men und bei den von gleichgeschalteten oder auf« gelösten Verbänden überführt en Mitgliedern in jedem Einzelfall vor der ersten Beitragszahlung -folgende Erklärung abgegeben werden muß:
„Ich erkläre, arischer A b st a m m u n g zu sein. Weder meine Eltern noch meine Großeltern sind nichtarischer Herkunft."
Dabei wird als nicht arisch bereits anaesehen, wenn lediglich ein Elternteil oder ein Großelternteil nichtarisch ist. Die Erklärung ist schriftlich abzugeben. Man nimmt an, daß in gleicher Weise auch bei den übrig en Unterorganisationen der Deutschen Arbeitsfront vorgegangen werden wird. Diejenigen nichtarischen Mitglieder, die in früheren Organisationen aus der Beitragsleistung bestimmte Ansprüche erworben haben, dürfen im Wege des Härteausgleichs eine gewisse Ersatzleistung erwarten. Im übrigen werde man nichtarischen Arbeitnehmern Gelegenheit geben, im Rahmen einer besonderen, der Deutschen Arbeitsfront nicht angeschlossenen Organisation, sich mit Wohlfahrtsangelegenheiten zu beschäftigen.
Oie Zuteilung der Behörden- Angestellten Stellen an Kämpfer für die nationale Erhebung.
Berlin, 13. 3uli. (WTB.) 3m Einvernehmen mit dem Reichswehrminister hat sich der Reichsinnenministcr damit einverstanden erklärt, daß zunächst bis zum 30. September 1933 die bei den Reichs-, Länder- und Gemeindebehörde n vorhandenen Angestellten- Stellen den Bersorgungsanwärtern nur zu 50 v. Sy Vorbehalten werden. Bis zu 50 v. Sy der freiwerdenden Stellen dieser Art können also nunmehr vorzugsweise mit bewährten Kämpfern für die nationale Erhebung besetzt werden.
Qualitätsmarken
für die Wirtschastswerbung.
Berlin, 13.3uli. (WTD.) Amtlich wird mitgeteilt: Don verschiedenen Seiten sind in der letzten Zeit auf dem Gebiet der Wirtschaftswerbung Maßnahmen getroffen worden, die in den Aufgabenbereich derzuständigen Reichsbehörde, nämlich des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda fallen. Es werden z. B. Qualitätsmarken, ein sogenannter Wirtschaftsadler, Geschäftskennzeichnungen u. a. m. von privaten Stellen und Organisationen eingeführt, die mit dem Anspruch auf allgemeine Geltung hervortreten. Das Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda weist alle Wirtschaftskreise daraus hin, daß es für diese Art der Wirtschaftswerbung keinerlei amtlichen Auftrag erteilt hat. Diese Funktionen sind dem Propagandamini st erium Vorbehalten, das bereits die notwendigen Vorkehrungen getroffen hat, um von einer dem Reichsministerium angegliederten Zentral st elle aus im Einvernehmen mit dem Rcichswirtschafts- und dem Reichsernährungsministerium diese und alle anderen Aufgaben der Wirtschaftswerbung zu erfüllen. Die hierfür erforderliche zentrale Reichsorganisation für Wirtschaftswerbung wird bereits in absehbarer Zeit ihre Arbeiten beginnen.
Erntehilfe des Arbeitsdienstes.
Berlin, 13. 3uli. (WTD. Funkspruch.) Da in verschiedenen Gegenden während der Erntezeit ein M a n g e l an Arbeitskräften zu befürchten ist, sind die Arbeitsdien st lager angewiesen worden, Wünschen der Landwirte auf Hilfe bei der Einbringung der Ernte Rechnung zu tragen. Mit dem Einsatz des Freiwilligen Arbeitsdienstes darf jedoch kein Mißbrauch getrieben werden, um nicht andere Arbeitskräfte in ihren Derdienst- möglichkeiten zu schädigen. Mißbrauch wird vermieden, wenn der Grundbesitzer verpflichtet wird, Deträge in Höhe der sonst zu zah- lenden Löhne an das Arbeitsdienstlager abzuführen.
Aufbruch der Erde.
pontinische Sümpfe, Maremmen und Campagna
Äon Or. Gustav W. Eberlein, :Rom.
