Ausgabe 
10.11.1933 Zweites Blatt
 
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oo r das Mahnmal. 5n tiefer Ergriffenheit singt die Menge das Horst-Wessel-Lied. D ie Hülle fällt. Ernst steht der Führer vor dem Mahnmal. Noch einmal verharrt er einige Minuten schweigend, Sann drückt er vielen alten Kämpfern ergriffen die Hand und grüßt das riesige Holzkreuz, das an der Blutstätte gegenüber dem Mahnmal errichtet wor­den ist. Reichswehroffiziere und Offi­ziere der Landesvolizei leaen Lorbeer­kränze am Mahnmal nieder. Noch einmal senken sich die Fahnen. Dann reicht der Führer dem SA - Führer von 1623, Hermann Göring, der selbst an dieser Stelle schwer verwundet wurde, und dem SA.-Führer von 1933, Ernst Röhm, noch ein­mal Die Hand, grüßt alle die, die ihn heute wie damals begleiteten. 2lls dann kurz darauf der Füh­rer, in feinem Wagen stehend neben ihm hatten Reichsstatthalter Ritter v. Epp, Ministerpräsident Göring und Stabschef Röhm Platz genommen in langsamer Fahrt durch die Ludwigstrahe fuhr, brauste neuer unbeschreiblicher Jubel der unüber­sehbaren Menge über den weiten Platz.

München feiert den Führer.

NächtlichLFeierstundeandcrFcldhcrrnhalle

Gegen Mittag, nachdem die Feier an der Feld- herrnhalle beendet war, zogen wiederum große Menschenmassen vor das Braune Haus. Die Men­schen umdrängten den Führer, als er nach der Feier wiederum zum Braunen Haus kam, und der Jubel und die Begeisterung der Massen wurde so unge­stüm, daß gegenüber dem Braunen Haus die eiser­nen Staketenzäune vollkommen eingedrückt und um­gerissen wurden. Während der Führer im Kasino des Braunen Hauses wiederum eine große Zahl von alten Kämpfern zu einem schlichten Mittagessen empfing, verlangten draußen immer wieder die Massen im Sprechchor, den Führer zu sehen. Im­mer wieder klangen die Lieder der nationalsozia- listischen Revolution auf. Ein minutenlanges Brau­sen ertönt die Luft, als der Führer gegen 16 Uhr auf dem Balkon des Braunen Hauses erscheint und sich der Menge zeigt.

Abends gegen 21 Uyr streben überall singende SS.-Kolonnen dem Platz vor der feldherrnhalle zu. Dann sieht man von den Propyläen aus plötz­lich wie durch einen zarten Schleier im Abendnebel eine Fackelkette, ein phantastischer Anblick. Die SS. - Lei bst and arte Adolf Hitler und der SA.-Sturmbann Hermann Gö­ring marschieren, von Fackelträgern geleitet, unter schmetternder Marschmusik am Braunen Haus vor­bei zur Feldherrnhalle, links und rechts von einer unübersehbaren Menschenmenge begleitet. An Der Spitze des Zugs die Blutfahne vom 9. No­vember 1923. Am Odeonplatz marschieren die For­mationen geschlossen auf. Der Platz ist von zehn­tausenden von Menschen umsäumt. Fackeln erleuch­ten das Rund. Dunkel reckt sich das schwarze Holz­kreuz gegenüber der Feldherrnhalle in den Nacht- Himmel, das an der Stelle errichtet wurde, an der die ersten Gefallenen am 9. November 1923 ver­bluteten. Hier fand dann die Vereidigung der Leibstandarte Adolf Hitler und des SA.-Sturm- bannes Hermann Göring statt. Bei dieser Gelegen­heit weihte der Führer mit der Blutfahne 4 2 neue Sturmfahnen. Der Führer hielt dabei eine kurze Ansprache, in der er Der SS. für Die Treue in all Den Jahren dankte und sie aufforderte, diese Treue ceuch in Zukunft zu bewahren. Dann legten die SA.- und SS.-Männer durch Berührung Der Blutfahne Den Eid auf die Nationalsozialistische Be­wegung und Den Führer ab. Mit Dem ChoralNun danket alle Gott" schloß Die erhebende Feier. Unter den Klängen des Präsenkiermarsches schritt der Führer Dann Die Front Der einzelnen Stürme ab. Ein Vorbeimarsch in Der LuDwigstraße bilDete Den Abschluß Der Veranstaltung.

