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13.6.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 135 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Dienstag, IZ.Zuni MZ

Der Voranschlag des Kreises Gießen für 1033.

Am Mittwoch, 21. Juni, wird der neue Kreistag des Kreises Gießen zusammentreten. 3m Mittel­punkt seiner Arbeit wird die Beratung und Be­schlußfassung über den Voranschlag des Kreises Gießen für das Rj. 1933 stehen.

Der Voranschlag schließt in Einnahme und Aus­gabe, nach der Feststellung durch den Kreisaus- schuß, mit 788 565 Mark gegen 853 448 Mark im Vorjahre ab. Davon entfallen auf die Betriebs- rechnung 624892 Mark (im Vorjahr 629 419 Mark), auf die Derrnögensrechnung ram­men 163 673 Mark (im Vorjahr 224 029 Mark).

3n der Betriebsrechnung find die einzel­nen Kapitel wie folgt verzeichnet: Allgemeine Ver­waltung: Einnahme 8315 Mark (4215 Mark), Aus- gäbe 21 121 Mark (20 421 Mark): Polizeiwesen: Einnahme 60 790 Mark (23 366 Mark), Ausgabe 62 870 Mark (25 246 Mark): Schulwesen: Einnahme nichts, Ausgabe 4175 Mark (4675 Mark): Kunst und Wissenschaft: Einnahme nichts (200 Mark), Ausgabe 5120 Mark (4620 Mark): Bauwesen: Ein­nahme 3324 Mark (3390 Mark), Ausgabe 12 966 Mark (13112 Mark): Allgemeine Förderung der Wirtschaft: Einnahme nichts, Ausgabe 4102 Mark (4308 Mark): Wohlfahrtspflege und Gesundheits­

wesen: Einnahme 143 146 Mark (152 442 Mark), Ausgabe 343 278 Mark (386 148 Mark): Anstalten und Einrichtungen: Einnahme 2040 Mark (5350 Mark), Ausgabe 9000 Mark (9465 Mark): Finanz- und Steuerwesen: Einnahme 402 651 Mark (435 946 Mark), Ausgabe 158 184 Mark (157 494 Mark): Grundstücksoerwaltung: Einnahme 310 Mark wie im Vorjahre, Ausgabe 10 Mark wie im Vorjahre, Kapitalvermögen und Kapitalschulden: Einnahme 4316 Mark (4200 Mark), Ausgabe 4066 Mark (3920 Mark).

3n der Derrnögensrechnung ist der Reste- und Ausgleichsstock für 1933 mit 149 083 Mark (im Vorjahr 213 275 Mark) in Einnahme und Ausgabe verzeichnet, der Kapitalien- und Erneuerungsfonds schließt in Einnahme und Ausgabe mit 14 590 Mark (10 754 Mark) ab.

Die Hohe der K r e i s u m l a g e n ist für 1933 auf 220 000 Mark gegen 220 550 Mark im Vorjahr veranschlagt.

Rach der Dermögensübersicht beziffert sich das Vermögen des Kreises nach dem Stand vom 1. Januar 1933 auf 329 110,02 Mark, die Gesamt­summe der Schulden auf 116 795,60 Mark.

Genoffenschastsiag der hessischen Genossenschaften.

Neichsstatthatterö Sprenger.

landwirtschafilichen

Eine Ktbe des

Darmstadt, 11. Juni. (MSN.) Der 69. Der-

bondstag des Verbandes der Hessischen Land­wirtschaftlichen Genossenschaften, zu- aleich auch der Tag des 60jährigen Be- stehens des Verbandes, wurde in dem mit frischem Grün, mit schwarz-weiß-roten und Haken­kreuzfahnen geschmückten städtischen Saalbau abgc- halten. Der Reichsstatthalter in Hessen, Spren­ger, nahm an der Tagung teil. Es waren etwa 1000 Delegierte aus ganz Hessen erschienen. Auch zahlreiche Vertreter der Behörden waren anwesend.

