Oer Königsmord in Afghanistan.
Bombay, 9. Nov. (WTB.) Nach Meldungen aus Kabul wurde König Nadir Khan von Afghanistan in dem Augenblick, wo er seinen Harem verließ imSchlosseoonHofbediensteten ange- 9riffen. Von drei Schüssen getroffen stürzte er schwer verletzt an der Haremtür nieder. Die Mörder stachen darauf unter den Entsetzensschreien der Haremsfrauen solange mit Dolchen auf ihn ein, bis er verschied. Man nimmt an, daß der König ein Opfer von Intrigen geworden ist, wie sie sich in der Geschichte Afghanistans häufig abspielten Der Ernst der Lage in Afghanistan nach der Er- mordung des Königs wird in verantwortlichen Kreisen Indiens voll erkannt. Mohammed Z a h i r, der Sohn des ermordeten Herrschers, steht einer schwierigen Aufgabe gegenüber, da er seine Stellung gegenüber anderen, die Anspruch auf den Thron erheben, zu behaupten hat. Es besteht auch die Gefahr eines Aufstandes der ver- schi ebenen Stamme, die wieder zu einer Plünderung von Kabul und zu Rückwirkungen auf die gespannte Atmosphäre an der indischen Nordwestgrenze fuhren kann. Man befürchtet, daß die Ermordung nur eine Teilaktion der Fehde ist, die zwischen dem früheren König A m a n u l l a h und seinem Nachfolger herrschte und die bereits zu einer Reihe »an Hinrichtungen in Kabul geführt hatte. Es heißt, daß Amanullah beabsichtigt, einen Versuch zu machen, den Thron wieder zu be st eigen, und daß er versuchen wird, nach Afghanistan zurückzukommen, wo er von einigen Kreisen sehr geschätzt werden soll. Die Mehrheit des Landes soll jedoch weiterhin für den Sohn Nadir Khans sein, der ebenfalls als ein sehr energischer Verteidiger der afghanischen Unabhängigkeit angesehen werden kann.
Än Konstantinopel hat die Nachricht von der Ermordung des Königs einen tiefen (Ein- d ruck gemacht, _ da die afghanische Regierung z a h lreiche Türken beschäftigt und man Befürchtungen für ihre Sicherheit hegt, falls eine
Revolution auf die Ermordung des Königs folgen lallte. Verschiedene nahe Verwandte des vormaligen Königs Amanullah einschließlich seiner Schwiegermutter leben in Konstantinopel.
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_Der ermordete König von Afghanistan, Nadir Schah, war ein Onkel seines Vorgängers, des Königs Amanullah. Unter seinem früheren Namen General Nadir Khan hatte er in dem kurzen Kriea gegen Großbritannien als Oberbefehlshaber der Armee einige Erfolge zu verzeichnen. Er war dann eine zeitlang Kriegsminister und wurde 1924 als afghanischer Gesandter nach Paris geschickt. Inzwischen riefen die Reformen des Königs Amanullah, der das Land in übereiltem Tempo Zu europäisieren suchte, und dabei besonders auf die religiösen Gefühle der Stämme keine Rücksicht nahm, eine Gärung hervor, die Anfang 1929 kurz nach der Beendigung einer europäischen Rundreise des Königs und der Königin zum Aufruhr führte. Amanullah muhte fliehen. Sein Bruder regierte dann als König vier Tage lang. Ein Banditenfuhrer namens Backai Sakao ließ sich als Emir Habib- ullah zum König ausrufen. Im März traf Nadir Khan aus Paris in Afghanistan ein und gewann genügend Unterstützung, um Habibullah zu besiegen und schließlich gefangen zu nehmen. Er wurde dann zum König gewählt. Am 3. November 1929 wurde der Banditenführer in Kabul erschossen. Kö- nig Nadir Schah stellte den Frieden in dem unruhigen Lande wieder her. Er führte nicht in der kopflosen und übereilten Art seines Neffen, sondern wohlbedacht und schrittweise eine Anzahl Reformen durch. Er reorganisierte die Armee, stärkte die Stellung der Zentralregierung, ließ Wege bauen und sorgte für Sparsamkeit. Ein Aufruhr, der in diesem Jahre unter den Grenzstämmen östlich von Kabul ausgebrochen war, wurde von dem König erfolgreich niedergeworfen.
