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13.4.1933 Erstes Blatt
 
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Donnerstag, 15. April (955

185. Jahrgang

Nr. 88 Erstes Blatt

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Drud vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitäir-Vuch- und Stcinörudcrei R. Lange in Gietzei. 8christleitung und Geschäftrftelle: Zchul^tratse 7.

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Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantworilich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein unbfür den An­zeigenteil i.D.TH.Kümmel lämtlid) m (Biegen.

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Warum Mussolini die Revision fordert. Oie Znedenöveriräge sind Menschenwerk und darum unvollkommen.

menschlicher Ueberlegungen. Ist jemand da, der zu behaupten wage, daß die Verträge von Versailles usw. ein vollkommenes Werk sind? Ls ist Menschenwerk und darum unvollkom­men. Schwere Komplikationen werden vermieden, wenn man die Friedensoerträge dort, wo sie revi­diert werden mußten, revidiert. Man tut dem Frie­den einen grasten und starken Dienst damit. Line solche Revision, die bestimmt sei. die universelle Katastrophe eines neuen Krieges zu vermeiden, müsse vom Völkerbund fe st gelegt sein. Derjenige, der die Revision verweigere, stände auster- halb des Geistes des Völkerbundes, der nicht zur einfachen Wächterin der Verträge des Jahres 1919 degradiert werden dürfe, sondern, der zu der hohen Aufgabe, Garant des Friedens unter den Völkern zu fein, berufen werden muffe.

Deutsche Truppen befreiten Finnland von den Bolschewisten.

Dor 15 Jahren, in den Äprillagen 1918, befreiten deutsche Truppen unter General von der Goltz in hartnäckigen Kämpfen Finnland von den Rotgardisten. Unsere Biwer zeigen oben lmks: Blick auf Helsingsfors, die finnische Hauptstadt. Daneben: General von der Goltz. Unten links: Svinhuf- du b, der finnische Reichsverweser. Daneben: Die Begrüßung des Generals von der Goltz durch den Magistrat der Stadt Helsingfors.

Oer Jahrestag der Befreiung von Helsingfors.

Helsingfors, 12. April. (WTB.) Die fin- Nische Hauptstadt stand heute im Zeichen des Jah­restages der Befreiung durch die deutschen Trup­pen Zu Ehren des in Helsingfors anwesenden Generals von der Goltz gab Präsident Svinhusvud am Dormittag ein Frühstück. Der Präsident überreichte General von der Goltz das Grostkreuz der Weihen Rose. Am Rachmittag fand eine feierliche Kranznieder­legung an den finnischen und deutschen Helden­gräbern statt. Die finnischen Militärbehörden, die Stadtverwaltung, die deutsche Gesandtschaft und sämtliche deutschen Vereine nahmen an dem Fest­akt teil und legten Kränze nieder. Mel bemerkt wurde auch eine Abordnung des kürzlich in Hel­singfors gegründeten Stützpunktes der NSDAP., die hakenkreuzgeschmückte Krä^e niederlegte. Anschlichend nahmen der finnische Kriegsminister, der Armeebefehlshaber und Gene­ral von der Goltz dieParadedesHelsing- forser Schutzkorps ab. Dem militärischen Schauspiel wohnte eine nach Zehntausenden zäh- I

un st erblichen Deutschbewusttseins, Friedrich hat die Ration gegründet und die Verantwortung des Einzelnen vor dem Staat zum Grundsatz der Staatsführung erhoben. Goethe hat die Ration erfüllt und ihr die Wege zur Erkenntnis des Geistes gewiesen. Goethe und Friedrich sind für alle Zeit Verkörperung des Deutschen, Weimar und Potsdam für jede Generation Stätten der Vesinnung. Ihr Werk ist mil.ionenfältig, weil Millionen in ihm leben. Cs ist ins Vewuhtsein der Deutschen eingegangen und wird mit jeder neuen Generation zu neuer Wirksamkeit wiedergeboren. Es ist Unsterblich- leit

lende Menschenmenge bei, die General von der Goltz bei der Abfahrt nach Schluß der Veranstal­tung spontane Huldigungen darbrachte.

