Ausgabe 
12.5.1933 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

Lufttemperaturen am 11. Mai: mittags 11,4 Grad Celsius, abends 8,8 Grad; am 12. Mai: morgens 9,6 Grad. Maximum 12,5, Minimum 7,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Mai: abends 14,7 Grad; am 12. Mai: morgens 11,1 Grad Celsius. Niederschläge 4,4 mm. dauer 3 Stunden.

Oie Küße nicht vergessen!

Man muß sich vergegenwärtigen: die tägliche Ärbeit des Fußes, diese Schwcrarbeit, die stünd­lich von ihm geleistet werden muß als Träger des Körpers, alsSchrittmacher" unseres Tage­werks, mau muß dagegenhalten das bittere Los seines Daseins in Finsternis und Enge. Um» schlossen von Strumpf und Schuh, eingeschnürt, verbringt der Fuß, mit der Hand verglichen, ein ungleich schwereres Leben. Während der Hand stets Licht, Luft, Wasser, Sauberkeit zur Verfü­gung steht, gehen dem Fuß diese Wohltaten re­gelmäßiger Behandlung häufig sehr ab. Hinzu kommen die Rachteile der Witterung, der Staub der Straße, die dem Fuß, diesem Schwerarbeiter unter unseren Gliedmaßen, manche Last aufer­legen. Die körperlichen Anstrengungen beeinträch­tigen, wenn der Fuß vernachlässigt wird, dessen Leistungsfähigkeit in hohem Maße. Brennen, Stechen und andere lästige Beschwerden sind ge­wöhnlich die bittere Antwort ungerechter Bernach- lässigung des Fußes. 3a, noch mehr, das Wohl­behagen des gesamten Organismus leidet dar­unter.

gen in diesem Punkte, der zu einer Verta­gung der Besprechung führte. Andere ange­schnittene Probleme der landwirtschaftlichen Gnt- und Umschuldung wurden aus diesem Grunde spä­teren Besprechungen Vorbehalten.

Der Standpunkt Hilgenbergs.

Berlin, 11. Mai. (TU.) Ueber die Aussprache Hilgenbergs mit Darrö, über die Durchführung der lanowirtsihaftlichen Entschuldung, erfolgt auch vom Reichsernährungsmini st eriu m eine Dar­stellung, in der es heißt:

Seitens des Ernährungsministers Dr. Hugenberg wurde erklärt, daß er entsprechend seiner gesamtwirt­schaftlichen Einstellung die Gesundung des d e u t s ch e n B a u e r n t u m s als die wirtschaftliche Grundaufgade ansehe und grundsätzlich zu je­der Maßregel bereit sei, die unter dem Gesichtspunkt des Gesamtwohles zu Gunsten der Landwirtschaft er­griffen werden könne. Er werde die von den Herren vorgetragenen Gedanken gern einer näheren Prü­fung unterziehen. Er müsse aber die Frage aufwer­fen, ob wirklich vom Standpunkt der Landwirtschaft aus der Vorschlag einer Zwangsherabsetzung der Zinsen auf 2 v. H. im Endergebnis einen Vorteil darstelle, besonders aber, ob die Landwirtschaft, die jetzt tatsächlich im Durchschnitt nach mehr als 6 v. H. zahle, ein ganz ausschlaggebendes Interesse daran besitze, eine Annuität van sage 3 v. H. statt sage 47i v. $). zu zahlen. Wenn der M i l ch p r e i s auch nur um einen Pfennig [teige, wie es in­folge des von ihm erlassenen Fettgesetzes bereits jetzt der Fall fei, so mache dies für die Land­wirtschaft mehr aus, als der erwähnte Zinsunter­schied. Die van ihm mit dem Fettgesetz angestrebte und mit Sicherheit zu erwartende Milchpreissteige­rung aber bedeute ein vielfaches jenes Hinsunterfchiedes, von der übrigens bereits sichtbaren Preisgestaltung aller anderen agrarischen Produkte ganz abgesehen.

