Nr. 152 Erstes Blaff
185. Zahrgang
Zreitag.y.ZuniMZ
Erlcheini lägltd), auyo Sonntags und feiertags Beilagen; Die Illustriert« Gietzener Jamilienblätter Heimat im Bild Die Scholl»
Blenati-Bejugsprels:
Mit 4 Beilagen NM I 9b Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . , -.25
Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernsprechanschlüsse
unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Liehen, poßscheckkonto: firanffuri am Main 11686.
MchenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche UniverfitSlr-vrich- und Stetnöruderei L Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7.
Annahme von Anzeigen für die lagesnummcr "bis zum Nachmittag vorher.
Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mrn Brette örtlich 8, auswärt» 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20’i. mehr.
Chefredakteur:
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich sür Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen.
Kein Ergebnis der pariser Abriistungsbesprechnngen.
Oie angelsächsischen Abrustungsdelegierien in Paris. — Oie Franzosen beharren aus ihrem Standpunkt.
pari». 8. Juni. (TU.) Amtlich wird mitgeleilt, daß die Vertreter der Regierungen, Norman Danis, Lord London derry, Staatssekretär Eden, Ministerpräsident Da la di er. Auhenminister Paul-Boncour und Kriegsmarineminister Leygues einen Meinungsaustausch im Geiste des vertrauens und der Freundschaft über den Stand der Abrüstungsoerhandlungen und darüber, was zu hin fei, um ihren Erfolg zu sichern, gehabt hätten. In Ergänzung dieser kurzen amtlichen Verlautbarung erklärte Norman Davis beim verlassen des Quai d'Orfays, dah die Verhandlungen einen freundschaftlichen Charakter getragen hätten. Man habe in mehreren punkten Fortschritte erzielt, aber keinerlei Entscheidungen getroffen. Neue Besprechungen seien nicht vorgesehen. Der französische Ministerpräsident D a lädier äuherte französischen Pressevertretern gegenüber, datz die Amerikaner und Engländer zweifellos von gutem willen beseelt seien, was Frankreich anbetreffe, fo habe es ein Programm und eine Doktrin.
Man ist versucht, aus diesen kurzen Aeußerungcn den Schluß zu ziehen, daß der Gedankenaustausch keine weittragenden Ergebnisse gezeitigt hat. Besonders die Gegenüberstellung von gutem Willen und Doktrin aus dem Munde des französischen Ministerpräsidenten läßt darauf schließen, daß man so ziemlich auf der Stelle getreten ist Die Franzosen sollen ihren Standpunkt aufrecht erhalten haben. Ein gewisser Nutzen der gegenseitigen Fühlungnahme liegt aber darin, daß die beteiligten Mächte nun wissen, welche G r en z e n den erhofften Zugeständnissen gesetzt sind.
Frankreichs Forderungen.
LhncKontrolle leineRnstnngsbcschränkung
Paris, 8. Juni (WTB.) lieber die heute in Paris geführten ftanzöfisch angestächsischen Besprechungen veröffentlicht d>e Havas- Agentur eine Erkläruna, in der es heißt; Die Besprechungen galten dem gesamten Abrüstungsproblem, jo, wie es sich gegenwärtig auf der Abrüstungskonferenz darstellt Der Meinungsaustausch trug offiziösen Charakter Die Vertreter der drei Mächte haben lediglich so genau wie möglich ihre Stellungnahme von Wiederaufnahme der Genfer Verhandlungen prä- zisieren wollen. Der offizielle Standpunkt Frankreichs ist bekannt. Frankreich verzichtet herauf, von den anderen Mächten neue Garantien für den gegenseitigen Beistand zu erhalten. Es ist bereit, seine SR ü ft ungen herab^u- setzen, wenn eine ständige objektive, automatische und gegenseitige internationale Kontrolle geschaffen wird, um jeden Verstoß gegen das in Vorbereitung befindliche Abkommen zu verhindern Frankreich fordert gleichzeitig die öffentliche Bekanntgabe der Kriegsmittel, die es als ein praktisches Mittel ansieht, um den R ü - ftungsftanh der verschiedenen Länder kennen zu lernen. Die französische Regierung wünscht endlich zu wissen, welche Maßnahmen die Signatare der Abrüstungskonvention im Falle einer fest- gestellten Verletzung ihrer Bestimmungen ergreifen würden. Erst nachdem das in Aussicht genommene System sich als wirksam erwiesen hätte, würde Frankreich geneigt sein, die Beseitigung gewisser Arten von Kriegsmaterialien ober ihre liebertragung an den Völkerbund ins Auge au fassen. Der Kon- trollgedanke scheint in amerikanschen Kreisen Fortschritte zu machen, während England sich noch ziemlich zurückhaltend zeigt. Doch scheint sich in den angelsächsischen Kreisen der Gedanke bahnzubrechen, daß ein auf Europa beschränktes Kontrollexperiment nützlicherweife versucht werden könnte.
