Ausgabe 
14.9.1933 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Sie MeilMM unter dm Slmd von 1931 gesunken!

3800

4600

4*00

4000

*800

5200

5800

5400

JANJFEBR.

MÄRZ

APR.

MAI

JUNI

JULI

AUS.

SEPT.

OKT.

NOV.

DEZ.

Stund jeweils Monatsende

V>

6000

to zinkt! n=r

Durch den neuerlichen Erfolg in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist jetzt der Stand von Ende August 1931 unterschritten worden. Die Abnahme der Arbeitslosigkeit erstreckt sich auf alle Berufsgruppen und ist ein deutliches Zeichen für das wiederkehrende Vertrauen der deutschen Wirtschaft.

Der deutsche Sauer wird Mrkenarllkel-Zabrikanl

Eine führende Persönlickkeit der deutschen Ernährunaswirtschaft macyte unserem Ber­liner M.-Mitarbeiter gegenüber die nach­stehenden Ausführungen. D. Red.

Jede Ware, die in das schmucke Kleid des Mar­kenartikels gesteckt ist, läßt sich leichter kaufen und verkaufen, als das anonyme Gut, über dessen Ursprung und Qualität man im Dunkeln tappt. Ob es Schokolade, Nähgarn, ein Füllfederhalter oder Salz ist: Wir haben uns längst daran gewöhnt, nicht die Ware, sondern die Marke zu verlangen. Das bunte Papier oder der Behälter, in dem das Gewünschte steckt, ist in Verbindung mit der Schutzmarke eine Ehren- erkläruna des Fabrikanten für feine Ware geworden, und der gute Ruf der Marke ist ihm heilig.

Händler und Publikum wissen, daß sie, wenn sie nur das Stichwort aussprechen, stets die gleiche Ware in derselben Qualität auf den Tisch gelegt bekommen.

Kauf und Verkauf ist einfacher geworden, es gibt keine Erörterungen über Güte und Preis mehr.

Für alle Arten von Jndustrieerzeugnissen hat sich der Markenartikel durchgesetzt. In Der Landwirt­schaft aber herrschte immer noch die Anarchie des Kaufs nach Probe". Bei Getreide, Eiern, Butter oder Kartoffeln, oft genug erlebte der Landwirt das Gleiche. Der Händler kam, machte die Pro­dukte, die der Bauer oder Gutsbesitzer gezogen hatte, in den Verkaufsverhandlungen schlecht und bot einen Preis, der dem Landwirt zu gering schien, gegen den er aber keine sachlichen Einwen­dungen erheben konnte, weil es ja keinen genauen Maßstab für die Güte seiner Erzeugnisse gab. Auch der letzte Abnehmer, der für besonders gute Eier oder Butter gern einen höheren Preis angelegt hätte, der auf dem Wege über den handel der deutschen Landwirtschaft hätte zugute kommen kön­

nen, blieb gegenüber der unbekannten Herkunft mißtrauisch und zurückhaltend. Das soll nun anders werden.

Ls sollen aus den landwirtschaftlichen Erzeug­nissen Markenartikel gemacht werden!

Wenn man die Jndustriewaren im Interesse von Herstellern und Abnehmern standardisiert hat, so soll mit den Bodenerzeugnissen jetzt das Gleiche geschehen, hat man einmal festgestellt, in welche Handelsklasse Der Bosten Getreide oder die Kiste Eier hineingehört, so erhält die Ware das amtliche Zeugnis und ist damit zum Markenartikel gewor­den. Der Landwirt weiß anhand der letzten Bör­sennotierungen, was die von ihm gezogenen Er­zeugnisse wert sind, und die Hausfrau ist sich im Klaren Darüber, was für einen Gegenwert sie für ihr Gelb bekommt. Es gibt kein Schätzen mehr, fonbern ganz genaue Vorschriften über bie Güte.

Jetzt sind bie gesetzlichen Bestimmungen Darüber in Kraft getreten. Erlassen würben sie schon in Der Verorbnung bes Reichspräsibenten zur Sicherung von Wirtschaft unb Finanzen vom 2. Dezember 1930. Bei ber gewaltigen Bedeutung, welche bie Einfüh­rung von hanbelsklassen in ber Lanb- wirtschaft für bas gesamte Wirtschaftsleben be­sitzt, war aber eine längere Dorbereitungszeit not­wendig. Diese liegt jetzt hinter uns.

