Ausgabe 
13.7.1933 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

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zeuge (auch Wasserfahrzeuge) sowie alte Telephone

>Wand- und Tischtelephone), Kabeldraht, Funkgerät,

** Ernennungen. Der Herr Reichsstatthalter hat auf Vorschlag der Hessischen Regierung den Staatsanwalt beim Landgericht der Provinz Ober« Hessen, Dr. Gerhard Eckert mit Wirkung vom 1. Juli zum Generalstaatsanwalt beim Oberlandes- gericht in Darmstadt ernannt. Mit Wirkung vom 1. Juli wurde der Studienrat Dr. Rudolf Blank in Darmstadt zum Oberschulrat in der Ministerial» abteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum ernannt.

nboner Hafenviertel.

brach in einer Chemischen er aus, dar mit rasender ff. In kurzer Zeit stand ein in Flammen, und drei be- ebensalls in Flammen aus. aus die Hasenanlage über, jte von den Bewohnern ze­ch langer Arbeit gelang es rand aus den Herd zu be­wirb aus mehrere hundert-

auf der Fluchl Wen.

Hermann 6ant'6nbe Mittwoch von der Straf. Polizeigesängnis in Elsen mit einem Echuhhästling lte, aus dem Transport hei dem er er/cho/- lt sich um ben e, der am 12. Oktober 1931 rich Garthe in Essen «rfig seine zwvlsjäh- rase in Master der«

der Lage ist, die erwähnten Geräte zu spenden, daß er einspringt und hilft.*

Daten für Donnerstag, den 13. Juli.

1816: Der Dichter Gustav Freytag zu Kreuz- burg in Schlesien geboren (gestorben 1895); 1874: Attentat Kullmanns auf Bismarck in Kif- singen: 1889: der österreichische Dichter Robert Hamerling in Graz gestorben (geboren 1830).

Vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag: Lichtspielhaus Bahnhofstraße:So ein Mädel ver­gißt man nicht" mit Dolly Haas und Willy Forst.

miger Kampf ums Wasser. Die zuerst Gekommenen mußten dazu bewogen werden, von ihrem Vorrat gegen Geld oder gute Worte abzugeben; sonst war nichts zu machen. Frau Giblin aber ging ihre ei­genen Wege. Sie warb 10 Konaken als Arbeiter an und lieh von ihnen Sprengungen an dem Berges- Hang vornehmen und die Echuumasten fortschauleln. Durch ihre Entschlossenheit und ihr würdiges Auf­treten erwarb ste sich die Achtung der grimmigsten Goldgräber, und ohne daß ste viel darum bat, hal­fen ihr alle nach besten Kräften. Ein Rachbar, der Wasser besah, gab ihr die Erlaubnis, von Mitter­nacht bis 6 Uhr morgens stch seines Borrats zu bedienen. So wäscht sie jetzt in der bitteren Kälte hoch auf dem Berge jede Rächt Gold, während das übrige Lager schläft, um ihren Kindern eine bessere Zukunft zu sichern.

Modediktatur im Llrwald.

