Kr. 162 Slsübansgave
183. Jahrgang
Freitag, 14.ZulU935
GießenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
vnick vnb Verlag: vrühl'fche Universttäl§-Buch- und Steinörudcrei K Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für Ne» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrist 20° , mehr.
Chefredakteur
Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigenteil i.V.TH.Kümmel sämtlich in (biegen.
Erscheln« täglich, nutzer Sonntags und Feiertags 5tilagcn; Die Illustriert. Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl, Monatr-8ezugrpret§:
Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. , -.25
Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt üernsprechanschlüffe
unter Sammelnummcr 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Lietzen.
Postscheckkonto:
Kronlsurt am Main 11686.
Die Aufgaben der Wirtschaft im neuen Staat.
Reichswirischastsminlster Schmitt vor den Führern der deutschen Wirtschaft.
Berlin, 13. Juli. (WTB.) Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt sprach vor einem geladenen Kreis führender Persönlichkeiten aus der Wirtschaft über die wirtschaftspolitischen Aufgaben im neuen Staat. Dr. Schmitt führte hierzu im wesentlichen folgendes aus:
Es kann unmöglich die Aufgabe des Staates und des Wirtschaftsminifteriums oder sonst irgendeines behördlichen Organes sein, die Vorgänge in der Wirtschaft im einzelnen verantwortlich zu bestimmen und zu regeln. Die Aufgaben, die der deutschen Wirtschaft gestellt sind, können nur von der Wirtschaft selbst, d. h. von den aus ihr herausgewachsenen verantwortlichen Führern gelöst werden. Der Staat soll vermal- t e n und mit seiner Wirtschaftspolitik die Wirtschaft führen, aber nicht s e l b st wirtschaften.
Das entscheidende Problem ist die Zurück- führung von 5 Millionen Menschen in Öen Arbeitsprozeß. Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit kann nicht allein durch künstliche Arbeitsbeschaffung erfolgen. Diese kann nur dazu dienen, d i e ungeheure Depression mit einem (9 e ro a 11 r u d aus ber Weltzu schaffen. Man kann eben nicht warten, bis die Gesundung aus der Natur heraus von selbst kommt.
Es muh aber allmählich d i e ganze IDiM- schäft ersaht, belebt und so in Gang gebracht werden, dah der natürliche Aufschmung und die natürliche Aufwärtsentwicklung die Folge ist. Deshalb ist es auch die Absicht des Führers, die Arbeitsbeschaffung, soweit fie von der Regierung erfolgt, in Zukunst so weit wie irgend möglich so zu gestalten, dah nicht allein unmittelbar öfsentliche Aufträge begeben werden, sondern dah man fürbiepro- duklive Wirtschaft Erleichterungen schafft, die dadurch in Arbeit umgeseht werden.
Das Entscheidende aber ist — bie Voraussetzungen dafür zu schaffen, dah so schnell wie möglich in unserer Wirtschaft der Glaube befestigt wirb, bah bie Sicherheit bes wirtschaftlichen Kalkulierens das Höchst- mah hat, das überhaupt denkbar ist. Wir sind uns darüber klar, dah ohne Rechtssicherheit und ohne wirtschaftliche Kalkulationsmöglichkeit der Kaufmann in seinen Entschlüssen auf das schwer st e gehemmt wird. Die Wirtschaft muh aber auch ihrerseits die grohen und schweren Aufgaben der Regierung unterstützen.
Der Führer hat wiederholt klipp und klar ausgesprochen, dah es nicht ohne die köpfe der Wirtschaft geht, und dah jeder versuch einer Sozialisierung der wirtschaft an den Menschen scheitern muh, denn es gäbe keine Menschen, die von vornherein auf jede Lhance in der wirtschaftlichen Betätigung verzichten wollen. Was uns groh gemacht hat, ist die Ausnützung der individuellen Fähigkeiten. Wenn wir sozialisieren, würden wir als Mahstab oes Tempos der nationalen Arbeit das Tempo der langsamsten Arbeit aufstellen. Wir dürfen niemals eine Beugung der höheren Fähigkeit durch die niedere zulafsen. Der Nationalsozialismus hat die Aufgabe, überall die gröhte Fähigkeit zur ausschlaggebenden Bedeutung kommen zu lassen. Wir wissen es ja aus lausend Aussprüchen, dah der Sinn der wahren nationalsozialistischen Staats- und Wirtschaflsauffassung der ist, dah jeder, der etwas kann und jeder, der eine verantwortungsvolle Stelle zu tragen hat, von dem Staate ge st ützt und in seiner Autorität gefördert wird.
