Aus der Provinzialhauptstadt.
Oie Ai-beitslosmeldung.
Dom Arbeitsamt Tiehen wird uns mit« geteilt:
Durch die kürzlich erfolgte Neuorganisation des Auhenbezirks des Arbeitsamts Gießen haben die Ar. .itslofen z.T. weitere Wege als seither zu chrer zuständigen Neben- oder Hilfsstelle zurückzulegen. Aus diesem Grunde ist die Zahl der wöchentlich zu erfolgenden Kontrollmeldungen erheblich einae- schränkt worden. Da im übrigen die Hilfsstellen nicht täglich besetzt sind, mühten die Arbeitslosen, um sich nach erfolgter Entlassung sofort arbeitslos melden zu können, eoll. den weiteren Weg zur nächsten Nebenstelle zurücklegen. Das Arbeitsamt macht deshalb darauf aufmerksam, dah für alle Fälle dann eine schriftliche Arbeitslosmeldung erfolgen kann, wenn auf die erfolgte Entlassung hin eine sofortige Arbeitslosmeldung bei der Nebenoder Hilfsstelle infolge der festgesetzten Sprechtage nicht möglich ist. Als Tag der Arbeitslosmeldung silt der Eingang des Schriftstücks bei der Nebentelle, oder dem Hauotamte. An Hilfs- oder Melde- teilen sind Arbeitslosmeldungen schriftlich nicht zu richten.
Oie Znstandsehungspflicht ausländischer Hausbesitzer.
Der Reichsarbeitsminister hat in einem Rundschreiben an die Regierungen der Länder daraus hingewiesen, dah insbesondere ausländische Hausbesitzer notwendige Instandsetzungen an ihrem deutschen Grundbesitz unterlassen. Er hält daher in
derartigen Fällen ein Eingreifen der öffentlichen Hand für erforderlich, wozu die Dorschristen des Reichsmietengesetzes und die baupolizeilichen Bestimmungen der Länder eine genügende Möglichkeit bieten. Die Länderregierungen sind gebeten worden, den in Frage kommenden Behörden entsprechende Weisung zu erteilen und dem Reichsarbeitsminister über das Veranlaßte zu berichten.
VornoNzcn.
— Tageskalender für Mittwoch: Oberhesi. Kunstoerein, Turmhaus am Brandplwtz, 15 bis 17 Uyr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Eine Frau wie du" mit Liane Haid und Georg Alexander. — Neues Schloß, Land- araf-Philipp-Platz: 10 bis 13, 15 bis 18 Uhr, Werbe- Ausstellung hessischer und rheinischer Kunsttöpfereien.
** Hackfleisch im Sommer. Das Kreisamt Giehen macht in einer Verfügung an die Bürgermeistereien der Landgemeinden und die Gendar- merieftationen des Kreises darauf aufmerksam, dah mit Rücksicht auf die Bedeutung, die dem Hackfleisch bei der Entstehung von Fleischvergiftungen zu- kommt, in die Fleischverkaussordnung das Der- b o t ausgenommen worden ist, Hackfleisch während der wärmeren Jahreszeit auf Vorrat herzustellen. Ferner ist in der Fleischverkaussordnung. vorge- schrieben, dah Hackfleisch bei Bedarf stets frisch zu bereiten ist. Das Kreisamt ordnet an, die Durch- führung der Vorschrift streng zu überwachen und dabei besondere Aufmerksamkeit den Pferdemetzge- reien zuzuwenden.
Gtaaiskommiffar Or. Wagner im oberen Vogelsberg.
Eine Besichtigungsfahrt des Führers der hessischen Landwirtschaft.
