Ausgabe 
14.7.1933 Frühausgabe
 
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Kr. 162 Slsübansgave

183. Jahrgang

Freitag, 14.ZulU935

GießenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Die Aufgaben der Wirtschaft im neuen Staat.

Reichswirischastsminlster Schmitt vor den Führern der deutschen Wirtschaft.

Berlin, 13. Juli. (WTB.) Reichswirtschafts­minister Dr. Schmitt sprach vor einem geladenen Kreis führender Persönlichkeiten aus der Wirtschaft über die wirtschaftspolitischen Aufgaben im neuen Staat. Dr. Schmitt führte hierzu im wesentlichen folgendes aus:

Es kann unmöglich die Aufgabe des Staates und des Wirtschaftsminifteriums oder sonst irgendeines behördlichen Organes sein, die Vorgänge in der Wirtschaft im einzelnen verantwortlich zu be­stimmen und zu regeln. Die Aufgaben, die der deut­schen Wirtschaft gestellt sind, können nur von der Wirtschaft selbst, d. h. von den aus ihr her­ausgewachsenen verantwortlichen Füh­rern gelöst werden. Der Staat soll vermal- t e n und mit seiner Wirtschaftspolitik die Wirtschaft führen, aber nicht s e l b st wirtschaften.

Das entscheidende Problem ist die Zurück- führung von 5 Millionen Menschen in Öen Arbeitsprozeß. Die Beseitigung der Ar­beitslosigkeit kann nicht allein durch künst­liche Arbeitsbeschaffung erfolgen. Diese kann nur dazu dienen, d i e ungeheure De­pression mit einem (9 e ro a 11 r u d aus ber Weltzu schaffen. Man kann eben nicht warten, bis die Gesundung aus der Natur heraus von selbst kommt.

Es muh aber allmählich d i e ganze IDiM- schäft ersaht, belebt und so in Gang gebracht werden, dah der natürliche Aufschmung und die natürliche Aufwärts­entwicklung die Folge ist. Deshalb ist es auch die Absicht des Führers, die Arbeitsbeschaffung, so­weit fie von der Regierung erfolgt, in Zukunst so weit wie irgend möglich so zu gestalten, dah nicht allein unmittelbar öfsentliche Aufträge be­geben werden, sondern dah man fürbiepro- duklive Wirtschaft Erleichterun­gen schafft, die dadurch in Arbeit umgeseht werden.

Das Entscheidende aber ist bie Voraus­setzungen dafür zu schaffen, dah so schnell wie möglich in unserer Wirtschaft der Glaube be­festigt wirb, bah bie Sicherheit bes wirt­schaftlichen Kalkulierens das Höchst- mah hat, das überhaupt denkbar ist. Wir sind uns darüber klar, dah ohne Rechtssicher­heit und ohne wirtschaftliche Kalku­lationsmöglichkeit der Kaufmann in sei­nen Entschlüssen auf das schwer st e ge­hemmt wird. Die Wirtschaft muh aber auch ihrerseits die grohen und schweren Aufgaben der Regierung unterstützen.

Der Führer hat wiederholt klipp und klar aus­gesprochen, dah es nicht ohne die köpfe der Wirtschaft geht, und dah jeder ver­such einer Sozialisierung der wirtschaft an den Menschen scheitern muh, denn es gäbe keine Menschen, die von vornherein auf jede Lhance in der wirtschaftlichen Betätigung verzichten wollen. Was uns groh gemacht hat, ist die Ausnützung der individuel­len Fähigkeiten. Wenn wir sozialisieren, würden wir als Mahstab oes Tempos der na­tionalen Arbeit das Tempo der lang­samsten Arbeit aufstellen. Wir dürfen nie­mals eine Beugung der höheren Fähigkeit durch die niedere zulafsen. Der Nationalsozialismus hat die Aufgabe, überall die gröhte Fähigkeit zur ausschlaggebenden Bedeutung kommen zu lassen. Wir wissen es ja aus lausend Aussprüchen, dah der Sinn der wahren national­sozialistischen Staats- und Wirtschaflsauffassung der ist, dah jeder, der etwas kann und jeder, der eine verantwortungsvolle Stelle zu tragen hat, von dem Staate ge st ützt und in seiner Autorität gefördert wird.

