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11.1.1933 Erstes Blatt
 
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Hr.9 Erstes Blatt

183. Jahrgang

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General-Anzeiger für Gberhefsen

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m- - Mittwoch, u. Januar syzz

Gietzeim Anzeiger

Deutschlands Iorderungen für die Weltwirtschasiskonferenz.

Die deutschen Delegierten sprechen im vorbereitenden Gachverständigenausschuß.

Genf, 10. San. (TU.) In der Generalaussprache des vorbereitenden Sachverständigenausschusses für die Weltwirtschaftskonferenz gaben am Dienstag die beiden Vertreter der deutschen Regie­rung, Ministerialdirektor Posse (Reichswirtschafts. Ministerium) und Geheimrat Bocke (Reichsbank) Erklärungen ab.

Posse wies darauf hin, daß die von der Welt­wirtschaftskonferenz zu behandelnden Grundfragen bereits in dem Schlußbericht der Lausanner Konfe­renz festgestellt worden seien. Der Ausschuß dürfe daher die Bewegungsfreiheit der Regie­rungen auf der kommenden Konferenz nicht allzu sehr einschränken.

Der Ausschuß fei bereits auf feiner ersten Tagung zu der Feststellung gelangt, daß die Schuldnerländer in die Lage versetzt werden mühten, ihre Schulden durch waren zu tilgen. Die Gläubigerlander mühten daher ihre Wirt­schaftspolitik darauf einstellen, den Schuldner- ftaaten durch Warenausfuhr die Bezahlung der Schulden zu ermöglichen. Praktische Ergebnisse

als die Zentralfragen der Weltwirtschaftskrise auf der Londoner Weltwirtschaftskonferenz behandelt werden müssen:

Regelung der interalliierten und der privaten Verschuldung, Stabilisierung der Wahrungen, Wiederherstellung des freien Kapitalverkehrs und Beseitigung der Handelsschranken. Gegen die französische

Vormachtstellung in Europa.

Berlin, 11. 3an. (TU.) Der frühere ameri­kanische Botschafter in Berlin und London, Qllan» fon B. Houghton, erklärte, nach einer Mel­dung Berliner Blätter aus Aeuhork, in einer Ansprache in einer Schule für Politik des repu­blikanischen Frauenverbandes, die Teilnahme der Bereinigten Staaten am Weltkrieg habe lediglich an die Stelle einer deutschen Vor­herrschaft in Europa die Hegemonie Frank­reichs sehen helfen. So sei ein neues Europa geschaffen worden, das keinen Augenblick Bestand hätte, würde die Lage nicht durch Waffengewalt

aufrechterhalten. Statt 5000 gebe esnur" 12 000 Meilen europäischer Zollgrenzen, statt 17 Wäh- rungcn 28. Das sei ein hoffnungsloser Z u st a n d und es eröffne sich auch kein Ausblick auf eine Besserung, wenn nicht Schritte zur Schaffung einer politischen Situation unternommen würden, die wirtschaftlich haltbar fei. Die Bereinigten Staaten dürften nicht die Meinung hegen, die französische Hegemonie über Europa sei ein Zustand von Dauer.

Amerikas Pläne einstweilen zurückgestelli.

Washington, 10. San. (TU.) Der Unter- staatssekretär Sarnes G. Rogers erklärte im Auswärtigen Ausschuß des Repräsentantenhauses, daß die Pläne der Bereinigten Staa­ten für die Weltwirtschaftskonferenz bis nach dem 4 März, dem Antritt Roosevelts, zurück- g e st e l l t werden.

der Londoner weltwirlschaflskonferenz seien dringend notwendig, da sonst mit einer weite­ren, unabsehbaren Verschärfung der Weltkrise zu rechnen sei. Der Lachoersländigenausschuh habe die Aufgabe, den Regierungen die volle Verantwortung vor Augen zu führen, die sie auf sich laden würden, wenn die Londoner Kon­ferenz zu keinen praktischen Ergebnissen führe.

Das fortgesetzte Absinken der Werte des Welthan­dels seit 1929 drohe die Kurve des Welthandels auf den Nullpunkt zu führen. Es sei unbedingte Pflicht der Regierungen, mit allen Mitteln auf eine Ver - m i nberung d e r Arbeitslosigkeit hinzu­wirken, da sonst ein Kampf aller gegen alle aus- brechen würde.