D a r m st a d t, 12. 3uni. (WSR.) Die Staats- Pressestelle teilt mit:
3m Anschluß an eine große Dauer nversamm- lung in Lauterbach, bei der der Herr Staatskommissar für die Landwirtschaft in Hessen in einer äußerst interessanten Ansprache seine Pläne für den bereit- begonnenen ständischen Ausbau deS hessischen Bauernstände- entwickelte, und an eine Besichtigung mehrerer oberhessischer Landwirt- schastsämter veranstaltete Herr Staatskommissar Dr. Wagner zusammen mit seinen beiden engeren Mitarbeitern, Vertretern der hessischen Bauern, der Landwirtschaftsämter und der Beispiel-Wirtschaftskommission eine Rundfahrt durch die von dem hessischen Staate und der hessischen Bauernkammer vor vier 3ahren eingerichteten Deispiel-wirtschaftenimoberenDo- g e l s b e r g, die durch Verfügung deS Herrn StaatskommifsarS nunmehr unter der Oberleitung der Bauernkammer einheitlich zusammengefaßt sind, und die ein Vorbild geben sollen für die beste Anpassung deS DauernbetriebeS an die durch das ungünstige Klima deS Vogelsberg- gegebene Lage.
Alle Teilnehmer überzeugten sich davon, dah in den Betrieben schon manche Erfolge erzielt wurden, die zum Teil auch von anderen Bauern- betrieben der betreffenden Gemeinden nachgeahmt wurden.
Der Herr Staatskommissar beauftragte die mit der Beratung der Betriebe beauftragten Stellen, auf dem begonnenen Wege fortzuschreiten, der sicher zu einem günstigen Ergebnis fuhrt, wenn es gelingt, die Grundlagen der bäuerlichen Wirtschaft, die Viehwirtschaft und Milchwirtschaft, wieder rentabel zu gestalten. Die tatkräftigen Maßnahmen des Staatskommissars auf diesem Gebiet berechtigen uns hier zu den besten Hoffnungen. Während der Rundfahrt stattete der Herr Staatskommissar auch dem Versuchsgut der Landwirtschaftskammer
im Dogelberg, dem Selgenhof, seinen Besuch ab, wo er fich besonders lobend über den ausge- zeichneten Zustand der Vogelsberger Rotviehherde äußerte. Der Herr Staatskommissar bringt den von der Landwirtschaftskammer aus dem Selgenhof durchgeführten Maßnahmen lebhaftes Interesse entgegen. Das Versuchsgut hat die Aufgabe, für die Grünlandwirtschast und die Vieh- zücht im Vogelsberg praktische Ziele und Wege zu zeigen. Mit großem Interesse besichtigte der Staatskommissar auch einige Gemeindeoieh- weiden, deren Bedeutung für die Hebung der Viehzucht leider bei den beteiligten Bauern heute noch nicht genügend erkannt wird. Die Bauern unterschätzen häufig den Gewinn, den ihnen eine richtig gepflegte und gedüngte Weide bringen kann, und bevorzugen die alte Hutweide, bei der sie ohne Aufwendungen nur ernten wollen, und die daher schon nach wenigen Wochen, sobald im Frühjahr der erste Wuchs von dem Vieh abgefressen ist, zur Hungerweide wird.
Der Herr Staatskommisfar hat den Grünlond- sachoerstandigen der Laudwirtschaftskammer zum Vorsitzenden der hutweldenkommisfion ernannt und erwartet von ihm, daß er In Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftsämtern und vor allem auch mit den beteiligten Bauern im Vogelsberg bei den Gemeindeweiden alsbald eine Wirtschaftsform einführt, die zu einer wirksamen Förderung der Rindviehzucht des Vogelsbergs tatkräftig beiträgt.
Die ganze Rundfahrt hat das Verhältnis unseres Äffischen Dauernführers und des Leiters unserer landwirtschaftlichen Staatsverwaltung zu den einzelnen Bauern noch enger gestaltet. Alle Teilnehmer der Veranstaltung und alle ausgesuchten Landwirte haben aus der Rundfahrt neue Hoffnungen geschöpft für das Wiederaufleben unseres, in den letzten Jahren leider so schwer bedrückten heimischen Bauernstandes.
Zukunstsfragen des Einzelhandels.
Mitgliederversammlung des Landesverbandes des Hessischen Einzelhandels.
Der Landesverband des Hessischen Einzelhandels hielt in Darmstadt seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung ab, die insbesondere von den auswärtigen Vereinen gut besucht war.