Urbarmachung, Getreideschlacht und Malariabekämpfung — das sind die drei Hauptbezeichnungen in den Tagesberichten des italienischen Feldzuges, des größten, der auf dem ilrboben unserer Geschichte bisher geführt wurde. Es wäre ein Hn- reebt, wenn auch den Kindern unserer Generation und den folgenden Geschlechtern in der Schule gemacht würde, die Schlachten um Görz, bei Kar- freit und an der Piave seien die wichtigeren Menschheitsetappen, so wie man uns früher die Daten und Taten des gewiß sehr verdienstlichen Leonidas, des bösen Mithridates und der schnatternden Kapitolsgänse einbläute, dabei aber zu erklären vergaß, wieso denn zum Beispiel aus der waldesdunklen Apenninenhalb n'el das Land der Orangen und Oelbäume wurde. Exotische Dinge für 3talien. mit Derlaub zu melden. Heute sind die pontinischen Sümpfe sozusagen in aller Mund weil sie zu den pontinischen Gefilden werden sollen, wer aber kümmert sich drum, wie die Versumpfung mit ihren verheerenden, auch die Kriegsgeschichte lenkenden Folgen entstand? Einst lagen dort nämlich die Getreidekammern der Dolksker.
Lind jetzt geht wieder eine solche geopolitische und wirtschaftliche Verschiebung vor, verändert die Erde ihr Gesicht, müssen die Landkarten anders gefärbt werden. Venedig kann aufs Trockene zu liegen kommen, das ist denkbar, die Lagunen werden bereits da und dort zu Autostraßen, und wenn das Verschwinden der letzten Liebesgondel Aussehen erregen würde, so ist die Berechtigung da» zu doch nicht entfernt so groß wie unsere Pflicht den Wandel der Dinge zwischen Neapel und Li^ vorno ins Auge zu fassen. Dort - und in noch manchen anderen Landstrichen — ist die Erde in Aufruhr, oder besser gesagt, in Aufbruch, buchstäblich genommen. Wo seit Jahrhunderten und 3ahrtausenden die Schafe zogen, die Llrnomaden, da knattern jetzt die Traktoren — die schönsten Waffen nach Mussolini — und wo der gelbe Würger schon die Kinder in der Wiege mit seinem giftigen Atem anblies, da wogen jetzt Weizenfelder, da kann man Rosensehlinge kaufen. 3n der römischen Getreideausstellung auf dem Pincio hängt eine riesige Landkarte, auf der die Malariagebiete schwarz eingezeichnet sind, und ein solcher schwarzer Gürtel, in dem die Hauptstadt
Oie Reform der Strafrechtspflege.
Staatssekretär Kreisler
kündigt ein nationalsozialistisch durchgearbeitetes Strafrecht an.
Berlin, 13.3uli. (ERB. Funkspruch.) Der Staatssekretär im Preußischen Justizministerium Dr. Freis ler beschäftigt sich im nationalsozialistischen „Zeitungsdienst" mit der Strafrechtspflege. Er schreibt u. a.: Die Strafrechtspflege der letzten 3ahre hat wesentliche Erfolge bei der Bekämpfung der Kriminalität nicht errungen und damit bewiesen, daß sie ihrer Aufgabe nicht gerecht geworden ist. 3nnerhalb der Strafrechtspflege selbst können wir als Grundlage für das Versagen zunächst einmal das Gesetz selbst ansprechen. Ein seit 3ahrzehnten von allen Seiten als unzulänglich anerkanntes Gesetz kann in seiner Anwendung nicht Strafrechtspflege gedeihen lassen, die ihrer hohen Ausgabe, Volk und Staat gegenüber gerecht wird. Der Rationalsozialismus, der bereits in den letzten Monaten durch Sondergeseh den allergrößten Mängeln des Strafgesetzbuches in Einzelfällen abgeholfen hat, wird ein national so ziali st isch durchgearbeitetes Strafrecht schaffen.
