Ausgabe 
9.6.1933 Frühausgabe
 
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Wie fliegt Ser Vogel?

Wenn wir den Vögeln zuschauen, die wie immer ihr lustiges Spiel in den Lüften treiben, dann packt uns jetzt weniger die alte Sehnsucht wie die Menschen der früheren Zeiten, weil uns die Kunst des Fliegens selbst durch die fortschreitende Technik bewert ist Lange Jahrhunderte hindurch hat man versucht, dem Vogel sein Fluggeheimnis abzulau- schen, und daher kommt die große Anteilnahme am Vogelflug, die schon Leonardo zu einer tief­gründigen Behandlung dieses Problems veran­laßte. Wenn auch heute erkannt ist, daß die leich- ten Bewohner der Luft für unfern Flug nicht zum Vorbild dienen können, so reut doch immer die Frage, wie die Vögel sich wohl eigentlich empor­schwingen, wie sie sich vorwärts bewegen. Der aleberwindung der Schwerkraft dient in erster Linie die Leichtigkeit des Vogelkörpers. 3e kleiner Der Körper, desto geringer das Hindernis der Schwerkraft, deshalb haben die meisten Vögel kleine Körper, und unter den großen gibt es Wuye, die gar nicht fliegen können, wie die Strauße. Außer der Kleinheit steht dem Vogel im Kampf mit der Schwere noch ein anderes Hilfs- mittel zur Verfügung: die sog.Pneumatizität" seiner Knochen, die nicht, wie die Röhrenknochen der Säugetiere, mit Mark, sondern mit Luft ge­lullt sind. Die meiste Luft enthalten die Schädel- tnochen, tn die die Luft von der Rase und vom Mittleren Ohr aus gelangt, während den übrigen Knochen die Luft von den Lungen her durch die sog. Luftsäcke zugepumpt wird. Die nach oben wirkende Kraft wird durch die Muskeln geliefert die die Flügel abwärts bewegen, so daß sie auf bie Luft schlagen. Zu jedem Flügel gehören drei Flugmuskeln, von denen der große Brustmuskel der verhältnismäßig größte einheitlich entwickelte Muskel im ganzen Reich der Wirbeltiere ist. Dem Querschnitt der Drustmuskel entspricht der Brust-- kämm, der bisweilen einen ganz außerordentlichen Umfang erreicht, wie z. B. bei den Schwalben, bie wohl bie besten Flieger sind. Dagegen fehlt er bei den straußartigen Vögeln vollständig.

DieZwisckenmaschine", durch bie die Kraft dieser Muskeln wirksam wirb, bilben die Flügel bie, den Armen bes Menschen entsprechend, aus Oberarm, Unterarm und Händen mit meist drei Fingern bestehen. An der Rückseite von Unter­arm und Hand stehen bie großen Schwingen, die eine für bie Luft fast undurchlässige Decke bilden. Die Tragfähigkeit der Flügel ist hauptsächlich ab­hängig von der Gröhe der Flügelfläche im Ver­hältnis zum Vogelgewicht. Infolgedessen sind Vö­gel mit großen Flügeln meist bessere Flieger als solche mit kleinen. Doch kann bie Kleinheit bes ölügels durch kräftigere Muskeln ersetzt werden.

3.

4.

Theaterbesuch in zwei Schichten.

und

5.

6

»das ganz

Der große Budapester Iahrmarkt, der soeben wie­der stattgesunden hat, ist ein beliebtes Volksfest, zu dem die Bauern aus allen Teilen des Landes nach der Hauptstadt strömen. Die Landleute, die sich hier einmal an den Freuden der Großstadt erfreuen wol­len, bieten oft ein recht merkwürdiges Schauspiel denn ste können sich von den Gewohnheiten und Vor- stellungen ihrer Pusta nicht so rasch loslösen. Unter den hübschen Geschichten, die diesmat von den Iahr- marktsbesuchern erzählt werden, ist ein Vorfall her- vorzuheb^n, der sich im Budapester Kiraly-Thealer ablpielte. Dort erschien eine Familie von 18 Per- Jonen, Die den Wunsch äußerte, eine Loge für die Vorstellung zu mieten. Erst nachdem ihnen gestattet worden war, sämtliche Logen des Theaters zu be- ncbligen, übeizeugten sie sich von der zunächst un­gläubig aufgenommenen Erklärung, daß 18 Per- Jonen in keine Loge hereingingen, selbst wenn sie wie Die geringe aneinandergepreßt würden. Zwei Logen konnte für die sparsamen Bauersleute nicht in Frage kommen. Sie beschloßen daher nach langer Beratung, daß neun Mitglieder der Familie hi! ^es Stücks und die neun anderen