Ausklang.

Gedenkfeier im Prinzregenten-Theater.

Den festlichen Abschluß Der feierlichen Veranstal­tungen des 9.November gab eine OeDentfeier Der bayerischen Staatsregierung im Prinzregententhea- ter, das sich Den geladenen Gästen zum ersten Male in seinem neuen GewanDe als Festspiel­haus des nationalsozialistischen Bayern präsentierte. Der einzige Jnnenschmuck mit riesigen Hakenkreuzen, die sich m hellerer Tönung von Der in lichtem Grau gehaltenen Stoffbespannung zwischen Den Pfeilern Der RunDwänDe wirkungsvoll absetzten, gaben Der (BeDentfeier einen in seiner Schlichtheit doppelt wirk­samen Rahmen. In Dem vollbesetzten Haus sah man als Gäste Der Staatsregierung zahlreiche Persönlich­keiten Der Bewegung. DerAufruf an Die Gebilde- len deutschen Blutes" von Theodor von der P f o r D l e n , gefallen am 9. November 1923 an Der Feldherrnhalle, leitete Die Feier packend ein. Mittel­punkt Des festlichen Abends war die Uraufführung des SchauspielsAlle gegen einen, einer für alle", das den neuen Schauspieldirektor der Staatstheater For st er-Burggraf zum Verfasser hat. Die Aufführung fand nach Den ersten Bildern stets sich steigernden Beifall, namentlich die Bilder, die dem Geschehen unserer Tage besonders nahe sind, losten minutenlange Beifallskundgebungen aus.

Einmütiger Volkswille am 12. November.

Der Erzbischof von Freiburg an die deutschen Katholiken.

Freiburg 8. Nov. (CNB.) Erzbischof Dr. K. Gröber erläßt folgenden Aufruf zur Wahl am 12. November:Die deutsche Regierung hat Den Döl- terbunb verlassen, weil er Die Gleichberechtigung un» ferem Volke vorenthielt. Sie wenbet sich nunmehr an Das gesamte Deutsche Volk, Damit es am 12. Novem­ber fein klares Urteil über diesen bedeutsamen Schritt seiner Regierung sällt. Die Volksstimme soll aber noch west mehr sein als eine Deckung Des Regie- rungsbeschlufses. Das Deutsche Volk soll Damit als Tanzes zu Den übrigen Völkern ein- Drucksooll r ebe n unb G l e i ch b e r e ch t i - gung, Frieben unb Arbeit in machtvoller Geschlossenheit fotbern. Es erstrebt bamit brei Ziele, biesowohlbernationalenEhrealsbem christlichen Sittengesetz unb bem Völ­kerrecht entsprechen. Es ergibt sich beswe- gen als v a t e r l ä n b i s ch e Pflicht, bem beut, schen Vaterland unb Volk wie bisher so auch in Der gegenwärtigen Schicksalsstunbe die Liebe unb Treue zu wahren unb am 12. November b i e Einmü - tigfeit mit ben übrigen Volksgenos­se n zu beweisen. Dabei vertrauen wir auf bcs Herrn Reichskanzlers Wort, baß nun unter die für so viele treue Staatsbürger schmerzliche Vergangen­heit ein Strich gezogen ist unb bas Frie. benswerk des Konkordats uns Katholiken unter Aus­schluß von Abstrichen, Umdeutungen unb lieber- griffen gesichert bleibe.

Gez.: Konrab Gröber, Erzbischof."

Warum ichLa" sage.

Don Gerhart Lauprmann.

