Panzer für ganz unbedenklich gehalten.
Sodann die „ensembles“! Zu ihnen gehören die häufig genannten gemakigen Anlagen des Hochwaldes, des Hakenbergs, von Bilsck) usw. Man kann sie ohne weiteres als geschlossene, aber in das Gesamtsystem eingefügte „Festunge n" bezeichnen. Sie sind die Eckpfeiler ber ganzen Zone, dazu bestimmt, wichtigste Einbruchspunkte unb be- herrschenbe Höhen unbebingt zu sichern unb ben benachbarten Abschnitten burch ihre allseitige Feuerkraft feste Anlehnung zu geben. In ihnen haben auch jene Ferngeschütze Aufstellung gefunben, bie tief in beutsches Land hinein wichtige Verkehrspunkte am Rhein unb noch jenseits bes Rheines beherrschen.
Hinbernisse finb von jeber Feuerlinie unb um jebe Kampfansage so angebracht, baß ber Angreifer im wirksamsten Feuer aufgehalten wirb. Sie sollen gegen Menschen unb Kampfwagen sichern. Das billigste unb am häufigsten verwenbete Hinbernis ist bas alte Drahthinbernis, bas in einer Höhe von 1,30 Meter unb in einer Tiefe von 20 bis 30 Meter mit Stacheldraht an eisernen, betonierten Pfählen gebaut wirb. Gegen Kampfwagen werben Steilpänge, Gräben unb Betonmauern, Eisengitter unb Minen verwenbet.
Unsere kurze Darstellung würbe unvollständig sein ohne Erwähnung bes Netzes u n t e r i r b i - scher Anlagen, bie alle Teile bes befestigten Systems untereinanber unb mit bem rückwärtigen Gelänbe verbinben.
hier, 30 bis 70 Bieter unter ber (Erbe, rollen Rlunitionszüge zu Färberanlagen, wie sie ber moderne Bergbau kennt, zu Bahnhöfen mit Abstellgeleisen und allen sonstigen Ber- kehrseinrichtungen. Feldbahnen rollen hier durch die großen Hauptgänge bis zu den gewaltigen Förderanlagen, deren elektrisch betriebene Fahrstühle auch die schwersten Geschosse bis unmittelbar an das Geschütz heben. In den Seitengängen liegen, schalldicht und von ein- gepumpter Frischluft durchspült bie Ruhe- r ä u m e für die Bereitschaften und Ablösungen, die mit allen Bequemlichkeiten eingerichtete, höchst wohnliche unterirdische Kasernen darstellen. Sie haben Rlannschaftsräume, Zimmer für Offiziere, Küchen, Geschäftszimmer,
Magazine, Brunnen und Maschinenräume.
Diese erhalten elektrische Erzeuger unb elektrische Speicher. Der elektrische Strom wirb verwenbet für Beleuchtung, Scheinwerfer, Betrieb von Pumpen zum Austrocknen, Trinkwasser- Hebung, Lüftung, Luftbruckanlagen, Motoren zum Drehen unb Heben ber Panzertürme, Munitions- aufzüge usw.
Diese unterirbisch zusammenhängende Verbindung gestattet eine brauchbare Lüftung, erneuert die Luft,
Die französischen Herbsimanöver.
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2n ber Champagne haben bie Herbstmanooer ber französischen Armee begonnen, bei benen vor allem bemerkenswerte Fortschritte in ber Motorisierung unb Tarnung ber Truppengattungen zu verzeichnen finb. Auf dem ganzen Manövergelände ist kaum ein Pferd zu sehen, unb sogar bie Infanterie ist so gut gesichert, daß unerfahrene Zuschauer überhaupt nicht merken, baß sie sich mitten im Kriegsgelände befinden.
hält die verseuchte Luft ab und entfernt die beim Schießen entstandenen Gase. Hierzu wirb bie Luft durch besonders gebaute Lüftungs st ollen an- gesaugt, durch Filter gereinigt und nach der Reinigung in die Stollen gebrückt. Durch Erzeugung eines Ueberdrucks in sämtlichen Anlagen wirb bas Einbringen von Gasen oerhinbert.
