Ausgabe 
13.3.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 61 SvüP»ussabe

185. Jahrgang

Montag, 13. Mär; 1953

Erfchernt täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblatter Heimat tm Bild Die Scholle monati:Be;ugsprei$:

Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr .. -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

ZernsprechanschlSfle unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Stehen.

Postscheckkonto:

Kronlfrrl am Main 11686.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Vrrck vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Slelndruckerei H. Lange in Dietzen. Schriftleilung und Geschästzftelle: Zchulittatze 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vir zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärt» 10 Reichspsennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u , mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen letl Ernst Dlumschein undfürdenAn- zeigenteil i. D. Th.Kümmel sämtlich in Biegen.

Klaggenerlaß des Reichspräsidenten.

Schwarz-Weiß-Rot und Hakenkreuzfahne nebeneinander. Der Reichskanzler spricht im Rundfunk.

Berlin, 12. Marz. (IDIB.) Reichspräsident von Hindenburg erläßt folgende Kundgebung.-

Am heutigen Tag, an dem in ganz Deutschland die alten schwarzweihroten Fahnen zu Ehren unserer Gefallenen auf halbmast wehen, bestimme ich, dah vom morgigen läge ab bis zur endgültigen Rege­lung der Reichsfarben die schwarzweihrole Fahne und die hakenkreuzfahnegemein­sam zu hissen sind. Liese Flaggen verbinden die ruhmreiche Vergangenheit des Deut­schen Reiches und die kr a s t o o l l e Wieder­geburt der deutschen Ration. Vereint sollen sie die Macht des Staates und die innere Verbundenheit aller natio­nalen Kreise des deutschen Volkes verkörpern!

Die militärischen Gebäude und Schiffe hissen nur die Reichskriegsflagge.

Berlin, den 12. Mär; 1933.

Der Reichspräsident: von Hindenburg.

Gegengezeichnet: Der Reichskanzler: Adolf Hiller.

ÄneErltärM desMichskanzlers

Diese Kundgebung des Herrn Reichsprä­sidenten gab der Herr Reichskanzler heute um 14 Uhr über alle deutschen Sender dem deutschen Volk bekannt. 2m Anschluß daran hielt der Reichskanzler folgende An­sprache:

Mit diesem Erlast hat der Herr Reichspräsi­dent bis zur endgültigen Regelung von sich aus verfugt, daß die Fahne der nationalen Erhebung nunmehr auf den Staats- und ösientlichen Gebäuden neben unserer unvergeß­lichen. ehrwürdigen Traditionsfahne des alten Deutschen Reichs künftighin zu wehen hat.

Nationalsozialisten, die ihr in dieser Stunde milhört! SA.- und SL.-Männer! Damit ist auch nach außen hin sichtbar durch die Vermählung der Sieg der nationalen Revolution gekennzeichnet. Uns alle muh in dieser histori­sch^ Stunde, die wir eben zurückkehren von den Feiern für unsere toten Kameraden, neben dem Gefühl der tiefen Dankbarkeit für den hoch­herzigen Entschluß des Generalfeldmarschallseine stolze Befriedigung erfüllen. Ein 14jähriger Kampf um die Macht hat nunmehr seinen sichtbaren symbolischen Abschluß gefunden. Es ist aber nun­mehr an uns selbst, dafür zu sorgen, daß diese Macht von jetzt ab durch nichts mehr erschüttert wird. Als euer Führer und im Ramen der Re­gierung der nationalen Revolution fordere ich euch daher auf, die Ehre und damit auch die Würde des neuen Regiments so zu vertreten, daß es vor der deutschen Geschichte dereinst auch in Ehre und Würde zu bestehen vermag.

Mit dem heutigen Tage, da nun auch sym­bolisch die gesamte vollziehende Gewalt in die Hände des nationalen Deutschlands gelegt ist, beginnt der zweite Abschnitt unseres Ringens, von nun ab wird der Kampf der Säuberung und Inordnungbringung des Reiches ein plan­mäßiger und von oben geleiteter fein. Ich befehle euch daher von jetzt ab strengste und blindeste Disziplin. Alle Einzelaktionen haben von jetzt ab zu unterbleiben. Rur dort, wo die Feinde der nationalen Erhebung sich unseren gesetzlichen Anordnungen mit Gewalt wider­sehen oder wo sie einzelne unserer Männer ober marschierende Kolonnen überfallen, ist der widerstand dieser Elemente sofort und gründlichst zu brechen. Im übrigen aber ist cs unsere Aufgabe, dem ganzen deutschen Volk, und vor allem auch unserer wirtschaft, das Gefühl der unbedingten Sicherheit zu geben, wer es von jetzt ab versucht, durch Linzel- aktionen Störungen unseres Verwaltungs­oder des geschäftlichen Lebens herbeizuführen, handelt bewußt gegen die nationale Regie­rung. Denn heute sind wir für das Reich ver­antwortlich, weil es in unsre Hand gegeben ist.