Nicht weniger aber, auch das muß mit aller Entschiedenheit hervorgehoben werden, beruht das Versagen der Strafrechtspflege auf der tatsächlichen Abänderung des Gesetzes durch die Gerichtsbarkeit. Bis weit über 80, ja bis 90 v. H. aller Verurteilungen aus bestimmten Strafnormen zeigen b i e Modifizierung des Regelfalles durch den Ausnahmefall der Anerkennung mildernder Umstände. Wenn man in Neunzehnte! aller Fälle dem Rechtsbrecher mildernd anrechnet, daß er gewissen, in ihm selbst ober in seiner
Umgebung liegenben Umständen nachgegeben hat, so senkt man damit in unverantwortlicher Weise das Maß an innerer Kraft, das der gesunde deutsche Mann und die gesunde deutsche Frau und damit das deutsche Volk sich selbst zutrauen. Die gefühlsduselige Rücksichtnahme darauf, den Rechtsbrecher ja nicht scharf anzufassen, bedeutet eine Versündigung an der Pflicht der Strafrechtspflege, das Volk aufs ganze gesund und rein zu halten.
Weiter aber liegt das Versagen der Strafrechtspflege an dem Obsiegen derjenigen Bestrebungen in den letzten 3ahren, die da meinten, im Strafvollzug sei die Hauptsache die sogenannte verständnisvolle, man möchte sagen liebevolle Erziehungsarbeit an dem Rechtsbrecher selbst. Don Zugendlichen abgesehen, eine meist vergebliche Liebesmühe! Richt durch Kinovorstellungen, gutes Essen, viel Lektüre, wenig Arbeit wird in der Regel der Fälle der Rechtsbrecher „gebessert", sondern dadurch, daß er sich einer strengen Behänd- I u n g gegenübersieht, daß er am eigenen Leib fühlt, daß der Rechtsbrecher in Deutschland z u einem niedrigeren Standard gezwungen wird, als ihn Millionen deutscher Erwerbsloser haben. Danach muß also der Strafvollzug eingerichtet werden, denn das wird praktisch die einzige Aussicht sein, den Rechtsbrecher selbst und andere, die mit dem Gedanken eines asozialen Lebens spielen, vor Beginn oder Wiederholung strafbarer Handlungen zurückschrecken lassen.
5ü0Mgsaschisten fahren nach Deutschland
Von unserem römischen L-Korrespondenten.
Rom, im 3uli.
Fünf Eenturien (Hundertschaften) aus dem Dreimillionenheer der faschistischen 3ugend, dem Ba- lilla-Verbanb, sammeln sich am 21. Juli in Bozen und marschieren feldmäßig ausgerüstet ins erwachte Deutschland. Mussolini will gar kein Hehl daraus machen, daß es die nationale Revolution in Deutschland ist, die ihn bestimmt, die „Ambasciata della giovinezza“, feinen besten Botschafter, dorthin zu schicken: die 3 u g e n d. Ein erster Trupp auserwählter Avan- guardisti, das sind die Vierzehn- bis Achtzehnjährigen, der Vortrupp, wie wir am besten übersetzen, soll den Geist der Erneuerung, der dank einer glücklicheren politischen Lage zuerst von Rom ausgeyen konnte, nun auch in der zweiten großen Ration erleben. Man spürt förmlich plastisch, wie eine große 3dee um sich greift.
Bisher waren die „crociere“, die Kreuz- und Querfahrten der Dalilla auf das Mittelmeer beschränkt und wenn die 3ungens so auch Tripolis und Lissabon, Konstantinopel und Barcelona ken- nenlernten, so bewegten sie sich im Grunde doch auf blutsmäßig bekanntem Gebiet, sie sahen nur die „Völkertränke" der Alten. Mit dem Hebet- schreiten der Al^en betreten sie Reuland, einen anderen Kulturboden, fremdes Sprachgebiet. Es liegt auf der Hand, was eine solche Studienfahrt für eine empfängliche 3ugenb — und damit für uns Deutsche bedeuten kann. Spukt doch in den meisten Köpfen des Südens noch als 3n6egriff des Rordens ein Deutschland, das erfüllt ist von finsteren Wäldern, ein Land, „wo es immer regnet". Hamburg scheinen sie sich überhaupt nicht anders als ncbelverhüllt vorstellen zu können.