Die oberste Aufgabe des Wirtschaftsministers sehe ich viel weniger in einer Aufstellung von wirtschaftlichen Konstruktionen und Plänen als vielmehr in der Organisation ber vorhanbenen praktischen realen Wirtschafts Möglichkeiten. Es ist nicht bie Aufgabe bes Wirtschaftsministeriums, in bie einzelnen Wirtschaftszweige einzugreifen unb barin herumzuregieren. Man muh aber natürlich bie Möglichkeit bazu offen halten. Der nationalsozialistische Staat muh für sich in Anspruch nehmen, baß er ben Dingen in ber Wirtschaft nicht freien Lauf läßt, baß er nicht jeben machen läßt was er will, bamit nicht jernanb aus Konkurrenzgrünben rücksichtslos Schaben stiftet, ber sich unter Umftänben a u f einen ganzen Wirtschaftszweig auswirken kann. Der Staat wirb von bieser Befugnis aber nur einen sehr weisen Gebrauch machen unb es sich genau überlegen, bevor er orbnenb ein- flreift. Die Möglichkeit bazu muß allerbings bestehen. Unb ich glaube, wir wissen alle Fälle, wo es auch in ber Vergangenheit bringenb erwünscht gewesen märe, wenn bie Regierungen biese Möglichkeit gehabt hätten.
Wenn es heißt: Gemeinnutz geht vor Eigennutz, so kann bamit nur gemeint sein, daß sich ba5 selbstverstänbliche E r - w e r b s i n t e r e s s c nicht so ausbreiten darf daß man dabei das Gemeinwohl, das Staats- toohl und das Gesamtinteresse übersieht oder gar stört. Die Aufgabe, die ruhige
Arbeit in der Wirtschaft zu fördern, glauben wir dadurch am besten lösen zu können, daß wir den unmittelbaren persönlichen Kontakt mit der Wirtschaft draußen suchen. Wir haben deshalb die Absicht, zunächst einmal den Wirkungskreis der Treuhänder der Arbeit auf allgemeine wirtschaftliche Fragen auszudehnen und diese bei unseren, uns unmittelbar unterstellten Organen als Verbindungsmänner zu benutzen, um Menschen aus dem Leben, die den Kontakt nach allen Seiten haben, an Ort und Stelle zu besitzen, die vermittelnd tätig werden können, wenn irgendwo Eingriffe oder Störungen vorkommen. Wir haben davon abgesehen, uns anderer Instanzen zu bedienen und vor allen Dingen davon abgesehen, eine neue zu schaffen, denn ich glaube, auf diesem Gebiete ist schon des Guten zu viel getan.
Der ständische Aufbau, der in unserem Reiche selbstverständlich kommen muh und dessen Nichtvorhanbensein gerade jetzt sehr schmerzlich empfunden wird, ist im Augenblick abgeffoppt und zurückgestellt worden, nicht weil er nicht kommen soll, sondern weil die Gefahr bestand, dah eine ganze Reihe unberufener Elemente versuchte, auf diesem Gebiete Experimente zu machen, die wirtschaft zu stören, sich Einflußsphären zu schaffen, Stellungen auszubnuen, zu allen möglichen Absichten durchzuführen. Es ist deshalb der Dille des Führers, hier zunächst einmal eine klare Linie zu ziehen und den Weg der langsamen und gesunden Entwicklung zu gehen. Dem ständischen Aufbau ist bie Aufgabe zugebacht, im Volke von oben bis unten bafür zu sorgen, baß man ben Staat unb seine Absichten versteht und baß man geistig unser Volk zum Nationalsozialismus hinführt unb für bie weitere Zukunft alle Kreise bes Volkes in bem großen (Bebauten erzieht unb schult: WirsindeineEinheitunb wollen alle dasselbe. Haben Sie ben Mut unb haben Sie bas Vertrauen, baß bie beutsche Wirtschaft, bie boch eine so stolze Geschichte hat, in ihrem Reichskanzler unb in ihrem Führer einen Repräsentanten unb einen Schutz hat, ber von ihnen allen bemunbert werben muß. Helfen Sie, aus biefem Geiste heraus mit, baß wir bie Belebung unserer Wirtschaft bekommen. Ich weiß, man kann keine künstliche Belebung machen. Tragen Sie infolgebeffen ben Glauben hinaus, baß ber Könner unb Schaffer ben ffärtften Schutz im beut« s ch e n Staate von heute hat. Genau so wie biese gewaltige Bewegung bes Nationalsozialismus mit einer unerbittlichen Propaganba sich burchgesetzt hat, genau so ist es auch uns möglich, burch eine unermübliche Propaganba bas roieber zu schaffen, was verloren gegangen ist, ben Stolz auf unsere deutsche Wirtschaft.
