Ausgabe 
10.10.1933 Drittes Blatt
 
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Wirtschaft.

ßitfe für den Erzbergbau an Sieg, Lahn und Dill.

Der preußische Minister für Wirtschaft und Arbeit hat die Fortsetzung der Hilfsmaßnahmen für d e n Eisenerzbergbau an Sieg, Lahn und Dill einschließlich Oberhessen rückwirkend vom 1. April für das Rechnungsjahr 1933 ge­nehmigt. Durch den Reichshaushalt find für 1933 zur Stützung des Eisenerzbergbaues in den be­treffenden Gebieten 400 000 Mark bereitgestellt worden. Hiervon sollen die Beträge zur Stützung der Erzgruben Schmalkalden und Waldalgesheim abgezweigt werden. Die Verteilung der zur Ver­fügung stehenden Beträge hat für die preußischen Gruben nach den in der Ausrichtung und einem Teil der Vorrichtung wirklich verfahrenen Schichten zu erfolgen. Die Verrechnung der Beihilfe ist also gegen früher eine grundsätzlich andere. In Preußen sind für das laufende Rechnungsjahr bis zu 400 000 Mark bewilligt, aus denen die Beihilfe für alle vorgenannten Gruben zu bestreiten ist, jedoch darf der preußische Anteil den des Reiches nicht über­steigen.

Frankfurter Börse.

Börse: Renten fest.

Frankfurt a. M., 9. Okt. Auch zu Beginn der neuen Woche blieb der Rentenmarkt in Front, während der Aktienmarkt voll­kommen vernachlässigt war. Das Inter­esse der Kundschaft und der Kulisse gehörte den festverzinslichen Werten, in denen bei recht leb­haften Umsätzen weitere Kurssteigerungen erzielt wurden. Bevorzugt waren späte Reichsschuldbuch­forderungen (plus 0,50 v. H.) und Reubeßtzanleihe mit plus 20 Pf. Ferner erhielt sich Nachfrage nach frühen und späten Wiederaufbauzuschlägen, die mit 50,50 bis 51 bzw. 50 bis 50,50 je 0,50 v. H. an­zogen. Die Altbesitzanleihe kam heute ex. Ziehung mit 76,75 v. H. ziemlich unverändert wieder zur Notiz. Am Aktienmarkt herrschte im Hinblick auf die heute beginnenden Genfer Abrüstungsverhand­lungen Zurückhaltung, zumal Orders der Kundschaft für diese Märkte kaum Vorlagen. Da auch sonstige Anregungen fehlten, war die Umsatztätigkeit bei nachgebenden Kursen sehr klein. Die durchschnittlichen Rückgänge hielten sich im Ausmaße von 0,25 bis 0,50 v. 3)., lediglich Siemens mit minus 2 o. H., Rhein. Braunkohlen, Ilse Bergbau Stamm und Stahlverein mit je minus 1 o. H. waren stärker ge­drückt. Etwas fester eröffneten Metallgesellschaft mit plus 0,65 o. H. und Ilse Bergbau Genuß mit plus 1,13 v. H. Nach den ersten Notierungen bröckelten Aktien eher weiter leicht ab, so u. a. IG.-Farben um 0,75 auf 115,25 v. H., während die Renten­werte zwar ruhiger, aber doch gut behauptet lagen.

Im Verlaufe wurde das Geschäft allgemein klein. Don deutschen Anleihen gaben Altbesitz 0,25 v. H., Neubesitz um 20 Pf. auf 11.60 nach, späte Reichsschuldbuchforderungen waren jedoch unverän­dert. An den Aktienmärkten traten nur noch gering­fügige Veränderungen ein. Goldpfandbriefe blieben auf der ganzen Linie gesucht und zogen durch­schnittlich um 0,50 bis 1 v. H. an, Meininger Hyp.- Bank Gold und Rhein. Hyp.-Bank Gold gewannen sogar 1,50 o. H. Liquidationspfandbriefe waren ziemlich unverändert, etwas fester Franks. Hyp., Rhein. Hyp. und Nass. Ldsbk. Liquidation. Kom- munal-Obligationen blieben ebenfalls gesucht und lagen meist 0,50 v. H. höher. Stadtanleihen ten­dierten uneinheitlich bei Abweichungen von 0,50 bis 1 v. H. Don Länderanleihen konnten sich Hessen von 1928 um 0,75 v. H. auf 82,75 befestigen, wäh­rend 1929er nach der Steigerung um 1 o. H. auf 85 v. H. nachgaben. Industrie-Obligationen lagen nicht ganz einheitlich, etwas überwogen aber meist Besserungen um 0,50 bis 1 v. H., IG.-Farben- Bonds jedoch minus 1,50 v. H. Auslandsrenten lagen geschäftslos. Tagesgeld blieb zu 3 v. H. unverändert.