Grüße sie also gleich Münchens blauweißer Himmel, wir wollen es hoffen. Dort treffen die Schwarzhemben am 22. Juli ein unb ba erst für ben 26. Leipzig vorgesehen ist, könnte es nicht schaben. wenn sich Nürnberg mit einem Tag ba« zwischenschieben würbe. Am 28. Juli ist ber Vortrupp in Berlin unb bleibt bort bis zum 31. Für die ersten Augusttage finb Hamburg unb Frank
f u r t a. M. vorgesehen, am 4. rüstet man zur Heimfahrt.
Die Fünfhunbert reifen in voller Uniform: Schwarzhemd, Mantel und Alpinihut. Sie beziehen Feldlager, wo es angängig scheint. Führer finb bewährte Milizoffiziere. Außerdem machen fünfzig Offiziere ohne Kommando die Reise mit, die für sie eine Prämie ist für besonders gute Leistungen. Und auch die „Kriegsberichterstatter" fehlen nicht: einige Schriftleiter der größten italienischen Zeitungen.
Führer der Dalilla-Organisation ist Unter- staatssekretär Renato Ricci, ein Feuerkopf, dem die Auffassung, der Faschismus habe nun glücklich sein Haus gebaut, er könne nichts mehr zulernen und es sei daher das Beste, sich mit einer chinesischen Mauer zu umgeben, nicht be" hagt. 3m Gegenteil: raus ran die Lust, hinein ins brandende Völlerleben, hinüber über din Grenzen! Er sieht mit Mussolini in jedem jungen Faschisten einen Träger der Ration, er glaubt an die höhere Mission einer zuchtvollen, durch und durch militärisch organisierten 3ugend.
Wenn das deutsche Volk die römische Jugend mit erhobenem Arm grüßen wird, ist es nicht wie ein Symbol der viele Jahrhunderte zurückliegenden germanisch-römischen Verschmelzung, die im heiligen römischen Reiche deutscher Nation bis in die Napoleonzeit hinein ihren äußeren Ausdruck fand?
Kleine politische Nachrichten.
Freitag, den 14. 3uli, 22.25 Ahr bis 22.45 Ahr senden alle deutschen Sender einen kurzen Vortrag des Staatssekretärs im Reichsfinanzministerium Reinhardt zum Gesetz über Steuererleichterungen, das am Freitag im Kabinett beraten wird.
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Die nationalsozialistische Reichstagsfraktion hat den Abgeordneten der Bayerischen Volkspartei, Graf von Quadt zu 3sny, der auch Mitglied der Bayerischen Staatsregierung war, als Hospitant ausgenommen. 3m Preußischen
ertrunken ist, säumt die ganze Küste bis nach Livorno hinaus, die auf der cochulkarte in so lustigem 'Slau leuchtete, weil dort die Maremmeir liegen, uie fauligen Sümpfe. Dieser blau geträumte, schwarz drohende Streifen wird nun grün werden: Ackerland.
Q^om ift wegen seines vermeintlich schlechten Klimas öfters von seinen Bewohnern aufgegeben worden, wie wir schaudernd gelernt haben, bis man um die 3ahrhundertwende entdeckte, daß nicht die schlechte Luft das Fieber erzeugte, wie selbstverständlich Goethe noch genau so toie der junge Mussolini glaubte, sondern die Stechmücke, die Anopheles. Den Landleuten, die es noch immer nicht besser wissen, lehrt es auf vorbildliche Weise die Ausstellung der Bonifica integrale, der Gesamturbarmachung. Die Brutstätten der Mücken, die stehenden Wasser, die Kanäle zu geringen Gefälles, die Sümpfe im 3nnem tote die Wannen des Brackwassers an der Küste müssen also weg, der Fiebergürtel um Rom, die nach allen Seiten dreißig Kilometer tiefe Steppe Dte gewaltige, in ihrer Trostlosigkeit ergreifende Campagna, dieses Massengrab der antiken Kultur muh umgepflügt werden, daß die Scholle fruchtbar werde wie die unabsehbaren Gemüsefelder und Kornfelder in der Ebene von Leipzig.
