Ausgabe 
9.3.1933 Erstes Blatt
 
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und

Klammern

in

wurden

ig, 11. März, statt mit OperetteDas Drei-

genannt.

von sämtlichen untersuchten Proben

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geben.

Mehl-, Back- und Teigwaren Konditoreiwaren, Fruchtsäfte, Obst-

Dom Polizeiamt Gießen wird uns fol­gender Bericht über die Nahrungsmittel­kontrolle in Gießen im Jahre 1932 über­mittelt:

Die Nahrungsmittelkontrolle wird im allgemeinen in der Oeffentlichkeit wenig beachtet. Hin und wie­der verschafft ein auffallendes Gerichtsurteil einen Einblick in diese wichtige Aufgabe der Polizei. In welchem weit größeren Umfang aber sich diese po­lizeiliche Tätigkeit im Laufe eines Jahres auswirkt, möge zur Beruhigung der Bevölkerung und zur Warnung für gewissenlose Händler nachstehende Schilderung zeigen:

Es wurden im Jahre 1932 vom Polizeiaml

Gießen 2 9 4 Proben von Nahrungs­und Genußmilteln dem Chemischen Un- lersuchungsaml Gießen zur Nachprüfung über-

Polizeipersonalien. Der Direktor des Polizeiamtes Offenbach. Dach, ist beurlaubt und an seine Stelle der Landgerichtsrat Dr. Landmann mit der Leitung des Polizeiamtes Offenbach beauftragt worden. Ferner wurde Po­lizeidirektor Marschmeier -Worms beurlaubt und für ihn Amtsgerichtsrat Dr. D a r t h - Offen- bach mit den Dienstgelchäften des Polizeidirek- tors in Worms beauftragt. Beurlaubt wurde auch Regierungsrat Wolf vom Polizeiamt Darmstadt. _

** Durchsuchungen bei SPD. und Reichsbanner. Auf Grund einer Anordnung des Reichskommissars für die Polizeiverwaltung in Hessen, nach der bei der hessischen SPD., bei dem Reichsbanner und ähnlichen Derbänden Durchsuchungen vorzunehmen sind, fanden heute morgen auch in der Stadt und im Kreise Gießen Haussuchungen statt. Heber das Ergebnis der polizeilichen Aktion war bisher nichts zu er­

hoben werden.

Seit Inkrafttreten der Derordnuna über (Einfüh­rung der Schlacht st euer in Hessen am 1. De­zember 1932 ist wegen Erhebung der Schlachtj-euer und der Ausgleichsabgabe die Einfuhr von Fleisch und Wurstwaren aus nichthessischen Gebieten eben­falls der polizeilichen Kontrolle unterstellt. Anstände haben sich aus diesem Gebiet noch nicht ergeben.

Gleichzeitig wird darauf hingewiefen, daß auch auswärtige Metzger. Väcker und Händler Fleisch- und Wurstwaren usw. nach der Laden- schlußzeit ihren Sunden in der Stadt Gießen nicht mehr zubringen dürfen.

Bei aller Strenge, welche die Polizei auf diesem lebenswichtigen Gebiete übt, ist die Beanstandungs­ziffer (15,3 Prozent) immer noch verhältnismägig hoch. Es wird deshalb an die Verbraucher die Bitte gerichtet, alle ihnen bekannt werdenden Mängel auf diesem Gebiete zur Kenntnis der Polizei zu bringen. Die Polizeibeamten haben Weisung, diesem wich­tigen Gebiet ihrer Tätigkeit unausgesetzt die scharf- sie Aufmerksamkeit zu widmen.

Herberge in Friedberg habe verbessert, die Her­berge in Schlitz freundlicher gestaltet werden können. Die Herberge auf dem Hoherodskopf sei vervollständigt worden. Eine neue Herberge stehe im Fliege.lager Rieder-Ofleiden zur Der- fugung. Die Zahl der Hebemachtungen in ober- hessischen Jugendherbergen (einschließlich Offen­bach) sei von 16 576 im Jahre 1931 auf 13 357 im Jahre 1932 gesunken. Stark verringerten Besuch hatten die Herbergen Hoherodskopf und Herchenhainer Höhe aufzuweisen. Der bisherige engere, wie auch der erweiterte Dorstand wurden mit geringfügigen Aenderungen wiedergewählt. Mit der Erledigung einiger Anfragen fand die Bersammlung ihren Abschluß.