Der Austritt aus Dem sogenannten VölkerbunD, Den unser leitender Staatsmann für Deutschland verfügt hat, ist nur in Einheit mit seiner fast gleich- zeitigen großen Rede zu betrachten. Der ent- schlossene, ernste und ehrliche Wille zur Befriedung Europas ist in chr zum überzeugenden Ausdruck gebracht. In chrem Lichte erscheint der Austritt aus dem Völkerbund als eine unumgängliche Maßnahme, wenn dieses hohe Ziel erreicht werden soll. Damit ist auch jeder Gedanke ausgeschaltet, der in dem zurückgelegten Schritt etwas wie einen Abbruch der Beziehungen sehen möchte.

Nach Der ReDe Des Reichskanzlers Adolf Hitler in dieser Sache das Wort zu ergreifen, ist vollkom­men überflüssig. Diese Rede besitzt bei einer uni­versellen Erfassung ihres Gegenstandes vollkom­mene Ueberzeugungskrast. Und was man auch sagen könnte, es würde immer nur auf Wiederholung irgendeines Teiles Der weltgeschicht­lichen Kundgebung hinauslaufen.

Das deutsche Volk ist aufgerufen, nun seinerseits zu entscheiden, ob es ben entscheibenden Beschluß seines Kanzlers in feiner Gesamtheit decken will unb kann. Der erste Entschluß ist von großer Trag­weite, die Bestätigung burch bie Stimme bes Vol­kes wird von noch größerer Tragweite fein. Ist sie vollzogen, so wird es nur noch eine einzige Brücke über das brodelnde europäische Chaos zum Frieden geben: die Brücke heißtG l e i ch b e r e ch - ti au n g".

Worin beftefjt die Gleichberechtigung? Jugoslawen, Polen, Tschechoslowakei, Italien, Frankreich unb Englanb, als einzelne Jnbioibuen aufgefaßt, dazu Deutschland verstehen sich alle gleichermaßen als Bürger und als Gentlemen: Bürger und

Gentlemen imDesitzgleicherbürgerlicher Rechte und völliger Gleichheit vor dem Gesetz. Es ist klar, daß es für Deutschland un- möglich ist, ohne sich selber zu entwürdigen, auf diese für alle andern Völker selbstverständlichen Grundrechte zu verzichten.

Premierminister Macdonald hat in Crawley- Sussex aesagt: England habe sich wieder und lie­ber in dieser Angelegenheit als der beste Freund Deutschlands erwiesen und ihm immer beigestanden. Es habe immer versucht, Deutschland die Gleichbe- rechtigung zu erwirken. Er setzt hinzu: solange kann in Europa nicht Friede herrschen, bis nicht jede europäische Nation gleichberechtigt am Tische sitzt. Er erklärt: England sei ben Locarno-Pakt eingegangen, weil es geglaubt habe, daß er zur Gleichberechtigung Deutschlands und so- mit zur Befriedigung Europas führen würde. Eng­land könne Deutschland ohne Schamrote ins Gesicht sehen.

Dem, was der englische Premierminister sagt, haben wir nichts hinzuzusetzen: Gleichberechtigung Deutschlands und Befriedung Europas wird als voneinander abhängig hingestellt, Gleichderech- tigung a(s Die Brücke zum europäi­schen F r i e D e n. Ein anDerer Weg als über Diese Brücke, wie gesagt, roirD nach Dem kommenden Plebiszit nicht vorhanden fein.

Weshalb aber sollte man scheuen vor dieser auch von Macdonald so heiß ersehnten natürlichen Brücke?!

Es unterliegt also meiner Meinung nach nicht bem geringsten Zweifel, daß bie politische Maß- nähme des Reichskanzlers Adolf Hitler in Deutsch­land einmütig gebilligt werden wird.

Oer Reichsiagsbrandstisterprozeß.

