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9.5.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 107 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Dienstag, 9. Mai 1955

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Dnitf und Verlag: vrühl'fche Univerfitäts-Vuch- und Stcinörudcrei H. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7.

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Oesterreichs Kampf um die nationale Wiedergeburt.

Das Kabinett Dollfuß sucht durch Terrormaßnahmen gegen die nationale Opposition eine verlorene Stellung zu behaupten.

Don unserem C. 8.-Derichterstatter.

Wien, Mai 1933.

Der Kampf, den die Diktaturregierung D o l l - f u fj gegen die nationale Oppofition nunmehr schon seit zwei Monaten führt, ist in diesen Ta­gen in ein neues Stadium getreten. Es wird durch zwei miteinander in ursächlichem Zusam­menhang stehende Ereignisse gekennzeichnet. Durch die Veröffentlichung von Lix nmelbungen über angebliche nationalsozialistisa, u t s ch a b f i ch - ten an der bayrisch-österreichischen Grenze und durch das ein paar Stunden später beschlossene Uniformverbot für die Organisationen der nationalen Opposition.

Durch die unverantwortliche Zwecklüge des christlichsozialen Wiener Regierungsblattes, der R e i ch s p o st" . die den Anschein zu erwecken suchte,als sei die österreichische Souveränität durch die RationalsoUalisten gefährdet, hat man dem Auslande willkommenen Anlaß gegeben, die Lüge von dem friedenbedrohenden Charakter der Hitlerbewegung weitcrAuspinnen. Mit Recht stellt die nationalsozialistische »Deutfchösterreichische Tageszeitung" sest, daß man jetzt das schändliche Schauspiel erlebe, daß sich das Wiener Regie­rungsblatt an die Seite der Feinde des Reiches und des deutschen Volkes stellt und somit Hoch- und Dolksverrat gegenüber der gesamten deut­schen Ration begeht.

Daß man es von jenem christlichsozialen Blatte in der Tat darauf abgesehen hatte, nicht nur die öster­reichischen Nationalsozialisten zu treffen, sondern vor allem der Reichsregierung Schwierig­keiten zu bereiten, geht am deutlichsten aus den Kommentaren derReichspost" hervor, die an ihre erste Meldung den Satz fügte:Die für der­artige Pläne verantwortlichen Elemente mögen sich rechtzeitig darüber Rechenschaft geben, daß sie damit die gefährlich st en internationalen Verwicklungen für das Deutsche Reich herausbeschwören". Damit wurde das ge­samte Ausland direkt darauf gestoßen, daß man ja hier einen bequemen Anlaß haben könnte, um dem Deutschen Reich in der internationa­len Politik Schwierigkeiten zu breiten.

Inzwischen hat sich herausgestellt, daß jener Lü­genbericht auf eine in der Erregung gemachte Aeußerung eines Nationalsozialisten zurückzuführen ist, dem man bei einem österreichischen Zollamt wegen der Papiere für sein Motorrad Schwierig­keiten gemacht hatte. Jener Nationalsozialist hatte dem Zollbeamten in seinem Aerger über die Schi­kane entgegnet:Das ist wieder so ein österreichi­scher Zopf! Das wird aber nur noch einige Tage dauern!" Diese Bemerkung, so schreibt die amtliche Korrespondenz der Tiroler Landesregierung habe in Tirolgroße Beunruhigung" hervor­gerufen, da man befürchte, daß sich unverant- worlliche Elemente zu Unbesonnenheiten hinreißen lassen könnten. In der Tat: vom Erhabenen zum Lächerlichen ist nur ein Schritt. Don derStaatsallion" zur Blamage ist es auch nicht um einen Millimeter weiter. Aus jener hier zitierten Aeußerung, die ein christlichsozialer Partei­beamter der Innsbrucker Landesregierung unter Verletzung seiner Dienstpflicht privat derReichs- post" nach Wien weitergab, wurde in Wien ein Lügenbericht überAbenteuerliche Pläne an der bayrischen Grenze" zusammengebraut. Zwar mußte sich der österreichische Bundeskanzler der National­sozialistischen Reichsparteileitung gegenüber ent­schuldigen, aber eine deutsche Zeitung konnte im deutschen Wien dem feindlichen Ausland das Signal zu neuen Angriffen gegen das Deutsche Reich geben.