bie zweite Hälfte bewundern sollten. Dies geschah non TT mtrFx -______ r A. - - - o I V ** /

»Hein laß den Anker geh)i!"

Wir tönn'n Den Anker nicht gehn lassen, Käpt'n" schrie Hein Mück zurück.

Du willst doch wohl keine Insubordinations be­gehen, Hein laß den Anker gehn!"

Tschawoll, Käpt'n!"

Liegt der Anker gut?"

'Tschawoll, Käpt'n!"

Wie weist die Kette?"

Da is ja man gar keine an, Käpt'n!"

Hein Mück, Peddersens r£fno??U^un? 0en5u na$ öec Hälfte des Stückes

sttinh nm zweiter Steuermann, l nef ein Theaterportier bie »weite Darkic- »,17- orh-

ÄS* «Sk sie mL Innung" 'n dem

Käpt'n peddersen.

von P^fer Purzelbaum.

An Bord von Käpt n Pebdersens Steamer trat ein Iunge vor den alten Seebären und brachte toerben lC9Cn b°E: CE möchte gern Schiffsjunge . »'Ssol" brummte Käpt'n Peddersen.Schiffs- junge? Dann bist du gewiß auch einer von faulen, unnützen Schlingels, die auf der Schule nichts lernen wollen."

Wer einer Freimaurerloge oder einem dem ähn­lichen Geheimbund (auch Druidenloge, Rotary- Club usw.) angehört.

Wer entehrend vorbestraft ist.

Wer als Konjunkturpolitiker anzusehen ist.

Die Nachprüfung durch besondere Ausschüsse soll bis zum 1. August beendet sein.

Also dieser Schlingel wurde angeheuert kam eines Tages auf bie Drücke.

Käpt n eine Frage ..."

"2?'. grunzte Peddersen.

.-"^ptn 'n Ding von dem man weiß, wo es is, is das verloren? u

, "O nein Käpt'n", erwiderte der Iunge, mirJlrk Schiffsjunge waren,

wesentlich geändert.

Erste Erfolge Ser Agrarpolitik neuen Staat.

Berlin, 6. Iuni. (VDZ.) Auf der Tagung der deutschnationalen Reichstags­fraktion machte Staatssekretär v. R o h r u. a. folgende Ausführungen über die Agrarpolitik: Fiel unserer Agrarpolitik ist die Unabhängigkeit unserer Ernährung und eine gesunde Lebens­grundlage für die deutsche Landwirtschaft. Wir können die Unabßängigteit erreichen, wenn wir die Landwirtschaft aus ihrer Fehlproduktion her­ausführen, damit sie von dem was zu viel da ist, traniger und von dem, was zu wenig da ist mehr produziert. Das Mittel dazu ist der Preis. Gerade bas, was zu wenig da ist, muß einen gerechten Preis erhalten. Im Preis liegt auch zugleich die Voraussetzung für eine gesunde Lebensgrundlage der Landwirtschaft 3 Pfennig Milchpreis machen mehr aus als die gesamte Zinsbelastung b:r d:utschm Landwirtschaft, älnser Zeitplan eröffnet der deutschen Butter und dem deutschen Schmalz einen starken Absatz. Die Folge werden bessere Preise sein und sobald diese besseren Preise erreicht sind, werden wir auch die noch immer vorhandene Einfuhr ausländischer Futtermittel be- schränken, so daß die Landwirtschaft gezwun­gen wird, eigene Futtermittel zu bauen. Dadurch toirö die Getreideanbaufläche geringer und am Ende haben wir statt der heutigen Fehlproduktion mne organische Deckung des gesamten deutschen Bedarfs-

Eines Tages verlieh der Steamer wieder den Hafen und gewann die freie See, bie recht stür­misch genannt werden konnte.