Berlin, 9. Nov. (WTB.) Zu Beginn der heutigen Verhandlung wird als Zeuge Major a. D. Schröder aus Rostock vernommen, der längere Zeit imBayernhofoerkehrt hat. Der Zeuge erklärt, er entsinne sich, daß der Kellner Helmer eines Tages fragte, wie er sich verhalten solle; es kämen da verdächtige Personen in den Bayernhof, die sofort schwiegen, wenn man an den Tisch komme. Der Zeuae habe Helmer gesagt, es wäre seine Pflicht, diese Beobachtungen sofort der Polizei zu melden. Er selbst habe die Aus­länder nicht gesehen.

Frau Anna Schreiber, die von 1927 bis 1929 Aufwartefrau bei einem Fräulein Danny Kaspeizer gewesen ist, bei der Dimitroff wohnte und bei der auch der kommunistische Landtags­abgeordnete Eberlein verkehrte, saat aus, daß a u f den Briefen an Dimitroff der Name Schaafsmanja stand. Dimitroff habe viele Bücher mit Bildern von Nacktkultur gehabt. Des­halb habe sie geglaubt, daß er Schriftsteller wäre und sich mit Nacktkultur befasse. Auf die Frage, warum die Zeugin von Frau Kaspeizer wegge­gangen wäre, Jagte die Zeugin, sie sei roegaegongen, weil sie Dimitroff habe vergewaltigen wollen.

Dimitroff erklärt, daß er in der zweiten Hälfte des Jahres 1930 bis Ende November 1931 unter dem Namen Dr. Schaafsma, Schriftsteller, bei Frl. Kaspeizer gewohnt habe. Während dieser Zeit habe er Eberlein in der Wohnung nicht ge­sehen, erst Ende September 1931 habe er ihn in Moskau persönlich kennengelernt. Als Dimitroff

sagt, daß hier nur unwahre Zeugenaussagen ge­macht würden, damit die Anklage eine Stütze be­komme, entzieht ihm der Vorsitzende bas Wort.

Die nächste Zeugin Fräulein Rösler bekundet, daß sie in der Nacht vom 27. zum 28. Februar im Schlafwagen von München nach Berlin zusammen mit Dimitroff gefahren sei. Er habe sich als Dr. Hediger vorgestellt und sei Schriftsteller. Morgens früh seien sie an einem großen Bahnhof vorbeigefahren, auf dem Zeitunaen ausgerufen wurden: Der Reichstag i n Flammen! Als Dimitroff es gelesen habe, habe er mit dem Kopf geschüttelt. Am (eiben Abend fei sie mit Dimitroff noch einmal in einem Berliner Caf6 zusammengetroffen, dort habe er gesagt, er glaube nicht, daß es die Kommunisten aemacht hätten.

Dimitroff bestreitet diese Aeußerung, er will gesagt haben, es müßten politische Provokateure gewesen fein.

Fräulein Baumgart ist im Ufapaoillon an- gestellt und hat die Angeklagten P o p o f f unb Tanefs am Abenb bes Brandes nicht im Kino gesehen. Der Konttolleur Heinrich vom Ufapavillon erklärt, daß er das Gefühl fjabe, Popoff gesehen zu haben; er könne es aber nur unbestimmt sagen. Die folgende Zeugin Anni Krüger wird üoer ihre Beziehungen zu Dimitroff vernommen. Als der Angeklagte Dimitroff wieder­um versucht, ausfallend zu werden, entzieht der Vorsitzende dem Angeklagten bas Wort und schließt unmittelbar darauf die Sitzung. Samstag Fort­setzung.

Die hessische Kirchenregierung zum 12. November.

Evangelische Volks- und Glaubensgenossen des Hessenlandes! Das deutsche Volk ist von der Reichs- regierung aufgerufen, am nächsten Sonntag vor aller Welt seine Ehre, feine Freiheit und seine politische Gleichberechtigung zu fjrbern unb damit für einen gerechten Frie­den unter den Völkern einzutreten. Evan­gelische Volks- unb Glaubensgenossen, wir bitten Euch, wir mahnen Euch, erkennt den heiligen Ernst der Entscheidung, seid bis zum letzten Mann zur Tat be­reit. Tragt am Sonntag, 12. November 1933. im Got­teshaus unseres Volkes Not und Deutschlands Sehn­sucht im Gebet vor Gottes Thron. Entsckeidet Euch alle an Der Urne mit einem entschlossenen Ia fürEinigkeit unb Recht unD Frei- h e i t", Die hohen sittlichen unD völkischen Güter jedes Deutschen und des Vaterlandes. Tretet einmü­tig, treu und entschlossen hinter den Führer unseres Volkes, Adolf Hitler.

