Ausgabe 
13.4.1933 Frühausgabe
 
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Donnerstag, 15.2Ipril (933

183. Jahrgang

Nr. 88 KrübauSsabe

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Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undiür denAn» zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Bie»en.

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Gietzener AiMger

General-Anzeiger für Oberhesfen

Dnitf und Verlag: vrSHI'iche Univerfilälr-Vvch- und Sleindruüerei R. lange in Stehen. 8chrisIIeitung und Geschäftsstelle: Schulltrai,- r

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Popen und Göring beim Papst

von

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^Vizekanzler von Popen hat dem Papst ein Brust kreuz überreicht, das Papst Urban , HL trug und das Herr von Papen vor einiger Zeit m einer Sammlung gefunden hat. Pius XL hat dieses Pectorale für die vatikanischen oamm-

Der preußische Ministerpräsident Goring und Ge­neral Ftalo B a l b o, die Führer des deutschen und des italienischen Luftfahrtwesens, auf dem Flugplatz von Rom. Die beiden Führer, die sich selbst als Flieger ausgezeichnet haben, verhandeln über den Deutschlandbesuch des italienischen MajsemGejchwa- ders. das den Nordatlantik überaueren wilL

OieBedeuiung »es neuenSiudentenrechis

Oie Deutsche Studentenschaft ein Symbol der sozialistischen Volksgemeinschaft des neuen Reiches.

Hochschulen, in welchen Studentenschaften nicht bestehen, solche Studentenschaften sofort ju bilden find. Die bei Erlaß dieser Verordnung bereits immatrikulierten Studen­ten haben die vorgesehene Erklärung über ihr Deutschtum zu Beginn des Sommer- semestcrs 1933 abzugeben.

Jungen bestimmt und als Gegengeschenk Herrn von Papen die Goldene Gedenkmünze auf das Heilige Jahr und Frau von Papen ein Schild- pattetui mit den silbernen päpstlichen Wappen und einem aus Gold und Korallen gebildeten Rosen­kranz übergeben.

Aus feine Besprechungen mit der italienischen Regierung kommend. bezeichnete Vizekanzler v.Papen den Entwurf Mussolinis für den Diererpakt als eine geniale Konzeption. Er hoffe, das) man im Laufe der Verhandlungen Die Der auf die ursprüngliche Äon* zeption zurückkornrnen werde, was im Interesse der europäischen Politik auherordent- lich zu begrüßen wäre. Aus den Gesprächen mit Mussolini habe er den starken Eindruck eines gro­ßen Staatsmannes voll und ganz bestätigt er­halten, den er schon lange von Mussolini habe.

ilcbct die Bedeutung des neuen Skuden- tenrechtcs wird amtlich erklärt:

3m liberalistischen Staat war die völkisch und großdeutsch organisierte Studentenschaft ein Fremdkörper. Sie kämpfte gegen diesen Staat mit der Parole der Selbstverwaltung. Sie wurde von dem demokratischen Kultusminister Becker aus­gelöst, als der Liberalismus und die Partei- zersehung in Deutschland im Jahre 1927 ihren Höhepunkt erreicht hatten. 3n diesen Jahren hat sich die Studentenschast als em Hauptträger der nationalsozialisti­schen Revolution in Deutschland erwiesen. Sie hat mit demdeutschenArbei ter un d Bauern in einer Front gegen die *a- pitalistische und marxistische Bour- goisie und das Judentum gekämpft H o r st W e s s e l ist ein Führer der Arbeiter und der Studenten, ein Shmboldersozialisti- schcn Voltsgemeinschas t des neuen Reiches geworden. 2n diesem Reich lebt die Studentenschait nicht mehr als ein Fremdkörper, sondern als ein Glied deS Ganzen.

Das neue Studentenrecht ist dementsprechend ge­baut aut die Grundsätze der nationalsozialistischen Bewegung. Führerprinzip und Diszi- p l i n. Der Führer der Studentenschaft wird nicht mehr parlamentarisch gewählt, sondern ernannt. Die Arbeit der neuen Studentenschaft ist nicht

wählen und abstimmen, sondern Selbstver­waltung und Erziehung Die Studenten­kammer ist nicht ein Parlament, das emzelne Studenten vertritt, sondern eine hündische Kammer, die Gemeinschaften zur Mitarbeit an | der Gesamtheit der Studentenschaft heranzieht.