^toer' angesichts der ungeheueren Sachlichkeit der Hrbarmachung, angesichts der Trockenlegung der pontinischen Sümpfe kein Epos zu schreiben hier ist von der Poesie zur Prosa, vom Wirtlchaftllchen zum Romantischen wahrlich nur ein Schritt, wie zwischen Wahnsinn und Genie. Rachdem sich 3ahrtausende vergeblich an dem Problem versuchten, angefangen von jenem blinden Zensor Appius Claudius, der die nach ihm benannte, heute geteerte Straße, die Königin der Straßen, die Via Appia hindurchzog und mitten im Kriege den Gedanken der Entsumpfung aufwarf und durchführen wollte, über Cäsar und Augustus, Trajan und Theoderich hinweg zu den Päpsten, von denen besonders Pius VI. mit bewundernswerten Kanälen eingriff, nachdem Milanen verschlammten und Legionen dahinsiechten Städte ersoffen und Kulturen, Menschenleiber ber-
Urnb besten Geister, die mehr das Ti- tanische lockte als der münzbare Gewinn, ohnmächtig erschlafften, den Kampf als aussichtslos ausgabeir nachdem ein Mussolini das Heber- menschliche vermochte, könnte man's verstehen wenn sie ihn vergöttern würden wie einst die Imperatoren - nut die eiskalte Technik ist es nur eine ausmerksamere Rechnung, die uns davor bewahrt. Denn erst heute wissen wir. daß die
früheren Versuche fehlschlagen mußten, weil man den Gefällunterschied zwischen den Dolkskerbergen (deren Abholzung das Hebel gebar) und dem Meere erstens nicht richtig berechnen und zweitens die gestauten Wassermassen nicht ins Meer leiten konnte, weil sie tiefer lagen als dessen Spiegel. Erst die Pumpen vollbringen das Wunder, die Kanalisierung allein kann es nicht schaffen.
Hnd dann kommt noch etwas sehr Menschliches dazu, was Mussolini die Arbeit erleichterte: er braucht niemand zu fragen. Am Parlamentarismus, an der Parteienfehde wäre auch die moderne Technik gescheitert. So aber befiehlt ein einziger Mann, einmal das Ziel erkannt: ans Werk! Hnd schon ist es im Gang. Hnd wird vollendet werden. Gemäß dem Programm, wie es der Duce verkündete, als er llirz- lich die erste Stadt der den Sümpfen abgerungenen Kolonie einweihte, die Stadt Littoria. Am 28. Oktober 1933 müssen weitere 981 Bauernsiedlungen errichtet sein, am 21. April 1934 wird die zweite Stadt, Sabaudia, eröffnet, am 28. Oktober 1935 die dritte, Pontinia. 6000 Arbeiter, 5000 Häuser und 50 000 Siedler -- so ist das Problem der 3ahrtausende zu lösen! Der 28. Oktober und der 21. April als die Erinnerungstage an den Marsch auf Rom und den Geburtstag der ewigen Stadt sind die Kalendertermine der neuen Zeitrechnung.
Die im Rorden im sicheren Schuh der Alpen leben, können sich wohl kaum eine Vorstellung davon machen, um wie viel schwieriger jeder Fortschritt im „schönen Süden" sein muß, wo nur vereinzelte Provinzen malariafrei sind. Hm die ganze Gröhe der Hrbarmachung zu erfassen, muh man in die quittengelben Gesichter der Totgeweihten gesehen haben, wie man nur dann richtig verstehen kann, was die Getreideschlacht eigentlich bedeutet, wenn man die Kriegsnot hinter dem Aushungerungsgürtel der Mittelmächte erlebt hat.
Die Pioniere des gigantischen Feldzuges sind die Frontkämpfer, die das Schwert in Die Pflugschar umgestalteten. Land, das Cäsar seinen Veteranen gab — wer denkt nicht an das alte Rom? Die Combattenti freuen sich über ihre Siedlungen vielleicht mehr als über ihre Kriegsabzeichen und ihre spärlichen Renten. Aber auch die großen Arbeitermassen im allgemeinen erkennen, wie sie von ihren roten Bonzen angeführt wurden. Heute ist es in 3talien bereits so weit, daß man dem Faschismus wegen seiner unermüdlichen Arbeiier- fürsorge und wegen seines harten Druckes auf die Arbeitgeber vorwirft, er sei im Grunde nichts anderes als ein Halb- oder Dreiviertelbolschewismus» Auch diesen Verweis steckt Mussolini ein
Landtag wurden die drei christlichsozialen Abgeordneten Rippel, Scheele und V e i d t als Hospitanten in die nationalsozialistische Preu- ßenfraktion eingegliedert.