Die oberste Aufgabe des Wirtschaftsministers sehe ich viel weniger in einer Aufstellung von wirtschaft­lichen Konstruktionen und Plänen als vielmehr in der Organisation ber vorhanbenen praktischen realen Wirtschafts Mög­lichkeiten. Es ist nicht bie Aufgabe bes Wirt­schaftsministeriums, in bie einzelnen Wirtschafts­zweige einzugreifen unb barin herumzuregieren. Man muh aber natürlich bie Möglichkeit bazu offen halten. Der nationalsozialistische Staat muh für sich in Anspruch nehmen, baß er ben Dingen in ber Wirtschaft nicht freien Lauf läßt, baß er nicht jeben machen läßt was er will, bamit nicht jernanb aus Konkurrenzgrünben rücksichtslos Schaben stiftet, ber sich unter Umftänben a u f einen ganzen Wirtschaftszweig aus­wirken kann. Der Staat wirb von bieser Befug­nis aber nur einen sehr weisen Gebrauch machen unb es sich genau überlegen, bevor er orbnenb ein- flreift. Die Möglichkeit bazu muß allerbings be­stehen. Unb ich glaube, wir wissen alle Fälle, wo es auch in ber Vergangenheit bringenb erwünscht ge­wesen märe, wenn bie Regierungen biese Möglich­keit gehabt hätten.

Wenn es heißt: Gemeinnutz geht vor Eigennutz, so kann bamit nur gemeint sein, daß sich ba5 selbstverstänbliche E r - w e r b s i n t e r e s s c nicht so ausbreiten darf daß man dabei das Gemeinwohl, das Staats- toohl und das Gesamtinteresse über­sieht oder gar stört. Die Aufgabe, die ruhige

Arbeit in der Wirtschaft zu fördern, glauben wir dadurch am besten lösen zu können, daß wir den unmittelbaren persönlichen Kontakt mit der Wirtschaft draußen suchen. Wir haben deshalb die Absicht, zunächst einmal den Wirkungskreis der Treuhänder der Arbeit auf allgemeine wirtschaftliche Fragen auszudehnen und diese bei unseren, uns un­mittelbar unterstellten Organen als Verbindungs­männer zu benutzen, um Menschen aus dem Leben, die den Kontakt nach allen Seiten haben, an Ort und Stelle zu besitzen, die vermittelnd tätig wer­den können, wenn irgendwo Eingriffe oder Stö­rungen vorkommen. Wir haben davon abgesehen, uns anderer Instanzen zu bedienen und vor allen Dingen davon abgesehen, eine neue zu schaffen, denn ich glaube, auf diesem Gebiete ist schon des Guten zu viel getan.

Der ständische Aufbau, der in unserem Reiche selbstverständlich kommen muh und dessen Nichtvorhanbensein gerade jetzt sehr schmerzlich empfunden wird, ist im Augenblick abgeffoppt und zurückgestellt worden, nicht weil er nicht kommen soll, sondern weil die Gefahr be­stand, dah eine ganze Reihe unberufe­ner Elemente versuchte, auf diesem Gebiete Experimente zu machen, die wirtschaft zu stören, sich Einflußsphären zu schaffen, Stellun­gen auszubnuen, zu allen möglichen Absichten durchzuführen. Es ist deshalb der Dille des Führers, hier zunächst einmal eine klare Linie zu ziehen und den Weg der langsamen und gesunden Entwicklung zu gehen. Dem ständischen Aufbau ist bie Aufgabe zugebacht, im Volke von oben bis unten bafür zu sorgen, baß man ben Staat unb seine Absichten versteht und baß man geistig unser Volk zum Nationalsozialismus hinführt unb für bie weitere Zukunft alle Kreise bes Volkes in bem großen (Bebauten erzieht unb schult: WirsindeineEinheitunb wollen alle dasselbe. Haben Sie ben Mut unb haben Sie bas Vertrauen, baß bie beutsche Wirtschaft, bie boch eine so stolze Geschichte hat, in ihrem Reichs­kanzler unb in ihrem Führer einen Repräsentanten unb einen Schutz hat, ber von ihnen allen bemunbert werben muß. Helfen Sie, aus biefem Geiste heraus mit, baß wir bie Belebung unserer Wirt­schaft bekommen. Ich weiß, man kann keine künst­liche Belebung machen. Tragen Sie infolgebeffen ben Glauben hinaus, baß ber Könner unb Schaffer ben ffärtften Schutz im beut« s ch e n Staate von heute hat. Genau so wie biese gewaltige Bewegung bes Nationalsozialismus mit einer unerbittlichen Propaganba sich burchgesetzt hat, genau so ist es auch uns möglich, burch eine unermübliche Propaganba bas roieber zu schaffen, was verloren gegangen ist, ben Stolz auf unsere deutsche Wirtschaft.