zwar von deutschen Eltern ab, ist aber in Frankreich geboren und hat es augenscheinlich unterlassen, bei Erreichung seiner Volljährigkeit an zuständiger Stelle ausdrücklich zu erklären, daß er für Deutschland optiert habe. Der heute 50jährige wird sich nunmehr zu verantworten haben, weil er unter der deutschen Fahne gekämpft habe.
Zwei Personen beim Kohlensuchen tödlich verunglückt.
Ein Unglück ereignete sich in Recklinghausen auf der Steinhalde der Zeche „Nordstern", wo vier Personen unberechtigterweise Kohlen suchten. Plötzlich lösten sich oben am Rand der Halde Schlacken- masien ab und begruben zwei von den Kohlensuchern unter sich. Die beiden übrigen konnten sich, einer mit einer leichten Verletzung, in letzter Sekunde in Sicherheit bringen. Die beiden Verschütteten, die 45jährige Ehefrau W i t z o s k i und der 14jährige Walter G ö tz m a n n, konnten nur a l s Leichen geborgen werden.
Zwei Knaben überfahren und getötet.
Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in Stenderup (Schleswig-Holstein). Zwei sechs und acht Jahre alte Jungen waren mit dem Sohn eines Hofbesitzers zum Rübenholen gefahren. Auf der Rückfahrt scheuten plötzlich die Pferde: der Fahrer und die Knaben fielen vom Wagen. Während jener unverletzt davonkam, ging der schwere Wagen über die beiden Knaben hinweg, von denen der eine so
fort getötet wurde, während der andere später im Sonderburger Krankenhaus starb.
Raubüberfall aus eine Pariser Bant.
Im Zentrum von Paris wurde am hellen Nachmittag ein dreister R a u b ü b e r f a l l auf den Kassierer einer Privatbank verübt, als dieser sich für einen Augenblick allein in den unteren Büroräumen der Dank aufbielt. Ein etwa 30jähriger Mann betrat plötzlich den Kassenraum. Nachdem er die Eingangstür hinter sich verschlossen hatte, forderte er den Kassierer mit oorgehaltenem Revolver auf, ihm die Barschaft zu übergeben, andernfalls er ihn niederschiehen würde. Da der Angegriffene fürchtete, daß der Verbrecher tatsächlich von seiner Schußwaffe Gebrauch machen könnte, überreichte er ihm zwei Geldbeutel, in denen sich neben einer größeren Summe Bargeldes ausländische Wertpapiere und mehrere Lose der französischen Staatslotterie befanden. Der Täter konnte mit seiner Beute ungehindert fliehen.
Rekordreise eines Postpakets.
Der Vizegouoerneur der kanadischen Provinz Britisch-Columbien sandte am 23. August ein Paket an den Gouverneur der Kenya-Kolonie in Britisch- Ostafrika. Dieses Paket erreichte bereits nach 13 Tagen über eine Entfernung von etwa 18 000 Kilometer fein Ziel. Aufgegeben in der Stadt Vancouver am 23. August, benutzte die Sendung zunächst die Eisenbahn bis Seattle. Die Weiterbeförderung von dort erfolgte mit der ameri
kanischen Luftpost entlang der Küste des Sfillen Ozeans bis San Franzisko. Don dort aus ging es über die transkontinentale Strecke nach Neuyork, wo am 25. August der Dampfer „Europa" vom Norddeutschen Lloyd mit der übrigen Post das für Afrika bestimmte Paket übernahm. In der Nacht vom 28. zum 29. August wurde das Katapultflug, zeug der Deutschen Luftyansa mit der an Bord be
findlichen Post nach Southampon abgeschosien und erreichte am 30. August das in London nach Kapstadt startende englische Flugzeug, um am 5. September, also nach 13tägiger Reise das Ziel Nairobi zu erreichen. Günstigste Anschlüsse vorausgesetzt, würde die kürzeste Laufzeit dieser Sendung bei ausschließlicher Benutzung von Eisenbahn und Schiffsverkehr 32 Tage betragen haben.