Der Staatskommissar für die Landwirtschaft Dr. Wagner, der Präsident des Verbandes, eröffnete den Verbandstag. Seine besonderen Grüße galten dem Ministerpräsidenten G r a n z v w, als Vertreter des Reichsbauernführers Walter Darr 6, Präsident Trumps und Generalanwalt (Sennes, ferner dem Präsidenten der Landwirtschaftskammer für Hessen, Detonomierat Hensel, dem Vertreter der Stadt Darmstadt, Dr. H o l z m a n n und den Ver­tretern der Landwirtschaft.

Rach den zahlreichen Begrüßungsreden hielt 23er- bandsdirektor B e r g ein Referat über60 Jahre 0) e n o f f e n f d) a f t 9 a r b e i f'. Er betonte die bahnbrechende Arbeit des hessischen landwirtschaft­lichen Genossenschaftswesens. Mit Gott möge es im Sinne des Reichskanzlers, in Treu zum Genossen- schaftsoerbande mit der Landwirtschaft wieder auf­wärts gehen.

2Reid)0ftaftbalter in Hessen Sprenger, von der Versammlung auf das lebhafteste begrüßt, war inzwischen erschienen. Er richtete an die Ver­sammlung eine kernige Ansprache, in der er be­tonte, er sei gerne zu den Genossenschaftsvertre­tern gekommen, diesem ureigensten Be­st andteil des deutschen Bauerntums seitJahrzehnten. Blü ezeiten tec Deutschen feien dann immer entstanden, wenn jeder sich in den Dienst des Ganzen stellte. Er beglückwünsche den Verband zu seinem 60jährigen Bestehen. Die Genossenschafter seien ihren Weg gegangen in all den verflossenen Jahren. Ihre Tätigkeit müsse jedem Hochachtung abringen. Gewiß, das müsse er ganz im allgemeinen sagen, anderwärts wur­den viele Genossenschaften mißbraucht von ihrer Führung und sollten in den Irrsinn des Inter­nationalismus hineingestellt werden. Alle diese fehlgeleiteten Genossenschaften müßten zurückkeh­ren zu den gesunden Grundgedanken. Ein Zu­sammenschluß freier Männer solle d i e Genossenschaft sein. Mit einem sol­chen Zusammenschluß könne kein Mißbrauch ge­trieben werden.

Der Werl des Alten müsse bei der Neugestaltung bestehen bleiben. Die Gleichschaltung, die heute oorgenommen werde, müsse allerseits richtig ver­standen werden. Unter Gleichschaltung verstehe man die Durchsetzung des nationalen willens.

Wer glaube, die Bewegung dazu benutzen zu kön­nen, für sich hoch bezahlte Stellen zu erlangen, der irre sich. Er werde treue Wacht für seinen Führer halten und keine Sekunde dulden, daß auch nur ein Schritt abgegangen werde von dem Weg, den der Führer wünsche. Dabei werde er vor keiner Person zurückschrecken. Wertvoll sei nur der deutsch« Mensch, der sich seiner Familie unb sei­nem Volk verantwortlich fühle.

3m Genossenschaftswesen spielten allerdings

noch gewisse Rivalitäten eine Volle, ein gesunder Wettstreit sei aber wertvoll. Ehemals sollte die Mainlinie Deutschland zerreißen. Daher habe er darauf gesehen, diese Mainlinie auszuradieren.

Jlun solle die IHalnlinie eine Verbindungsbrücke zwischen Süd und Jlorb fein und bleiben.

Als Leiter des neuen Gaues, der mit Willen Hessen-Rassau heißt, werde er allezeit da­für sorgen, daß nie wieder von einer Trennungs­linie gesprochen werde. Das Volk gehöre zusam­men, und bestehende Ländergrenzen durften »die Entwicklung nach vorn nicht hindern. Es werde im Werden des deutschen Volkes nichts überraschend geschehen. Alles sei auf Entwicklung aufgebaut. Des Füh­rers Wille sei in allen Ländern durchzusehen. Die­ser politische Wegweiser möge auch in der Ge­nossenschaft leuchten. Selbstverwaltung bleibe der beste Weg. Keine übertriebene Zentralisierung dürfe Platz greifen. In kluger Selbstverwaltung müsse die Genossenschaft aufge­baut werden. Wer Rationalsozialist sei, müsse sich zunächst als Volksgenosse fühlen: denn Deutschland stelle letzten Endes eine große Dolks- genossenschaft dar. Mit einem begeistert aufge­nommenenSieg-Heil" auf den Führer schloß der Reichsstatthalter.