Die noch bestehenden kolonialen Jugend- Organisationen werben aufgelöst unb inbie Hitler-Jugend überführt. In Orten, wo koloniale Jugendgruppen mit mehr als 30 Mitgliedern bestehen, werden diese Gruppen als geschlossene Kolonialscharen in die Hitler- Jugend übernommen.
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Amerikas neuer Botschafter in Deutschland, Prof. W. E. Dodd, ist am Donnerstagnachmittag mit dem Dampfer „Washington" in Hamburg ein« getroffen.
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Nach einer Haoasmeldung wird der D ier erst a k t wahrscheinlich am 15. Juli unterzeich- n e t werden.
Kunst und Wissenschaft.
Oswald Spengler lehnt den Lehrstuhl von Karl Lamprecht ab. Dem Kulturphilosophen Oswald Spengler, Verfasser der sehr bekannt gewordenen Bücher „Untergang des Abendlandes" und „Preußentum und Sozialismus", ist, wie der „Berliner Lokalanzeiger" meldet, vom sächsischen Ministerium für Volksbildung im Einverständnis mit ber Universität Leipzig der Vorschlag gemacht worben, ben Lehrstuhl für Geschichte als Nachfolger KarlLamprechts zu übernehmen. Spengler hat aber gebeten, von einer Berufung abzusehen, weil eine akademische Tätigkeit ihn von den Arbeiten ber nächsten Jahre zu sehr abziehen würbe. Gleichzeitig ist Spengler von ber wissenschaftlichen Akabemie in Buenos Aires zum korrefponbierenben Mitglieb ernannt worben.
Piccard verzichtet auf weitere Stratosphärenflüge.
Auf ber Durchreise nach Brüssel hat Professor Piccard in Paris bem „Ciuotibien" erklärt, er habe in Amerika sehr interessante Beobachtungen gemacht. Er plane keinen neuen Aufstieg mehr, sondern er werde seinen Ballon seinem Mitarbeiter zur Verfügung stellen, der seine Arbeit fort» setzen solle.
Aus aller Wett.
Nach neunjähriger Wanderung zurückgekehrt.
„Associated Preß" verbreitet eim?n ausführlichen Bericht, der in Guyaquil (Ecuador) erscheinenden Zeitung „El Telegrapho", aus dem hervorgeht, daß der deutsche Chemiker Herrn a n n H u t h in diesen Tagen von eine» neunjährigen Wanderung in den Wildnissen des Amazonas zurückgekehrt ist. Hermann Huth war 1924 als Mitglied der Pharmazeutischen Expedition von Dr. Otto Schulze nach den undurchforschten Gebieten des Amazonenstromes aufgebrochan. Rachdem die Wanderer den Distrikt von Pastaza erreicht hatten, wurden sie von 3ndiancrn gefangen genommen ♦ Dr. Schulze wurde getötet, Huth dagegen nach langer Gefangenschaft von Angehörigen eines anderen 3nöiancr» stammes ger eitet.
Balbo-Geschwader in Reu-Braunschweig gelandet.
Das Flugzeuggeschwaber B a l b o s , baei am Donnerstag um 14.28 Uhr von Eartwright (Qabrabor) gestartet war, ist in Shebiac (Neu-Braunschweig) auf das Wasser niebergegangen. Balbos Maschine Ian« bete zuerst.
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Reichskanzler Abolf Hitler hat an ben italienischen Luftfahrtminister Balbo das folgende Telegramm gerichtet: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Überwältigenden Leistung. In Bewunderung Abolf Hitler.
Reichsminister Dr. G o e b b e l s hat an den italienischen Luftfahrtminister B a l b o bas nachstehende Telegramm gerichtet: Nehme mit großer innerer Freude teil an Ihrem Sieg unb spreche Ihnen, wie bem faschistischen Italien, zu biefem großartigen Erfolg meine herzlichsten Glückwünsche aus.
und — arbeitet weiter. Er hat längerlebige Zeugen für sich: die pontinischen Kornfelder, die Musterfarmen in den Maremmen, die im Aufbruch befindliche römische Campagna.