Meine Parteigenossen! Ihr habt in 14jähriger Arbeit für dieses nunmehr entstehende Deutsch­land gekämpft. Heute ist die Fahne dieses Kamp­fes staatlich sanktioniert. Ihr könnt daran aber auch ersehen, wohin uns Eure Disziplin und Tin- tcrordnung geführt hat. Rur sie allein kann uns nunmehr weiter eiten, ilnfer Sieg ist so groß, daß wir nicht kleinli^e Rachsucht empfinden können. Sollten die Feinde der nationalen Erhebung ir* gen einen Widerstand versuchen, dann wird der Wille der Regierung der nationalen Revolution sie blitzschnell nieberzwingen, und Ihr werdet die Befehle erhalten. Hütet E u-ch aber vor P r ovokateuren und Spitzeln, die, wie wir heute durch die Belege wissen, von der KPD. in unsere Formationen entsandt worden sind. Wir werden sie dank unseres Einblicks in das Treiben dieser Derbrecherorganisation in kürzester Zeit ohnehin entfernt haben. Indem ich Euch so die Reinheit und damit die Ehre unse­rer nation>a len Erhebung zu wahren befehle, danke ich euch aber auch für das

Tlebermaß an Treue, Disziplin und an Opfern, die Ihr mir bisher entgegengebracht und gegeben habt. In wenigen Wochen ist durch Eure Mit­arbeit und Mitwirkung die größte Umwälzung vollzogen worden, die Deutschland bisher je kennt. Sie wird dem deutschen Volk sichtbar gezeigt wer­den durch die Anordnung des Reichsinnenmini­sters Dr. Frick, die ich hiermit bekanntgebe:

Zur Feier des Sieges der nationalen Revolu­tion haben sämtliche öffentlichen Gebäude des Reichs von morgen, Montag, ab auf die Dauer von drei Tagen in den vom Herrn Reichs­präsidenten anbefohlenen beiden Fahnen zu flaggen.

Meine Parteigenossen! Es lebe die nationale Revolution! Es lebe unser heißgeliebtes deutsches Volk und unser stolzes Deutsches Reich!

Aufruf der Reichsregierung.

Berlin, 12. März. (WTB.) Nach dem Flaggen­erlaß des Herrn Reichspräsidenten vom heutigen Tage verbinden die alte schwarzweißrote Flagge und die hakenkreu^flagge die ruhmreiche Vergangenheit des deutschen Volks und die kraftvolle Wiedergeburt der deutschen Nation. Vereint sollen sie die Macht des Staats und die Verbundenheit aller nationalen Kreise des deutschen Volks verkörpern.

Um diesem Willen des Herrn Reichspräsidenten Ausdruck zu verleihen und damit gleichzeitig den Sieg der nationalen Revolution zu feiern, hat der Reichsinnenminister angeordnet, daß in den Tagen von morgen, Montag, bis kommenden Mittwoch einschließlich alle Reichsbehörden, Reichsstellen und Reichsanstalten die schwarzweihrole Fahne und die Hakenkreuzflagge gemeinsam hissen. Die ' militäri­schen Gebäude hissen nur die Reichskriegsflagge.

Der Reichsinnenminister hat die Landesregierun­gen und die Kommissare des Reichs in den Ländern gebeten, für die Landes- und Kommunal­behörden die Maßnahmen der Reichsregierung zu übernehmen.

Die Reidtsregicrung ruft das ganze deutsche Volk auf, sich ihrem vorgehen anzuschl eßen und damit der Verbundenheit aller nationalen kreise des Volkes mit der staatlichen Macht feierlichen Ausdruck zu verleihen.

Für die feierliche Beflaggung der Reichsdienst- gebchide in den Tagen vom 13. bis 15. März hat der Reichsinnenminister noch folgende Hoheitsordnung erlassen:

Wenn Reichsdienstgebäude mehrere Flaggen­masten haben, so sind in gleicher Zahl und Gröhe schwarzweihrole Flaggen und Haken­kreuzflaggen zu fetzen, bei ungerader Zahl am überschießenden Mast die schwarzweihrote Flagge.

