Aus -er Provinzialhauptstadt.
Nationale Solidarität.
Goethe sagte einmal: „Die Mängel aufdecken, ist nicht genug: ja man hat unrecht solches zu tun, wenn man nicht zugleich das Mittel zu dem besseren Zustande anzugeben weiß."
Welches Wort könnte besser die Aufgabe des Winterhilfswerkes des Deutschen Volkes begründen, als jene Weisheit, die in der Philosophie aller Zeiten zu finden ist? Indem wir den Marxismus erkennen, haben wir die Aufgabe zu lösen, ihm den deutschen Sozialismus in Wort und Tat gegenüberzustellen. Nicht darauf kommt es an, daß der Einzelne für sich in Wohlstand lebt, während sein Bruder sich im Elend befindet, sondern daß niemand im Wohlstand zu leben wünscht, solange er weiß, daß seinem Bruder im Volke keine Möglichkeiten des Aufstiegs gegeben sind. In einer gewaltigen Kraftanstrengung schuf der Führer den einheitlichen Willen der Staatssührung. Aus diesem Willen erstand die Verminderung der Arbeitslosenzahl um 2,25 Millionen. Wenn wir daher heute die Unmöglichkeit vor uns sehen, eine weitere Verminderung in der Winterzeit durchzuführen, so entsteht uns die Verpflichtung, dafür zu sorgen, daß alle bedürftigen Volksgenossen genau wissen, daß sie nicht vergessen werden. Dieses Bewußtsein ist der Trost und die Zuversicht für alle Volksgenossen, die als Opfer marxistischer Mißwirtschaft noch nicht in den Arbeitsprozeß eingegliedert werden konnten. Aber roFt wissen, daß der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit im kommenden Frühjahr mit vermehrter Kraft wieder ausgenommen werden wird, und über den Ausgang dieses Kampfes können wir unbesorgt sein.
Deshalb ist es Pflicht jedes einzelnen, den Weg zur nationalen Opfergemeinschaft zu finden. Niemand darf sich ausschließen, niemand darf die Größe der Aufgabe verkennen, jeder muß sich bewußt sein, daß er Teil eines Ganzen ist, das nur wiederum seinen vollen Wert besitzen kann, wenn über aller Handlung der Begriff der „nationalen Solidarität" als größte Verpflichtung des deutschen Menschen steht!
Rundfunkübertragung der CRefre des Führers im Stadttheater.
Um allen Volksgenossen, vor allem den Erwerbslosen und Wohlfahrtsempfängern, die Möglichkeit zu bieten, an der großen Kundgebung Adolf Hitlers teilzunehmen, wird die Intendanz das Theater zur Verfügung stellen.
In der Zeit von 10 bis 12 Uhr kommen an der Theaterkasse Karten zum Besuch der Dolkskund- gebung k o st e n l o s zur Verteilung. Das Theater wird für die Teilnehmer ab 12.45 Uhr geöffnet.
Die Feuersirenen ertönen.
Anläßlich der heutigen Kundgebung der deutschen Arbeit werden in unserer Stadt auch die F e u erst r e n e n von 13 bis 13.01 Uhr und von 14 bis 14.03 Uhr ertönen. Der Sirenenruf gilt nur der Kundgebung der deutschen Arbeit, zu einer Beunruhigung besteht kein Anlaß.
Oie letzte Wahlkundgevung der NSDAP, in Gießen
Die letzte Wahlkundgebung der NSDAP, findet am heutigen Freitag, 20.30 Uhr, im Cafe Leib auf Veranlassung der Ortsgruppe Gießen- Ost statt. Redner ist Pg. Bausch (Limburg). Der Eintritt ist frei.
Bauer paß aus!
Um die böswillig ausgestreuten Gerüchte bei der Auslegung des Reichserbhofgesetzes end- e zu widerlegen, spricht der Adjutant des ^sbauernführers, Pg. Schönheit, in einem Rundfunkzwiegespräch mit einem hessischen Bauern aus einer Gegend, in der keine Anerbensitte herrscht, am Samstag, 11. November, 15.40 Uhr, im Südwestdeutschen Rundfunk.
