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12.8.1933 Erstes Blatt
 
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stoatsininisterfuin, Mini- h*r B'ldungswesen, Kul- Volkstum, hat verfügt: zu unserem Ausschreiben i 009 - vom 3. Juli 1933 tafjjric israelitischen Schu­rn Samstag für die Dauer is vom Schulunterricht zu Ebenso tonnen sie auf chen der Trziehungsberech- mben, Zeichnen und von ' unden werden.

tänbe der Lindgemeinden ^en wollen den Lehrern geben.

x im BoFtzvrnai' riebenen Uvzeisitv.

vmattzesetz vom 12. Juni 1.360) sind bis zum Ab- ist 1933 unter Benutzung eschriebenen, von dem zu- zamt unentgeltlich erhält- - anzuzeigen:

he und ausländische Ber- [tücfe, die am 1. Juni 1933 Ausland befanden, ische Derrnögensstülke, die Juni 1933 sich im Inland

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im 1. Juni 1933 in ihrer einen Wert von mehr als hotten und der deutschen Steuer unterlegen Hoven, /pflicht besteht unabW mögenfteucrireW«"» ejenigen, die am 1. > erwögen von weniger ab ps»

[en worden sind- uszsj: e DermogeBeueroew (gepffiW »*ä,

rStis-s SeiW'S Berletzuol oder faQt finb, t°nn icht °'of)Ien* dringend

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11. Augusts e Finanzämlee' @rünW^--

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Hr. 18Z Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Die Ausgaben der AEZO. im neuen Staate.

Don Hans Äiallas, Amisleifer der Deutschen Arbeitsfront und Mitglied der Reichsleitunq der NSBO.

Die NSBO. (Nationalsozialistische Betriebszellen. Organisation) kann auf ein falt Zjähriges Bestehen zuruckblicken. Einzelne nationalsozialistische Betriebs­zellen bestanden bereits vor ihrer Zusammenfassung in verschiedenen Betrieben, sowie im Reiche.

Mit der Organisation der NSBO. als Unter- Organisation der Partei begann der erste systema- tische Angriff des Nationalsozialismus auf die da- maligen marxistischen Hochburgen die Betriebe. Mitglieder der NSBO. konnten Parteigenossen und Sympathisierende werden. Zur Zeit ist die Aus­nahme in die NSBO. jedoch gesperrt, um die Auf­nahme unerwünschter Elemente zu verhindern. Eine jetzt beginnende Säuberungsaktion wird die der­zeitigen Mitgliedermassen aufs schärfste sieben. Die N<oBO. war vom Tage ihrer Gründung ab und ift cs noch heute eine Organisation deutscher Ar- beiter und Angestellter. Mitglied konnte nur der Volksgenosse werden, der unter das Arbeitsrecht fiel. Beamte und Unternehmer sind also nicht Mit­glieder der NSBO.

Die Aufgaben der NSBO. waren jederzeit rein politischer Natur. Am besten läßt sich das Arbeits­gebiet der NSBO. mit ihrem alten Leitsatz zusam- mensassen: Die NSBO. ist die politische Kampftruppe des Nationalsozialis- mus in den Betrieben.

Ihre Ziele sind nie wirtschaftlicher Natur ge­wesen. Sie hat es stets abgelehnt, sich zu einem Konkurrenzunternehmen der damaligen Gewerk­schaften herabdrücken zu lassen. Sie hat deshalb auch niemals die Gewerkschaften als Organisationsform bekämpft, sondern lediglich den marxistischen oder zentrümlichcn Einfluß auf diese Da jedoch häufig bie Gewerkschaften versagten oder ihre Mitglieder, bie gleichzeitig der NSBO. beitraten, hinauswarfen, ergab sich zuweilen die Notwendigkeit für die NSB O., ihren Mitgliedern den Rechtsschutz zu gewähren, der ihnen von den Gewerkschaften verweigert wurde.

Bei den Streikkämpfen des vergangenen Jahres sah die NSBO. ebenfalls in erster Linie die poli­tische Seite der Dinge. Sie sah den Feind in dem verkehrten liberalistischen Staatssystem der Nach- krtegszeit, das zu bekämpfen jedes Mittel recht sein mußte. Ihr Kampf galt nicht dem deut­schen Unternehmertum, sondern der schlechten Staatsführung, die marxisti- ichen Klassenkampf von unten und liberalistische Ausbeutung von oben zuließ. Das Fernziel, das der NSBO. stets vorfchwebte, war die Schaffung der Deutschen Volksgemeinschaft, in der Arbeiter und Angestellte zusammen mit dem deutschen Unternehmer als gleichgeachtete Volks­genossen zusammengeschweißt waren.

