Ausgabe 
10.8.1933 Erstes Blatt
 
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Ur. 185 Zweites Blatt

birkener Anzeiger IGeneral-Anzeiger für Oderhessen)

Donnerstag, 10. August 1955

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Hessische Bauernkammer teilt uns

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nach weit größer ist als anderswo. Aber die (Er­fahrungen, die wir Deutschen mit der früheren Inflation hatten, schreckten vor neuen Wäh-

Fliegender Holländer im Stillen Ozean

Die mit:

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Diese Kraft.

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Kamerajagd aufs Murmeltier.

Die Zeiten, da die Savoyarden mit ihren gezähm­ten Murmeltieren durch (Suropa zogen und dazu ihre Lieder sangen, von denen manche in den Kinderreim übergegangen ist, sind vorbei. Der gewöhnliche Sterb- liche weih heut kaum noch, wie ein Murmeltier aus- siebt, wenn er es nicht einmal im Zoo gesehen hat. Der Beobachtung dieser scheuen Bager in der Frei­heit stellen sich die größten Schwierigkeiten entgegen. Das muhteAlatoar vonBoroviczeny erfahren,als er mit der Kamera auf die Murmel-Jagd ging. Bor allem darf man dabei nicht in die Witterung des Tieres kommen, denn kein anderes Geschöpf in Eu­ropa hat einen so fein ausgebildeten Geruchsinn. 2luf 300 bis 400 Schritt verrät dem Murmeltier der Wind das Herannahen des Menschen. Ein schriller Pfiff I und im nächsten Augenblick sind die Murmeln in ihren Bauen und Aotröhren verschwunden Wenn man sich aber glücklich in ihre Bähe geschlichen, dann wird Geduld und Ausdauer durch ein entzückendes Schauspiel belohnt. .Mit Staunen sah ich die Rielter- fünfte eines dieser scheinbar so unbeholfenen Gesel- len," schreibt der Derlaffer in einem Aufsatz der bei Hugo Berrnühler in Berlin erscheinenden Zeitschrift .Der "Naturforscher",mit denen er - wie eine Gemse - Felswände, die senkrecht in den Abgrund stürzen, in unglaublicher Geschwindigkeit emporkletterte, um zu seinem Bau hoch oben in der Wand unter einer Felsplatte zu gelangen. Wenn man ein ausgewach- lenes Murmeltier sieht, das beinahe so groh wie ein Feldhase, aber dick wie ein kleiner Eisbär ist, glaubt man, es könne sich kaum bewegen. Man meint, wenn man es träge aus dem Bau kriechen sieht und müh­sam sich aus eine Felsplatte schleppen, wo es sich wie ein Fettfleck zum Sonnen hinlegt, dah mit die­sen .Gängen" die Grenzen seiner Beweglichkeit er­schöpft seien. Aber plötzlich erschrickt das Tier vor etwas. Es stöht einen schrillen Pfiff aus, und im vollsten Sinne des Wortes fegt es dahin, in langen, fliegenden Sähen wie ein Hase!" Das Sprichwort, das den tiefsten Schlaf mit dem eines Murmeltieres vergleicht, erinnert an die Bedeutung seines Winter- schlases. Wenn im Spätherbst die Blüienpracht der Wiesen erloschen ist, dann schließen die Tiere, die schon vorher immer mehr Wasser zu sich genommen unö so die Gedärme für die etwa sieben Monate dau­ernde Zeit des Winterschlafes gereinigt haben, ih­ren Dau von innen fest zu und legen sich halb rund, die Schnauze fest unter den Bauch gedrückt, zum Schlafe hin. Immer langsamer wird die Atmung und im gleichen Maße sinken Herztätigkeit und Körper­

wärme. Aach mehreren Stunden stellt sich der Starr­schlaf ein; dann ist die Körperwärme aus etwa 12" ge­sunken und bleibt so den ganzen Winter yindurch. Gleichsam als Ofen dient die Wärmeabgabe des Heus, das das Lager der Tiere bildet. Bringt man ein im Winterschlaf befindliches Murmeltier in einen warmen Raum, fo fängt es bei etwa 17" an liefet SU atmen, läfj bei 20" ein deutliches Schnarchen vernehmen, streckt dann die Glieder, erwacht, bewegt sich taumelnd und beginnt, wenn es munter geworden ift, zu fressen. Hält man ein gefangenes Murmeltier den Winter hindurch im geheizten Zimmer, so bleibt der Winterschlaf aus.