Mlm-Lustspiel.
Im neuen Programm des Lichtspielhauses läuft feit gestern Der Projectograph-Film „S o ein Mäbel vergißtman n i ch t". Er nennt sich im Untertitel „Musikalische Komöbie", unb es ist den Autoren in der Tat gelungen, wenigstens in Teilmotiven und szenischen Ansätzen, so etwas wie eine Komödie für Film zu schreiben, das heißt: etwas, was bis heute noch nicht allzu häufig gedreht worden ist. Der größere Teil ber Szenenfolge wirkt allerdings luftspielmäßig und manchmal auch ope- rettenhaft; immerhin hat es der Regisseur Fritz Kortner, ben man bisher nur als Schauspieler kannte, oerstanben, bas unerschöpfliche Motiv Theater mit sicherem Blick für feine filmischen Möglichkeiten zu behanbeln; er bleibt nie stecken, hat hübsche Einfälle unb Humor, unb er bewegt sich mit Geschmack auf ber schmalen Grenze von Illusion unb Wirklichkeit, auf ber bas Stück sich aufbaut. Ralph Erwin hat bas Textbuch (iebensroürbig instrumentiert. Willy Forst unb Oscar S i m a spie- len mit wienerischem Temperament, vortrefflich aufeinanber abgestimmt, bie Hauptrolle zusammen mit ber nieblichen Dolly Haas, einer kürzlich in Berlin entbedten, sehr jungen Lustspielbegabung. Dom übrigen Ensemble finb an erster Stelle Ida W ü st, Max Gülstorff, Hörbiger, Lingen unb Falken st e i n zu nennen. — Alles in allem: man wird zwei Stunben lang auf eine an» regenbe unb heitere Weise unterhalten. —
Zeitschriften.
— „M utter unb K i n d", Zeitschrift für Ernährung, Pflege unb Erziehung bes Kindes. Verlag Elwin Staude, Osterwieck/Harz. Vierteljährlich G Hefte) 1,65 RM. einschließlich Porto. — Das J.uliheft bringt u. a. folgende ^Beiträge: „Die Hygiene der Augen des Kindes" von Augenarzt Dr. Bab, „Geistige Unreife" von Magda Trott, „Baby sitzt" von Anni Weber, „Geldgeschenke für Kinder" von Tekla Eschwege, „Stillnöte" von Liselotte 98a- chinger, „Babys Sommerernährung" von Heti Schiller, „Gefahren um das Kind" von Toni Laux- mann-Kinzelmann, „Umgang mit Tieren — auch eine Erziehungsfrage" von Ilse o. Lagerström, „Kleine Erlebnisse im Kinderheim" von Mathilde Haenlein, „Vom Festefeiern", „Kleine Nachtmusik" usw. Fast alle Artikel sind reich bebildert. —
Hessen Kegietungöta 1933, )U seinem^ statthatter in Hessen , polizei mit der D>e Präsiden!" ernannt n her Staatsregierung Polizei des M‘ld tragen.
Der zum Lande! bisherige Staatskoi in Hessen, Dr. A Juli 1903 als Sof
Aus
Oer neue heW
Zu der (Ernennuni Hard Eckert in ®ü beim überlandesgenc nalamt des hessischen
Dr. Gerhard Ecke in Mainz geboren. Na der Rechte bestand bareramen und nac? < dienstes im Herbst 19 1903 bis 1904 leifteP v bem er wegen Bie-iftu 1911 bis 1913 war er ßafultäi der Landein, im gleichen Jahre 'ioa Gietzrn. v
Generalstactsanw^ ragender Wijt, ver^„ rn ment mit seinem VH Willen und soziales» r sozialistischer GesinniN hing den verantwort!! wnwalis bekleidet. $e' w ortungsbewußt war tischen Verhältnissen kritischen Republik. E ck e r t von dem ihm sozialistischer Pstichter als die verflossenen s ten, ihn wegen seine- Ihren zu rechnen. Vi Federkrieg mit dem d Es juristischen Le Frage der Abschaffun eigenen Verstandessch dem Theoriker bereit Staat die Todesstrafe staalsanwalt wird als Staat in feinem nei leisten.
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