Dienstag, ft. April (933
Nr. 86 KeübauSsave
183. Jahrgang
noch
Beziehungen verbinden, hatte, wurde der Vize- von Mussolini im
Jahren freundschaftliche einen Besuch abgestattet
Paris, 10. April. (HI.) Norman Davis traf am Montagmittag mit dem Nordexpreß in Poris ein. In dem gleichen Zuge befand sich der französische Botschafter in Berlin, Francois Poncet. Norman Davis äußerte sich sehr befriedigt über seine Reise nach Berlin. Es sei, so erklärte er, für ihn außerordentlich interessant gewesen, die Auffassung des Reichskanzlers Adolf Hitler über die gegenwärtige Lage zu hören. Eine (Frflärung über die Haltung Deutschlands könne jedoch erst nach einer Fühlungnahme mit den anderen interessierten Regierungen abge-
Keme Zftomreife des Reichsaußenmimsters.
Berlin, 10. April. (CAD.) Die in der Presse aufgetauchte Meldung, daß Reichsauhenminister Freiherr v. Reurath ebenfalls nach Dom gereist sei, trifft, wie von maßgebender Seite erklärt wird, nicht zu. Freiherr v.Reurath ist für einige Tage nach Württemberg gereist.
Annahme von Zhijeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20° , mehr.
Chefredakteur
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undfür denAn- zeigenteil i.D. Th.Kümmel sämtlich in Gießen.
s e l in Begleitung von Mitgliedern der beiden Botschaften, die hiesige Vertretung der Lufthansa, Mitglieder der deutschen Kolonie und eine größere Anzahl in- und ausländischer Pressevertreter. Nach der sehr herzlichen Begrüßung schritt Reichsminister Göring in Begleitung B a l b v s die Ehrenkompanie ab und begab sich hierauf mit dem Auto des Prinzen von Hessen, dessen Gast er während seines römischen Aufenthaltes ist, in dessen Billa.
Vizekanzler v. Popen bei Pacelli und Mussolini.
Rom, 10. April. (TU.) Nachdem Vizekanzler v. P a p e n am Montagvormittag dem Kardinal- staatssekrctär Pacelli, mit dem ihn seit langen
kehren oder Aussicht auf eine tatsächliche Abrüstung bestehen könne. Die bedeutendste der gegenwärtigen Schwierigkeiten in Europa sei in der Frage der Bertragsrevision zu | suchen. Die Ausführungen, die D a l a d i e r während der letzten Woche in der Kammer über die Dauer von Berträgen gemacht habe und in denen erklärt worden sei, daß kein Vertrag ewig sei, seien durchaus zutreffend.
Jedenfalls müsse der Zweck des Paktes von Rom darin bestehen, daß der Artikel 19 der Völkerbundssalzung in die Wirklichkeit umgesetzt werden könne. Weiter müsse das Ziel dieses Paktes darin bestehen, daß vollständige Klarheit darüber geschaffen werde, welcher Art die von den beschwerdesührenden Kationen geforderte Revision sei. Wit ziemlicher Bestimmtheit würden wohl die mit absoluter Offenheit geführten (Erörterungen ergeben, daß einige der Ansprüche zu verneinen seien.
Zum Schluß weist das Blatt besonders darauf hin, daß der Ton der Erörterungen über die Abrüstung bereits bedeutend milder geworden sei, und daß die deutsche Regierung sich wohl damit einverstanden erklärt habe, daß auf dem Gebiete der Abrüstung eine Tlebergangsperiode geschaffen werde. Aber auch die anderen an dem Revisionsproblem interessierten Staaten müßten in derselben mutigen, offenen und freundschaftlichen Art an die Behandlung dieser Frage herantreten.
Wie steht Macdonald?
London, 10. April. (WTB) Auf eine Anfrage hinsichtlich des Standes der Berhandlungen über einen Viermächtepakt erwiderte Macdonald im Unterhaus, er glaube, daß diese Angelegenheit im Verlaufe der Debatte über eine Vertagung am Donnerstag zur Sprache kommen werde. Als ein Abgeordneter den Premierminister darauf aufmerksam machte, daß jeder Pakt, der dem gegenwärtigen Deutschland irgendwelche Zugeständnisse mache, unverzüglich vom britischen Volke a b g e l e h n t werden würde, erwiderte Macdonald, das Unterhaus wisse wohl, daß man n i ch t den Abschluß eines solchen Pak- t e 5 plane.