Das für Deutschland überragend wichtige Gebiet des Getreidebaues ist durchorganisiert. Die Lier werden schon seit einiger Zeit nach Handels­klassen verkauft. Bei den Kartoffeln sind wir bei Der Vorbereitung der Organisation. Auf dem Gebiet der Butter hat sich die Landwirtschaft schon selbst geholfen: Die Preußische Hauptland­wirtschaftskammer schuf eineBauchbinde" mit der Linheitsmarke der Preußischen Landwirt­schaftskammer. welche die den hochwertigen An­

Liebe in Franzensbad.

Goethe und Sylvie.

Goethe ist immer wieder in den Bädern Deutsch- Böhmens zur Kur eingekehrt. Dicht weniger als 16 mal zog er durch fast 40 Jahre in das mit heilen­den Quellen gesegnete Land. Besonders gern weilte er in Karlsbad und Marienbad, aber auch Teplitz unb Franzensbad hat er ausgesucht. Das eigentliche Goethe-Jahr für Franzensbab war 1808, also vor 125 Jahren. Damals erlebte er hier eins seiner Herzens-Abenteuer, Die er für bie Verjüngung minbestens ebenso wichtig hielt wie Bäber unb Brunnen. Diele wenig bekannte Episode hat ber verstorbene Prager Literarhistoriker August Sauer in seinen Betrachtungen über Goethe unb Franzens- bad" ausgehellt, bie jetzt mit anbern Aussätzen aus seinem Nachlaß unter Dem Titel .Probleme unb Gestalten" herausgegeben werben. Goethe ging im Frühjahr 1808 zuerst nach Karlsbab unb lebte hier im heiteren Familienkreis Der Familie von Ziegesar. Der Vater, Sachsen-Altenburgischer Minister, war Goethe seit langem in kollegialer Freundschaft ver- bunben, unb auf seinem Gut Drakenbors bei Jena fühlte sich ber Dichter wie zuhause unb trug gern mit seiner Kunst in anmuttg.scherzhaftem Ton zur Feier der Familienfeste bei. .Ich kannte Eltern rrnd Nachkommen bis in alle Verzweigungen," berichtet er in den .Annalen". .Für ben Vale" hatte ich immer Hochachtung, ich barf wohl sagen Verehrung empfunben. Die unverwüstbar behagliche Tätigkeit ber Mutter ließ in ihrer Umgebung nie- manb unbefriebigt. Rinber, bei meinem ersten Eintritt in Drakenbors noch nicht geboren, kamen mir stattlich unb liebenswürbig entgegen. .Die jüngste Tochter, Sylvie von Ziegesar, war es nun, ber Goethe bie lieb­liche Jbhlle in Franzensbab verbankte. Sie ftanb in der Blüte ihrer 23 Jahre unb ist schon Diefinnenbe Schöne", an die Goethe 1802 bas GebichtSehn­sucht" richtete: »Was zieht mir bas Herz so? Was zieht mich hinaus". Die Freude an dem anmutigen Kinde steigerte sich nun während der Wochen in Karlsbad unb Franzensbab zur Liebe. Sie war eine hochgewachsene Erscheinung, als .schlanke weihe Gestalt" schildert sie Goethe im Prosa und Versen. Ihr dunkles Haar unb Auge, bie etwas aufgeworse- nen Lippen lassen an südliche Schönheit benfen. 3n einem scherzhaft anspielenben Gedicht, an dem er mehrere Tage arbeitete, um es ihr zum Geburts­