Riemand von uns ist der Meinung, daß die Organisation ein Selbstwert fei; sie ist vielmehr nur ein Instrument in der Hand der Menschen, die sich ihrer bedienen. Die Deutsche Studenten­schast wird ihre Organisationen einsehen zum Kampf um das noch nicht erreichte Endziel des nationalen Sozialismus und der wahren Ration. Selbstverständlich war für sie d i e volks­bürgerliche Grundlage, wonach nur Deutschgeborene zur Kampfgemeinschaft der jungen Generation gehören können. Im Ar­beitsdienst und Wehrsport wird die Studentenschaft die wichtigste Ausgabe der nächsten Jahre sehen, dem 2lr beiter tum zu Achtung und Sieg im Volke zu verhelfen, und dem Volke zu einer unüberwindlichen R ü st u n g. Es ist das Verdienst des nationalsozialistischen preußi­schen Kultusministers Rust, die Wiederanerken­nung und völkische Eingliederung der Studenten­schaften in die Hochschulen durchgesührt und da­mit die Qlera Becker-Grimme auch auf diesem Gebiete überwunden zu haben."

Bestimmungen über die Verwaltung der Gelder getroffen.

Die Verordnung enthält ferner Ucbergangäbc- ftimmungen, wonach die der Deutschen Studenten­schaft angehörenden freien Stud en t en - schäften bis zur Genehmigung ihrer örtlichen Satzung einstweilen als Studentenschaften im Sinne dieses Erlasses gelten und wonach an den

Wahrnehmung der studentischen Selbstoerwal. lung,

Mitwirkung cn der Selbstverwaltung der hoch- schule, insbesondere Teilnahme an den Verhand­lungen des Senats, an D'V Difziplinarkamn^r der Hochschule.

Erziehung der Studenten zur Wehihastigkeit, Mitwirkung an der Aufrechterhaltung der ata-

Kultusminister Rust verkündet das neue preußische Gtudentenrecht

Röhm. e

Ministerpräsident Siebert wies vor der Presse darauf hin. daß der Wiederaufbau des Reiches und Landes so ungeheuer schwer und groß sei. daß er nur gelöst werden könne, wenn alle, d i e guten Willens feien, zu - sarnrnen stünden. Bayern werde seine ge­schichtliche und kulturelle Eigenart weiterpflegen. Es gebe keine getrennte deutsche Politik mehr, keine bayerische oder irgendwie anders geartete Politik, sondern nur noch eine deutsche Politik. Das Staatsministerium des Aeußern werde aufgelöst und an dessen Stelle werde eine Staatskanzlei errichtet, die dem Minister ohne Geschäftsbereich Esser unterstehe. Durch die eigene Staatskanzlei solle das F o r t - beit eben Bayerns in besonderem Maße dokumentiert werden. Entsprechend den Zielen der Reichsregierung müßten wir zu einer n e u e n Charakterbildung unseres Volkes auf christlicher Grundlage kommen. Dar- I über hinaus solle die rassige Entwick­lung unseres Volkes gefördert werden. Die Frage, inwieweit die oberste Betreuung der Wirtschaft in der Verwaltung geregelt wer­den soll und inwieweit dabei anderen Parteien die Mitverantwortung übertragen werden könne, bleibe noch Vorbehalten. Der Ministerpräsident tief schließlich das ganze bayerische Volk auf^ die Vergangenheit zu begraben, sich die Hände zu reichen und mit der Regierung

I zusammenzuarbeiten für ein christliches Bayern in einem starken Deutschland.

Ein Aufruf Röhms an die SA. und SS.

Am Jahrestage des Verbots der national-- sozialistischen Ztampforganisationen.

M ü n ch e n , 12. April. (WTB.) Zum 13. April hat der Ehes des Stabes der SA. urnft Rohm folgenden Aufruf erlassen:Kameraden der SA. und SS.! Heute jährt sich der Tag, an dem der letzte großangelegte Versuch unternommen war, die braune Front Adolf Hitlers zu zerschlagen. Am 13 April 1932 haben die damaligen Macht­haber die SA. und SS. verboten, ihr Eigentum beschlagnahmt, ihre Geschäftsräume gc- fchlosfen und das Tragen von Dienstanzug und ' Abzeichen unter Strafe gestellt. Sie wollten da­mals die junge deutsche Freiheitsbewegung an ihrer Wurzel treffen. Heute seid chr, meine SA - und SS.-Kameraden, der stärkste Po - litifche Machtfaktor desneuenstaa- kes. Das ist der stolze Lohn der uner- schütter liehen Treue, die ihr dem Führer und der Bewegung trotz Verbotes und Terror gehalten habt. Das ist nicht minder der Erfolg eurer eifernen Pflichterfüllung und soldatischen Mannesehre. Diese Tugenden sollt ihrümmer wahren. Dann wird nichts auf der Welk euch aus der Stellung verdrängen können, d e ihr euch durch schwere Opfer und harte Kämpfe errungen habt. Ihr seid die stärkste Macht des Führers und müht es bleiben. Heil dem Führer!"