Die Machtergreifung des Nationalsozialismus stellte auch die NSBO. vor eine neue Situation. War bisher ihre Aufgabe mehr die einer negativen Kritik an den Gegnern des Nationalsozialismus, so galt es jetzt zu beweisen, daß sie die Männer in sich vereinigte, die in der Lage waren, die neue Füh­rerschaft der deutschen Arbeiter und Angestellten zu stellen. Es galt, den 6.ptung von der Kritik zur positiven Aufbauarbeit zu tun. Wir dürfen heute sagen: Die NSBO. hat den Sprung gewagt, und er ist ihr restlos geglückt.

Nach der Erhebung des Führers der NSDAP, zum Führer des ganzen Volkes begann die große Umformung auf allen Gebieten des deutschen Lebens. Staat und Wirtschaft veränderten sich nicht nur in ihrem 'Aussehen, sondern auch in ihrem Geiste, lleberall wurde nationalsozialistisches Ge­dankengut hineingetragen. Alle Organisationen wur­den mit ihm erfüllt. Eine Ausnahme machten nur die deutschen Gewerkschaften aller Richtungen. Freie",Christliche",Hirsch-Dunkersche" und Gelbe", um die hauptsächlichsten zu nennen.

Die mächtigste Organisation stellten die Freien Gewerkschaften dar. DerAllgemeine Deutsche Ge- werkschaftsbund" (ADGV.) und derAllgemeine freie Angestelltenbund" (AFA.) vereinigten in sich den größten Teil der organisierten Arbeiter und Angestellten. Die Führerschaft dieser Gewerkschaften war restlos sozialdemokratisch. Gelegentlich behaup- tete sie,unabhängig" zu sein. Praktisch hatten sie sich auf Gedeih und Verderb der Sozialdemokratie unterworfen. Das kam hauptsächlich in der Personal­

union SPD.-Gewerkschaftsführer zum Ausdruck, Ausdruck, äußerte sich ferner in den Millionenspcn. den der Gewerkschaften an die Sozialdemokratie und schließlich in der Beteiligung an derGifernen Front."

Die Hoffnung aller marxistischen Kreise war stets, daß es dem Nationalsozialismus nie gelingen würde, die Gewerkschaften mit seinem Geist zu erfüllen, und daß diese somit stets ein Bollwerk des Marxismus bleiben würden. Hier griff nun die NSBO. ein

Am 2. Mai d. I. wurden diefreien" Gcwerkschaf- ten von den Beauftragten der NSBO. übernommen. Später diechristlichen" und die übrigen kleinen und kleinsten Verbände. Diese Tat ist eine der größ­ten in der nationalsozialistischen Revolution. Han- beite es sich doch darum, einen Organisationsapparat Zu übernehmen, der in 60 Fahren gewachsen war und nun mit einem Schlage neu gestaltet werden mußte, ohne daß ein Pfennig des Vermögens deut­scher Arbeiter und Angestellter dabei verloren ging. Weiter galt es aber noch, in einem ungeheuren Korruptionssumpf als welcher sich die bisherige Verwaltungspraxis der Gewerkschaften erwies Ordnung zu bringen. So, wie die SA. die Straße eroberte und damit die Voraussetzung zum Gelin­gen der nationalsozialistischen Revolution schuf, so hat die NSBO. die Betriebe erobert und mit ihrem geschulten Amtswalterstab die Uebernahme der Ge- werkschaften und die Bildung der Deutschen Arbeits- front aus Arbeitern, Angestellten und Unternehmern ermöglicht.

Danut ist kurz gezeigt worden, welche Aufgaben die NSBO. im neuen Staate bereits erfüllt hat. Es sei jetzt geschildert, welche Aufgaben noch ihrer harren.