Abendbörse freundlich.

Die weitere erhebliche Verminderung der Arbeits- losenziffern und die nach dem Bericht des Instituts für Konjunkturforschung eingetretene weitere Besse­rung in konjunktureller Hinsicht machten an der Abendbörse einen guten Eindruck, so daß rein stimmungsmäßig ein freundlicher Grund- t o n vorherrschte. Das Interesse des Publikums kon­zentrierte sich jedoch weiterhin auf den Renten- ma r k t. Aber auch die Aktienmärkte vermochten sich gegen den Berliner Schluß leicht zu bessern.

Don Renten blieben späte Reichsschuldbuchforde­rungen zu 85,75 v.H. und Altbesitzanleihe zu 76,5 v. H. unverändert, während Neubesitz etwa 10 Pf. und Schutzgebiete etwa 1A Pf. gewannen. Ferner waren Goldpfandbriefe weiter gefragt und um 0,25 bis 0,5 v. H. höher. Don Stadtanleihen konnten sich Mainzer von 1928 um 0,5 v. H. auf 68,5 v.H. erholen, dagegen kamen 6-o.H.-Frank-

furter von 26 mit 65 um 1 v. H. niedriger zur No­tiz. U. a. notierten Neubesitzanleihe 11,30, Altbesitz­anleihe 76,5, Schutzgebietsanleihe alle 7,80, 6-o. H.° Frankfurter Hypothekenbank Gold R 810 87, 5,5 v. H. do. Liquidation 86,5, 6 o. H. do. Gold- Komm. R II 78, 6-o. H.-Frankfurter Pfandbriefbank Gold R 310 86,75, 5,5 o. H. do. Liquidation 87,65, 6°o. H.-Pfälz.-Hyp.-Bank Gold R 29 88,5, Reichs­bank 140, Buderus 63,5, Harpener 80, Klöckner 50, Phönix 30,5, Stahloerein 30,5 bis 31, Bekula 113,5, Bemberg 37,5, Daimler 23,25, Licht & Kraft 87,65, IG.Farben 115,5, Metallgesellschaft 52,5, Siemens 137, Reichsbahnoorzugsaktien 99,5, Hapag 9,5, Nord­deutscher Lloyd 9,9.

frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 9. Okt. Auftrieb: Rinder insgesamt 1060 (gegen 1691 am letzten Montags­markt), darunter befanden sich 373 Ochsen, 65 Bullen, 338 Kühe und 284 Färsen. Kälber 489 (410), Schafe 96 (152), Schweine 3958 (3524). Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen: al) 3032, a2) 2629, b) 2225. Bullen: a) 2831, b) 2327. Kühe a) 2529, b) 2124, c) 1720, d) 1316. Färsen a) 3033, b) 2729, c) 2226. Kälber, Sonderklasse: a) 3640, b) 3135, c) 2630, d) 2225. Schafe: e) 2527, f) 2124. Schweine: b) 5053, c) 4852, d) 4650, e), f) und g) gestrichen. Im Preisvergleich zum letzten Montag zogen Ochsen 23, Kühe und Bullen je 2 und Färsen 1 Mark an, Kälber blieben unser- ändert, während Schafe und Schweine je 1 Mark verloren. Marktverkauf: Rinder rege, aueverkauft. Kälber langsam, Schafe rege, geräumt. Schweine mittelmäßig, ausverkauft. Fettschweine über Notiz, magere Schweine schlecht verkäuflich. Fleischgroh- markt. Beschickung: 564 Viertel Rindfleisch, 25 ganze Kälber, 12 ganze Schafe, 265 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in RM.: Ochsen- und Rindfleisch I 5255, II 4652. Bullen­fleisch 4652. Kuhfleisch II 3642, III 2532. Kalbfleisch II 6270. Hammelfl. 6265. Schweine­fleisch I 6370. Geschäftsgang des Fleischgroß­marktes: lebhaft.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 9. Okt. Die Getreidebörse hatte nur sehr kleines Geschäft zu verzeichnen, doch zeigten die Preise gegenüber der Vorwoche keine stärkeren Veränderungen. In Brotgetreide hat das Angebot etwas zugenommen, während der Absatz an die Mühlen infolge des nur auf Deckung des laufen­den Bedarfs beschränkten Mehlgeschäfts gering war. Weizen bröckelte leicht ab, Roggen zog dagegen leicht an. Von Futtergetreide lag Hafer etwas

