Ausgabe 
9.6.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 132 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Hreitag.o.'Zuni (933

Oberheffen.

prämienmorff in Lauterbach.

QBS21- Lauterbach, 8. 2uni. Gestern beging die Stadt Lauterbach unter starker Beteiligung der Landbewohner den 6 2. Prämien markt Zur Prämiierung waren 114 6tüd Großvieh, 133 Ziegen und 24 Schweine auf getrieben; gleich­zeitig fand Schweine- und Ferkelmarkt statt, auf Dem bei regem Handel 2c0 Tiere aufgetrieben waren- Ein Krämermarkt, auf dem die Käuferfchaft im allgemeinen zurückhaltend war, sowie das übliche Volksfest folgten der Prämiie­rung.

Am Nachmittag fand in der Turnhalle eine von etwa taufend Dauern besuchte Versammlung statt, in der der hessische Staatskommissar für Landwirtschaft, Dr. Wagner, bedeutsame Er­klärungen über die Stellung der Land­wirtschaft im neuen Staate und über die Aufgaben des Staates gegenüber der Landwirt- fchaft abgab. Die Versammlung endigte mit einer einstimmig gefaßten Entschließung, in der die treue Verbundenheit der Vogclsocrg- bauern mit dem Kanzler Adolf Hitler und dem Reichsbauernführer D a r r 6 zum Ausdruck ge­bracht wurde.

üanDtrcie Gr ehe n

< Londorf, 8. Juni. Dieser Tage fanden sich die Mitglieder des hiesigen Turnvereins im ge> schmückten Saal der Volkshalle cm. um die Gleich­schaltung des Vereins vorzunehmen. Die Bilder der Führer der nationalen Erhebung und die Büste des Turnvaters Jahn fah man. ovm Hakenkreuzbanner, dem Dereinsbanner und den Farben Schwarzweiß- rot umrahmt Zur Versammlung waren sechs Ver­treter der NSDAP, eingeladen und erschienen. Nachdem der 1. Vorsitzende die Richtlinien der Gleichschaltung verlesen hatte, legte der gesamte Vorstand seine Aemter nieder 21 uf Vorschlag wurde Turnbruder Georg H o ch ft einstimmig zum Füh­rer des Vereins gewählt. Er dankte für das ihm

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entgegengebrachte Vertrauen und gelobte, feine ganze Kraft in den Dienst der Turnsache zu stellen zum Wohle des Vereins und zum Wohle des geliebten Vaterlandes. Nachdem der neue Vorsitzende durch Handschlag verpflichtet worden war, ernannte er den neuen Vorstand. Mit einemSieg-Heil" auf den Führer Adolf Hitler fand die Versammlung unter den Klängen des Horst Wessel-Liedes ihren Abschluß.

0 Kesselbach, 8. Juni Der hiesme I u in­ner e t n hielt im festlich geschmückten Vereinslokal eine außerordentliche Generalversammlung ab Der Uebertritt zur D T wurde e i n st i m m i g beschlossen. Zum Zwecke der Gleichschal­tung legte der Vorstand seine Aemter nieder Zum Vorsitzenden wurde Ludwig Olemotz bestimmt, der sofort feine Mitarbeiter wie folgt ernannte Turnwart Hrch. Becker. Kassenwart W Schorn her. Schristwart K. S ch a a f und zu weiteren Mit­gliedern des Turnrats stein und Becker, zum Äugend-Turnwart wurde W Dietz bestimmt. So­dann wurde noch über die Veränderungen durch den (Eintritt des Lahn Dünsberg Gaues als !8ezirk 7 in die DT. Bericht erstattet und (Erläuterungen über die weitere Tätigkeit des Turn- und Sportbetriebs gegeben. Die Kapelle des Turnvereins will ihre Tätigkeit wieder ausnehmen Für diesen Zweck wur den von Freunden namhafte Spenden gemacht und Turnbruder Becker mit Der Leitung beauftragt Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit einemGut Heil!^ auf den Gründer der Turnfache, auf unser Vaterland und auf seine neuen Führer.