Da ging Käpt'n Peddersen in den Speisesaal unö hielt zur Feier der ersten Mahlzeit seinen Passagieren eine Rede:

»Meine Damen und meine Herren! Ich freue mich, Sie begrüßen zu können... und hoffe, daß uns, meine Herren, eine schöne Fahrt bevor- steht... wir sind gerade zwanzig, wie ich sehe Pardon fünfzehn... und so wollen wir zehn standhafte Manner es uns recht gut schmecken lassen... Steward, räumen Sie ab und bringen Sie mir das Essen in meine Kajüte!"

Natürlich nicht."

Denn is man gut Ihr silberner Teepott liegt auf dem Meeresgrund." v 9

tr W einer Reise nach der Südsee starb ein Ma- aiacb Seemannssitte wurde bie Leiche in eine Lonnig 9£na&LUnö mit Dlei beschwert. Doch ^eere übergeben wurde, hielt

Kapt n Peddersen eine kurze Andacht °

ini'ära^en.65'1 Äerf' '° ^5

Höchem!" räusperte sich der Erste Steuer­

mann, der unter der Mannschaft auf der Back an9ßanb! »^pt'n, wir sind doch nicht

...mußtest du so früh ins Seegras beißen " verbesserte sich Petersen. D

MmarMcheMmationaleMdieMeitewer- lreter Deutschlands und Italiens mundtot machen Zwischenfälle auf der Internationalen Arbeitskonferenz in (Senf.

einem berufsständischem Zusammenschluß, in dem die Solidarität aller, die der Aufgabe des Landvol­kes dienen, sichtbar zum Ausdruck kommt. Wir schaf­fen völlig neue Grundlagen, auf denen sich ein ge­sundes deutsches Wirtschaftsleben entwickeln wird. Das ist ein Vorgang, der sich n u r o r g a n i s ch ent- wickeln kann.

Die (Steuerung wird hauptsächlich mit den Flügeln ausgeführt und ebenso das Schwenken. Allerdings arbeitet der Schwanz bei seitlichen Wendungen, bei Ausbiegungen und Flugspielen stark mit. Arn wichtigsten ist er für das Landen. Kurz vorher wirb der Schwanz breit gefächert und abwärts gesenkt: dadurch entsteht eine Verringe­rung der Geschwindigkeit. Gelegentlich dient der Schwanz auch zum Balancieren, so bei der fjnfcl, wenn sie nach schnellem Flug auf einen Q^t landet und nun rasch den Schwanz nach oben richtet, um nicht vornüber zu fallen.

und Giftbestandteile von Pilzen und Mikroorganis­men. Geheimrat Professor Dr. Heinrich Wieland wurde die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Profes­sor Dr. Gerlach - München hielt dann einen Vor­trag überDie Entwicklung der Roentgenröhren in ihrer Bedeutung für Wissenschaft und Technik". Professor Dr. Günther- Berlin sprach über die chemische Wirkung von Roentgenstrahlen.

Der sächsische Lanbesbischof 2hmels f.

D. Ludwig Ihmels, Professor an der Univer­sität Leipzig, Landesbischof von Sachsen, ist 75 Jahre alt gestorben. D. Jhmels ist einer der bekannte­sten evangelischen Kirchenführer Deutschlands, dessen Name weit über die deutschen Grenzen hinaus be­kannt und hochgeehrt wurde. Von dcm Pfarramt in feiner Heimat in Ostsriesland wurde er als Studien­direktor in das Hannoversche Predigerseminar Klo- fter Coccum berufen. Er wirkte dann als ordent­licher Professor für systematische Theologie an der Erlanger Universität und seit dem Jahre 1902 an der Universität Leipzig Im Jahre 1922 wählte ihn die Landessynode der neuverfaßten sächsischen Landeskirche zu ihrem ersten Landes- b i s ch o f.

Professor Langstein f.