Dah auch die schwarzen Schönen in Grasröcken und Halsbändern aus Glaslugeln den Verlockungen der Mode gegenüber nicht unempsindlich sind, ist eine bekannte Tatsache. Dah sich die eingeborenen Damen in den Wildnissen von Reu-Guinea aber sogar dem Gebot eines Mode-Diktators unterwerfen, das ist eine Reuigleit, die der Forschungsreisende Dr. R Fortune berichtet. Dieser Gelehrte, der im Auftrage einer amerikanischen Universität 21 Mo­nate lang anthropologische Untersuchungen im In­nern der Insel durchführte. ist jetzt nach Sydney zurückgekehrt und berichtet, dah die kleine Stadt Murik in der Rähe der Mündung des Sepik-Flus- ses in Reu-Guinea dieselbe Stellung einnehme, die für das Abendland seit langem Paris besitzt. Alle eingeborenen Moden nehmen nämlich von hier ih­ren Ausgang. In Murik wird festgesetzt, ob die aus Gras gefertigten Röcke lang oder kurz getragen werden sollen, ob es .letzter Schrei" ist, zwei oder drei grasgeflochtene Bänder um den Arm zu tra­gen. Wenn die Modeindustrie von Murik eine neue Kleidungsform ausgearbeitet hat. dann werden die Modelle in die benachbarten Städte und Dörfer für beträchtliche Summen verkauft, die in Schweinen gezahlt werden. Die Städte, die zu den Kunden des Paris von Reu-Guinea gehören, verwenden diese Toiletten ein Jahr lang und beziehen dann neue. Eie selber aber geben ihre Kleidungsformen wieder an andere Siedlungen weiter im Innern ab, und so wird die ganze Mode von Murik aus diktiert, alle Frauen im Urwald wollen tragen, was Murik befiehlt, und diese Form der Modediktatur besteht bereits seit langem. Freilich wird die Mode nicht so rasch verbreitet wie in zivilisierten Ländern, sondern es gibt viele Orte im Innern, die 20 Jahre darin zurück sind, weil der .letzte Schrei" von Mu­rik erst so spät zu ihnen gedrungen ist.

Kinder vor dem Schularzt.

Medizinalrat Or. Burger berichtet über den Gesundheitszustand der Schulkinder im Kreise Gießen.

Linser Mitarbeiter Lldo Wolter nahm im Beiwagen an einer Motorrad-Rekord- fahrt auf der Berliner Avus teil. Fahrer war der bekannte Rekordmann Theo S ch o t h, der überlegener Sieger der 1000- ccm-Klasse im Avusrennen wurde. Der folgende Beitrag schildert die Eindrücke des .Greenhorns" bei der rasenden Jagd.

Ein wenig zweifelnd betrachtete mich der be­kannte Rennfahrer und Avussieger Theo S ch o t h, als ich ihn bat, mit mir zusammen den Versuch zu unternehmen, seinen im Vorjahre ausgestellten Rundenrekord für schwere Beiwagenmaschinen auf der Avus zu brechen. Es bedurfte mehrfacher Zu­reden und der Versicherung, daß, wie die Ge­schichte auch ausgehe, es auf meine eigene Gefahr geschehe, bis er seine Maschine hervorholen und startbereit machen lieh.

Fahrt ins Blaue.

Inzwischen hatte sich unser Unternehmen herum­gesprochen. In kurzer Zeit waren wir von einem großen Kreis von Reugierigen umgeben. Zurück gab es jetzt nicht mehr, obgleich mir, als ich den flachen, schmalen, nach hinten vollständig offenen Beiwagen betrachtete, die ganze Angelegenheit nun doch ein wenig bedenklich erschien. Brachte ich doch keinerlei praktische Erfahrung mit, auf die ich mich hätte verlassen können. Cs war, so und so gesehen, wirklich eine Fahrt ins Blaue. Der Ausgang war auf jeden Fall unge­wiß. Es konnte gelingen, es konnte auch, und der Fahrer machte in seiner ruhigen Art einige ironische Bemerkungen in dieser Richtung, Kopf und Kragen kosten. Kommt es doch gerade bei Seitenwagenrennen sehr darauf an, wie weit sich die beiden Partner verstehen und, in den Kur­ven ist das besonders wichtig, aufeinander ein­gespielt sind.

Die Bemerkungen der Umstehenden trugen ihr übriges dazu bei, um mir die Annehmlichkeiten", die meiner harrten, recht deutlich vor Augen zu führen. Aber schließlich, was hals es! Ich hatte das Unternehmen angeregt und mußte durchhal­ten. Mit einer Art Galgenhumor stieg ich, nach einigen kurzen Erklärungen und Berwaltungs- maßregeln, die mir gegeben wurden, in den Bei­wagen, der mir jetzt fast wie ein flaches Brett erschien. Sturzhelm und Schutzbrille wurden be­festigt ...

Start.