Oer Revisionsgedanke marschiert
Eine Kundgebung des italienischen Ministerpräsidenten.
lungen zum Ausdruck kommt. Frankreich will seinen Schuldendien st nur dann wieder auf» nehmen, wenn ihm eine Revision der Kriegsschuldcn-Abkommen zugesichert ist. Man befürchtet aber, daß Herriot auf der Washingtoner Borkonferenz an der Auffassung scsthalten wird, die fällige Dczemberrate von 1 932 müsse noch bezahlt werden. Durch eine solche Haltung könnte dann das sranzösische Parlament festgelegt werden. Einige Blätter sprechen sogar davon, daß Herriot in eine Zange genommen werde, indem man ihn zwinge, den Zusammenhang zwischenSchul- dcnfragc, Wirtschaftsabmachungen und Abrüstung anzuerkennen. Das gesamte Problem sei durch die Haltung Englands in der Schuldensrage
mehr kompliziert worden.
Norman Navis jetzt optimistischer
Paris, 10. April. (WTB.) Unter Dorsih des Präsidenten der Republik fand heute vormittag ein M i n i st e r r a t statt, der in erster Linie die aktuellen außenpolitischen Fragen beriet. Ministerpräsident D a l a d i e r gab die Einladung des Präsidenten der Bereinigten Staaten zu den Washingtoner Borbesprechungen für die Weltwirtschaftskonferenz bekannt. H e r r i o t wurde als Bertretcr Frankreichs bei diesen Verhandlungen bestätigt. Der Ministerrat billigte dann den endgültigen Text des französischen Memorandums zum Viercrpakt. Dos Schriftstück besteht aus dem eigentlichen Memorandum, dos auf vier Seiten Text die Ansicht der französischen Regierung über die in Aussicht genommene Zusammenarbeit der vier Westmächte entwickelt, und aus einem Paktcntwurf von zwei Seiten Tert, der in ähnlicher Form wie die englischen und italienischen Vorschläge und in einer gleichen Anzahl von Artikeln die im Memorandum zum Ausdruck gebrachten Ideen konkretisiert. Das Do- kument ist den französischen Botschaftern in L o n - von und Rom sofort übermittelt worden, die cs noch heute nachmittag den Regierungen überreichen, bei denen sie akkreditiert sind.
Beklemmungen in Paris.
Paris, 10. April. (WTB.) Die Reise Her- riots nach Washington veranlaßt die französische Presse zu Kommentaren, in denen lebhafte Unrupe über den Verlauf der bevorstehenden Wirtschafts- und Schuldcnverhand-
kanzler am Rachmittag
Palazzo Venezia empfangen. Wie wir hören, hat diese Unterredung, die etwa eine Stunde dauerte, einen sehr herzlichen Charakter gehabt.
Frankreichs Gegenvorschläge überreicht
Ministerrat in Paris.
Gtaatsminister Or. Müller.
Auf zahlreiche Anfragen übermittelt die Gaupressestelle folgenden Lebenslauf des Staatsministers Dr. Müller: „Dr. Heinrich Muller, geboren 7. Juni 1896 in Pasing bei München, besuchte die Volksschule in Weiden Opf. und die humanistischen Gymnasien in Weiden, Regensburg und Würzburg. An der Universität Würzburg studierte Dr. Müller Rechts- und Staatswissenschaften und promovierte mit einer Arbeit über eines der schwierigsten Kapitel der Ärimi- nal-Politik und der kriminalen Psychologie: Der Begrisf der geminderten Schuldsähigkeit, im Dezember 1920. Im Iahrc 1922 legte er die große Staatsprüfung für den höheren Iustiz- und Verwaltungsdienst ab und war seit 1923 in der Reichsfinanzverwaltung, meist als Finanzamtsvorsteher, tätig.