Prof. Langstein, einer der führenden Männer ber modernen Kinderheilkunde, erlag in feiner Berliner Wohnung einem Schlaganfall. Profes­sor Langstein, von Geburt Wiener, studierte in Berlin und war u. a. der Assistent Prof. Dr. Heubners an der Charite, der ein ebenso be­rühmter Kinderarzt war, wie es später sein Schüler wurde. Sein vornehmstes Ziel sah der Verstorbene in ber Bekämpfung ber Säuglings» unb Kindersterblichkeit. Die Krönung seines Le­benswerkes ist das Kaiser» Augusta» Viktoria -Haus, bessen Leiter er seit seiner Gründung war. Im Kampf gegen Kinderkrank­heiten unb Säuglingssterblichkeit hat dieses In­stitut unter seiner zielbewußten Führung eine große Rolle gespielt unb war sowohl im In- wie im Auslande als Zentralstelle für Kinder- unb

Säuglingsschuh anerkannt.

getragen hat, Stände und Klassen, Länder unö otamme aufzuheben in einer wahren Volks­gemeinschaft, überreicht vom Senat ber Freien unb HanMabt Hamburg. Den 8. Iuni 1933.

Der Regierende Bürgermeister

(gez.) Krogmann.

Unterredung zwischen Reichsminister Or. Goebbels und dem deutschen Ge­sandten in Kairo.

8. Iuni. (WTD.) Amtlich. Reichs- Minister Dr. Goebbels hatte heute eine längere Unterredung mit dem deutschen Gesandten in Kairo von Stohrer.

Nachprüfung der ab 30. Januar 1933 in der NGOAp. erfolgten Aufnahmen.

Zum ersten Mal seit langen Iahren sind die Eierpreise im Frühjahr gehalten. Der Ge » treibepreis steht sicher, ohne baß noch wie früher eine stärkere Stützung erfolgt. Die Einfuhr von Speck, von Eiern, Schmalz unb Vieh ist auf einen Bruchteil des -Vorjahres gesunken. Große Sorge macht uns ber Gartenbau, ber durch bie Bindung gegenüber Frankreich und be­sonders Italien stark bedroht ist. Wir hoffen, daß unser Gesetz zum Schutze des Gartenbaues uns auch hier ein erhebliches Stück vorwärts bringt. Die Frühkartoffeleinfuhr haben wir we­nigstens für die nächste Zeit dadurch herabgedrückt, baß wir ein älrsprungszeugnis verlangen. Wirb ein solches nicht beigebracht, gilt statt Des niedri­gen Zolles von 1,50 Mk. ber höhere von 6 Mk.

Von größter Bedeutung ist der Handelsver­trag mit Holland. Der Fetiplan, der Walfisch­tran und Sojaöl abdrosselte, gab uns die Möalich- keit, bei den Produkten, an denen unsere Nachbar­länder Interesse haben, insbesondere Speck und Käse, etwas entgegenzukommen. Eine Bindung un­serer Zölle sind wir mit einer kleinen kurzfristigen Ausnahme nicht wieder eingegangen. Auch bezüglich der Einfuhrmengen haben wir uns durch Kontin­gente gesichert und Vorkehrungen getroffen, daß das, was innerhalb des Kontingentes nach Deutsch­land hereinkommt, die Preise drückt. Der Handels­vertrag mit Holland verbindet die Interessen der Landwirtschaft mit denen der Industrie aufs glück-

Die Ordnung des landwirtschaftlichen Organi­sationswesens werden wir verbinden mit der Durch­setzung des berufsständischen Gedankens, der die Klassentrennung in Arbeitgeberverbände und Ge- werkschaften verneint. Die Landwirtschaft ist reif zu

Die Art des Fluges ist bei ben Vögeln sehr Der» schiebenartig. Am einfachsten ist ber G l e i t f l u g bei Windstille, durch den der Vogel mit ruhig ge­breiteten Flügeln sich langsam ohne Kraftaufwen- bung zur Erbe sinken läßt ober von einem Ast zum andern streicht. Im Segelf lug wird das sogenannteKreisen" ausgefährt. Der Vogel hat die Flügel wie beim Gleitflug ausgebreitet unb schwebt ruhig vorwärts, wobei er bie bewegte Luft als Fortbewegungsmittel benutzt. Die häufigste Flugform ist der Ruber f lug, der von den Luftverhältnissen unabhängig ist unb bei dem die Flügel regelmäßig auf unb niebergeschlagen toer» ben. Wie bet Mensch beim Schwimmen mit Ar­men unb Händen arbeitet, um sich über Wasser Su halten unb zugleich vorwärts zu kommen, so tut es auch berrubernbe" Vogel, ber bamit gleichzeitig ben Auf- unb Vortrieb erzeugt.