Vom Standpunkt der Landwirtschaft selbst aus habe es schließlich doch auch eine Bedeutung, mit ihren Forderungen nicht gerade an solchen Stellen einzusehen, wo sich die größten Schwierigkeiten für die Ge­samtwirtschaft ergeben. Auch das Inter­esse der kleinen Sparer und vieler mit der Landwirtschaft eng verbun­dener Kreise dürfe schließlich nicht unberück­sichtigt bleiben. 3n einer gesunden Preis­gestaltung und in einer Herabsetzung der übrigen Lasten der Landwirtschaft böten sich größere Möglichkeiten der Gesundung der Landwirtschaft, als gerade auf dem Gebiete einer Zinsgestaltung, die der gesamten augen­blicklichen Wirtschaftslage durchaus widersprechen würde. Er werde selbstverständlich, wie schon gesagt, die gegebenen Anregungen sorgfältig prüfen und, soweit möglich, auch im Reichs^ kabinett wiedergeben.

Berlin, 11. Mai. (CAD.) (Eig. Meldung.) Die Pressestelle des Amtes für Agrar- politikderASDAP. teilt mit: Auf Wunsch des Aeichsministers für Ernährung und Land­wirtschaft Dr. Hugenberg fand heute' vor­mittag eine unverbindliche Fühlungnahme in der Entschuldungsfrage statt. An der Unterredung nahmen seitens des Reichs- ernährungsministeriums teil: Der Aeichsernäh- rungsminister, der Staatssekretär v. Rohr sowie der zuständige Sachbearbeiter Ministerialrat Harmening; seitens des Amtes für Agrar­politik der RSDAP. nahmen teil: Der Amts­leiter Darre, der Sachbearbeiter für Entschul­dungsfragen Domänenpächter Backe, M. d. R., und der erste Adjutant des Amtsleiters Frei­herr v. Zeppelin.

Die Unterredung führte zu keinem abschlie­ßenden Ergebnis. Von feiten des Amtes für Agrarpolitik wurde vorgetragen, daß die Schlüsfel- rage zur Gesundung der Landwirtschaft imZins- ) r o b l e m steckt. Dies deswegen, weil der Ertrag )er Arbeit nicht ausschließlich zur Befriedigung der Kapitalschuld und damit der kapitalistischen Inter­essen dienen darf, sondern zum Wiederauf­bau des in seinen Grundlagen durch die Schäden des vergangenen Systems erschütterten landwirt­schaftlichen Betriebes zu dienen hat. Das ist eben nicht gewährleistet, wenn der Ertrotz der Arbeit ausschließlich ober vorwiegend zur Zins- befriebigung bes Kapitals bient. Unter­stellt man nämlich die Verhältnisse in ber Lanb- wirtschaft vor bem Weltkriege, dann ergibt sich, daß s e l b st eine gesunde Landwirtschaft s i ch nur mit etwa 2 v. H. verzinsen konnte und also heute diese 2 v. H. zuzüglich einer Amor­tisationsquote bestenfalls d i e Hoch st grenze barstellen, welche man heute ber Landwirtschaft zu- muten kann, um neben der Verzinsung des Ka­pitals einen Teil des Arbeitsertrages für den Wie­deraufbau und die Inganghaltung des landwirt­schaftlichen Betriebes zur Verfützung zu stellen. Denn die Gesundung des landwirtschaftlichen Be­triebes ist bid Voraussetzung für bie Inganghaltung einer auf nationaler Grundlage aufgebauten Ge­samtvolkswirtschaft.

3m Ziel des Gedankens stimmte Reichsminister Dr. Hugenberg zu, glaubte aber seinerseits, aus k r e d i 11 e ch n i s ch e n Gründen nicht unter einen Zinssatz von bestenfalls 4 Prozent und einem halben Prozent Amortisation heruntergehen zu dürfen. Da nun für das Amt für Agrarpolitik im Vorder­gründe der Betrachtungen nicht der Kredit und die investierte Kapitalsumme steht, sondern die im 3n- teresse des Volksganzen notwendige Wiederge­sundung der Landwirtschaft, die bei einem Zinssatz von 4 Prozent nicht gewähr­leistet werden kann, so ergab sich ein grund­sätzlicher Gegensatz der Aufsassun-

Aus artet Wert.

Der vaterländische Frauenverein vom Rolen kreuz in der Deutschen Frauenfront.