Die Evangelische Kirchenregierung in Hessen: gez. D. Dr. Dr. Diehl.

Die Kirchen werden ebenfalls wie die weltlichen öffentlichen Gebäude und die Privathäuser vorn Freitag bis zum Wahltag die Fahnen zeigen.

Das erste Wahlergebnis.-^ 00 Prozent stimmten mit 3a!

Oldenburg, 9 Nov. (WTB.) Wie die Presse- stelle Des Staatsministeriums mitteilt, lief folgen- der Funkspruch ein:Auf bem Schulschiff Deutschland" haben zur Reichstagswahl und Volksabstimmung 38 Wahlberechtigte 38 Ja st Immen abgegeben.

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Um allen Irrtümern vorzubeugen, wird von zu­ständiger Stelle darauf hingewiesen, daß, wie bei allen früheren Wahlen auch bei der Reichstags­wahl und Volksabstimmung am 12. November, bie Frauen Im selben Maße ftimmbe- rechtiyt sinb, wie bie Männer. Es ist also Pflicht jeher beutschen Frau, ihr Stimmrecht auszuüben.

Eine (Srhärung des Aeichsbischofs Müller.

Berlin, 9. Nov. (CNB.) Wie ber Evangelische Pressebienft mitteilt, hat ber Reichsbischof zu den Erlassen, Die er selbst unD Der Stellvertreter bes Führers, Rubolf Heß über Die Beenbigung bes kirchenpolitischen Kampfes erlassen haben, erneut Stellung genommen. Darin heißt es u. a.:

Mein Erlaß entspricht bireft meiner Witten- berger Rede Sein Ziel ist Durchaus nicht, in der 1 Kirche alles beim alten zu (affen, und auf Die Ab­

setzung sachlich ungeeigneter Pfarrer zu verzichten. Er hat Den Zweck, unberechtigte Gewalt» Maßnahmen gegen unsere kirchlichen Güter zu verhindern. Der tommenbe volksmissionarische Kampf wirb so ge- K werden, baß Diejenigen bisherigen Gegner, ins nicht aus rein politischen Gründen Wider- ftanD leisten, In unsere Gefolgschaft treten. Den GeDanken, es roerDe Durch meinen Erlaß unse­ren Gegnern Vorschub geleistet, lehne ich entschieden ab. Auch Kompromisse werden nicht gemacht. Ich bestehe aber auf meinem Willen, ben kirchen - politischenKampfals beenbet anzusehen."

Das Grab von Iran Karin Göring geschändet.

S t o ck h o l m. 8. Nov. (TU.) In der vergangenen Nacht wurde das Grab von Frau Karin Gö­ring auf dem Kirchhof von Lovö bei Stockholm von Bubenhand geschändet. Die Kränze und Blumen, insbesondere ein aus Efeu bestehendes Hakenkreuz wurden vom Grabe weggerissen. Auf dem Grabe wurde ein Schreiben gefunden, das einen Protest gegen den Nationalsozialismus barstellen soll. Vom schwedischen Außenministerium wurde eine gründliche Untersuchung und strenge Bestrafung ver­sprochen. Die Stockholmer Abendpresse gibt ihrem Bedauern über die rohe Tat Deutlich AusDruck. Wahrscheinlich hanDelt es sich um Das Bubenstück eines Kommunisten.

Die (Saarregierung sucht sich zu rechtfertigen.