Sie Silbnng des MchversorgmWverbandes Mein-Min.

und nach wieder in die Arbeitsarmee eingereiht. Der Arbeitsverdienst macht sie wieder zu Verbrau­chern, und dieser Mehrverbrauch erzeugt allmählich Bedarf, regt die Produktion an, führt zur lieber- Windung der Arbeitslosigkeit.

Scheinbar führt das amerikanische Aufbaupro­gramm schneller zum Ziel, als das deutsche, das mühsam ist. In den Bereinigten Staaten

rungsexperimenten ab. Deutschland vermied den Umweg der Abwertung und ging den weit schwierigeren Weg des natürlichen Wiederaufbaus der Wirtschaft durch

§ 7.

Anordnung tritt am 7. August 1933 in

Reichskommissar für Milchwirtschaft:

Freiherr von Kanne.

Oie Veranstaltung von deutschen Wochen.

Letzte Ernte im Westen.

Bon Charlotte Hauser.

Heber 21acht hatte der Mobilmachungsbefehl die jungen Männer aus dem Dorfe geholt. Aus dem Hause meines Vaters gingen in wenigen Tagen drei Söhne; zwei auf Befehl, einer freiwillig. Daß sie gingen, war selbstverständlich. Es wur­den nicht viel Worte gemacht. Die Mutter packte die Sachen, jeder der Brüder nahm fein Bündel. Man reichte sich die Hand, »unser Herrgott sei bei dir", sagte der Vater. So waren die Brüder gegangen.

Sie waren in der Wirtschaft des Vaters Stützen getoefen, denn in meiner Heimat arbeitet der Bauer mit feinen Kindern, die Kinder sind sein Gesinde. Aber was ein rechter Bauer ist, der hat mehr Kinder als nur zwei oder drei. Mein Va­ter hatte neun, und nun die Brüder weg waren, traten in der Arbeit wir jüngeren Geschwister an ihre Stelle.

Die Ernte war erst zum Teil geborgen. Es stand noch der Weizen, der spät reifte. Verord­nung befahl, daß alles Getreide schnell geschnitten und geborgen werden sollte. Kein geschnittenes Getreide durfte über Aacht auf den Feldern blei­ben, denn es bestand die Gefahr, daß Spione die Getreidehaufen anzündeten. Hnfere Heimat war Grenzland geworden, nachdem oas Elsaß als Aufmarschgebiet galt. Wer konnte wissen, ob der Feind nicht in wenigen Tagen das Land über­schwemmte. Wir bäuerlichen Bewohner des Dor­fes fühlten uns als Soldaten; der Rhythmus des Krieges, der uns so nahe war, packte uns ganz.

Frühmorgens schon brachten uns- die Pferde mit unseren langen Leiterwagen auf die Felder. 3n Dämmerung noch fuhren wir dahin und wenn die Sonne aufging, waren wir schon an der Ar- beit. Meine älteren Schwestern nahmen die Sen­sen zur Hand wie Männer und mähten, vom Va­ter geführt, den Weizen. Hnter dem rhythmischen Geräusch des Schneidens fiel er in schweren Schwaden. Wir Jüngeren gingen mit Sicheln hinterher, teilten die Schwaden in kleine Büchel und legten sie auf die Stoppel, dabei die Halme auseinanderziehend, damit sie trocknen konnten. Der Weizen stand besonders schön in jenem Fahr. OHein Vater hatte ein Experiment gemacht und Weizen gesät auf Boden, von dem man bisher an­genommen, daß er dafür nicht besonders günstig

Stvei Aufbauprogramme

Roosevelt und Hitler.

Don unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.

