Ausgabe 
11.7.1933 Frühausgabe
 
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SJ.-fpor/

Um den Hitler-Pokal.

Die Hitler-Pokal-Spiele der Zwischenrunde brach­ten zwei klare Sieg und zwei Ueberraschungen. Be­reits am Samstag schlug Brandenburg vor etwa 8000 Zuschauern in Berlin Pommern-Grenzmark glatt mit 9:2 (3:2). Dagegen hatte Bayern in Chemnitz Mühe, die Mannschaft des Freistaates Sachsen mit 2:1 (1:1) niederzuringen. Vor 10 000 Besuchern kam es zu einem schönen Kampfe, den das bessere Zusammenspiel der Bayern entschied. Ucberraschend verlor Niederrhein in Essen gegen Nordhessen mit 2:3 (2:1) gegen Nordhessen vor 2000 Besuchern. Auch die 'Mittelrheinmannschaft, die in Halle vor etwa 3000 Besuchern der Kombi­nation Prov. Sachsen-Thüringen mit 2:4 (0:2) un­terlag, enttäuschte.

Die Vorschlußrunde um den Hitler- Pokal im Fußball bringt am kommenden Sams­tag Bayern und Nordhessen in München, am Sonn­tag Brandenburg und Prov. Sachsen-Thüringen in Magdeburg zusammen.

Großer preis von Deutschland für Motorräder.

6rah-Oberohmen siegt in der 1000-ccm-fUaffe.

Das Motorradrennen um den Großen Preis von Deutschland auf der Berliner Avus litt leider unter ungewöhnlicher Hitze. Der Besuch fiel nicht so stark wie erwartet aus. Unter den Zuschauern bemerkte man zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Le­bens. Durch die Hitze gab es zahlreiche Ausfälle an Maschinen. Nach sechsjähriger Pause wurde das größte deutsche Motorradrennen wieder einmal von einem deutschen Fahrer auf deutschem Fabrikat ge­wonnen. Stelzer- München legte auf der 500= ccm-BMW. die 313,999 Kilometer lange Strecke in 1:56:53,2 zurück und verbesserte den bestehenden Rekord von Bullus mit einem Stundenmittel von 166,3 Kilometer um 7,1 Kilometer. Einen schönen Doppelerfolg hatte L o o f - Godesberg auf Jmpe- ria, der das einleitende Seitenwagenrennen und dann noch das Rennen der 350er Solomaschinen gewann. Zwei weitere BMW.-Siege gab es durch Sch oth-Berlin bei den Beiwagen und durch Kratz-Oberohmen jeweils in der Kategorie bis 1000 ccm (Solo).

Die Ergebnisse.

Bis 1000 ccm: 1. Kratz-Oberohmen (BMW.), 2:00:40,8 (156,1 Stundenkilometer): 2. Bouvain- Königsberg (BMW.), 2:07:19,8 (148); 3. Roese- Düsseldorf (BMW.), 2:09:28,8 (145,5).

Bis 500 ccm: 1. Stelzer- München (BMW.), 1:56:53,2 (161,2), beste Zeit des Tages; 2. Sunn- quist-Schweden (Husquarna), 1:58:27,2 (159,1); 3. Kalön-Schweden (Husquarna), 1:59:53,4 (157,1).

Bis 350 ccm: 1. Loof - Godesberg (Jmperia), 2:04:10,6 (142,3); 2. Richnow - Berlin (Rudge), 2:04:10,8 (142,2); 3. Ahlswede-Hamburg (Velo- cette), 2:14:58 (130,9).

Bis 250 ccm: 1. Dodson-England (New Impe­rial), 1:59:32,2 (138); 2. Sandri-Jtalien (Guzzi), 1:59:33,3 (137,9); 3. Geiß-Pforzheim (DKW.), 2:10:21,3 (156,5).

11. Gabelbach-Rennen

IHanfteb v. Brauchitsch fährt Tagesbestzcit.

Nach einer Pause von drei Jahren gelangte am Sonntag das Gabelbach-Rennen für Automobile und Motorräder bei Ilmenau (Thüringen) wieder zum Austrag. 108 Teilnehmer stellten sich dem Starter zum Rennen auf der kurvenreichen und bergigen Strecke. An die 60 000 Zuschauer waren erschienen. Alle Klassenrekorde wurden Überboten, den Vogel schoß aber Manfred v. Brauchitsch ab, der mit seinem schweren Mercedes die Tages­bestzeit herausfuhr und den von Earacciola int Jahre 1928 aufgestellten Rekord von 2:11,8 auf 2:06,1 drückte. Sein Stundenmittel betrug 114,2 Kilometer, eine ganz ausgezeichnete Leistung.

