Ausgabe 
14.7.1933 Erstes Blatt
 
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Ein neuer Roman von LValter Lullus Nloem

In dankbare Geburt uns

Aus den Dolomiten wird der Absturz des 29- jährigen Studenten der Medizin Werner Z u e r z e r aus Berlin gemeldet. Der Student hatte von Cana- zei aus den Colak bestiegen, war auf dem Rückweg an der steilen Westwand ausgeglitten und auf eine Steinhalde gestürzt, wo er tot liegen blieb. Die Leiche konnte von den Behörden geborgen werden. Man vermutet, daß er nicht bergerfahren war und sich verirrt hatte.

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Aus der provinzialhaupistadt.

Oberschulrai Or. Blank.

Mit Wirkung vom 1. Juli wurde, wie wir gestern bereits kurz berichten konnten, Studienrat Dr. Blank auf Vorschlag des Hessischen Ministeriums durch den Herrn Reichsstatthalter zum Oberschulrat in der Ministerialabteiluna für Bildungswesen, Kul­tus, Kunst und Wissenschaft ernannt. Der Person des

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München, Berlin, Hamburg auf die zulässige Höchst­leistung von 100 kW gebracht. Weiterhin ist der Bau eines neuen Deutschlandsenders mit der zulässigen Höchstleistung von 150 kW und mög­lichst wirksamer Antenne vorgesehen.

Der Tod in den Bergen.

Drei junge Leute aus dem Aosta-Tal, die die erste Besteigung des Pizzo Tyndall, eines Gipfels des Matterhorns, unternehmen wollten, stürzten auf einem Gletscher ab und waren auf der Stelle tot. Sie wollten auf dieser schwierigen Bergtour einer Gruppe von ausländischen Alpinisten (Schweizern, Holländern und Japanern) zuvorkommen, welche die Besteigung des Pizzo Tyndall für den 1. August vorgesehen hatten.

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drückt. Das neue national-revolutionäre Deutschland hat den unterdrückten Völkern neue Hoffnung ge­geben. Der Name Hitler ist heute, trotz aller Ver­leumdungen, für viele schon zum Symbol der Freiheit geworden. Der Kanzler des deutschen Volkes wandte sich noch kürzlich eindeutig gegen jede Unterdrückung der Minderheit^. Moeller van den Bruck, der geistige Vorkämpfer des Dritten Reiches" und desRechts der jungen Völ­ker" hat die zukünftige Richtung einer deutschen Außenpolitik klar erkannt und formuliert: Entweder wir erhalten uns den Osten, oder wir verfallen dem Westen. N a ch O st e n hm ist die Welt geöffnet, nach Westen hin ist die Welt abgeschlossen.

In einer Resolution bekennt sich die neugegrün­deteInternationale Studentische Liga für die Neu­gestaltung Europas" eindeutig gegen den Im­perialismus jeglicher Schattierung zum Volk und damit zum Urquell alles politischen Lebens. Sie tritt ein für das Volkstums­prinzip, für die Rechte der Minderheiten, ins­besondere die Kulturautonomie.

Darüber hinaus ist man sich über den problemati­schen Wert von Resolutionen durchaus im klaren. Der Kampf geht weiter, wenn nötig mit allen Mit­teln. Die Verantwortung für das, was kommt, tra­gen dieSiegerftaaten". Die Studentische Revisions- tagung in Sofia hat ein Echo gefunden bei allen denen, die es angeht, sie ist totgeschwiegen worden von den Nutznießern der heutigen Ordnung. Sofia war eine Demonstration der revolutio­nären Kräfte der studentischenJugend unter Führung Deutschlands, war ein Anfang, der erste Schritt auf dem Wege zu einer Zusammenfassung aller positiven Kräfte für ein neues Europa der nationalen Gerech­tigkeit.