Oie geschäftlichen Beschlüsse, -

Sodann berichtete Generalsekretär Dr. Hille- mann über die Bilanz des Verbandes der Hessischen Landwirtschaftlichen Genossenschaften, die mit 45 173,02 Mk. Endsumme abschließt und einen Gewinn von 176,31 Mk. enthält. Ein­stimmig wurde dem Verbandsdirektor und dem engeren Aus chuß bezüg.ich der Gen.ssenschafts- führung und der 3ahresrechnung 1932 Entlastung erteilt.

Weiter wurden einhellig die vom Landwirt­schaftskommissar für den Verbandsausschuh vor-- geschiagenen Herren gewählt. Cs treten in den Derbandsausschuß ein:

für die Provinz Starkenburg Dr. Wagner, Staatskommissar für Landwirtschaft, Darmstadt, als Verbandspräsident: H. Michel, Habitzheim: -G. K. Walter, Langfeld: Ph. Sammel, Bischofsheim: P. Joachim, Reisen: PH. Muhl, Dudenhofen: Beigeordneter El­gert, Auerbach a. ö. 03.; Bürgermeister Mag - [am, Groß-Umstadt;

für die Provinz Oberhessen Landtags- abgcordneter Seipel, Fauerbach: Bürgermeister C i f s l ä n d e r, Drauerschwend; W Fenchel Ober-Hörgern: K Wenzel, Lang-Göns: Joh. T r a u s ch, Echzell: Straub, Rainrod bei Schotten:

für die Provinz Rheinhessen Land- tagsabgeordneter Diehl, Gau-Odernheim; I. E. Finger, Flomborn: A. Odenauer, Psisf- ligheim: A. Echickert, Nndenheim; A. PH. S ch u t h, Gonsenheim.

Rach einer kurzen Aussprache, in der der Verbandsleitung aufrichtiger Dank ausgesprochen wurde, schloß der Verbandspräsident Staats« kommissar Dr. Wagner mit einem dreifachen Sieg-Heil" auf den Reichspräsidenten und den Reichskanzler die Versammlung. Die Genossen fangen stehend und Arm in Arm das Horst- Wessel-Lied.

52. japresfagung des VHC.

Eigener Bericht des

* Windecken, 11. Juni. Unsere schöne Stadt mit ihrem rührigen jüngsten Zwcigoerein des VHC. hatte sich zum Empfang der 5 2. H a u p t o e r - sammlung des Vogelberger Höhen- Club reich geschmückt.

Am Samstagabend trafen sich im großen, schön geschmückten SaaleZur Hochmühle" die Gäste mit ben einheimischen Freunden zu einem wohlgelunge- nen Deutschen Abend, der unter Mitwirkung be* Gesangvereins und einheimischer Kräfte bestens verlief.

Die heutige Hauptversammlung eröffnete der erste Vorsitzenden des Gesamt-VHC., Dr. med. Bruch- Häuser- Ulrichstein mit herzlichem Willkommens- grufj an alle erschienenen Zweigoereine. Dom yessi- sd)en Ministerpräsidenten Dr. Werner, dem -'9?n-, Odenwald, und Knüllklub waren Grüße und Glückwünsche eingegangen. Auf unser Vaterland, den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Volkskanzler Adolf Hitler wurde ein begei­stert aufgenommenes Hoch ausgebracht.

^e£n®tir8erme*^er von Windecken entbot fobann den Willkommensgruß der Stadt Windecken.

Das Stimmenverhältnis der erschienenen Zweig- veretne wurde festgestellt. Der im letzten Jahre Der-

Gießener Anzeigers".

storbenen DHCer wurde von der Versammlung stehend in Ehren gedacht.