TerBierteljahresbericht an denVölkerbirnd

Gens, 10. Nov. (CNB.-Funkspruch.) Der gestern hier veröffentlichte Vlerteljahrsbericht Der Regierungskommission Des Saargebietes beschäftigt sich aussckließlich mit ber politischen Lage, bie sich nach Auffassung Der Regierungskommission fortgesetzt weiter verschlechtert hat. Der Bericht, Dessen politische Ausführungen bemerkens­werterweise nicht die Zustimmung ber saarländischen Mitglieder der Regie­rungskommission gefunden haben, macht, wie nach ber Tendenz Der letzten Erörterungen nicht anDers zu erwarten war, Die nationalsozia- l i st i s ch e Partei für Die gegenwärtigen unbe- frieDigenDen ZustänDe verantwortlich. Anstatt die­ser Bewegung als AusDruck Des Volks- willens objektiv gegenüberzutreten, erhebt bie Regierungskommission eine Reihe von Beschuldigun, jen, die bie jüngsten Verorbnungen recht- ertigen sollen. Weiter wirb gesagt, bie national- ozialistische Partei im Saargebiet sei von Dem ent- chlossenen Willen getragen, neben Der Völkerbunds- regierung eine neue tatsächliche Macht zu schaffen. Die nationalsozialistische Partei habe be­sonders in ber letzten Zeit auf allen Gebieten Des öffentlichen und privaten Lebens eine lebhafte- tigfeit entwickelt, dieDie Form fortgesetzter Drohun­

gen, verschkelerten Boykotts und ber Denunztattott gegen alle Diejenigen angenommen habe. Die nicht bie nationalsozialistischen politischen Ideen teilten". 2n diesem Stil geht DerBericht" weiter, obwohl cs in aller Welt bekannt ist, daß sich a 11 e Deutsch- bewußten bes Saargebiets einschließlich des ehemaligen Zentrums und der einflußreichen christlichen Gewerkschaftler einmütig zur ,ch e u t - schen Front" zusammengeschlossen ha­ben. Der Bericht spricht weiter vonfortgesetzten Terror- und Gewaltakten". Mit dieser Art Beweis­führung wird bann auch bas Verbot ber verschie­denen nationalsozialistischen Blätter im Saargebiet begrünbet In vielen Fällen seien innerhalb der Beamtenschaft bedauerliche Entgleisungen

Wer sein Volk liebt, muh den Frieden wollen!

Jeder Deutsche kann nur ,30* sagen!

Rauhe Haut j .Penj*tenjEr^m.!

Dorgefommen, in anderen Fällen sei das Amts- geheimnis bewußt gebrochen worben. Unter biefen Umständen sehe sich bie Saarregierung gezwungen, letzt Ausnahmemaßnahmen zu treffen. Die bem Bolferbunbsrat zur Entscheibung vorgelegt mürben.

Der Aufstand auf Kuba unterdrückt.

Havanna, 10. Nov. (TU.) Die im Fort 21 tares oberhalb ber Stabt Havanna eingeschlos. Jenen etwa 2000 AufstänDischen hißten b i e weiße Flagge, nachdem bie Regierungstrup­pen die Wasserzufuhr abgeschnitten hatten. Durch den Fall dieses wichtigen Stützpunktes und bie Ge­fangennahme bes größten Teils der aufständischen Streitfräfte scheint ber Aufstand wenigstens zeit- weilig von Der Regierung unterdrückt zu fein. Sei Der Kapitulation des Forts Atares wurden etwa 100 0 Aufständische gefangen ge­nommen. Während ber Beschießung, die durch zwei kubanische Kanonenboote unterstützt wurde, wurden mehr als 40 Aufständische ge. tötet

Erdrückende Mehrheit für die Auto­nomie im Baskenland.

Madrid, 9. Noo. (WTB.) Das Ergebnis Der Volksabstimmung im Baskenland ist erst heute be­kanntgeworden. In der Provinz Guispuscon haben 14 9 1 7 7 Wöhler für d i e Autonomie ge­stimmt, 2435 dagegen. In ber ProvinzBiskaya stimm­ten 236564 Wähler für die Autonomie, 5065 bagegen. In ber Provinz Alava war bie Wahlbeteiligung Ziemlich schwach. Don 56 000 Wahlberechtigten stimm- ten 26015 für bas Autonomiestatut, 6695 bagegen. Die Freube im Baskenland über das Ergebnis ber Abstimmung ist groß. Die Straßen werden unter dem Gesang ber baskischen Hymne von der Meng« durchzogen. Die Gebäude sind beflaggt, fast alle Ort­schaften haben heute abenb illuminiert.