Mrcie tiiiDuigcn.

WSN Büdingen, 8. Juni . 3n der Nähe des Dorfes Kerzell wurde gestern nachmittag ein SA -Mann aus Löhrbach bei Bü­dingen von einem mit fünf Personen besetzten Personenkraftwagen ersaßt. Er wurde vorn Rade geschleudert und erlitt so schwere Verletzun­gen am Kops, daß sein sofortiger Tod eintrat.

Zahresiagmig der VezirMarkaffe Grünberg.

+ Gründer g, 8.3uni. Dieser Tage sand im SparkaFcngebäude die diesjährige ordentliche mUigiiebernerfarnmlung der Bezirksspar- kaffe Grünberg statt- Den Vorsitz führte der Direktor Dekan Schmidt. Das Kreisamt Gießen a.s Aufsichtsbehörde war vertreten durch Regierungsrat Grein. Don 43 Gemeindevertre­tern waren 42 anwesend Da die Amtszeit der bisherigen Vorstands- und Aussich'.sratsmitglie- der als beendet erklärt war, so war nur der bis­herige Vorstand durch Direktor, Rechner und Kontrolleur vertreten Aus der Tagesordnung standen die 3ahresrechnung uno die Ent­gegennahme deS Geschäftsberichts, sowie die Neuwahl des Aufsichtsrats.

Der Direktor wies zunächst aus die Dedeutung der diesjährigen Mitgliederversammlung hin, die den organischen Aufbau der Kaffe neu gestalten solle im Sinne der giften nationalen Neugestal­tung, die wir in den letzten Monaten erlebt hätten Man könne mit Zuversicht dem Gang der Dinge entgegensehen und der Gewißheit sein, daß das große Ziel, welches sich der Reichskanzler zunächst gesteckt habe, innerhalb vier Jahren die Schäden des alten Systems zu beseitigen, erreicht werde

Ls sei ganz selbstverständlich, daß uie Sparkassen ohne weiteres bereit seien, -ich zur Erreichung des großen Zieles mit allen Kräften und allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln einzu- fpannen. Die unbedingt notwendige Grundlagc für eine günstige Entwicklung der Sparkasse fei das Getragenwerden von dem vertrauen der Bevölkerung. Dieses vertrauen werde erworben durch eine solide, einwandfreie Gejwäftsführung, aber auch dadurch, daß Persönlichkeiten der Ver­waltung angehören, die das vertrauen weiter kreise genießen.

Das aber, was zulegt entscheide, mären gesunde politische Verhältnisse in unserem Vaterland Diese würden verbürgt durch die neue Regierung, deren oberster Vertreter und Hauptträger 21bolf Hit er sei. Neben ihm stehe in ragenoer Trotze Reichs­präsident von Hindenburg. Mit einem drei­fachen Sieg Heil auf den Reichspräsidenten und den Reichskanzler, in welches die Versammlung begei ftert einstimmte, schloß der Direktor seine Aus sührungen.

Hierauf wurde zur Erledigung der Tagesordnung geschritten Die vom Aufsichtsrat geprüfte Jahres- rechnung für 1932 lag offen Der Rechner verlas das Protokoll über die Rechnungsprüfung und Re­vision durch den Auffichtsrat, bei welcher sich keine Beanstandungen ergeben hatten Der Direktor trug hierauf den Geschäftsbericht für 1 932 "vr Der wirtschaftliche Tiefstand während des Jahres 1932 macht sich auch in den Ziffern des Geschäfts­berichts bemerkbar, doch kann unter Würdigung der in weiten Kreisen herrschenden Notlage das Ergeb nis des Geschäftsjahres noch als günstig bezeichnet werden Umsatz und Bilanzsumme hielten sich auf der Höhe der Vorjahre

Die Zahl der Sparbücher hat sich erhöht, wäh­rend der Spareinlagenbestand einen kleinen Rückgang aufwies. Am Jahresende betrugen die Spareinlagen auf 3128 Konten 2 112 075 Hin ferner bestehen in der Aufwertungsabteilung noch 1476 Konten mit 137 875 H2H.