Die Eroberung Mandschukuos der Name be­brütetLand des Ueberfluffes" durch Japan, b. h. formaljuristisch bie am i. Mai 1932 erfolgte Los­lösung dieser Provinz aus dem Körper Chinas, ist der (Erfolg einer seit dreißig Jahren in dieser Rich­tung bemühten japaniscken Politik. Daß die beab­sichtigtefriedliche Durchdringung" des Landes mit Beginn der tatsächlichen Ausführung sehr bald einen anderen Charakter annahm, der sich mit den Satzun­gen des Völkerrechtes nicht immer vereinbaren läßt, soll hiermit berücksichtigt werden. Tatsache ist, daß Japan durch die Inbetriebnahme und den Aus­bau der südmandschurischen Eisenbahn sich die wirtschaftliche Beherrschung der Mandschurei sicherte und seinen kulturellen Einfluß durch die Verbesserung des allgemeinen Le­bensstandards, durch Errichtung von Schulen, Kran­kenhäusern, Forschungsinstituten derart befestigten, daß Mandschukuo für das innerlich zerrissene China politisch ein verlorenes ®ebi»t barstellt. Diese Ge­fahr, nunmehr schon eine oollenbete Tatsache, würbe von China natürlich rechtzeitig erkannt, und man versuchte, dem Vordringen Japans dadurch zu be­gegnen, daß man möglichst viele Chinesen veran­laßte, in der Mandschurei zu siedeln. Man organi­sierte eine wahre Völkerwanderung mit dem Erfolg, daß heute etwa 30 Millionen Chinesen in Man- dschukuo seßhaft find, gegenüber rund 2J4 Millionen zur Zeit des russisch-japanischen Krieges im Jahre 1905.

Heute nun ist die Mandschurei de jure seldständig und Japan de facto i h r eigentlicher Begründer und Veherr- s che r. Um diese Herrschaft fest zu verankern, geht Japan daran, die Provinz mit allen Kräften und in ganz großem Maßstabe wirtschaftlich zu durch­dringen und eine leistungsfähige Indu­strie zu schaffen. Geschickterweife hat es allen Na­tionen freigestellt, sich in Mandschukuo zu betätigen, mit anderen Worten, kolonisatorische Arbeiten zu leisten, deren Erträge ihm zufallen, denn es ist so

Die Deutsche Arbeitsfront ist eine einzigartig in der Welt dastehende Organisation. In ihr ist prak­tisch der Klassenkampf überwunden. Neben ihr bleibt als kleine, gut geschulte und disziplinierte Truppe die NSBO. bestehen. Sie soll Rekruten- depot für die Deutsche Arbeitsfront sein. Aus ihr werden die Führer der Deutschen Arbeiter- und Angestelltenverbände entnommen. Die NSBO. Hal dafür zu sargen, daß überall die natio­nalsozialistische Linie gewahrt bleibt. Das Ziel der Deutschen Arbeitsfront, die Erfassung aller schaf­fenden Volksgenossen, der Arbeiter, Angestellten und Unternehmer erfordert schärfste Kontrolle der Der- bände und der Betriebe, daß der Marxismus nie wieder wagt, fein Haupt zu erheben.

Darum ift die künftige Hauptaufgabe der NSBO. zu vergleichen mit der einer Polizei truppe. Die NSDAP, ist das Kontrollorgan des Staates, d i e NSBO. wacht über bie Betriebe unb achtet darauf, daß überall die großen Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront im nationalsozialistischen Geiste durchgeführt werden. Die NSBO. wacht wei­ter darüber, daß alle Sonderaktionen unverantwort­licher Stellen, die zum Schaden der wirtschaftlichen Gesundung unseres Volkes versucht werden, unter­bleiben. Sie wird aber auch alle Sabotageversuche am Aufbau des nationalsozialistischen Staates, wie Streik ober Aussperrung, im Keime zu ersticken wissen. Die nationalsozialistische Staatsführung hat Anspruch auf das restlose Vertrauen des gesamten deutschen Volkes. Jede Beunruhigung der Wirtschaft durch foldje ober ähnliche Versuche sind ein Verbrechen.

Ueber 1 Million Mitglieder stark steht heute die NSBO. als die Garde des Nationalsozialismus in den Betrieben, und brausend ertönt ihr Lied:

Brüder aus Zechen und Gruben, Brüder ihr hinter dem Pflug, Aus den Kontoren und Stuben, Folgt unseres Banners Zug!"

gut wie ausgeschlossen, daß Japan allein diese ge­waltige Arbeit zu leisten imstande ist.