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son-ScWußverfaui iste Weise!

getragen. Später sah man das Schiff in der Lagune, aber es stach sofort in See, als der Beamte her Insel mit einigen Begleitern an die Küste kam. Später wurde dieserfliegende Holländer" des Stillen Ozeans in der Nähe einer anderen Inselgruppe ge­sichtet. Die benachrichtigten Engländer versuchten, sich geräuschlos zu nähern, aber Die Mannschaft be­kam Witterung und stach sofort in See. Gewehr­schüsse wurden ihnen ohne augenscheinliche Wirkung nachgesandt. Als man dann oas Schiff in Booten verfolgte, verschwand es mit großer Schnelligkeit. Ein ähnliches geheimnisvolles Fahrzeug ist vor eini­gen Monaten in der Salomo Gruppe aufgetaucht.

Auf Deranlassung der Hessischen Bauernkammer wurde im vergangenen Jahr eineHessische Arbeitsgemeinschaft deutsche Woche" gebildet, der die verschiedenen Berufsvertretungen von Landwirtschaft, Handel, Handwerk, Gewerbe und Industrie, ferner die Vertreter der Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenschaft, sowie des Schul- und Bildungswesens und der Presse angehörten.

Bereits im vergangenen Jahr hatten diejenigen Städte, welche die deutsche Woche durchführten, ort- liche Arbeitsgemeinschasten und Aus- schuf se gebildet. Während der deutschen Wo­chen, die im ganzen Deutschen Reich in diesem Herbst wieder in den Monaten Oktober und November stattfinden, werden die Verbraucher durch Rundfunk, Ausstellung von deutschen Erzeugnissen in Schau- fenstern oder Ausstellungsräumen, Werbeumzüaen, Hausfrauen- und Kindernachmittage, sPvie sonstige Veranstaltungen auf den Wert der deutschen Er- Zeugnisse und ihre BedeutungfürdieVolks- wirtschaft eindringlichst hingewiesen. Es darf angenommen werden, daß gerade in diesem Jahr die deutschen Wochen mit besonderem Erfolg durch­geführt werden können. Es sollten sich deshalb alle größeren Städte, deren Verbraucherschaft für die verschiedenen Berufszweige von Bedeutung ist, an diesen Veranstaltungen beteiligen. Es besteht ferner die Möglichkeit, die deutschen Wochen mit der vom deutschen Handwerk in der Zeit vom 15. bis 2 0. Oktober für das gesamte Reichsgebiet in Aussicht genommenen Werbewoche in Verbindung zu brin­gen und damit die Verbundenheit aller Wirtschaftszweige im nationalsozia­listischen Staat zum Ausdruck zu bringen. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle der Ar- deitsgemeinschaft deutsche Woche bei der Hessisch-n Bauernkammer, Darmstadt, Rheinstraße 62.

Der Beauftragte für den Milchversorgungs- verband Rhein-Main, Diplom-Landwirt Bir­kenholz, Frankfurt a. 2D., bittet uns um die Aufnahme folgender Anordnung:

Auf Grund des § 38 Abs. 7 des Milchgefetzcs vom 31. 3ult 19C0 (Reichsgesehblatt I 6. 421). in der Fassung des Zweiten Gesetzes zur Aenderung des Milchgescyes vom 20 Juli 1933 (Reichs­gesehblatt I S. 527) erlasse ich unter Aufhebung meiner Anordnung, betreffend die Bildung des Milchversorgungsverbandes Hessen, vom 10. Juni 1933 als Beauftragter des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft folgende An­ordnung:

§ 1.

Zur Regelung des Absatzes und der Ver­wertung von Milch und Milcherzeugnissen in dem in § 2 näher bezeichneten Verbandsgebiet werden sämtliche a) Betriebe, welche Milch er­zeugen, b) Betriebe, welche Milch oder Milch­erzeugnisse bearbeiten oder verarbeiten, c) Be­triebe, welche mit Trinkmilch. Magermilch und Rahm handeln, zu einem Verband zusammen­geschlossen. Der Verband führt den Ramen Milchversorgungsverband Rhein-Main" und hat seinen Sih in Frankfurt a. M. Der Verband ist rechtsfähig.

§ 2.

