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15.5.1933 Frühausgabe
 
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Montag, 15. Mai 1955

185. Jahrgang

Nr. 112 svühauSsaVe

Vizekanzler von Papen über die deuische Aufgabe

Blut und Boden

vollkommenes Rätsel geblieben.

Helms eine unpolitische.

Er führte etwa folgendes inneren Erhebung sollten

'Menge. Seine Rede stürmen unterbrochen, aus:

beim Dauern ansetzen.

Das neue bäuerliche Erbhofrecht, daS jetzt angetündigt wurde, trennt mit Recht den! Degrisf des Dauern von dem der Landwirtschaft. Dauer ist, wer persönlich seinen $of ohne Vor- wcrke bewirtschaften kann und auf ihm die Older» nahrung findet, nicht aber der Latisundienbesihec, der dem Inhaber eines Aktienpakets zu ver­gleichen ist. Seine Dindung an den Boden ist nicht so stark wie die des Dauern im ursprünc« lichen Sinne des Wortes und im Sinne des neuen Gesetzes. Der Latifundienbesiher wird

Der geistige Ausbruch, in dem wir stehen, und der uns innerlich erfüllt, ist der Umwelt ein

Der Kriegsminister einer fremden Macht hat dieser Tage von Sanktionen gesprochen, das G e- döchtnis der Welt und dieser Staatsmän­ner scheint e r st a u n l i ch kur;. 3n Lausanne beglückwünschten sie mich und sich selbst, bafo nach 14 Jahren die Irrtümer auf der Siegerseite, daß nun endlich der Wahnsinn der Reparationen beseitigt sei, und daß mit dem Ende des Traums, Deutschland werde alles zahlen, nun auch der phantastische Gedanke ein Ende gesunden habe, man könne Zahlungen mit militärischen Sank­tionen erpressen. Diesem Kriegsminister ist es offenbar nicht bekannt, welche hypokrafie darin lieg«, den Völkerbund zu Sanktionen aufzufordern gegen eine Macht, die nichts tut als einen moralifchen Kampf gegen unfittlicheverträgezu führen, während dieser gleiche Völkerbund es nicht einmal fertig­brachte, irgendeine Maßnahme gegen solche Mächte zu ergreifen, die zu den Waffen griffen und Krieg führten. Gegenüber dieser Lage wer­den wir fortfahren, nichts zu tun, als unser Recht auf gleiche Sicherheit unter den Rationen zu fordern, d. h. die Abrüstung der anderen ge­mäß dem Versailler Vertrag, nichts anderes, wir werden zeigen, daß die Ration von heule mit eifern disziplinierten Reroen jeder Provo­kation gegenüber nur den Standpunkt des gleichberechtigten Ariedens für alle verfechten wird.

Icr v. Papen zu

Genf wariei auf Hitlers Erklärung

Oie Fortsetzung der Konferenzarbeit bis Donnerstag vertagt.

Münster, 13. Mai. (WTD.) Auf einer ge­meinsamen Kundgebung der RSDAP. und des Stahlhelm von Westfalen-Rord in der Münster- Halle in Münster sprach heute abend Dizekanz- einer vieltausendköpfigen wurde oft von Beifalls-

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

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Dr. Fnedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfürdenAn- zeigenteil i.D. Th. kümmel sämtlich in Gießen.

Der Bizekanzler streifte dann die Frage, was die politische Lage von jedem einzelnen verlange, und betonte, daß der Kampf gegen den Pazifismus niemals gleichzusehen sei mit dem Willen zum Kriege. Aus dem Pazifismus sei eine unkämpferische Lebens­anschauung erwachsen. Statt die Energien zum Lebenskampf aufzupcitschen, wollte man jedem gewissermaßen Teppiche unter die Füße breiten. Die pazifistische Kriegsliteratur tat so, als ob der eines unnatürlichen Todes gestorben sei, der auf dem Feld der Ehre gefallen sei. Der Gei st von Langemarck und der Geist der nationalen Revolution sind e i n u n d dasselbe. Ihre Träger sind die soldatischen Menschen, die in der Seele und im Körper, kämpferisch bleiben. Ob SA. oder Stahlhelm, cs ist derselbe Geist der Lebensbejahung, der Bejahung des Opfcrtodes. der sich durch bitter« Jahre hindurch erhält und dann hindurchbricht, um eine neue heroische Zeit zu begründen.