Im großen und ganzen halten sich die Berichte der Pariser Presse über die französisch-angelsächsische Unterredung in der Linie dessen, was Havas bereits mitgeteilt hat. Daraus ergibt sich, daß die Aussprache zu keinem Ergebnis gekommen sein kann, da die Franzosen auf ihrem Standpunkt beharrten Laut Matin" hätten die Amerikaner und Engländer von Frankreich nachdrücklichst Rüstungsherabsetzungen verlangt. Dalahier habe demgegenüber sehr entschieden betont, daß Frankreich feines- fallsirgendwieseineSicherheitschwa- ch e n könne, ohne ganz ernstliche und bestimmte Garantien zu erhalten. Erst nach befriebigenbem Ergebnis einer dreijährigen technischen und budgetären Rüstungskontrolle konnte die französische Regierung einen Plan zur Herabsetzung ihrer Rüstungen durchsetzen. — „Journal" hebt hervor, man habe gestern vor allem von der Notwendigkeit gesprochen, die Rüstungsherabsetzungen a u s E t a ppen z u verteilen, bis ein Beweis für Deutschlands Aufrichtigkeit oorhege — Auch die Meldungen der britischen Presse über die Abrüstungsbesprechungen schildern die Lage als nicht sehr hoffnungsvoll So sagt der Korrespondent der „Morning Post": Die Verhandlungen waren nicht völlig ergebnislos, haben aber ihren eigentlichen Zweck nicht erreicht. — „News Chro- nicle" spricht dagegen von der Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Besprechungen in London.
Ansttang in Genf.
Streit zwischen den großen Hlottenmächlen
Genf, 8. Sani. (21L) Der Hauptausschutz der Abrüstungskonferenz hat sich am Donnerstagnachmittag, wie vorgesehen, vorläufig bis zum 3. Juli vertagt. Die Schlußsitzung war von der Ankündigung der japanischen Regierung beherrscht, Sapan lehne das bisher von allen Mächten angenommene B om b e n w u r f v e r b o t im englischen Abrüstungsplan a b, falls nicht die vollständige Abschaffung der Flugzeugmutterschiffe beschlossen würde. Die Vertreter Großbritanniens und der bereinigten Staaten wandten sich daraufhin sehr scharf gegen die japanische Ankündigung und lehrten die japanische Beweis- sührung kategorisch ab. Die Sitzung endete mit einem offenen Mitzklang zwischen Japan und den beiden übrigen großen Flottenmächten.
Heber das weitere Schicksal der Abrüstungskonferenz herrscht völlige Dunkelheit. Konferenzmüdigkeit macht sich in hohem Grade bemerkbar. Die maßgebenden Delegierten sind bereits abgcreist. Die deutsche Abordnung kehrt mit Ausnahme Botschafter Radolnhs nach Berlin zurück, der noch einige Tage in Genf bleibt. Das Ergebnis der ersten Lesung des englischen Abloinmensentwur- fes wird auf deutscher Seite als in hohem Maße unbefriedigend bezeichnet. Die grundsätzlichen deutschen Forderungen, insbesondere die Forderung auf Zuerkennung der gleichen Derteidigungswaffen an Deutschland wie Flugzeuge, Unterseeboote usw haben keine Anerkennung gefunden. Die praktische deutsche Gleichberechtigung steht somit noch in weitem Felde. Die deutsche Regierung verharrt selbstverständlich weiter auf der unerläßlichen Rotwendigkeit sofortiger Entscheidungen und der praktischen Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung.
JliiniflerDräfibenf Göring besucht Hessen-Man.
Begeisterte Kundgebungen auf der Fahrt von Kastel nach Frankfurt.
3n Frankfurt.