Neue Darlehen wurden im Jahre 1932 nicht gewährt, die eingehenden Mittel fanden zur Stär- kung der Liauiditätsanlagen Verwendung. 3m Scheck- und Kontokorrentverkehr betrug die Zahl der Konten am 3ahrcsende 345. der Guthaben- ftand 81 556 Mari. 3m Depotverkchr (Verwah- rung und Verwaltung von Wertpapieren für die Kundschaft» kann die Aufwertung der Papier- rnarianleihen nunmehr als beendet angesehen wer­den 3n dieser Abteilung bestehen 249 Konten mit einem Gesamtnennwert von rund 270 000 Mk. Die eigenen Wertpapiere der Kasse mit einem Nennwert von 172 000 Mari sind nach dem Kurs vom 30. Dezember 1932 mit 126 900 Mari in die Dilanz eingestellt. Eine Aufstellung im Geschäfts­bericht über die Verteilung der an Private ge­währten Darlehen und Kredite nach der Höhe der Forderung ergibt folgendes Dild: 658 Darlehen gleich 65,8 Prozent aller Darlehen liegen unter

1000 Mark, 167 Posten gleich 16,7 Prozent in der Höhe von 1000 bis 2000 Mari, 144 Posten gleich 14,4 Prozent zwischen 2000 bis 5000 Mari, 27 Posten gleich 2,7 Prozent zwischen 520) bis 10 020 Mark und 4 Posten gleich 0,4 Prozent über 10 000 Mark.

Diese Ausstellung zeigt, daß Großkredite nicht gewährt und daß die Darlehen hauptsächlich dem Mittelstand zugeflossen sind.

Da zur 3ahresrcchnung und zum Geschäftsbe­richt Wortmeldungen nicht erfolgten, wurde zur Neuwahl der von der Mitgliederversammlung zu wählenden Aufsichtsratsmitglieder geschritten. Gemäß einem Vorschlag, welcher im Einverständnis mit der Kreisleitung der NSDAP. Gießen gemacht wurde, wurden gewählt die Ge­meindevertreter. Gemeinderat Hermann Stein, Climbach; Dürgermcister Erb, Flensungen; Dür- germeifter Dr. Mi 1 dner, Grünberg; Bürger­meister Schultheiß, Lumda; Bürgermeister Nachtigall, Odenhausen, und Bürgermeister Hock, Wettsaasen. Sahungsgemäß sind 3 Qluf- sichtsratsmitglieder, welche nicht den Organendes Gewährverbandes angehören dürfen, vom Kreis- amt zu berufen. Bereits vor der Versammlung waren die .Zerren Dr. Schnabel, Bäckermeister Erich Becker und Rechtsanwalt Stammler, ©rünberg, vom Kreisamt Gießen in den Auffichts­rat berufen worden.

Hiermit war die Tagesordnung erledigt. Regie- rungsrat Grein- Gießen, wies dann noch in einer kurzen Ansprache darauf hin, daß die Kasse gut fun­diert sei und auch das schwere Jahr 1^32 gut über standen habe. Dies sei en Beweis daß sie

das vertrauen der Bevölkerung genieße und daß die Verwaltung vorsichtig und doch weitsichtig die Geschäfte geführt habe.