Daß es sich bei diesem Vorstoß österreichischer Re- aierungskreise um eine wohloorbcreitete Aktion handelte, geht am deutlichsten aus der Schreibweise der dem Starhemberg-Hei- m a t s ch u tz nahestehenden Blätter hervor, die schon ein paar Stunden später mit geradezu phantastischen Einzelheiten über diesen angeblichen Putschplan auf- warten konnten und die Forderung aufstellten, die nationalsozialistischen Führer in Oesterreich zu ver­haften und zum mindesten in Tirol die national­sozialistischen Formationen aufzulösen, sowie em Uniformverbot für d i e SA. und SS. zu erlassen. Es nützte nichts, daß die Regierung, um einige Stunden zu spät, jene Hetzblätter beschlag­nahmte. DieReichspost", die bit Katze aus dem Sack gelassen hatte mit der Veröffentlichung der ersten Alarmmeldung, wurde nicht beschlagnahmt, obwohl sie genau wie alle Zeitungen unter Zensur steht. _

Dafür wurde schon ein paar Stunden spater in einem eiligst einberufenen Ministerrat be­schlossen. ein Uniformverbot zu verhängen. Run hatte man endlich den gewünschten Anlaß, dieses nur die nationale Opposition treffende Verbot auszusprechen. Denn der Starhemberg- Heimatschutz, die Dauemwehren, und zahlreiche andere, christlichsoziale Parteiorganisationen, wie zum Beispiel die Ostmärkischen Sturmscharen sind von diesem Uniformverbot ausdrück­lich ausgenommen. Weil man in Weiser Voraussicht der kommenden Dinge schon vor einigen Wochen im Ministerrat beschlossen hatte, aus diesen Formationen dieMitglieder für die neuzubildende Hilfspolizei zu nehmen.

Seine ^Krönung aber soll der Terror gegen die nationale Opposition erst noch erhalten durch die Einführung eines neuen Diensteides für d i e österreichischen Staats beam­

t e n. Durch diesen Diensteid, der jedem Staatsbeam­ten von neuem abgenommen werden soll, sollen diese verpflichtet werden,auf d i e gesetzmäßige (warui.i nicht verfassungsmäßige?) Regierung und aus den selbständigen österreichischen Staat." Es sollen auf dieseWeise alle nationalen, großdeutsch, das heißt anschluhfreundlich eingestellten Beamten gezwungen werden, entweder aus dem Staatsdienst auszufcheiden und legitimiftifch eingestellten Beamten Platz zu machen, oder sie sollen genötigt werden, ihrer großdeutschen Einstellung abzuschwören, wo­durch sie natürlich bei den breiten Massen ihrer An- hänaer und Gesinnungsfreunde diffamiert werden würden. Der Haß der heute in Oesterreich herrschen­den Kreise gegen alles Nationale und Großdeutsche geht also so weit, daß man sich nicht scheut, d i e Staatsbeamten den Eid auf St. Ger­main adle gen zu lassen. Denn das heutige selbständige" Oesterreich ist ja lediglich das Ergeb­nis des Schanddiktates von St. Germain.

Daß sich die Waagschale immer mehr zu seinen Ungunften senkt, das fühlt Dollfuß nun offen­bar selbst. Er hat eine Verordnung angekündigt, nach der für das nächste halbe Jahr jeg- liche Gemeindewahl verboten werden soll. Das kann nicht anders ausgelegt werden, als daß man nicht sehen soll, wie die nationalsozialisti­sche Bewegung weiter anwächst und wie die heuti­gen Regierungsparteien ihre Anhänger verlieren. Der Heimwehrführer Fürst Starhemberg hat sich zu einem faschistischen System österreichischer Prägung bekannt. Der Sinn der faschistischen Idee ist ihm offenbar noch nicht aufgegangen. In der ersten Aera Papen haben die Nationalsozialisten in ihrem Kampf immer betont, daß sich eine Diktatur nicht auf die Bajonette stützen könne, daß sie vielmehr aus der breiten Grundlage des Volkswillens herauswachsen müsse. Mussolini stützt sich auf feine Nation, Adolf Hitler wird von der jubelnden Zustimmung des deutschen Volkes getragen. Aber Dollfuß und Star- Hemberg haben, wie sich bei den letzten Vorgängen

Innsbruck, 8.Mai. (TU.) DieNeueste Zei­tung" in Innsbruck veröffentlicht eine längere Un- terrebung, die einer ihrer Redakteure am Samstag in Bad Schachen mit dem bayerischen Minister­präsidenten Siebert hatte, und die sich mit den letzten Zwischenfällen zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich beschäftigte.