Trotzdem find die Aufgaben der beiden For­mationen nicht die gleichen, weil das politische Gesetz untet dem beide angetreten sind, Der- schiedenheit »ufweist. Wohl ist auch die SA. eine Truppe, die vom Wehrhaftigen durchgluht ist, die Stoßkraft ihres Willens ist aber eine vornehmlich nach innen gerichtete, eine politische. Der Stahlhelm setzt von jeher die Tradi­tionen der aUen Armee fort. Die alte Armee war der Ausdruck des völkischen Behauptungs­willens nach außen. Es gab keine innerpolitischen Probleme. Deshalb ist die Aufgabe deS Stahl-

Genf, 13.Mai. (TU.) Der Präsident der Ab­rüstungskonferenz, Henderson, veröfsentlichte am Samstagabend eine amtliche Rote an sämtliche Konferenzmächte, in der mitgeteilt wird, daß die zu Montag nachmittag einberufene Sitzung des Hauptausschusses, in der die General- aus sprach e über die Hauptpunkte des Abrü­stungsabkommens stattfinden sollte, auf Don­nerstag nachmittag verschoben worden sei. In der Note des Präsidenten heißt es, daß Bot­schafter N a d o l n y den Präsidenten Henderson von seiner Mreise nach Berlin unterrichtet habe und daß Staatssekretär z. D. vonRheinbaben die Führung der deutschen Abordnung übernehme.

Von weheren Abordnungen sei ihm darauf mil­geteilt worden, daß gewisse Mächte nicht in der Lage feien, die ursprünglichen Dispositionen ein- zuhalten, nach denen am Montag dem Haupt­ausschuß grundsätzliche Erklärungen zu der gegenwärtigen Lage auf der Konferenz ab­gegeben werden sollten.

Als Grund werde die Reichstagssitzung an­gegeben, in der die deutsche Regierung eine Erklärung über d i e deutsche Ab rü­st ungspolitik abgeben werde. Präsident He n - derson teilte daraufhin mit, daß er unter diesen Umständen sich entschlossen habe, die Sitzung auf

Die deutsche Arbeiterschaft habe uns in jener denkwürdigen Sitzung am vergangenen Mittwoch ein heroisches Beispiel gegeben von dem Willen zur neuen Bolkswerdung. und der Kanzler prägte an diesem Tag das Wort, daß er keinen größeren Stolz besitzen werde als den, am Ende seiner Tage sagen zu können, ich habe den deutschen Ar­beiter erkämpft. Mit gleichem Recht wird er am Ende seines Lebens sagen dürfen:

Ich habe deutsches Soldatentum mit seinen un­sterblichen Eigenschaften des Pflichtbewußtscins, des Muts, der bedingungslosen Hingabe an bas Canb feines Blutes, an bic Heimat seiner Väter wieder in den Mittelpunkt des Denkens der deutschen Ration gestellt. Ich habe dem deut- schen Volk das Vorbild des deutschen Soldaten gegeben.

Die Ausführungen des Dizekanzlers wurden mit stürmischem Beifall ausgenommen. Das Deutsch­landlied und das Horst-Wessel-Lied beschlossen die Deranstaltung.

Das Echo in Frankreich.

Paris, 14. Mai. (TU.) Die Rede des Dize- kanzlers von Papen in Münster läßt den Paris s o i r" eine vollkommene Un­na ch g i e b i g k e i t Hitlers befürchten. Weiin dem so sei, würde selbst die Vertagung der Genfer Verhandlungen auf Donnerstag der Qtb- rüstungskonserenz nicht aus der Sackgasse Helsen. DasJournal des Debats" bezeichnet die Aussührungen von Papens als eine Apologie des deutschen militaristischen Geistes und als eine unverschämte Antwort auf die Erklärungen Lord Hailshams. Die übrigen Blätter beschränken sich darauf, die klaren Worte des Vizekanzlers m ausführlichen Auszügen wiederzugeben. In poli­tischen Kreisen ist man allgemein der Ausfassung, daß die Münster-Rede Papens als ein Dor- zeichen für die Haltung der Reichs- regierung vor dem Reichstag aufzufassen sei.

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SwischseiMche Kundgebungen in London

Feindselige Ruse unter der roten Fahne.

Geschwistern gegenüber Verpflichtungen in einer Höhe übernehmen, die sie nach dem Vermögens- I teert gemessen ihm gegenüber nicht allzusehr be­nachteiligen sollten. Die Auszahlung war in der Regel nur möglich, wenn der neue Besitzer sei­nen Hof hypothekarisch verschuldete.