Der erste Vorsitzende Dr. Bruchhäuser erstat­tete sodann einen ausführlichen Jahresbericht. In den Zweigvereinen herrscht überall reges Leben und Wanderlust, wenn auch die Mitgliederzahl in manchen Zweigvereinen etwas zurückgegangen ist. Der Preffeausschuß hat reiche Arbeit geleistet, ein Winterplakat und ein Sommerwerbeplakat geschaf­fen, ein Gaststättenverzeichnis und eine Werbeschrift fiommt in den Vogelsberg" herausgegeben.

Die Markierungen der Dege im Dandergebiek sind vermehrt und verbessert worden.

Der Bericht wurde mit großem Beifall entgegen­genommen.

Alsdann erstattete der Obmann des Jung-VHC. Dem- Offenbach seinen Jahresbericht über die Ju­gendarbeit. Das Dater-Bender-Heim bedarf einiger baulicher Verbesserungen (Küche für die Jugend; Geldmittel sind hierfür nötig. Unserer DHC.-Jugend soll weiter unsere Liebe und Pflege gelten. Ein Sieg-Heil galt dem Dolkskanzler.

Hierauf folgte die Rechnungsablage für das Dater-Bender-Heun; ein gewisser Rückgang und da­

mit Rachlasien des Jugendwanderns ist leider zu verzeichnen.

Der Hausverwalter der Klubhäuser VHE.-Bruder Emil Hitz- Schotten berichtete über die Häuser und deren Unterhaltungskosten, die sich auf etwa 650 Mark beliefen.

Ungeheuer hoch ist die Steuerlast von etwa 1100 Mark, die auf den Gebäuden ruht.

Am Bismarckturm auf dem Taufstein werden ver­schiedene Reparaturarbeiten vorgenommen.

Vom Presseausschuß wurde dessen Tätigkeitsbe­richt entgegenaenommen. (Bors. VHE.-Bruder Emil H > 6) Die WerbeschriftKommt in den Vogels- berg", die großen Erfolg hatte, verlangte vom VHC. einen Zuschuß von 650 Mark (1000 Mark waren vorgesehen). Lobend erwähnt wurden auch die Heimatbildchen, die Aug. Konrad- Hungen von unserem Heimatgebiet geschaffen hat. Don den oberhessischen Kreisen, Städten und Gemeinden dürfe man Hilfe und Unterstützung verlangen, da der VHC. ja doch so unendlich viel für Oberhessen und die Derkehrswerbung tue.

Dom Obmann der Bergwacht, DHC.-Br. B u ß - Schotten wurde Bericht über den Werk und die Tätigkeit der Bergwacht erstattet.

Der Gedanke des Naturschutzes muh mehr in das Volk und in die Schule getragen werden.

Das Forstpersonal ist besonders geschult worden für den Natur-, Blumen-, Schmetterlingsschutz.

Der Vorsitzende des Wegbezeichnungsausschusses gab Kenntnis von den vielen Arbeiten der Weg­markierung. Diele Wünsche um Verbesserung wur­den aus der Versammlung vorgebracht.

Allen Berichterstattern wurde von der Versamm­lung aufrichtiger Dank gezollt.

Die vorjährige Rechnung (Einnahmen 7842, Mark, Ausgabe 7030, Mark) wurde geprüft, dem Rechner und Vorstand wurde Entlastung erteilt.

Der Voranschlag für 1933, der in Einnahmen

und Ausgaben mit je 6950, Mark abschließt, wurde angenommen.

Die nächste Jahresversammlung 1934 findet in Gedern statt, der Herbstausflug in 1933 geht nach Frankfurt a. M., da dort mich der (3. Sept) Deutsche Wandertag abgehalten wird. Der Herbst- ausflug in 1934 erfolgt auf die Herchenhainer Höhe. Zweigverein Schotten richtet das diesjäh- rige Hoherodskopffest aus.

Der Antrag Ulrichstein um Erlaß des Bei­trags für jedes neu aufgenommene Mitglied wurde angenommen.

Ein besonderer Derbeausschuß für Werbung neuer Mitglieder wurde unter dem Vorsitz von L. Dcrn gebildet.