Der kommissarische Vorsitzende, Herr Franz E t a b e l, Mainz, wies in seiner Dcarüßungs- ansprachc auf die grundlegende Umwälzung hin, die seit der nationalsozialistischen Revolution auch auf wirtschaftlichem Gebiete sich vollzogen habe.
Lin neuer Geist habe auch im Einzelhandel Einzug gehalten, und es gelte nun, im neuen Staate im Sinne der Volksverbundenheit unter Hintansetzung persönlicher Wünsche und Interessen mitzuarbeiten.
Gerade dem von den früheren Regierungen stark vernachlässigten Mittelstand seien besonders wichtige Aufgaben gestellt. Die neue Regierung werde sich mit aller Macht für den Mittelstand einsetzen und habe in dieser Beziehung schon eine ganze Reihe von Maßnahmen in die Wege geleitet, auf die vom Vorsitzenden im einzelnen hingewiesen wurde (Errichtungssperre für neue Geschäfte, Zugabegesetz, Arbeitsbeschaffung usw.). Es gelte nun, vertrauensvoll miteinander zu arbeiten, um zu dem großen Ziele der deutschen Volksgemeinschaft zu gelangen, die auch dem Einzelhandel ein Aufleben und eine sichere Existenz ermöglichen werde. Ganz besonderer Dank gebühre auch den früheren Mitarbeitern im Vorstand des Landesverbandes des Hessischen Einzelhandels, insbesondere Herrn Ä a I b - f u ß, der in aufopfernder und mühevoller Arbeit 25 3ahre lang den hessischen Einzelhandel in selbstloser Weise geführt und gefördert habe.
Anschließend erstattete der Verbandssyndikus Dr. M o e ß n e r den Geschäftsbericht über das abgelaufene 3ahr. Organisatorisch sei mit Erfolg gearbeitet worden, so daß sich der Mitgliederbestand beträchtlich erhöht habe. Die Ilmsätze im abgelaufenen Jahre waren nicht befriedigend, vielmehr muhten erhebliche Ausfälle festgestellt werden.
Die schlechte wirtschaftliche Lage de» mittelständischen Einzelhandels war insbesondere hervor- gerufen durch die drückende Konkurrenz der
Warenhäuser und Einheitspreisgeschäfte, Groh- filialbetriebe und Konsumvereine.
Zu den Hauptaufgabengebieten der Geschäftsführung habe auch im vergangenen Jahre die Behandlung von Steuerfragen, Rabatt- und Zugabewesen, unlauterer Wettbewerb, illegitimem Handel und die Kreditbeschaffung für den Cinzel- bandel gehört. Auch in der näheren Zukunft seien insbesondere die Warenhaus-, Filial- und Konsumvereinsfrage, sowie ein gerechter Steuer- auSgleich zu regeln. Rach der Gründung des Reichsstandes des deutschen Handels werde nunmehr auch dem Einzelhandel in dem zukünftigen ständischen Staat die ihm gebührende Stellung zutei. werden.