Der große Aufbauvlan Japans hat dazu geführt, daß in verschiedenen Ländern der Welt von java­nischer Seite mit industriellen und wirtschaftlichen Kreisen darüber Verhandlungen geführt werden, wie und in welchem Ausmaße sich diese daran be­teiligen können und wollen. Das hat den Direktor des Mitsubishi-Konzerns, Kyohei Kato, auf fei­ner Rundreise durch Europa auch nach Deutsch­land geführt. Er hat sich in Berlin in einer Unter­redung über die beabsichtigte Zuhilfnahme der deutschen Technik bei dem großen Werk ge­äußert.D e u t s ch l a n d", so äußerte sich der ja- panische Wirtschaftssührer,ift durch seine hoch ent­wickelte Technik wohl dazu berufen, an der Er- schließung Mandschukuos einen gro­ßen Anteilzu nehmen. Wir Japaner schätzen die deutsche Wissenschaft sehr hoch und haben ge­sehen, daß die deutsche Industrie wegen ihrer Quali­tätsarbeit Höchstleistungen vollbringen, kann."

Unermeßliche Schätze birgt dasLand des lieber- fluffes", und zu ihrer Hebung bedarf es der Hilfs­mittel deutscher Technik. Eine der bekanntesten Goldgruben" ist das Fushun-Bergwerk, in dem heute etwa 40 000 chinesische Arbeiter beschäf­tigt sind. Das Kohlenvorkommen dieser Grube wird von Sachverständigen auf über eine Billion Tonnen Fettkohle geschätzt, die bekanntlich noch zahlreiche wertvolle Nebenprodukte liefert. Der Oelschiefervorrat wird auf etwa fünf Millionen Tonnen beziffert und kann, wie die Kohle, zur Hälfte im Tagebau ge­wonnen werden. Deutschland hat für diese Grube bereis viele Förderanlagen, Feld­bahnen, Sortierapparate und Werkzeuge geliefert und wird für diese Industriezweige nunmehr vor­aussichtlich bedeutende Aufträge bekommen, da auch die anderen Bergwerke jetzt intensiver ausgebeutet werden sollen.

An zweiter, doch auch sehr wichtiger Stelle steht in Mandschukuo die L a n d w i r ts ch a f t. Man bezeich-

Sie deutsche Technik als Wssmittet Japans.

Zum Besuch des japanischen Wirtschastsführers Kyohei Kato in Berlin.

Gespräche vor dem Start.

3m Tempelhofer Flughafen aufgeschnappt. Von Georg Mühlen-Schulte.

®tnfteigen! Cinsteigen!!"

*2lu mal ein bißchen Huschhusch, Herr!"

.Meinen Sie mich?"

3a.

.Frechheit!"

.Werden Sie nicht vorlaut! 3ch könnte 3hnen sonst vieUeicht einen Schwinger geben, daß Sie von hier bis München fliegen.

.Das hatten Sie mit eher sagen sollen: 3ch hatte dann die Flugkarte sparen können..."

.... Nicht wahr, Herr Schaffner, für meinen Hund brauch' ich nichts zu bezahlen?!"

.Natürlich müssen Sie für den bezahlen."

.Für so einen kleinen Hund? 3st ja empörend!"

.Vielleicht lassen Sie den Hund an der Leine hinterher fliegen, das kostet nichts!"

.....Die Dame hat ganz recht, es ist ein Skandal, wie ungerecht es hier zugeht. Krebse dürfen zum Beispiel umsonst fliegen."

.Wieso denn Krebse?"

.Na, der dicke Herr da drüben hat vorhin im Wartesaal zwei Portionen gegessen: die fliegen jetzt unentgeltlich mit...

.... Bitte, Herr Flugzeugführer, kann ich schnell noch mal nach dem Cafe rüber? Ich habe mei­nen Sturzhelm liegen lassen."

.Wozu brauchen Sie denn einen Sturzhelm, um Gottes willen?"

"Äch, ich bin mal bei Windstärke zehn geflogen, und da ist mir bei einer besonders kräftigen ein Musterkoffer mit elektrischem Bügeleisen aus dem Gepäcknetz auf den Kops gefallen..."

.... Na, Herr, drücken Sie nicht so!"

.Was soll ich denn machen, an Ihrem Bauch kann sich ja nicht mal 'ne Libelle vorbeischlängeln."