Wir müssen uns barüber klar fein, daß deutsches Land heute von vornherein unter dem Feuer weittragender französischer Geschütze liegt. Die Sperrgruppen bei Kembs, Reu Breisach und Rheinau bestreichen mit ihren Geschützen das oberbabische Lanb bis weit in ben Schwarzwald hinein. Während Straßburg seinen Rang als Festung erster Drbnung aufgegeben hat, finb zwischen Straßburg unb Lau terburg fünf neue Sperrgruppen entstauben, burch bie bie deutschen Stäbte Ächern, Baden-Baben, Rastatt unb Karlsruhe unter Feuer genommen werben können. Eine weitere Sperrgruppe, bie von Belfort ausgeht, liegt auf ben östlichen Abhängen ber Vogesen.
von ber Befestigungsgruppe hochwalb unb Bitsch aus können die deutschen Städte Germersheim, Landau, Pirmasens unb Zweibrücken unter Feuer genommen werben. Besonbers weittragende Geschütze auf dem Hochwald sollen schwere Sprenggeschosse bis Mannheim-Ludwigshafen unb Kaiserslautern fdjleubern, während der Befestigungsraum Diedenhosen ganz Luxem
burg unter Feuer nehmen und außerdem das Maseltal absperren kann.
Wenn man sich noch an bie Rüstungsindustrie erinnert, kann man sich ungefähr ein Bild von unserer bedrohten Westgrenze machen. Man übertreibt nicht,
wenn man, gering gerechnet, annimmt daß Frank- reich nicht weniger als 3600 schwere Geschütze hat. Man roeif3r baß Frankreich über 221 schwere Batterien verfugt. Das sind offizielle Zahlen in ben Stärkenachweisungen für ben Völkerbunb. Sie geben natürlich keinerlei Einblick in die gewaltigen Geschützreserven, b'e für eine Mobilmachung bereit- stehen unb ftänbig von ber Rüstungsindustrie burch immer wieder verbessertes Material ergänzt und vermehrt werden.
Auch in der R c i ch w c i I e der Geschütze haben unsere Rachbam die Leistungsfähigkeit de» Weltkriegs längst Überboten. Die Lisenbahn- gesckütze erreichen bis zu 30 Kilometer. Auch die Kaliber sind gewachsen: so baute Frankreich eine Eisenbahnhaubihe mit 52-Zenlimeter- Kaliber. Unsere „Dicke Berta“ ist also um 10 Zentimeter Rohrweite übertroffen. Dieses Geschütz hat ein Rohr von 8,5 Meter Länge unb Granaten von 1400 Kilogramm, das sind 500 Kilogramm mehr, als eine 42-Zentimeter- Granate hatte. Für diese Gewichte ist eine Reichweite von 18 Kilometer vorgesehen.
So sieht ber offensive Charakter ber neuen Befestigungen aus, die Aussallstor und Rückhalt für modernste Angriffsheere sind. Frankreich hat sich ge- sichert, aber wir stehen waffenlos. Selbstbesinnung ist Gebot ber Stunbe. GneiSenaus roarnenbe Worte hatten zu lange Wahrheit, als er prophetisch vor über 100 Jahren Schrieb: „Deutschland Soll ber (Befahr fteter Invasion ausgefetzt fein. Frankreich Soll Stets mächtig unb geharnischt bastehen. So will es bie Politik. Vergeblich hat bie Vernunft bagegen gestritten!" Soll das weiter fo bleiben?
planmäßiger Ausbau des Lustschuhes.
Erziehung zu Diszip in und Selbsthilfe.
Der Ruf: Luftschutz lut not! hat überall Wiberhall gefunben. Deutschland würbe im Ernstfall zum Kriegsgebiet werben, wo es keinen Unterschieb zwischen Kombattanten unb Nichtkombattanten gibt, und darum geht ber Luftschutz alle an.