Zum ersten Vorsitzenden wurde Franz S t a b c I • Mainz einftimmig gewählt. Den Kassenbericht erstattete Friß Becker - Darmstadt. Dem Vorstand wurde auf Antrag der Kassenreviso- ren Entlastung erteilt. Nach Beschlußfassung über verschiedene Satzungsänderungen und Diskufsion über die eingebrachten Anträge wurde eine Entschließung angenommen, in der angesichts b r Unwirksamkeit der bisher vom Reichswirtschaftsministerium ergriffenen Maßnahmen
als besonder» dringlich eine gestaffelte Umsatz besteuerung der Warenhäuser, Grohfilialbetriebe und Konsumvereine, ein vollständiges verbot der Rabatte, Zugaben und Rückvergütungen und eine Aufhebung der Lebensmittelabteilungen und Erfrischungsräume in Warenhäusern und Einheitspreisgeschäften verlangt
wurde. Zur Frage des Butterpreises wurde eine Erklärung angenommen, in der die vollkommen unberechtigten Vorwürfe gegen den Einzelhandel zurückgewiesen werden
Diese Erklärung hat folgenden Wortlaut:
„Anläßlich der Vorgänge auf dem Buttermarkt sind gegen den Lebensmitleleinzelhandel Vorwürfe erhoben worden, als ob die Ursache der Erhöhung der Butterpreise in einer Steigerung des Aufschlags beim Einzelhandel zu suchen sei. Gegen solche irrigen Vorwürfe muß sich der Einzelhandel auf das I schärfste verwahren. Die Aufwärtsbewegung der I Butterpreise war eine notwendige Folge der durch 1
das Reich ergriffenen Maßnahmen zur Stützung des Fettmarktes und der landwirtschaftlichen Er- zeugerpreise. Auf Grund des vom Einzelhandel vor- gelegten einwandfreien Materials wurde behördlicherseits feftgefteQt, daß dem Einzelhandel angesichts der außerordentlichen Steigerung feiner Einkaufspreise keinerlei Vorwürfe gemacht werden können, sondern der Anteil des Einzelhandels am Butterpreis prozentual am allerwenigsten gestiegen ist und der Einzelhandel sich angesichts feiner Un
kosten (Fracht, Auswiegen, Stenern und allgemeine Geschäftsunkosten) mit einer Spanne begnügt hat, die unter der Deckung der wirklichen Spesen liegt."
Bezüglich der Saisonschlußverkäufe wurde beschlossen, einer Späterlegung des Termins und einer Verkürzung der Dauer auf 14 Tage zuzuftimmen.
Die Versammlung wurde mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf unseren Volkskanzler Hitler und dem Abfingen der ersten Strophe des Horst-Wessel- Liedes geschlossen.
Bücher zur Zeitgeschichte.
— Professor Dr. Carl Schmitt: Der Begriff des Politischen. Kart. 1 Mark. Hanseatische Verlagsanftalt Hamburg. — (185.) — ttari JSdjmitt, der Inhaber des Kölner Lehrstuhles für Staatsrecht, war im Leipziger Prozeß des Reiches gegen Braun-Severina der „Kronjurist des Reiches und einer der Mitsiböpfer des Reichs- tatthaltergefetzes, das die jahrhundertealte Idee >er Einheit nicht nur politisch, sondern auch formal- urrftifd) löste. Prof. Schmitt stellt in der vorliegen, den Schrift die Freund-Feind-Lehre als die Grundlage des Politischen auf. Jeder konfessionelle, öko- nomische und moralische Gegensatz wird au einem politischen, wenn er tief genug ist, die Menschen nach Freund und Feind zu gruppieren. Als Feind wird nicht der Konkurrent, nicht irgendein privater Gegner, sondern eine um ihre Existenz ringende Gesamtheit von Menschen angesehen, die einer eben- olchen gegenübersteht. Prof. Schmitt faßt diese Ge- amtheit von Menschen in dem Begriff der Politiken Einheit zusammen, deren Wesen darin besteht, innerhalb ihrer selbst die äußersten Gegensätzlich- teilen auszuschließen. So ersteht durch die neue Begriffsbestimmung ein Staat, der auf der Ge- schlossenheit seines völkischen Lebens beruht und die Bezeichnung des „totalen Staates" erfahren hat. Ohne Zweifel, dieser totale Staat verlangt Opfer, Hingabe und Verzicht, und es ist dieses Verlangen,
was ihn gerade handlungsfähig macht, ihn aber auch am stärksten vom liberaliftifdjen Staat unterscheidet, der ja zum obersten Gesetz den Schutz der individuellen Freiheit erhob und sich darum jeder politischen Handlungsfreiheit begab.
