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9.6.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 152 Erstes Blaff

185. Zahrgang

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich sür Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An­zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen.

Kein Ergebnis der pariser Abriistungsbesprechnngen.

Oie angelsächsischen Abrustungsdelegierien in Paris. Oie Franzosen beharren aus ihrem Standpunkt.

pari». 8. Juni. (TU.) Amtlich wird mitgeleilt, daß die Vertreter der Regierungen, Norman Da­nis, Lord London derry, Staatssekretär Eden, Ministerpräsident Da la di er. Auhenminister Paul-Boncour und Kriegsmarineminister Leygues einen Meinungsaustausch im Geiste des vertrauens und der Freundschaft über den Stand der Abrüstungsoerhandlungen und darüber, was zu hin fei, um ihren Erfolg zu sichern, gehabt hätten. In Ergänzung dieser kurzen amtlichen Verlautba­rung erklärte Norman Davis beim verlassen des Quai d'Orfays, dah die Verhandlungen einen freund­schaftlichen Charakter getragen hätten. Man habe in mehreren punkten Fortschritte er­zielt, aber keinerlei Entscheidungen getroffen. Neue Besprechungen seien nicht vor­gesehen. Der französische Ministerpräsident D a lä­dier äuherte französischen Pressevertretern gegen­über, datz die Amerikaner und Engländer zweifellos von gutem willen beseelt seien, was Frankreich anbetreffe, fo habe es ein Programm und eine Doktrin.

Man ist versucht, aus diesen kurzen Aeußerungcn den Schluß zu ziehen, daß der Gedankenaustausch keine weittragenden Ergebnisse gezei­tigt hat. Besonders die Gegenüberstellung von gu­tem Willen und Doktrin aus dem Munde des fran­zösischen Ministerpräsidenten läßt darauf schließen, daß man so ziemlich auf der Stelle getreten ist Die Franzosen sollen ihren Standpunkt aufrecht erhalten haben. Ein gewisser Nutzen der gegensei­tigen Fühlungnahme liegt aber darin, daß die betei­ligten Mächte nun wissen, welche G r en z e n den erhofften Zugeständnissen gesetzt sind.

Frankreichs Forderungen.

LhncKontrolle leineRnstnngsbcschränkung

Paris, 8. Juni (WTB.) lieber die heute in Paris geführten ftanzöfisch angestächsischen Bespre­chungen veröffentlicht d>e Havas- Agentur eine Erkläruna, in der es heißt; Die Besprechungen galten dem gesamten Abrüstungsproblem, jo, wie es sich gegenwärtig auf der Abrüstungskonferenz dar­stellt Der Meinungsaustausch trug offiziösen Cha­rakter Die Vertreter der drei Mächte haben lediglich so genau wie möglich ihre Stellungnahme von Wiederaufnahme der Genfer Verhandlungen prä- zisieren wollen. Der offizielle Standpunkt Frank­reichs ist bekannt. Frankreich verzichtet her­auf, von den anderen Mächten neue Garan­tien für den gegenseitigen Beistand zu erhalten. Es ist bereit, seine SR ü ft ungen herab^u- setzen, wenn eine ständige objektive, automatische und gegenseitige internationale Kontrolle ge­schaffen wird, um jeden Verstoß gegen das in Vor­bereitung befindliche Abkommen zu verhindern Frankreich fordert gleichzeitig die öffentliche Bekanntgabe der Kriegsmittel, die es als ein praktisches Mittel ansieht, um den R ü - ftungsftanh der verschiedenen Länder kennen zu lernen. Die französische Regierung wünscht endlich zu wissen, welche Maßnahmen die Signatare der Abrüstungskonvention im Falle einer fest- gestellten Verletzung ihrer Bestimmungen ergreifen würden. Erst nachdem das in Aussicht ge­nommene System sich als wirksam erwiesen hätte, würde Frankreich geneigt sein, die Beseiti­gung gewisser Arten von Kriegsmate­rialien ober ihre liebertragung an den Völkerbund ins Auge au fassen. Der Kon- trollgedanke scheint in amerikanschen Kreisen Fort­schritte zu machen, während England sich noch ziem­lich zurückhaltend zeigt. Doch scheint sich in den angelsächsischen Kreisen der Gedanke bahnzubrechen, daß ein auf Europa beschränktes Kontrollexperiment nützlicherweife versucht werden könnte.