Wiederholte Mahnung
zur Steuer- und Umlagezahlung.
WSN. Die S t a a t s p r e s s e st e l l e teilt mit: Im Interesse einer geordneten Staatsführung ist es unerläßlich, daß Steuern und sonstige ö f - sentliche Abgaben unbedingt zu den v o r» geschriebenen Terminen bezahlt werden. Sowohl der Reichsminister der Finanzen, als die hessische Staatsregierung und der hessische Landesbauernführer haben daher schon durch verschiedene Ausrufe wiederholt auf die Dringlichkeit und Notwendigkeit der pünktlichen Steuerzahlung hingewiesen.
Was hier im allgemeinen gesagt wurde, gilt im besonderen auch für die Zahlungen an die Hessi - s ch e Bauernkammer bzw. Hessische Landwirtschaftskammer. Es follte sich daher heute jeder Bauer, nachdem der neue Staat alles daran setzt, um ihn lebensfähig zu machen, mehr denn je auch feiner Zahlungspflicht gegenüber feiner gesetzlichen Berufsvertretung bewußt sein. Hier kommen sowohl die Ausstände für unmittelbare L e i st u n g e n der Landwirtschaftskammer bzw. der Bauernkammer, als auch die Umlage zur Bauernkammer in Frage. Nicht nur Pflicht, sondern Ehrensache eines jeden Bauern sollte es sein, seiner gesetzlichen Berufsvertretung diejenigen Beiträge zukommen zu lassen, die von ihm verlangt werden. Jede Verzögerung der Umlagezahlung verschlechtert und erschwert den Betrieb der Bauernkammer. Es lieot daher im ureigensten Interesse eines jeden Sk oandsangehörigen, die im Vergleich zu anderen Steuern und Abgaben verhältnismäßig niedere Umlage ju jaulen; macht doch die Umlage durchschnittlich nur 2,5 v. H. aller Steuern und Lasten, die die Landwirtschast heute tragen muß, aus. Wenn auch hier Opfer gefordert werden müßten, dann soll und muß es unter der Einsicht geschehen, daß nur unter E in - fetzung der ganzen Kraft auf allen ©ebieten ber Aufbau des Staates und hier auch der gesetzlichen Berufsvertretung des Bauernstandes für die Folge gewährleistet werden kann.
Daher ergeht erneut ber Appell an ben hessischen Bauer, bafllr Sorge zu tragen, daß er sowohl die Musftänbe für bie unmittelbaren Leistungen der Bauernkammer, als auch die rückständigen und fälligen Zahlungen ber Umlage auf dem schnellsten Wege erledigt.
Warnung vor Annahme marxistischerZeitungen und Flugblätter.
WSN. Das Staatspresseamt teilt mit: Am Montag abend wurden in Friedberg einige Exemplare des in Prag gedruckten „Neuen Vorwärts" und ber „Sozialdemokratischen Aktion", herausgegeben von ber im Ausland befindlichen SPD.-Leitung, gefunden. Da zu vermuten steht, daß frühere Angehörige ber SPD. unb KPD. als Verbreiter in Frage kommen, wurde eine größere Anzahl bekannter SPD.- und KPD.-Funktionäre — darunter auch eine Frau — festgenommen und nach Osthofen gebracht. Auch in Gießen find ähnliche Flugblätter gefunden worden, die von der SPD. herausgegeben worden sind. Die Bevölkerung, besonders ehemalige Angehörige der SPD. und KPD., wird bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, beim Auftauchen derartiger Flugblätter, oder wenn solche ihnen mit der Post ober sonstwie zugeschickt werden, diese sofort bei den Polizeibehörden zwecks Meidung schwerer Strafen abzuliefern. Die Polizeibehörden haben Anweisung, gegen Flugblattverteiler der SPD. und KPD. mit den schärf st en Maßnahmen, auch mit der Schußwaffe, vorzugehen.