Das Derbandsgebiet umfaßt:

a) vom Land Hessen: die Provinz Ober- Hessen, von der Provinz Startenburg die Kreise Darmstadt, Dieburg, Groß-Gerau, Offenbach; vom Kreis Erbach die Gemeinden nördlich der Linie Schöllenbach, Hetzbach, Hüttenthal, Ober-Hil­tersklingen, Weschnitz, ausschließlich der vorerwähn­ten Gemeinden; vom Kreis Bensheim die (9c- meinben nördlich der Linie Lorsch, Biblis, Watten­heim, Nordheim, ausschließlich der vorerwähnten Gemeinden; von der Provinz Rheinhessen die Kreise Mainz, Bingen, den Kreis Oppenheim mit Ausnahme der Gemeinden Bechtolsheim, Bie­belsheim, Eimsheim, Gabsheim, Guntersblum, Hil. lesheim, Ludwigshöhe, Spiesheim, Wintersheim, Iversheim, den Kreis Alzey, mit Ausnahme der Gemeinden Albig, 2Ihei), Dautenheim, Dintesheim, Erbes-Büdesheim, Esselborn, Flomborn, Framers­heim, Freimersheim, Gau-Köngernheim, Gau-Odern- heim, Kettenheim, Heimersheim, Heppenheim, Schaf­hausen, Wahlheim, Weinheim;

b) von Preußen: den Regierungsbezirk Wies­baden, von dem Regierungsbezirk Kassel die Kreise Marburg, Kirchhain, Hünfeld, Fulda, Schlüch­tern, Gelnhausen, den Stadt- und Landkreis Hanau, vom Regierungsbezirk Koblenz den Kreis Kreuz­nach;

Die Zeiten, in denen die Preisbilduna an den amerikanischen Weltbörsen auch für Die Gestaltung unserer deutschen Inlandpreise maßgebend war, sind vorüber. Dennoch sind die Erfahrungen, die Die Vereinigten Staaten augenblicklich bei Dem Versuch, Die Preise künstlich hochzutreiben, machen müssen, auch für uns Deutsche sehr lehrreich.

Amerika unD Deutschland standen, als Die Welt­wirtschaftskrise ihren Höhepunkt erreicht hatte, vor einer im Grunde genommen ganz ähnlichen Lage. Der Rückgang des Verbrauchs hatte einen großen Teil des Wirtfchaftsapparats zum Stillstand ge­bracht. Die Menschen, die diesen Produktionsappa­rat bedient hatten, waren beschäftigungslos gewor­den. Arbeitslose Menschen haben aber nur einen sehr geringen Konsum. Darum wurde mit der Aus­breitung der Arbeitslosigkeit der Verbrauch immer geringer, und dadurch wurden dann wieder neue Menschen arbeitslos ge­macht. Diesem Kreislauf, der zum völligen Nieder» bruch der Wirtschaft und zu fortwährender 23er- schlimmeruna Der Not führen mußte, schien der größte Teil der Menschheit nicht mehr entrinnen zu können. In dieser Hinsicht unterschied sich die Lage in Amerika kaum wesentlich von der in Deutsch­land, mochten auch Die Ursachen und das Ausmaß der Wirtschastsnot sehr verschieden sein. Die Regie- rung der Vereinigten Staaten sah sich ebenso wie Deutschland vor Die Aufgabe gestellt, aus Dem Kreislauf zwischen Arbeitslosigkeit, Preissturz und Verbrauchsrückgang irgendwie heraus­zukommen, Die beschäftigungslosen Menschen roieDer zur Arbeit zurückzubringen.