tag zu spenden, vergleicht erbaä längste Kind" mit den hohen schlanken Lilien, preist sie glücklich ob ihrer sonnigen Heiterkeit unb begrüßt sie als Tochter, Freundin, Liebchen. Als bie Ziegesars am 1. Juli nach Franzensbab übersiebelten, läht Goethe seine andern Karlsbader Freundinnen im Stich unb reift nach. .Eigentlich bin ich entführt worden unb werbe jetzt gehalten." schreibt er. Er wohnt mit ber Familie in einem Haus und Sylvie wird nun ber Inhalt seines Lebens. Das Spiel in Karlsbab wieberholte sich ernsthafter unb inniger. Nis er sich bann losreiht, kehrt er in wunderlicher Verwirrung nach Karlsbab zurück. .Ich war in Gedanken bei Ihnen geblieben," schreibt er an Sylvie über bie Fahrt, .unb merkte nicht, bah es fortging; endlich schlief ich abwechselnd und das liebe läng­liche Gesicht war mit aller feiner Freundlichkeit und Nnmut gegenwärtig." 3m Stil ber Zeit tauscht er ein armseliges Düschelchen" seiner Haare gegen bie schöne, reiche, geringelte Gabe ihre vollen Locke ein. Er senbet ihr Karisdaber Heidekraut. Er bittet um einige Worte,besonders um ein schon gebe­tenes;Tausendmal AdieuI Liebe, liebe Sylvie!" Ob Sylvie ihm das Wort gesagt, das er so drin­gend verlangte, wissen wir nicht. In Goethes Brie­fen aber zittert bie Erregung noch lange nach. Der Ort dieser reichen Erlebnisse blieb ihm dauernd lieb und wert. Als er nach einigen Wochen wieder nach Franzensbad zurückkam, sand er Sylvie nicht mehr vor, aber auf allen Wegen und Stegen ging eine schlanke weiße Gestalt neben ihm. Sylvie war und blieb ihm .bie Sonne von Franzensbab"...

Pferderennen im Irak.

Es ist merltoürbig, bah gerade in dem Heimat­land Der arabischen Vollblutpferde, hn Irak, bie Pserberennen jetzt heftig bekämpft werben- 3m Par- lament dieses Landes ist ein Antrag eingebracht worden, diesen Sport völlig zu verbieten, und zwar wird als Grund angeführt, dah Bürger mit ben Wetten ihr (Selb verschwenden. Man geht im Lande des Königs Feisal allen Glücksspielen energisch zu Leibe und hat sogar Würfelspiele unb Dominos verboten, bie in Den Caf6s mit einem kleinen Geld­eins atz eine beliebte Unterhaltung bildeten. Während des Weltkrieges hatten die englischen Truppen die Pferderennen nach dem 3rak gebracht, um ben Sol­daten eine Unterhaltung zu gewähren. Nus kleinen

forberungen entsprechende Butterpackung um­schließt. Für deutschen Weizen sind drei Klassen vorgesehen: harter Kleberweizen, Weichweizen und Wischweizen. Jede Klasse ist außerdem noch in drei Gütegruppen unterteilt. Fuilergersle und Hafer besitzen je zwei Klassen, ebenfalls in drei Gütegruppen unterteilt, während für Roggen nur eine handelsklasse mit der Bezeich­nungDeutscher Roggen" besieht.

Bald wird man sehen können, welche Mehr­preise der deutsche Bauer für seine Marken­ware gegenüber den bisher handelsüblichen Qua­litäten erzielt. Die Börsen, die bisher schon teil­weise nacy Den neuen Normen handelten, werDen von jetzt ab ftänDig Die HanDelsklasfen notieren. Unseren Bauern ist Der zu erroartenDe Mehrertrag sehr zu gönnen.

Die StanDarDisierung Des (Befrei» Des ist nur ein Teil, wenn auch ein für Deutsch- lanD, Das über 8 Millionen Tonnen Roggen unb beinahe 4 Millionen Tonnen Weizen jährlich pro- Duziert, befonbers wichtiger ber Einfüh­

rung moderner Marktverhättnisse in der Landwirt­schaft. Bei Den Eiern, Die Stück für Stück einen Stempel aufgeDruckt bekommen. Der Güte unDGe- burtsDatum" bezeichnet, hat man schon sehr gute Erfahrungen mit Der UmmanDlung von Massengütern in Markenartikel gemacht. Der Konkurrenz holländischer unD Dänischer Produzenten, Die Den Wert Dieser Maßnahmen ftüher als wir erkannt hatten, ist erfolgreich begegnet worDen. Für Die AusDehnung Der StanDarDisierung auf Die Kar­toffeln fehlen leDiglich noch Die sachverständigen Gutachter in ausreichenDer Zahl. Man ist eben jetzt Dabei, in Lehrgängen geeignete Gutachter her­an,zubilDen.