Süddeutsche

Leichtathletik-Meisterschaften.

Erster Tag.

Die süddeutschen Leichtathletik-Meisterschaften, die am Samstagnachmittag im neuen Hitler-Stadion zu Stuttgart ihren Beginn nahmen, waren von den besten äußeren Verhältnissen begünstigt. So gab es denn recht gute Leistungen. Leider stand zur Be­deutung der Veranstaltung und zu den Leistungen der Publikumsbesuch in einem krassen Gegensatz. Nur 1000 Personen wohnten den Titelkämpfen des ersten Tages bei.

Bon den Ergebnissen des Tages beansprucht vor allem der neue deutsche Rekord Erwähnung, den Seeger (Oßweil) im Hammerwerfen mit 46,62 Meter erzielte. Der alte Rekord wurde von Mang (Regensburg) mit 46,05 Meter gehalten.

Sehr erfolgreich schnitten am ersten Tag die Stuttgarter Kickers ab, während die früher jo er­folgreichen Athleten aus dem Frankfurter Gebiet kaum in Erscheinung traten. Lediglich dem Offen­bacher Kurz gelang es, seinen Titel im 200-Meter- Laufen zu verteidigen.

Der zweite Tag.

Vor 4000 Zuschauern wurden am Sonntag die Meisterschaften fortgesetzt. Sicherlich wären noch mehr Besucher gekommen, wenn nicht kurz voir Beginn der Kämpfe ein wolkenbruchartiger Regen niedergegangen wäre. Dieser Regen hatte auch auf die Leistungen nachteiligen Einfluß, do. er* die Kampfbahnen sehr weich machte. Trotzdem zeigten die süddeutschen Leichtathleten fast auÄ» nahmslos gute Leistungen.

Der Sonntagnachmittag wurde eingeleitet mit dem Einmarsch der 400 Teilnehmer. Den Löwen­anteil an Meisterschaften trugen auch am Sonn­tag wieder die Stuttgarter davon, doch kamen, auch die Frankfurter auf ihre Rechnung. Bcsi den Damen tat sich besonders die Turnerin« Mau ermeße r, Neuhausen-München, hervor, die nicht weniger als vier Titel erringen konnte. Frl. Dollinger, Rürnberg, konnte die 200 Meter in 25 Sekunden durcheilen und damit ihren eigenen Rekord um zwei Zehntel Sekunden unter» bieten.

Von herTour he France".

Die 12. Etappe derTour de France" führte am Sonntag über 128 Kilometer von Nizza nach Cannes. Der Franzose Archambaud zeigte sich auf dieser recht schwierigen Teilstrecke in bester Form und siegte in 3:55,53 Stunden. Da der Fran­zose allein in Cannes eintraf, wofür zwei Minuten gutgeschrieben werden, hat er sich im Gesamtklasse­ment wieder an die Spitze des Feldes gesetzt. Ruch Thierbach vollbrachte am Sonntag eine sehr

Erläuterungen zum Reichsbank­ausweis vom 7. Juli 1933.

Berlin, 10.Juli. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. Juli 1933 hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Ka- pitalanlaae der Bank in Wechseln und Schecks, Lom­bards uno Effekten um 153,3 Millionen auf 3589,6 Millionen Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -Schecks um 31,5 Millionen auf 3180,9 Millionen Mark, die Lom­bardbestände um 125,0 Millionen auf 84,7 Millio­nen Mark und die Effektenbestände um 1,0 Millio­nen auf 319,7 Millionen Mark abgenommen, da­gegen die Bestände an Reichsschatzwechseln um 4,2 Millionen auf 4,3 Millionen Mark zugenommen.

An Reichsbanknoten und Renten­bank s ch ei n e n zusammen sind 101,3 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 89,7 Millionen auf 3392,2 Millionen Mark, der­jenige an Rentenbankscheinen um 11,6 Millionen auf 384,0 Millionen Mark verringert. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 16,6 Millionen auf 1447,0 Millionen Mark ab. Die Bestände der Reichs­bank an Rentenbankscheinen haben sich dementspre­chend auf 24,9 Millionen Mark, diejenigen an Scheidemünzen auf 229,5 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 359,7 Millionen Mark eine Abnahme um 87,2 Millionen Mark.