Es sei ihm ein Bedürfnis, allen denen. Die dazu mitgewirkt haben, Dank und Anerkennung auszu- sprechen, und zwar nicht nur Den Beamten und An- gestellten und dem schon lange an dei Spitze stehen­den Direktor, sondern auch den bisherigen Vor­stands- und Aussichtsratsmitgliedern und der Mit- gliederverjammlung. Da diese Organe Durch die Gleichschaltung ein anderes Aussehen gewönnen, -o sei umso mehr Veranlassung, Dank und Anerkennung au zollen Mit dem Wunsche, daß die Kasse unter Der neuen Verwaltung in Dem von Dem Volkskanzlcr ADolf Hitler geführten neuen Staat sich g instig weiter entwickeln möge, schloß Regisrungsrat Grein feine Ansprache Die Versammlung wurde hierauf geschlossen

Der Aussichtsrat, Der im Anschluß an die Der- sammlung seine erste Sitzung abhielt. wählte Rechts­anwalt «tammler Grünberg, zu seinem Lor sitzenden und nahm Die Wahl des Vorstandes oor Es wurden gewählt Dekan Schmidt zum Direk­tor; zu weiteren Vorstandsmitgliedern: Dr Schna - b e I und Amtsgerichtsrat Dr Christ, Rechner Diehl und Kontrolleur Conrad, sämtlich von Grünberg.

Spontane Hu frigung Tür Hitler.

vier Buben bei Der SA. unD einen bei Der SS

Zwingenberg a. D. B., 7 Juni (WSN., Am FreitagabenD gegen 10.30 Uhr traf Der Reichs­kanzler auf Der Fahrt von Köln nach München im Auto hier ein unD tankte bei Der Tankstelle SchatzschneiDer. In kurzer Zeit war Die ganze Hin­gegen alarmiert. Aus allen Häusern unD aus Den Fenstern sprangen Die Menschen, jung unD alt, um Den Führer zu sehen. Der Reichskanzler verließ das Auto und begrüßte die freudig erregten Menschen mit Händedruck Frau Fiebevling meldete mit Stolz: Herr Hitler, ich habe vier Buben bei Der S21. unD einen bei Der SS.". BeiDe Hände faßte der Reichskanzler und lobte dasalte Mütterlein". Vier Wanderburschen brachten dem Reichskanzler einen Gruß mit ihrer Laute dar. Ein Begleitmann brachte ihnen alsvom Chef per­sönlich" 10 Mark als Gabe Die Burschen freuten sich außerordentlich über das Geschenk Hitler be­stieg sodann wieder den Wagen, und unter allge­meinem Jubel verschwanden die Autos in Der Rich­tung Auerbach, um München zuzueilen.

Sie große Enttäuschung: Max Schmeiing verlier!!

Max Baer siegt in der 40. Hunöe durch technischen f. o.

Der mit großer Spannung erwartete Boxkampf zwischen Dem deutschen Exweltmeister Max S ch m e ling und dem Slalifornier Max Baer nahm am Donnerstagabend im Neuyorker Pankee-Stadion einen überraschenden Ausgang In der 5 Runde des bis dahin ausgeglichenen Kampfes wurde dem Deutschen das linke Auge stark getroffen und begann sich zu schließen. In Der 10 RunDe wurDe er aber von einem schweren Rechten Des Kali- forniers getroffen unD mußte b i s9" z u BoDen Als er sich vollkommen benommen erhob unD wei­terzukämpfen versuchte, wurDe er von seinem Geg­ner sofort mit einem Hagel von Schlägen überschüt­tet, so Daß Der Ringrichter Den Kamps abbrach unD Den Slalifornier zum Sieger Durch technischen k. o. erklärte. Unter Dem großen Jubel Der 65 000 Zu­schauer verließ Max Baer als Sieger Den Ring.

Oer dramatische «ampf

Die erste RunDe beginnt beiDerJeitig mit Der üb- lichen Vorsicht Baer übernimmt Den Angriff, mäh- rcnD Sdjmelina sehr geschickt unD sicher verteidigt. (Ein schwerer Rechter hinterließ Spuren im Gesicht des Kalifvrniers, der in der zweiten Runde mit stürmischen und wilden Angriffen beginnt und diese Runde klar an sich bringt. Ziemlich ausgeglichen verläuft Die Dritte RunDe, in Der beiDe Boxer Treffer lanDen können Sdjmeling erholt sich Dann wieDer in Der vierten RunDe, nadjDem zu Beginn Derselben beiDe Boxer gleichmäßig treffen unD ab­wehren. In Der 5. RunDe suchte Der Deutsche Die EntscheiDung, er mußte schwere Sachen einstecken.