Dr. Müller ist einerderältesten Kämpfer in der RSDAP. Auf Seite 11 seines Mitgliedsbuches befindet sich solgcndcr Eintrag:
„Kriegsfreiwilliger 1914- 1919 beim 2. Bayerischen Feldartillcrie-Regiment und anderen Truppenteilen. 1915 schwer verwundet, Leutnant der Reserve. 1919/20 beim Freikorps und bei der Marschgruppe Würzburg (Befreiung Münchens). Seit 1918 in der völkischen Iu- gendbewegung (W. V.), Mitglied des deutsch- völkischen Schuh- und Truhbundes seit 1920 und 1921,-23 Mitarbeiter und Mitglied der RSDAP., Redner vor Wehrverbänden.
Dr. Hellmuth. Gauleiter."
Dr. Müller ist Leiter der Beamtenabteilung des Gaues Hessen und Verfasser des Buches „Beamtentum und Rationalsozialismus" (Heft 30 der nationalsozialistischen Bibliothek). Als Redner, insbesondere Deamten- redner, hielt er Versammlungen in ganz Deutschland. Seit dem Iahre 1931 ist er Mitglied des Landtages, Vorsitzender des Finanzausschusses, Präsident der Staatsschuldenvcrwal- tung und seit dem 13. März 1933 hessischer Minister des Innern, der Iustiz und der Finanzen.
London, 10. April. (WTB.) „T i m e s" vcr- öfsentlicht heute an hervorragender Stelle einen Artikel über den Diermächteplan und über Das Echo, das er bei den Regierungen der Staaten Europas gefunden hat. Mit Genugtuung müsse man feststellen, so schreibt das Blatt u. a., daß im Laufe der vergangenen Woche die Regierungen der an dem Plan besonders interessierten vier Mächte sich dahin geäußert hätten, daß
der Plan nicht nur für den einen oder anderen, sondern für jeden der vier Staaten von Bedeutung fei.
Es sei festzuhalten, daß es wohl nicht notwendig sei, eine Konvention in Schristform darüber abzuschließen, wie man die bedeutsameren aktuellen Probleme ohne Zuhilfenahme von Gewalt behandeln oder lösen solle. Eines sei sicher, ein schriftlicher Pakt müsse auf jeden Fall den Eindruck erwecken, als ob die Vertragspartner sich auf den Boden der Exklusivität stellen wollten. Eine solche Exklusivität aber sei durchaus nicht beabsichtigt. Das gehe klar und eindeutig aus den Reden des britischen Premierministers und des französischen Ministerpräsidenten hervor, die erst kürzlich gehalten wurden. Den Aeuhe» rungen der beiden Staatsmänner lasse sich darüber hinaus entnehmen, daß definitive Entscheidungen' über Fragen nicht gefällt würden, die andere Länder berührten als die vier Weltmächte. Man müsse also feststellen, daß die von einigen zentraleuropäischen Staaten geäußerten Befürchtungen durchaus unbegründet seien.
Sollten aber dennoch Probleme zur Erörterung gelangen, die über den kreis der vier Westmächte hinausgehen, so dürsten die Vertreter der von diesen Problemen betroffenen Staaten unter keinen Umständen von diesen Besprechungen ferngehalten werden, ja. es sei sogar notwendig, daß sie dann solchen Verhandlungen von Ansang an beiwohnten.
Das große Verdienst des Mussolini- Planes, so sährt „Times" fort, fei es, daß er unerschrocken Fragen an sch neide, die auf jeden Fall, sei es in positivem oder negativem Sinne, geregelt werden müßten, bevor Ruhe und Frieden in Europa ein
geben werden. Auf alle Fälle sei er aber jetzt optimistischer als vor seiner Reise nach Berlin.
Wie die „Agence ^conomique et financicre“ berichtet, hat eine Persönlichkeit aus der unmittelbaren Umgebung Norman Davis die Eindrücke des amerikanischen Sondergesandten über seine Berliner Unterredung wie folgt zusammengesaßt: Die deutsche Regierung sei durch innerpolitische Probleme vollkommen in Anspruch genommen. Im Verlaufe seiner Unterredung mit Hitler, Neurath, N a d o l n y und Bülow habe Nor man Davis die Ueberjeugung gewonnen, daß Deutschland bereit sei, den A b r ü st u n g s- plan Macdonalds als Grundlage der Unterredungen anzunehmen. Norman Davis sei der Ansicht, daß das schon einiges bedeute. Es verstehe sich von selbst, daß Deutschland eine Reihe von Abänderungen vorschlage. Deutschland habe bereitwilligst die Einladung n a ch 'W a s h i n g t o n angenommen und sich bereiterklärt, an der Prüfung der Fragen mitzuarbeiten, die der Weltwirtschaftskonferenz vorgelegt werden sollen.