Die Vögel müssen natürlich ein sehr feines Ge- fuhl in ihren Flügeln haben, wenn sie die Kräfte richtig auf ben Vor- und Aufstieg Der- teilen wollen. Die Flügel brauchen für bie ein­zelnen Fälle nur etwas anders gestellt ober be­wegt zu werden. Eigentlich müßte ja der Vogel beim Aufheben ber Flügel infolge bes Gegen- brucks ber Luft ton oben jedesmal etwas sinken und deshalb in kurzen Wellen dahinschießen, aber er vermag eine schöne Gleichmäßigkeit ber Bahn Lu erzielen, indem er bie Flügel beim Heben leicht aufdreht, so baß bie Luft, gegen die er an» fliegt, einen Gegenbruck ausübt, ber vom Vogel als Auftrieb ausgenuht wirb. Für ben Vortrieb ift ihm seine zugespihte Gestalt von Ruhen, die den Widerstand am besten überwindet, und dann braucht die Vortriebskraft bei ber Leichtigkeit bes Nepers überhaupt nur verhältnismäßig gering fem. Die Schnelligkeit des Fluges hängt von der Raschheit der Flügelschläge, und von der Große des Flügelschlags ab. Dadurch ist der Vogel jederzeit in der Lage, die Geschwindigkeit nach Belieben zu ändern.

Führt der Vogel keine rudernden Bewegungen sondern kräftige lotrechte Schläge aus, die fast mir dem Auftrieb dienen, so nennt man das As^rf ug. Dieser ist recht anstrengend. Eine Besonderheit ist der R Ü 11 e l f l u g, den man z D. beim Turmfalken sehr gut beobachten kann,' wenn er, mit ben Flügeln zitternb die Luft schla- genb, unverrückbar auf einem Punkte steht. Die Slugel sind bann stark aufgedreht und wirken le- Mich der Schwerkraft entgegen, während der Dortrieb gleich Rull ist. Die Bedeutung des zes für den Vogelflug ist früher wohl stark überschätzt worden. Zweifellos ist bei den Bogeln von den frühesten Typen eine starke Rück- bilbung des Schwanzes erfolgt, und manche, wie die Lappentaucher, haben überhaupt keinen Schwanz mehr oder nur noch einen Stummel.

Aus aller Wett.

Tagung des Stahlhelm-Studenten- ringes Langemarck.

Aus allen Teilen Deutschlands sind die Kame­raden des Stahlhelm-Studentenringes Langemarck in Raumburg zusammengekommen, wo im nächsten Iahre ein Ehrenmal für bie im Weltkrieg g e f a'l I enen Studenten er» richtet werden soll. Die Flaggenparade fand un­ter reger Anteilnahme ber Bevölkerung auf dem Marktplatz statt. Im Rathaussaal wurde bie Füh­rertagung von dem stellvertretenden Führer des Stahlhelm-Studentenringes Dr. K i e ke b u sch er­öffnet, der an die Landeshochschulführer und bie Hochfchulgruppenführer eine Ansprache richtete, in der es u. a. hieß, baß die Reuorganisation des Stahlhelm-Studentenringes Langemarck voll­zogen sei. Der Kamerad Bundesführer Selb te habe persönlich die Führung des Stahlhelm- Studentenringes übernommen. Die Stubentenbe» toegung des Stahlhelm stehe jetzt in ber entschei- denbsten Stunde. Die Mitgliederzahl der Hoch­schulgruppen habe sich während der letzten Mo­nate verdrei- bis verfünffacht. Rur straffste Führung und restloser Einsatz aller alten und neuen Kameraden könne ben Stahlhelm- Studentenring trotz dieses großen Mitgliederzu­wachses bei der heutigen politischen Lage zu einer festgefügten und disziplinierten soldatischen Or­ganisation entwickeln.