Der Hauptvorstand des Vaterländischen Frauen­vereins vom Roten Kreuz faßte in Berlin in seiner letzten Sitzung einen Beschluß, wonach sich der Vaterländische Frauenverein vom RotenKreuz bedingungslos derFührung AdolfHitlers unterstellt und als Mit­gliedsverein des Deutschen Roten Kreuzes in der für ihn als Rote-Kreuz-Frauen-Derein bedingten Form der deutschen Frauenfront eingliedert. Außerdem haben sich unterstellt: Der Deutsche Frauenbund CV. und die Deutsche Willkommen­gesellschaft.

Die Ermordung des Fliegerhauptmanns Berthold. Ein Geständnis nach 13 Jahren.

Den Ermittlungsarbeiten des Oberstaatsanwalts in Stabe und ber zuständigen Kriminalpolizeibehörbe 'st es jetzt gelungen, eine ber unter bem Verbacht bes Morbes an bem Fliegerhauptmann Berthold in Harburg verhafteten Personen zu über f üb­te n. Der Beschuldigte hat ein Geständnis abgelegt daß er einen ber löblichen Schüsse auf Hauptmann Berthold abgegeben habe. Fliegerhauptmann Bert- h o l b war am 15. März 1920 in Harburg von Kom- munisten bestialisch crmorbet worben.

Wettervoraussage.

Die über Polen und den Balkanländern la­gernden Störungen wirken durch ihre Rückseite immer noch ungünstig auf unser Wetter ein Cs fließt somit in Verbindung mit der Vorderseite des hohen Druckes im Westen fortgesetzt mari­time Lust nach dem Festlande, wodurch wechsel­hafte Bewölkung und vorübergehende Schauer­tätigkeit erhalten bleibt. Dabei tritt zeitweise auch Aufheiterung ein. Die Temperaturen ver­halten sich ebenfalls noch schwankend und nehmen im allgemeinen für die 3ahreszeit zu niedrige Werte an.

Aussichten für Samstag: Weiterhin wechselnd bewölkt, aber auch aufheiternd, noch ziemlich kühl und vereinzelte Schauer, teilweise gewitterhafter Art.

Aussichten für Sonntag: Etwas be­ständiger, aber noch wechselhaftes Wetter.

orgens 11,1 Grab geglättet werben. Den Beschluß macht eine gute Sonnenschein- I Creme, die bem Fuß wieber ben nötigen Fettgehalt 1 und damit die unerläßliche Elastizität gibt. G. W.

ilnö doch ist nichts einfacher als die Abhilfe dieser Beschwerden. Der ganze Fall ist geklärt, die Schwierigkeit des Rätsels gelöst, wenn das Wasser nicht fehlt. Also: waschen, waschen und immer wieder waschen! Genau wie die Hand braucht der Fuß, allerdings in noch erhöhtem Maße, seine tägliche Reinigung. Die Fußsohle, deren Inneres mit zahlreichen Drüsen beseht ist, neigt von Ratur aus und stärker als andere Körperteile zur Schweihbildung. Man erblicke darin keine krankhafte Erscheinung. Im Gegen- teil, dieser Prozeß ist durchaus gesund und muß zur Abführung bestimmter Absonderungen da lein. Gewaltkuren, die Schweißdrüsen durch che­mische und vor allem ätzende Stoffe zum Still­stand zu bringen sind sehr gefährlich- die Folgen ..in solchem Falle oft genug Anlaß zu Aus- fcheidungen an anderer Stelle, allerdings mit der Gefahr, daß hier Komplikationen eintreten.

Nun ist es ja richtig, baß ein Fußbab weniger ! 'st eine Handwaschung. Im Interesse ber Gesundheit barf aber diese kleine Mühe nicht gescheut werben. Und es ist boch wirklich nicht zu viel verlangt wenn man morgens und abenbs ein ffeifenbab macht, die Füße darin spült, °x9!a x0 ^trocknet, besonders zwischen den !m-£enL^ b,e Möglichkeit gibt, seinen Widerstand zu leisten. Zwischen den Ä t.bie $au* faft immer spröde und rissig, mnnh» rt n bor*$t richtig austrocknen, entstehen wunde Stellen, Stechen und Brennen.

ble Druckstellen und dieharten Sohlen"! TnÄrC' XXXc Wneraußentinftur ge» t^nek^Urfd)en Bis die stellen aufge- KrÄnh?b'mat rman ^legenheit, mit einer enb w blc Fußnägelabzubauen".