„Bunter Abend" im Stadttheater.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben:
Wer am Sonntag, 12. November, als Staatsbürger seiner Wahlpflicht genügt hat und am Abend mit Spannung und voll Erwartung den Ergebnissen der Volksabstimmung entgegensieht, wird auf seinen — vielleicht sonst regelmäßigen — sonntäglichen Theaterbesuch verzichten, um über den Stand der Wahl fortlaufend sich orientieren zu können. Die Intendanz trägt diesem berechtigten Interesse der Theaterbesucher Rechnung und gibt während der Veranstaltung fortlaufend Wahlergebnisse bekannt. Selbstverständlich kann eine derartige Mitteilung nicht im Rahmen eines größeren Werkes erfolgen; der Spielplan sieht daher einen „Bunten Abend" vor. Das sehr sorgfältig ausgewählte und nach künstlerischen Gesichtspunkten zusammengestellte reichhaltige Programm bringt unter ber Leitung von Paul Nieren eine abwechslungsreiche Vortragsfolge ausgezeichneter Darbietungen unserer Solomitglie- ber. Allen Besuchern wird bas Programm einen dem Ernst des Tages würdigen Abschluß bringen. Spieldauer von 19 bis 21 Uhr. Preise der Plätze von 0,50 bis 1,50 Mark.
Auslaudsfahrteu Jugendlicher anmelde- und genehmigungspflichtig.
Auf Anordnung t>es Jugendführers des Deutschen Reiches sind alle Grenz- unb Auslandsfahrten Jugendlicher, einschließlich HI. und B D M., anrnelde- und genehmigungspflich- t i g. Die Anmeldung ber Fahrt hat zwei Monate vor Antritt derselben an den Abteilungsleiter AR. des Gebietes Hessen-Nassau, Hans Schlicht, Frankfurt a. M., Gutleutstraße 8—12, Zimmer 43, zu erfolgen. Anmeldeformulare sind bei der gleichen Dienststelle erhältlich. Der Führer des Gebietes Hessen-Nassau m. d. F. b.
gez. Kramer, Oberbannführer.
Verschmelzung zweier Gießener Gesangvereine.
Die Sangervereinigung „Liederkranzheiterkeit".
Im Zeichen der Zusammenfassung aller Deutschen zu einer großen unb starken Nation haben sich bie Gesangvereine „Lieberkranz gegr. 18 3 7" unb „Heiterkeit gegr. 1 878" in Gießen vereinigt unb führen von nun an bie Bezeichnung Sängervereinigung „Lieber- k r a n z - H e i t e r k e i t" in Gießen. Es soll damit dem Bestreben, bas deutsche Lied und den Männergesang überhaupt durch große Klangkörper machtvoll zu pflegen und zu fördern, entsprochen und zur Bildung einer Volksgemeinschaft nach Kräften beigetragen werden.
Die erste grundlegende Versammlung aller Aktiven fand — wie man uns berichtet — am Mitt- wich im Caf6 Ebel statt unb war sehr gut besucht. Der nunmehr 115 Sänger starke Chor hat ben von beiben bisherigen Vereinen gemeinsamen bewährten Chormeister, Musiklehrer Wilhelm S ch ä 11 l e r - Gießen beibehalten. Der neue Vorstand hat folgende Zusammensetzung: Vorsitzender: Emil Koch, Stell- oerteter: Josef Herbert, Schriftführer: Adam U h r h a n, Stellvertreter: Heinrich Muth, Rechner: Carl Marth, Stellvertreter: Jean Heß, Notenwart: Gottfried S ch m i 11 d i e l, Stellvertreter: Peter Spielmann, Beisitzer: Carl Z i s s e f, Karl Feusser und Richard B i e d e n k a p p. Die beiden Ehrenvorsitzenden der „Heiterkeit" Josef Berber und Philipp Eise wurden selbstverständlich einstimmig bestätigt, der Vorsitzende des „Liederkranz", Rektor Georg Kling, in dankbarer Würdigung seiner jahrzehntelangen verdienstvollen Wirksamkeit einstimmig ebenfalls zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Drei markante Persönlichkeiten der San- gerberoegung sind somit ber neuen Vereinigung Ehrenvoll erhalten. Das seitens ber „Heiterkeit in Vorbereitung befindliche Konzert zugunsten der N-S- Volkswohlfahrt wird gemeinsam bestritten und ist im Laufe des Monats Januar zu erwarten. Em feierliches Gelöbnis, die beiderseitigen ruhmvollen Ueberlieferungen in Liebe und Treue aemeinsam mit Würde weiterzutragen, beschloß die erste Zujam- menkunft der zu den besten Hoffnungen berechtigenden Vereinigung.