Uebcr die Erklärungen des Geheimrats Bocke im Ausschuß werden bedauerlicherweise von deut­scher Seite keinerlei Mitteilungen gemacht, obwohl die Presse über die Erklärungen sämtlicher Ber- treter unterrichtet wird Don deutscher Seite wird lediglich mitgeteilt, daß Geheimrat Bocke den deut­schen Standpunkt zu den großen finanz- und wirt­schaftspolitischen Fragen dargelegt habe. Demgegen­über verlautet von französischer Seite, daß Bocke in einer großen Rede außerordentlich bedeutungsvolle Erklärungen über den Standpunkt der deutschen Regierung zu den in­ternationalen Währungsfragen ge­macht und insbesondere im Namen der deutschen Regierung eine Rückkehr zum Goldstandard und sofortige Stabilisierung der Währungen gefor­dert habe.

Professor Beneduce betonte die Bereitwillig­keit der italienischen Regierung zur Mitarbeit an der Lösung der großen Krisenfragen. Er unter­strich die Notwendigkeit einer Rückkehr zur Gold- währuna und verlange eine Demobilisierung der Handelsschranken.

Nach dem Weltkriege sei infolge der Repara­tionszahlungen der Wirtschaftskrieg auegebro- chen. Erst auf der Lausanner Konferenz sei ein Waffenstillstand abgeschlossen worden. Die Welt erwarte heute einen baldigen Frieden. Der Ausschuß habe die Aufgabe, den Abschluß des Wirtschaftskrieges vorzubereiten.

Der Schweizer Vertreter, Bundesrat M u s h , vertrat den bekannten Standpunkt der Schweizer Reg.erunq über oie uneingeschränkteAuf- recht erHaltung^ des Goldstandards, verlangte, wie fast sämtliche übrigen Redner, eine baldige Regelung der interalliierten und pri­vaten Schuldenfrage und forderte eine Linker- suchung des (Sin,lu,|e3 des o v etrusi'/ )en Wirt­schaftssystems und der kommunistischen revo­lutionären Propaganda auf die Weltwirtschafts­krise.

Der Vertreter der polnischen Regierung, Ba­ransky, verlangte Wiederherstellung des freien Handelsverkehrs und Aufrechterhaltung der Gold­währung.

Der Vertreter Rorwegens, 3 a h n, vertrat als einziger die Auffassung, daß die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise einen normalen Charakter trage und die Hauptaufgabe der Londoner Kon­ferenz in der Wiederherstellung des Vertrauens bestehen müsse.

Ter Vertreter Lingams, R i k e 1, verlangte als Vertreter der südosteuropäischen Staaten eine Llmwandluno der kurzfristigen Verschuldung i-*i langfristige Schulden in Anpassung an die gegen­wärtige gefährdete Wirtschaftslage dieser Staa­ten, ferner Hebung der Getreidepreise und inter­nationales Ablommen zw.fchen den Weizen pro­duzierenden Staaten.

Zum Schluß der Aussprache wies der Präsident der Holländischen Nationalbank, Trip, als Bor- sitzender des Ausschusses darauf hin, daß in der gegenwärtigen Krisenlage nur eine kühne Poli­tik zu einer Ueberwindung der gegenwärtigen Schwierigkeiten führen könne. Die Aussprache er­gab im wesentlichen weitgehende Ueder - einstimmung dahin, daß die folgenden Punkte

Abrüstung und europäische Zusammenarbeit.

Ein Vortrag des deutschen Delegierten von Rheinbaben in Paris.

Paris, 10. San. (WTB.) Der deutsche Dele­gierte auf der Abrüstungskonferenz, Staatssekretär z. D. v. R h e i n b a b e n, wurde heute nachmittag in die Snternationale diplomatische Akademie i n Paris ausgenommen. Die Ein­führungsrede hielt der frühere französische Botschaf­ter in Washington, Senator B6ranger, der die Laufbahn o. Rheinbabens umriß und ihn im Namen der Akademie willkommen hieß.