— Wilsrid Bade: Joseph Goebbels. Mit neun Abbildungen. Verlag Charles (Sole- man, Lübeck. Preis 1.50 Mk. (174.) — Die erste biographische Skizze über den Reichspropagandaminister verdiente höchstes 3ntereffe, wenn sie auch nicht, wie die vorliegende von einem der engsten Mitarbeiter des Ministers stammte. Goebbels und der unerhört zähe und erfolgreiche Kampf des Rationalsozialismus um Berlin sind eins, deshalb ist auch diese Schrift im wesentlichen eine ungeheuer fesselnde und hinreißende Schilderung dieses Kampfes um Berlin, in der der junge Rheinländer Joseph Goebbels zum Meister der politischen Propaganda und getreuestem Paladin seines Führers Adolf Hitler wurde.
— Eugen Hadamovsky: Propaganda und nationale Macht. Die Organisation der öffentlichen Meinung für die nationale Politik. Der lag Gerhard StaUing, Oldenburg i. £)., kart. 3,20 Mark. — (162.) — Der Verfasser, Vorsitzender des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer, wurde von der nationalen Regierung zum Sendeleiter des Deutschlandsenders berufen und ist als Mitarbeiter von Dr. Goebbels in der Reichspro- paganbaleitung der Nationalsozialistischen Berne- gung tätig. Ausgehend von dem schöpferischen Wort als dem Urelement des menschlichen Genius und der Propaganda als der ersten Kunst der Gemeinschaftsbildung zeichnet der Verfasser ein umfassendes Gemälde der Möglichkeiten, Aufgaben und Pflichten nationaler Propaganda. Die Drgani- sationsmöglichkeittn der öffentlichen Meinung werden mit klaren Linien umrissen Das Werk enthält außerdem eine Fülle Materials über Organisationen und Institutionen der öffentlichen Meinung, die amerikanischen, englischen, französischen, rufst- schen und italienischen Zeitungen, die Presiekon- zerne, die Berufsoerbände und Jnteressenorganisa- tionen, den Einfluß von Kirche, Schule, Universität, Presse, Film, Bühne, Rundfunk und die nationalsozialistischen Massenkundgebungen.
— „Die berufsständische Wirischasts- unb Sozialordnung." Von Dr. Karl Dor- werck, Herausgeber der berufsständischen Monatsschrift „Werk und Beruf". Verlag: Buchholz & Weißwange, Verlagsbuchhandlung GmbH., Berlin- Charlottenburg 2. Preis 1,20 Mark. — (159.) — Um der in weitesten Kreisen noch herrschenden großen Unklarheit über Sinn und Form der beruts- ständischen Wirtschafts- und Sozialordnung zu begegnen, werden in dieser Schrift die einzelnen Fra- gen des berufsständischen Aufbaues noch einmal zusammenfassend Umrissen. Die verschiedenen Bei- träge sind von namhaften Führern der berufsftän- dischen Bewegung verfaßt. Neben der wirtschaftspolitischen Seite wird auch die sozialpolitische ein- gehend behandelt. Drei beigefügte Pläne über den berufsständischen Aufbau der deutschen Industrie und des Handwerks tragen außerordentlich zur Veranschaulichung bei. Das Büchlein ist durch feine sachliche Klarheit dazu angetan, eine gründliche Klärung der Fragen und Probleme des berufs- ständischen Aufbaues der Wirtschaft herbeizuführen und gleichzeitig als Grundlage für letzte (Erörterungen zu dienen.
— Dr. Earl Lüer, Organische Wirt- schastsauffassung — (Nr. 171). — Der vom beauftragten Präsidenten der Industrie- und Han- delskammer Frankfurt a. M. Ende April gehaltene Vortrag ist nunmehr zum Preise von 1,— Mark im Verlag Nationalsozialistische Arbeitsgemeinschaft für berufsständische Wirtschaftsgestaltung, Frank- furt a. M. (Börse), als Broschüre erschienen.
— Dr. Erich Müller: Nationalbolschewismus. Hanseatische Derlagsanstalt, Hamburg (Preis kart. 1,50 Mark). — (Nr. 69) — Die sogenannte nationalbolschewistische Bewegung verfolgt die Verbindung des nationalen Gedankens mit dem der entschlossenen Wirtschaftsplanung und der Verlegung unseres politischen Schwergewichts auf die Ostrichtung, auf die offene Tür nach dem Osten als Trumpf des endgültigen Freiheitskompfes gegenüber dem Westen. Eine knappe Darstellung aller Männer und Gruppen, die sich innerhalb der nationalbolschewistischen Bewegung einen Namen gemacht haben, hat Dr. Erich Müller in dieser klaren Schrift über den „Nationalbolschewismus" gegeben.