Im großen und ganzen halten sich die Berichte der Pariser Presse über die französisch-angelsächsische Unterredung in der Linie dessen, was Havas bereits mitgeteilt hat. Daraus ergibt sich, daß die Aussprache zu keinem Ergebnis gekommen sein kann, da die Franzosen auf ihrem Standpunkt beharrten Laut Matin" hätten die Amerikaner und Engländer von Frankreich nachdrücklichst Rüstungsherab­setzungen verlangt. Dalahier habe demgegenüber sehr entschieden betont, daß Frankreich feines- fallsirgendwieseineSicherheitschwa- ch e n könne, ohne ganz ernstliche und bestimmte Garantien zu erhalten. Erst nach befriebigenbem Ergebnis einer dreijährigen technischen und budge­tären Rüstungskontrolle konnte die franzö­sische Regierung einen Plan zur Herabsetzung ihrer Rüstungen durchsetzen.Journal" hebt hervor, man habe gestern vor allem von der Notwendigkeit gesprochen, die Rüstungsherabsetzungen a u s E t apen z u verteilen, bis ein Beweis für Deutschlands Aufrichtigkeit oorhege Auch die Meldungen der britischen Presse über die Abrüstungsbesprechungen schildern die Lage als nicht sehr hoffnungsvoll So sagt der Korrespondent der Morning Post": Die Verhandlungen waren nicht völlig ergebnislos, haben aber ihren eigent­lichen Zweck nicht erreicht.News Chro- nicle" spricht dagegen von der Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Besprechungen in London.

Ansttang in Genf.

Streit zwischen den großen Hlottenmächlen

Genf, 8. Sani. (21L) Der Hauptausschutz der Abrüstungskonferenz hat sich am Donnerstagnach­mittag, wie vorgesehen, vorläufig bis zum 3. Juli vertagt. Die Schlußsitzung war von der An­kündigung der japanischen Regie­rung beherrscht, Sapan lehne das bisher von allen Mächten angenommene B om b e n w u r f v e r b o t im englischen Ab­rüstungsplan a b, falls nicht die vollständige Abschaffung der Flugzeugmutter­schiffe beschlossen würde. Die Vertreter Groß­britanniens und der bereinigten Staaten wandten sich daraufhin sehr scharf gegen die japanische Ankündigung und lehrten die japanische Beweis- sührung kategorisch ab. Die Sitzung endete mit einem offenen Mitzklang zwischen Japan und den beiden übrigen großen Flottenmächten.

Heber das weitere Schicksal der Abrüstungskon­ferenz herrscht völlige Dunkelheit. Konferenzmü­digkeit macht sich in hohem Grade bemerkbar. Die maßgebenden Delegierten sind bereits abgcreist. Die deutsche Abordnung kehrt mit Ausnahme Bot­schafter Radolnhs nach Berlin zurück, der noch einige Tage in Genf bleibt. Das Ergebnis der ersten Lesung des englischen Abloinmensentwur- fes wird auf deutscher Seite als in hohem Maße unbefriedigend bezeichnet. Die grundsätzlichen deutschen Forderungen, insbeson­dere die Forderung auf Zuerkennung der gleichen Derteidigungswaffen an Deutschland wie Flug­zeuge, Unterseeboote usw haben keine Anerken­nung gefunden. Die praktische deutsche Gleichbe­rechtigung steht somit noch in weitem Felde. Die deutsche Regierung verharrt selbstverständlich wei­ter auf der unerläßlichen Rotwendigkeit sofortiger Entscheidungen und der praktischen Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung.

JliiniflerDräfibenf Göring besucht Hessen-Man.

Begeisterte Kundgebungen auf der Fahrt von Kastel nach Frankfurt.

3n Frankfurt.

Frankfurt a. IN., 8. Juni. (WER.) Die Fahrt des preußischen Rkinisterpräsidenten Go­ri n g mit dem neuen Oberpräsidenten der Pro­vinz Hessen-Rassau, Prinz Philipp von Hessen durch Hessen-Rassau gestaltete sich zu einer Triumphsahrt. Schon in Kassel standen aus dem ganzen Wege die Menschen zu beiden Straßenseiten kilometerweit Spalier. Schon im ersten Städtchen Gudensberg wurde Göring der Ehrenbürgerbries der Stadt überreicht. 3n Fritzlar wurden prächtige Angebinde für die Prinzessin Mafalda dem Oberpräsidenten über­mittelt. 3n 3 esberg drückt ein Greis von last 100 3ahren in Schwälmer Tracht dem Minister­präsidenten die Hand und bringt seine Freude zum Ausdruck, daß er noch vor seinem Tode den Wie­deraufstieg Deutschlands erleben durfte.