Die Bestände an Gold und deckungs­fähigen Devisen haben sich um 6,9 Millionen auf 280,1 Millionen Mark erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 5,4 Millionen auf 194,0 Millionen Mark und die Bestände an deckungs- sahigen Devisen um 1,5 Millionen auf 86,1 Mil­lionen Mark zugenommen. Die Deckung der Noten betrug am 7. Juli 8,3 v. H. gegenüber 7,8 v. H. am Ultimo Juni.

* Wiederingangsetzung der Moto- re n f a b ri k O b e r u r s e l? 3n einer Bersamm- lung erklärte der Oberurseler Bürgermeister Lange, für die Wiederingangsetzung der seit längerer Zeit stilliegenden Motorenfabrik Ober­ursel seien zwei Projekte ausgearbeitet, von denen das eine von der Deuher Motorenfabrik

'^°ln-Deuh. ausgeht und für mindestens 250 Arbeiter Beschäftigung schaffen soll. Dieses Proiekt steht vor, in der Motorenfabrik Ober- ursel lediglich Lastwagen zu bauen, während das von Direktor 11 s i n g e r ausgearbeitete Projekt Motorenbau vorsieht. Nach diesem Projekt sollen

I gute Leistung. Die beiden übrigen Deutschen, I Geyer und Stöpel, trafen mit der großen Haupt­gruppe im Ziele ein.

Kurze Sportnotizen.

1 600 Nennungen wurden für das Aachener Reitturnier vom 22. bis 30. Juli abgegeben. Ein Meldeergebnis, das um 300 Nennungen höher ist, als im Vorjahre.

*

Die 2000-Kilometer-Fahrt durch Deutschland hat bisher nicht weniger als 307 Nennungen gefunden, der beste Beweis dafür, welch großes Interesse in Motorsportkreisen dieser großen Fahrt entgegengebracht wird. Ein Rekordmelde­ergebnis hat auch der Große Bergpreis von Deutsch­land um den ADAC.-Bergrekord am 16. Juli in Freiburg gefunden. 181 Bewerber haben sich hier die Teilnahmeberechtigung gesichert.

Die Frankfurter Ruder - Regatta am 29. und 30. Juli wird nach einer Reihe von Jahren erstmalig wieder international sein. An den Start kommen neben holländischen Ruderern auch der Vierer des Pembroke College Cambridge, der auf der Henley-Regatta Amicitia Mannheim schlagen konnte.

*

Dr. Peltzer wurde beim leichtathletischen Sport­fest des BV. Luckenwalde über 800 Meter hinter Gottschalk (Berlin) (156,8 Min.) und Wichmann (SC. Charlottendurg) nur Dritter.

*

Die 13. Etappe derTour de France", die von Cannes nach Marseille (208 Km.) führte, wurde in 7:01.25 Std. von dem Franzosen Speicher vor den Einzelfahrern Bernard und Level gewon­nen. Eine Minute später folgte eine kleinere Gruppe, in der sich auch der Belgier ßemaire und der Deutsche Geyer befanden. Im Gesamtklasse­ment hat ßemaire den Franzosen Archambaud wie­der von der Spitze verdrängt. Von den Deutschen hält Stöpel nach wie vor seinen 6. Platz. Im ßänderklassement führt Frankreich vor Belgien, Deutschland, der Schweiz und Italien.

sämtliche Arbeitnehmer Träger des Werkes wer­den. Eine Kommission, bestehend aus Bürger­meister Lange, Direktor 11 s i n g e r, einem Ver­treter der Motorenfabrik Deutz und dem Prüft»' denken der Industrie- und Handelskammer Frank­furt a. M.»Hanau, Dr. L ü e r, hat die Vorschläge geprüft und an den preußischen Ministerpräsi­denten G ö ring weitergeleitet, dessen Hilfe des­halb nötig ist, weil im Falle einer Wieder inbetriebsehung der Motorenfabrik Oberursel auch künftige Aufträge gesichert werden müßten.