Aber kaum sprang die Maschine an, brüllte der Motor neben meinen Ohren, als sich seltsamer­weise jedes Angstgefühl verlor. Rur eine erwar­tungsvolle Reugierde und fieberhafte Spannung blieben zurück. Würden wir es schassen? In die­sem Augenblick erschien es mir kein Wagnis mehr, mit Kopf und Schultern, nur gehalten von einem mit Quergriff versehenen Lederriemen, dicht über dem Boden zu hängen, über den wir nachher mit einer Stundengeschwindigkeit von 165 Kilometer Hinwegrasen sollten.

Der Mechaniker überprüfte noch einmal flüchtig die bereits vorher sorgfältig Lurchgesehene Ma­schine. Dann nahm er die Stoppuhr in die Hand. Dröhnend und schüttemd brummte der Motor in eine tiefere Oktave hinein. Der Beiwagen, in dem ich auf dem blanken Blech lag, nur um die Schul­terblätter von einem kleinen Lederkissen geschützt, zitterte leise.

Ein kurzer Blick auf den Mechaniker. Ein leises Kommando. Krampfhaft klammerten sich meine Finger um den schmalen Griff. Da jagte die Ma­schine auch schon aufheulend die Gerade der Avus hinunter

Kurve!

Gleich nach dem Start fiel mir das furchtbare Springen des Beiwagens auf. Wir hatten doch eine glatte, aufs sorgfältigste gepflegte Strecke vor uns... Aber bei der Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometer, die ich, mich ein wenig empor­reckend von dem Tachometer ablas, veranlaßte jede geringste Erhebung des Bodens heftige Stöße. Bäume, Hecken, Tribünen, Menschen, die uns nachstarrten, rasten wie Phantome vorüber. Der stetig tiefer werdende (Brummton des Motors zeigte die wachsende Geschwindigkeit an. Ich wagte schon nicht mehr mich auszurichten. Bor einem wachsenden Dröhnen in den Ohren, vor dem selbst die Zurufe der an den Böschungen sitzenden Zuschauer wesenlos wurden, schloß ich einen Au­genblick die Augen. In dieser Sekunde fiel das Heulen des Motors jäh in sich zusammen.

In rasender Geschwindigkeit wuchs die große Kurve vor uns auf. Jetzt begann meine Aus­gabe.

Ausrichten? Hinüberlehnen? über die Maschine? Keine zehn Zentimeter neben mir befanden sich zu beiden Seiten die rasenden Räder, deren Spei­chen jetzt wie eine leuchtende Metallscheibe er­schienen.

Ich zwang mich ein wenig in die Höhe. Rur nicht nach hinten aus der Maschine rausrutschen. Der Wind packte meinen Pullover und zog ihn mir bis unter die Achseln empor. Schon war die Kurve heran.

In verzweifeltem Entschluß warf ich mich hin­über. Dickt an der Rasenfläche der Innenbahn entlang raste die Maschine. Schon waren wir fast für einen Augenblick auf den Rasen geraten.

Dann lag die zweite Gerade vor uns. Der erste Fahrtabschnitt war erledigt.

Oer Sturzhelm.

Langsam gewöhnte ich mich an das Stoßen des Wagens und fand Freude an dem unsinnigen Tempo. Da öffnete sich eine Schnalle des Sturz­helmes der mir halb in das Gesicht glitt. Los­lassen und ihn befestigen war eine Unmöglichkeit. Krampfhaft versuchte ick das schwere Ungetüm durch Kopfbewegung wieder in seine normale Lage zu bringen. Wieder begann die Maschine stark zu springen. Ich stemmte meine Füße hart gegen die Vorderwand. Dor uns in der Ferne wurde der Funkturm sichtbar, an dem die zweite Kurve lag. Ich sah hinauf zu dem Fahrer, doch der behielt nur die Strecke vor uns im Auge.

Mit einem heftigen Ruck warf ich den Kops zurück. Ich hatte wieder freie Sicht. Der Helm war zurückgealitten.

pocht der Motor?