Von der Verwaltung der I G. - Farben­industrie wird folgender Bericht der Oeffentlich- keit übergeben:

Die deutsche Wirtschaft steht unter dem Zeichen des Aufrufs der Regierung zur Arbeitsbe­schaffung. Die JG.-Farbenindustrie hat ihre Mithilfe freudig zugesagt. Sie tat dies um so über­zeugter, als sie diesen Weg zur Wirtschaftsbelebung schon seit geraumer Zeit selbständig gegangen ist.

Schon in den Jahren 1931 und 1932 verkürzte die 3(5. die Arbeitszeit ihrer Arbeiter und An­gestellten. Sie war damit unter den ersten Firmen, die sich dieses Mittels zur Vermeidung von Entlassungen bedienten.

Die Arbeitszeit, die früher 48 bis 56 Stunden be­tragen hatten, wurde in den meisten Fällen auf 40 Stunden verkürzt, vorwiegend in Gestalt der Fünftagewoche. Heute arbeiten 95 v. H. der Beleg­schaft verkürzt. Auf diese Weise gelang es der JG.- Farbenindustrie, in der Zeit des wirtschaftlichen Tiefstandes die Entlassung von 11000 bis 12 000 Mann zu verhindern. Darüber hinaus hat die JG.- Farbenmdustrie unter großen finanziellen Aufwen­dungen viele ältere Arbeiter und Angestellte vor­zeitig pensioniert oder auf Wartegeld gefetzt und damit die Möglichkeit geschaffen, weitere Entlas­sungen zu vermeiden und später Neueinstellungen oorzunehmen. Schließlich hat

die 3(5. ;uc Schaffung zusätzlicher Arbeiten ein großzügiges Arbeilsbeschasfungsprogramm be­schlossen, das vor allem über den Vinter neue

Beschäftigungsmöglichkeiten geben soll, obwohl gegenüber der zweifellos eingetretenen Be­lebung des deutschen Marktes mit der entsprechen­den Umsatzsteigerung und Erhöhung gewisser Pro­

ruhiger und nachgebend. Braugerste blieb auf dem letzten Stand behauptet. Die Mehlpreise zeigten keine Veränderung. Von Futtermitteln bröckelten Kleie etwas ab, ölhaltige blieben behauptet. Am Kartoffelmarkt ließen die Preise weiter leicht nach, und der Absatz gestaltete sich ruhig. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen 194, Roggen 161 bis 162, Sommergerste 182,50 bis 185, Hafer 137,50, Weizen- mehl Spez. 0 mit Auslandsweizen 28,75 bis 29,50, do. ohne Auslandsweizen hergestellt 27,25 bis 28,00, Roggenmehl 0 60prozentig 23,25 bis 23,50, do. füdd. Spez. 0 23,75, Weizenkleie 8,85, Roggenkleie 8,60, Sojaschrot 14,00 bis 14,50 mit Monopolzu­schlag (m. M.), Palmkuchen 14,00 m. M., Erdnuß­kuchen 16,10 m. M., Treber 15,50, Heu 5,50 bis 5,70, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,00 bis 2,25, gebündelt 1,60 bis 2,00. Kartoffeln: Industrie hiesige Gegend Mark 2,15 bis 2,20 per 50 Kilogramm bei Waggonbezug.

Mainzer Schweinemarkt.