.Meine Figur ist ganz normal, damit Sie im Bilde sind: ich habe bloß für den Fall eines Ab­sturzes ein Luftkissen untergeknöpsG..

....Ich bin mal mit Fieseiern geflogen. Das war ein Ding, sage ich Ihnen. Da hat mich doch der Monteur an den Sih festgeschnallt. Zwei le­rnen über die Schulter weg und um den Magen tum, und dann stramm angezogen.,."

.... Herr Flugzeugführer, Herr Flugzeugfüh­rer, was halten Sie von der Wetterlage?"

.Die Wetterlage ist gut.

Glauben Sie nicht, daß wir ein Gewitter krie­gen werden?"

Nein. Ansere Meteorologen melden klaren Himmel."

Ach, davon halte ich gar nichts. Ditte, wol­len Sie mal in das Glas gucken?!"

In das Glos? Was haben Sie denn drin? Eingemachte Gurken?

Nein, einen Laubfrosch. Er sitzt auf der un­tersten Sprosse seiner Leiter, Herr Flugzeugfüh­rer. Was halten Sie davon?"

Vielleicht hat er Asthma und verträgt das Treppensteigen nicht."

Das ist es nicht. Aber er spürt, daß ein Ge­witter in der Luft liegt. Immer, wenn der Laub» frösch unten sitzt, gibt es Gewitter. Was geden­ken Sie zu tun, Herr Flugzeugführer?"

Geben Sie her, ich hole ihn rauf und binde ihn oben auf der Leiter an; dann gibtd kein Gewitter, und Sie haben Ihre Ruhe..."

... Mein Ehrenwort, die Wolken waren so dick wie ein Grießpudding. Als ich nachher aus dem Flugzeug stieg und meinen Mantel aufknöpfte, quoll mir dichter, weißer Nebel heraus."

Sie, wenn Sie mir jetzt noch erzählen, daß sich Ihre Frau aus dem Nebel Wolkenstores^hot machen lassen, dann werde ich ungemütlich..."

.... und noch eins, Steward: Schließen Sie meine Kabine von außen fest zu. Mir ist es mal auf einem Flug in der Schlaftrunkenheit passiert, daß ich meine Schuhe zum Putzen vor die Tür stellen wollte, und da sind sie mir tausend Meter tief runtergefallen..."

... Sie können sich das nicht vorstellen, was das bedeutet, so 'n Rückenflug. Wir steigen auf, und wie wir so eine halbe Meile über m Erdboden sind, da sagt Fieseler zu mir:So, nun beißen Sie mal die Zähne fest zusammen! Himmlische Güte, schreie ich, warum soll ich denn die Zähne zusommenbeihen? Damit Ihnen nicht der Ma­gen rousfliegt", sagt er...

..... Max! Komm hierher, Max! Was ver­birgst du da auf dem Rücken?"

©ar nichts, Mama!"

.®ar nichts? Ich sehe doch, daß du waS ver­

steckst Zeig mal her!... Na, soll man's denn glauben?! Ein Knäuel Dindsaden mit einem Angelhaken und einer Gänsekeule von heute mit­tag dran. Heraus mit der Sprache, du Lümmel, was wolltest du mit dem Zeug?"

Ich wollte bloß mal versuchen, ob ich viel­leicht unterwegsn Adler angeln kann ..

.... Mit 'm Mal fallen wir runter. Fallen runter wiene reife Banane, sage ich Ihnen. Mitm Motor nach unten fallen wir, fallen und fallen und drehn uns dabei immerzu um die eigene Speiseröhre. Ich denke, mir wirtschaftet einer mitm Quirl im Gehirn rum. Fieseler, schrei ich, was soll das heißen? Nichts Be­sonderes, sagt er, wir trudeln bloß! Sind Sie wahnsinnig? brüll ich, hören Sie auf mit tru­deln, ich zahle freiwillig die Lage."

..... Jetzt, Harry!... Da, jetzt!... Ach, Harry, es ist Wirklichkeit geworden: Wir fliegen!

3a, Teuerste."

Es ist berauschend, Harry. Nur das Motoren­geräusch stört furchtbar... Steward! Ach bitte, gehen Sie doch mal zum Kapitän: Er möchte so gut sein und nachher eine Viertelstunde den Mo­tor abstellen: mein Bräutigam und ich möchten so gerne ein bißchen dem Gesang der Sphären lau­schen ..."