Aufruf an Öen deutschen Hausbesitz
Zum 12. November.
In enischeidungsooller Stunde hat die Regierung der nationalen Erhebung das deutsche Volk aufgeru» ten sich zu ihr und zu ihrer Politik zu bekennen. Dieser Appell hat im ganzen deutschen Volke einen gewaltigen Widerhall gefunden.
Durch die Ereignisse in Genf ist jedem Deutschen klar geworden, daß unsere ehemaligen KriegsgegnerihrAbrüstungsverspre- chen nicht einlösen und Deutschland die Gleichberechtigung oorenthalten wollen. Deutschland soll weiterhin als ein Staat minderen Rechtes behandelt werden. Das Unrecht von Versailles soll verewigt, der Unfriede in Europa zu einem Dauerzustand gemacht werden.
Demgegenüber hat die Reichsregierung in Genf mit Würde und Festigkeit die unveräußerlichen deutschen Rechte vertreten.
Deutschland will den wahren Frieden herbei- führen helfen, den die anderen Mächte den Völkern immer weiter vorenthalten wollen.
Deutschland will die Durchführung des Abrüstungsoersprechens, damit seine eigene Sicherheit, die am meisten in Europa bedroht ist, endlich gewährleistet werde.
Deshalb ist es eine Selbstverständlichkeit, daß sich das ganze deutsche Volk in dieser Stunde zu seiner R e g ie r u n g b e k e n n t und den Volksspruch des 12. November so eindrucks- voll wie nur möglich gestaltet.
Die Gewinnung der äußeren und der inneren Freiheit
ist die Losung der Regierung Adolf Hitlers. In den vergangenen acht Monaten hat diese Regierung auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens entscheidende Schritte vorwärts getan. Sie hat den Parteienstaat beseitigt. Sie hat dem wirtschaftsfeindlichen Marxismus den Todesstoß versetzt. Sie hat die Einheit der Staats- und Wirt- schaftsführung neu geschaffen und damit der ganzen deutschen Wirtschaft neuen Mut und neues Leben eingeflößt.
Sie hat insbesondere die Bedeutung des deutschen Hausbesitzerstandes für die gesamte Wirtschaft dadurch anerkannt, daß sie in ihrem großzügigen Ar- beitsbeschaffungsprogramm dem deutschen Hausbesitz eine tragende Rolle zugewiesen hat.
Sie arbeitet an der Zins- und Steuersenkung. Sie richtet ihre ganze Kraft auf die Bekämpfung und Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit, die dem deutschen Dolkskörper das Mark aus den Knochen saugte.
Diese Werke des Friedens müssen auf lange Sicht hinaus gesichert werden.
Deshalb kämpft die nationalsozialistische Staatsfüh- rung für die Sicherheit unseres Volkes nach außen. Deshalb bedarf sie gerade jetzt im Augenblick der starken und einmütigen Zustimmung des gesamten deutschen Volkes.
Die Volksabstimmung am 12. November soll der ganzen Welt zeigen, daß das d e u t s ch e V o l k sich in der Stunde schwerer Entschlüsse zu s e i n er R e -
gieruug bekennt und ihr einstimmig das Ver- trauen gibt.
3ebet Deutsche, gleich welchen Standes und welcher früheren politischen Richtung, reiht sich am 12. November in die Einheitsfront der gesamten Nation ein.
Die Reichstaaswahl am 12. November soll dem Reichskanzler Adolf Hitler und seiner Regierung eine Volksvertretung zur Verfügung stellen, die bereit ist, jederzeit die Politik der Regierung mit allen Kräften zu unterstützen.
Der deutsche Hausbesitz wird sich von keinem anderen Berufsstand, der deutsche Hausbesitzer von keinem anderen Volksgenossen am 12. November in der treuen Gefolgschaft zur Regierung des Dolkskanzlers Adolf Hitler übertreffen lasten. Jeder t,?utl^e.^aust,eHÖer stimmt am 12. November für die Regierung und für die Reichstagswahlliste der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei.