Mainz, 9. Okt. Auftrieb: 915 Stück. Markt­oerlauf: mäßig lebhaft, Ueberftand. Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in RM.: Schweine von ca. 120150 kg 5054, c) von ca. 100120 kg 4852, d) von ca. 80100 kg 4649.

Mannheimer Getreidebörse

Mannheim, 9.Oktober. Weizen (inländischer, 76/77 kg) 19,75 bis 20 Mark, Festpreis per Oktober Bezirk 9 18,80, Bezirk 10 19, Bezirk 11 19,30; Roggen (süddeutscher) 16,30 bis 16,60, Festpreis per Oktober Bezirk 9 15,80, Bezirk 8 15,50; Sommer­gerste 18 bis 19,50; Gerste (Pfälzer) 19 bis 20,50; Futtergerste 16,50; Mais (gelb, auf Bezugsschein, mit Sack) 18,50; Sojaschrot (Mannh. Fabr. prompt) 14,50; Biertreber (mit Sack) 15; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 8,75; Erdnußkuchen (prompt) 16; Wiesenheu (loses) 4,80; Rotkleeheu 5; Luzernkleeheu 6 bis 6,50; Stroh: Preßstroh Roggen-Weizen 2, Hafer-Gerste 1,80 bis 2; geb. Stroh: Roggen-Weizen 1,40 bis 1,70, Hafer- Gerste 1,20 bis 1,40; Weizenmehl (Spezial 0, mit Austauschweizen) per Oktober 29,25, November 29,40, Dezember 27,75; Weizenmehl (mit Jnlandweizen, alte Ernte) per Oktober 27,75, November 27,90, De­zember 28,05; Roggenmehl (7060 o. H. Ausmah­lung, je nach Fabrikat, norddeutsches) 22,50 bis 23,50, Roggenmehl (Pfälzer und süddeutsches) 22,75 bis 23,75; Weizenkleie (feine 9 bis 9,25, (grobe) 9,50 bis 9,75; Roggenkleie 8,50 bis 9,50* Weizenfuttermehl 10,25 bis 10,50; Roggenfuttermehl 9,50 bis 11,50; Weizennachmehl 14 bis 15,50; Rapskuchen 12; Lein­kuchen 16,75; Palmkuchen 14; Sesamkuchen 16 Mark. Tendenz: ruhig, Stimmung für Brotgetreide ruhig; die Mühlen halten infolge des geringen Mehlgefchäfts mit Anschaffung zurück. Für Futtermittel Hot die Nachfrage etwas nachgelassen, die Preise haben keine Aenderung erfahren.

duktianen die Expartlage noch unverändert ist. Vor­gesehen ist ein Ausbau van Neuanlagen, für die die Aufwendungen gegenüber dem Jahre 1932 das Doppelte betragen werden, und zwar wer­den für den Ausbau von Neuanlagen etwa 40 Mill. RM. ausgegeben, gegenüber rund 20 Mill, im Jahre 1932. Die Reparaturarbeiten werden nach Möglich­keit vermehrt. Ihre Kosten werden 80 Mill. RM. erreichen gegenüber 64 Mill. RM. im Vorjahr. Das neue Bauprogramm für die Gruben der IG., das Gesamtinoestierungen in Höhe von 22 Mill. RM. vorfieht, wurde bereits bekanntgegeben. Außerdem ist beabsichtigt, die gesamten Vorräte an Rohmate­rialien, die bereits um 6 Mill. RM. erhöht sind, sowie an Zwischenprodukten und Fertigfabrikaten nach Möglichkeit zu vergrößern und diesen erhöhten Bestand beizubehalten. Die bereits erfolgte Bevor­ratung bei den Fertigfabrikaten und Zwischenpro­dukten läßt sich wertmäßig noch nicht übersehen. Sie beträgt aber sicherlich mehr als 6 Mill. RM.

Die Gesamterhöhung der finanziellen Aufwen­dungen der 3G. für Reuanlagen, Reparatur- koften, Grubenbetriebe, Rohmaterialien, Zwi­schenprodukte und Fertigfabrikate beträgt mehr als 45 Millionen Reichsmark.