* Ze11stoff - Fabrik W a l d h o f, Mann­heim-Berlin. Trotz Rückgangs der Derbrauchs- einschränkung an Zellstoff und Papier konnten die Werke in 1932 doch nicht mit ihrer vollen Leistungs- sähigkeit ausgenutzt werden. Im einzelnen hat sich die Zellstofferzeugung in 1932 etwas über Vor­jahrshöhe gehalten, die Papiererzeugung hat sich dagegen um zirka 13 v. H. verringert. Die Vorräte konnten auf etwa die Hälfte gesenkt werden. Die Erlöse, besonders im Ausland, erreichten einen Tiefstand, dem die Herstellungskosten trotz schärfster Sparmaßnahmen nicht angepaßt werden konnten. Nennenswerte Erträge hat die Gesellschaft aus ihren Beteiligungen in 1932 nicht bezogen. Die wichtigste Tochtergesellschaft, die O/Y Waldhof AB, Kexholm, weift infolge der Produktionseinschrän­kung einen Verlust von insgesamt 12,60 Mill. Mk. (rb. 0,75 Mill. Mk.) aus. Nach 2,27 Mill. Mk. Ab­schreibungen auf Anlagen und 4,88 Mill. Mk. an­deren Abschreibungen ergibt sich ein Verlust von 4 328 489 RM., der vorgetragen werden soll.

Frankfurter Abenhbörse freunhlich.

F r a n k f u r t a. M., 10. Iuli. Nachdem im Mit- tagsschlußverkehr meist leichte Rückgänge erfolgt waren, zeigte die Abendbörsö bereits wieder ein freundlicheres Aussehen, ohne daß aber die 11m- sahtätigkeit eine Belebung erfahren hätte. Für einzelne Spezialwerte lagen kleine Kauforders vor, denen sich die Spekulation mit kleineren Deckungen anschloh. Irn Vergleich zum Berliner Schluß lag das Kursniveau um etwa 0,25 bis 0,75 Prozent höher. Erneut rückläufig waren Chadeaktien um 3 Mark auf 174,50. Von Kassawerten zogen Gebr. Adt um 1 Prozent auf 12 Prozent an und Chem. Albert waren um 2 Prozent auf 40 Prozent erholt.

Festverzinsliche Werte blieben auch heute abend vernachlässigt, allerdings waren die Kurse ge­halten. In fremden Werten schien noch einiges Angebot vorzuliegen. 11. a. notierten: Neubesitz- anleihe 10,25, Altbesihanleihe 75,75, Schuhgebiets­anleihe von 1914 7 Prozent, 6 Prozent Stahlver­ein-Bonds 48, Reichsbahn=VA. 100,

Wirtschaft.

| Amtsgericht Gießen.

Ein Reisender benutzte bei Wirtshausbesuchen die gelegentliche Abwesenheit der Wirte, einmal zu einem Griff in die Kasse, das andere Mal zum Ver. schwinden ohne Zahlung seiner Zeche. Der Griff in die Kasse trug ihm wegen Diebstahls eine Gesang, nisstrase von vier Wochen, sein heimliches Ver. schwinden ohne Begleichung seiner Zechschuld, die bis heute noch nicht erfolgt ist, wegen Betrugs eine solche von zwei Wochen ein. Er benutzte ferner die Leichtgläubigkeit einiger Landbewohner, mit denen er namens einer auswärtigen Kreditkaffe unter Überschreitung seines Auftrags verhandelte, zu umfangreichen Betrügereien. Seine Gesamtstrafe betrug drei Monate Gefängnis. Er war wegen gleicher Vergehen schon vorbestraft. Der gegen ihn erlassene Haftbefehl blieb bestehen. Zwei Wochen der erlittenen Untersuchungshaft wurden ihm auf bie'Strafe agerechnet.

Aus nichtigen Grünben war ein hiesiges Ehe­paar auf eine Labenverkäuferin eines größeren Geschäftes schlecht zu sprechen. Es hielt sich u. a. darüber auf, daß diese allem die Schuld an ver­schiedenen im Laufe befindlichen Schwätzereien trage, titulierte sie aber bei dieser Gelegenheit mit einem hier nicht wiederzugebenden Schimpfwort, Die Ehefrau scheute auch nicht davor zurück, bi: Verkäuferin im offenen Geschäft burch üble Nach- reben auf moralischem Gebiete unb in ihrem, Beruf bem Geschäftsführer gegenüber schlecht zu machen, und zwar lediglich in der Absicht, sie um ihre Stelle zu bringen. Es gelang ihr dies aber nicht, und sie wurde wegen Beleidigung zu einer ©elbftrafe von 90 Mark verurteilt, wäh­rend der Ehemann mit 3 0 Mark davonkam.