Durch Gesetz der hessischen Staatsregierung vom 8. Juli 1933 istArtikel 2 des Gesetzes über den Verfassungstag vom 20. Juni 1929, Reg.-Bl. S. 145" aufgehoben worden. Der aufgehobene Artikel be­sagte:Am Verfassungstag sind alle öffentlichen Ge­bäude in den Reichsfarben zu beflaggen. In allen Schulen find für Lehrer und Schüler verbindliche, der Bedeutung des Tages entsprechende Feiern zu veranstalten: fällt der Verfassungstag in die Schul­ferien, so finden die Gedenkfeiern frühestens acht Tage vor Schluß oder spätestens 14 Tage nach Wiederbeginn des Unterrichts statt."

Dazu wird uns geschrieben: Mit dem Gesetz sind endlich die letzten Reste des Verfassungstages und seiner offiziellen Feier aus dem öffentlichen Leben verschwunden. Aus dem Leben des Volkes dagegen kann er schlechterdings nicht verschwinden, da die übergroße Mehrheit des deutschen Volkes dieses Machwerk immer abgelehnt hat. Nachdem vor einem Jahre bereits der 11. August seines Charakters als staatlich anerkannter Feiertag entkleidet worden war, bestand noch die Verfügung, daß an diesem Tage die öffentlichen Gebäude in den Reichsfarben zu flaggen und die Schulen Feiern zu veranstalten hätten. Es wäre natürlich ein Unding gewesen, etwa am kommenden 11. August unter den Symbolen

Aus aller Wett.

Der neue Kasseler Intendant.

Zum Intendanten für das Kasseler Staats« theater wurde Intendant Wilhelm v. H o l t h o f f ernannt. Herr v. Holthoff war seit 1925 Direktor des Deutschen Bühnenvereins und vorher mehrere Iahre lang Generalintendant des Deutschen Opernhauses in Charlottenburg.

Zwei Kinder im Wattenmeer ertrunken.

Die in einem Ferienlager auf einer Hallig bei Pellworm (westlich von Husum) untergebrachten Kinder unternahmen eine Wanderung ins Wat­tenmeer nach einer eine Stunde entfernten Dake. Beim Baden im Watt ertranken ein Knabe aus Elmshorn und der Sohn eines Rendsburger Lehrers.

Schiffskatastrophe auf der Wolga. 70 Todesopfer.

Auf der Wolga kenterte, wie ein Funk­spruch aus Moskau meldet, in der Rähe vom Iaroflaw infolge Tleberbelastung eine Barkasse mit 250 Ausflüglern und versank. Die Mehr­zahl der Passagiere wurde gerettet, doch sind auch zahlreiche Todesopfer zu verzeichnen. Bis­her wurden bereits 7 0 Tote geborgen.

Ausbau des Rundfunkfendernehes.

Nach dem Luzerner Wellenplan, der am 15. Januar 1934 in Kraft treten soll, erhalten die deutschen Großrundfunksender folgende Wellen: Deutschlandfender 191 kHz (1571 m), Mühl­acker 574 kHz (522,6 m), Langenberg 658 kHz (455,9 m), München 740 kHz (405,4 m), Leipzig 785 kHz (382,2 m), Berlin 841 kHz (356,7 m), Ham­burg 904 kHz (331,9 m), Breslau 950 kHz (315,8 m), Heilsberg 1031 kHz (291 m). In Verbindung hier­mit werden die Sender Mühlacker, Langenberg,

Gau-Propagandaleiter Mütter- Scheid nicht mehr Leiter

der AbteilungAktion" im Südwestfunk

WSR. F r a n k f u r t a. M., 13. Iuli. Das Gaupresseamt in Frankfurt a. M. sowie die Pressestelle des Südwestfunks geben bekannt: Dem Gau-Propagandaleiter Wilhelm Müller- Scheid ist es durch seine Ernennung xum Leiter der Landesstelle Hessen-Rassau für Volksaufklärung und Propaganda nicht möglich, die AbteilungAktion" im Südwestfunk weiter zu führen, da neue große Aufgaben als Landes­leiter ihn völlig in Anspruch nehmen. Müller- Scheld wird nur noch bei der Hebertragung grö­ßerer politischer Aktionen mitwirken. Zwischen­durch aber wird der Leiter der neuen Landesstelle in dieser dienstlichen Eigenschaft öfters imSüd- westfunk das Wort ergreifen.