Dabei »ft allerbings Vorsicht am Platze, denn wer ?:f JUhÄaU5f Ö<?k frfen herausholt, kann oXnhÄ a 9l09.elr°nb dann gern mit der um. gebenben Haut verwachst, mit einem eingewachsenen Lasel herumpwgen Und bas ist kein Vergnügens Die aufgeweichten Stellen müssen vorsichtig abge- schadt, aber nicht zu tief abgetragen werden. Mit etnem »imftem kann die Haut nachträglich noch

923 Juden und 118 Kommunisten sind Vertre­tungsverbote erlassen worden. Insgesamt sind an jüdischen Anwälten 2158 zugelassen.

2m Oberlandesgerichtsbezirk Kas­sel waren von 233 Anwälten 192 Arier und 41 Juden, davon 19 Altanwälte und 12 Front­kämpfer. Vertretungsverbote wurden erlassen ge- ?en 10 Juden und zwei Kommunisten. 31 Juden leiben zugelassen. Im Oberlandesge­richtsbezirk Frankfurt a. M. waren von 607 Anwältm 332 Arier und 275 Juden, davon 91 Altanwälte und 74 Frontkämpfer. Vertre­tungsverbote wurden erlassen gegen 77 Juden und fünf Kommunisten. 165 Juden bleiben zu­gelassen.

Der VDA. tagt in Klagenfurt.

Die Versuche, die über den innerpolitischen und außenpolitischen Spannungen stehende alljährlich stattfindende Haupt -Derfammluntz des V D A. in ben Tagesstreit hineinzuziehen, sind von der VDA.°Führung ruhig unb entschieben zurück.- gewiesen worben. Veranstaltungen, bie, wie bie fommenbe DDA.-Tagung, von hoher Warte einer gesamtbeutschen Lebensanschauung bienen unb auf ber Persönlichkeiten wie Geheimrat P e n e k unb Professor Schüßler - Rostock zu bem ThemaNa­tion im Werben" Stellung nehmen, auf ber hohe kirchliche Würbenträger, wie ber Fürstbischof von Gurk, Dr. Hefter unb Bischof Glonbys - Hermannstabt, sich mit ben hervorragenbsten Ver­tretern bes geistigen unb volkspolitischen Gesamt- deutschlanb unb ber Auslese ber beutschen Jugenb zu einer Morgenfeier zusammenzufinben, auf ber Persönlichkeiten wie ber Führer ber beutschen Stu­dentenschaft und der Vorkämpfer der fiebenbürgb schen Selbsthilfebeweguntz, Dr. F a b r i c i u s, das Wort ergreifen, sollten selbst von den parteipoliti­schen Auseinandersetzungen und den außenpolitischen Umtrieben einer aufgeregten Zeit verschont werden. Der besonders von sozialdemokratischer Seite in Klagenfurt ausgehende Verfuch der Zurück­ziehung einer seit 8 Monaten ergan - genen Einladung ist kein Ruhmesblatt in der Geschichte des neuen Oesterreichs. Die Anwesenheit des VDA.-Führers, Dr. Steinacher in Klagenfurt hat zu einer Bereinigung dieser beschämenden Vor­fälle geführt. Der VDA. geht doch nach Klagen­furt.

Sonderzugfahri vom national­sozialistischen Amtswalterappell.

von der Kreisleitung der NSDAP, wird uns mitgekeilt:

3m Anschluß an den Sonderzugzum Amts­walter-Appell in Frankfurt a. 7N., wel­cher nachks 1.32 Ahr in Gießen, von Frankfurt a. Al. kommend, eintrifst, geht ein weiterer Sonderzug ab 1.42 Ahr nach Lollar, Londorf, Grünberg, Großen-Bufeck zurück nach Gießen. Zu diesem Sonderzug können Sonntagsfahrkarten in der üblichen weise gelöst werden.

wir bitten die Stabs- und Amtswalter, die Ge­meinderäte, Bürgermeister und Beigeordneten, die­sen Zug zu benutzen, damit die Teilnehmerzahl ga­rantiert werden und gleichzeitig die Möglichkeit vor­handen ist, d-ß im Anschluß an den Sonderzug die Heimfahrt angetreten werden kann.