Die Finnisch-deutsche Gesellschaft veranstaltete im Grand Hotel ihr Jahresfest. General v d. G o l tz, der Ehrenmitglied der Ge­sellschaft ist, Präsident Svinhusvud und Ge­mahlin, Vertreter der finnischen Behörden und des Heeres sowie zahlreiche prominente Persön­lichkeiten der finnischen und deutschen Gesellschaft nahmen an der Veranstaltung teil- Der Festsaal war mit finnischen, der schwarzweihroten und der Hakenkreuzfahne geschmückt. General v. d. Goltz dankte Finnland dafür, dah die Hilfe unver­gessen sei, die Deutschland im Jahre 1918 bei der Befreiung Finnlands und insbesondere b e i der Erstürmung der Stadt Sammer« fors dem finnischen Heere habe leisten können und hob vor allem auch die Bedeutung der deutschen Siege an der russischen Ostfront als Grundlage der späteren Befreiung Finnlands hervor. General v d. Goltz wies auf die gemein­same Gegnerschaft beider Rationen gegen den Kommunismus hin und schloß seine Rede mit einem Hoch auf Finnland und seinen Präsi­denten.

Oie Zulassung der Kassenärzte.

Berlin, 13. April. (VDZ.) Reichsarbeitsmimster S e l d t e hat auf Vorschlag des nationalsozialisti­schen Leiters der großen Aerzteorganisationen, Dr Wagner, den früheren deutjchnationalen Reichstagsabgeordneten und Geschäftsführer des Hartmann-Bundes sowie des Aerzteverein-Bundes, Dr. Haedenkamp in das Reichsarbeits­mini st erium berufen. Dr. Haedenkamp wird als Kommissar zur besonderen Verwendung die Auf­gabe haben, die ärzllichen Gesichtspunkte bei der Neuregelung der Frage der Zulassung von Krankenkassenärzten sowie im Ser» trauensarztwesen wahrzunehmen.

Sozialismus der Tat!

Aufruf zu einer Hitler-(^cburtstaqsfpendc für Bedürftige

Berlin, 13. April. (OB. Lig. Meld.) DerVöl- kische Beobachter" veröffentlicht folgenden Aufruf:

Der Geburtstag des Reichskanzlers Adolf Hitler am 20. April wird dem Wunsch des Führers entsprechend ohne prunkvolle Festlichkeiten begangen, die dem Charakter feiner nationalsozialistischen Bewegung und der Rot des deutschen Volkes nicht entsprächen. 3m Sinne des Führers aber ruft die Nationalsozialistische Deut­sche Arbeiterpartei alle besitzenden Schich­ten, in Sonderheit alle Arbeitgeber, Unternehmer, Landwirte, Geschäftsleute usw. zum freudigen Geben! Am 20. April fall niemand in Deutschland hunger leiden. Arn 20. April muß jeder Besitzende in Deutschland nach bestem können die Rot lindern! Ls soll das deutsche Volk der Welt den Sozialismus der Tat zeigen. Hitlers Geburtstag, ein lag der Freude. Un­ter Leitung der RSDAP. werden Summe Ist el- l e n eingerichtet, die Lebensrnittel und Geld n Empfang nehmen. Die Spender werden In el­ften vermerkt und erhalten Quittungen. Die Verteilungsstellen geben allen bedürftigen Volksgenossen den auf sie entfallenden Anteil gegen Lrwerbslofenausweis ufro.

Genaue Anweisungen erfolgen noch durch die Presse und den Rundfunk.

Umbau der Steuerwirtschast.

Berlin, 13.Aprll. (ERD. Funkspruch.) Der neue Staatssekretär im Reichsfinanzministerium Reinhardt, erklärte demZeitungsdienst", daß mit der Vielheit der Eteuergesehe und mit der Kompliziertheit des Steuerrechtes Schluß gemacht werden müsse. Die Steuern müßten so­zial, gerecht und wirtschaftlich tragbar sein. Steuererhöhungen, die geeignet sein könnten, eine neue Belastung der breiten Masse des deutschen Volkes herbeizuführen und kauf­kraftschmälernd zu wirken, seien nicht geplant.