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und Propaganda eingesetzt. Neue jetzt noch zu be­setzende Plätze sind nicht geschaffen worden Die Besuche und Gesuche sind somit leider zweck­los. Alle Volksgenossen werden unter voller Wür­digung ihrer Notlage gebeten, von der Einrei­chung weiterer B e w e r b u n g s g e s u ch e abzusehen.

KemeBestaggungundkeineSchulfeiem amBerfassungStage.

Der Versuch!

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Der Bankrott der Wettwirtschafiskonferenz. Rcichsbankpräsidcnt Dr. Schacht empfiehlt Selbsthilfe der Nationen.

Berlin, 13. Juli. (TU.) Reichsbankpräsident Dr Schacht gewährte dem Londoner Vertreter des Völkischen Beobachters" eine Unterredung, in der er u. a. ausführte: Ich betrachte das Vorhan­densein stabiler Währungen als uner­läßliche Voraussetzung für jede wirt­schaftliche Zusammenarbeit der Na­tionen. Deutschland hat bewiesen, daß eine Wäh­rung auch ohne Golddeckung stabil gehal­ten werden kann.Wir sind keine Goldfana­tiker, erklärte Dr. Schacht weiter,allerdings ist immer noch das Gold das geeignetste Mittel für internationale Wertmef- f u n g e n. Nachdem die Vereinigten Staaten erklärt hatten, daß sie die Dollarwährung augenblicklich nicht stabilisieren können, wäre es das Klarste ge­wesen, die Weltwirtschaftskonferenz sofort zu ver­tagen. Das ist nicht geschehen, zunächst aus äuße­ren Gründen, dann aber, weil immer noch Hoffnung auf eine amerikanische Sta­bil i s i e r u na vorhanden war. Die deutsche Dele­gation ist im Sinne der Politik des Führers ohne große Begeisterung, aber mit dem ernsten Willen in die Konferenz gegangen, jede Möglichkeit der Verständigung zu fördern und zu stützen. Diese Verständigung konnte nur eines zum Zieel haben: Die Bereinigung der wirt­schaftlichen und finanziellen Schlacken und Rück­stände des Krieges und der unsinnigen Friedensoerträge. In keiner Weise hat die Weltwirtschaftskonferenz sich fähig gezeigt, diese Dinge auch nur im Leisesten anzuareifen. Seit den Wirtschaftskonferenzen in Brüssel und Genua nahmen bisher fast alle internationalen Konferenzen nach dem ersten kompakten Anfang denselben Weg abwärts wie der Parlamentaris­mus in den meisten Staaten der Welt und der all­gemeine Wunsch, der sich in einer Reihe von Län­dern bereits gegenüber den Parlamenten durchge­setzt hat, dürfte nun auch bei dieser Art von Kon­ferenzen in Erfüllung gehen mit der Parole: Nie wieder Gequasse l".

Dr. Schacht äußerte noch, er sei in einer Weise dem amerikanischen Präsidenten Roosevelt dank­bar. Roosevelt habe grundsätzlich densel­ben Gedanken, den Hitler und Mussolini zur Tat gemacht haben:Nehmt euer Wirtschaftsschick­sal s e l b st in die Hand und ihr helft nicht nur euch, sondern der ganzen Welt."

Streikwelle in den Vereinigten Staaten

Neuyork, 14. Juli. (Reuter. Funkspruch.) In den Vereinigten Staaten sind im Zusammenhang mit der Forderung der Regierung, daß überall Lohn- li st enundAufzeichnungenüberdie Ar­beitsbedingungen aufgestellt werden sollen, schwere Arbeitsstreitigkeiten ausgebro­chen. In Boston, in Philadelphia (Neuyork) sowie in Scranton und Reading (Pennsylvanien) sind ins­gesamt 23 000 Arbeiter verschiedener Industriezweige in den Aus st and getreten.

neuen Deutschlands dos Werk eines Hugo P r e u ß zu feiern. Es wird daher allgemein begrüßt, daß so wie am 8. Juli 1933 dem 11. August die staatliche Anerkennung als Feiertag abgesprochen wurde.