Vor einer grundsätzlichen Einigung zwischen Roosevelt und Litwinow.

Washington, 9. Nov. (WTB.) Litwinow verhandelte mit den Referenten ber zuständigen Ministerien im Arbeitszimmer des Außenministers Hüll und wird nachmittags feine Diskussion mit Präsident Roosevelt fortsetzen. Sowohl Roosevelt wie Litwinow sind entschlossen, sich mit der prinzipiellen Einigung zu oeanügen, unb bie zwischen beiben Staaten schwebenden Probleme einer gemischten Kommission zu unterbreiten, im übrigen aber abzuwarten, was ber Bundeskongreß zur Frage der Anerken­nung Sowjetrußlands zu sagen hat. Beide Regie­rungen werden daher in einer Proklamation fest- stellen, daß sie bereit seien, sich über die Forde­rungen der amerikanischen Bürger gegen die Sow­jetregierung sowie über die Finanzierung bes ame- rikanischen Baumwollexports nach Rußland, schließ­lich über die Beschränkuna der Konkurrenz auf dem Weltweizenmarkt zu verständigen.

Polizeiherrschast in Oesterreich.

In Graz schwammen Mittwochabend mehrere riesige brennende Hakenkreuze ben Mur-Fluh hinab. Auf den Brücken hatten sich Hunderte von Neugierigen angesammett. Die von Der Polizei mühsam zerstreut wurDen. Auf Dem Schloßberg hatte sich ebenfalls eine große Menschenmenge angesammett, um Die brennenDen Hakenkreuze zu betrachten. Polizei leuchtete Die Wege Des Schloßberges mit Scheinwerfern ab und trieb Die Menge mit Dem Gummiknüp- pel Den Berg herab. Im Hofe Des in Der Nähe gelegenen Polizeidirektionsgebäudes mußten sich Die Besucher bes Schloßberaes ausweisen. Bei 200 Personen würben Die Personalien festgestellt. Im ganzen LanDe Salzburg flammten Haken­kreuzfeuer auf unD auch Linz an Der Donau war am Mittwochobenb von einem ganzen Kranz solcher Höhenfeuer umgeben. An Den Wiener Hochschulen Dauern Die Kundgebungen an.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichspräsident hat Dem GroßinDustriellen Geheimrat Dr. h. c. Peter Klöckner zum 77. Ge­burtstag in einem Schreiben seine Glückwünsche aus­gesprochen.

ReichspräsiDent von HinDenburg hat Dem Staats­rat unD GroßinDustriellen Fritz Thyssen zu Dessen 60. Geburtstage feine herzlichsten Glück­wünsche überfanDL

Jrn Anschluß andieSchulfunk-Reichssen- Dung am 11. November vom 9 bis 9.25 Uhr Deutschland zerstörte seine Waffen und Die andern?" spricht bis 9.40 Uhr Reichsjugendführer Baldur von Schirach zur deutschen Schul­jugend

Die Regierungskommission Des SaarlanDes hat Den NotrlngdcrNSDAP. a u fg e I ö ft. Diese Auflösung wird sämtlichen Zeitungen Des Saarge­bietes in einer Auflagenachricht mitgeteilt

Der Reichs ftanD Des Deutschen Hand­werks hat Durch eine Zusammenstellung Der von Den hanDwerklichen Organisationen gemeldeten Bei­träge zur Adolf - Hitler - Spende Der Deutschen Wirtschaft ermittelt. Daß die Hand­werksbetriebe im ganzen rund 1 Million R M. dem Kuratorium Der Httlerspende zur Verfügung stellen konnten.