Heil Hitler! Zentralverband Deutscher Haus- und Grundbesitzervereine e. V. Humar, Präsident.
Hausbesitzerverein e. V. Gießen H. Launspach, 1. Führer.
Wettcrvo rauSjage.
. ^nl°^e starker nächtlicher Ausstrahlung hat sich ein Kaltluscherd gebildet, der sich von Frankreich über Mittel- und Süddeutschland bis nach Polen erstreckt. An dem Küstengebiet herrschen aber höhere Temperaturen, da die nördliche Störung ihre Warmluft dort zur Auswirkung brachte. Ein kleiner Tief, ausläufer bildet sich über den Niederlanden, während sich gleichzeitig die italienische Störung weiter nordwärts ausdehnt. Es entsteht somit eine Rinne tiefen Druckes von Norden nach Süden, in deren Bereich verschiedenartige Luftmassen zusammentres- fen. Das Wetter gestaltet sich daher wechselhaft, vereinzelt werden Schauer auftreten, die teilweise, be» sonders in den Bergen, als Schnee niedergehen.
Aussichten für Samstag: Dunstig und wolkig mit kurzem Aufklaren, Temperaturen nachts noch etwas unter dem Gefrierpunkt, einzelne Schauer, auf den Bergen als Schnee.
Aussichten für Sonntag: Leicht bewölkt, im ganzen etwas milder, noch vereinzelte Schauer.
Lufttemperaturen am 9. November: mittags 9,3 Grad Celsius, abends 2,7 Grad; am 10. November: morgens —1,8 Grad. Maximum 10,6 Grad; Minimum — 2,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. November: abends 2,7 Grad; am 10. No- oember: morgens 1,7 Grad — Sonnenscheindauer 5% Stunden.
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M.G.GRODE _______Frankfurter Straße 6896d Amtsverkündigungen aus den oberhesflschen Kreisen.
Kreis Aisfeld.
Das Kreisamt hat die Beobachtung machen müssen, daß in einzelnen Fällen immer wieder schulpflichtige Kinder ohne Begleitung ihrer Eltern öffentliche Tanzlokale besuchen. 6903C
Die Bürgermeistereien des Kreises wollen deshalb durch ortsübliche Bekanntmachung darauf Hinweisen, daß im Interesse der Schulzucht die Teilnahme der Schuljugend an ö fentlichen Tanzbelustigungen ohne Begleitung ihrer Eltern oder deren Stellvertreter verboten ist, und daß die Wirte mit Geldstrafe für den Fall bedroht sind, daß sie Kinder in den Wirts- und Tanzlokalen dulden.
Nachdem mit Wirkung vom 1. Mai 1933 die seither vom Staat getragene Förderung der Pferdezucht auf die Bauernkammer für Hessen übertragen worden ist, sind nunmehr auch die mit der Festsetzung und (Erhebung der Deck- und Fohlengelder zusammenhängenden und bis dahin von der Ministerialabteilung le (Landwirtschaft) wahrgenommenen Arbeiten in die Zuständigkeit der Bauernkammer übergegangen.
Die Mitwirkung der Bürgermeistereien bleibt jedoch in der seitherigen Weise bestehen.
Die Bürgermeistereien haben daher, wie bisher, die von den Stutenbesitzern begehrten Deckscheine auszustellen und auf Grund der hierüber zu bewirkenden Ausschreibungen die Heblisten anzufertigen, ferner die Protokolle wegen des Erlasses von Fohlengeld aufzunehmen und an das Kreisamt zu den festgesetzten Terminen abzugeben.
Die nach Vorstehendem nötigen Vordrucke sind in der Folge bei der Hessischen Bauernkammer anzufordern.
In derselben Weise wie seither sind auch die Einsprüche gegen die Festsetzungen der Deck- und Fohlengelder zu behandeln und an das Kreisamt weiterzuleiten.
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