Das neue Erbhofrecht geht von dem Gedanken aus, daß der Mensch im Leben auf sich gestellt sein soll, wenn er seine Ausbildung erhalten hat. Die 'JDliterben werden künftig nur den Anspruch auf einen angemessenen Unterhalt und eine angemessene Er­ziehung bis zu ihrer Volljährigkeit und auch das nur | gegen eine entsprechende Arbeitsleistung haben. Für den kapitalistisch gesehenen Anspruch auf Auszahlung ihrer Quote nach römischen Recht gewinnen sie aber etwas, was nach der sittlichen und tatsächlichen Be­deutung viel mehr ist, den H e i m a t s cb u Y. In ihm findet die Idee besonders stark ihren Ausdruck, daß der Hof Besitz und Verpflichtung der Sippe ist. In ihm wird die Verbindung von Blut und Boden in besonderer Weise verwirklicht. Der Abkömmling eines Bauernhofes, der im Leben unverschuldet in 'Rot gerät, darf auf den väterlichen Hof zurückkehren, und es muß ihm natürlich wieder nur gegen die entsprechende Arbeitsleistung Unterkunft und Un­terhalt gewährt werden.

Wenn der Hof durch Beseitigung der früheren anerbenrechtlichen Bestimmungen von der Gefahr der Verschuldung und Ueberschuldung befreit wer­den soll, so muß er darüber hinaus grundsätzlich gegen hypothekarische La sten gesichert werden. Das neue Gesetz will einen unbelasteten Besitz, eine schuldenfreie bäuerliche Erde schaffen, um den eigentlichen Schöpfer und ursprünglichen Träger des Staates ganz fest an die Scholle zu bin­den/ und so das ganze Volk wieder stärker in fei­nem Boden zu verwurzeln, um die völkischen Quel­len des staatlichen Gemeinschaftslebens immer offen zu halten. Die unverkennbare Einstellung gegen den Latifundienbesitz wird mit großer Wahrscheinlichkeit zur Folge haben, daß aus dem Bereich des rein nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geleiteten Groß­grundbesitzes sich zunehmend erweiterte Flächen her­auslösen, die der Siedlung zur Verfügung gestellt werden können, die also zu einer zahlenmäßigen Verstärkung des deutschen Bauerntums führen wer- den. w

Als Adolf Hitler auf dem Tempelhofer Feld den Bauernschutz an die Spitze seiner Thesen stellte, da mochten Zweifler noch denken, daß er auf eine agrarische Interesfenpolitik ziele. Was jetzt verwirk­licht wird, ist ganz etwas anderes. Dieses urdeutsche Gesetz will zu der Lebensoerbundenheit des deutschen Rechtsdenkens zurückjühren, die völkischen Grundlagen des Staates sichern und eine gesunde Verteilung von Bolk und Land bewirken.

Es wird oft die Frage an mich gerichtet, ob die Partner, die am 30. Januar die Regie­rung der nationalen Erhebung bil­deten, nicht gleichberechtigt find und die gleichen Aufgaben hätten.

Schon am 21. Februar habe ich erklärt, daß unser vornehmstes Ziel fein wird, die drei großen Heeressäulen der nationalen Bewegung den Nationalsozialismus, den Stahlhelm und die Kämpfer der konfervativen Idee geistig zu verschmelzen und dem Staat alle geistigen und freien Energien dienstbar zu machen, die in den harten letzten 14 Jahren für eine bessere Zu- kunft gekämpft haben. Wir können der natio­nalen Bewegung nicht gedenken, ohne die Augen auf den Mann zu richten, der die Sturmfahne voraustrug, der die Hoffnung der ganzen Ration ist: Adolf Hitler.

Zu den wichtigen Aufgaben, die jeder zu er­füllen hat, darf es keinen anderen Wettbewerb geben als den, sich in der Hingabe an Volk und Vaterland gegenseitig zu übertreffen. Eine kluge Führung wird die Aufgaben abgrenzen und Formen finden, in denen die beiden großen Wehrorganisationen sich ergän­zen und nebeneinander arbeiten können. Rur ein Volk ist seiner geschichtlichen Mission gewachsen, das versteht, die inneren Reibungen auf ein Mindestmaß herabzusehen und die ganze Ra­tion auf die außenpolitischen Be­dürfnisse e i n z u st e l l e n. Dazu bedarf es aber der Selbstdisziplin und der inneren Zucht.