Die bisher getroffenen Maßnahmen haben feit dem Tiefstand der Belegschaftsziffer bis zum September dieses Jahres bei den verschiedenen Werken der IG., einschließlich der Ammvniakwerke Merseburg GmbH., der Kalle & Ca. AG., Wiesbaden-Biebrich, und der Aktiengesellschaft für Stickstoffdünger in Knapsack, zur Neueinftellung von rund 10 000 Köp­fen geführt, wozu noch ErsatzeinfteUungen für zirka 5000 Arbeitskräfte kommen, die durch Pensionie­rung, Verheiratung usw. ausgeschieden sind und damit den Arbeitsmarkt nicht mehr belasten. Bei

Große Arbeitsbeschaffung derZG.-Zarben.

Mehraufwendungen in Höhe von 45 Millionen Mark.Oer Arbeitsmarkt um rund 34000 Mann entlastet.

den Gruben wurven im gleichen Zeitraum zirka 2000 Mann eingestellt. Durch das erwähnte Ar­beitsbeschaffungsprogramm wird verhindert wer- den, daß die zusätzlich eingestellten Arbeitskräfte im Herbst wieder entlassen werden. Das Bauprogramm der Gruben, von dem schon gesprochen wurde, wird weitere Einstellungen in Höhe von rund 5000 Mann mit sich bringen.

Der Arbeitsmarkl wurde also einschließlich der 12 000 durch Kurzarbeit vermiedenen Entlassun­gen um insgesamt 34 000 Arbeitskräfte entlastet.

Außerdem hat die JG.-Farbenindustrie durch ver­stärkten Einkauf und durch die stark vermehrte Vergebung von Aufträgen an andere Industrien in günstigem Sinne auf die Beschäftigung der für sie tätigen Unternehmen und Lieferanten einae- wirkt. Die Leitung der JG.-Farbenindustrie hofft, mit den geschilderten Maßnahmen und mit ver­stärkten Zuwendungen aus sozialem und Wohl­fahrtsgebiet einen erfolgreichen Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zu führen.

Aus aller Welt.

Geschwader-Dauerflug einer amerikanischen INarineflugzeugstasfel.

Wie aus San Diego (Kalifornien) gemeldet wird, traf dort eine Marineflugzeugstaffel von fünf Flug- zeugen ein, die von Panama zu einem G e - schwader-Dauerflug aufgeftiegen war. Das Geschwader, das eine Zwischenlandung in Acapulco (Mexiko) vorgenommen hatte, hat insgesamt eine Entfernung von über 4800 Kilometern zurückgelegt und damit einen neuen Dauerrekord für Ge- fchwaderflüge ausgestellt. Ein sechstes Flugzeug, das aleichzeitig in Panama gestartet war, mußte in Acapulco wegen Maschinenschadens aufgeben. Die Marineflugzeugstaffeln der Fluabasis San Diego werden auf Grund der bei diesem Dauerflug ge­machten Erfahrungen in nächster Zeit wahrschein­lich einen Massenflug nach Hawai unterneh­men. Es besteht auch die Möglichkeit, daß einige der Staffeln anschließend zu einem Geschwader­weltflug starten werden.

Zwei Arbeiter im Steinbruch erschlagen.

Bei Arbeiten im städtischen Steinbruch von Hil­desheim, unterhalb des Galgenberges, lösten sich plötzlich große Steinmassen. Von den flüchtenden Arbeitern wurden zwei verschüttet und erschla­gen. Es dauerte vier Stunden, bis die Feuerwehr in Gemeinschaft mit 25 Mann der Technischen Not- Hilfe, die beiden Toten, zwei Arbeiter im Alter von 30 und 50 Jahren, bergen konnte.

Typhusbazillen auf dem Butterbrot.