Sv Jahre Oeutsch-Gü-west.
Zu dem Thema Gleichberechtigung gehört auch der deutsche Anspruch aus Kolonien ■ und koloniale Mandate. Das dürfen wir über den brennenden Sorgen, mit denen wir uns in unseren eigenen Grenzen und in unseren europäischen Beziehungen zu beschäftigen haben, niemals vergessen. Darum können wir auch nicht an einem Gedenktag vorübergehen, der auf den Ausgangspunkt der deutschen Kolonialpolitik zurückweist. Am 9. April war genau ein halbes Jahrhundert seit dem Tage vergangen, an dem der Bremer Kaufmann Heinrich Vogelsang auf einem kleinen, von Kapstadt kommenden Schiff in der Bucht Angra Pequena landete. Wenige Wochen nach diesem 9. April 1883 schloß Heinrich Vogelsang mit dem Hotten- tottenyäuptling Ioseph Frederiks in holländischer Sprache einen Vertrag, in dem er alle Hoheitsrechte auf einem Küstenstrich im Umfang von 10 000 Quadratmeilen für einen Preis von hundert Pfund Sterling und zweihundert Gewehren erwarb. Das Gebiet wurde noch im selben Iahr wesentlich erweitert. Heinrich Vogelsang arbeitete im Auftrag des Bremer Kaufmanns L ü - deritz, noch dem später die Bucht benannt wurde, in der der Segler „Tilly" mit Vogelsang an Bord vor Anker gegangen war. Genau ein Iahr nach dem 9. April 1883 telegraphierte Reichskanzler Fürst Bismarck dem deutschen Konsul in Kapstadt, daß er nach Mitteilungen des Herrn Lüderih oessen Riederlassung unter den Schutz des Reiches stelle. Die Engländer muckten zwar zunächst etwas auf, fanden sich aber schließlich mit der vollendeten Tatsache ab, weil sie nicht glaubten, daß am 9. April 1883 der Ausgangspunkt für eine nichtig, 'Lachtlick'e deutsche Kolonialpolitik geschciss den ertep. ff.i Am 7. August 1884 wurde in 2 Gramm." Die d i e schwarz- weiß-ro tmtionalen Chinin- zogen. Heute ist dem Deutscht. um Abhilfe zu lichkeit genommen, seine u' einem billigen Er- Söhne draußen in der Wel Totaquina gefunden gebieten so auszubilden, dangen auf den Markt fühl für die Welt bekommerwird auch gefordert, wir des Tages vor 50 Isteten Gebieten der denken soll uns ansporncn. erungen gesenkt wer-
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Lchristlettung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7.
Revision und Muffoliniplan
Ein Artikel der „Times".
Berlin, 10. April. (ERB.) Der „Berliner Bör- sen-Courier" veröffentlicht einen Artikel des italienischen Ministerpräsidenten Benito Mussolini, in dem der italienische Führer unter der Ueberschrist „Der Revisionsgedanke marschiert!" u. a. ausführt:
Der Tag kam, als die Kleine Entente ihr ziviles Gewand abwarf und in einem Protokoll sich selbst als „eine höhere internationale Einheit" erklärte, ausgestattet mit einem „leitenden Organ für gemeinsame Politik". Die Kleine Entente begab sich geräuschvoll auf die Szene, begleitet von einem großen Pariser Orchester: „Die fünfte europäische Großmacht".
Wir stehen vor einer A u f d l ä h u n g, die leicht grotesk wirken kann. Lin politischer Pakt langt nicht hin. um eine Großmacht hervorzubringen. Diese drei Staaten haben nichts miteinander gemein, weder Rasse noch Sprache, noch Geschichte, noch Religion oder wirlschaft- liche Interessen. Jeder von ihnen hat in seinen Grenzen beträchtliche völkische und religiöse Minoritäten.