Mehrere zusammenliegende Gebäude gelten hierbei als eine Anlage. Ist nur e i n Flaggenmast vor­handen, so ist an ihm die schwarz weißrote Flagge zu hissen. Die Hakenkreuzflagge ist in diesem Falle, wenn sich nicht ein zweiter Flaggen­mast anbringen läßt, an einer bevorzugten Stelle der Straßenfront des Hauses mittels eines besonde- ' ren Flaggenstockes als hängende Fahne anzu­bringen.

Oie Zlaggenverordnung für Hessen.

Darmstadt, 12. März. (WSN.) Der Inhaber der Polizeigewalt in Hessen, Regierungsrat Dr. Müller, hat entsprechend dem Flaggenerlaß des Reichspräsidenten in einem Rundtelegramm an die ihm unterstellten Behörden angeordnet, daß s ä m t - liche Reichsbehörden dem Wunsche des Reichspräsidenten entsprechend und aus Anlaß des Sieges der nationalen Revolution do n Montag bis Mittwoch einfchlieh - l i ch in Schwarzweißrotund der Haken­kreuzfahne zu flaggen haben. Sämtliche Lan - des- und Kommunalbehörden sowie di- gesamte Bevölkerung werden gebeten, sich diesem Vorgehen anzuschließen, um so eine machtvolle Verbundenheit aller nationalen Kreise des deutschen Volkes mit dem Staat zu bekunden.

Die Mellen Jengen der denMen Lnstsnhri.

<?ineRede des Lustfahriministers Göring.

Essen, 11. März. (WTB.) Aus Anlaß der heuti­gen Eröffnung der deutschen Luftfahrt- ausstellung sprach der Reichsminister für Luft­fahrt Ooering über die aktuellen Fragen der deutschen Luftfahrt. Der Minister wür­digte die heldenhaften Leistungen der deutschen Flie­ger im Kriege, insbesondere die der großen Führer wie Bölcke, Irnrnelrnann und R i ch t h o f c n. Als er selbst, so fuhr der Minister fort, am Ende des Krieges die berühmte Richthosen - Staffel habe auflösen müssen, habe er den Schwur getan, alle seine Kräfte daranzusetzen, der deutschen Luftfahrt die alte Geltung wieder z u verschaffen. Jetzt sei die Zeit gekommen. Als Reichsminister für die Luftfahrt werde es seine vor­nehmste Aufgabe sein, dieses Vermächtnis der Ver­gangenheit auszuführen.

Denn man sage:Luftfahrt tut not, dann müsse man auch bereit sein, das Letzte einzu- sehen, um dieser Notwendigkeit zu entsprechen.

Er sei gewohnt, zuerst festzustellen, was notwendig - sei. Wenn das aber festgestellt sei, dann habe er auch die Kraft, die Wege zu finden, die zum Ziele führten, heute seien die alten Gegner Deutschlands in Genf schon wieder am Werk, die deutsche Luftfahrt, die kaum begonnen habe, sich wiederaufzurichten, abermals z u vernichten.

Aber alle diese Anschläge würden an einem Wider­stand zerschellen. Wie ein»,Rocher de Bronce" werde er sich den Feinden der deutschen Luftfahrt ent­gegenstemmen. Er sei schon wiederholt aufgefordert worden, nach Genf zu gehen. Er habe das bisher abgelehnt. Wenn er aber dort hingehe und dort das Wort ergreife, dann werde das letzte Wort gesprochen. Die Lebenden hätten die heilige Pflicht, das mit Blut geschriebene Vermächtnis der Toten des Weltkrieges auszuführen.

wenn es gar nicht anders gehe, müsse man bereit fein, ein mit Blut geschriebenes Ver­mächtnis auch mit Blut einzulösen.

Im Geist der Front, in innigster Kamerad­schaft, höchster Pflichterfüllung und letzter Opfer­bereitschaft müsse dieses Vermächtnis ausgeführt -werden, dann werde die deutsche Luftfahrt die Gel­tung erlangen, die eines so großen Volkes würdig sei-

Der Minister schloß mit der Mahnung, eingedenk des Vermächtnisses der Toten des Krieges zu seist, nicht nur oberflächlich, sondern mit freier Stirn. Im Geiste jener Männer wollen auch wir wieder innigste Kameradschaft, höchste Pflichterfüllung und letzte Opferbereitschaft zum Segen der deutschen Luft­fahrt an den Tag legen."