Gegenwärtig befindet sich ein Gesetz zum Schuhe des mittel st ändischen Einzel­handels in Vorbereitung. Danach werde eine Wittelstandsschuh st euer, die auf Wa­renhäuser und Zweig st ellen umgelegt werde, einheitlich für das gesamte Reich eingeführt werden. Diese Steuer, die nach dem Umsatz bemessen sei, werde sämt­liche Warenhäuser und Filialbetriebe so treffen, daß ihre wirtschaftliche Vormacht­stellung im Interesse des Mittelstandes ge­troffen werde. Es sei selbstverständlich, schloß der Staatssekretär, daß die kommende große Steuerreform eine gerechtere Verteilung der Steuern und La st en bringen werde. Leitgedanke werde dabei sein, die Kaufkraft der Gesamtheit der werktätigen Massen unseres Volkes zu heben. Die Erhöhung der Kaufkraft durch steuerpolllische Maßnahmen werde sich insbesondere in Preis­senkungen äußern, für die durch diese Maß­nahmen die notwendigen Voraussetzungen ge­schaffen wurden.

Führerlaguntz des Braunschweiger SlahlhelmS.

Braunschweig, 12. April. 3m Keglerheim fand vor einigen Tagen eine Führerversammlung des Stahlhelms, Bundes der Frontsoldaten, statt, in der sich der stellvertretende Landesverbands­führer, Generalmajor a. D. Freiherr von Hammer st ein aus Hildesheim, vorstellte. Freiherr von Hammerstein wurde mit dem Prä­sentiermarsch und begeisterten Front-Heil-Rusen der im Saal dicht gedrängten Stahlhelmer emp­fangen, die sich von ihren Plätzen erhoben hatten. Er erklärte u. a.: Mir ist der Auftrag erteilt, vertretungsweise die Führung des Landesver­bandes Braunschweig vom Stahlhelm zu über­nehmen. Wir kennen den Landesverband Braunschweig als besonders gut. Er ist uns immer aufgefallen durch sein besonders gutes Auftreten, und unser Glaube an die Treue und an die Ergebenheit, an das Interesse für unser Vaterland ist durch alle Vorgänge der letzten Tage nicht im geringsten berührt. (Beifall.) Be­sonders danken wollen wir dem am schwersten be­troffenen Landesverbandsführer Schrader (stürmisches Händeklatschen), nicht nur, weil er ein guter Stahlhelmer ist, sondern well sein Idealismus dafür bürgt, daß er einer un­serer besten Deutschen ist. (Stürmischer Beifall.) Mit Hingebung hat er seinen Landes­verband geführt und keine Mühe gescheut sür die Sache, für die im letzten Grunde auch die RSDAP. kämpft.

Es ist nicht unsere Sache, in ein schwebende- Verfahren einzugreifen. Seitens der Stahlhelm- Dundesleitung wie auch seitens der unterstellten Führer wird alles getan, um volle Genugtuung für den Stahlhelm zu verschaffen. (Stürmischer Beifall.) Alle, die wir uns national nennen, sollte ein Gedanke beseelen: Jetzt tut uns Einigkeit im nationalen Lager bitter not, und ich zweifle keinen Augenblick daran, dah der Stahl- helm von seiner Seite sich voll und ganz zu die­sem Gedanken bekennt. Denn die Aufgaben sind noch nicht erfüllt Es ist nur die Vorbedingung erfüllt, d. h., wir haben eine große nationale Re­gierung, aber die Aufgaben kommen