Zwei Kilometer konnte es höchstens noch bis zu den Tribünen fein. Plötzlich beugte sich der Fahrer ein wenig hinab. Ich horchte auf. Klopfte der Motor nicht? Wenn jetzt eine Störung, eine Panne kam, war es aus mit unserem Rekord­versuch. Ich hatte meine ganze Kurvenangst ver­gessen. Rur kein Aussehen, keine Störung. Es mußte gelingen... Heranrasende Tribünen. Der Funkturm scheint zu schwanken. Weit beugte ich mich hinüber, hing über dem Hinterrad der Maschine...

Scharfes Bremsen, die Maschine glitt ein wenig zur Seite. Menschen umringten uns, der Mecha­niker kam auf uns zu. Ich brauchte nur sein Ge­sicht zu sehen, um zu wissen, dah der Versuch geglückt war. 8,50 Minuten zeigte die Stoppuhr. Um sechs Kilometer hatten wir den vorjährigen Avusrekord für schwere Beiwagenmaschine unter­boten.

Wir brechen einen Rekord.

Greenhorn" im Beiwagen des Motorrad-Rennfahrers Eindrücke von einer rasenden Zagd.

Don Udo Wolter.

Blinklampen u. dgl.

Pioniergeräte sind abzuliefern bei der Standarte 116 (Kreisamt) und bei Truppführer Plitt, Füh­rer des Pioniersturmes 14 116, Gießen, Selters­weg 9. Nachrichtengeräte bei Sturmführer Ben­der, Gießen, Stephanstraße 14. Truppführer Reuschling beim Stab der Standarte 116, Gie- feen, Ästerweg 50 (Telephon 2129) ist zu jeder wei­teren Auskunft gerne bereit, auch können bei ihm Meldungen zum Abholen des gespendeten Mate­rials abgegeben werden. Die Ausbildungskurse der Katastrophenhilfsdienstformationen haben begonnen. SA.-Leute opfern für ihre Mitbürger viel Zeit und Geld, wir erwarten von jedem Deutschen, der in

Daher sei auch an dieser Stelle an alle verantwor- I tungsbewußten Eltern die Mahnung gerichtet, durch | rechtzeitige Beachtung der Beanstandungen auch das Ihrige zur Gesundung unseres Volkes beizutragen: denn nur ein an Leib und Seele gesundes Volk hat die Möglichkeit und die Berechtigung, sich anderen Völkern gegenüber auf die Dauer zu behaupten.

Von der Anklage der Spritschiebung freigesprochen.

WSR. Mainz, 12. Juli. Am 22. April 1931 verurteilte das hresige Bezirksschöffengericht in einer Verhandlung gegen mehrere Spritschieber auch den angeklagten Ähisssingenieur E. Schä- f e r aus Elberfeld wegen gewinnsüchtiger Beihilfe zu drei Monaten Gefängnis, rund 61 7 000 Mark Geldstrafe und rund 67 000 Mark Wertersah st rase. Gegen dieses Urteil hat­ten sowohl Schäfer als auch der Staatsanwalt Berufung eingelegt, die aber in zweiter Instanz verworfen wurde. Auf neuerliche Revi­sion beim Reichsgericht in Leipzig hob dieses das Urteil gegen Schäfer auf und verwies die Sache an die Vorinstanz zur nochmaligen Verhandlung. In der gestrigen Verhandlung vor der Zweiten Großen Strafkammer konnte dem Angeklagten seine Einrede, daß er von der Spritschie­bung leine Ahnung habe, trotz starker Verdachtsmomente, die gegen ihn sprachen, nicht widerlegt werden. Er wurde deshalb frei- gesprochen.

Buntes Allerlei.

Mutter geht Gold graben...