Gemeindebeamten Tagung des Kreises Gießen.
Der Landesverband Hessischer Gemeindebeamten unb 21 n g e (teilten, Kreisgruppe Gießen, hielt unter dem Vorsitze des Kreisgruppenführers, Gemeinberechner Stumpf- Reiskirchen, eine stark besuchte Versammlung im Gewerkschaftshaus zu Gießen ab. Die Tagung gestaltete sich zu einer Treuekundgebung für Staat unb Reich.
An ber Tagung nahmen Regierungsrat Grein, Bürobirektor Fabian und Kreiskassendirektor Schäfer vom Kreisamt Gießen teil, ferner der Landesfachgruppenleiter Schmitt (Darmstadt). Von ber Ortsgruppe Gießen waren die Herren Pfeil unb Fey, sowie von der Kreisgruppe Alsfeld Sattlermeister V ö l s i n g (Großfelda) zugegen.
Der verstorbenen Berufskameraden Harth (Langgöns und Fachgruppenleiter Arnold (Grüningen) wurde in üblicher Weise gedacht.
Nr. 264 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag, 10. November 1955
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Landesfachgruppenleiter Schmitt betonte, daß die starke Teilnahme besonderes Interesse erkennen lasse, im Gegensatz zu früherer Zeit, in der die Beamten am System kein Interesse hatten. Er gebe der Hoffnuna Ausdruck, daß bald die zutage getretenen Unterschiede zwischen Leistung und Gegenleistung beseitigt würden. In seinen weiteren Ausführungen kam er auf ben Deutschen Beamtenbund ber Vergangenheit zu sprechen, dessen bisherige 800 bis 900 Einzelorganisationen jetzt eine einzige Organisation geworben seien unb als „Reichsbunb Deutscher Beamten" alle deutschen Beamten umfasse. Es sei das Verdienst des Reichsleiters Hermann Neef, der im Auftrage des Führers diese große Organisation unter einheitlicher Führung burchgesetzt habe. Besonders erfreulich sei es, daß für beamtenpolitische Fragen in Zukunft eine enge Zusammenarbeit mit dem Reichsstatthalter in Hessen erfolgen werde. Zum Schluß sprach ber Rebner noch über bie bevorstehenbe Wahl und forderte auf, für Deutschlands Ehre einzutreten.
Regierungsrat Grein brachte zum Ausdruck, daß die Kreisbehörde bestrebt sei, alles innerhalb der Richtlinien zu tun, um heroorgeteretene Härten zu mildern, besonders aber dort prüfend einzuschreiten, wo örtliche Stellen besondere Verhältnisse zutage förderten.
Eine Sammlung für das NS.-Winterhilfswcrk ergab ben Betrag von runb 26 Mark. Der Kreisvorfitzende forderte dann noch zum Eintritt iit die SA. ober in bie SA.-Reserve auf, unb wies in seinem Schlußwort auf bie Volksverbundenheit ber Oemeinbebeamten und ihre Dflichten hin. Sie müßten als Pioniere im nationalsozialistischen Geiste ihre Dienstobliegenheiten erfüllen.
Mit einem Treugelöbnis zu Führer und Vaterland und dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes fand die Tagung ihr Ende.
Daten für Freitag, 1v. November.
1483: Martin Luther in Cisleben geboren (gestorben 1546); — 1759: Friedrich von Schiller in Marbach geboren (gestorben 1805); — 1810: der erste Reichsgerichtspräsident Eduard von Sirnson geboren (gestorben 1899).
Vornotizcn.
— Tageskalender für Freitag: Stadt- theater, 20 bis 22.15 Uhr, „Arn Himmel Europas".
— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Walzerkrieg" mit Renate Müller und Willy Fritsch. — Astoria-Licht- spiele, Seltersweg, „Schüsse in ber Nacht".
