Ausgabe 
15.5.1933 Erstes Blatt
 
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Montag, 15. Mat (955

185. Jahrgang

Nr. 112 Erster Blatt

der

mals, habe gerade die heutige Kriegsgeneration die Heimat in

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Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfürdenAn- zeigenteil i.V.Th.Kümmel sämtlich in (Bieben.

land soll es fein, fo gelte es jetzt, wofür im Weltkrieg 2 Millionen ihr Blut vergossen haben, so wie wir es 1914 begriffen, wie es auch vor 250 Jahren war:D a s ganze Deutsch­land soll es sein, wir gehören zuein­ander. und wir wollen dos Reich schassen, das da kommen soll, das wollen wir aus der Ge­schichte vor 250 Jahren lernen.

Die Rede wurde mit stürmischem Beifall auf­genommen. Zum Schluß wies Gauleiter Frau­enfeld in längeren Ausführungen aus die mor­gige Heimwehrkundgebung hin, wobei er auch die Haltung der Regierung erwähnte, was ihm eine Verwarnung des über­wachenden Polizeibeamten eintrug, die er aber in seiner Stellung als Gemeinderat als unge­hörig zurückwies. Frauenfeld schloß seine Rede mit der Frage: Was hat sich eigentlich gegen­über der Zeit vor 250 Jahren geändert? Damals standen die Türken vor Wien, heute sind es französische Söldlinge, die vor Wien stehen. Das, worum wir kämpfen, wird aber nicht mit Gold, sondern mit unserem Herzblut verteidigt werden. Wir versichern den deutschen Ministern, daß Wien ein Bollwerk des Deutschtums bleiben wird. Unter vielfachen Heilrufen schloß die Bersammlung mit dem Deutschland­lied und dem Horst-Wessel-Lied. Die Veranstal­tung verlief ebenso wie der Abmarsch in völliger Ordnung.

Wien. 14. Mai. (III.) Reichsjustizkommissar Dr. Frank traf am Sonntagabend im Kraftwagen i n Graz ein. wo er trotz der späten Stunde von der Menge stürmisch begrüßt wurde. Da ähnlich wie in Wien der wagen des Ministers nicht den ursprünglich vorgesehenen weg nehmen durfte, st i e g Dr. Frank zum Protest aus und be­gab sich zu Fuß zum Gebäude der (Bauleitung der Nationalsozialistischen Partei. Der Kraftwagenführer fuhr mit dem wagen, in dem die Gattin des Mi­nisters sah. weiter und erkundigte sich bei einem wachtmann nach dem weg. Der wagenlenker wurde plötzlich verhaftet, später aber wieder freigelassen. Die Polizei nahm ihm jedoch den Pah ab.

Bei der Begrünung auf dem Schlohberg erklärte Reichsjustizkommissar Dr. Frank u. a.: Die Be­te i d i g u n g . die die österreichische Regierung den Gästen aus dem Reich jugefügt habe, sei eine Beleidigung Adolf Hitlers und des ganzen deutschen Volkes. Reichs­deutsche würden Oe st erreich so lange mei­den, bis von der österreichischen Regierung Ge­nugtuung für die Beleidigung gegeben werde.

Reichsjustizkommissar Dr. Krank in Graz. Der Minister fordert Genugtuung von Wiener Negierung

Aus aller Welt.

Mißglückter Bombenanschlag auf LA.

Auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin explo­dierte Sonntagabend in einem Abteil dritter Klasse eine Bombe, die das Abteil zerstörte. Eine auf dem Bahnsteig wartende Zahnärztin erlitt leichtere Verletzungen. Ls handell sich um einen kommu­ni st i s ch e n Bombenanschlag auf S A> Leute. die von einer Kundgebung auf dem Trup­penübungsplatz Döberih mit diesem Zuge in dem zerstörten Wagenabteil zurückgekehrt waren, aber den wagen bereits verlassen hatten. Di« Bombe war mit Zeitzünder versehen und unfee der Sihbank oerfterft worden, wenn fee

Befreier von heute aber ist AdolfHik- ler, und er ist entschlossen, diesen Freiheitskampf der Gegenwart durchzuführen, so daß die Türken bei uns nie wieder erstehen können. Mit der Welt aber wollen wir in Frieden und Freundschaft leben. Daß wir das können, verdanken wir Adolf Hitler.