Zum Schluß, noch ein Wort über die Weltwirtschaft und unsere Einstellung zum Weltwirtschaftsproblem. Sie wissen ja, meine Herren, wie es um die mit so vielen Hoffnungen erwartete Londoner Konferenz steht. Es ist ganz klar, daß, bedingt durch die Weltkrise und die Röte, jedes Volk zunächst versucht, s i ch selbst zu helfen. Schon deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als diesen Weg mit aller Energie, die das neue Reich hat, zu gehen, selbst im Hause Ordnung zu schaffen und die 60 Millionen Menschen in Arbeit zu bringen und mit ihnen zu wirtschaften. Das heißt natürlich keineswegs, daß wir eine Chance, die uns geboten ist, um unsere Beziehungen zum Ausland zu fördern, auslassen. Es ist selbstverständliche Aufgabe des Reichswirtschaftsmini- steriums, alles zu tun, um d i e Verbindung mit der Welt und der Weltwirtschaft zum Vorteil unserer eigenen Ration z u hegen und zu pflegen.
Im Anschluß an diese mit großem Beifall aufgenommene Rede nahm Herr
Krupp von Bohlen und Halbach,
ber Führer bes Reichsverbanbes ber beutfchen Industrie, bas Wort zu folgenben Ausführungen: Wir haben alle unb wollen alle ben Glauben unb bas Vertrauen zur Bewegung, zur Gefunbung, aber auch zu ben vorhanbenen Möglichkeiten haben. Den Glauben wollen wir uns erhalten unb wollen unserseits alles tun, was ben Glauben auch in weitere Kreise tragen kann. Wenn ich eines aus Ihren Ausführungen hervorheben darf, so ist vielleicht mit bas wertvollste, was Sie gesagt haben, bie Verantwortung bes Einzelnen soll erhal- halten bleiben. Herr Reichswirtschaftsminister, bas ist wohl unser aller Wunsch unb Ziel. Wenn uns bie Verantwortung erhalten bleibt, so werben wir alle an ben Zielen mitarbeiten können, bie ber Regierung, ber Bewegung, man kann wohl heute schon sagen, fast bem ganzen Volke vorschweben.
Schärfste Maßnahmen gegen Saboteure des nationalsozialistischen Aufbaus
Berlin, 13. Juli. (TU.) Der preußische Justiz- minifter hat mehrere Erlaße herausgegeben, in benen es u. a. heißt: Die Staatsanwaltschaften sind angewiesen, alle Fälle, bie eine Auflehnung
gegen den Führer ober eine Sabotage bes nationalsoziali st i scheu Aufbaues barstellen, mit größter (Energie, Schnelligkeit unb Stärke zu bearbeiten. Jeder Versuch einer Sabotage muß mit ben schärfsten Maßnahmen gegen wen immer geahnbet werben. Jedem unbefugten Eingriff in bie Maßnahmen ber Behörben unb in bie Aufgaben ber Wirtschaft ist mit aller Schärfe entgegenzutreten. Wer unbefugt zu irgenbwelchen Fe st nahmen schreitet, soll wegenFreiheitsberaubung unbAmts- anmafcung zur Verantwortung gezogen werben. Ist bie Freiheitsberaubung in ber Absicht begangen, sich bes ber Freiheit Beraubten als Geisel im politischen Kampf zu bedienen, so kommt Zuchthaus unb unter Umftänben Todes st rase in Betracht. Werden derartige Straftaten von Provokateuren in ber Uniform ober unter bem Schutz ber Abzeichen ber nationalen Verbände begangen, so soll nach ben Sonber- vorschriften ber Verorbnung vom 31. März 1933 eingeschritten werben.
Berlin, 13. Juli. (WTB.) Die Reichspressestelle ber NSDAP, teilt mit: Der Führer sprach am Mittwochabenb zu ben in ber Reichskanzlei versammelten Gauleitern, Treuhänbern ber Arbeit unb ßanbesobleuten ber B e - triebszellenvrganisation über politische unb wirtschaftliche Fragen. Die Tagung würbe geleitet vom Stellvertreter bes Führers, Rubvlf H e ß. Anwefenb waren u. a. auch Reichswirtfchafminister Schmitt und Reichsarbeitsminister S e I b t e.