Ein ganz ungeheuerlicher Vorfall wurde im Zu­sammenhang mit dem Selbstmord eines Dieners tm pathologisch-anatomischen Institut der Wiener Universität aufgedeckt. Der Diener Fiala hatte sich im Institut mit Leuchtgas vergiftet. Bei ihm wurde ein Abschiedsbrief an seine Braut aufgefunden, in dem er sagt, er habe Sorge dafür getragen, daß auch sie ihm bald rettungslos nachfolgen müsse. Die sofort angestellten Nachforschungen ergaben, daß Fiala im Institut Bakterien, und zwar, wie es scheint, T y - phusbazillen gestohlen hat, die er seiner Braut in einem Butterbrot verabreicht haben dürfte. Die Braut wurde sofort ins Spital gebracht und unter Beobachtung gestellt. Die Aerzte erklären, daß für den Fall, daß ihr tatsächlich die Menge virulen­ter Bazillen zugeführt worden wäre, eine Rettung nur unter besonders glücklichen Umstände mög­lich sei.

Todesfahrl eines italienischen Rennfahrers.

Bei dem erstmals durchgeführten Automobil­rennen um den Pokal der italienischen Kronprin­zessin, das sich, von Neapel ausgehend, auf einer Strecke von 800 km bis zum Adriatischen Meer ab» fpielte, stieß in der Nähe von Alta mura der be­kannte italienische Rennfahrer D'J p p o 1 i t o gegen ein Pferdegespann, wobei er von der Deichsel er­faßt und sofort getötet wurde.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Frau 211. I., Gießen. Gemäß § 2 des Gesetzes betr. Feuerbestattung ist es erforderlich, daß der Verstor­bene die Feuerbestattung angeordnet hat; diese An­ordnung geschieht durch schriftliche Erklärung, die öffentlich beglaubigt sein muß. Das übliche eigen­händige Testament genügt daher den gesetzlich vorge­schriebenen Formerfordernis nicht. Liegt beim To- desfall eine schriftliche Anordnung der Feuerbestat- tung nicht vor, so genügt es, wenn mindestens zwei glaubwürdige Personen, welche dem Verstorbenen nahe gestanden haben, den Wunsch der Erblasserin auf Feuerbestattung vor Gericht eidlich bezeugen oder eine entsprechende Erklärung in öffentlich be­glaubigter Form abgeben. In Gießen besteht ein Verein für Feuerbestattung, dessen Vorsitzender Herr Rechtsanwalt Dr. Meuser in Gießen, Brau- gasse 11, ist, der über alle weiteren einschlägigen Fragen kostenlos Auskunft erteilt.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

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DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte......

6% ehem.8% Hell. Volksstaat 1929

(rückzahlb. 102%) ............

)amdurg-Amertka-Paket ..... 0

-amburg-SUdam. Dampfschiff. 0

-ansa-Dampfschtss...........0

Norddeutscher Lloyd .........0

Sl.G. für Verkehrswesen Akt. ,. 0

Scrliner HandelSgesellschast ... 4

Tommerz- und Prlvat«Bant ... 0

Deutsche Bank und DiSconto«

Geselllchasl................0

Dresdner Bank.............. 0

NeichSbank .............. 12

ll.E.G......................0

Bekula.....................0

Elektr. LleferungSgesellschaft... 6

Licht und Kraft ............. 6

gelten & Guilleaume.........0

Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6

Rheinische Elektrizität ........ 6

Schuckerl L To...............6

Siemens L Halske............ 7

Lahmeoer L Co............. 10

Buderus ................... 0

Deutsche Erdöl .............. 4

öelsenktrchener.............. 0

-arpener...................0

-oesch ElfenKöln»Reuellen .. o

Ule Bergbau ...............6

Ilse Bergbau Genüsse........8

Uöcknerwerke ...............0

-RanneSmann-Röhrru...... 0

6% Hell.' Landesbank Darmstadt

Gold R. 12..................

6'4% Hell. Lander-Hypotheken- bank Darmstadt Lioui.........

vberhellen Provinz-Anleihe mit

Deutsche Komm. Sammelabl. An- leige Serie 1 mit AuSlos.-Rech' i 6% ehern. 8% Franks. Hyv.-Bu.ck Goldpse. 16 unkündbar bi» 1935 «% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank

Goldpfe. 16 unkündbar bi» 1936 6J4% ehem. 44% Franks. Hyp.-

64% ehem. 44% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse.....

6% ehem. 8% Pr. LandeSpsan»

odefanRaU, Pfandbriese R. 19

6% ehem. 7% Pr. LandeSpsan d-

briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutsch. Verrechnungskurs..