Es besteht begründeter Anlaß zu der Hoffnung, dah die Standardisierung erfolgreich fortschreitcn wird, Landwirtschaft und Verbrauchern, also der ganzen deutschen Wirtschaft, zum Besten.

Die Schaffuna ber deutschen Hanbelsklassen ist Der beste Beweis Dafür, Daß organisatorische unD aDrni- niftratipe Maßnahmen allein Wirkungen Hervor­rufen können, Die sozusagen aus Dem Nichts Minde- rung von Schwierigkeiten bringen.

Obecheffen

Schaffung eines Kriegerdenkmals in Klein-Linden.

Klein-LinDen, 12. Sept. Was schon feit Kriegsende Der Wunsch unD eigentlich auch Die Pflicht Der Einwohnerschaft war, unseren Gefalle­nen aus Dem Weltkrieg ein Ehrenmal zu errichten, soll nun Wirklichkeit werDen. Schon waren in Den Jahren 192627 Pläne ausgearbeitet, auf Dem neuen oDer alten Friedhof ein Denkmal erstehen zu lassen, Doch konnten die Pläne einmal wegen der hohen Kostenooranschläge Das auf Dem alten FrieDhof vorgesehene Denkmal sollte 16 000 bis 18 000 Mk. kosten nicht zur Ausführung gelangen, zum anDern war auch Die Gegnerschaft gegen beiDe GeDanken recht stark.

Es wurDen schon nach Kriegsende Durch Den Kriegeroerem, Dem Die Angelegenheit immer ganz befonDers am Herzen lag, GelDsammlungen Dorgenommen, aber Diese Beträge gingen infolge Der Inflation verloren. Im Winter 1926/27 wurDe aus Den DorfitzenDen Der örtlichen Vereine, Den Vertretern Der GemeinDe, Der Schule unD Der Kirche unter Führung von Friedrich Schimmel, Dem KriegeroereinsvorsitzenDen, ein Denkmals- a u s f d) u g e b i l D e t, Der es in Die HanD nahm, GelDsammlungen für Die Errichtung Des Ehren­mals Durchzuführen unD einem DenkmalfonDs zu überweisen.

Mit Dem nationalen Umschwung im letzten Früh­jahr übernahm Der neue Gemeinderat mit anDern Freunden Der Kriegerdenkmalssache Die felbftoer- stänDliche Pflicht, endlich die Dankesschuld unseren Gefallenen gegenüber abzutragen. In gemeinsamen Sitzungen ber mafjgebenben Stellen reifte ber Ent­schluß, Die Frage zu lösen. Architekt Fischer- Giehen wurDe mit Der Ausarbeitung eines Planes beauftragt. Der in Den letzten Tagen Die Genehmi­gung Des alten unD Des neuen Denkmalsausschusses fanD.

Als Platz für Das zu erbauenDe Denkmal ist ber Raum vor Der Kirche, Der Platz vor dem Kirchenportal ausersehen. Vor Dem Kirchenportal soll eine Vorhalle von 3,10 Meter Tiefe, 3,50 Meter Breite und 4,60 Meter Höhe mit Sicht von ber freu« zenDen Steinstraße unb ber berganfteigenben Kirch­straße errichtet werben. Zu beiben Seiten sollen je vier Stufen zur Vorhalle führen, Deren Nordwand im Inneren Die Gedenktafel mit Den Namen Der Gefallenen trägt. Die Türe gegenüber im Innern Der Halle bildet ben Eingang zur Kirche, so Daß Die Kirchenbesucher bei jedem Kirchgang Die Halle durch- . schreiten und an unsere gefallenen Helden erinnert werden. Außen vor Der Vorhalle, in Deren Mitte soll auf einem Sockel von 1,80 Tleter Breite, 0,80 Meter Tiefe und einer Hohe von 0,72 Meter ein Krieger mit Stahlhelm, Der in beiden Händen vor Körpermitte das Gewehr hält, in über Lebensgroße errichtet werden. Links und rechts vom Krieger, in geringem Abstand über der Sockelhöhe, werden zwei Kränze, in Stein gehauen, bas Feld zieren. Die Den Hintergrund von Krieger unD Kränzen bilDenDe Rückwand von 2 Meter Breite und 2,70 Meter Hohe wird von 55 Zentimeter breitem Mauerrand an Den beiden Seiten umrahmt. Den