— Franz Seldte. Ein Lebensbericht von Wilhelm Kleinau. Gebunden 95 Pfennig. Stahlhelm-Verlag G.m.b.H., Berlin, 1933. — (202.) — Dieser Lebensbericht über den Stahlhelm-Bundesführer ist gründlich und sachlich geschrieben. Daß er trotzdem nicht trocken ist, sondern packt und mit- reißt, liegt daran, daß Franz Seldtes Leben ein ewiger Kampf gewesen ist, den er ohne die absolute Hingabe an sein Werk niemals hätte bestehen
können. Dieses Buch will seinen Teil dazu bet- I tragen, auch in allen, heute dem Bunde noch fernstehenden Kreisen des deutschen Voltes Verständnis und Gefolgschaft für die Arbeit und die Ausgaben des Stahlhelms, Bund der Frontsoldaten, und seinem Führer zu wecken.
— „Der Stahlhelm muß sein" von *•*, mit einem Vor- und Nachwort, Neuordnung im Stahlhelm, von Hans Henning Freiherr Grote, Verlag Buchholz & Weißwange, Verlagsbuchhandlung G. m. b. H., Charlottenburg 2, Preis 0,75 Mark. — (Nr. 189). — Der Stahlhelm wurde in letzter Zeit häufiger in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Wir begrüßen daher diese auf- Iwlußreiche Schrift, die, mit Herz und Wärme geschrieben, Klarheit gibt über das Wesen und Wirken des Stahlhelms. Zur rechten Zeit erscheint diese aufschlußreiche Schrift aus Deutschlands größter Wehrbewegung, die heute in treuer Bundesgenos- senschast mit den Nationalsozialisten die Wacht über das neue Reich hält. Jeder, der noch wenig vom Stahlhelm weiß, erlebt hier den schweren, aber erfolgreichen Weg des Frontsoldatenbundes, der die besten Eigenschaften des Weltkriegskämpfers in die neue Zeit hinüberrettete. Wer weih noch etwas von den oft blutigen Kämpfen des Stahlhelm in Mitteldeutschland. Aber auch von der Neuordnung im Stahlhelm nach dem 27. April 1933 berichtet dieses Buch. Diese Schrift ist vor allem geeignet, über das Wesen des großen Wehroerbandes die notwendige Aufklärung zu aeben.
— Hans Asmussen: Reichskirche? Hanseatische Derlagsanstalt, Hamburg. Preis 80 Pfennig. — (142.) — Der Altonaer Pfarrer, der sich durch seine Mitarbeit am „Atonaer Bekenntnis" als einer der aktivsten Kämpfer um die protestantische Sache in der Gegenwart erwiesen hat, sieht die Notwendigkeit, daß gerade in den Monaten der durchgreifenden Politisierung aller Lebensgebiete und ihrer Ausrichtung nach Forderungen und Bedürfnissen des Staates der Derkündigungscharakter der Kirche rein erhalten bleibt und der religiösen Forderung an den Menschen durch die auftretenden politischen Bedürfnisse nichts an ihrer Unbedingtheit genommen wird. Das bedeutet nicht, daß nicht auch die Kirche die Notwendigkeit erkannt hat, durch eine grundlegende organisatorische Neuordnung zu einem einheitlichen Kirchenwesen, der Einheit der Nation entsprechend, zu kommen. Aber nicht ein politisches Programm, sondern das Wort Gottes muß stets erste Grundlage aller kirchlichen Tätigkeit und Haltung sein, es darf nicht so werden, daß sich das Wort Gottes und feine Verkündigung den Ansprüchen und Bedürfnissen menschlicher Vernunft beugen muß. Gerade dem neuen Staat muß daran liegen, daß die Bezirke einer echten Gläubigkeit und einer echten Gottesfurcht nicht verschwimmen und bagatellisiert werden. Ausmussen kommt aus freudiger Bereitschaft zur Mitarbeit am neuen Staate zu beachtlichen Vorschlägen einer Einigung der evangelischen Kirchen zu einer umfassenden lutherischen Kirche deutscher Nation und trägt so in die Disi kussion um die „Reichskirche" fruchtbare Gedanken, die sich organisch aus dem Leben der Kirche und des Protestantismus ergeben.