Staatssekretär v. Nheinbaben hielt dann in französischer Sprache einen Vortrag über das A b - rüllungsproblem im Rahmen europä­ischer Zusammenarbeit. Der Redner gab der Ansicht Ausdruck, daß man nach allen Ent­täuschungen und Fehlschlägen die Versuche zu einer für alle Länder Vorteil bringenden europäischen Zusammenarbeit immer wieder erneuern müsse. Dabei habe man aber

mit der Wirklichkeit zu rechnen und nicht schöne Programme für eine ferne Zukunft aufzustellen. Eine Zusammenarbeit sei unmöglich ohne eine Einigung, die die erste Etappe der Abrüstung verwirkliche und den Rüstungsausgleich der

Zukunft auf niedrigstem Stand vorbereite.

Der Versuch, eine europäische Zusammenarbeit in gewissen Ländern nur mit einzelnen Teilen der be­treffenden Völker, womöglich nur mit ganz bestimm­ten Parteien treiben zu wollen, sei endgültig ge­scheitert. Zur Kernfrage der Abrüstung betonte von Rheinbaben, daß ein internationales Abrüstungsabkommen seinem Wesen nach nur eine freie Vereinbarung unabhän- iger Staaten mit gleichen Rechten sein könne. Die erste Gruppe der einer Lösung harrenden Fra­gen staatliche Verschuldung, Privatschulden und

Weltwirtschaftskonferenz könne durch europäische Zusammenarbeit allein nicht gelöst werden. Seder Fortschritt der zweiten Gruppe Fortentwicklung des Völkerrechts, Organisierung des Friedens und der kollektiven Sicherheit hänge von der quanti­tativen und qualitativen Abrüstung ab. Sn diesem Zusammenhang ging Freiherr von Rheinbaben auf ein kürzlich in Gens behandeltes Problem ein, das manmoralifdje Slbrüftung" genannt habe. Seiner Auffassung nach bedeuteten alle diese Vor­schläge ein Abmühen am untauglichen Objekt, so­lange nicht

der Unterschied zwischen Siegern und Beleg­ten moralisch, rechtlich und praktisch aufgehoben sei.

Gegenüber dem Vorwurf, Deutschland wolle in Wahrheit gar nicht die Abrüstung, sondern die Revision des Vertrages von Ver­sailles und gewisser Grenzen, stellte von Rheinbaben zunächst fest, daß die namhaf­testen Wortführer, die der Auffassung seien, es wäre besser, zuerst offenbar Llnhaltbares und Llngerechtes zu revidieren und erst dann abzu- rüsten, keine Deutschen feien. Der Redner wies aber auch ausdrücklich darauf hin, daß ebenfalls von außerdeutscher Stite im Rahmen der Abrüstungskonferenz der Versuch gemacht werde, einen vollendeten Status der europäischen Friedcnsorganisation zu schaffen, ehe die wesent­lichen Gründe der bestehenden Spannungen be­seitigt worden sind. Auf der Abrüstungskonfe­renz müsse vor allen Dingen endlich abge­rüstet werden.

Sn den Annalen der Diplomatischen Akademie erschien gleichzeitig ein geschichtlicher Rückblick von Rheinbabens auf Deutschlands Lage.

Danzig -leibt deutsch!

Die Jugend der Kreien Stadt bekennt sich zu Deutschland.

Danzig, 10. 3an. ($11.) Bei herrlichem Win- terwctter fand am Dienstagvormittag auf dem Langenmarkt eine große 3ugend-Kund-ge- bung des Dereinsfür dasDeutschtum im Auslande statt. Die teilnehmenden 3u- gendverbände zogen auf dem von einer vieltau­sendköpfigen Menschenmenge umsäumten Langen­markt in geschlossenem Zuge auf.

Aachdcm ein Vertreter der Danziger 3ugend ein Treuegelöbnis der 3ugend abge­legt hatte, hielt der Danziger Kultus'enator Dr. Winderlich die Festrede, in der er u. a. fest­stellte, daß Danzig durch den Versailler Vertrag aus der Bahn einer Entwicklung herausgerissen worden sei, die seit mehr als einem 3ahrhun- dert für das Gedeihen der Stadt von den segens­reichsten Folgen begleitet war. Der 10. 3anuar 1920 sei damit zum Schicksalstag Danzigs gewor­den. ®ie verflossenen 13 3ahre, die eine ununter­brochene Kette nationaler Prüfungen und wirt­schaftlicher Bedrängnis darstellten, patten auch der Sugenö inzwischen das Verständnis für die schick­salhafte Bedeutung dieses Tages gebracht, da sie ja täglich erlebe, wie Danzigs Bevölkerung in ihrer staatlichen, kulturellen und wirt'chastlichen Betätigung überall auf Hemmungen und Gren­zen stoße und auf allen Seiten abgedrosselt werde.