Ministerpräsident Siebert stellte fest, daß er sich mit dem Reichsstatthalter von Epp beraten habe und seine Erklärungen im vollständigen Einver­ständnis mit diesem abgebe. Der Ministerpräsident erklärte u. a., daß man in allen deutschen Regie- rungskreijen über die Haltung und die Aeußerun- gen der österreichischen Regierung und ihrer Presse tief befremdet sei. Man könne in Deutsch­land nicht verstehen, daß die nationalsozia- listische Bewegung, die alle Dolkskreise um­fasse, derart angefeindet werde, wie dies in Oester­reich geschehe, zumal es sich bei dem deutschen Nationalsozialismus um eine innere Ange­legenheit Deutschlands handele.

Der Ministerpräsident berührte dann die von der .Reichspost" verbreiteten Putschgerüchte und erklärte: Es ist unverständlich, daß man ohne jede andere Tatsachenunterlage als die Aeuße- rungen privater, temperamentvoller, aber un­maßgeblicher Leute erklärt, Deutschland solle sich in die inneren Verhältnisse Oesterreichs einmischen. Die bayerische Regierung und die Reichsregierung haben nicht die gering st e Kenntnis von diesen angeblichen Vorgängen und denken in keiner Weife daran, sich in die inneren Verhältnisse oder in die äußeren Angelegenheiten

B e r I i n , 8. Mai. (WTB.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Josef G o e b bels sprach im Hotel Kaiserhof vor den deut­schen Theaterleitern über die Aufgaben des deutschen Theaters. In der stark besuchten Konferenz, der auch der preußische Ministerpräsident Göring beiwohnte, waren neben den Theaterleitern aus dem ganzen Reich auch viele namhafte Bühnenkünstler und -künstlerinnen anwesend.

Minister Dr. Goebbels betonte, daß die Umwäl­zung selbstverständlich nicht nur eine politische sei, sie greife vielmehr über auf alle Gebiete des öffent­lichen Lebens und werde natürlich auch vor der Kunst nicht Halt machen.

3m Gegensatz zu dem überwundenen System sei das wesentliche der jetzt siegreich in den Staat einmarfchierten Bewegung, daß das 3 nbi - uiduum entthront erscheint, und daß an die Stelle der Vergottung der Einzelperson d i e Vergottung des Volks tritt. Das Volk erobert das öffentliche Leben, es drückt der ge­samten Kultur feinen Stempel auf, und es wäre

in Innsbruck ganz klar herausgeftellt hat, nur noch eine schwache, im Hinsterben begriffene Minderheit hinter sich. Darum das Verbot der Gemeindcwahlen.

Der christlich-soziale Parteitag in Salzburg hat am Sonntag alle die versteckten Anschlußgegner in das Rampenlicht gestellt, die bisher im geheimen mit Frankreich Geschäfte machten oder den unerfüllbaren Traum einer Donaukonföderation eifrigst betrieben. Der Drei- männerbund Dollfuß, Vaugoin und Justiz­minister Schusschnigg wurde in seiner Hetze gegen das national erwachte Deutschland be­zeichnenderweise unterstützt durch Starhemberg. Den Gipfel erreichte der Justizminister, als er indirekt behauptete, Deutschlands Kolonialfor­derungen erstreckten sich auch darauf, Oester- reich als Kolonialland zu behandeln.

In Wirklichkeit ist Oesterreich eine Finanz- Kolonie der Entente. Dollfuß hat im Lau- fanner Anleihevertrag den Verzicht auf den An- schluß ausgesprochen, aber die hundert Millionen Schilling als französische Quote, also den jämmer­lichen Anleihebetrag von 60 Millionen Mark, heute noch nicht erhalten. Die Tat gegen Deutschland hat also nicht einmal die klingende Belohnung gefunden. Der Satz: Wer als Oesterreicher sich gegen die jetzige Regierung wende und sich deshalb des Auslandes bediene, begehe Hochverrat, ist eine Umkehrung aller Begriffe, die bisher in Oesterreich maßgebend ge- mefen find. Für Dollfuß, Vaugoin und Starhemberg handelt es sich in ihrem betonten Partikularismus um nichts anderes mehr als um die Zwecke ihrer Parteiherrfchaft. Deshalb haben sie die Parole er­funden, die Starhemberg so formulierte:Wir be­trachten den Nationalsozialismus als Gegner, weil er Oesterreich zu einer Provinz von Berlin begra- bieren will." In Wirklichkeit ist ber Nationalsozialis­mus barum ber Feinb, weil er brüben einem ver­faulten System ben Garaus bereiten unb an {eine Stelle einen sauberen Staat setzen will.