Sdjmeling ist aber im Uebcreifcr unoorfldytig und erhält einen schweren Rechten auf da» linke Auge.

Das Auge beginnt sich sofort zu schließen. Von der sechsten RunDe an ist Der Deutsche Durch seine Augen- verietzung zwar im Nachteil, er gibt aber Den Kampf nicht verloren unD setzt seinem Gegner in Dieser und in der siebenten Runde schwer zu, und zwar so stark, daß er in beiden Runden wegen unfairer Schläge verwarnt werden muß. Auch in der achten Runde gibt Sdjmeling nicht nach, während Baer offensichtlich ermüdet. Sdjmeling erkennt dies und sucht in wilden Angriffen die Entscheidung. Der Slalifornier wird zwar stark erschüttert und muß auch diese Runde abgeben. Dann aber wendet sich dieses Blatt. Ip der Pause zur neunten Runde hat sich Baer erholt. Der Slalifornier überschüttet nun den Deutschen mit wilden Schlägen, drängt ihn ganz in die Verteidigung und bringt die Runde an sich, Dabei allen Versuchen Sdjmeltngs, in Den Nah­kampf zu gehen, geschickt ausweichend.

Der Abschluß kam dann in der zehnten Runde. Sdjmeling wurde von Serien schwerer Schläge überschüttet und war ziemlich benommen, al» er einen schweren Rechten erwischte und bi» 9 zu Boden muhte.

Als er sich erhob, war er schon ein geschlagener Mann, und der Abbruch des Ringrichters bewahrte ihn vor dem sicheren Ende eines gänzlichen Nieder­schlags.

Wirtschaft.

* Die Landesgenoffen schaftsbank eGmbH. zuDarmstadt hat ihren Geschäfts­bericht über das 20. Geschäftsjahr versandt. Am 31. Dezember 1932 waren der Dank 398 Kredit­genossenschaften, 16 Dezugs- und Absahgenoffen- schaften, 9 Winzcrgenoflenschaften, 15 sonstige Ge­nossenschaften, 1 Zentralgenossenschaft, 2 mit Rechtspersönlichkeit ausgestattete Vereinigungen, 2 Einzelmitglieder, zusammen 443 Mitglieder mit 765 Geschäftsanteilen zu je 3000 Mari gleich Mari 2 295 000 Eeschäftsguthaben und einer Gesamthaft­summe von 15 3C0 000 Mark angeschlofsen. Die Bi- lanzsumme einschließlich der Wechselverbindlichkei­ten beträgt rund 18 165 000 Mark. Der 3ahres- umsatz belief sich auf 551 544 000 Mari. An Gut­haben in lausender Rechnung und an Einlagen auf Termingeldkonto weist die Dilanz 3 054 000 Mark aus 3n lausender Rechnung sind 7 962 000 Mark ausgeliehen, wozu an Forderungen aus weiterbegebenden Wechseln 7 332 002 Mari kom­men. Der Wechseleingang von 52 329 000 Mark verteilt sich auf 10 421 Distontwechsel und 10 948 3ukassowechsel. Der Eingang an Schecks betrug 17 189 000 Mark und seht sich aus 94 260 Abschnit- ten zusammen. Die flüssigen Mittel der Dank stell­ten sich am 3ahresschlusse auf 2 326 000 Mk. gleich 33,6 Prozent und haben damit um 695 000 Mark gleich 11,6 Prozent gegen Ende des Vorjahres zugenommen. 3m Laufe dieses 3ahres hat sich die Zahlungsbereitschaft auf der durchschnittlichen Höhe von etwa 30 Prozent gehalten. Das An­kostenkonto ist im vergangenen 3ahre um weitere 54 000 Mart gesenkt worden, was gegen das 3ahr 1929 eine Verminderung von 166 002 Mart gleich 40,5 Prozent ausmacht. Aus dem regelmäßigen Geschäft hat die Dank einen Gewinn von 141 730,41 Mark erzielt. 3n der am 9. 3uni stattfindenden Generalversammlung wird der Vorstand den Mit- gliedsgenossenschasten Vorschlägen: Dem Reserve­fonds 22 085,20, der Detriebsrücklage 22 085,21, den Mitgliedern 4 Prozent Dividende auf die Ende 1931 eingezahlten Geschästsguthaben 97 560 Mk. zuzuweisen.