In einem Berliner Polizeidienstgebäude wurde ein Gasschutzkeller errichtet, ber allen zu stellenden An- forberungen gerecht wirb. — Unser Bilb zeigt einen Gasfilter, mit dessen Hilfe der Keller gasrein gehalten wird.
Die ßanbesgruppe Brandenburg-Grenzmark des Reichsluftschutzbundes ist jetzt mit einem Sofort- Programm, bas sich eng an ben Aufruf bes Reichsluftfahrtministers Göring hält, zur Tat geschritten. Im ersten Teil werben Werbung unb Pro» paganbfl behandelt. Wehroerbänbe, Schulen, Frauenorganisationen, alle müssen helfen, burch schlagartig zusammengestelltes Propagandamaterial ben Gebauten bes Luftschutzes in jebes Haus zu tragen. In jebem Haus ist ein Luftschutzwart i ernannt, ber bie Einzelarbeit leistet, um bas Ge- I
bankengut bes Schutzbunbes Fum Allgemeingut zu machen. Das Bau- unb Organifations- Programm sieht bie planmäßige Aufnahme sämtlicher vorhanbener Kellerräume, bie Schaffung eines Musterschutzraumes, Räumung ber Böben von allem brennbaren Gerümpel, Erfassung von Haus- unb Branbwarten sowie Haushelserinnen, bie planmäßige Schulung aller biefer Kräfte unb planmäßigen Ausbau aller Kellerräume zu einsturz-, fpütter- unb gassicheren Schutzräumen vor. Der Musterraum soll ber Lehrraum für ben Unterricht werben. Ungefähr ein Drittel ber Gesamtbevölkerung muß zur aktiven Mitarbeit im Luftschutz herangezogen werben, buch Frauen unb Jugendliche.
Das Sofort-Proaramm bes Reichsluftschutzbunbes stellt erst ben Anfang bar. (Eine weitgehende Erziehung ber Bevölkerung zum richtigen Verhalten muß sich anschließen. Dem Volk muß bas Gefühl ber Sicherheit wiebergegeben werben, bamit cs nicht tatenlos bie Geschehnisse über sich hereinbrechen läßt. Die erste große Gasschutzübung hat vor einiger Zeit in Berlin-Tempelhos ftattgefunben. Man hatte angenommen, baß feinbliche Flieger Berlin mit Giftgasbomben belegt haben. Die Flieger finb roieber abgeflogen unb bie Bevölkerung sitzt verschüchtert, aber zunächst geborgen, in ihren Kellern. Die Straße ist menschenleer. Aus bem Polizeirevier, bas im Kriegsfall auch bie Funktionen bes Luftschutzreviers übernimmt, läutet ber Fernsprecher. Es wirb G i f t g e f a h r gemelbet. Wenige Minuten später sausen bie Giftspürer herbei in weiten grauen Gummianzügen, mit ber Gasmaske versehen. Sie suchen bas angegriffene Gebiet ab unb entnehmen giftbetaute Erbstücke, Baumzweige, Pflanzen usw. unb eilen bamit in bas nächste chemische Caboratorium, wo bie Art bes Giftgases Schnell festgestellt wirb. Dann setzt bas Reinigungswerk ein. BlitzSchnell wirb ber Geräte- wagen, entlaben, SprengSchläuche werben angefefot unb als erstes Abwehrmittel bas gejamte giftbetaute Gelänbe unter Waffer gefetzt Dann wirb gasfeinblicher Clorkalk barüber gestreut. Dies Gemisch wirb mit Besen grünblich burcheinanber gemengt unb bleibt im Ernstfälle eine Stunbe liegen. Dann wirb bie Maste burch langbauernbe Wasserspülung entfernt unb bie Gefahr ist beseitigt.