Ehrung Schlageters in Gießen beantragt.

Die Bruderschaft Gießen des Iungdeutschen Or­dens teilt uns mit, daß sie bei der Stadtverwaltung den Antrag gestellt hat, aus Anlaß des 10. Todes­tages Albert Leo Schlageters eine Straße in guter Sage nach ihm zu benennen. Das Schreiben an die Stadtverwaltung lautet:

Am 26. Mai 1933 jährt sich zum 10. Male der Tag, an dem Albert Leo Schlageter im Kampf für die deutsche Freiheit im Ruhrgebiet von den Franzosen ermordet wurde. Es ist wohl selbstver­ständliche Ehrenpflicht eines jeden Deutschen, an diesem Tage des nationalen Kampfes des gesamten deutschen Volkes an Rhein und Ruhr zu gedenken und seinen Vorkämpfer Schlageter zu ehren. Diesem Gedanken bleibenden Ausdruck zu verleihen, wäre eine würdige Aufgabe einer deutschen Stadt.

Der Junadeutsche Orden, als dessen Ordensbruder Schlageter sein Deutschtum mit dem Tode besiegelte, richtet daher in der Ueberjeugung, daß ein derarti­ger Schritt dem Willen der gesamten Einwohner­schaft unserer Stadt entspricht, an die Stadtverwal­tung die Bitte, das Andenken Albert Leo Schlageters an feinem 10. Todestage dadurch zu ehren, daß eine Straße in guter Sage nach ihm benannt wird, damit auch auf diese Weise die (Erinnerung an den Ruhr- kampf unb seine Helden dauernd erhalten bleibt." Umstellung der Mieteinigungsämter.

Durch Verordnung des Staatsministers Dr. Mül- le r als Innen- und Justizminister vom 9. Mai 1933 werden die Aufgaben der M i e t e i n i g u n gr­ämt e r mit Wirkung vom 1. Juni 1933 ab auf die Amtsgerichte übertragen. Die bisherigen Vor- fitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der Miet- einigungsämter scheiden im gleichen Zeitpunkt aus ihren Aemtern aus.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag, ©tabttfcater: 19 bis nach 23 Uhr,Tristan und 2fotoe . Schach-Klub Gießen: 20.30 Uhr, Cafe Kramer, Generalversammlung. Lichtspiel­haus Bahnhofstraße:Ein Lied für dich". Astorla-Lichtspiele:Der Geheimagent".

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Aus Anlaß des 50. Todestages Richard Wagners findet heute als 30.Vorstel-

Oie englische Regierung bedauert die Schändung des deutschen Kranzes.

Berlin, 12.Mai. (CAB. Funkspruch.) wie wir von maßgebender Seite erfahren, hat der britische Außenminister Sir John Simon gestern abend dem deutschen Botschafter in London, von hoesch. gegenüber das Bedauern ber engtif(t)en Regierung wegen des vor- falls der 6ran;entwendung am kenotaph zum Aus­druck gebracht.

Dr. Schacht gegen eine amerikanische Lügenmeldung.

Washington, 12. Mai. (WTB. Funkspruch.) Associated Preß" hatte eine Meldung verbreitet, wo­nach Präsident Roosevelt und Staatssekretär Hüll versucht hätten, Dr. Schacht davon zu überzeugen, daß Deutschland jeden Gedan­ken an Aufrüstung aufgeben und sich mit einer tatsächlichen Herabsetzung der Streitkräfte der übri­gen Großmächte zufrieden geben müsse. Deutschland müsse eine versöhnlichere Haltung einnehmen, auf Wehrgleichheit und Revision des Versailler Vertrags verzichten.