Der preußische Fustizmiuister Serri

erwähnte, daß er erst kurz vor seiner Abreise aus Berlin gehört habe, er solle nicht über deutsches Recht, sondern über die Türkenbefreiung sprechen. Er habe sich daher noch schnell aus der Landtagsbibliothek ein 450 Seiten starkes Werk über die Befreiung von Wien kommen lassen, doch habe er es auf dem Flug nicht ganz auslesen können. Run hätte er aber aus dem Mund seines Vorredners Lie­benberg mehr gelernt als aus dem Buch, daß nämlich alle deutschen Stämme an der Befreiung Wiens beteiligt waren. Aus dieser Geschichte sollen die nachsahrenden Ge­schlechter lernen. Einig waren damals alle Stämme als es hieß, Wien müsse befreit werden, und einig wollen w i r auch heute sein. Das deutsche Blut führt unser Volk zueinander. Darum muß Wien auch heute frei werden von denTürken".

wie es vor 250 Jahren und vor 100 Jahren gegen die Franzosen klang:Das ganze Deutsch-

nochmals die Aufgabe bekommen, anderer Form zu schützen. 40 000 Mann stehen hier zum Schutze der Heimat, bereit, sie in eine bessere Zeit zu führen und sie nicht nur nach außen zu er­halten, sondern auch im Innern neu zu gestalten und dabei rücksichtslos die rote Flut, den roten So­zialismus, auszurotten, ebenso bereit aber ständen sie da, den Sozialismus, der auch unter anderen Formen und anderen Gesichtspunkten auftrete, welche nicht die (Eigenart des Deutschtums in Oester­reich berücksichtigen und äußere Formen nachäffen wollen, zu bekämpfen. Heute handelt es sich nicht darum, ob die oder jene Gruppe im Parlament

3. daß f i e die vom Völkerbund garan­tierte Verfassung loyal einhaNea würde.

Der Hohe Kommissar des Völkerbundes zeigte sich von der Unterredung sehr befriedigt. In Danzig herrscht absolute Ruhe und Ordnung.

Schacht lädtzu einerKonf erenz der prfvalglaubiger nach Berlin ein.

New York, 14. Mai. (TB.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat die Rückreisc nach Deutsch- land angetreten. Er übergab der Presse eine Er­klärung, in der es heißt: Das Problem, unseren aus- ländischen Privatschulden nachzukommen, liegt nicht in der möglichen Schwierigkeit der Ausbringung durch die einzelnen Schuldner, sondern in der Schwierigkeit, den Transfer dieser Zahlungen durch Anschaffung der notwendigen Devisen zu bewerkstelligen. Dor 2% Jahren ver­fügte die Reichsbank über ungesähr 750 Millionen Dollar in Gold und Devisen. Seitdem haben die deutschen Schuldner 2500 Millionen Dollar in Gold und Devisen auf aus- roärtige Schulden zurückbezahlt, wo­durch die Gold- und Devisenreserve der Reichsbank auf eine außergewöhnlich niebr i g e Zi f» er herabsank. Diese Reserve geht von Woche zu Woche zurück. Angesichts dieser Lage beabsichtigte ich, die Vertreter der Inhaber deutscher Obligationen in den verschiedenen Ländern zu ersuchen, s o s o r t in Berlin zusammenzukommen, damit sie mit uns die Lage prüfen und erwögen, auf welchem Wege man der augenblicklichen Lage am besten ge­recht werden kann.

Oer deutsche Ministerbesuch in Wien.

Verletzende Behandlung durch die Bundesregierung. - Stürmischer Empfang durch die Bevölkerung Oesterreichs.

Oie Türkenbefreiungsfeier von Heimatschutz und Regierung

Dollfuß fordert Erhaltung Oesterreichs.