oberen Abschluß bilden zwei Mauersockel von 80 und darüber von 40 Zentimeter Breite mit der in Stein gehauenen Widmung.

Mit Den 2600 Mark Des Denkmalfonds wirb man einen großen Teil Der Kosten Decken können. Schon in allernächster Zeit, wenn KirchLnbLU- und Kreis­baubehörde Den Platz für Das Denkmal freigegeben und Die Errichtung genehmigt haben, roirb mit dem Bau begonnen, so baß, günstige Witterung vor­ausgesetzt, bas Denkmal noch in diesem Herbst in würdiger Feier Der Öffentlichkeit übergeben werden kann.

Gemeinderai in Schotten.

X Schotten, 13. Sept. In feiner jüngsten Sitzung setzte Der GemeinDerat Den Steuer- ausschlag für Das Rj. 1933 fest und legte diesem Die vorjährigen Steuersätze zugrunde. Er nahm ferner die vom Ministerium vorgeschlagene Ortssatzung über die Erhebung einer gihal­ft e u e r an, nach der ein 200proxeniiger Zuschlag zur allgemeinen Gewerbesteuer erhoben wird. Ver­schiedene größere Reparaturarbeiten an gemeindlichen Gebäuden, an Der Kanali­sation sollen vorgenommen werDen, Die Dafür erfor­derlichen Geldbeträge sollen von der Gesellschaft für öffentliche Arbeiten aus Dem Arbeitsbeschaffungs­programm 1933 angemelDet und erbeten werden. Im Beisein Des Führers Des hiesigen Arbeitslagers wurDen Die neuen Pläne über Die Errichtung Des neuen Lagers eingehenD besprochen. Bei Der zu- ftänDigen Stelle soll für baldige lleberlaffung Der GelDmittel Vorgesprächen werDen.

Landkreis Gieften.

z Großen-LinDen, 13.Sept. Die Spar- unD Vorschußkasse Großen > LinDen hielt am Samstag in Der Gastwirtschaft von Philipp Schaum ihre Generalversammlung ab. Bank­beamter Feller, Marburg (Lahn), der Direktor des Vorstandes leitete Die Versammlung. Anwesend waren 35 Personen. Der Rechner Wilhelm Keß- l e r erstattete Den Geschäftsbericht für Das Ge­schäftsjahr 1932, Der mit 28 083,96 Mark abschließt. Es war ein Reingewinn von ungefähr 4000 Mark zu verzeichnen. Der mit 8 v. H. DioidenDe verteilt werDen konnte. Es wurDe ferner beschlossen, 7 v. H. Aufwertung zu gewähren.

* Aus dem Bufecker Tale, 13. Sept. In­folge Der äußerst günstigen Witterung konnte Die Diesjährige GetreiDeernte gut einge­bracht unD Der AusDrusch schnell zu EnDe ge­führt werDen. Das Ergebnis kann in jeder Hinsicht als gut bezeichnet werben. Auch Die Grummet- ernte ging flott von statten unD fiel befrieDigenD aus. Die Kartoffelernte i ft bereits im Gange unD liefert gute Erträge von sehr gesunDer Beschaffenheit. Sehr gering fällt Die Obst-, be­fonDers Die Aepfelernte aus. Die Zwetschenernte Dagegen kann als sehr reichlich bezeichnet werben. Schon zeigen sich in ben Dörfern bie ersten Auf­käufer. Die Imker beginnen mit Dem Äuffüttern unb Einwintern ihrer Volker. Da Die Dickwurz- ernte auch gute Erträge verspricht, kann Der Land- wirt mit BefrieDigung auf feine Diesjährige Arbeit zurückblicken.