Oberbürgermeister Lehr-Düsseldorf verhastei.

Wegen Verdachts der passiven Beamtcu- bestechnng und Untreue im Amt.

Düsseldorf, 12. Avril. (WTB.) Der Preise- dienst der Stadt Düsseldorf teilt mit: Der Re­gierungspräsident hat den Gauleiter Florian als Staatskornrnifsar beauftragt, den Oberbürgermeister Dr. Lehr, den Beigeordneten Dr. Odenkirchen und den Sparkaffendirektor Dr Vogt sofort verhaften zu lassen, und zwar den Oberbürgermeister Dr. Lehr und den Beigeordneten Odenkirchen wegen passiver Deamtenbestechung und wegen des drin­genden Verdachtes der Untreue im A m t e. Dr Vogt wegen des dringenden Verdachtes Der Untreue im Amt. Gauleiter Florian hat darauf­hin heute Rachmittag die Verhaftungen

Die neue Regierung in Sayern. Tie Äommissare des Reiches zu Ministern ernannt.

München, 12. April. (TU.) Auf Grund des Gesetzes über die Gleichschaltung von Reich und Ländern hat der Reichs st a 11 ha 11 e r ® c - neral v. Epp zum bayerischen Mi n_t - sterpräsidenten und Staatsmimster der Fi­nanzen den bisherigen Finanzmimster v t «- bett ernannt. Ferner hat der Re:chsstattbalwr auf Vorschlag des Ministerpräsidenten fiebert ernannt zum Minister des Innern Adolf Wagner, zuni Minister der Justiz Dr. Frank, zum Minister für Unterricht und Kultus Hans S ch e m m , zum o t a a t s- Minister ohne Geschäftsbereich He.- mann ® f f c r. Die S t a a ts k o m m i ff ar e zur besonderen Verwendung Röhm und Luder bleiben im Amt. Staatsminister Esser wird als Ches der Staatskanzlei des Freistaat, s Bayern bestellt. Der Reichsstatthalter hat außer­dem ernannt zum Staatssekretär des Reichsstatthalters in Bayern Staatskommlssar

vorgenommen.

3u den Verhaftungen schreibt die nationalfo^iah» stjicheDollsparole": Es ist festgestellt, daß Ober- bürgermeifter Dr. Lehr geldliche Zuwendu » - gen ohne Gegenleistung von feiner »eite von einer Bank angenommen hat zu einer Feit, in der er als Chef der D ü s j e o r i c r Derwaltuna bei dieser Bank a r n b » r «

Aom 12. April. (TU.) Am Mittwochvornnt- l tag wurden Vizekanzler von Pape n und Mi- nisterpräsident Göring von P a p st P i u s X!. in Audienz empfangen. Die Unterredung mit Vizekanzler von Papen der von Bot­schaftsrat Clee bis in das päpstliche Vorzimmer begleitet wurde, dauerte von 10.30 Uhr bis 1 \ xibr und trug freundschaftlichen Charakter. Anschließend stellte Vizekanzler *on Papen dem Papst seine Gattin vor. .

Um 11 Uhr empfing Papst Pius den preu­ßischen Ministerpräsidenten Gor'Ng, der in der neuen Uniform des Luftsahrtkommifsariats erschienen war und von seinem Adjutanten, Hauptmann Körner (in ©S.-Uniform) und 2c« aationsrat Gras Saurma ins Vorzimmer begleitet wurde. 2n der etwa halbstündigen Unterredung aab Göring einen allgemeinen Ueberblid über ötc Lage in Deutschland, wobei er besonders die Stärke der nationalen Regierung betonte. Schließ­lich trafen sich der Papst und Göring noch m einer Unterhaltung über ihre beiderscitigs Vor­liebe zur alpinen Welt. Göring stellte daraus seinen Adjutanten Körner vor. Rach der Au­dienz machte Göring dem Kardinalstaatssekretar Pacelli einen Besuch, der über eine Stunde dauerte. Die Unterhaltung drehte sich um die politische Lage in Deutschland.