einzumischen. Es hat in allen deutschen Kreisen tiefste Beunruhigung hervorgerufen, er» klärte Dr. Siebert weiter, baß dicEinlabung für den Verein für das Deutschtum im Ausland von der Kärntener Landesregie­rung zurückgezogen worden sei. Deutsch­land hat keinen Grund, sich aufzudrängen. Man wird cs aber in Oesterreich sich selbst zuzuschreiben haben, wenn aus diesem Verhalten auch in wirt­schaftlicher Hinsicht, so z. B. im Fremden­verkehr, sich ohne Zutun der deutschen Re­gierung Weiterungen einstellen. Es ist für die Reichsrcgierung und für die deutschen Länder­regierungen untragbar, daß Aeußerungen von Mitgliedern der österreichischen Bundesregie­rung und der Landesregierung erfolgt sind, auf die einzugchen der Rationalsozialismus in Deutschland als eine Bewegung, die das ganze Volk umsaht, absehen muß.

Zum Schluß ber Unterrebung sagte ber Minister- präfibent, wenn bas amtliche Deutschlanb von ben Aeußerungen unb ber Einstellung österreichischer Reyierungskreise Deutschlanb gegenüber auch tief be­troffen sei, so lehne es boch eine ebensolche Politik gegenüber österreichischen Regierungsstellen ab, weil es nicht zuletzt bavon fest überzeugt fei, baß auch in Oesterreich bas deutsche Volk aus eigener Kraft ben richtigen Weg finben werbe.

DieNeueste Zeitung" würbe wegen ber Ver­öffentlichung dieser Unterredung mit dem bayeri­schen Ministerpräsidenten Siebert beschlag­nahmt.

naiv, zu glauben, bah die fiunff von dieser Ent­wicklung unberührt bleiben könnte.

Die bequeme Ausrebe, baß bie Kunst überparteilich sei, kann hier nicht verfangen. Auch wir Politiker finb künstlerische Menschen, bie ben Stoff der Masse zum Volk formen. Die Kunst kann beshalb nicht tendenziös fein. Damit will ich aber nicht etwa sogen, daß die neue Kunst Parademarsch sein müßte. Die Revolte von 1918 unb bie aus ihr heroorge- gangene Republik hatte nach wenigen Jahren zum elementaren Wiberstanb bes Volks geführt. Es be- steht jetzt bie Gefahr, baß zwischen ber Derstänb- nislofigfeit bes schaffenden Künstlers einerseits unb dem vorwärts drängenben Tempo der macht- und geistespolitifchen Entwicklung andererseits ein luftleerer Raum entsteht, wie man ihn durch bie leeren Theater geistern spürt. Durchstoßen wir diesen luftleeren Raum nicht, bann ist allerdings eine akute Gefahr für das deutsche Drama unb bas beutsche Theater gegeben. Haben wir aber ben Mut, durchzugehen burch biefe luftleere Wüste bis ans Ende und neues Land zu betreten, bann ist nichts verloren.

Tiefe Befremdung im Reich.

Sine Unterredung mit dem bayrischen Ministerpräsidenten.

Die Aufgaben des deutschen Theaters.

Reichsminister Or. Goebbels spricht zu den deutschen Bühnenleitern. Oie Kunst dem Volke!

3ch muß mich bei dieser Gelegenheit gegen eine Entstellung verwahren, fiunst kommt von kön­nen, nicht von Dollen. Ls soll niemand glauben, daß Gesinnung allein es macht. Ge­sinnung muß dazu gehören, aber sie kann nicht die fiunst und ihre Gesetze ersehen.

Die wunderbarste Tugend der nationalen Revo­lution ist jetzt Staatsprinzip geworden, b i e $ u » fltnb ber Gemeinsamkeit. Sie mögen es Sozialismus ober Volksgemeinschaft ober fiamerab- schäft nennen. Der Mensch strebt zum Menschen, Volk sucht, um Volk zu finden. Die deutsche Kunst der nächsten Jahrzehnte wird heroisch, wird stäh­lern, romantisch, wird sentimentalitätslos sachlich, wird national mit großem Pathos, sie wird ge­meinsam verpflichtend und bindend sein oder sie wird nicht sein.

wir wollen nicht in das künstlerische Schassen Eingreifen, wir möchten nur, daß der große Pendelschlag der Zeit an den Toren der Theater nicht Haltmacht, sondern in die Theaterräume hineinschlägt, wir wollen die fiunst wieder zum Volk führen und das Volk wieder zur Kunst füh­ren. Das ist nur möglich, wenn die Kunst den Herzschlag des Volkes abhorcht, versteht, faßt und formt. Das schließt selbstverständlich ein den rücksichtslosen Kampf gegen den blutigen Dilletantismus, der da glaubt, Können durch wollen ersehen zu können, Kampf aber auch gegen die Gesinnungs­losigkeit.