I Anfängen zu Basra und Amara entwickelte sich eine | bedeutende Nenn-Industrie, die von einer englischen Gesellschaft betrieben wurde und einer Menge von Menschen Beschäftigung gab. Unter Der Bevölkerung fand dieser Pferdesport Den größten Anklang, nicht nur wegen Der Gelegenheit zum Wetten, sondern auch aus Der hier seit uralten Zeiten eingewurzelten Liebe zum Roß. Jeder Wüstenfcheik richtet fein be­sonderes Augenmerk auf die Pferde seines Stam­mes, denn er weiß, dah ein Roh, das sich durch besondere Schnelligkeit auszeichnet, einen sehr großen Wert erlangen kann, wenn es zu Dem Rennen von Bagdad geschickt wird. Die Laufbahn eines solchen ausgezeichneten Arabers endet oft nicht im Irak, sondern kann auf einem ausländischen Turf zum Weltruhm werden. Dor allem werden die Tiere, die sich auf Den heimischen Rennen ausgezeichnet haben, nach Indien ausgefühn, wo sie bet allen wichtigen Rennen die Hauptrolle spielen. Tausende von Renn­pferden gelangen so alljährlich nach Indien, nach­dem sie ihre Feuerprobe in Bagdad bestanden haben. Man erzählt romantische Geschichten von den großen Gewinnen, die die glücklichen Besitzer solcher Renn­pferde eingeheimst haben. 3m 3rat sind reiche Pferde- . besiher sehr selten; gewöhnlich sind die Pferde der kostbarste Schatz einfacher Bauern, die ihre Tiere manchmal kaum ernähren können und gezwungen waren, sich das Geld zu borgen, das für die Ein­führung der Pferde auf der Rennbahn notwendig ist. Solche atmen Araber haben mit einem Renn­pferd Summen verdient, die für sie einen ungeahnten Reichtum bedeuten. Man erzählt von verschiedenen Fällen, bei denen Pferde, Die in Bagdad für 200 bis 300 Mark verkauft wurden, in 3nDien viele Tau­sende einbrachten. Manchmal sind von indischen Händlern für berühmte Rennpferde in Bagdad bis zu 40000 Mark für das einzelne Tier geboten wor­den und öfters wurden diese Angebote abgelehnt. Der Araber trennt sich nämlich nur sehr schwer von seinem Roh, das ihm Gefährte und Freund ist, und auch wenn der Eigentümer ein Stammeshäuptling, so wagt er doch auch einen günstigen Verkauf nichts weil seine Leute dagegen Einspruch erheben, denn das edle Tier soll durch seine Nachkommen die Pferde­rasse verbessern, die der ganzen Stammessamilie gehört. Es gibt im 3rak keine Buchmacher, sondern das ganze Wetten erfolgt durch den Totalisator. Die Summen, Die dabei in Umlauf kommen, sind aber recht beträchtlich und übersteigen nicht selten die eines europäischen Rennens. Die Jockeys sind

alle Araber und sehen in ihren bunten Seiden­anzügen sehr malerisch aus.

Oer schlagfertige Wißmann.