Ein erhebender Gedanke sei es, den unseligen Streit zwischen Kapital und Arbeit und zwischen Arbeitgeber unb Arbeitnehmer aus der Welt zu schaffen, den Arbeiter zu einem vollberechtigtenMitgliedder neuen V olksgemeinsch a f t zu machen. Wenn je­mals in der Geschichte, dann müsse jetzt der Geist über die Materie siegen.

London, 14. Mai. (WTD.) Alfred Rosen- berg ist heute vormittag nach Berlin ab- g e r e i st. Bei seiner Abfahrt kam es zu Kund- gebungen auf dem Bahnsteig. Nachdem Rosens berg im Zug Platz genommen hatte, erging sich eine Anzahl Personen in feindseligen R u - fen auf das neue Regime in Deutsch­land. Ein Mann, der eine rote Fahne schwenkte, wurde von der Polizei vom Bahnhof entfernt. Die Rufe erneuerten sich, als sich der Zug in Bewegung setzte.

Alfred Rosenberg spricht zur englischen presse.

London, 13. Mai. (WTD.) Der Leiter des Außenpolitischen Amts der RSDAP. Alfred Rosenberg erklärte in einem Interview gegenüber einem Vertreter des Reuterbureaus, daß man die deutsch-englischen Beziehungen unter dem Gesichtspunkt der politischen Hot» Wendigkeiten und nicht der persönlichen Ge­fühle betrachten müsse.

Die Anerkennung der deutschen Gleichberechti­

gung würde sicherlich zur Herstellung eines dauernden Friedens dienen.

Rosenberg erklärte, er sei mit dem Ergebnis sei­ner Londoner Reife zufrieden. Es sei immer am wertvollsten, die Anschauung eines anderen Landes

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

Drud nub Verlag: Vriihl'sche Untversilülr-Vvch- und Zleindruckerei K Lange in Gießen. Zchnstleitung und Geschäftsstelle: Zchulttrahe 7.

Donnerstag nachmittags zu verschieben Bis dahin soll auch keine Sitzung des Präsidiums stattjinden.

Botschafter R a d o 1 n y ist Samstag um 18 Mr nach Berlin abgereist.

Aus der von Henderson veröffentlichten Er­klärung geht deutlich hervor, daß die Vertagung nicht auf Wunsch der deutschen, son­dern anderer Delegationen stattfindet. Botschafter R a d o l n y hat Henderson heute vor­mittag ausdrücklich erklärt, daß die deutsche De­legation zu der Debatte am Montag bereit fei, und er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Konferenz während seiner kurzen Abwesenheit von Gens ihre Arbeit sortsehen werde. Hen- der son war mit Radolnh derselben Meinung. Die für die Vertagung nunmehr angegebenen Gründe zeigen, welch große Be­deutung man auf der Abrüstungskonferenz der angekündigten außenpolitischen Erklärung des Reichskanzlers beimißt.

Tatsächlich nimmt die Einberufung des Reichs­tags schon jetzt das Interesse der Konferenz völlig gefangen.

Das Rätselraten über den mutmaßlichen Inhalt ist groß. Roch nie sah man hier in Genf einer deutschen Regierungserklärung mit so großer Spannung entgegen wie jetzt.

in aller Klarheit kennenzulernen, zumal in einem Augenblick, in dem die wichtigsten Probleme auf der Tagesordnung ständen. Auf die Frage, ob er ge­funden habe, daß das britische Volk der neuen Regierung in Deutschland sympatisch gegenüber» stehe, erklärte Rosenberg, die Ansichten seien je nach den Personen, mit denen er gesprochen habe, ver­schieden gewesen.

Rosenberg fügte hinzu, daß diejenigen Dinge, die man in Deutschland nach 14jährigem Kampf als selbstverständlich und bedeutsam erkannt habe, in ihrer vollen Tragweite in England nicht gewürdigt worden seien, wohl wegen der Verschiedenheit der politischen, wirtschaftlichen und geographischen Vor­aussetzungen.

Lr hoffe jedoch, daß bei genauerer Kenntnis der Lnlwicklungslinien der deutschen Revolution, Deutschland auch in Großbritannien wachsendes Verständnis finden werde.

Auf weitgehendes Verständnis im Interesse beider Länder hoffe er, ebenso ro* er darauf vertraue, daß die deutschen Wünsche, die in so enger Berührung mit den europäischen Problemen stünden, i m 0 e i ft d e s Friedens und der Freundschaft durch Zusammenarbeit im Interesse aller gelost würden.