Frankfurt uneinheitlich.

Frankfurt a. M., 9. 3uni. (WTB. Draht­meldung ) Die Transfer-Moratorium-Erklärung der Reichsregierung fand zwar in Dörsenkreisen eine gute Aufnahme, doch will man die Ausfüh­

rungsbestimmungen hierzu abwarten, um einen richtigen Aeberblick über diesen Schritt zu bekom­men. Gegenüber den Dorbörsenkursen brachte die amtliche Eröffnung eine Enttäuschung. Das Feh­len fast jeglicher Orders außenstehender Kreise be­wirkte bei der Kulisse verstärkte Zurückhaltung und löste r ielsach kleine Abgabeneigung aus, zumal die Dreierkonferenz über die Abrüstung ein enttäu­schendes Ergebnis gebracht hatte, was besonders im Hinblick auf die bevorstehende Weltwirtschafts­konferenz 'Beachtung fand. Die ersten Kurse zeig­ten bei minimalen Amsätzen uneinheitliche Haltung, jedoch überwogen meist Abschwä­chungen von 0,25 bis 0,75 Prozent. Eine Aus­nahme bildeten nur Reichsbank, die stark gesucht waren und zum ersten Kurs 2,25 Proz. gewannen. Dei einzelnen Montanaktien (Buderus, Harpener. Rheinstahl usw.) betrugen die Verluste bis zu 1.5 Proz., lediglich Mannesmann und Klöckner- Werke lagen etwas fester. 3G. eröffneten mit 135,50 Proz. gegen die Vorbörse um 1 bis 1,5 Prozent niedriger, gestern abend notierten sie mit 136 Prozent. Deutsche Erdöl setzten 1 Prozent höher ein. Am Elektromarkt hielten sich die Ver­änderungen nach beiden Seiten innerhalb einefl Prozentes Dau- und Zementwerte bröckelten um 0,5 Prozent ab. 3m übrigen herrschte Geschäfts­stille.

3m Verlause blieb das Geschäft klein und die Kurse zeigten kaum Veränderungen. Reichs­bank bröckelten später etwas ab, Dagegen konn­ten Harpener ihren Ansangsverlust voll aus­gleichen und darüber hinaus noch etwa 1 Prozent anziehen. 3G. bewegten sich zwischen 35,50 und 36 Prozent.

Am Rentenmarkt war das Geschäft auf allen Marktgebieten klein. Deutsche Anleihen blieben behauptet, wogegen späte Reichsschuld­buchforderungen 0,25 Prozent anzogen. Am Pfandbriefmarkt lagen Gold- unD LiquidationS- pfanDbriese ziemlich unverändert, Kommunalobli­gationen gaben zum Teil etwas nach. Stahlver­ein- und 3G.-Farben-Donds notierten fest. Staats- und Stadtanleihen lagen gefchäftslos. Don fremden Werten bröckelten Mexikaner bis zu 0,50 Prozent ab, Rumänen fowie die Lissabon­ner Stadtanleihen zogen leicht an. Tagesgeld war zu 3,75 Prozent etwas leichter.

Die Auswirkung der Mettsbeschaffung.

Eine Ueberschau des Instituts für Konjunkturforschung.