Der Antrag Zweigverein Butzbach, daß bei Uebertritten von einem Zweigverein in einen anbe- ren Verein frühere Wanderungen angerechnet wer­den sollen, wurde angenommen. Auf eine einheit- liche Dekorierung in den Zweigvereinen soll hin- gewirkt werden. Für 25jährige und 40jährige Mit­gliedschaft wird vom Gesamtverein eine beson­dere Auszeichnung verliehen. Die Derbands- zeitfchriftFrisch Auf" soll umbenannt werden in Der Vogelsberg". Dem früheren Schrift­leiter Carl L i n ck - Schotten wurde aufrichtiger Dank gezollt. Als Schriftleiter wurde Dr. D a mb- ma n n - Schotten, als neuer Hausverwalter VHC- Bruder Buß- Schotten, als 2. Vorsitzender wurde VHE.-Bruder S c r i b a - schotten gewählt.

Der verdienstvolle seitherige 2. Vorsitzende Carl L i n ck-Schotten wurde unter allgemeinem Beifall der Versammlung rum Ehrenvorsitzenden ernannt. Er dankte herzlichst für die große Ehrung.

Dem Aufruf des Reichsoerbands der Gebirgs- und Wanderoereine, sich der neuen nationalen Re­gierung rückhaltlos zur Verfügung zu stellen, wurde einstimmig beigetreten.

Der Vorsitzende schloß mit Sieg-Heil auf Vater- land, Reichspräsident und Reichskanzler die harmo­nisch verlaufene Versammlung.

Oer Hassia-Verbandstag in Nidda.

SOjähriges Jubiläum des Kriegervereins Nidda.

(Erster Tag. Eigener Bericht desGieß. Anz.") < Nidda, 10.Juni. Wiederum hat das reizend gelegene Landstädtchen Nidda sein farbenfrohes Festgewand angelegt, den aus ganz Hessen zusam­menströmenden Kameraden derHassia" schon äußerlich einen freundlichen Willkomm zu entbieten. Don allen Häusern wehen flatternde Fahnen, neben den Farben Schwarz-Weiß-Rot die Hakenkreuzban­ner. Das Präsidium derHassia" ist bereits am Samstag vormittag im Hotel zurTraube" zu einer Sitzung zusammengetreten. Mit den Mittags­zügen rollen die Vertreter der Hassiabezirke der drei Provinzen an, von Abordnungen des Krieger­vereins Nidda empfangen und begrüßt. Im Jahr der nationalen Erhebung, die auch den Kriegerver- inen neuen Auftrieb gegeben, sind sie zahlreicher eingetroffen, wie es sonst an Verbandstagen üblich, so daß Bürgerquartiere notwendig werden. Auch DerTchiedeNe IugLndabkeilungeft derHassia" finden sich am Nachmittag ein. Sie werden kostenlos ver­pflegt und untergebracht.

Gefalienen-Gedenkfeiern.

17.30 Uhr sammeln sich die Festteilnehmer der gastgebende Kriegerverein, ein Zug der SA.-Re- serve unter dem Kommando des Finanzsekretärs Kroll (Nidda), sowie zahlreiche Mitglieder benach­barter Brudervereine auf dem fahnenumwallten Marktplatz, um in geschlossenem Zuge zu dem Ehrenmal für die im Weltkrieg Gefallenen an der altehrwürdigen Stätte des Johanniterturms zu ziehen. Dekan Scriba (Nidda) gedenkt hier in eindrucksvollen Worten der Toten des großen Krieges, deren Geist unter uns lebendig bleiben müsse Ihr Opfertod sei nicht vergeblich gewesen. Ohne sie wäre der Aufbau des neuen Deutschland unter der Führung des Volkskanzlers Adolf Hitler unmöglich gewesen. Mit dem Bibelwort:Sei ge­treu bis in den Tod!" schließt die tief empfundene, von vaterländischem Geist getragene Gedenkrede. Die Feuerwehrkapelle intonierte das Lied vom fluten Kameraden. Anschließend schießt der SA.- Zug drei Ehrensalven über das Denkmal.