lieber Gilserberg, 3 osbach und Schwarzenborn, wo die Schwälmer 3ugenö in ihrer Tracht Schwälmer Dolkstänze zeigt, geht die Fahrt nach Marburg, wo die Zünfte mit ihren Fahnen angetreten sind, Girlanden und Ehrenpforten winken, ein Spalier von mehr als Kilometerlänge grüßt, Herolde Fanfarensignale schmetternd, und Trachten aus früheren Zeiten sind zu sehen. Aus der Burg läßt sich Göring die Reichswehroffiziere, die Professorenschaft und den Magistrat vorstellen. Aus der Stadt heraus geht es dann nach Biedenkopf und weiter über Breidenstein, Holzhausen, Gönnern nach Hirzenhain, wo die Segelflieger ihre Appa­rate an der Straße aufgestellt haben und in einem Transparent den Guftfahrtminifter be­sonders begrüßen. Ministerpräsident Göring steigt aus, um mit sachk. ndigem Blick die Segel­flugzeuge einer Musterung zu unterziehen und die jungen Segelflieger zu ihrem Wagemut zu beglückwünschen.

Weiter über Oberscheld, Dillenburg und Sinn geht es nach Wetzlar. Die Wetzlarer Arbeiter der Feinmechanik-Industrie überreichten als Zeichen ihrer Derehrung Göring ein Fern­glas aus ihren Werkstätten. Allmählich wird es Abend. Die Silhouette des Schlosses Braun­fels steht byzarr gegen den Abendhimmel. Der herrliche alte Marit von Weilburg liegt hin­ter uns, und nun geht es durch die Wälder des Taunus. Am Wege flammen Freudenfeuer, ge­schürt von SA. und Hitler-3ugend. Rochmals eine kleine Pause in Ufingen, und dann geht es über Wehrheim, die Saalburg, Bad Homburg nach Frankfurt a. M.

Kurz vor 12 Uhr traf der Ministerpräsident mit seinem Gefolge im Rathaus ein. Ober­bürgermeister Dr. Krebs begrüßte den Mi­nisterpräsidenten, den Oberpräsidenten sowie den Reichsstatthalter Sprenger. 3m Anschluß hieran fand ein Eisen zu Ehren des Ministerpräsidenten statt Ministerpräsident Göring dankte dem Oberbürgermeister für die Verleihung des Ehren- bürgerrechts und versicherte, daß er sowohl als der neue Oberpräsident ihre ganze Kraft ein­sehen werden, um die Stadt Frankfurt zu unter­stützen im Kampfe um die alte Stellung im Ring der preußischen Städte.

Anschließend begab sich der Ministerpräsident mit feinem Gefolge auf den Balkon des Römer, wo Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger einige Worte an die auf dem Römerberg versammelte SA. und SS. richtete. Es sei für ihn eine be­sondere Freude, daß er heute dem preußischen Ministerpräsidenten seinen Gau zeigen konnte. Wer diese Fahrt mitgemacht habe, der habe das Vertrauen, daß das Schicksal der Ration in den besten Händen ruhe. Uebertounben sei die Zer­splitterung im 3nnem, alle seien herbeigeströmt, um den Ministerpräsdienten, den treuesten Pala­din des Führers, zu begrüßen. Die Fahrt habe gezeigt, dah heute der Wahn einer QEain- linie endgültig vorbei sei. Der Ratio- nalsozialismus habe den Main zu einer Verbin­dungslinie gemacht. Die Verbindung der beiden Gaue Hessen und Hessen- Rassau unter feiner Führung habe die Drücke geschlagen zwischen Rorddeutschland und Süddeutschland. Und so wie der Rhein niemals eine Grenze werden dürfe, so müsse auch der Main für ewig ein Bindeglied fein. Ministerpräsident Göring schilderte die tiefen Eindrücke dieser Fahrt, die ihre Krönung in dem Empfang der alten Kai­serstadt Frankfurt gefunden habe.

Ein besonderes Erlebnis für ihn sei die Be­geisterung der 3ugenh gewesen, die in allen Dör­fern und Städten die Straßen umsäumte und ihm zujubelte. Diese Fügend sei einmal dazu berufen, das deutsche Schicksal vor der Geschichte zu voll­enden. Das Horst-Wefsel-Lied und das Deutsch­landlied beendeten die eindrucksvolle Kundgebung, Re.chsmin ster G.r ng w. rde, bevor ec d s Zranl- furter Rathaus verließ, noch zu dem goldenen Buch der Stadt geleitet, wo er seinen Ramen eintrug.

/Gin Volk, eine Schule, ein Grzieherfland".