Negiemngssreg bei den preußischen

Berlin, 13. Mär;. (DTB. Funkspruch.) Rach dem Ergebnis der Kommunalwahlen wird die Regie­rung im Reichsrai wie im Staatsrat über eine einfache, wenn nicht sogar über eine q u a l i- fizierteMehrheit verfügen. Die Kommunisten erlitten Stimmenrückgänge bis zu 50 o. h.» die So­zialdemokraten bis zu 30 o. h. In zahlreichen Städten haben die Regierungsparteien d i e Mehr­heit. Die Dahlbeteiligung betrug zirka 80 o. t). Das Ergebnis der Berliner Sladtoerordnetenwahlen hat noch einmal einen erheblichen Ruck nach rechts gebracht und eine erhebliche Mehrheit der Regierungsparteien hergestellt.

Gladtverordnetenwahlen.

Frankfurt a.M.: RSDAP. 158 726, SPD. 63 186, KPD. 32 235, Zentrum 37 853, SWR. 13 082, DVP. 8384, Ch. S. V. 4473, St. P. 7792, Haus- u. Grundbes. 5470. Mandatszifsern: RSDAP. 42, SPD. 16, KPD. 8. Zentrum 9, SWR. 3, DVP. 2, Chr. S. V. 1, St. P. 2, Haus- u. Grund­besitz 1.

Kommunalwahlen.

Wiesbaden: RSDAP. 44 435, SPD. 15 320, KPD. 8842, Zentrum 9144, SWR. 9736, Chr. S. V. 1053, St. P. 2416, Soz. Kampfgemeinschaft 9, Volksfront Schaffender 624. Mandatsziffern: RSDAP. 28 (9), SPD. 9 (13), KPD. 5 (6), 3 5 (6), SWR. 6 (16), St. P. 1 (4), die anderen fallen aus.

Fulda: RSDAP. 3599 8Mandate (bisher 1), SPD. 712 1 (3), KPD. 540 1 (), Zentrum 8292 19 (20), SWR. 164 0 (DRVP. u. DVP. 3), Sv. Einheitsliste 796 1 (0), Liste Miehm 896

Marburg: RSDAP. 7218 20 Mandate (1), SPD. 1633 4 (4), KPD. 461 1 (0). Zentrum 710 1 (2), SWR. 1354 3, Chr. S. D. 650 0, Bürgeri. Arbeitsgemeinschaft 467 1 (4).

Hanau: RSDAP. 9494 17 Mandate (), SPD. 3190 5 (8), KPD. 5511 9 (9), Zentrum 1746 3 (3), SWR. 887 1 (1), DVP. 471 0 (5), Chr- S. V. 332 0 (0), St. P. 385 0 (2), Hand­werk und Gewerbe 397 0 (2), Haus- und Grund­besitz 1107 1, Aad. Mittelstr. 78 0.

Dillenburg: RSDAP. 1654 10 Mandate, SPD. 169 1, KPD. 20 0, Zentrum 212 1, SWR. 549 3, Tlnpol. Bürgerliste 561 3.

Kassel: RSDAP. 47 152 27 Mandate, SPD. 29 271 16, KPD. 7654 4. Zentrum 4196 2, SWR. 10 777 6, Chr. S. V. 2776 1, St. P. 1548 0.

Krefeld - Merbingen. Gültige Stimmen 90 824, RSDAP. 37 288 (22 Mandate), Soz. 8570 (5), Korn. 8997 (6), Ztr. 26 604 (16), Kpff. und DVP. 8779 (5).

Beuthen. Gültige Stimmen 54 245, RSDAP. 28 159 (26 Mandate), Soz. 3133 (3), Korn. 2867 (2), Ztr 13 762 (13), Kpff. 2842 (2), DVP. 161 (-), Stp. 1362 (1).

Essen-Stadt. Gültige Stimmen 329 381, NSDAP. 109 046. Soz. 32 613, Korn. 44 796, Ztr. 111 404, Kpff. 20 247, DVP. 2641. Chr.-Soz. 4324, Polen 630, Ungültige und Sonstige 3833.

Kommunallandtage.

Regierungsbezirk Wiesbaden.

RSDAP. 401 374 27 (4) Mandate: SPD. 147 125 10 (14); KPD. 57 411 4 (5); Ztr. 133 214 10 (10); SWR. 49 656 4 (3); DVP. 15 512 (19 209) 0 (5); St. P. 14 205 (12 049) 0 (3).

Kommunallandtag

des Regte ungSbezirkS Kassel.

RSDAP. 340 331 (23 Mandate), Soz. 137 525 (9), Kom. 45 029 (3), Ztr. 70 595 (5), Kpffr. 48 239 (3), Kampfgem. Arb. u. Bauern 1334 (0), StP. 5613 (0).