Die deutsche Jugend Danzigs wolle heute zeigen, daß ihr das Deutschtum der Freien Stadt Dan­zig ein heiliges Vermächtnis fei, das sie heute und immerdar mit aller Kraft zu wahren ent­schlossen sei. Die Danziger fühlten, daß sie auf einem Vorposten des Deutschtums gestellt seien, der zum verantwortungsbewußten handeln zwinge. Danzig fühle sich nach wie vor aufs engste mit dem alten deutschen Vaterland in Treue verbunden.

Rach der Rede wurde folgende Entschlie­ßung der Sugenö verlesen:Die deutsche Sugenö der Freien Stadt Danzig bekennt sich heule, am Tage der 13. Wiederkehr des Ab­trennungstages Danzigs vom Reich, vorem deutschen Volke und vor aller Welt z u ihrem Deutschtum. Sie wendet sich gegen das uns angetane Unrecht, durch das diese deutsche Stadt und alle anderen dem Reich gegen den Willen ihrer Devöllerung entrissenen deutschen Gebiete abgetrennt wurden. Sie ist entschloßen, Deutsch- land die Treue zu halten in dem einigen Willen: Danzig bleibt deutsch!"

Während sich sämtliche Fahnen senkten, wurde der Schluß des Treue-Bekenntnisses verlesen. Aach einer Minute des Schweigens und dem Glockenspiel der Danziger Kirchen fang die Ver­sammlung das Deutschlandlied.

Sn den frühen Aachmittagsstunden wird vom Flugplatz Danzig-Langfuhr ein Flugzeug der Akadem.schen Fliegerstaffel zum Danzig- Werbeflug quer durch Deutschland starten. Das Flugzeug trägt auf den unteren Tragflächen die AufschriftDanzig bleibt deutsch!" Es wird zunächst in Berlin landen.

Danziger Flieger in Giolp.

Berlin, 11. San. (CNB. Funkspruch.) Zunge Danziger Flieger waren heute morgen zu einem Werbef 1 ug gestartet auf dem sie inner­halb dreier Monate 40 deutsche Städte anzu­fliegen beabfidjtiaen. Das Flugzeug trägt auf den Tragflächen die Aufschrift:Danzig bleibt deutsch!". Erste Etappe sollte Berlin sein. Die Flieger fan­den jedoch auf der Strecke so starken Nebel vor, daß sie vorsichtshalber u m k e h r t e n. Sie sind in der Mittagsstunde wohlbehalten wieder in Stolp gelandet.

DerIahrestag desMreinbruchs

Kundgebungen in Essen.

Essen, 10. 3an. (CAB.) Am Vorabend deS Tages, an dem vor zehn 3ahren franzö­sische Truppen Essen und Umgebung besetzten, fand auf dem Burgplah eine von dem Stahlhelm einberufene nationale Kundgebung statt, an der sich eine nach Tau­senden zählende Menschenmenge beteiligte. Der Redner des Abends, Studienrat Mahnken, der Führer des Landesverbandes Westmark und We,tsalen im Bund der Frontsoldaten, erinnerte an die sch:cksalsschweren Tage des 3anuar 1923, als sich die in ihrem nationalen Gefühl tief ver­letzte Bevölkerung entschlossen hatte, waffenlos ernem in Waffen starrenden Feinde die Stirn zu b:eten. Der zähe Abwehrkampf des Ruhrvolkes habe der Rheinlandbefreiung und aller weiteren deutschen Außenpolitik die Wege geebnet. Dieser Geist nationaler Einig­keit müsse wiederkehren, dann werde keine Macht der Welt dem deutschen Voll den Weg zu neuem Ausstieg verlegen können. Die Kund­gebung schloß mit dem Deutschlandlied.