Die Veranstaltung gab einen anschaulichen Begriff bavon, wie weit bereits bie Vorbereitungen ber Stabt Berlin für ben Luftschutz gebiehen finb. Die hierfür eingesetzten Mannschaften waren grünblich für alle Phasen ihres Eingreifens vorbereitet unb man hatte es verstauben, trotz bes fühlbaren Mangels an Mitteln, bie für anbere Zwecke vor- hanbenen Geräte behelfsmäßig praktisch für bie Zwecke bes Luftschutzes anzusetzen.
Die italienische Armee.
(Beneral von Seerft hat in feinem Buche „Gedanken eines Soldaten" das Problem: Staatsmann unb Heerführer klar umriffen. In der Hand des ersteren laufen alle lebenswichtigen Fäden zusammen, während ber anbere bie einzelnen Entscheidungen trifft. Das motte Mustolmi als wirklicher Regierungschef verwirklichen. Aber sein echtes Genie zeigt sich in ber Art, ben Soldaten zu formen. Hat er babei nicht von bem Begriff bes „civis" unb bem „miles" bes antiken Roms geträumt? — Der General st abschef, der dem Regierungschef zur Seite steht, ist der Armeeführer. Er weiß daher täglich, was zu tun ist unb welche Ziele erreicht werben müssen. Es bildet sich fo eine Zusamme narbeit in allen Instanzen zwifchen ber politischen unb ber militärischen Macht. Alle Staaten finb baburdj groß geworden, daß ber Wille, dem Vaterland zu bienen, die Gegenfätze zwischen ben Ministerien unb ben Armeeführern besiegt hat. Daraus ergibt sich ein Verfchwinden der „Autonomie der Waffen" unb eine gemeinsame Arbeit mit ben Ministerien der Außenpolitik, ber Finanzen, ber Wirt- Schaft unb des Verkehrs.
Das italienische Gefetz vorn 10. März 1926 stellte die Armee auf folgende Grundlagen: Ein Kommandant des (Benera Ifta bes, 4 Armeekommanbamen, 19 territoriale Armeekorps unb bas Militärkommanbo Sizilien, 29 territoriale Militärdivifionen unb ein Militärkommanbo Sardinien
3 Kommandanten ber Alpenarmee mit 9 Alpen- regimentern, 12 Jägerregimenter mit Maschinen- gewehren auf Fahrrädern und Motorrädern (Berfa- güeri).
3 Kaoallerieführer mit 12 Regimentern.
30 Regimenter Feldartillerie, 12 Regimenter schwere Feldartillerie, 1 Regiment Artillerie zu Pferde, 3 Regimenter Gebirgsartillerie, 5 Regimenter Schwere Artillerie, 5 Regimenter Küstenartillerie.
13 Flugabwehrabteilungen, 12 Regimenter (Benie- truppen unb die rabio-telegraphiSchen Abteilungen, Pioniere, Eifenbahner unb Luftfchiffer, 1 Abteilung Kampfwagen, 13 Kraftfahrabteilungen, 13 Train- fompanien, 1 militärische Abteilung.
211$ Mussolini bas Gesetz dem Parlament oorlegte, faßte er es in zwei Worte: „Die Militäroer - f a f f u n g". Es war tatsächlich eine Berfaffung, bie der Armee, deren Stärke im Durchschnitt auf 220 000 Mann festgesetzt ist, bie aber zwifchen 325 000 im Sommer unb 150 000 im Wimer Schwankt, eine sinngemäße Entwicklung ermöglicht. Die italienische Armee hat bie Dreierforma- t i o n angenommen Die Dioif, on ist die taktifche Kampfeinheit, mit ihren drei Jnfanterieregimentern und den anderen zugeteilten Truppen. Sie ist als bewegliche Einheit geeignet, die Kriegsaufgaben von sich aus zu löfen, eine ähnliche Aufgabe, wie sie einft die römifche Legion zu erfüllen hatte.
Capitano D. Borellu