Mailand, 13. April. (111.) Die ilaliensichen Abendblätter veröffentlichen eineu Artikel IHuffoll- nis Ausgehend von der These, dah die kleine Latente plötzlich sehr laut und mit Pariser Be­gleitmusik als fünfte Großmacht (Europas auf der Bildfläche auftauche, legt Mussolini dar, dah ämtliche Voraussetzungen für eine Grohmacht bei den Staaten Tschechoslowakei, Südslawien, Rumä­nien fehle, dah sie weder Rasse noch Sprache noch Religion noch wirtschaftliche Interessen gemeinsam hätten. (Er habe schon 1928 im Senat klar gesagt, dah die Friedensverträge nicht ewig eien. Die Friedensoerträge find heilig insoweit, als durch sie eine blutige und ruhmvolle Anstrengung, eine Periode ungeheuerer und groher Leiden a b - geschlossen ist. Aber die Friedensverträge sind nicht das Resultat göttlicher Gerechtigkeit, sondern

"5? baten Ässä Säs senden Zeit bei !ut Nontanpapien «getoinne bei ®f[, .1,50 Prozent hin« >gen bei 60 LW J Sonst sind noch ^"onlen, 'Scmbeig ohlentoette mit et» u nennen. Dernach. 3efula büßten auf 2$ Prozent ein. Dozent niedriger, Geschäft an den )ic Papiere zeigten jungen bis zu 0,53 Renten waren da« r.

' bis zu 0,25 Proz. n gewannen 0,38 Forderungen etwa Jndustrievbligativ- lich. Auslandrenten surde es am OliatHe i Kursen etwas leb­en hatten größeres ifzuweifen. Elektro- Proz. verloren hat- wärtsbewegung um

Erleichterung Fort- eld lag je nach So- unteren Grenze zwi- Am Privatdiskont- chsschahanveisungen ichts geänbert. rfe freundlich, lpril. Die Abend- >rtagsunterbrechung, zu verzeichnen, da bemerken war. Die indlich, obwohl die m 'berliner Schluß ). Farben lagen auf 3' Prozent,,Gelsen- r, wahrend Elektro- fragt waren. AEG. in. Schifsahrtsaktien ?g fast geschästslos. ,40 knapp gehauen, idbücher lagen etwas itionspsanbbtiec > L und Stadtanleihen Staatsrenten gaben ozent aus 83,50 zogen Gement Karl ! Prozent an.

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Unsterblichkeit des Deutschen.

Don Erich Tüttner GOS.

Die aktuellen BegriffePotsdam" und Weimar" müssen verschmolzen wer­den auf daß ein einiges, starkes Deutsch­land werde. Die Polarllät gerade des deutschen Wesens beruht in den beiden symbolischen BegriffenPotsdam" und Weimar" Macht und Innerlichkeit. Staat und Geistigkeit.

Unsterblichkeit heißt nicht Mumifizierung. Un­sterblichkeit ist kein bestimmbarer Zustand. Un- sterblichkeit ist Bewegung in kosmischem Rhyth­mus! Was sterblich war, ist abgefallen; unsterb­lich aber bleibt, was durch den Tod der Materie zur Lebendigkeit der Idee fortschreitet.

In jedem Menschen ruht ein Quent Unsterblich- leit Ist es nur eine Geste, eine Manie, eine Krankheit es pflanzt sich fort in seinen Rach- kommen, es ist Unsterblichkeit.

Eckpfeiler der deutschen Unsterblichkeit sind Goethe und Friedrich, Weimar und Pots­dam. Beide sind nicht Verheißung geblieben, sondern sind in sich bis zur letzten Stufe der Erfüllung geläutert. Beide sind lebendig im Deutschen wie nur sein Blut lebendig ist.

Unsterblichkeit kann nicht erworben werden sie wird erlebt. Das Urteil über ihre Rot- wendigkeit liegt nicht bei denen, die gemeinhin au urteilen berufen sind, nicht bei Kritikern und Führern, es wird vielmehr von denen gesprochen, die dem Unsterblichen nachleben, die es im Blute tragen, die ihm unterworfen sind: Menschen in ihrer einfachen menschlichen Racktheit.