Eine Mutter, die sich keine Arbeit verdrießen läßt, arbeitet jetzt in den Goldseldern von Edie Creek in dem Urwald-Hinterland von Reu-Guinea, um für ihre beiden Söhne, die noch auf die Schule gehen, die Mittel zum weiteren Unterricht und zum späteren Universitätsstudium zu gewinnen. Diese ent­schlossene Frau ist eine Mrs. Giblin. Eie gewann in einer Lotterie das Anrecht auf die Ausbeutung einer goldhaltigen Stelle in Edie Creek und flog mit dem nächsten Flugzeug von Port Moresby nach Wau, da ja auf andere Weise die Goldfelder nicht zu erreichen sind. Von Wau marschierte sie noch 20 km bis an Ort und Stelle. Hier fand sie zwei große Schwierigkeiten vor. Der Platz, den sie ge­wonnen hatte, befand sich auf einem Berge, mehr als 2000 Meter über dem Meeresspiegel: es waren zunächst große Schuttmassen zu entfernen, und dann fehlte es an Wasser, um die Goldwäscherei vor­zunehmen. Unter den Goldgräbern wütete ein grim-

Das Auftreten von Kropfbildung ist im Kreise Gießen an bestimmte Gegenden gebun­den, besonders viel Kropfbildung findet sich im § umdatal und in der Gegend von Hungen, während andere Gemeinden nahezu vollständig tropffrei zu sein scheinen. Nach einem feit Jahren

Die Erhebungen über den Gesundheitszustand der Schulkinder im Kreise Gießen sind abgeschlossen.

Während des Berichtsjahres (1. 2lpril 1932 bis 31. März 1933) wurden in sämtlichen 78 Land­gemeinden des Kreises Gießen der Gesund­heitszustand der Schüler nachgeprüft. In mehrklasfigen Schulen wurden die Schüler und Schülerinnen der 2., 4., 6. und 8. Klasse untersucht, außerdem alle im vorigen Jahre beanstandeten, die neu aufzunehmenden Kinder wurden auf ihre Schul­fähigkeit, die zu entlassenden auf ihre Berufsfähigkeit hin geprüft. Am Mantagvormittag fand auf dem Kreisgesundheitsamt eine Schulsprechstunde statt, die einen regen Besuch zu verzeichnen hatte.

3m ganzen wurden über 8000 Reihenunter­suchungen durchgeführt.

Trotz der schlechten Wirtschaftslage hat sich erfreu­licherweise der Gesamtzustand der Schulkinder gegen­über dem vorigen Jahre im großen ganzen nicht verschlechtert. Er war aber in den einzelnen Gemeinden sehr verschieden. Ebenso verschieden war auch das Verhalten der Eltern, deren Kinder bean­standet wurden und die schriftlich auf die durch die Schuluntersuchung aufgedeckten Mängel hingewiesen wurden. Auf diese Beanstandungen hin wurden in der überwiegenden Anzahl der Fälle die Kinder ärzt­licher Behandlung zugeführt, nur in einzelnen, glück­licherweise sehr wenigen Gemeinden fanden die Be­anstandungen bei den betreffenden Eltern wenig oder gar kein Verständnis, auch persönliche Rücksprache mit der Kreisfürsorgerin und dem Schularzt kannte den gewünschten Erfolg nicht zeitigen.

Beanstandet wurden wegen Erkrankungen des Knochensystems 530, Bruchanlagen 38, Phimosen 34, Fußdeformitäten 200, Sehfehlern 41, Ohrerkran- lungen 16, Sprachfehlern 9, mangelnder Zahn­pflege 530, Drüsenschwellungen 23Ö, Krankheiten des Herzens 32, behinderter Nasenatmung 31, en» bocriner Fettsucht 6, wegen verschiedener anderer Leiden 19, wegen Kropfbildung 315, im ganzen also 2080.

Die beanstandeten Kinder wurden durchweg in hausärztliche Behandlung überwiesen, da das handinhandarbeilen des Hausarztes mit dem Schularzt am meisten Erfolg verspricht.

-gt für uns Deutsche ein heimatfroher Reiz Gedanken an Rosen und Linden in beißen Julitagen. Schon unsere germanischen Vorfahren haben die Rose geschätzt, sie pflanzten sie in dichten Hecken um ihre heiligen Haine, da sie durch ihre

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Bekanntmachungen des AS.-Lehrer- bundes im Kreis Gießen.

RSLv. und Lehrerorganisationen.

Die Mitglieder des NSLB., die noch anderen Leh» rerorganisationen angehören sollten, werden aufge­fordert, aus diesen auszuscheiden, andernfalls erfolgt Ausschluß aus dem NS.-Lehrerbund.