In feiner zweieinhalbstünbigen großen Rebe brachte Abolf Hitler einleitenb zum Ausdruck, baß bie gewaltige umwälzenbe Zeit, in ber wir leben, für unser Volk von reichstem Segen sein werbe, wenn bie weitere Entwicklung unb Aufbauarbeit ebenso planmäßig verlaufe wie bie Vorbereitung unb Durchführung ber nationalsozialistischen Revolution bisher. Im Besitz ber Macht, bie uns niemanb mehr nehmen könne, seien wir in ber Lage, nunmehr auch bie gesamte Eommenbe Entwicklung zu übersehen unb planmäßig z u bestimmen. „Wir haben burch Kampf bas Lanb erobert, jetzt müssen wiresburchFrieben b e • stelle n." Die politische Macht habe man schnell unb in einem Zuge erobern müssen,
auf dem Gebiete der Wirtschaft aber wären andere Entwicklungsgesetze maßgebend, hier müsse man Schritt für Schritt vorwärts gehen, ohne das Bestehende radikal zu zertrümmern und unsere eigene Lebensgrundlage zu gefährden. Wit bureaukratifchen Konstruktionen könne man die deutsche Wirtschaft nicht aufbauen. Die Ausnützung der individuellen Fähigkeiten habe uns groß gemacht, und nu r du r ch sie könne auch unser großes Wiederaufbauwerk zum Erfolg kommen. Beugung der höheren Arbeitsleistung unter die mindere Arbeitsleitung werde nicht geduldet. Das fordere das Wohl des deutschen
Volkes.
Im Rahmen dieser Grundsätze, die Interessen der Gesamtheit wahrzunehmen, das fei das Problem, das uns zur Lösung gestellt sei. Wie auf politischem, so könne man auch auf wirtschaftlichem Gebiet Vefugnisse und Rechte nur Verleiten aus der Leistung. Das Tempo unserer Einwirkung auf die Wirtschaft und die Stel- lenbesehung in der Wirtschaft sei daher abhängig von der Heranbildung eines wirtschaftlichen Führernachwuchses. Die Betriebsamkeit gewisser Organisationen auf diesem Gebiet sei noch keineswegs der Beweis dafür, daß dieser Rachwuchs bereits vorhanden fei.
Ls sei Grundsatz der NSDAP., eine Stelle nicht eher zu besehen, solange nicht eine fähige, durch Lei st ungen erprobte Persönlichkeit zur Verfügung stehe. Der nur an die Vergangenheit denke und sich nicht mit der Zukunft beschäftige, sei ein schlechter Nationalsozialist. Das ihn, den Führer, wirtschaftlich interessiere, sei allein die Zukunstsauf- gäbe, das deutsche Volk wieder in Arbeit zu bringen und seine volle Konsumkraft wieder herzu st ellen.
Deshalb habe er auch mit Genugtuung Kenntnis genommen von der Anerkennung, die Deutschlands bisherige Leistungen in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit kürzlich in Genf gefunden habe. — Der Führer behandelte im weiteren Verlaus seiner Rede dann außenpolitische Fragen. Im Rahmen der Friedenspolitik des neuen Deutschlands sei auch das Konkordat mit der K a - tholischenKirche, die den nationalsozialistischen Staat damit offiziell anerkenne, von Bedeutung. In diesem Zusammenhang wies er auf die neue evangelischeKirchenversassung hin und erwähnte, daß am übernächsten Sonntag die evangelischen Kirchen»
Wilhelm Keppler Beauftragter der ASOAp. für WirtschastSfraqen.
Berlin, 13. 3uli. (TU.) Die NSK. meldet: Der Führer hat folgende Verfügung erlassen: Den Parteigenossen Wilhelm Keppler habe ich als meinen Beauftragten für Wirtschaftsfragen in bie Reichskanzlei berufen. 3d) ernenne ihn hiermit gleichzeitig zu meinem Beauftragten für Wirtschaftsfragen innerhalb der Partei. Alle wirtschaftspolitischen Organisationen der Partei sind ihm unter st eilt.
Berlin, den 13. Juli 1933.
Gez.: Adolf Hitler.