Goethe und Friedrich sind gestorben, wo ihnen steinerne Denkmale gesetzt sind aber s i e leben in der Seele des Deutschen, Weimar und Potsdam sind Städte der Gegen­wart aber sie tragen das Zeichen des Genialen auf ihren Stirnen. Der Atem der Vergangenheit ist in ihnen lebendig geblieben, um immer wieder die Lungen Deutschlands zu durchströmen. Der Geist des passiven Heroismus ist in ihnen wirk­sam, um den geheiligten Boden für die ewige Reugeburt vorzuberellen.

Goethe, der umfassendste Dichter, Friedrich, der genialste Feldherr und Staatsmann der Deutschen, so sind sie in die Gegenwart und in die Zukunft Deutschlands eingegangen. Goethe, ein verhinderter Staatsmann, Friedrich, ein ver­hinderter Dichter der Deutschen, wo ist dem Indi­viduum die Grenze seiner Fähigkeiten gezogen? Ihre unfaßbar weit wirkende Bedeutung liegt im Umfang ihres Wesens- Sie trugen nicht An­sätze dieses oder jenes Charakters in sich, sie ent­wickelten ihn und vollzogen ihn ganz. Sie be­herrschten nicht dieses oder jenes Wissensgebiet, sie waren Bildner des Universums. Die tiefe Sehnsucht der Deutschen, mit seiner Sehn­sucht allein und verlacht zu sein, lastete auf ihnen.

Friedrich der Große hinterlieh der Ration, die er geschaffen hat, den unbedingten Willen zur Selbstbehauptung, Goethe die Kraft zur Selbstbesinnung- Friedrich der Große kämpfte um die Macht, die aus der Disziplin kommt, Goethe um die Würde, die aus der Einsicht herrührt- Friedrich formte die Gestalt der Ration, Goethe entsiegelte ihren Inhalt, die faustische Seele.

Die Unsterblichkeit der Deutschen hat diese zwei Pole: die Mystik des tausendjährigen inneren Reiches, wirklich geworden im Organismus der Ration, und das Bewußtsein der deutschen Innerlichkeit, mit all ihren Eelbstqualen und Luftschlössern sichtbar in Heinrich Faust.

Potsdam Weimar, vielzitierte Parallele! Aber Potsdam und Weimar sind nicht Paralle­len, Potsdam und Weimar sind die Schenkel einer ungeheuren Parabel, die im Unterbewuht- fein des Deutschen z u inniger Einheit verschmelzen.

Luther war eine Macht, Dismarck war eine Macht und sie standen im letzten Grunde doch als Einzelerscheinungen in einem Wust von Unverstand. Friedrich aber und Goethe haben zu gleicher Zeit die deutsche Welt von den entgegengesetzten Polen her durch- leuchtet, haben zu gleicher Zeit die Ration ge­formt und ihr den unvergänglichen Jnhall ge­geben. __ .

Potsdam und seine Schlösser, Weimar und seine Dichterplähe sind der Horizont eines deutschen Glaubens. Sie umschließen eine Welt, die sich nicht in bürgerlich-engstirnigen Be­griffen erschöpft, sondern in kosmopolitischer Be­deutung den Platz umreiht, den Deutschland unter den Völkern der Erde einnimmt.

Potsdam und Weimar sind Bekenntnisse zur Unsterblichkeit des deutschen Menschen- Aber sie wirken im höchsten Sinne für Deutschland noch da, wo sie nur als Legenden existieren. Wögen sie gefürchtet sein oder ge­achtet, mögen sie gerecht oder ungerecht beurteilt werden, sie bleiben doch Künstler der Ration, wie ihre Schöpfer sie wollten!

Es hat zu allen Zeiten Stimmen gegeben, die Goethe und Friedrich als unbeutsch brand­markten, well der eine Rapoleon, der andere Voltaire geschätzt hat. Diese Stimmen haben vergessen, dah sell jeher jene Männer die besten Deutschen gewesen sind, die darüber nicht ge­sprochen, wohl aber danach gelebt haben-

Goethe und Friedrich sind Zeugen eines

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