Mitarbeit an der RS.-Lehrerzeitung.

Für die NS.-Lehrerzeitung werden hervorragend begabte Mitarbeiter gesucht, die mit den national­sozialistischen und völkischen Ideen gut verwachsen sind und die nationalsozialistischen schulpolitischen Ideen richtig erfaßt haben. Der Inhalt der Zeitung soll in der Hauptrichtung nach folgenden Gesichts­punkten zusammengesetzt sein: 1. Erziehungswissen­schaft im allgemeinen. 2. Rasse und Erziehung. 3. Die Einheit der nationalen Schule und des deutschen Lehrerstandes. 4. Psychologie des Nationalsozialis­mus. 5. Leibesübung und Wehrerziehung. 6. Natur­wissenschaft und Nationalsozialismus. 7. Geschichte des Nationalsozialismus. 8. Lehrerbildung. 9. Am schwarzen Brett und Bundesnachrichten. 10. Bücher­und Zeitfchriftenfchau. 11. Wichtige erziehungspoli­tische Mitteilungen aus dem Auslände. 12. Lehr- und Lernmittel.

Mitarbeiter, die das eine oder andere Gebiet gründlich beherrschen, wolle,n sich schriftlich bei mir melden zur Weitergabe an Gau- und Reichsleitung. Es kommen nur hochwertige Aufsätze in Frage.

Der Kreisobmann: Dr. H e n ß.

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beten, die SA. bei dem Katastrophenhilfsdienst und beim Nachrichtendienst durch Spenden von Pionier- zu unterstützen. Die SA. braucht dringend: Klauenbeile, Spaten, Kreuzhacken, Fahr-

** Schulperfonalie. An der Volksschule zu Osthofen (Kreis Worms a. Rh.) ist eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer freigeworden.

** Der Zentraloerband auslands­deutscher Studierender veranstaltet in den Tagen vom 14. bis 16. Juli in Stuttgart seine 12. Vertretertagung. Die Tagesordnung sieht eine große Anzahl von Vorträgen und Besprechungen vor. Am Sonntag, 16. Juli, nimmt auch der Vizekanzler von Papen an der Tagung teil und wird vor­aussichtlich auch eine Ansprache halten. Der Dertre- tertag steht unter dem Protektorat des Herrn Reichs­statthalters von Württemberg Wilhelm Murr.

Einverständnis mit den betreffenden Eltern jedem Kind mit geringgradiger Kropfbildung wöchentlich einmal mit Pausen von einem Vierteljahr eine Jod- troponftrumatablette gereicht: bei Kropfbildung stärkeren Grades oder in Fällen, die auf die an­gewandte Behandlung schlecht reagierten, wurden die Kinder sofort in hausärztliche Behandlung über­wiesen. Die Darreichung der Tabletten in der Schule hat sich im großen ganzen bewährt. Zum erstenmal in diesem Jahre wurde an bedürftige Kinder, die an Erscheinungen von exudativer Dia­these litten, Lebertran verteilt, auch hierbei zeigte sich ein günstiger Einfluß auf die Drüsenschwellun­gen und Neigung zu Katarrhen und Entzündungen der äußeren Haut.

Für einen Kuraufenthalt wurden 65 Kinder ausgewählt.

Die Prüfung auf Schulfähigkeit geschah nach den von E a m e r c r aufgestellten und von Pirquet modifizierten Tabellen. Von den 1237 einzuschulen­den Kindern entsprachen 38 diesen Mindestanforde­rungen nicht und mußten für ein Jahr zurückge­stellt werden, 3 Kinder wurden als schulunfähig befunden. Durchschnittsgröße und »gewicht schwank­ten in den einzelnen Gemeinden zwischen 107 bis 116 Zentimeter und 17,7 bis 20 Kilogramm.

Orthopädische Turnkurse konnten in 12 Gemeinden abgehalten werden, durchweg nah­men die Kinder mit Freude und Eifer daran teil und durchweg waren die E n b e r f o l g e recht gut. In einigen wenigen Gemeinden allerdings kam trotz aller Bemühungen ein orthopädischer Turnkurs nicht zustande.