Ein auswärtiger Viehhändler verbrachte am 9. Mai 1.3. sein zu verhandelndes Vieh in einem zu einem derartigen Transport durchaus ungeeig. neten, namentlich im Verhältnis zur Stückzahl des Viehs zu kleinen Lieferwagen auf den Gießener Nutzviehmarkt. In diesem Transport war, wie sich namentlich bei dem Ablaben ergab, eine Tierquä­lerei im Sinne des Reichsstrafgesetzes zu erblicken, unb ber Angeklagte erhielt einen Strafbefehl auf 20 Mark. Vor ber infolge Einspruchs bagegen an- beraumten Hauptverhanblung zog aber ber Vieh- hänbler, der sich vorher mit dem Kreisveterinäramt ins Benehmen gesetzt hatte, seinen Einspruch wie­der zurück.

Schweres Unwetter über Wetzlar.

e*- Wetzlar, 9. Juli. Heute morgen zwischen 11.30 unb 12 Uhr ging über unserer Stabt unb über ber Umgebung ein schweres Unwetter mit star - fern Hagelschlag nieber. Anscheinenb waren es zwei Gewitter, die in kurzer Zeit mit gewalti­gen Wassermassen ganze Stadtviertel überschwemm­ten. Besonders aus den höher gelegenen Stadttei­len schossen die Wassermassen, nachdem die Kanal- einlässe verstopft waren, wie wilde Gebirgsbäche nach den unteren StadÜeilen. in denen in wenigen Augenblicken ganze Straßen überschwemmt und un­passierbar waren. Den schlimmsten Schaden richtete ein gewaltiger Hagelschlag an, der etwa eine Viertel­stunde dauerte. Hagelkörner, wie Taubeneier groß, prasselten in großen Massen auf die Erde und . *r« wandelten diese in kurzer Frist in weiße Eisfelder. In den Gärten, auf den umliegenden Aeckern unb Getreidefeldern ist großer Schaden angerichtet wor­den, denn noch am Nachmittag waren auf den Wiesen und in den Gärten Reste von Hagelver- wehungen zu sehen. In der Nähe des Domes giizfl ein Blitzstrahl in einem Garten nieder unb riß ein größeres Stück einer hohen Böschungsmauer um.

Friehberger Siahirai.

WSN. Friebberg, 9. Juli. Das Stabtrats- follegium beriet in seiner jüngsten Sitzung ben st ä b t i s ch e n Voranschlag für 1 933, ber in einer Reihe von Sitzungen bes Finanzausschusses eingehenb durchberaten worden war. Scharfe Maß­nahmen führten zu erheblichen Einspa­rungen, doch verblieb noch ein Fehlbetrag von rund 100 000 Mark. Einen wesentlichen Anteil an diesem Fehlbetrag haben Steuerrückgänge und solche bei den Pachteinnahmen sowie das starke Anschwel­len ber Wohlfahrtslasten. Die Stabt Friebberg hatte in 1932 f ü r Wohlfahrtslasten allein ben Betrag von 240 000 Mark aufzubringen. Im übrigen finb bie Finanzverhältnisse ber Stadt gesund, der Schuldenstand ist verhältnismäßig ge­ring. Die Schulden ber Stabt belaufen sich auf runb 3 750 000 Mark, bas Gesamtvermögen wird auf 7 Millionen Mark geschätzt. Nach ben einzelnen Erläuterungen wurde der Voranschlag für 1933 ein­stimmig genehmigt. Im Vordergrund der Aussprache stand alsdann die geplante Errichtung einer Stadtrandsiedlung im Interesse finben reicher Familien.

Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. V.: H. L. N e u n e r.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den kopieren angeführten Ziffern geben Die Hohe der zuletzt belchlossenen Dividende an. Reichsbankdiskonl 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Frankfur, o. Ml.

Berlin

Schluß­kurs

Schlußk. Abend- börse

Schluß- kurs

Schlußk. Miltag- bSrse

Datum

8-1

10-7

7.7.

10-7

6% Deutsche Retchsanieihe v. lfl2j

83,75

83,13

83,75

83,5

6% efjem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929

90,5

91

90,25

91,5

6'A% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Abloi.-Schuld ml'

80,9

78,25

80,5

Auslos.-Rechten ............