Frankfurt a. IN., 8. Juni. (WER.) Die Fahrt des preußischen Rkinisterpräsidenten Gori n g mit dem neuen Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Rassau, Prinz Philipp von Hessen durch Hessen-Rassau gestaltete sich zu einer Triumphsahrt. Schon in Kassel standen aus dem ganzen Wege die Menschen zu beiden Straßenseiten kilometerweit Spalier. Schon im ersten Städtchen Gudensberg wurde Göring der Ehrenbürgerbries der Stadt überreicht. 3n Fritzlar wurden prächtige Angebinde für die Prinzessin Mafalda dem Oberpräsidenten übermittelt. 3n 3 esberg drückt ein Greis von last 100 3ahren in Schwälmer Tracht dem Ministerpräsidenten die Hand und bringt seine Freude zum Ausdruck, daß er noch vor seinem Tode den Wiederaufstieg Deutschlands erleben durfte.
lieber Gilserberg, 3 osbach und Schwarzenborn, wo die Schwälmer 3ugenö in ihrer Tracht Schwälmer Dolkstänze zeigt, geht die Fahrt nach Marburg, wo die Zünfte mit ihren Fahnen angetreten sind, Girlanden und Ehrenpforten winken, ein Spalier von mehr als Kilometerlänge grüßt, Herolde Fanfarensignale schmetternd, ■ und Trachten aus früheren Zeiten sind zu sehen. Aus der Burg läßt sich Göring die Reichswehroffiziere, die Professorenschaft und den Magistrat vorstellen. Aus der Stadt heraus geht es dann nach Biedenkopf und weiter über Breidenstein, Holzhausen, Gönnern nach Hirzenhain, wo die Segelflieger ihre Apparate an der Straße aufgestellt haben und in einem Transparent den Guftfahrtminifter besonders begrüßen. Ministerpräsident Göring steigt aus, um mit sachk. ndigem Blick die Segelflugzeuge einer Musterung zu unterziehen und die jungen Segelflieger zu ihrem Wagemut zu beglückwünschen.
Weiter über Oberscheld, Dillenburg und Sinn geht es nach Wetzlar. Die Wetzlarer Arbeiter der Feinmechanik-Industrie überreichten als Zeichen ihrer Derehrung Göring ein Fernglas aus ihren Werkstätten. Allmählich wird es Abend. Die Silhouette des Schlosses Braunfels steht byzarr gegen den Abendhimmel. Der herrliche alte Marit von Weilburg liegt hinter uns, und nun geht es durch die Wälder des Taunus. Am Wege flammen Freudenfeuer, geschürt von SA. und Hitler-3ugend. Rochmals eine kleine Pause in Ufingen, und dann geht es über Wehrheim, die Saalburg, Bad Homburg nach Frankfurt a. M.
Kurz vor 12 Uhr traf der Ministerpräsident mit seinem Gefolge im Rathaus ein. Oberbürgermeister Dr. Krebs begrüßte den Ministerpräsidenten, den Oberpräsidenten sowie den Reichsstatthalter Sprenger. 3m Anschluß hieran fand ein Eisen zu Ehren des Ministerpräsidenten statt Ministerpräsident Göring dankte dem Oberbürgermeister für die Verleihung des Ehren- bürgerrechts und versicherte, daß er sowohl als der neue Oberpräsident ihre ganze Kraft einsehen werden, um die Stadt Frankfurt zu unterstützen im Kampfe um die alte Stellung im Ring der preußischen Städte.
Anschließend begab sich der Ministerpräsident mit feinem Gefolge auf den Balkon des Römer, wo Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger einige Worte an die auf dem Römerberg versammelte SA. und SS. richtete. Es sei für ihn eine besondere Freude, daß er heute dem preußischen Ministerpräsidenten seinen Gau zeigen konnte. Wer diese Fahrt mitgemacht habe, der habe das Vertrauen, daß das Schicksal der Ration in den besten Händen ruhe. Uebertounben sei die Zersplitterung im 3nnem, alle seien herbeigeströmt, um den Ministerpräsdienten, den treuesten Paladin des Führers, zu begrüßen. Die Fahrt habe gezeigt, dah heute der Wahn einer QEain- linie endgültig vorbei sei. Der Ratio- nalsozialismus habe den Main zu einer Verbindungslinie gemacht. Die Verbindung der beiden Gaue Hessen und Hessen- Rassau unter feiner Führung habe die Drücke geschlagen zwischen Rorddeutschland und Süddeutschland. Und so wie der Rhein niemals eine Grenze werden dürfe, so müsse auch der Main für ewig ein Bindeglied fein. Ministerpräsident Göring schilderte die tiefen Eindrücke dieser Fahrt, die ihre Krönung in dem Empfang der alten Kaiserstadt Frankfurt gefunden habe.
Ein besonderes Erlebnis für ihn sei die Begeisterung der 3ugenh gewesen, die in allen Dörfern und Städten die Straßen umsäumte und ihm zujubelte. Diese Fügend sei einmal dazu berufen, das deutsche Schicksal vor der Geschichte zu vollenden. Das Horst-Wefsel-Lied und das Deutschlandlied beendeten die eindrucksvolle Kundgebung, Re.chsmin ster G.r ng w. rde, bevor ec d s Zranl- furter Rathaus verließ, noch zu dem goldenen Buch der Stadt geleitet, wo er seinen Ramen eintrug.