In dem 10 Landgemeinden, in denen die Schul­speisung eingeführt wurde (i Liter Milch und ein Brötchen), wurden die Kinder auf ihre Bedürf­tigkeit hin vom rein medizinischen Standpunkt aus ausgemustert, die Schulvorstände sonderten dann aus dieser Zahl wieder die Kinder aus, deren wirt- schaftliche Verhältnisse eine Schulspeisung auf all­gemeine Kosten nicht tunlich erscheinen ließ.

Zweck und Sinn der schulärzttichen Untersuchung ist nicht, statistisches Material zu gewinnen, so lehr­reich und aufschlußreich das auch sein mag, sondern kranke und zu Krankheiten neigende Kinder bald­möglich der entsprechenden ärztsichen Behandlung zuzuführen.

Tlut bei möglichst frühzeitiger Erkennung einer Krankheit können in weitgehendem Maße der betreffenden Familie wie der Allgemeinheit größere Kosten erspart werden und können die allermeisten Leiden günstig beeinflußt werden.

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Dornen Eindringlinge fernhielt. Die Sage van Kriemhilds Rosengarten ist bekannt. In alten Wap­pen finden wir sie häufig, so z. B. in dem von Rostock. In unseren Volksliedern haben wir sehr oft die Verbindung von Rosen und Linden, und auch in den deutschen Heldensagen ist häufig davon die Rede. In der Poesie der Meistersinger ist die Rose vielfach besungen, ebenso fand die schöne Blüte im deutschen Märchen ständig ihren Platz.

Ader auch die Linde ist ein gewichtiger, gern ge­sehener Baum in deutschen Landen. Ist es die Rose, welche die Liebe knüpft, so ist es häufig die Linde, die sie in ihrem Schatten aufnimmt. Unsere Dor- fahren hielten sie für heilig. Alle Dorfangelegen- heilen wurden, wie es in einigen Gegenden noch jetzt geschieht, unter der Linde -verhandelt. Hier tanzte und spielte die Jugend und ruhte das Atter aus; ja, es wurde sogar dafür gesorgt, dah die Be­gräbnisplätze von Linden beschattet waren. In der wundervollen Blütezeit ist die Linde über und über mit kleinen Blütensträußen bedeckt, die weithin die Luft mit ihrem Duft erfüllen. Tausende emsiger Bienchen saugen den Honigsaft. Die herrlichen duf­tenden Blüten sind überdies noch eine wahre Wohl­tat für gesunde und kranke Menschenkinder. Sie geben den bekannten Lindenblütentee, der gelind schweißtreibend und krampfstillend wirkt und viel verordnet wird. Aus dem Lindenholze bereitet man die Lindenkohle, die mit aeöörrten und pulverisier­ten Salbeiblättern gemischt, ein ausgezeichnetes Zahnpulver ergibt; die Früchte liefern ein dem Mandelöl ähnliches Del.

Jetzt sind die Tage, da Linden und Rosen blühen, die Tage, an denen man seine Sorgen hinaus in den Sonnenschein tragen, sich eine Rose ins Knopf­loch stecken und im Schatten einer Linde darüber Nachdenken soll, wie die Natur so gütig und viel- seitig ist, daß sie uns zusammen Schönheit und Nutzen gegeben in Rosen und Linden. M. Gr.

Katastrophenhilfsdienst und Nachrichtendienst.

Don der Standarte 116 wird mitgeteilt:

lieber das Wesen des sog. Katastroohenhilfs- bienftes sind die Leser desGießener Anzeigers" bereits unterrichtet worden. Zu ergänzen ist nur, daß sinngemäß auch ein gut ausgebildeter Nach­richtendienst Hand in Hand mit dem Katastrophen­hilfsdienst arbeiten muß. Diese Aufgabe ist in Gießen dem Nachrichtensturm 17/116 zuerteilt worden.

Die Gießener Bevölkerung wird nochmals ge-