Das Urteil im Liechtensteiner Roller-Prozeß.

3m Prozeß gegen bie Entführer der G e- drüber Rotter fällte das Vaduzer Kri­mi n a l g e r i ch t folgendes Urteil: Der Hotelier Ru­dolf Sch a edler (Vaduz) wird zu einer Kerker­strafe von einem Jahr verurteilt, Peter R e In­der g e r zu neun Monaten Kerker, Eugen From- m e l t zu fünf Monaten Kerker unb Franz Roeckle 3" vier Monaten Kerker. Die Untersuchungshaft wird angerechnet.

Arbeitnehmervertreter) selbständig ihre Vertreter entsenden, lehnt die Arbeitnehmer­gruppe bie Entsendung der deut­schen Arbeitnehmervertreter in die einzelnen großen Ausschüsse ab. Die Arbeitergruppe der internationalen Arbeitskon­ferenz setzt damit die seit Iahren gegen bie faschistische Arbeitervertretung ge­übte älnterdrückungspolitik nunmehr auch ge­genüber der deutschen Arbeitervertretung durch. In ber Sitzung ber Arbeitergruppe bean­tragten bie deutschen unb italienischen Vertreter gegenseitig ihre Entsendung in die Ausschüsse, je­doch wurden diese Anträge von der großen Mehr­heit der Gruppen abgelehnt. Die Mehrheit lehnte es auch ab, ben früheren freien Gewerkschaftler L e u s ch n e r (ben ehemaligen hessischen Innen­minister), ber von ber Arbeitergruppe selbst in den Derwaltungsrat des Internationalen Arbeits­amtes delegiert worden war, als deutschen Ar­beiterdelegierten in die Kommissionen zu ent­senden.

Dr. Ley und der faschistische Delegierte Luigi Razza protestierten aufs heftig st e ge­gen diese brutale Unterdrückung der Minderheit seitens der Mehrheit. Ohne daß der Vorsitzende, der belgische Sozialistenführer Mertens, einschritt, wurden Schimpfworte gegen den deutschen Vertreter laut. Dr. Ley ersuchte den Vorsitzenden vergebens, ihn gegen diese Be­leidigungen in Schutz zu nehmen. Mertens erwiderte in gereiztem Tone, er verbitte sich jede Belehrung seitens des deutschen Vertreters. Daraufhin erklärte Dr. Ley, die Würde feines Landes verbiete ihm, sich an der Diskussion weiter zu beteiligen. Die Ar­beitergruppe nahm sodann gegen den deutschen unb italienischen Vertreter vorläufig bie Besetzung bes sogenannten Vorschlagsausschus- s e s und des Entschließungsausschusses vor. In beiden sind Deutschland und Italien durch Delegierte nicht vertreten.

Darmstadt, 8.Juni. (WSN.) In einer partei­amtlichen Verfügung des Gauleiters Sprenger wr den Gau Hessen ber NSDAP, heißt es u. a.: Bei dem großen Ansturm der in bie Partei Einlaß Begehrenden seit dem 30. Januar 1933 sind in dem Drange ber Geschäfte auch Aufnahmen ge­nehmigt worben, bie für die Partei nicht nur feinen ©eminn bedeuten, sondern s i ch partei­schädigend auswirken. Es hat sich daher als notwendig herausgestelll, alle seit dem 30. Ja­nuar 1933 getätigten Aufnahmen noch einmal nach- 3 u p r ü f e n. Für bie Nachprüfung werden Richt­linien ausgegeben, in denen es heißt:Mitglied der NSDAP, kann nicht fein:

1. Wer in Wort ober Schrift ben Kampf des schwarzroten Systems gegen bie nationale Er­hebung geführt ober unterlltzt hat.

2. Wer auf Grund 4ines unmoralischen ober halt­losen Lebenswandels das Ansehen verloren hat, das zur Stellung in einem sauberen Volks- und Staatsleben notwendig ist.