Zum Schluß, noch ein Wort über die Welt­wirtschaft und unsere Einstellung zum Welt­wirtschaftsproblem. Sie wissen ja, meine Herren, wie es um die mit so vielen Hoffnungen erwar­tete Londoner Konferenz steht. Es ist ganz klar, daß, bedingt durch die Weltkrise und die Röte, jedes Volk zunächst versucht, s i ch selbst zu helfen. Schon deshalb bleibt uns nichts anderes übrig, als diesen Weg mit aller Energie, die das neue Reich hat, zu gehen, selbst im Hause Ordnung zu schaffen und die 60 Millionen Menschen in Arbeit zu bringen und mit ihnen zu wirtschaften. Das heißt natürlich keineswegs, daß wir eine Chance, die uns geboten ist, um unsere Beziehungen zum Ausland zu fördern, auslassen. Es ist selbst­verständliche Aufgabe des Reichswirtschaftsmini- steriums, alles zu tun, um d i e Verbindung mit der Welt und der Weltwirtschaft zum Vorteil unserer eigenen Ration z u hegen und zu pflegen.

Im Anschluß an diese mit großem Beifall aufge­nommene Rede nahm Herr

Krupp von Bohlen und Halbach,

ber Führer bes Reichsverbanbes ber beutfchen In­dustrie, bas Wort zu folgenben Ausführungen: Wir haben alle unb wollen alle ben Glauben unb bas Vertrauen zur Bewegung, zur Gefunbung, aber auch zu ben vorhanbenen Möglichkeiten haben. Den Glauben wollen wir uns erhalten unb wollen unserseits alles tun, was ben Glauben auch in wei­tere Kreise tragen kann. Wenn ich eines aus Ihren Ausführungen hervorheben darf, so ist vielleicht mit bas wertvollste, was Sie gesagt haben, bie Ver­antwortung bes Einzelnen soll erhal- halten bleiben. Herr Reichswirtschaftsminister, bas ist wohl unser aller Wunsch unb Ziel. Wenn uns bie Verantwortung erhalten bleibt, so werben wir alle an ben Zielen mitarbeiten können, bie ber Regierung, ber Bewegung, man kann wohl heute schon sagen, fast bem ganzen Volke vorschweben.

Schärfste Maßnahmen gegen Saboteure des nationalsozialistischen Aufbaus

Berlin, 13. Juli. (TU.) Der preußische Justiz- minifter hat mehrere Erlaße herausgegeben, in benen es u. a. heißt: Die Staatsanwaltschaften sind angewiesen, alle Fälle, bie eine Auflehnung

gegen den Führer ober eine Sabotage bes nationalsoziali st i scheu Aufbaues barstellen, mit größter (Energie, Schnelligkeit unb Stärke zu bearbeiten. Jeder Versuch einer Sabotage muß mit ben schärfsten Maßnahmen gegen wen immer geahnbet werben. Jedem unbefugten Eingriff in bie Maßnahmen ber Behörben unb in bie Aufgaben ber Wirtschaft ist mit aller Schärfe entgegenzutreten. Wer unbefugt zu irgenbwelchen Fe st nahmen schreitet, soll wegenFreiheitsberaubung unbAmts- anmafcung zur Verantwortung gezogen werben. Ist bie Freiheitsberaubung in ber Absicht begangen, sich bes ber Freiheit Beraubten als Geisel im politischen Kampf zu bedienen, so kommt Zuchthaus unb unter Umftänben Todes st rase in Betracht. Werden derartige Straftaten von Provokateu­ren in ber Uniform ober unter bem Schutz ber Abzeichen ber nationalen Verbände begangen, so soll nach ben Sonber- vorschriften ber Verorbnung vom 31. März 1933 eingeschritten werben.

Berlin, 13. Juli. (WTB.) Die Reichspressestelle ber NSDAP, teilt mit: Der Führer sprach am Mittwochabenb zu ben in ber Reichskanzlei versam­melten Gauleitern, Treuhänbern ber Arbeit unb ßanbesobleuten ber B e - triebszellenvrganisation über politische unb wirtschaftliche Fragen. Die Tagung würbe ge­leitet vom Stellvertreter bes Führers, Rubvlf H e ß. Anwefenb waren u. a. auch Reichswirtfchafminister Schmitt und Reichsarbeitsminister S e I b t e.