Wenn sich die Kleine Entente selbst als die „fünfte Großmacht" proklamiert, so kann sie nicht vermeiden, daß sie sich einer Prüfung durch die Welt ausseht, und die Prüfung hat die Resultate ergeben, die sich jetzt gezeigt haben. Sogar vom militärischen Standpunkt aus darf die Macht der Kleinen Entente nicht überschätzt werden. Die Mobilisierung von fünf oder sechs Millionen Mann bedeutet noch nicht das Vorhandensein einer gemeinsamen Armee, die kämpfen und siegen kann. Die Bunlscheckigkeit der zehn Rassen, die in den drei Staaten leben, spiegelt sich in der Zusammensetzung der bewassneten Streitkräfte und in ihrer mutmaßlichen Schlagkraft wider, wobei in Betracht zu ziehen ist, daß in den drei Staaten die Minderheiten gegen die Vorherrschaft der Mehrheit ankämpsen.
Die „fünfte Großmacht" existiert daher nur auf einem Stück Papier mit politisch-literarischer Tendenz. Die „fünfte Großmacht" ist letzten Endes nichts weiter als die kleine Entente von früher, die auf den grünen Tisch gestiegen ist, um größer zu erscheinen. Jeder Staat hat seine spezifischen Probleme mit seinen Rachbarn, und sie können nicht leicht auf einen Renner gebracht werden.
Wenn wir vom politischen zum wirtschaftlichen Fragenkomplex übergehen, so werden noch größere Interessengegensätze zwischen den drei Staaten sichtbar. Artikel 7 des neuen Paktes, der die Bildung eines Wirtschaftsrates der Staaten der Kleinen Entente vorsieht, ist dazu verurteilt, ein toter Buchstabe zu bleiben. Die Wirtschaft der drei Staaten kann nicht von der der Rach- barstaaten, Deutschlands und Italiens, getrennt werden. Ich halte den Abschluß einer Zollunion zwischen den drei Staaten für fast ^Anges^hts der revisionistischen Welle in Europa und der übrigen Welt hat Die Kleine Entente versucht, das Band, das die so- genanten „neuen Reichen" im Donaubecken vereinigt, noch enger zu schlingen.
Der Revisionsgedanke marschiert und wird stärker fein als das morsche Bollwerk eines Protokolls. Er marschiert, weil die Welt nach Frieden verlangt, nach einer langen Periode des Friedens, und weil sie fühlt, daß dieser Wunsch vergeblich bleiben muß, wenn der Friede nicht von Gerechtigkeit begleitet ist. Ich sagte schon bei anderen Gelegenheiten, daß Friedensverlräge nicht ewig sind. Der Völkerbundspakt selbst verzichtet auf die Versteinerung der Friedensver- träge, da er in einer besonderen Klausel die Möglichkeit einer Revision zuläßt.
Es würde interessant sein beispielsweise fest, zustellcn, wieviele Artikel des Versailler Ver träges nicht zur Anwendung gelangt und wle- viele nur in abgeschwächter oder veränderte Form durchgeführt worden sind Wer sich dem Revisionsgedanken wi der setz t, pan Dclt acacn den Geist des Volke r b u n - des, der nicht nur auf die Rolle eines Hüters der Verträge von 1919 beschrankt werden kann, sondern die höhere Rolle eines ® a tonten der Gerechtigkeit zwischen den Volkern übernehmen sollte.
Minister Görings Ankunst in Rom.
R o m 10 April. (WTB.) Reichsminister G ö - ring ift heute 13.40 Uhr nach kaum 3%ftunbigem Fluge von München kommend, in Rom em getroffen. Göring, der während des ganzen Fluges selbst am Steuer der dreimotor.gen Funkers- maschine saß, landete bei starkem Bodenwind noch einem eleganten Gleitflug und ^ndungsmanover, das den Beifall des italienischen Luftfahrtministers B a 1 b o sand. Zur Begrüßung auf dem oKstplatz waren außer Balbo und seinen Stabsoffizieren no* erSicnen: PrmMm di- S--
mahlin des Prinzen von Hessen, der mit dem Flugzeug nach Rom zurückkehrte, ferner der Eh es des Protokolls Gesandter S e n n i, Botschafter v. Has -
Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Vezugsprels:
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