Am Kriegerdenkmal 1870/71 hält Pfarrer Laut (Nidda) die Gedächtnisrede. Er erinnerte an die großen Taten dieses Krieges, die die Wiedergeburt des Deutschen Reiches ermöglichten, an die Helden- tat des Hauptmanns Ludwig K a 11 r e i n , eines Sohnes der Stadt Nidda, der am 9. Dezember 1870 das stark befestigte Schloß Chambord mit nur 54 Mann feiner Kompanie erstürmte, 210 Gefangene machte und 5 Kanonen erbeutete. Die eindringliche Gedenkrede gipfelte in den Worten: Vergiß, mein Volk, die treuen Toten nicht". Mit Ehrenbezeugungen schließt die feierliche Huldigung.

Oer Begrüßungsabend

in der dichtbesetzten Turnhalle werde durch einen von Rechtsanwalt Dr. Meinhardt (Nidda) ver- faßten und eindrucksvoll oorgetragenen Prolog, der das national-revolutionäre Zeitgeschehen umr'eißt, eingeleitet: Der Vorsitzende des Kriegeroereins Nidda, Zollsekretär Helfrich, entbietet Gästen und Ehrengästen herzlichen Gruß und Willkommen. Insbesondere begrüßt er den Präsidenten der Hassia, Generalleutnant o. Oidtman, und die anderen Herren des Präsidiums, Regierungsrat Weber vorn Kreisamt Büdingen, Bürgermeister Rullmann (Nidda), sowie die Alloeteranen und Gründer des Vereins, Ludwig Fayh, (Lißberg), 87 Jahre alt, und Friedrich Stein (Kohden), 85 Jahre alt.

Der Bezirksoorsitzende, Bankoorstand Seum (Nidda), betont, daß der Lerbandstag der Hassia zum erstenmal im Zeichen der nationalen Erhebung und Wiedergeburt stehe. Die Kriegeroereine seien schon immer Pflegestätten der Tugenden gewesen, die heute Gemeingut aller Deutschen unter der Füh- rung des Reichskanzlers Adolf Hitler werden soll- ten. Die erste Strophe des Deutschland- und Horst- Wessel-Liedes beschließt die von echt kameradschaft­lichem Geist durchpulsten Worte des Redners.

Die Glückwünsche des Präsidiums der Maffia" 311m 60jährigen Jubiläum des Kriegeroereins .Hassia" Nidda überbringt Generalleutnant van Oidtman, von der Versammlung lebhaft be­grüßt. Er erinnert an die tieferen Gründe, die zum Wellkrieg führten, und hebt hervor, daß die Krie­geroereine in der Nachkriegszeit, trotz allen Anfein­dungen, das Banner Schwarz-Weiß-Rot hochgehal­ten hätten. Es fei herzlich zu begrüßen, daß die Kriegervereine Anschluß an die nationale Bewe­gung gefunden und sich dem Führer unterstellt

haben. Kriegeroereine und SA. müssen Schuller an Schulter marschieren. Ein Deutschland, wie Adolf Hitler es aufbauen will, könne einer Welt Trotz bieten. Deshalb fei es Pflicht, dem Reichs­kanzler durch dick und dünn zu folgen. Mit dem höchsten Ehrenzeichen derHassia", dem Ehrenkreuz, werden ausgezeichnet: Oberamtsrichter Krug (Nidda), seit 1899 verdienstvolles Mitglied der Hassia", die Altoeteranen oyn 1870,71 Ludwig Fayh (Lißberg) und Friedrich Stein (Kohden). Dem festgebenden Verein wird die Hassia-Ehren- münze verliehen für 60jährige treue Dienstzeit. Mit Ehrenurkunden werden bedacht die Kameraden: M ö b u s (Bad Salzhausen), Gustav Müller (Kohden), Friedrich Lehmann (Nidda), Konrad Weißhaupt (Nidda), Louis Wagner II (Nidda).

Den Gruß der Stadt entbietet Bürgermeister R u 11 m a n n. Er überreicht als Jubiläums­gabe eine mit dem Eisernen Kreuz bestickte Fah­nenschleife in den Stadtfarben schwarz-gelb, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, Haas (Ridda) zwei schwarzweißrote seidene Schärpen, Lehrer I. Diehl (Ober-Schmitten) im Auftrag des dortigen Kriegervereins einen silbernen Fah­nennagel. Regierungsrat Weber vom Kreisamt zu Büdingen beglückwünscht den Jubelverein und weist auf die Aufgaben der Kriegeroereine hin. alle Kräfte zum Dienst am Vaterland einzusehen, das 3. Reich auf- und auszubauen.