Weber in Den Vereinigten Staaten, noch in DeutschlanD konnte Diese ungeheuer schwierige Auf­gabe mit Den alten parlamentarisch-demokratischen Mitteln gelöst werden. Hitler und Roosevelt gleichen sich bei aller sonstigen Verschiedenheit Darin, daß sie sich von DenHemmungendes Par- ^amentarismusfreige macht haben. Roose- oelt trifft heute seine Anordnungen, Die er zur Ret­tung der amerikanischen Wirtschaft für Notwendig hält, vollkommen autokratisch. Seine Vollmachten sind so weitgehend, wie es nur irgend denkbar ift. Das ift in Notzeiten, in denen es um Sein oder Nichtsein geht, gar nicht anders möglich. In bezug auf Den Aufbauwillen und in Der Heber- zeugung, daß Dieser Aufbau nicht Durch Diskussionen und parlamentarische Beschlüsse, sondern n u r D u r ch die schövferische Idee Des Führers ge­leistet werden kann, besteht zwischen Roosevelt und dem deutschen Nationalsozialismus weitgehende Uebereinftimmung. Der italienische Faschismus hat diesen neuen Weg des Aufstiegs zum ersten Male beschritten, und eine Nation nach Der anDeren wird durch Den Zwang Der Entwicklung auf ihn gedrängt.

Dagegen besteht bei aller Ähnlichkeit der Wege und Methoden ein Unterschied in bezug auf dieMittel, die in Amerika und inDeutsch- land von Der neuen Führung angewandt worden sind, um die nationale Wirtschaft aus Der Depres­sion und aus dem verderblichen Kreislauf, in den sie geraten war, herauszubringen. Roosevelt hat in der Auswertung des Dollars das nach sei­ner Meinung richtige Mittel zur Belebung Der Wirt­schaft gesehen. Sie gab ihm die Möglichkeit, unge­heure Kredite in Die kapitalleer gewordene ameri­kanische Wirtschaft hineinzupumpen. Aus diese Weise wollte er die Preise ft e i g e r n , Den Waren- umlauf beschleunigen, den Produzenten wieder Beschäftigung schaffen und so schließlich durch

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sei. Das Experiment war gelungen. Kräftig im Halm, noch voller und kräftiger aber in der Aehre standen die Felder. Es war eine Lust, diese Ernte zu bergen. Zu dieser Lust trat der heroische Ernst jener Tage. Der Krieg war nicht weit; wir hör­ten ihn deutlich. Während wir rastlos uns in der Arbeit beugten, während wir schnitten und nahmen, ohne ein Wort zu sprechen, klang fern und andauernd ein dumpfes Rollen. Das war kein Gewitter, der Himmel stand klar und blau über uns, das waren die Kanonen von Mühlhau­sen. Dort kämpften vielleicht schon unsere Brü­der, die Freunde, mit denen meine Schwestern verbunden waren. Man fürchtete und hoffte und ließ sich rastlos von der Arbeit treiben. Wir Jüngeren standen ernsthaft in der Reihe der Er­wachsenen, das Kindsein war vergangen.

Das Schneiden dauerte immer bis zum frühen Mittag. 3n der Pause, die dann folgte, lagerten wir im Schatten einer Daumgruppe, tranken küh­les Wasser aus Krügen, die wir in die Erde gegraben hatten, aßen Brot und Quarkkäse, die bescheidene Speise unserer Heimat.

Rach der Pause begannen wir mit dem Bin­den des Weizens, der jetzt ganz trocken gewor­den war. Heiter ist diese Qlrbeit im Gegensatz zu dem sakralen Emst des Schneidens. Das ferne Grollen der Schlacht bedrückte uns weniger, die Landschaft in ihrer Ruhe und Heiterkeit nahm es ausgleichend auf, schloß auch uns ein in das Blau des Himmels, in das Wehen der Luft. Wir waren eins mit unseren Feldern, die wir bebauten, waren nichts als Kinder der Ratur, die auch den Krieg trugen, wie ihn vor tausend 3ahren unsere Ah­nen getragen, selbstverständlich und stolz.

Die Schwestern nannten scheu die Ramen ihrer Liebsten, wozu der Vater still lächelte; toir 3ün» geren sprachen von den Brüdern. Klang das Rol­len besonders stark, dann schüttelten wir die Faust gegen Westen.

Wir banden die Garben und beluden unfeae Wagern, so daß sie breit und schwer über die Feldwege schwankten. Stolz gingen wir hinterher müde, aber doch so gelöst von Luft und Sonne, dah wir die Fühe noch leicht vom Boden heben konnten. Aus dem 2Bege zum Dorf kreuzten wir die Bahnlinie, auf deren Schienen Tag und Rächt die Truppentransporte gegen Westen rollten. Da war immer wieder Winken hin und her und hoch und Hurra und GesangSiegreich wollen wir Frankreich schlagen". Wir schritten hinter unserem Erntewagen wie Soldaten...