— Dr. Hans Beyer: Deutschland ohne Protestantismus. Preis 1,50 Mark. Will). Gottl. Korn Verlag, Breslau. — (163.) — Der Verfasser bejaht diese Frage und zeigt, welche Be- beutung heute dem Bekennntis, der Lehre, der sozialen Arbeit und der Massenpsychologie zukommt. Er spricht von der Verzauberung und Entzaube- rung der Massen durch Rundfunk, Film und Massenversammlung. Der junge, dem Kreise der Altonaer Pastoren nahestehende Theologe gibt die Stellungnahme der jungen protestantischen Front im Streit um die Reichskirche.
— Die nationale Erhebung 1933. Ein Gedenkbuch für das deutsche Volk. Mit über 130 Bilddokumenten aus der Zeit vom 30. Januar bis 21. März 1933. (Verlag Gerhard StaUing, Oldenburg i. O. 2,85 Mark. — (161.) — Eine Fülle innenpolitischer Ereignisse von geschichtlicher Bedeutung hat sich in den letzten Wochen abgespielt. Es ist der Sinn dieses Buches, alle für unser Volk so überaus wichtigen Geschehnisse für immer im Bilde festzuhalten. In mehr als 130 sorgfältig aus- gewählten Bilddokumenten erleben wir noch einmal alle Ereignisse von der Berufung Adolf Hitlers zum Reichskanzler bis zur Eröffnung des Reichstages in der Garnisonkirche zu Potsdam. — An der Fülle der interessanten Bilder wird jeder Leser seine Freude haben.
— Rolf Brandt: Der Weg durch die Hölle, sieben Kapitel deutscher Geschichte 1918 bis 1933, Brunnen-Verlag Willi Bischofs, Der-- Im SW 68, Preis geh. 3,75 (177., — Der bekannte Reporter, dem wir schon mehrere glänzende zeitgeschichtliche Bericht-Bücher verdanken, faßt hier Die reiche Fülle seiner Erlebnisse und Beobachtungen als Teilnehmer aller großen politischen Geschehnisse seit Versailles in ungemein packend geschriebenen Bildern zusammen, deren jedes eine Leidensstation auf dem Passionsweg des deutschen Volkes von Versailles bis ßaufanne darstellen. Das Buch wird namentlich in der Hand unserer 3ugend seine aufrüttelnde und mahnende Wirkung nicht verfehlen.
— Curt Hotzel: Geld macht Geschichte. Das Werk politischer Bankiers. Gebunden 2,80 Mk. Verlag Das Reich, Berlin. (149.) — Das Geld ist die stärkste politische Macht. Völker, Könige und Staatsmänner müssen den Befehlen der politischen Bankiers gehorchen, denen das Geld und damit — heute noch — die Erde gehört. Wie Fugger durch sein Geld die Wahl Karls V. bewerkstelligte, wie Rothschild die Befreiungskriege im Auftrage Englands finanzierte, wie das französische Bürgerkönigtum auf dem Geld der Pariser Bankiers ausgerichtet wurde, wie Rapoleon III. Spielball der Geldinteressen wurde, wie Europa unter dem internationalen Dankiersystem vom Stile der Rothschilds in den Weltkrieg taumelte und wie es sich unter der gleichen Herrschaft rrach dem Weltkriege vergeblich vor dem völligen Zusammenbruch zu retten sucht: diese verhängnisvolle Entwicklung eines nicht zur Herrschaft berufenen Typus wird an einer Fülle anekdotischen Materials charakterisiert.