/ „Gin Volk, eine Schule, ein Grzieherfland".
Die Konstituierung der deutschen Erziehergemeinschast.
Magdeburg, 8. 3uni. (TU.) Aus der konstituierenden Versammlung der deutschen Erzicher- schaft in der Magdeburger Stadthalle hielt nach einleitenden Begrüßungsworten des Stadtschulrats Dr. Donath und einigen musiialischen Vorträgen der Reichsleiter des Rationalsozial:stischen Deutschen Lehrerbundes, der bayerische Kultusminister Schemm einen Vortrag über .Ein Volk, eine Schule, ein Erzieher stand". Er führte u. a. aus: 3ch glaube, wohl behaupten zu können, daß die heutige Tagung der gesamten deutschen Erzieherfchaft eine Zusammenkunft von Menschen ist, die sich wohl bewußt sind der ungeheueren Verantwortung, die sie als Erzieher und Erzieherinnen in einer Zeit haben, die die größte und gewaltigste geschichtliche Entwicklung in den letzten Monaten genommen hat. Der Herrgott hat unser Volk auf seinem Gang zum Grabe, der 14 3ahre dauerte, mit seiner unaussprechlichen Gnade auf diesen Weg geführt und damit unser Bewußtsein gestärkt, daß unser Volk das beste, das geistig hochstehendste und in sittlicher und ethischer Beziehung einzig dastehende zu betrachten ist.
Der deutsche Lehrer steht mitten in diesen ganzen Geschehnissen, und es ist eine Selbstverständlichkeit, daß er auch auf das Hohe dieser Zeit hinauftlettcrt und sie begreift.
Mögen in den verschiedensten Erzieherorganisationen liberalistische, atheistische, marxistische oder gar bolschewistische Tendenzen sich eingeschlichen Haben, so bewein uns der Heurige tag, daß in Wirklichkeit der deutsche Lehrer und Erzieher von diesen Zerstörungserscheinungen in seinerTiesenicht berührt war. Tausende und aber Tausende von deutschen Lehrern haben sich niemals von ihren alten Grundtendenzen der sittlichen, ethischen und religiösen Auffassung des deutschen Erziehers ablenken lassen, denn niemals wäre der Tag von Potsdam erlebt worden, wenn nicht im deutichen Volke soviel rasiisches, ethisches, hochwertiges deutsches Menschentum vorhanden gewesen wäre. Die letzten Reste atheistischer und marxistischer Zerrissenheit müssen aber jetzt verschwinden. Der deutsche Erzieherstand muß in Zukunft brüderlich und kameradschaftlich in einem Geiste Zusammenarbeiten. Die deutschen Erzieher müssen sich die Hand reichen, ohne Unter
schied, ob Hochschulprofessor oder Dolksschullehrer. Die deutschen Erzieher marschieren gemeinsam auf das Ziel los: „Heranbildung der deutschen Jugend zum Bekenntnis zum deutschen Volk und öaterlanb, zu Gott, Blut und Heimat J
„Der Nationalsozialismus steht auf dem Boden keiner bestimmten Konfession, sondern auf dem Boden des Christentums." Unser Volk heißt Deutschland! Unsere Religion Christentum. Schlimmen und zerstörenden Bestrebungen der Zersetzung der deutschen Erzieherschast durch Hineintragen und Vertiefen der Zwietracht in religiöser Hinsicht werden mit allen Machtmitteln des Staates bis zur rohen brutalen Gewalt beseitigt werden. Deshalb muß buch die heutige gestaltgebende Kundgebung heraus- wachsen zum Bekenntnis zum Volk und über die Konfessionen hinweg ein Bekenntnis zu Gott (ein. Wir sind nicht objektiv, wir sind deutsch. Für uns ist alles falsch, was dem deutschen Volk nicht nützt. Für uns ist alles Verbrechen, was dem deutschen Volk schadet. Anschließend an den Vortrag des bayrischen Kultusministers Dr. Schemm wurde d i e Urkunde der Gründungsversammlung der deutschen Gesamterzieher-Organisationen unter Führung des NS.-Lehrerbundes verlesen, die von den Vertretern von insgesamt 48 Landesverbänden unterzeichnet wurde und folgenden Inhalt hat:
„Die unterfertigten Lehrerverbändc erklären, nachdem mehr als die Hälfte der deutschen Erzieher dem NS.-Lehrcrbund als Linzelmitglieder beigetreten sind, folgendes
1. Die durch Unterschrift und Stempel ihrer Vorstände ausgewiesenen verbände treten als rechtsfähige Körperschaften der deutschen Gesamter- zieher-Organisation korporativ bei.