LZornotizcu.

Tageskalender für Donnerstag: Gießener Studentenhilfe e. V., 21 Uhr, im Rauch- und Spielzimmer des Neuen Studentenhauses, Leih- gefterner Weg 16, Mitgliederversammlung. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:So ein Mädel vergißt man nicht".

*

LU. Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird mitge­teilt: Am Sonntag, 16. Juli 1933, 11.15 Uhr, findet in der Neuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst statt. Die Predigt hält Herr Professor D. Born- kämm.

** Sonntags - Rückfahrkarten zum B u ndeskegelninFrankfurt. Der Bahnhof Gießen teilt mit, daß zu dem in der Zeit vom 15. bis 18. Juli 1933 stattfmdenden 18. Deutschen Bun- deskegeln in Frankfurt a. M. Sonntagsrückfahrkar­ten von allen Bahnhöfen im Umkreis von 200 Kilo­metern um Frankfurt ausgegeben werden. Die Kar­ten gelten vom 15. Juli, 0 Uhr, bis 24. Juli, 12 Uhr. Bis zu diesem letztgenannten Zeitpunkt muß die Rückfahrt angetreten sein. Die Ausgabe dieser Sonn­tagsrückfahrkarten erfolgt nur gegen Vorzeigung der Festteilnehmerkarte.

** Sonntags - Rückfahrkarten zum 13. Nassauischen Bauerntag in Wetzlar. Zu dem in der Zeit vom 15. bis 18. Juli stattfinden- den Nassauischen Bauerntag in Wetzlar werden von allen Bahnhöfen im Umkreis von 75 Kilometern um Wetzlar Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom 15. Juli, 0 Uhr, bis 17. Juli, 24 Uhr; zur Rückfahrt vom 15. Juli, 12 Uhr, bis zum 18. Juli, 12 Uhr. Bis zum letzt­genannten Zeitpunkt muß die Rückfahrt angetreten fein.

** Straßensperre. Die Hesiische Polizei­direktion Gießen teilt mit: Wegen Straßenbau­arbeiten wird vom 24. Juli 1933 ab bis auf weite- res der Leihgesterner Weg von der Röntgenstraße bis zur Friedrichstraße für den gesamten Fahr­zeugverkehr polizeilich gesperrt. Die Umleitung er­folgt durch die Friedrichstraße. Die ausgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten.

" Stand der Rundfunkteilnehmer am 1. Iuli. Die Gesamtzahl der Rundfunk­teilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. Iuli 4 521 103 gegenüber 4 553 380 am 1. Iuni d. I. Hiernach ist im Laufe des Monats Iuni eine Abnahme von 32 274 Teilnehmern eingetreten. Der Rückgang erklärt sich durch die in jedem) Iahre üblichen Sommerabmeldungen: er ist jedoch um etwa ein Drittel geringer als im gleichen Monat des Vorjahrs. Unter der Gesamtzahl befinden sich 532 636 Rundfunkteilnehmer, denen die Gebühren erlassen sind, gegenüber 535 827 am 1. Iuni. Die Zahl der gebührenbefreiten Teilnehmer (hauptsächlich Arbeitslose) ist mithin um 3141 zurückgegangen.

dem Darmstädter Stadtrat.