als Naturalist, er tat sich mit Arno Holz zusammen und schrieb zwei Schauspiele. Sein ausgeprägter Formensinn wurde von den altitalienischen Novel­len angezogen, und nach ihrem Vorbild entstanden: Altitalienische Novellen" undPrinzessin des Ostens"; 1903 erschien der RomanDer schmale Weg zum Glück" und 1908 das einem größeren Leserkreise wohl zugänglichste unter seinen Werken, eine zarte Erzählung,Die selige Insel". Um diese Zeit hatte Ernst begonnen, sich mit der Theoretik des Dramas zu beschäftigen, dem er, ähnlich wie Wilhelm von Scholz, neue Wege weisen wollte. In dem WerkWeg zur Form" (1906), einem der besten Bücher dieser Art, stellte er sein ästhetisches Programm auf. Ernst theoretisierte nicht nur über das Drama, sondern schrieb selbst ein große Anzahl von Bühnenwerken, denen aber so gut wie gar keine Anerkennung zuteil wurde. Eine starke Nei- gung des Dichters zum Konstruktiven, zur Re- ftexion und die in jahrelanger Selbstzucht gewon­nene Konzentrationsfähigkeit auf das Allerwefent- lichste mögen wohl die Ursache dafür sein. Genannt seien:Demetrios",Canossa",Ninon de Cent los", Ariadne auf Naxos",Der Tod",Preußengeisf.

So blieb Paul Ernst als Dichter auch dem ge- bilbeten Leser im großen und ganzen sremd, und erst nach dem Kriege begann sich das Interesse für ihn zu regen. Von seinen Nachkriegswerken verdient das sechsbändigeKaiserbuch" besondere Erwäh­nung, das den Versuch macht, neue Schätze für das Volk aus der Vergangenheit zu heben.

Es ist dem Verlag Müller/Langen, München, hoch anzurechnen, durch die Herausgabe derGe­sammelten Werke" den in seiner Gründlichkeit, sei­nem tiefen Gefühl und feinem Streben nach Wahr- heit echt deutschen Dichter dem Volke nähergebracht zu haben. In dieser Ausgabe finden sich die reizvol­len Novellensammlungen:Komödianten- und Spitz- Die romantischen Geschichten"'

räumt. Dies geschah auch vor dem von Polizei dicht umzingelten Hotel Mariahilf, in dem Reichs- justitzkommissar Dr. Frank mit seiner Begleitung Wohnung genommen hatte. Als die begeisterte na­tionale Jugend dort das Deutschlandlied anstimmte, wurde sie ebenfalls auseinandergetrieben.

mehr oder weniger Stimmen bei einer kommenden Wahl erhält. Heute geht es darum, möglichst viele Oesterreicher zusammenzufassen, die guten Willens sind, Oe st erreich zu erhalten und in christ­lichem, deutschem Geist wieder aufzubauen.

Lebhafte Protestkundgebungen des deutschbewußten Wien.

Gegen 312 Uhr trat der Heimatschuß, für den heute das Aufmarschoerbot aufgehoben ist, den Abmarsch an, der von Schönbrunn über die Maria­hilferstraße und den Ring zum Schwarzen­bergplatz führte, wo eine Defilierung vor_dem Bundesführer und den Ehrengästen stattfand. Schon bald außerhalb Schönbrunns kam es zu lebhaf­ten Gegen kundgebungen aus dem die Straßen einsäumenden Publikum, unter dem sich Anhänger der NSDAP, und des deutschbewußten Wien in besonders starker Zahl befanden.

Als sie den Starhembergschen Heimatschutz, dessen einzelne kleine Abteilungen in großen Abständen marschierten, mit Hohnworten und Pfuirufen emp­fingen, den Heimwehrführer Fürsten Starkem» berg trafen auch zwei faule Eier am Kopfe, ging die Polizei mit Gummiknüppel u n d aufgepflanztem Seitengewehr sowie auch durch Attaken berittener Polizei vor. Der Po­lizeikordon stand mit aufgepflanztem Seitengewehr Rücken gegen den Heimatschutz und Front zum Publikum da und verhaftete jeden, der abfällige Steuerungen gegen den Heimatschutz machte. Wo solche aus Gruppen kamen, wurde der Platz ge°

Wien. 13. Mai. (WTB.) Auf dem Flug­platz Aspern traf kurz nach 14 Uhr das Flugzeug ein, das den preußischen Iustizrnimster Serri mit Gemahlin und Tochter, den Reichs- justizkommissar und bayerischen Ilustizmimster Frank, und den Ministerialdirektor im preußi­schen Justizministerium Dr. Freis ler nach Wien gebracht halte. Zum Empfang der Gäste waren der deutsche Gesandte Dr. Rieth mit dem Militärattache Generalleutnant Muff und an­deren Herren der Gesandtschaft, die Gaulei - tung der RED AP. Wien sowie die Vor­stände der vaterländischen Verbände erschienen. Der Empsang der Minister durch die außerhalb des Flugplatzes nach Tausenden angesammelten Parteigenossen und Freunde gestaltete sich über­aus herzlich.