Zur vorläufigen Wahrnehmung Der Befugnisse der nach § 38 Absatz 8 des MilchgeseyeS einzusehenden Preisausschüsse wird dem Beauftragten ein vor­läufiger PreiSauSschuß beigegeben, der besteht aus: a) 4 "Vertretern der Milcherzeuger, b) je 1 Vertreter der Bauernkammer in Darmstadt, Wiesbaden, Kassel und Würzburg, c) 2 "Vertretern von Genossenschaftsmolkereien, d) 1 Vertreter von Privatmolkereien, c) 2 Vertretern des Handels, f) 2 Vertretern der Verbraucher.

Die "Vertreter, mit Ausnahme der unter b) ge­nannten, werden von dem Reichskommissar im Be­nehmen mit den Zuständigen Organisationen be­stellt.

8 6.

Verstöße gegen "Bestimmungen unb Anweisun­gen, die auf Grund dieser Anordnung ergehen, werden von mir mit einer Ordnungsstrafe bis zu 300 Mark im Einzelfalle belegt. Auf diese Strafen findet die Zweite Preußische 23erori>nung zur Durchführung des 2Nilchgesehes vom 6. Oktober 1932 (Gesetzessammlung S. 325) mit Ausnahme von Artikel 1 Abs. 1 und 2 Anwendung bzw. erfolgt die "Beitreibung im Wege des "Bertoal- tungszwangsverfahrens sowie der geltenden lan­desrechtlichen 23eftimmungen. Die eingezogencn Strafgelder fließen dem Milchversorgungsverband Rhein-Main zu, soweit sie nicht auf Grund der genannten Verordnung anderen Stellen oerblei»

haben drei Monate genügt, um eine Vertooppe- lung der Weizenpreise heroorzurusen und ebenso Die übrigen Warenpreise steil in die Höhe schnellen zu lassen. Der amerikanische Waren­umlauf belebte sich in rapidem Tempo. Es gab Dann freilich Rückschläge in Gestalt von neuen Preiseinbrüchen. Aber es ist trotzbem möglich, Daß Roosevelt, wenn auch auf Zickzackkurven, schließlich zu feinem Ziele gelangt. Doch ebensowenig unterliegt es einem Zweifel, daß Deutsch­land Die Mittel Roosevelts nicht an- wenden konnte, und Daß daher der Weg Hitlers und Des Nationalsozialismus für Deutsch. lanD der einzig richtige und der einzig gangbare ist. Roosevelt vermag Die Währung unb Die Preise zu manipulieren, um Die amerikanische Wirtschaft wieder anzukurbcln unb so mittelbar bie leergeworbenen Arbeitsplätze wieder zu besetzen. In Deutschland blieb nichts anderes übrig, als den d i r e k t e n W e g zu gehen unö den Großkampf gegen die A r d e i t s l o s i g - feit aufzunehmen.

Erhöhungdcs Verbrauchs die Wirtschaft zu gesunder Funktion zurückführen. 2luch für Deutsch­land hätte es nahegelegen, diesen Weg zu beschrei­ten, und das um so mehr, als wir ja ohnehin nur noch eine geringe Gold- und Devisendecke für unseren Notenumlauf besitzen und die St

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8 bis 10 Uhr abend»

Ein geheimnisvolles Schiff, das einen l'chen unb verwahrlosten Einbruck macht, aber eine Schnelligkeit von 20 Knoten erreicht, bat t:: scheu Beamten auf ber Ellice Island-Gruppe, etwa 1000 Km. nörblid) von ben Fidschi-Inseln, in Den letzten Wochen in Aufregung versetzt. Das Schiff, von dem man annimmt, daß es mit etwa 20 Japa­nern bemannt ist, tauchte an verschiedenen Küsten ber Ellice-Gruppe auf und erschien auch vor ber Hauptinsel Funafuti. Das fonberbare Fahrzeug, bas einen unheimlichen unb geisterhaften Eindruck macht, wurde zuerst von eingeborenen Fischern beobachtet, bie den Behörden meldeten, ein sonderbares Schiff habe an dem ber Insel vorgelagerten Riff Anker ausgeworfen. Sie wären von bem Kapitän an Bord gerufen worden unb dieser habe sie in englischer «spräche über Verschiedenes ausgefragt, auch Einzel­heiten über bie Lage ber Inseln in eine Karte ein-

und

^Berufs- Kitte I

c) von Bayern: bie Bezirke Aschaffenburg Stabt unb Lanb, Alzenau, Dbernburg unb Milten- berg.