Darmstadt, 13. Juli. (WSN.) Der Stadtrat der Landeshauptstadt befaßte sich heute abend ins- besondere mit der Genehmigung verschiedener Ar­beitsvergebungen. Aus Ersparnisgründen wurde zu­nächst die städtische Rettungswache auf- gelöst und der Rettungsdienst der Sanitätswache vom Roten Kreuz übertragen. Der Elektrofirma Fuld in Frankfurt a. M. wurde die E i n r i ch t u n g einer neuen Feuermeldeanlage zum Preise von 78 000 Mark, eines elektrischen Aufzugs für das Städtische Krankenhaus und die Einrichtung einer automatischen Fernsprech-, Lichtruf- und Zug- anlaae im Betrage von 26 000 Mark übertragen. Die Betrage sind auf längere Zeit verteilt zahlbar. Durch die Zurverfügungstellung eines Darlehens von 62 200 Mark auf die Dauer von 15 Jahren ist es möglich, im Rahmen des Reichsarbeitsbeschaf­fungsprogramms die Frankfurter Straße bis zur Gemarkungsgrenze auszubauen.

Handwerkerschulungstag in Bad-Nauheim.

Bad-Nauheim, 13. Juli. (WSN.) Am Mitt» woch waren hier etwa 350 Handwerksmeister aus der Provinz Oberhessen zu einem Schu» lunastag versammelt, dem vor kurzem ein solcher in Nidda vorausgegangen war. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein tiefschürfendes Referat des Handwerkskammeroräsidenten Mülle r-Darm- stadt über die Stellung d e s National- sozialismus zum Privateigentum und über das Wesen des Nationalsozialismus. Der Red­ner führte u. a. aus, der Nationalsozialismus lehne eine Sozialisierung des Privateigentums im Sinne der marxistischen Gleichmacherei ab. Auf der anderen Seite wende er sich aber auch gegen den individua­listischen Liberalismus. Alles Eigentum sei im natio- nalistischen Staat Lehenseigentum, dem einzelnen zur Verwaltung zu treuen Händen überlassen. Der einzelne habe nun die Pflicht, in freier schöpferischer Entfaltung dieses Eigentum so zu verwenden und zu gebrauchen, daß es der Allgemeinheit und damit schließlich auch ihm selbst als Glied dieser Gemein- schäft Nutzen bringe. Der totale Staat habe das Recht, die gemeinnützige Verwendung des Eigen­tums zu verlangen, ihm stehe eine planmäßige Ein­wirkung auf Erzeugung und Verbrauch im Sinne einer Autarkie zu. Formell sei alles Eigentum also Privateigentum, seinen Ausübungs- und Verwen­dungsmöglichkeiten entsprechend sei es jedoch Ge- samt- und Gemeineigentum.

Mord in Offenbach.

WSR. Offe nbach, 13. Iuli. Gestern ge­gen 21 Uhr gab der 33jährige Kaufmann Qln* dreas Stöcker auf die 40jährige Prokuristin Franziska Schwab im Garten ' es Hauses Strah- lenbergerstrahe 69 vier Schü^^Np, Schwab wurde mit drei Bauchschüsse_____j einem Ober­

armschuß schwer verletzt be Ud rankenhaus zu- geführt, wo sie heute morge,V? ® .jrben ist. Stöcker flüchtete nach der Tat n>>^/^m Main, warfi die Waffe in den Fluß i/aats=£gab sich zu denl Schleusenwärter, den er </ derte, die Polizei zu alarmieren. Stöcker e daraufhin ver­haftet. Anscheinend hank^Er s sich um einen Racheakt, da Stöcker seit L, _n mit der Schwab wegen Erbschaftsstreitigkeit^E'verfeindet ist. Die Schwab war Haushälterin,^ Prokuristin bei seinem verstorbenen Vater oesen, der sie auch als Erbin eingesetzt hatte!. Gestern vormittag war Stöcker wegen Beamt^P^eleidigung zu vier Wochen Gefängnis t>crurtci.9e> worden. In die­sem Prozeß trat die Getötet- gegen Stöcker als Zeugin auf.

Kein neuer Oberbürgermeister in Marburg.