*% vesterretchilche Goldrente... -

4,20% Oesterreichische Silberrente

<% Ungarische StoatSrente v. 1910

44% delgl. von 1918..........

6% äbgestl Goldmexikaner von 99 4% DürNsche Zollanleihe von 1911 Serie l Bagdadbahn.Anleihe

Franlturi a. M.

Berlin

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7.10.

9.10.

7.10.

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KokSwerke ................

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Phonir Bergbau...........

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Rheinische Braunkohlen ....

10

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180,5

Rhetnstahl ................

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74

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Vereinigte Stahlwerke......

. 0

31,65

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Olavi Minen .............

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11

11

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Kaliwerke Aschersleben......

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111

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Kaliwerke Westeregeln......

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Kaliwerke Salzdetfurth .....

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I. G. Farben-Jndustne.....

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115,25

Schetd'eanstcüt.............

. 9

170,4

170,25

Goldschmidt ..............

. 0

38,5

39

39

39,25

RülgerSwerke.............

. 0

45,65

45

45,25

45

Melallgeiellschaft...........

. 0

52

52,5

52

Philipp Holzmann .........

.. 0

57,65

71,5

56

58

Zementwerk Heidelberg ....

.. 0

71

-

Schultheis Patzenhoser .....

.. 0

88

89,5

Atu (billgemeine Kunstseide)

.. 0

29,25

29

30

29

Bemberg.................

.. 0

37,5

37,25

37

37

Zellstoss Waldhos..........

.. 0

30,5

30,5

30,75

30.25

Zellstoss Aschaffenburg .....

.. 0

20

19,5

19,9

18,5

Dessauer GaS .............

.. 7

97,5

96,25

Daimler Motoren..........

.. 0

24

23,25

24

22,75

Deutsche Linoleum.........

.. 0

37,4

38,5

37,75

38,25

Orenstetn & koppel........

.. 0

27,5

26,5

Leonhard Tietz ............

.. 0

16,75

15,75

16

15,75

khade....................

..10

160

160

157,5

160

AecumuIatorcn.Fabcik......

.. 0

161,25

162,25

Tonti-Gummi.............

.. 0

130,25

130

129,5

,

Grttzner..................

.. o

13,5

55

13J>

13,2_5

14,25

Malnkrastwerke Höchst 6.SJL.

.. v

160,5

160,5

1 160

160

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2H.

7.Oktober

9.Oktober

Amtliche Notierung

Amtliche

.Notierung

Geld | Srie1

Geld

Brie

HelstngforS..

5,734

5,746

5,749

5,761

48,05

48,15

43,05

48 1.6

12,43

12.45

12.43

12 45

Budapest ...

Sofia......

3,047

3,053

3,047

3,053

Holland ....

169,28

169,62

169,28

169,62

Oslo.......

65,23

65.18

Kopenhagen.

57,99

58,11

58,09

58 21

Stockholm...

66,98

67,12

67,08

67,22

London .....

12,98

13,02

13,005

13,045

Buenos Aires

0,963

0,967

0,963

0,967

Reuyori....

2,757

2,763

2,787

2.793

Brüssel.....

58,44

58,56

58,46

58,58

Italien.....

22,04

22,08

22,03

22,07

Poris......

16,42

16 42

16 46

Schweiz ....

81,27

81,43

81,27

81,43

Spanien....

35,06

35,14

35,06

35,14

Danzig.....

81,62

81,78

81,62

81,78

Japan ......

0,766

0,768

0,768

0,770

Rio de Ian. .

0,227

0,229

0,227

0,229

Jugoslawien.

5,295

5,305

5,295

5,305

Lissabon....

12,69

12,71

12,69

12,71

Bantnoten.

Berlin, g.Oktober

Selb

Bries--

Amerikanische Noten..............

2,74

2,76

Belgische Noten..................

58,30

58,54

Dänische Noten .................

57,83

58,07

Englische Noten .................

12,965

13,025

Französisch» Noten...............

16,38

16,44

Holländische Noten...............

168,86

169,54

Italienische Noten................

21,91

21,99

Norwegische Noten ..............

65,22

65,48

Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling

Rumänische Noten..............

-

Schwedische Noten...............

66,92

67,18

81,09

81,41

34,93

35,07