Danach ließ sich der Polizeioizepräsidenk Skubl dem Reichsjusii,Minister Dr. Frank vorflellen. (Er teilte ihm namens der Bundesregierung mit, daß die Regierung seinen Besuch mit Rücksicht auf die noch nicht ausgelragene Angelegenheit zwi­schen Minister Frank und der Bundesregierung als nicht erwünscht betrachte, dessen ungeachtet aber alle Vorkehrungen zur Sicherheit seiner Person und seiner Begleitung getroffen habe. Um dies zuverlässig durchführen zu können, bitte er um Bekanntgabe der Dispositionen für den Aufenthalt des Ministers. Dr. Frank dankte und er- klärte, er sei außerordentlich erfreut über die Liebenswürdigkeit, mit der er hier empfangen werde.

Rachdem die Paß- und Zollangelegenheiten er­ledigt waren, begaben sich die reichsdeutschen Gäste der RSDAP., gefolgt von Hunderten von Automobilen und von dem zu Tausenden neben- her strömenden Publikum zu dem Kriegerdenkmal, dem bekannten Löwen von Aspern. Hier begrüßte noch einmal der Gauführer von Wien Frauenfeld die Minister. Reichsjustizkommis­sar Dr. Frank hob in seinem Dank für den Emp­fang hervor, er fei davon befriedigt, gerade an dieser Stätte, dem Symbol der Mächte, die unvergleichlicher und stärker seien als irdi­sches Wollen, weilen zu dürfen, eingedenk dessen, daß Oesterreich der Vorposten des deutschen*Voltes sei. Hierauf legte der Minister einen Lorbeerkranz', der mit Halenkreuz­schleifen geschmückt war, nieder. Von dem Denk­mal von Aspern fuhren die Minister, gefolgt von einem langen Zug von Automobilen, über die Reichsbrücke durch ein dichtes Spalier der ihnen unter Schwenken von Hakenkreuzfähnchen duju- belnben Menge zum Adolf-Hitler.Haus wo sie einen Imbiß nahmen, an dem auf Einladung des Gauleiters Frauenfeld u. a. der deutsche Ge­sandte und Botschaftsrat Prinz Erbach teil- nahmen.

Um 20 Uhr begann in der Gngelmannarena die Feier der RSDAP. Wien zum Gedenken an die Befreiung Wiens vor 250 Jahren. Wohl selten hat in der Arena eine solche Begeisterung ge­herrscht wie der Gauleiter Frauenfeld die Mi­nister Kerrl und Frank, den Ministerialdirektor Freister und den deutschen Gesandten Dr. Rieth begrüßte. Frauenfeld stellte fest, daß der Emp­fang hier doch eine andere Stimmung der Wie­ner Bevölkerung gegenüber den Dästenaus dem Reich bezeuge, als sie sich aus denWorten -des Polizeipräsidenten im Auftrag der Regierung in Aspern entnehmen ließ.

Freiherr v. Liebenberg, ein unmittel­barer Rachkomme des Bürgermeisters Liebenberg, der vor 250 Jahren zusammen mit Fürst Starhcm- betg Wien gegen die Türken verteidigte, gab dann ber Freude aller Parteigenossen Ausdruck, daß der Führer Adolf Hitler seine Mitarbeiter an her­vorragender Stelle hierhergesandt habe, um die deutschen Wiener zu begrüßen. Er sehe darin den Beweis, daß Adolf Hitler den bedrängten Deut­schen in Wien treu zur Seite stehen wolle.

Reichsjustizkommissar Dr. Frank betonte daß er die Aufgabe erhalten hätte, nur über die Befreiung Wiens von den Türken vor250Iahrenzu sprechen, und er hoffe, nicht mißverstanden zu werden wenn er sage, daß er sich heute schon darauf freue, wieder einmal an einer f ch on enBe- freiungefeier in Wien teil nehm en z u können. Der Führer Adolf H 111 e r habe ihn beauftragt, den Versammelten die herzlichsten Grüße zu bringen und zu sagen, daß er je&t im Geist bei ihnen sei in Wien, Hitler beabsichtige auch, wie er mitteilen kann, in kurzerZe11 Oesterreich einen Besuch z u sta t- t e n. Hitler werde es wohl erlaubt sein, das Grab seiner Eltern zu besuchen.