In feiner zweieinhalbstünbigen großen Rebe brachte Abolf Hitler einleitenb zum Ausdruck, baß bie gewaltige umwälzenbe Zeit, in ber wir leben, für unser Volk von reichstem Segen sein werbe, wenn bie weitere Entwicklung unb Aufbauarbeit ebenso planmäßig verlaufe wie bie Vor­bereitung unb Durchführung ber nationalsozialisti­schen Revolution bisher. Im Besitz ber Macht, bie uns niemanb mehr nehmen könne, seien wir in ber Lage, nunmehr auch bie gesamte Eommenbe Ent­wicklung zu übersehen unb planmäßig z u be­stimmen.Wir haben burch Kampf bas Lanb erobert, jetzt müssen wiresburchFrieben b e stelle n." Die politische Macht habe man schnell unb in einem Zuge erobern müssen,

auf dem Gebiete der Wirtschaft aber wären andere Entwicklungsgesetze maßgebend, hier müsse man Schritt für Schritt vorwärts gehen, ohne das Bestehende radikal zu zertrüm­mern und unsere eigene Lebensgrundlage zu gefährden. Wit bureaukratifchen Konstruktionen könne man die deutsche Wirtschaft nicht auf­bauen. Die Ausnützung der indivi­duellen Fähigkeiten habe uns groß ge­macht, und nu r du r ch sie könne auch unser großes Wiederaufbauwerk zum Erfolg kommen. Beugung der höheren Arbeitsleistung unter die mindere Arbeitsleitung werde nicht ge­duldet. Das fordere das Wohl des deutschen

Volkes.

Im Rahmen dieser Grundsätze, die Interessen der Gesamtheit wahrzunehmen, das fei das Pro­blem, das uns zur Lösung gestellt sei. Wie auf politischem, so könne man auch auf wirtschaftlichem Gebiet Vefugnisse und Rechte nur Ver­leiten aus der Leistung. Das Tempo un­serer Einwirkung auf die Wirtschaft und die Stel- lenbesehung in der Wirtschaft sei daher abhängig von der Heranbildung eines wirt­schaftlichen Führernachwuchses. Die Betriebsamkeit gewisser Organisationen auf diesem Gebiet sei noch keineswegs der Beweis dafür, daß dieser Rachwuchs bereits vorhanden fei.

Ls sei Grundsatz der NSDAP., eine Stelle nicht eher zu besehen, solange nicht eine fähige, durch Lei st ungen erprobte Persön­lichkeit zur Verfügung stehe. Der nur an die Vergangenheit denke und sich nicht mit der Zu­kunft beschäftige, sei ein schlechter National­sozialist. Das ihn, den Führer, wirtschaftlich interessiere, sei allein die Zukunstsauf- gäbe, das deutsche Volk wieder in Ar­beit zu bringen und seine volle Kon­sumkraft wieder herzu st ellen.

Deshalb habe er auch mit Genugtuung Kenntnis genommen von der Anerkennung, die Deutschlands bisherige Leistungen in der Bekämpfung der Ar­beitslosigkeit kürzlich in Genf gefunden habe. Der Führer behandelte im weiteren Verlaus seiner Rede dann außenpolitische Fragen. Im Rahmen der Friedenspolitik des neuen Deutsch­lands sei auch das Konkordat mit der K a - tholischenKirche, die den nationalsozialisti­schen Staat damit offiziell anerkenne, von Bedeu­tung. In diesem Zusammenhang wies er auf die neue evangelischeKirchenversassung hin und erwähnte, daß am übernächsten Sonntag die evangelischen Kirchen»

Wilhelm Keppler Beauftragter der ASOAp. für WirtschastSfraqen.

Berlin, 13. 3uli. (TU.) Die NSK. meldet: Der Führer hat folgende Verfügung erlassen: Den Par­teigenossen Wilhelm Keppler habe ich als meinen Beauftragten für Wirtschafts­fragen in bie Reichskanzlei berufen. 3d) ernenne ihn hiermit gleichzeitig zu meinem Be­auftragten für Wirtschaftsfragen innerhalb der Partei. Alle wirtschaftspolitischen Organisationen der Partei sind ihm unter st eilt.

Berlin, den 13. Juli 1933.

Gez.: Adolf Hitler.