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute 20 Uhr, 6. Vorstellung im Frei« tag-Abonnement „Am Himmel Europas" van Schwenzen-Malina; Spielleitung: Anton Neuhaus. Ende: 22.15 Uhr. Gewöhnliche Preise.
— Der Artillerieverein Gießen veranstaltet am morgigen Samstag, 20 Uhr, im Cafs Leib seine 38. Gründungsfeier, zu der bie Kameraden mit ihren Familien herzlich eingetaben sind. Auf di- gestrige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.
** Anlagen - Konzert der SA.-Reserve - Kapelle findet am nächsten Sonntag um 11 Uhr am Hindenburgwall gegenüber dem Gymnasium statt. Musikfolge: 1. „Der Ehre Gottes in ber Natur" von Ludwig van Beethoven, 2. Jubel- Ouvertüre von Christian Bach, 3. Kaiser-Walzer von Johann Strauß, 4. Fantasie aus der Oper „Tannhäuser" von Richard Wagner, 5. „Er weicht der Sonne nicht", Marsch von Kayser. Zu dem Kon- zert wird zahlreicher Besuch, insbesondere auch der SA., erwartet.
** Das Fundsachenverzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat Oktober gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Land- graf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen.
** Opferspenden des Po st Personals. Vom Personal des Oberpostdirektionsbezirks Darmstadt find für das Winterhilfswerk 1933/34 insgesamt mehr als 70 000 RM. gezeichnet worden. Daneben gehören die Bediensteten des Bezirks nahezu ohne Ausnahme der NS.-Volkswohlfahrt an, leisten d"rt Beiträge und bringen monatlich mehr als 6000 RM. für die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit auf. Von den Wohlfahrtseinrichtungen des Postpersonals haben sich ber Post-Sparund Darlehensverein Darmstadt mit 1000 RM. und der Hauptausschuß der Stiftung „Posttöchterhort" in Berlin mit 4000 RM. ebenfalls an der Spende zur Förderung der nationalen Arbeit beteiligt.
An die Gießener Bevölkerung!
Oie Kreisleitung erläßt folgende Aufforderung:
Um der Bedeutung dieser großen Tage auch nach außen hin Ausdruck zu verleihen, muh ab Frei- tag, 10.November, jedes Haus mit den Zeichen des nationalsozialistischen Deutschlands beflaggt werden.
An alle Führer von Vereinen, Verbänden, Berufsgruppen usw.
Jeder Vereinsführer wird aufgesordert, in seinem greise darauf hinzuwirken, daß die Mitglieder mit ihren Angehörigen bis späte st ens 12 Uhr ihrer Wahlpflicht genügt haben. Der Gedanke der Frühwahl muß an jeden einzelnen herangetragen werden.
Gez.: Dr. Harth, Kreisleiter.
Organisation
-es Wahlfchleppdienstes!
Jeder, der aus irgendwelchen Gründen nicht in der Lage ist, zum Wahllokal zu gehen, wird auf An- forderung in einem Kraftwagen abgeholt, ohne daß ihm irgendwelche Kosten entstehen. Ls sind für die verschiedenen Wahlbezirke folgende Dienststellen zuständig:
w a h I b e; i r k e I, II, III, IV und XVI:
Ortsgruppe Gießen - Nord, Lderstrahe 6 (Nohl), Telephon 3737.
Wahlbezirke VII, VIII, IX und X:
Ortsgruppe Gießen - Süd, Gastwirtschaft „Graf Zeppelin", wilhelmstraße, Telephon 2112.
w ahlbezirke XI, XIII, XIV unb XV:
Ortsgruppe Gießen - Ost, Kaiserallee 52, Telephon 3384.
wahlbezirke V, VI, XII. XVII und XVIII:
Ortsgruppe Gießen-Mitte, Kaplansgasse 18. Telephon 3795.
Die erforderlichen Meldungen können auch bei der Zentralstelle des Schleppdienstes:
Kreisleitung, Löberstraße 9, Telephon 4032 oder 3508 gemacht werden.
Lin Demonstrationszug findet in Gießen nicht statt.