Minister Frank erklärte ferner: Wir feiern heute den Geist, mit dem damals die Freiheit erkämpft worden ist, er ist aber auch der Geist, der heute m Euch lebendig ist. Ihr Wiener Volksgenossen! Och bin überzeugt, daß ich dieTürken", die aus dem Osten gekommen sind, die ich meine, vor Euch wohl verständlich charakterisiert habe, ohne dem Volk Kemal Paschas nahezutreten. Diese Türken wer­den wohl bei ihrem Erscheinen vor Wien offiziell freundlich empfangen, aber vom Volk zurückge- schlagen werden, so wie sie heute in Deutschland am Boden liegen. Unser großer Türken-

bubengeschichten", ... . , . . .

undDie Geschichten zwischen Traum und Tag": ferner die .Fsugenderinnerungen",Die Geschichten von deutscher Art" dieGrundlagen der neuen Ge­sellschaft" und eine Aufsatzsammlung unter dem TitelZusammenbruch des Marxismus".

Paul E r n st ist schon wiederholl als Anwärter für den Nobelpreis für Literatur genannt worden. Den Lesern des Gießener Anzeigers ist er mit zahlreichen Beiträgen im Feuilleton und in der Unterhaltungsbeilage bekannt geworden.

Mtzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatt-Vezugspretr.

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

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Frankfurt am Main 11686.

Wien. 14. Mai. (WTB.) Die für heute früh angesetzte Kundgebung des Starhembergschen Hei- matschutzcs zur Einneruna an die Befreiung Wiens aus Türkennot vor 250 Jahren begann nach Nie- dcrlegung von Kränzen an den Denkmälern des Bürgermeisters Liebenberg und des Fürsten Star- hemberg, der Verteidiger Wiens, programmäßig in Schönbrunn, das unter stärk st em poli­zeilichem Schutz gegen nichterwiinschte Teil­nehmer stand. Mit Bundeskanzler Dollfuß und Hccresminister Vaugoin nahmen zahlreiche andere osfiziette Persönlichkeiten an der Feier teil, auf der nach Eröffnung mit einer Feldmesse der Bundes­kanzler und der Minister für Sicherheitswesen Fey Ansprachen hielten.

Bundeskanzler Dollfuß

betonte, daß, wie er selbst, so alle Teilnehmer am Weltkrieg zu würdigen wiiöen, was in früheren Jahrhunderten an Kampsesmut und Selbstlosigkeit für Volk und Heimat geschehen sei und so, wie da­

Oer Dichter Paul Ernst f.

Berlin, 13. Mai. (TU.) wie dieDAZ." mel­det, ist der Dichter Paul Lrnst im Alter von 67 Jahren aus seiner österreichischen Besitzung plötzlich gestorben.

Paul E r n ft wurde am 7. Marz 1866 als Sohn eines Grubensteigers in Elbingerode im Harz ge­boren. Sein Vorfahr mütterlicherseits war der Kom­ponist Heinrich Schütz. Er wurde nach dem Besuch des Gymnasiums für das Studium der Theologie bestimmt. Aber der junge Student verließ bald die Theologie und wurde Redner in sozialdemokratischen Versammlungen und Schriftsteller für sozialdemo­kratische Zeitungen.

Seine dichterische Laufbahn begann Paul Ernst

Unterredung desVölkerbunds- kommiffars in Danzig mitVer- tretern der NSDAP.

Danzig, 15. Mai. (WTB. Funkspruch.) Zwi­schen dem Kommissar des Völkerbundes, R o st i n g, und den Vertretern der RSDAP., Dr. Rausch- ning und Gauleiter Forster, hat eine Unter­redung ftattgefunöen, in der u. a. zum Aus­druck kam, daß die Rationalsozialistische Deutsche Ar­beiterpartei auch im Falle der Uebernahme der Re­gierung in der Freien Stadt Danzig

1. oondem wunschenacheinemsreund- lidjen Einvernehmen mit Polen be­seelt sei und ihrerseits alles tun würde, um die Sicherheit der Personen pol­nischer Staatsangehörigkeit oder Rationalität sowie das polnische Eigentums in Danzig z u gewähr­leisten;

2. daß sie fest entschlossen sei, die bestehen- den Verträge genau z u achten und i die darin fest gelegten Rechte Po - I lens zu wahren;