Der als Beauftragter ber NSDAP, für Wirtschaftsfragen in bie Reichskanzlei berufene Ingenieur Wilhelm Keppler, ber ber nationalsozialistischen Reichstaasfraktion angchört, würbe am 14. Dezember 1882 in Heibelberg geboren. Nach bem Besuch bes Gymnasiums in Heibelberg unb Rastatt studierte er an ben Technischen Hochschulen Karlsruhe unb Danzig Maschinenbau. Von 1911 Ingenieur in ber chemischen Industrie, war er vom Jahre 1912 als Leiter inbustrieller Unternehmungen tätig. Ingenieur 5 pp- ler gehört ber beutschen Abordnung auf ber ßonboner Weltwirtschaftskonfe- r e n 3 an.
Wahlen stattfinden würden. - - Zum Schluß kennzeichnete der Führer in eingehenden Ausführungen die verschieden gearteten Ausgaben von Regierung und Partei.
Die große unb entscheibende Ausgabe ber Partei sei die Erziehung des deutschen Menschen, Aufgabe der Regierung, das Leben der Nation funktionell in Gang zu halten. Die Synthese zwischen dem idealisti- schenNationalsozialismusundden realen Erfordernissen der Wirtschaft gelte es zu verwirklichen. Er kapituliere bei allem, was er tue, nur vor der Vernunft.
Er habe den Ehrgeiz, ohne Rücksicht aus Augenblicksstimmungen etwas zu schassen, wos der Kritik der Rachwelt Stand halte. Die Partei habe 14 Iahre lang keine Konzessionen an die Popularität gemacht, 14 Iahre lang an die Perspektiven gedacht und 14 Iahre lang eine beispiellose Disziplin geübt. Wenn wir auch in Zukunft nach diesen bewährten Grundsätzen der Partei handelten, bann werde der Erfolg gewaltig und ein Rückschlag für das deutsche Volk nicht mehr denkbar sein.
Die Bildung der Angestellienfäule.
Eingliederung der bishernichtorganisierten Angestellten.
Berlin, 13. Iuli. (VDZ.) Der erste Teil der Maßnahmen, die der Reichstagsabgeordncte Pg. F o r st e r , Danzig, als Führer der deutschen Angestellten angeordnet hatte, ist beendet. Rund 1 ‘,4 Million männliche und weibliche Angestellte aller Berufe, die bisher in mehr als 103 Verbänden und Vereinen organisiert waren, sind in den Gesamtverband der Deutschen Ange- st eilten übergeführt und unter einheitlicher Leitung zusammengefaßt worden. De: Gesamtverband gliedert sich in acht Männerverbände und einen Frauenverband. Den Verbänden sind durch Umwandlung bisheriger Ersay- kassen fünf Derusskrankenkassen on- gegliedert.
Der zweite Teil der im Plan des Führers des Gesamtverbandes der Deutschen Angestellten vorgesehenen Maßnahmen ist die Eingliederung der ilnorganisierten in die Deutsche Arbeitsfront. Er wurde mit einer großzügigen Aufklärungs- und Werbearbeit in Angriff genommen. Die Deutsche Arbeitsfront hat dazu durch den Führer Dr. Ley folgende, Anordnung ergehen lassen:
Der Gefamtverband der Deutschen Angestellten umfaßt alle deutschen Volksgenossen, die gemäß § 1 Abs. 1 und 2 des Angestelltenversicherungsgesetzes indieAnge st eilte n- versicherung gehören, auch wenn sie infolge ihrer Einkommenshöhe nicht mehr versicherungspflichtig sind. Demgemäß haben alle deutschen Angestellten, die bisher keinem der neun Verbände angehören, ihre Eingliederung bei dem für ihren Beruf zuständigen Berufsverband des Gesamtverbandes vorzunehmen. Ausgenommen werden nur Ange st e l l t e arischer Abstammung.
Oie Arierbestimmungen in der Deutschen Arbeitsfront.
Berlin, 13. Juli. (VDZ.) Zur Durchführung ber Arierbestimmungen, analog bem Gesetz zur Wiederherstellung bes Berufsbeamtentums hat ber Deutsche Handlungsgehilfen - Verband als Berufsverbanb ber deutschen Kaufmanns« gehilfen in ber Angestelltenfäule ber Deutschen Arbeitsfront angeorbnet, baß bei Neu aufnah-
Arbeitsbeschaffung, das Ziel aller WirischaffspolM
Oer Reichskanzler spricht zu den Treuhändern der Arbeit: Nur durch Ausnutzung der individuellen Zähigkeiten kann das nationale Aufbauwerk gelingen.