Dazu gibt Dr. Schacht folgende Erklärung ab: Diese Meldung ist von Anfang bis zu Ende frei erfunden und entspricht in keiner Weise den Tatsachen. In der Verbreitung derartiger Sägen scheint System zu liegen. Wenn die Kosten für diese Propaganda der dabei entwickelten Ungeschicklichkeit entsprechen sollten, so können einem die Geldgeber leib tun."

Sie Entschuldung der Landwirtschaft.

Eine Besprechung zwischen ReichSminister Or. Hugenberg und ReichSbauern- führer Or. Darrs über das Problem der Zinssenkung.

hing im Freitag-Abonnement ein einmaliges Operngastspiel des Stadttheaters Mainz statt mit der Aufführung des MufikdrarnasStiftan und Isolde". Inszenierung Paul Weisleder, mu­sikalische Leitung Hans Schwieger. Opernpreise. Vorzugs- und Rundfunkgutscheine haben Gültig­keit. Anfang pünktlich 19 Uhr; Ende nach 23 Uhr. Morgen, Samstag, 15.45 Uhr als letzte Schü­lervorstellung dieser Saison letzte Aufführung des SchauspielsDie Räuber" von Schiller. An­fang 15.45 Uhr; Ende gegen 19 Uhr. Für Schüler gelten Schülerpreise, für Erwachsene ermäßigte Preise. Sonntag, 14. Mai, als Fremdenvor­stellung letzte Aufführung des VolksstücksDie vier Musketiere" von Sigmund Graff. Ermäßigte Preise; Spieldauer von 19 bis gegen 22 Uhr.

** Ehrungen bei ber Reichsbahn. Dem Reichsbahn-Zugführer Wilhelm Jünger beim Bahnhof Gießen, wohnhaft Klinikstraße 8, wurden aus Anlaß feiner mehr als 40jährigen Eisenbahn- dienstzeit Anerkennungsschreiben bes Herrn Reichs­präsidenten, der Reichsbahn-Hauptverwaltung, der Reichsbahnbirektion Frankfurt a. M. unb bes Be­triebsamtes Gießen burch ben Dienststellenleiter bes Bahnhofs, Reichsbahnamtmann Dörr, mit war­men Worten überreicht. Die gleiche Ehrung würbe bem Reichsbahn-Oberschaffner Wilhelm Blank beim Bahnhof Gießen, wohnhaft FrankfurterStraße 148, anläßlich seines Uebertritts in ben Ruhestand durch Überreichung von Anerkennungsschreiben ber Reichsbahnbirektion Frankfurt und des Be­triebsamtes Gießen durch Amtmann Dörr zuteil.

** Zum nationalen Großflugtag wirb van ber Post ein Omnibuspenbelverkehr ein­gerichtet werben. Die Wagen fahren von 13.30 Uhr ab Subwigsplatz nach Bedarf. Der Preis beträgt für eine Fahrt 30 Pfg. für Hin- unb Rückfahrt 50 Pfg. Nach ben Flugvarführungen werben Paffagier­flüge in Sportflugzeugen ausgeführt. Um möglichst Vielen einen Runbflug zu ermöglichen, wirb auf bie Flugtagprvgramme, welche zu 10 Pfg. verkauft wer­ben, eine Freiflugverlosung burchgeführt. Auch van Wiesbaben ist eine Maschine zum Großflugtag ge» metbet. Der Fluglehrer Elflein wirb mit einem Spartflugzeug bes Mittelrheinischen Vereins für Luftfahrt e. V. an ben Varführungsflügen teil- nehmen.

** Ein Zusammenstoß zwischen einem Personenauto und einem Traktor er­eignete sich gestern zwischen 21 und 22 Uhr auf der Landstraße Klein-LindenDutenhofen in der scharfen Kurve dicht am Bahndamm. Erfreulicher­weise kamen Personen nicht zu Schaden, jedoch wurde der Traktor ziemlich erheblich mitgenom­men und auch der Kraftwagen beschädigt. Die behördlichen Ermittelungen sind im Gange.

** Verkehrsunfall am Hindenburg- wall. Am Mittwochnachmittag ereignete sich am Hindenburgwall, Ecke Dismarckstraße, ein Ver­kehrsunfall, bei dem ein 14 Jahre alter Junge namens Karl Maus, Kleine Mühlgasse wohn­haft, mit einem Auto, das über den Hindenburg- Wall aus der Richtung Selterstor kam, zusammen­stieß. Dabei erlitt der bedauernswerte Junge Kopfverletzungen und einen Bruch des linken Ar­mes Es erwies sich als notwendig, das Kind der Chirurgischen Klinik zuzuführen.