Sämtliche hessischen Gemeinben, bie nach ber in Abs. 1 genannten Abgrenzung bes Verbanbsgebietes nicht zu bem Versorgungsverband Rhein-Main ge­hören und rechts des Rheins liegen, unterstehen dem milchwirtschaftlichen Zusammenschluß Nordbaden, Geschäftsstelle: Heidelberg, Loch« heimer Straße 3, und soweit sie links des Rheins liegen, dem Milchversorgungsverbanto Pfalz, Ge­schäftsstelle: Kaiserslautern, Dr.-Frick-Straße 11.

§ 3.

Die Rechte und Pflichten der Verbandsmitglieder und die sonstigen Rechtsverhältnisse des Verbandes regeln sich nach der von mir zu erlassenden Satzung.

§ 4.

Der Verband kann:

a) die von den Mitgliedern des Verbandes zu liefernde Menge Trinkmilch festsetzen;

b) bestimmen, wie bas Sammeln unb Beförbern ber Milch zu geschehen hat; auch Maßnahmen zur Verbilligung dieser Tätigkeit treffen;

c) oorschreiben, an oelche Stelle bie in ben Ver­kehr zu bringenbe Milch zu liefern ist, insbe- svnbere auch bie Lieferungen an Be- ober Ver­arbeitungsbetriebe anorbnen; dabei muß ben Mitgliebern, bie Inhaber von Erzeugerbetrie­ben finb, grunbsätzlich bie Entscheibung barüber überlassen werben, in welcher Weise sie bie von ihnen gewonnene Milch innerhalb ihres Be­triebs verwerten wollen;

d) oorschreiben, von welcher Stelle Milchhändler und sonstige Milchverteiler Milch zu beziehen haben;

e) einen Ausgleich der Absatzverhältnisse für Irinf- unb Werkmilch herbeiführen unb zu diesem Zweck eine Ausgleichsabgabe erheben;

f) die Art ber Verrechnung unb Bezahlung ber Milchlieferungen regeln;

b) wirtschaftlich angemessene Milchpreise unb Han- belsspannen im Verkehr mit Milch unter Be- achtung ber Vorschrift bes §5 Abs. 2 festsehen;

h) anorbnen, daß Erzeugerbetriebe sich örtlich zu­sammenschließen ober sich bestehenben örtlichen Vereinigungen anschließen;

i) zur Deckung der Verwaltungskosten von ben Mitgliebern bes Verbanbes Beiträge nach Maß- gäbe ihrer Milchlieferungen erheben.

8 5.

Bis zur orbnungsmäßigen Bestellung der Organe bes Verbanbes nach ben Vorschriften ber zu er­lassenen Satzung wirb mit ber vorläufigen Wahr- nehmung ber Aufgaben unb Geschäfte bes Verban­des ber Dipl.-Lanbwirt I. Birkenholz, Frank­furt a. M., Bethmannstraße 50, beauftragt.

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ben vergangenen beiben Jahren haben auch in hessischen Stählen die soaen.deutschen Wochen" ftattgefunben. Ihr Zweck ist, die Derbraucherschaft unb insbefonbere die Hausfrauen auf den Wert deutscher Erzeugnisse und die Vcrantwor- tung jedes einzelnen gegenüber dem Gesamtvolk in der Richtung hinzuweisen, daß bie Arbeitslosigkeit nur bann beseitigt werben kann, wenn in erster Linie beutsche Erzeugnisse gekauft unb bamit beut- sche Unternehmer Aufträge unb deutsche Arbeiter Arbeit erhalten können.