Nürnberg und die deutschen Bleistifte.

Wie bei so vielen Erfindungen ist auch der Name dessen verschollen, der zuerst den heute so unentbehr­lichen Graphit-Bleistift hergestellt hat. Wir wissen nur, daß die ersten Bleistifte, von denen wir Kunde haben, im Jahre 1665 in England auftauchten und aus einet Graphit-Grube stammten, die im Jahr vorher in Cumberland entdeckt worden war. Auf dem Wege über Frankreich kam dann der Bleistift am Ende des 17. Jahrhunderts nach Deutschland, und hier wurde Nürnberg die Wiege der neuen Fabrikation und ist bis auf den heutigen Tag wegen seiner guten Bleistifte weltberühmt geblieben. Aller­lei Interessantes von den Anfängen der Industrie erzählt Dr. Kreuzkam in derLeipziger Illustrier­ten Zeitung". 3n die Fabrikation teilten fich zu­nächst zwei Gewerbe, die Schreiner, die die hölzerne Einfafiung der Stifte lieferten und die Graphit» stäbchen in diese einleimten, und die sogenannten

Zamsiag, 12. August (yzz

not es schon von jeher als dieVorratskammer des Fernen Ostens", und doch liegen noch riesige Gebiete brach, deren Urbarmachung nur erfolgen kann, wenn sie dem Verkehr erschlossen werden. Dazu ist not- windig der Bau neuer Eisenbahnlinien und die Anschaffung landwirtschaft­licher Gerate A.uch die Viehzucht spielt eine nicht unbeträchtliche Rolle, und die ertragreiche Forstwirtsct ^'t ist erst in den letzten Jahren ausge- baut worden und bedarf noch vieler Verbesserungen. Dazu kommt der Städtebau, der nach neuzeit­lichen Richtlinien durchgeführt werden soll, und die Errichtung und Umgestaltung des Gesundheitswe- sens, der Gas-, Wasser- und Stromversorgung, so­wie anderer Einrichtungen zufolge haben wird.

Aus diesem kurzen Ueberblick geht hervor, welches gewaltige Betätigungsfeld sich hier bietet. Man kann nur wünschen und hoffen, daß die deutsche Wirtschaft zu diesen weitreichenden Projekten hinzugezogen werden wird und dabei gute Verdienstmöglichkeiten finden möge.

Abschluß der Heffenfahrt der deutschen Journalisten.

Darmstadt, 11. Aua. (WSN.) Zum Abschluß ihrer einwöchiaen Hessensahrt hatte die Stadtver- waltung Darmstadt die Vertreter führender deutscher Blätter in das HotelZur Traube" eingeladen, wo diese mit ihren Darmstädter Kollegen und einigen Bchördenoertretern vereint waren. Bürgermeister Haug begrüßte in Verhinderung des Oberbürger. Meisters die Gäste. Ministerpräsident Dr. Werner, freudig begrüßt, sprach bann dem Organisator der Fahrt, dem hessischen Verkchrskommissar Hans Fischer, ebenso seinen Dank aus, wie den Fahrt­teilnehmern, den er mit der Hoffnung verband, daß die Hessenfahrt die Bedeutung des Landes für deutsche Geschichte, Kultur, Wirtschaft und Technik ihren fruchtbaren Niederschlag finden möge. Für die Gäste dankte Herr v. Eschwege vomVölkischen Beobachter". Die Schlußansprache des Abends hielt der Redakteur Fritz Philipps als Führer des Landesverbandes Hessen im Reichsverband der Deut­schen Presse. Sie leitete zur allgemeinen Unterhal­tung über. Gegen Mitternacht verließen die auswär­tigen Journalisten Darmstadt.

Neuer Reichsbahndirektionsprasident für Mainz.

WSN. Darmstadt, 11. Aug. Der Derwal» tungsrat der Reichsbahn hat in seiner gestrigen Sitzung den Direktor bei der Reichsbahn, Dr. Goudesroy, zum Reichsbahndirektionspräsi­denten in Mainz mit Wirkung vom 1. September 1933 ab ernannt. Der Verwaltungsrat gab außer­dem seine Zustimmung au dem Entwurf für die Satzungen des UnternehmensReichsauto­bahn e n", das der Reichsregierung zur Geneh­migung vorgelegt wird. Er begrüßte es, daß für die baldige Inangriffnahme des Baues der ersten Teilstrecke die Errichtung von neuen CBauäm tern in Frankfurt, Mainz, Darmstadt und Mannheim die erforderlichen Vorbereitungen getroffen sind.