Amtsgericht Gießen.

Ein dem Einzelrichter aus Schutzhaft vorgeführ­ter Unterkassierer eines Metallarbeiterverbandes in einem Rachbarort hat, wie sich durch eine un­vermutete Prüfung des Kassenbestandes heraus­stellte, 271 Mk. zum Rachteil des Verbandes ver­untreut und sich dadurch der Untreue im Sinne des § 266, 2 des Str.-G.-B. schuldig gemacht. Der ungetreue Kassierer, der geständig war und un­bestraft ist, erkannte das auf 6 Wochen Ge­fängnis lautende, im Schnellgerichts­verfahren erlassene Urteil sofort an. Es war offenbar die Rot, die den kinderreichen Familien­vater zur Untreue verleitete. Die Schutzhaft blieb zunächst bestehen. ;

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Eine Reihe von Strafsachen fand dann im or­dentlichen Verfahren ihre Erledigung. Grobe Ausschreitungen lieh sich in der verflossenen Reu- jahrsnacht ein lediger Schneider in einem Rach­barort gegen das dortige Polizeipersonal zu­schulden kommen. Polizeidiener und Rachtwächter wollten auf der Ortsstraße Streitigkeiten schlich­ten, als der angetrunkene Angeklagte aus einem Wirtshaushof kam und Händel mit ihnen suchte. Er äußerte sich sie seien zwei Hampelmänner und hätten überhaupt nichts zu sagen, stieß auch dem einen wider die Brust und ging unter fortgesetzten Beleidigungen angriffsweise gegen beide los, so daß diese von ihren Gummiknüppeln ausgiebigen Gebrauch machen muhten. Auch danach setzte er seine Schimpfereien trotz Ermahnungen zur Ruhe noch fort. Wegen Widerstands gegen die Staats­gewalt, Körperverletzung und Beamtenbeleidigung erhielt der Angeklagte eine Geldstrafe von 9 0 Mark.

Ein anderer Fall handelte von einer Zuwider­handlung gegen das Wandergewerbesteuergeseh. Einem Chauffeur war deswegen, ebenso wie sei­nem Auftraggeber, einem hiesigen Margarine- Händler, ein Finanzstrafbescheid in Höhe von ic 80 Mk. zugegangen. Der Chauffeur stand un­ter dem dringenden Verdacht, im Auftrage des Margarinehändlers im Auto mitgebrachte Mar­garine ohne Wandergewerbeschein und ohne vor­herige Bestellung verkauft zu haben. Beide ver­langten gerichtliche Entscheidung und erzielten Freisprechung, da die Beweisaufnahme er­gab, daß der Chauffeur nur als sog. Warenver­teiler anzusehen war, und der Abnehmer mit dem Margarinehändler bei Beginn ihrer Geschäftsver­bindung verabredet hatte, daß dieser ihm in be­stimmten Zeitabschnitten den Warenverteiler zu- fchicken möge, damit er Gelegenheit habe, seinen Bedarf zu decken, so daß von einem Aufsuchen von Käufern ohne vorherige Bestellung keine Rede sein konnte.

Sie hessische Regierung in den Opelwerken.

Darmstadt, 11.Mai. (WSR.) Einer Ein­ladung der Direktion der Opelwerke Folge leistend, besichtigte die Hessische Staats­regierung in einem mehrstündigen Rund- gang eingehend die Rüsselsheimer Fabrik- An der Besichtigung nahmen teil Staatspräsident Dr. Werner, Staatsminister Dr. Müller der Staatskommissar für Arbeiterfragen Fritz Kern, der Staatskommissar für das Polizei- und einige andere Herren. Ein ausführlicher Bericht, der auch die Frage der Desitzverhaltmsse der Adam Opel AG. behandelt, ein Punkt, der ja schon feit langer Zeit in bet Oeffentlichkeit stark umstritten ist. wird erfolgen-