2. Sie sind bereit, an allen Gliedern der deutschen Lrziehergemeinschaft freudig mitzuarbeiten.
3. Sie sind bereit, der Reichsleitung dieser Gemeinschaft für ihre sämtlichen beitragspflichtigen Mitglieder monatlich im voraus ab 1. Juli 1933 einen Kopsbeitrag von noch sestzustellender hohe zu überweisen.
4. Die Vorstände dieser verbände treten dem JIS.- Lehrerbund als Linzelmitglieder bei.
5. Die genaueren Organisation^- und wirtschaftlichen Maßnahmen sollen späterer,Regelung Vorbehalten bleiben.
Zum Schluß der Kundgebung wurde einstimmig die Absendung des folgenden Telegramms anden Reichspräsidenten beschlossen: „Die heule unter Führung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes in Magdeburg zusammengeschlossene Gesamt- erzieherschast Deutschlands marschiert im Geiste von Potsdam und gelobt, alle Kräfte emzusetzen für Freiheit und Ehre der Nation." An den Volkskanzler Adolf Hitler und Reichsminister Frick wurde folgendes Telegramm gesandt: „Die heute unter Führung des nationalsozialistschen Lehrerbundes in Magdeburg zusammengeschlossene Gesamterzieherschaft Deutschlands, der nun die bisherigen Einzellehrer- oerbände aller Schulgattungen restlos angehoren, marschiert mit der nationalsozialisti|chen Revolution und gelobt, alle Kräfte einzusetzen kür die Freiheit und die Ehre der Nation und für das gewaltige Werk des großen Erziehers unseres Volkes Adolf Hitler."
Berliner preffestimmen zum Transsergeseh.
Berlin, 9.Juni. (CNB.) Die Berliner Preffe berichtet über den Transferaufschub. In den Kommentaren wird übereinstimmend auf das Zwangsläufige dieser Maßnahme hingewiesen, die angesichts der katastrophalen Entwicklung der Deoisen- verhältnisse eine dringende Notwendigkeit geworden sei. Der Völkische Beobachter spricht von einer vorübergehenden Notmaßnahme, die die Sicherheit der privaten Eigentumsverhältnisse nicht berühre. — Der Tag weist darauf hin, daß nach den Ereignissen der letzten Woche auch das Ausland mit dieser Entwicklung gerechnet habe. Durch das deutsche Transfer-Mo- ratorium werde die Weltwirtschaftskonferenz gezwungen, sich gleichzeitig mit dem Problem zu befassen, wie die Schuldnerländer in die Lage versetzt werden sollen, ihre Schulden trotz der sich austürmenden Handelshemmnisse zu bezahlen. Man könne Deuifchland bestimmt nicht den Aorworf machen, daß deutscherseits nicht alle Maßnahmen getroffen worden seien, um die Einfuhr nach Möglichkeit zu oer' ringern und die Ausfuhr möglichst zu erhalten. Deutschland habe das Seine getan, jetzt sei es an den Wuslanbsgläubigern, einen Weg zu finberr wie die Aufnahmesähigkeit her Welt für beutsche Waren erhöht werden könne.
Die „V o s s i s ch e Zeitung" spricht von einem schwerwiegenden Schritt, der schließlich unvermeidbar geworden sei. — Das „B. T." hebt hervor, baß biefer Eingriff nicht leichtherzig erfolgt fei. Reichsbankpräsident Dr. Schacht tonne sich mit Recht darauf berufen, daß gerade er auf die Gefahren her großen, und wie sich gezeigt hat, übermäßigen Aus- landoerschulbung Deutschlands schon zu einer Zeit hingewiesen habe, als diese Erkenntnis noch das Vorbehaltsgut nur weniger gewesen sei. Daher sei auch das deutsche Transfermoratorium keine Sensation, wenigstens nicht im Sinne einer lieber- raschung, sie fei eine Entwicklungsstation, die unter den gegebenen Verhältnissen einmal erreicht werden mußte. — Der „B o r s e n k u r i e r" führt aus: lieber die Nöte des Augenblicks hinaus stellen wir und wohl auch die Gläubiger die Frage: Wie stellt man Deutschlands Fähigkeit, Devisen aufzubringen und zu überweisen wieder her. Es fei schwer, einen anderen Weg zu gehen, als den, auf welchen Reichsbankpräsident Dr. Schacht immer schon hingewiesen