Anklage gegen Kriminalrat Mührdel und Or. Marx.

Frankfurt a. M., 11. Aug. (WSN.) Die Staatsanwaltschaft hat nunmehr in der bekannten Bestechungsasfäre gegen die seit Anfang April in Untersuchungshaft weilenden beiden Beschuldigten die Anklage erhaben. Dem 1888 in Stoßburg j'. E. geborenen Kriminalpolizeirat Ferdinand Mühr - del wird oorgeworfen, in den Jahren 1928 bis 1933 bestochen worden zu sein, Amts- Unterschlagung in gewinnsüchtiger Absicht, Urfunbenbefeitigung unb Artende- feitigung in gewinnsüchtiger Absicht be- gangen und den mitbeschuldigten 1889 in Würzburg geborenen Syndikus Dr. jur. und rer. pol. Martin Marx zu dem von diesem begangenen Vergehen der Begünstigung durch Uebcrrebung bestimmt zu haben. Dr. Marx, der bekanntlich Syndikus des Zen- tralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glau­bens war, wird außer Begün st igung, aktive Bestechung oorgeworfen und weiter soll er von 1925 bis 1931 unbefugt das öffentliche Amt eines Rechtsanwalts ausgeübt haben. Ein Termin zur Hauptverhandlung ist noch nicht anberaumt.

Schroter oder Dleiweisschnelder, die die Graphit­stäbchen anfertigten. Zwischen den Schreinern unb Schrotern, die beide den NamenBleiweisslift- Macher" führten, kam es zu grimmigen Kämpfen, da jede Zunft das Recht zur alleinigen Herstellung erlangen wollte. Schließlich wurde 1731 die Bleistift- macherei für ein selbständiges Handwerk erklärt, das sehr strengen Zunstgelehen unterlag. Nur die Sohne des Meisters oder die Söhne anderer Dleistift- macher durften in der Werkstatt arbeiten, die Be­schäftigung von Frauen und Heimarbeit war ver­boten. Nun ließen sich aber in der Umgebung von Nürnberg Bleistiftmacher nieder, die nicht zur Nürn­berger Zunft gehörten, die sogenanntenStümpler", die den Nürnberger Meistern viel Schaden brachten und erst 1785 in die Zunft ausgenommen wurden. Zu den Stümplern gehörte auch der Gründer der berühmtesten Bleistiftfabrik, Anton Wilhelm Faber. Nunmehr erreichte dieNürnberger Bleistift-Industrie ihren Höhepunkt, wurde weltberühmt und ein Vor­bild für das Ausland.

EinSiorchenheersiegiuberHeuschrecken

Nachdem die jugoslawischen Behörden vergebens versucht hatten, durch die Verweisung von Flam- menwerfern, durch Ausgießen von Petroleum unb Abwerfen von Gasbomben aus Flugzeugen die Heu­schreckenpest zu bekämpfen, die jetzt in Südserdien große Teile der Ernte bedroht, erhielten sie unver- mutete Bundesgenossen durch einen großen Schwarm von Storchen, der plötzlich in den bedrohten Gegen- den eintraf. Was der Menschenwitz nicht vollbracht hatte, das gelang den nützlichen Vögeln durch einen energischen Angriff. Zu Ovce Polje hatten die Heu- schrecken ein Gebiet von 200 Hektar überflutet unb man mußte befürchten, baß nicht nur dieses Land, sondern weitere große Strecken vollständig kahl ge­fressen würden. Die Storche ließen sich sofort auf den Feldern nieder unb rückten in einer geschlossenen Schlachtordnung wie ein richtiges Heer vor; sie waren so unermüdlich tätig, daß sie nach wenigen Tagen die schädlichen Insekten verspeist und aus­gerottet hatten. Die Heldentat der Störche erregte großes Aussehen. Eine Filmgesellschaft fand sich ein, und es gelang, einen einzigartigen Film von dieser Storchenschlacht gegen die Heuschrecken aufzuneh- men, der demnächst in Belgrad gezeigt werden wird.