Wir, die wir uns losgemacht haben aus den Jdeengängen der letzten 'anderthalb Jahrhunderte, werden nicht verstanden von denen, die mit ihrer Staatsform und ihrem soziologischen Denken noch in den Spuren der französischen Revolution weiterwan­deln. Aus diesem Nichtverstehen und aus der Un­fähigkeit, die Größe des geistigen Umbruchs, der sich in Deutschland vollzieht, zu begreifen, hat sich ein außenpolitischerRingumuns gezogen, der vollkommen den Augusttagen des Jahres 1914 gleicht. Es wäre kindlich und der Stunde, in der wir leben, -------- ----- . . nicht würdig, wenn wir aus Ueberhebung oder aus darum nicht den Schuh und die Fürsorge gc- schwäche die Augen vor der Gesahr verschließen nießen, die das neue Recht dem Hofbesitzer an- sollten, die unser nationales Leben zu bedrohen gedeihen läßt. Die sichere und dauernde Ver- scheint

bindung von Blut und Boden ist aber dann kommenden Mittwoch wird die deutsche Volks- nicht vorhanden, wenn der Bauernhof den Cha- ^retung zusammentreten, damit die Umwelt er- ralicr der Ware hat, der ihm vom römischen wg Reichsregierung und das deutsche

Recht gegeben wurde. Im ^ermamschen Recht über öie gage denken und welchen Weg sie zu hatte er ihn nicht. Der Grundgedanke bed deut . entschlossen sind. Die Welt darf dann aufhor- schen Rechts wird am besten gekennzeichnet m! feststellen daß ein großes Volk und der

der Feststellung bes Sachsen p.cge s: -Der Bauer nur für eine kurze Zeit-

bat nur em Kinb . Damit sollte gejagt sein, fpan9ne mit materiellen Mitteln der Lebensrechte be-

daß nur einer der Rachkommen Erbe IP^ merben kann, die ihm nach der göttlichen

des ÄvseS lern dürfe, der so vor Zersplitterung Ordnung der Dinge genau jo zustehen, wie allen

bewahrt blieb. anderen Mächten der Welt.

Reste des alten Rechtes haben sich m ganz Preu­ßen mit Ausnahme des Rheinlanbes und von Hes­sen-Rassau als Sitte erhalten. Die geschlossene Vererbung der Bauernhöfe wurde durch Vertrag. Vereinbarung oder Testament bewirkt. In West­falen und Riederdeutschland, wo der mittelgroße Bauernhof in der Landwirtschaft überwiegt, gab es sogar noch ein Anerben recht. Aber auch dieses Anerbenrecht war so stark von den Ideen des römischen Rechts durchtränkt, daß es den be­absichtigten Zweck nur sehr unvollkommen erreichte. Der Alleinerbe eines Bauernhofes mußte seinen

Adolf Hitler hat in seiner Rede auf dem Tempelhoser Felde gesagt, daß die Arbeit am deutschen Wiederaufbau beim Bauern be­ginnen müsse. Diese Ausfassung ist erft in zweiter Linie von dem wirtschaftlichen Gedanken bestimmt, daß die ganze Welt Geld habe, wenn es der Bauer hat. Der tiefere Grund für den Arbeitsbeginn beim Bauern liegt in der Er­kenntnis, daß bei ihm bic Keimzelle des Staates und die ständige Quelle i In den Tagen der ________

seiner Erneuerung zu suchen ist. Die -Wer- to-r fog alten Soldatengrundsahes nicht Ver­bindung eines Volksstammes mit einem geogra-en un(cre Lagekühlundkritischzu phischen Raum wurde erst möglich, als vieh- f> c t ra d) t e n. So wie wir es einst gewohnt züchtende und jagende Romaden zu seßhaften toQrcn ,m um uns wieder einmal klar zu Bauern wurden. Hier ist der Ursprung der ©icm- werden, daß große Siege und Entscheidungen nie­ten und Rationen gegeben. Hier allem bleibt ma[g unverdient in den Schoß fallen, sondern daß auch die sichere Verbindung von D o l k und errungen werden müssen mit dem Einsatz der D o d e n. Der Arbeiter und Angestellte in ben ganzen Seele und der ganzen Persönlichkeit, mit Städten ist in seiner Existenz nicht unbedingt gcr D0[[cnbetcn Hingabe des Kämpfers, der gc- an den Ort gebunden, er kann innerhalb der j>en Sieg aus den Sternen zu holen.

Landesgrenzen und ohne entscheidende Hem­mungen auch über sie hinauswandern. Ein Staat, der 'sich aus völkischer Grundlage erneuern und sichern will, muß aus diesen Erwägungen heraus