Die Konstituierung der deutschen Erziehergemeinschast.

Magdeburg, 8. 3uni. (TU.) Aus der kon­stituierenden Versammlung der deutschen Erzicher- schaft in der Magdeburger Stadthalle hielt nach einleitenden Begrüßungsworten des Stadtschul­rats Dr. Donath und einigen musiialischen Vor­trägen der Reichsleiter des Rationalsozial:stischen Deutschen Lehrerbundes, der bayerische Kultus­minister Schemm einen Vortrag über .Ein Volk, eine Schule, ein Erzieher stand". Er führte u. a. aus: 3ch glaube, wohl behaupten zu können, daß die heutige Tagung der gesamten deutschen Erzieherfchaft eine Zusammenkunft von Menschen ist, die sich wohl bewußt sind der ungeheueren Verantwortung, die sie als Erzieher und Erzieherinnen in einer Zeit haben, die die größte und gewaltigste geschichtliche Entwicklung in den letzten Monaten genommen hat. Der Herr­gott hat unser Volk auf seinem Gang zum Grabe, der 14 3ahre dauerte, mit seiner unaussprechlichen Gnade auf diesen Weg geführt und damit unser Bewußtsein gestärkt, daß unser Volk das beste, das geistig hochstehendste und in sittlicher und ethischer Bezie­hung einzig dastehende zu betrachten ist.

Der deutsche Lehrer steht mitten in diesen ganzen Geschehnissen, und es ist eine Selbstverständlichkeit, daß er auch auf das Hohe dieser Zeit hinauftlettcrt und sie begreift.

Mögen in den verschiedensten Erzieherorganisa­tionen liberalistische, atheistische, marxistische oder gar bolschewistische Tendenzen sich eingeschlichen Haben, so bewein uns der Heurige tag, daß in Wirk­lichkeit der deutsche Lehrer und Erzieher von diesen Zerstörungserscheinungen in seinerTiesenicht berührt war. Tausende und aber Tausende von deutschen Lehrern haben sich niemals von ihren alten Grundtendenzen der sitt­lichen, ethischen und religiösen Auffassung des deut­schen Erziehers ablenken lassen, denn niemals wäre der Tag von Potsdam erlebt worden, wenn nicht im deutichen Volke soviel rasiisches, ethisches, hochwertiges deutsches Menschentum vorhanden ge­wesen wäre. Die letzten Reste atheistischer und marxistischer Zerrissenheit müssen aber jetzt ver­schwinden. Der deutsche Erzieherstand muß in Zukunft brüderlich und kameradschaftlich in einem Geiste Zusammenarbeiten. Die deutschen Erzieher müssen sich die Hand reichen, ohne Unter­

schied, ob Hochschulprofessor oder Dolksschullehrer. Die deutschen Erzieher marschieren gemeinsam auf das Ziel los:Heranbildung der deutschen Jugend zum Bekenntnis zum deutschen Volk und öaterlanb, zu Gott, Blut und Heimat J

Der Nationalsozialismus steht auf dem Boden keiner bestimmten Konfession, sondern auf dem Bo­den des Christentums." Unser Volk heißt Deutsch­land! Unsere Religion Christentum. Schlimmen und zerstörenden Bestrebungen der Zersetzung der deut­schen Erzieherschast durch Hineintragen und Vertie­fen der Zwietracht in religiöser Hinsicht werden mit allen Machtmitteln des Staates bis zur rohen bru­talen Gewalt beseitigt werden. Deshalb muß buch die heutige gestaltgebende Kundgebung heraus- wachsen zum Bekenntnis zum Volk und über die Konfessionen hinweg ein Bekenntnis zu Gott (ein. Wir sind nicht objektiv, wir sind deutsch. Für uns ist alles falsch, was dem deutschen Volk nicht nützt. Für uns ist alles Verbrechen, was dem deutschen Volk schadet. Anschließend an den Vortrag des bay­rischen Kultusministers Dr. Schemm wurde d i e Urkunde der Gründungsversammlung der deutschen Gesamterzieher-Organisationen unter Führung des NS.-Lehrerbundes verlesen, die von den Vertretern von insgesamt 48 Landesverbänden unterzeichnet wurde und folgenden Inhalt hat:

Die unterfertigten Lehrerverbändc erklären, nach­dem mehr als die Hälfte der deutschen Erzieher dem NS.-Lehrcrbund als Linzelmitglieder beigetreten sind, folgendes

1. Die durch Unterschrift und Stempel ihrer Vor­stände ausgewiesenen verbände treten als rechts­fähige Körperschaften der deutschen Gesamter- zieher-Organisation korporativ bei.