Oer Reichskanzler am Borabene der Wahlen. Berlin, 11. März. (TTl.) Bei einer Kund­gebung der RSDAP. sprach am Samstagabend der Reichskanzler Adolf Hitler in den über­füllten Berliner Ausstellungshallen über die Be­deutung der Gemeindewahl. Die Veranstaltung, die durch alle Sender übertragen wurde, wurde vom Reichspropagandaleiter der RSDAP., Dr. Goebbels, mit einem Stimmungsbild über den Vorabend der Wahl eingeleitet.

Reichskanzler Hitler, der mit minutenlan­gem stürmischen Jubel empfangen wurde, sagte u. a.: Das deutsche Schicksal ist jetzt nicht nur für die nächsten vier Jahre entschieden, es ist dadurch überhaupt entschieden. (Stürmischer Bei­fall.) Was sich in diesen Wochen vollzogen hat, ist mehr als ein Regierungswechsel:

Ein Volk hat seine schlechte Gesinnung ab­gelegt, es hat sich wiedergefunden. Es wird unsere Sorge fein, niemals wieder einen Rück­fall in die Vergangenheit zu dulden oder gar ihn durch unser eigenes handeln einzuleiten. (Lebhafter Beifall.) Wir hielten uns an den Grundsatz, daß das Einzelschicksal untrennbar ver­bunden ist mit dem der Gesamtheit. Die Cinzcl- schicksale sind bestimmt durch das Gesamtschicksal einer Ration, Unb wenn man ein Volk ret­ten will, so hat man sich die Gesamtheit vor Augen zu halten. Das deutsche Volk hat sich bekannt zu dem Grundsatz: Das Reichsschick- sal ist unser aller Schicksal, das Schicksal der Länder ist daL Schicksal der Gemeinden.

Der Grundsc^:Nach uns die Sintflut!" muß beseitigt werden. Wir dürfen nur das allein als Recht anerkennen, was wirklich auch in Zukunft unserem Volk das Leben erhalten wird. Unter diesem Gesichtspunkt wird das Programm der nationalsozialistischen Bewegung verständlich. Cs geht aus von der Tleberzeugung, daß nicht der einzelne im Mittelpunkt des Geschehens steht, sondern daß die Gesamtheit das Schick- fQ l bestimmt. Deshalb tritt die national­sozialistische Bewegung so fanatisch ein für ein Deutsches Reich. Dabei . will sie nicht die Stämme und ihre Eigenart vernich- t e n. Soll dieser Reichtum aber wirklich zum Blühen gebracht werden, so muß über ihm die Volksgemeinschaft, das Deich, stehen. Da­her sind wir die Träger des Gedankens eines großen, einheitlichen und mächtigen Reiches.

Denn wir gegen den Marxismus kämpfen, so nicht, weit wir den Arbeiter treffen wollen, sondern weit wir ihn erlösen wollen von einem Dahnsinn, der ihn und die Ration und alle vernichtet.

Daß wir heute regieren, heißt nicht, daß wir- in Kanzleien ersticken, sondern daß wir von einem anderen Postament aus das Volk führen. Wir werden uns nie irgendwo vom Volk ab­sondern. Es wird einst unser bester Lohn sein, die Millionen international vergifteter Volks­genossen wieder einzufügen in den Körper der Ration. Ich kämpfe nicht gegen den Marxismus, weil ich den Arbeiter hasse, sondern weil ich an ihm hänge und weil ich die Gefährten meines früheren Lebens nicht vergessen kann und nicht vergessen teilt (Langanhaltender Beifall.)

Man sagt von mir: Er ist kein Pazifist. Ich bin nur für bieftraft, weil ich in ihr die ewige Mutter des Rechtes sehe und darin wieder die Wurzeln alles Lebens.

Schön ist der Friede, aber gut Ist es, wenn man stark ist und sein Leben selbst gestalten kann.

(Stürmischer Beifall.) Man jagt von mir: Er will leine Verständigung mit den anderen Völkern. Wer sollte diese Verständigung nicht lieben? Allein Verständigung kann nur ftattfinben zwischen zweien, die gleiches Recht besitzen, und gleiches Recht herrscht nur dort, wo gleiche Kraft ist. Verständigung kann niemand mehr er­sehnen, als einer, der die furchtbaren Schäden des Krieges selbst viereinhalb Jahre mit eigenen Augen gesehen hat.

Dell ich die Verständigung will, will ich mein Volk in einen solchen Zustand bringen, dah es