Der als Beauftragter ber NSDAP, für Wirt­schaftsfragen in bie Reichskanzlei berufene Ingenieur Wilhelm Keppler, ber ber nationalsozialistischen Reichstaasfraktion angchört, würbe am 14. Dezember 1882 in Heibelberg geboren. Nach bem Besuch bes Gymnasiums in Heibelberg unb Rastatt studierte er an ben Technischen Hochschulen Karlsruhe unb Dan­zig Maschinenbau. Von 1911 Ingenieur in ber chemi­schen Industrie, war er vom Jahre 1912 als Leiter inbustrieller Unternehmungen tätig. Ingenieur 5 pp- ler gehört ber beutschen Abordnung auf ber ßonboner Weltwirtschaftskonfe- r e n 3 an.

Wahlen stattfinden würden. - - Zum Schluß kennzeichnete der Führer in eingehenden Ausfüh­rungen die verschieden gearteten Ausgaben von Regierung und Partei.

Die große unb entscheibende Ausgabe ber Partei sei die Erziehung des deutschen Men­schen, Aufgabe der Regierung, das Leben der Nation funktionell in Gang zu halten. Die Synthese zwischen dem idealisti- schenNationalsozialismusundden realen Erfordernissen der Wirt­schaft gelte es zu verwirklichen. Er kapituliere bei allem, was er tue, nur vor der Ver­nunft.

Er habe den Ehrgeiz, ohne Rücksicht aus Augen­blicksstimmungen etwas zu schassen, wos der Kri­tik der Rachwelt Stand halte. Die Partei habe 14 Iahre lang keine Konzessionen an die Popularität gemacht, 14 Iahre lang an die Perspektiven gedacht und 14 Iahre lang eine bei­spiellose Disziplin geübt. Wenn wir auch in Zukunft nach diesen bewährten Grundsätzen der Partei handelten, bann werde der Erfolg ge­waltig und ein Rückschlag für das deutsche Volk nicht mehr denkbar sein.

Die Bildung der Angestellienfäule.

Eingliederung der bishernichtorganisierten Angestellten.

Berlin, 13. Iuli. (VDZ.) Der erste Teil der Maßnahmen, die der Reichstagsabgeordncte Pg. F o r st e r , Danzig, als Führer der deut­schen Angestellten angeordnet hatte, ist beendet. Rund 1,4 Million männliche und weibliche Angestellte aller Berufe, die bisher in mehr als 103 Verbänden und Ver­einen organisiert waren, sind in den Ge­samtverband der Deutschen Ange- st eilten übergeführt und unter einheit­licher Leitung zusammengefaßt worden. De: Ge­samtverband gliedert sich in acht Männerver­bände und einen Frauenverband. Den Verbän­den sind durch Umwandlung bisheriger Ersay- kassen fünf Derusskrankenkassen on- gegliedert.

Der zweite Teil der im Plan des Führers des Gesamtverbandes der Deutschen Angestell­ten vorgesehenen Maßnahmen ist die Ein­gliederung der ilnorganisierten in die Deutsche Arbeitsfront. Er wurde mit einer großzügigen Aufklärungs- und Werbearbeit in Angriff genommen. Die Deutsche Arbeitsfront hat dazu durch den Führer Dr. Ley folgende, Anordnung ergehen lassen:

Der Gefamtverband der Deutschen Angestellten umfaßt alle deutschen Volksgenos­sen, die gemäß § 1 Abs. 1 und 2 des Angestell­tenversicherungsgesetzes indieAnge st eilte n- versicherung gehören, auch wenn sie in­folge ihrer Einkommenshöhe nicht mehr ver­sicherungspflichtig sind. Demgemäß haben alle deutschen Angestellten, die bisher keinem der neun Verbände angehören, ihre Eingliederung bei dem für ihren Beruf zuständigen Berufsverband des Gesamtverbandes vorzunehmen. Ausgenommen werden nur An­ge st e l l t e arischer Abstammung.

Oie Arierbestimmungen in der Deutschen Arbeitsfront.

Berlin, 13. Juli. (VDZ.) Zur Durchführung ber Arierbestimmungen, analog bem Gesetz zur Wie­derherstellung bes Berufsbeamtentums hat ber Deutsche Handlungsgehilfen - Ver­band als Berufsverbanb ber deutschen Kaufmanns« gehilfen in ber Angestelltenfäule ber Deutschen Ar­beitsfront angeorbnet, baß bei Neu aufnah-

Arbeitsbeschaffung, das Ziel aller WirischaffspolM

Oer Reichskanzler spricht zu den Treuhändern der Arbeit: Nur durch Ausnutzung der individuellen Zähigkeiten kann das nationale Aufbauwerk gelingen.