2. Sie sind bereit, an allen Gliedern der deutschen Lrziehergemeinschaft freudig mitzuarbeiten.

3. Sie sind bereit, der Reichsleitung dieser Gemein­schaft für ihre sämtlichen beitragspflichtigen Mit­glieder monatlich im voraus ab 1. Juli 1933 einen Kopsbeitrag von noch sestzustellender hohe zu überweisen.

4. Die Vorstände dieser verbände treten dem JIS.- Lehrerbund als Linzelmitglieder bei.

5. Die genaueren Organisation^- und wirtschaft­lichen Maßnahmen sollen späterer,Regelung Vor­behalten bleiben.

Zum Schluß der Kundgebung wurde einstimmig die Absendung des folgenden Telegramms anden Reichspräsidenten beschlossen:Die heule unter Führung des Nationalsozialistischen Lehrer­bundes in Magdeburg zusammengeschlossene Gesamt- erzieherschast Deutschlands marschiert im Geiste von Potsdam und gelobt, alle Kräfte emzusetzen für Freiheit und Ehre der Nation." An den Volkskanz­ler Adolf Hitler und Reichsminister Frick wurde folgendes Telegramm gesandt:Die heute unter Führung des nationalsozialistschen Lehrerbundes in Magdeburg zusammengeschlossene Gesamterzieherschaft Deutschlands, der nun die bisherigen Einzellehrer- oerbände aller Schulgattungen restlos angehoren, marschiert mit der nationalsozialisti|chen Revolution und gelobt, alle Kräfte einzusetzen kür die Freiheit und die Ehre der Nation und für das gewaltige Werk des großen Erziehers unseres Volkes Adolf Hitler."

Berliner preffestimmen zum Transsergeseh.

Berlin, 9.Juni. (CNB.) Die Berliner Preffe berichtet über den Transferaufschub. In den Kom­mentaren wird übereinstimmend auf das Zwangs­läufige dieser Maßnahme hingewiesen, die ange­sichts der katastrophalen Entwicklung der Deoisen- verhältnisse eine dringende Notwendigkeit geworden sei. Der Völkische Beobachter spricht von einer vorübergehenden Notmaßnahme, die die Sicherheit der privaten Eigentumsverhältnisse nicht berühre. Der Tag weist darauf hin, daß nach den Ereignissen der letzten Woche auch das Ausland mit dieser Entwicklung ge­rechnet habe. Durch das deutsche Transfer-Mo- ratorium werde die Weltwirtschaftskonferenz ge­zwungen, sich gleichzeitig mit dem Problem zu be­fassen, wie die Schuldnerländer in die Lage versetzt werden sollen, ihre Schulden trotz der sich austür­menden Handelshemmnisse zu bezahlen. Man könne Deuifchland bestimmt nicht den Aorworf machen, daß deutscherseits nicht alle Maßnahmen getroffen wor­den seien, um die Einfuhr nach Möglichkeit zu oer' ringern und die Ausfuhr möglichst zu erhalten. Deutschland habe das Seine getan, jetzt sei es an den Wuslanbsgläubigern, einen Weg zu finberr wie die Aufnahmesähigkeit her Welt für beutsche Waren erhöht werden könne.

DieV o s s i s ch e Zeitung" spricht von einem schwerwiegenden Schritt, der schließlich unvermeidbar geworden sei. DasB. T." hebt hervor, baß biefer Eingriff nicht leichtherzig erfolgt fei. Reichsbankpräsident Dr. Schacht tonne sich mit Recht darauf berufen, daß gerade er auf die Gefahren her großen, und wie sich gezeigt hat, übermäßigen Aus- landoerschulbung Deutschlands schon zu einer Zeit hingewiesen habe, als diese Erkenntnis noch das Vorbehaltsgut nur weniger gewesen sei. Daher sei auch das deutsche Transfermoratorium keine Sen­sation, wenigstens nicht im Sinne einer lieber- raschung, sie fei eine Entwicklungsstation, die unter den gegebenen Verhältnissen einmal erreicht werden mußte. DerB o r s e n k u r i e r" führt aus: lieber die Nöte des Augenblicks hinaus stellen wir und wohl auch die Gläubiger die Frage: Wie stellt man Deutschlands Fähigkeit, Devisen aufzubringen und zu überweisen wieder her. Es fei schwer, einen anderen Weg zu gehen, als den, auf welchen Reichs­bankpräsident Dr. Schacht immer schon hingewiesen