WSR. Marburg, 13. Iuli. Die Stadtver­ordneten beschlossen in ihrer Abendsihung ein­stimmig bei dem zuständigen Ministerium die Versetzung des seit 28. März d. I. beurlaubten Oberbürgermeisters Müller zum nächst zuläs­sigen Termin zu beantragen. Im Ramen der RSDAP. gab Stadtrat und Kreisleiter Kawi - l i e s k i eine ©rfltirung ab, nach welcher die RSDAP. nicht gewillt sei, mit Oberbürgermeister Müller eine Stunde zusammenzuarbeiten, in welchem man den typischen Vertreter liberalisti- scher Gedankengänge erkannt habe. Die Stelle des Oberbürgermeisters wird aus Ersparnisgründen vorläufig nicht wieder beseht und die Geschäfte durch Bürgermeister Voß erledigt, dem die Stadt­räte Dr. Scheller und Dr. Walz als ehren­amtliche Beigeordnete zur Seite stehen.

Auto von einer Lokomotive überrannt.

Marburg, 13. Juli. (WSN.) Ein schweres Un­glück ereignete sich gestern nachmittag auf einem schrankenlosen Eisenbahnübergang der Strecke Mar­burgKreuzthal in der Nähe von Buchenau. Als ein Lieferauto der Sturm-Zigarettenfabrik diese Stelle passierte, wurde es von einer Lokomotive er­faßt und etwa 100 Meter mitgeschleift. Die Insassen, Hoffmann und Zimmermann aus Garbenheim, er­litten schwere Verletzungen und mußten in die Har­burger Klinik gebracht werden. Hoffmann erlitt mehrere Beinbrüche und einen Beckenbruch, während Zimmermann an schweren Kopfver - letzungen und einem Schlüsselbeinbruch darnie­der liegt.

Neuer Beigeordneter in Grünberg.

+ Grünberg, 14. Juli. Am Donnerstagabend wurde der Gemeinderat zu einer eiligen Sitzung ein» berufen. Wie Bürgermeister Dr. Mildner mitteilte, war der Grund hierfür der Rücktritt des Beigeordne- ten Böß und die dadurch bedingte Bestellung eines neuen Beigeordneten. Von der Parteileitung war für diesen Posten das seitherige Gemeinderatsmit­glied Rechner Möller, in Vorschlag gebracht wor­den. Der Bürgermeister nahm in der üblichen Weise die Verpflichtung des neuen Beigeord­neten vor, wobei er darauf hinwies, daß er Herrn Möller in feiner seitherigen Tätigkeit als Ge- meinderatsmitglied als sachlichen und gewissenhaften Mitarbeiter schätzen gelernt habe. Herr Möller betonte, daß ihm der Entschluß zur Uebernahme des Amtes nicht leicht geworden sei, da er auch noch anderweitg Verpflichtungen habe; er habe sich aber dem Rufe der Partei nicht versagen wollen und werde seine Kraft einsetzen für das Interesse der Stadt, getreu dem Wahlspruch unseres Führers! Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Anschließend wid­mete der Bürgermeister dem ausgeschiedenen Bei­geordneten Böß noch Worte des Dankes für feine Sachlichkeit und Gewissenhaftigkeit, die ihn stets bei seiner Tätigkeit als Beigeordneter seit September 1931, sowie auch als langjähriges Mitglied des Gemeinderats geleitet habe.

Weiterhin wurde noch die durch den Rücktritt des Beigeordneten Böß bedingte Neubildung einiger Ausschüsse vorgenommen. Auf Anordnung der Be-

neuen Oberschulrats gilt in Gießen ein besonderes Interesse, da Oberschulrat Dr. Blank gerade mit Gießen in vieler Hinsicht auf das Engste verbun­den ist.