Beim Verlassen des Vatikans wurde Minister­präsident Göring von zahlreichen Deut­schen , die sich um das Auto mit der Haken- kreuzfahne versammelt hatten, durch herz­liche Huldigungen und Ruseyeil Hitler" begrüßt. Ein Besuch der Peters° kirche schloß sich an. Um 13 30 Uhr and ein Frühstück der Villa Borghese statt, das Mussolini zu Ehren der beiden deut­schen Minister gab und an dem außer den Ge­nannten mehrere italienische Minister und hohe Staatsbeamte teilnahmen.

Der Zweck des Ministerbesuchs.

Gelegentlich eines Empfanges der deutschen Pressevertreter dementierte Vizekanzler v. P a - pen die Gerüchte, seine Besprechungen un Vati­kan hatten der Vorbereitung _ eines Reichskonkordates oder der Gründung einer neuen katholischen Partei in Deutschland gegolten. Auch fei über öie sog Judenverfolgung in Deutschland kein Wort ge­sprochen worden. Sein Besuch un Vatikan hatte lediglich den Charakter einer per­sönlichen Fühlungnahme getragen. Die. wie er hoffe, für beide Teile, besonders in Bezug auf das Verhältnis zur Kurie und den Zielen der nationalen deutschen Regierung nützlich fern wer-

Berlin, 12. April. (TU.) Der preußische Kultusminister hat eine Verordnung zur Reu- regelung des preußischen Studen­ten rechts erlassen. Hiernach bilden die voll eingeschriebenen Studenten deut­sch erAb st ammung undMuttersprache in Zukunft unbeschadet ihrer Staats- ange Hörigkeit die Studentenschaft einer Hochschule. Jeder Student hat eine ehren- wörtliche Erklärung darüber abzugeben, ob feine Eltern und Großeltern deut­scher Abstammung find, auf Grund deren bet Führer der Studentenschaft über die Zu- gehörigkeit entscheidet. Parteipolitische und kon­fessionelle Bestrebungen innerhalb der Studenten­schaft sind ausgeschlossen.

Der Ausgabenkreis der Studentenschast.

Die Studentenschaft hat folgende ?1 u f g a b e n : a) Erfüllung der der Studentenschaft gegenüber

Volk, Staat und der deutschen Hochschule oblie­genden Pflichten,

b) Vertretung der Gesamtheit der Studenten.

Die Vermögensverwaltung

und werden von d e r H $ N) ^mögen der zogen und verwail <-->)ervermo- Studentenschast bildet . Ber­

gen. Jede Studentenschaft mögensbeirat ju. Itung fortlaufend

füfcrung und ^ermogensv^rwatt zu überwachen hat. Fernei.

demischen Zucht und Ordnung, g) maßgebliche Mitarbeit an den sozialen und wirt­

schaftlichen Einrichtungen.

Die Organe der Studentenschaft.

Die Bildung der Studentenschaft erfolgt auf Grund einer vom Vorstand unbearbeiteten Satzung Die nach den Richtlinien der Verordnung gehalten sem muß. Die Satzung enthält Bestimmungen über: Die Mitgliedschaft und tue Bildung und Befugnis Der Amtsstellen Der Studentenschaft, besonders

ä) des Führers der Studentenschaft.

b) der beiden A e l t e st e n

c) des Amtsleiters.

d) der hündischen Kammer,

^Der^ » der Studentenschaft Wird von seinem Vorgänger mit Zustiurmung der Führung der Studentenschaft uach Anhörung

Aeltesten aus ein 2 ah r b e r u f : n. Äie o den Aeltesten stehen dem Führer der © dentenschast zur Seite und haben die^ Pfumr. lausend in die Arbeit des <5 9 or e 11 c= QImtelcitctS Sinblid i» ,

ft - t ist stets d°- °rdnunEmab °« « >*rt,cn vom ^Führer "er etubententoaft berufen und Ä müssen

den B und en ö öcr Zusammenset-

|äEnAU "in

dirnst und L°>b°subung°n trag-

Ausgabe madjL Pnhunaen müssen weiter ten entsendet. D,c Satzungen m n incn

Vorschriften enthalten ubw Lbung von Bei-

Stud°nt°nv°rfammlung-n ^ne6igung ö

tragen, die Kasfensuhrung. ettDüigc Aende- Satzung der c-tudentenfchast uno e^

fÄ «;<, j; 'US. orbnung nicht entsprechen.