Wer nichtarischer Rasse ist: Als solcher gilt auch, wer nichtarisch verheiratet ober an einem nicht­arischen Geschäft interessiert ist, wer mit Per­sonen nichtarischer Raste engeren Geschäftsver­kehr hat, ober ben Boykott gegen bas Juden- tum gebrochen hat.

Kunst unö Wissenschaft.

46. Hauptversammlung

des Vereins Deutscher Chemiker.

In Würzburg begann bie 46. Hauptversamm­lung bes Vereins Deutscher Chemiker, bie von runb 1000 Teilnehmern besucht ist. In einer vorausge­gangenen Vorstanbssitzung war Professor Dr. D u - den bevollmächtigt worden, die notwendigen R e - Organisationen im Verband vorzuneh­men. Bei dem von musikalischen Darbietungen des Zilcher-Trios umrahmten offiziellen Begrü­ßungsakt im Kaiser sa al unb im Weißen Saal ber Resident begrüßte Professor Dr. Duden- Frankfurt a. M. bie erschienenen Chemiker unb bie Ehrengäste. Nach weiteren Begrüßungsansprachen wurde bie Absendung von Huldigungstelegrammen an ben Reichspräsibenten unb ben Reichskanzler bekanntgegeben. Die erste Fachgruppensit­zung begann mit einer Ehrung von Generaldirek­tor Dr. Adolf S p i l k e r - Duisbura-Meiderich. Ihm wurde für feine wissenschaftlichen Arbeiten zur Auf­klärung der Zusammensetzung des Steinkohlenteers und zur Auffindung ber zweckmäßigsten Verfahren ber Teerverarbeitung bie Liebig-Gedenk- münze verliehen. Professor Dr. Kögl-Utrecht wurde bie Emil-Fischer-Gedenkmünze verliehen für seine Untersuchungen über Farbstosf-

Genf, 8. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Die 17. In­ternationale Arbeitskonferenz hat heute begonnen. Don ben 56 Mitgliedsstaaten sind 47 Staaten ver­treten. Der deutschen Delegation, die von Ministerialdirektor Engel vom Reichsarbeitsmini- [terium geführt wird, gehören als Vertreter der Arbeitgeber Kommerzienrat Vogel, als Arbeit- nehmeroertreter ber Führer ber Deutschen Arbeits­front Dr. Robert Ley an. Diesen brei beutschen Hauptbeleaierten sind zahlreiche technische Sachver­ständige oeigegeben. Zum Vorsitzenden ber Konferenz würbe einstimmig bei Stimmenthaltung ber marxistischen Arbeitnehmer beritalienische Senator be Michelis gewählt. Als der französische Sozialistenführer I o u h a u x bie Er­klärung abgab, daß bie Arbeitnehmergruppe sich bei ber Wahl ber Stimme enthalten wurde, eilte der Führer ber Deutschen Arbeitsfront Dr. L e y unter sichtlicher Bewegung zur Tribüne, um in einer kurzen markanten Erklärung festzustellen, baß b i e Arbeitnehmervertreter der deutschen Delegation die Erklärung bes Herrn Iouhaux nicht billigten. Im Namen der Deutschen Arbeitsfront unb der zehn Millionen or­ganisierten deutschen Arbeiter spreche er sich f ü r bie Wahl des italienischen Vertreters aus, nicht nur wegen der persönlichen Verdienste bes Herrn be Michelis, sondern, weil bie deutschen Arbeiter in ihm bas befreundete Italien ehren wol­len. Beim Verlassen der Tribüne grüßte ber beutsche Arbeiterführer ben italienischen Delegierten im Vor­beigehen mit erhobener Hand. Jouhaux konnte es sich nicht versagen, einen ruf der Tribüne unver­ständlichen Zwischenruf, ber aber sichtlich gegen bie deutschen Delegierten gerichtet war, zu machen. Der Zwischenruf fand allerdings sonst keinerlei Be­achtung.

Später kam es e r n e u t zu einem bezeichnenden Vorfall. Bei der Bildung der Einzel­ausschüsse, in die die drei Gruppen der Kon­ferenz (Regierungsvertreter, Arbeitgeber- und