76,4

75,75

75,9

75,8

Desgl. ohne Ausloj^Rechte......

10.45

10,25

10,3

10,3

6% e&em. 8% Hess. Bolksstaat 1929

lrückzahlb. 102%) ............

76

76

Oberhessen Provinz-Anleihe ml'

Auslos.-Rechten ............

65,5

65,5

_

_

6% Hess. Landesbank Darmstadt

Gold R. 12.........

79,5

79,5

_

79

&¥i% Hess. Landes Hypotheken, bank Darmstadt Liqul......

83,5

84,25

Deutsche Komm. Sammelab l.An

leihe Seriel mit Auslos.-Rechten

66,9

66,5

66,75

66,5

6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl

Goldpfe. 15 unkundbar bis 1935

80,75

81

_

6% ehem. 7% Franks. Hhp.-Ban'

Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936

80,65

80,75

_

6V:% ehem. 4'/,% Franks. Hyp. Banl-Liqu^Pfandbriese .....

86

86,5

_

6y2% ehem. 4'/2% Rheinische

Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ...

85,5

86

6% ehem. 8% Pr. Landcspsand

briesanslalt, Pfandbriefe R. 19

80,75

80,75

80,5

6% ehem. 7% Pr. Landespfand

briefanstalt, Pfandbriefe R. io

80,75

80,75

_

_

Verrechnungskurs ............

86

86

86

86

4% Oesterretchische Goldrente...

_

_

16

4,20% Ocsterrefchische Silberrente

1,15

1,25

1,15

1,15

4% Ungarische Goldrente.......

5,5

5,25

5,6

5,25

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

5,5

4.75

4¥t% desgl. von 1913..........

6% abgest. Goldmerikaner von 99

_

'0,75

9,75

4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

5,85

5,6

5,7

5,65

Serie I....................

-

5,6

5.4

Frankfurt o.M.

Berlin

Schluß­kurs

Schlußl. Abend- börse

Gchiuß- kurs

Schlußk. Mil tag- börse

-Datum

8.7

10.7-

7.7-

10.7-

4% vesgl. Serie II ............

5,6

5,6

5,7

_

6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903

5

5,1

5,3

5

8,75

4'/,%Rumän.vereinh.Reniev.1S13

9

9

4% Rumänische vereinh. Rente ..

1,25

4,2

4,2

4,1

3%% Anatolier ..............

24,13

26

23,75

Hamburg-Amerika-Pakei ..... i

14,13

14,4

14,j

14

Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0

22

21,5

Hansa Tampfschlss........... 0

17,75

18,9

Norddeutscher Lloyd .........0

15,65

15,13

15,4

15

A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0

44,5

43,25

43

43,25

Berliner Handelsgesellschaft.... 4

90,75

90,75

90,75

91

Commerz, und Privat-Bank... 0 Deutsche Bank und Diöeont»

50,5

50.5

50,5

50,5

Gesellschaft................o

54

54

54

54

Dresdner Bank..............o

45,5

45,25

45,5

45,25

Relchsbank .................

146

143,5

144

143,5

A.E.G.....................(

23,25

22,75

22,75

22,9

Elektr. Lieferungsgesellschaft ... £

85

87,5

85

87

Licht und Kraft .............«

103,5

102,5

103,5

102

Felten & Guilleaume ........o

Gesellschaft für Elektrische Unter.

47,75

48,5

48.65

47,5

nehmungen............... .,

82

81,5

82

81,13

Rheinische Elektrizität ........5

93,5

96,5

96

Schuckert & (So..............o

102,5

102

102

100,13

151,25

Siemens & Halske ...........v

152

151,75

154,25

Lahmeyer L Eo ............jo

117,75

120

119,5

119,5

Buderus ...................

71,75

71,5

70,75

70,25

Deutsche Erdöl ............. 4

116j

114,25

114,9

114,4

Gelsenkirchener..............0

57

56,65

56,9

56,75

Harpcner................... 0

93

92,5

94,5

Hoesch EisenKöln-Neuessen.. 0

60,13

60,5

Ilse Bergbau ............... 7

160,5

160,5

160,5

159

ylfe Bergbau Genüsse........7

115

115

114,75

114

Slöcknerwerkc ...............0

52

52,25

52

50.25

Mannesmann-Röhren........0

62,5

60,75

61.5

60,5

Frantsuri a. 2)1.