Das Programm des Abends wurde musikalisch umrahmt durch Darbietungen der Feuerwehrka­pelle (Ridda), der Kapelle des Turnvereins, so­wie des GesangvereinsSängerkranz" (Ridda), der unter der Leitung von Lehrer Dietrich (Gie­ßen) denTrompeter an der Kahbach" und Trommler von Schottland" wirkungsvoll zu Ge­hör brachte. Besondere Anerkennung verdienen die Leistungen des Turnvereins Ridda, der sein hervorragendes turnerisches Können in den Dienst des Begrühungsabends stellte. Eine Riege zeigte an Barren und Reck Ausgezeichnetes- Turne­rinnen tanzten einen Reigen, der alle Anwesen­den begeisterte und ein entzückendes Bild dar­bot. Auch die unter musikalischer Begleitung durchgeführten Freiübungen der weiblichen Turn­riege ernteten stürmischen Beifall. Mit flott gespielten Märschen der Feuerwehrkapelle klang der Begrühungsabend aus.

G. A.-Sport.

Ergebnisse der Mittelrheinischen Zubilännisregatta in Mainz-Kaftel.

Erster Tag.

Wormser 9123.; 3. Weißenber heim. 4. Königs-Vierer: RG., 6:07; 2. Wsptv. Godesberg, 6:07,4. 5. A n - fanger-23ierer: 1. Mainz-Kasteler RG., 6:51,4;

2. RV. Mainz-Kostheim, 6:57,2. 6. Zweier ohne Steuermann: 1. Hilden-Stangen (Bayer-Le­verkusen), 6:38,4; 2. Günther-Bender (Amicitia Mannheim), 6:40. 7. D a m e n = 23 i e r e r : 1.

1. Junior-Vierer: 1. Mainzer RV., 6:24: 2. Frei-Weinheim-Jngelheim, 6:30,8; 3. Wassersport- verein Godesberg, 6:36. 2. Leichtgewichts- Vierer für Junioren: 1. Offenbacher RV, 6:26,6; 2. Wormser RV., 6:32; 3. RV. Mainz-Kost­heim, 6:33 3. Zweiter Einer: 1. Fleisch. Hauer, Undine Offenbach ohne Zeit; 2. Trapp, r«. «nm . ! c ' r 0 e r, Mainz-Kost.

1. Mainz-Kasteler

Reichsbahn T. u Spv. Mainz, ohne Zeit; 2. Frei- weg Frankfurt; 3. Flörsheimer RV. 8. Dritter Vierer: 1. RG. Worms, 6:18,2; 2. Mainzer RV., 6:21; 3. RV. Mainz-Kostheim, 6:31,4. 9. Jung, mann - Achter : 1. RG. Worms, 5:51,2; 2. Ami­citia Mannheim, 5:53; 3. Saar Saarbrücken, 6:03,8. 10. Gast-Vierer. 1. Gießen 77, 6:14,4; 2. Nasiooia Höchst, 5:53; 3. Saar Saarbrücken. 11. Carmen-Sylva-Einer: 1. Eduard Paul, Frankfurter RG. Sachsenhausen; 2. Friedl Iödt, Gießener R G.; 3. Hermann Sauer, Frankfur- ter RV. 12. 8-Iungmann-Vierer: 1. Kreuz- nacher RV. 1876, 6:36; 2. RV. Mainz-Kostheim- Gustavsburg, 6:46. 13. Z w e i t e r A ch t e r : 1. Of­fenbacher RV. 1875, 5:42,8; 2. Mannheimer RC, 5:49,2; 3. RG. Worms, 5:54. 14. M i 11 e 1 r h e i n. Vierer: 1. Nasiovia Höchst, 6:18; 2. RV. Bad Gins.: 3. RC. Griesheim. 15. Erster Achter: L Gießener RG, 5:38,8; 2. Mainz-Kastel, 5:39,8.