Die Erinnerung an den berühmten Afrikareisen- den Hermann von Wißmann, Der 1905 Durch einen JagDunfall frühzeitig Dahingerafst wurDe, ist für immer mit Der Geschichte Des Deutschen Kolo­nialreiches verknüpft. Seine wissenschaftliche unD geschichtliche Bedeutung verdankte er zum nicht ge­ringen Teil dem Zauber seiner Persönlichkeit, der alle, die mit ihm in Berührung kamen, ob Weiße oder Schwarze, in seinen Bann zog. Wißmann be­saß Die seltene Gabe, Die so schwer zu lenkenDen Eingeborenen sich blindlings gehorsam zu machen und Durch sein persönliches Beispiel zu Den größten Anstrengungen anzuspornen. Für ihrenBana Kubwa" gingen seine Leute Durchs Feuer. Mit fei­ner großen Schieß- unD Reitkunst, seiner Körper­kraft und Unerschrockenheit, seiner Ausdauer und Heiterkeit wußte er Den naiven Naturkindern so zu imponieren, Daß sie in ihm ein fast übermensch­liches Wesen verehrten. Wie sich seine oft erprobte Schlagfertigkeit bewährte, Dafür sei ein Beispiel aus Den Anfängen seiner Laufbahn angeführt. Der junge Leutnant, Der sich schon viel mit geographi­schen unD ethnographiscyen Studien beschäftigt hatte, fand Gelegenheit, an Der AfrikaexpeDition Des 2)r. Pogge im Jahre 1879 teilzunehmen und lernte bei Dieser Durchquerung Des schwarzen Erd- teils Das LanD seiner Sehnsucht grünDIid) kennen. Einmal wollten die schwarzen Träger nicht mehr weitermarschieren. Der Rädelsführer, ein herkuli­scher Neger, hielt unter ben johlenDen Zurufen seiner Genossen eine großartige ReDe, in Der er Die beiDen ReifenDen mit Drohungen aufforDerte, ihnen zunächst große Mengen Stoff unD Perlen zu geben, bevor sie Die Lasten wieder auf iyre Rücken neh­men würden. Die Stimmung war sehr gespannt, das Schicksal Der beiDen Forscher hing an einem Faden; ein Nachgeben, ein Zeichen von Schwäche hätte mitten in der Wildnis die unabsehbarsten Folgen haben können. Der schwarze Dolksverführer hatte gerade den Höhepunkt seiner Rede erreicht. Da tritt Wißmann ganz ruhig und gemächlich auf ihn au, holt mächtig aus und gibt dem Riesen eine schallende Ohrfeige, so daß er sofort verstummt. Dadurch hatte Wißmann bie Lacher auf feiner Seite, Die Träger jubelten ihm zu, nahmen ihre Lasten auf, unD Der Marsch ging weiter ...

tÄei auf ®

Ser |tätf<Ürl .MH

1

8** äh» 5V,T, schM Mulle

wnUnraenommen. D ei.5.3 ber firiegert Wlls v-y" , Hch, bi S& SÄÄ

EÄÄäi Steider WH Ertrag über die Ledeu, Hungen und Umgebung, federte über den Sinn d Ligen Berwaltungsorj 8er nieder. W Vern den sodann bestimmt, i Defonomierat Klinge reftor: M Schneide Direktor: Feld. Kamm standsmitglieder: M . Gustav Beltzer (Geifc (Hungen) Aussichtsi Vorsitzender; Wilh. P s tretender Vorsitzender; der: Adolf Dietrich Hardt II. (Robheim), Hausen), Friedrich Ke Höckel (Irais-Wr stadt), M. Eiser (W, maier (Obbornhofen), lersheim), Karl Schafe jer (Bettenhausen), Ri wühle), Heinrich Sehr Koch (Lillingen), 2Bill)t bürg). Sie (Seneralner/ai biefen Ernennungen einst benen SJlitgliebern bantte ü ihre aufopfernde Arbeit ii VW Die Versammlung sc W nUe W aus bet (Si werben 'Men. Der VeM ab auch M bie' schlossen werben sollen, i schäftsleuten Gelchästsvei Verlaus der Versammle mit der Frage der Au Landöunbes, mit der säuischen Landstandes i rung der Milchwirtschas serat gab Oberrevisor j schloß über die Verein und ging außerdem au lung nach Fettgehalt t MeSieg-Heil," aus Dolkskanzler unb ben toe Versammlung.

-jungen, 13.6$ !.u r &a * Hanbwer bk 2i. Stober unter !

«Un,erem 6t( $e Nv.-Hago fiunaen anges-Menen Qrupper 'ne ^rbeoeranstL Ö m Sebe he

Kreitz A WbeU\ta!!0.en' u stille ÜHeHnbte»etlel: 2ndn WjJtJ.u,Slenj ur »DlÄSf.W i ben Im5 feine er' ®°Jesbfen£ utQs W Lieb: LJQn9 der 1

bntbie^Mew ^droht, o^'strrei

ShJwÄ'Ü

W be5 ? and. 5 8 »gehens. jTbe J/° 6eren MU haben [Annen 7 5 9ibt es'Sjur Lgs.'l d.