Aerlin

Gchluß- kurs

Schlußk. Abcnd- börse

Schluß­kurs

Schlußk. Minag- börse

Votum

87.

10.7

7.7-

10.7.

Mansselder Bergbau.....

... v

21,13

20,5

Kokswecke ..............

... 0

78

77,13

Phönir Bergbau.........

... 0

(4,13

33

33,25

32,75

Rheinische Braunkohlen ..

Rheinstahl...........

...10 ... 0

207

87,75

205

87,5

205,4

87

203,5

87,5

Vereinigte Stahlwerke....

Otavl Minen ............

... 0

33,5

33,75

33,75

... 0

16

15,75

15 5

14,75

Kaliwerke Aschersleben....

... 6

123

121

124,5

122

Kaliwerke Westeregeln....

... 6

123,5

125,5

124

125

Kaliwerke Salzdetfurth ...

... P

164

164

164

161

I G. Farben-Jnvustne ...

>29,5

129,75

129

129,4

Scheideanstalt............

...10

173

Goldschmidt .............

... 0

43,5

43

43,95

42,5

Rütgerswerke ...........

... 0

60,5

58,5

59

58,4

Metallgeiellschast........

... '

57,75

57

57

56,75

Phtlivv Holzmann........

... u

55,25

82,25

52

56

52

Zementwerk Heidelberg ...

Cemenrwerk Karlstadt......

:::$

5

=

Schultheis Payenhoser.....

... 0

_

_

119

116,5

Aku (Allgemeine Kunstseide)

... 0

39

36,75

39,5

36,65

Bemberg................

... 0

53,25

52,5

52,75

50,5

Zellstoff Waldhos .........

... 0

41,25

41

42.25

40

Zellstoff Aschaffenburg ....

... 0

21

20,5

21,75

19,25

Dessauer Gas............

... 7

108,25

107,25

Daimler Motoren.........

... O

29

28

28,75

27,9

Deutsche Linoleum .......

... 0

43

42

43

41 5

Orenstein L Koppel .......

... 0

41,75

34'4

Leonhard Tietz ...........

... 6

18

16,75

15,5

16

Chade.................

...12

183

174,5

188

175,75

Britzner.................

Malnkraftwerke Höchst a.M.

22,5

64

23,41

64

22,5 |

Süddeutscher Zucker ......

.. 8,

152|

1501

150,5

Devisenmarkt Berlin

- Frankfurt a M.

7.Juli

.Zuli

Amtliche Notierung

Amtliche Noticruna

Geld | 3ric'

Geld

Ariel

Helsingior-.

6,204

6,206

6,184

6,196

Wien......

46,95

47,05

46,95

47,05

Prag......

12,54

12,56

12,54

12,56

Budapest ...

Sofia.....

3,047

3,053

3,047

3,053

Holland ....

169,68

170,02

169,83

170,17

£61o.......

70,43

70 R7

Kopenhagen.

62,59

62,7

62,49

62,61

Stockholm...

72,38

72,52

72,18

72,32

London.....

14,02

14,06

13,99

14,03

Buenos Aires

0,928

0,932

0,928

0,932

Neuyvrt ....

3,017

3,023

2,917

2,928

Brüssel.....

58,77

58,89

58,77

58,89

Italien.....

22,36

22,40

22,34

22,38

Paris.....

16,50

16,54

16,46

16,50

Schweiz ....

81,32

81,48

81,57

81,73

Spanien...

35,21

35,29

35,21

35,29

Danzig....

82,12

82,28

81,92

82,08

Japan ......

0,879

0,88

0,874

0,876

Silo de Jan.

0,229

0,23

0,229

0,231

Jugoslawien

5,195

5,205

5,195

5,205

Lissabon ...

12,75

12,77

12,73

12,75

Banknoten

Berlin, lO.Iuli

Geld

Amertkantlche Roten.......

2,87

2,89

Belgische Noten...........

58,61

58,85

Dänische Noten ... ......

62,23

62,47

Englische Noten ..........

13,95

14,01

Französische Noten........

16,42

16,48

Italienische Noten.........

22 22

22,30

Norwegische Noten .......

70,11

70,39

Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling

Rumänische Noten........

_

Schwedische Noten........

72,01

72.29

Schweizer Noten..........

81,39

81,71

Spanische Noten..........

Ungarische Wotre ................