Das 3 n ft i t u t für Konjunkturfor­schung beschäftigt sich in seinem Wochenbericht mit Den Auswirkungen Des Gesetzes zur Ver- minDerung Der Arbeitslosigkeit. Wenn sich Die Ansätze zu einer automatischen Wirtschaftsbele­bung bisher nicht nachhaltig Durchzusetzen ver­mochten, so liege Dies hauptsächlich Daran, Daß Die llncrgieoiglcit Der Kreditmärkte und die Höhe des Zinsfußes für Lang- kredite einer umfassenden Wiederaufnahme der Anlagetätigkeil entgegenstehen.

Das neue Gesetz wirkt in zweifacher Weife für einen lllirtschaflsaufschwung Einmal Dadurch, Daß es die private Unternehmungsinitialioe för­dert, und zum anderen durch die Inangriffnahme öffentlicher Arbeiten in großem Umfange.

Dir freie Unternehmertätigkeit wird dadurch angeregt, daß Aufwendungen für Maschinen und andere Gegenstände Des gewerblichen unD lanD- wirtschaftlichen Anlagekapitals unter bestimmten Vorausfehungen bei Der Ermittlung des Ge­winnes für Die Einkommen-, Körperschafts- unD Gewerbesteuern abgeseht werDen können. Da Die Ersatzinvestitionen stark zusammengeschrumpft sind, darf angenommen werden, daß die Nachfrage nach Ersatzanlagen Durch die gewährten Erleichte­rungen wirksam angeregt wird.

Weiter führt in gewissem Umfange auch die Gewährung von Ehestandsdarlehen zu einer wirt­schaftlichen Belebung. Das Gesetz wird öffentliche Arbeiten entweder durch Gewährung von Zu- fchüffen oder Eingabe von Darlehen förDem. Da die Durchführungsbestimmungen noch nicht erlas­sen sind, läßt sich das Produktionsvolumen iuxfj nicht abschätzen.

Jeft stehl jedoch, daß bi» jutn 1. August 1933 etwa 400 000 Erwerbslose für Tiefbauarbeiten eingestellt werden sollen.

Durch diese Maßnahmen wird gleichzeitig eine "Belebung der privaten Wirtschaftstätigkeit, inso­

weit die Lieser- und Zubringerindu­strien beschäftigt werden, eintreten. Dei Den Wirtschaftszweigen, Die unmittelbar durch das Ge­setz begünstigt werden, ergeben sich zusätzliche De- schästigungsmöglichkeiten und ein erhöhter Bedarf an Materialien und Arbeitsgerät. Allgemein kann man davon ausgehen, daß die Ausgaoe von Arbeitsfchatzanweifungen bis zu 1 Milliarde Mk. die Lohnsumme bis au 600 Mill. Mk. erhöhen wird. Mit dieser Lohnsumme werden nach den gegenwärtigen Lohnverhältnissen für den Tief­bau 500- bis 600 000 Arbeiter und in den vor­gelagerten 3ndustrien etwa 200 000 Arbeiter für ein Jahr beschäftigt.

3nbem die bisher Erwerbslosen ein höheres Einkommen beziehen, tritt ebenfalls eine kauf- fraftffeigerung ein.

Aus Den Bestimmungen zur Ucbcrfübrung weib­licher Arbeitskräfte in Die Hauswirtschaft wird sich weiter eine Entlastung des Arbeits­marktes ergeben, das gleiche gilt durch die staatliche Förderung der Eheschließung.

Or.*(5d)äfer in (5 genommen.

WEN. Darmstadt, 8. 3uni Wie die Po­lizeipressestelle Darmstadt mitteilt, wurde der Handelslehrer Hermann Schäfer, Der seinerzeit als nationalsozialistischer Landtagsabgeordneter .Dr." Schäfer aus Offenbach in Den Hessischen Landtag gewählt wurde und der dann das so­genannte Boxheimer Dokument an Die SPD. ge­geben hatte, am Donnerstag in Frankfurt f e ft - genommen. Er wurDe nach Darmstadt in Schutzhaft übergeführt.

Sprechstunden der Redaktion.

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