Die Kunst wird um so größeren internationalen Wert haben, je tiefer sie aus dem Volkstum steigt. Sagen Sie endgültig ab der Phantasie, Sie könnten die Welt erobern, indem Sie sich von Ihrem eigenen Land lossagen. Die Welt erobern werden Eie dann, wenn Sie im eige­nen Volkstum feststehen. Rur die volksge­bundene Kunst wird am Ende die Welt erobern, weil sie Zeugnis ablegt vom deutschen Geist, vom deutschen Fühlen und Denken. Selbstver­ständlich wollen wir nicht die leichten Dar­bietungen, mit denen das Theater unserem Volk nach schweren Arbeitstagen Unterhaltung schasst, für eine Sünde halten. Die Theater werden nicht nur Gesinnung machen, sondern auch Unter­haltung pflegen, damit die Menschen nicht in Rot und Bedrängnis zusammenbrechen. Wer wagt es zu bezweifeln, daß wir in Deutschland ein Theater der Hunderttausende haben können, daß das athenische Beispiel sich bei uns wieder­holen kann, daß das Volk nicht nur zum Kampf der Wagen, sondern auch zum Kampf der Gesänge hinpilgert, daß die Millionenmasse aufsteht, um diese Kunst zu seiner eigenen Sache zu machen. Für uns hat das Wort neuen Wert bekommen:Es soll der Dichter mit dem König gehend Ich glaube, Sie unb wir könnten keinen schöneren Augenblick erleben als bie Umschmelzung der Kunst in den G e danken derVolksgemeinschast, da­mit aber auch die Fruchtbarmachung der Kunst für das Volk insgesamt, so daß unser Volk von der deutschen Kunst wieder mit Recht sagen könnte: Du holde Kunst, ich danke Dir!

Italienisches Echo.

Rom, 8. Mai. (WTB.) Der wegen seines sicheren und objektiven Urteils auch in Deutsch­land bekannte italienische Senator General D e - marinis erklärt im(Sortiere della Sera": Wer nicht mit unheilbarer Torheit geschlagen ist, sieht ein, wie falsch die katastropha­len Uebcrtreibungen sind, die von einem Teil der ausländischen Presse mit dem Gerede von der Derpreußung Deutschlands, der unabwendbaren Gefahr und der ständigen Bedrohung von Fortschritt, Frieden und Kultur gemacht wurden. Es ist unerfindlich, warum Deutschland nicht jene Vereinheitlichung verwirklichen sollte, die andere schon längst durchgeführt haben. Roch weniger zu be­greifen ist, warum, wie man es in gewissen Zeitungen immer wieder darstelle, Deutschland durch die auf fester Ordnung und Diszi­plin aufgebaute Politik Hitlers der Sympathie verlustig gehen soll, die es in den letzten Jahren gewonnen hatte. Rach unserer Auffassung, so schließt Senator De marinis, ist bas ein­heitliche Deutschland ein Unterpfand für eine bessere Zukunft ganz Europas.

Erfolg der Sammlung für die Opfer der Arbeit.

Berlin, 8. Mai. (WTB.) Der Aufruf des Herrn Reichskanzlers zu der .Stiftung für Opfer der Arbeit" hat ein starkes Echo in weiten Kreisen gesunden. Dank ber vaterländischen Opferwilligkeit sind b e - reitä an den ersten beiden Tagen Stiftungen in der Gesamtheit von 11 1728,80 M k. auf dem Konto der Reichs- krebit-GesellschaftStiftung für Opfer ber Ar­beit" eingegangen. Die einzelnen Spenben sehen sich aus ben verschiebensten Beträgen zusammen. Es finb barin eben so sehr hohe Uebertoeifun- gen einzelner Firmen wie kleine Beiträge von einzelnen Privatpersonen enthalten, bie aus so­zialem Pflichtgefühl ihr Scherflein zu biefem Werk nationalen Opfermuts beitragen wollen.

Oer polnische Staatspräsident wiedergewählt.

TU. Warschau, 8. Mai. Die polnische National- oerfammlung (Sejm und Senat) hat den Kandidaten