^loggen heraus!
von der Stadtverwaltung wird uns geschrieben:
Um der Bedeutung des Abstimmungstages und der Verbundenheit von Volk und Führung nach außen sichtbaren Ausdruck zu verleihen, hat die Reichsregierung das Flaggen der amtlichen Gebäude im Reich angeordnet, wir fordern die Linwohner- fchaft auf, sich dem vorgehen der Behörden anzuschließen und abFreitag diehäuseczu beflaggen, um damit die Bedeutung der Volksabstimmung zu dokumentieren.
An das hessische Handwerk!
Der 1 2. N o v e m b e r ist ein bedeutsamer Tag deutscher Geschichte. Ls geht u m L h r e und Freiheit unserer Nation!
Das hessische Handwerk wird am Sonntag bei der Reichstagswahl und Volksabstimmung geschlossen hinter den Führer treten und sein „I a“- Wort abgeben.
wer sich ausschlieht, der übt verrat an Volk, Familie und Beruf, der schließt sich selbst aus unseren Reihen aus!
Bewährt alterprobte Treue, die Lhre desvaterlandesistunsereLhre!
hessische Handwerkskammer:
Friß Müller, Vorsitzender.
Oie Stimmabgabe von Kranken.
Von verschiedenen Seiten gehen bei den Behörden Anträge ein, daß für die Kranken ein erleichtertes Abstimmungsverfahren in der Wohnung zugelassen werden möge. Dazu teilt ber Reichsminister des Innern mit, daß bies nicht möglich ist, ba nach dem geltenden Wahlrecht die Wahl- Handlung nur in ben von ber zuständigen Behörde bestimmten öffentlichen Abstimmungsräumen vor einem Wahlvorstand stattfinden darf. Nur für Kranken- und Pflegeanstalten ist ein vereinfachtes Verfahren vorgesehen.
Gegenüber ben Wünschen nach erleichterter Stimmabgabe durch Kranke kann nur darauf hin-
Wähle vor 12 Llhr!
Kranke und Fußleidende benuhen den Schlepperdienst der NSOAP.
Wir holen alle!
gewiesen werben, baß durch die Ortsgruppen der NSDAP., sowie durch bie nationalen Verbände weitgehende Transportmöglichkeiten für Kranke geschaffen find, unb daß auch das Deutsche Rote Kreuz sich und feine Einrichtungen zwecks Ermöglichung der Wahlausübung durch Kranke voll zur Verfügung gestellt hat.
Hitler schasst Arbeit!
Weiter bewilligte Maßnahmen im Arbeitsbeschaffungsprogramm:
Tagewerke:
Ausführung von Instandsetzungsarbeiten am Kreishaus, sowie an verschiedenen Gebäuden kreisangehöriger Gemeinden im Rheingaukreis Rüdesheim 4135
Verstärkung und Verbreiterung derSchüt- zenpfuhlbrücke, Instandsetzung der Schlachthofbrücke in Marburg 3300
Instandsetzungsarbeiten an städtischen Gebäuden in Marburg 1600
Fertigstellung des inneren Ausbaues der Pestalozzischule in Gießen 3080
RestaurierungsarbeitenamDeutschordens- haus zu Frankfurt a. M. 3000
Herstellung einer Teilausführung der Ortsentwässerung 3 200
Neubau ber Fuldabrücke in Hann.-Münden 24 000
Instandsetzung von Schulen, Kirchen, Gemeinde- und Pfarrhäuser im Landkreis
Kassel 3 568
Umlegung der Hauptwasserleitung in der
Sennefelderstraße in Offenbach 4 000
Umlegung der Gaszuführung nach dem
Stadtteil Bürgel 3 400
Erweiterung der Kläranlage in Bad Wildungen 3 130
Herstellung einer neuen Wasserrohrleitung vom Vereinigungsschacht zum Hochbehälter in Bad Wildungen 2 000
Abbruch und Umbau von Gebäuden der
Altstadt in Kassel 14 000
Verlegung von Gasrohrleitungen in Hanau 3 800
Herstellung neuer und Aenderung vorhandener Gas- und Wasserleitungen; Erstellung eines Hochbehälters als Ersatz eines baufälligen älteren zur Sicherung der
Wasserversorgung in Bad Homburg 20 000
Entwässerung von Ackerland in Gemeinde Kaldach 4 400