Aachdem der Stahlhelm den Burgplah ver­lassen hatte, marschierte dieEssenerSAund S S. aus allen Stadtteilen sternförmig zum Burg- Platz zu einer großen Kundgebung des Kreises Essen der ASDAP. Die Kund­gebung, die ebenfalls der Erinnerung an den vor zehn 3ahren erfolgten Einbruch der Franzosen in das Ruhrgebiet galt, stand unter dem Kenn­wortAie wieder Feind im Land".

Kundgebung des TeutschenBcam cnbundcs.

QSerlin, 10. 3an. (TL1.) 3n der Sitzung der Dundesleitung des Deutschen Beamten­bundes gedachte der stellvertretende Vorsitzende -a u gf e r des vor zehn 3ahren erfolgten Ruhr- einoru ch's und der damit verbundenen schick­salsschweren Ereignisse. Es wurde beschlossen, an­läßlich dieses Tages, an dem vor 10 Fahren die früheren Feindmächte in das rheinisch-westfälische 3nbuftriegebiet einbrachen, an die Bezirks- f ar teile des DDB. der vom Ruhreinbruch betroffenen Gebiete ein Schreiben zu richten. Mit Stolz und dankerfülltem Herzen wird darin der aufopfernden Tätigkeit gedacht, die die Dezirkskartelle des DBB. geleistet haben. Wenn auch noch nicht alle Wunden, die der damalige Kampf geschlagen hat, geheilt sind, so glaubt die Dundesleitung doch mit Fug und Recht feststel­len zu können, daß durch die treue kamerad- schaftlichePflichterfüllung der Körper­schaften des DVD. und ihrer Organisationen die Schwere jener Schicksalszeit den von ihr (Betrof­fenen fühlbar erleichtert worden ist.

E innerungsfcuer am Rhein.

ftoblen3, 11. San. (LPD.) Aus Anlaß des 10. Sahrestages des Einbruches der Franzosen in das Ruhrgebiet waren am Dienstagabend auf den Höhen in der Umgebung von Koblenz, wie überhaupt im ganzen Gebiet des M i 11 e l r h e i n s von den verschiedenen Stahl­helm-Ortsgruppen Erinnerungsfeuer ange- zündet worden. Sn Bacharach, Oberwefel, St. Goar, Bappart und an vielen anderen Stellen loderten die Flammen zum Himmel. Ebenso unmiteübar bei Koblenz, auf dem Kühkopf, in Remstecken und auf den Rhemhohen bei Pfaffendorf, Horchheim, Vallen­dar und Bendorf, auf der Humboldhöhe, sowie bei RenAcdors. Auch von den Moselhöhen leuchteten die Flammen weithin sichtbar ins Tal. Das Haupt- euer, das vom Gau Koblenz des Stahlhelm ins Werk gefetzt war, brannte auf dem höchsten Punkt der Festung Ehrenbreitstein zur Erinnerung an die Knechtung und Entrechtung in den unheilvollen Tagen des Ruhrkampfes.

Oie Unruhen in Indien.

eJndischWeltkriegtämpfcr als Führer der Aufständischen.

Bombay, 10. San. (TU.) Die Aufständi- ch e n im indischen Staate Alwar haben vier Bezirke des Staates besetzt. Der Maha­radscha wartet vor weiteren Maßnahmen die An­kunft der englischen Truppen aus Delhi ab, die auf 600 Mann Snfanterie, 400 Mann Kavallerie und zwei Panzerwagen bestehen.

Die Meos brachten den Staatstruppen am Montag eine weitere Niederlage bei. Ein Teil des Zuges, in dem die Truppen nach Alwar zurück­kehrten, wurde in die Luft gesprengt. Mehrere Sol­daten wurden getötet und verwundet. Die Meos werden von zweitausend früheren indi- chen Soldaten geführt, die am Weltkrieg teilgenommen Haden.

Sämtliche von dem modammedanischen Aufstand in dem indischen Staat Alwar betroffenen Be­zirke sind von den englischen Behörden übernommen worden, um die Ordnung wieder herzustellen. Die eingeborenen Staatstruppen, die sonst dem Maharadscha unterstellt sind, sind unU« den Befehl englischer Offiziere gestellt wor­den.