Oberschulrat Dr. Rudolf Blank wurde am 20. Iuli 1886 zu Haarhausen (Kreis Alsfeld) als Sohn des Lehrers Karl Blank geboren. Er be­suchte die Volksschule zu Gonterskirchen im Kreise Schotten (18921899), anschließend das Gymna­sium Fridericianum au Laubach und legte dort Ostern 1906 die Reiseprüfung ab. Seine Hoch­schulbildung genoß er an der Landesuniversität Gießen. Hier bestand er auch die wissenschaftliche Prüfung in den Fächern Chemie, Geographie, Bo­tanik und Zoologie. Im Oktober 1919 promovierte er. Seine erste dienstliche Verwendung sand er an den Volksschulen zu Griesheim und Hahn (1906 bis 1907), vom 15. April 1907 bis 1. Oktober 1909 war er an der höheren Bürgerschule zu Pfung­stadt tätig. In der Zeit vom 1. Oktober 1909 bis 30. September 1910 diente er als Einjährig-Frei­williger bei den 116em. Rach mehrjähriger Wirk­samkeit an der höheren Bürgerschule zu Baben­hausen diente er im Weltkrieg als Reserve-Offi­zier vom 3. September 1914 bis zum 30. April 1916 feinem Vaterlande an der Front. Seine weitere Tätigkeit sah ihn an der Stadtknabenschule und an der Oberrealschule zu Gießen. Seit dem 16. April 1920 gehörte er dem Lehrkörper des Landgraf- Ludwigs-Gymnasium an, bis er am 15. März als Referent in das Hessische Ministerium für Kultus und Dildungswesen berufen wurde.

Oberschulrat Dr. Blank ist allen Gießenern durch seine aufopfernde Hingabe bekannt geworden, mit der er sich schon früh für die Ziele der national- ozialistischen Freiheitsbewegung eingesetzt hat. Wer erhält Kettverbilttgmigsscheine?

Dorn Wohlfahrtsamt der Stadt Gießen wird uns geschrieben:

Unter Bezugnahme auf die heutige Bekannt­machung wird auch an dieser Stelle daraus auf­merksam gemacht, daß der Kreis der bezugsberech­tigten minderbemittelten Bevölkerung um folgende Perfonengruppen erweitert worden ist:

1. Empfänger von Krankengeld nach § 117 AVAVG. für sich und ihre Familienangehörigen, die während des Bezugs von Alu'oder Kru Zu- chlagsempfänger waren.

2. Notstandsarbeiter (für die auf Grund des § 139 AVAVG. die sog. Grundförderung gezahlt wird), ihre Ehefrauen und unterhaltsberechtigten minderjährigen Kinder.

3. (Empfänger von Vorzugsrente, ihre Ehefrauen und unterhaltsberechtigten minderjährigen Kinder.

4. Personen, deren Lohn und sonstiges Einkorn- men den Richtsatz der öffentlichen Fürsorge nicht wesentlich übersteigt, ihre Ehefrauen und unter­haltsberechtigten minderjährigen Kinder.

5. Kinderreiche Familien mit 4 (bei Witwen mit 3) oder mehr unterhaltsberechtigten minderjährigen Kindern für jeden Elternteil und jedes unterhalts­berechtigte minderjährige Kind.

6. Anstalten der öffentlichen und freien Wohl- ahrtspflege für die in ihnen in geschlossener Für- orge untergebrachten Personen, bei denen die son­nen Voraussetzungen für den Bezug des Reichs- verbllligungsscheins nach den vorstehenden Bestim­mungen erfüllt find: sowie für Anstalten und Ein- nchtungen der öffentlichen und der freien Wohl- atjrtspfjege, die in halboffener oder offener Für- orge Minderbemittelte beköstigen, jedoch nur für i der von ihnen beköstigten Personen . Die Ausgabe erfolgt ab sofort täglich während der Dlenststunden für die unter 1. und 2. Genann- ten durch das Arbeitsamt: für die unter 3. Ge nannten durch das Wohlfahrtsamt, Gartenstr. 2 Zimmer Nr. 11; für die unter 4., 5. und 6. Ge­nannten durch das Wohlfahrtsamt, Lonystraße 2 Zimmer Nr. 3. D '

Keine Bewerbungsgesuche an das Propagandaministerium senden? Es hat eine Flut neuer schriftlicher Bewerbungs- geludje und von persönlichen Gesuchen zu Bewer- bungszwecken im Ministerium für Volksaufklärung