Daten für Donnerstag, 9. März.

1850: der Generaloberst Josias v. Heeringen in Kassel geboren: 1888: Kaiser Wilhelm I. in Berlin gestorben: 1918: der Dramatiker Frank Wedekind in München gestorben.

Gietzener Wochcnmarktpreise.

Gießen, 9. März. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter Pfund 1 io- Landbutter 1,00; Kochbutter 80; Matte 20 bis 25; Wirsing (gelb) 10 bis 12; Wirsing (grün) 20; Weißkraut 8 bis 10; Rotkraut 10 bis 12- gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 10; Spi­nat 25 bis 30; Hnter-Kohlrabi 6 bis 8, Grün­kohl 15 bis 20; Rosenkohl 30 bis 35; Feldsalat 1 20; Zwiebeln 10; Meerrettich 30 bis 50; Schwarz, wurzeln 25 bis 30; Kartoffeln 3; Aepfel 18 bis 30; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 45; junge Hähne 70 bis 90; Suppenhühner 70 bis 80; Rüsse 40; Tauben Stück 40 bis 60; Eier (ml) , 8 bis 9; Dlumenkohl 30 bis 60; Salat 25 bis 30; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 30; Endivien 10 bis 30; Käse 5 bis 10. Radieschen Bund 20; Kartoffeln Ztr. 2,50 Mark.

Bornbtizen.

Tageskalender für Donnerstag: Bezirksverein Rord-Ost, 20.30 Hhr, Cafe Leib, öffentlicher Lichtbilder-Dortrag überDie bau­liche Entwicklung des Rord-Ost Viertels von Gie­ßen". DHD., 20.30 Hhr, im Heim, Dortrag »Ich erbe". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Den Hur". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: Bobby geht los".

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, 22. Vorstellung * im Freitag-Abonnement. Erstaufführung des Schau- I spielesDor Sonnenuntergang" von Gerhart Haupt- I mann unter der Spielleitung von Intendant Dr. I Pro sch. Die Rolle des Geheimrats Clausen spielt

7

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5

5

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Obstkonserr^n

Wurst- und ,;leischwaren

Milch und Milchkonserven

Butter und Käse

Margarine und sonstige Fette und Oele

Wein und Obstwein Bier und Branntwein

Zucker, Sirup und Honig

Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade

Essig, Gewürze und Spezcreiwaren

Die Zahl der Beanstandungen ist

jta, per irrealer geyoren. wuik KLivuLiuiiyon-ui/t minus 1,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Kinderschar füllte den Saal und harrte der Dinge. Tiefe am 8. März: abends 5,6 Grad; am 9. März: Beherrschte zunächst vielstimmdes Kindergeplau- 1 morgens f,5 Grad Celsius. Niederschläge 0,0 mm.

der Intendant selbst. Gewöhnliche Preise. Anfang 20 Uhr; Ende 22.45 Uhr. Eine Operetten-Dolks- vorstellung findet am Samstag, 11. März, statt mit der letzten Aufführung der OperetteDas Drei- mäderlhaus". Kleine Operettenpreise. Schülerkarten haben Gültigkeit. Anfang 20 Uhr; Ende 23 Uhr. Am Dolkstrauertag, am Sonntag, 12. März, findet außer Abonnement als Fremdenvorstellung zu er­mäßigten Preisen, die erste Wiederholung des Schau­spielsVor Sonnenuntergang" von Gerhart Haupt­mann in der Besetzung der Erstaufführung statt. Anfang 18.30 Uhr, Ende 21.15 Uhr.

beanstandet: 45 Proben - 15,3 Prozent gegen im Vorjahre 12,1 Prozent.

Wie di» Aufstellung ersehen läßt, erstreckt sich ein sehr großer Teil der Untersuchungen auf Milch und Milchpräparate. Weiter wurden 1 690 Milch- proben durch die Nahrungsmittelkontrollbeam- ten vorgeprüft. In 12 Fällen, bei welchen die Milch verdächtig erschien, mußten bei Landwirten in verschiedenen Ortschaften von unseren Kontroll- beamten in den Früh- und Abendstunden Stall- proben erhoben werden. Wegen Nahrungsmittel- sälschungen usw. wurden 31 Anzeigen erhoben und erhebliche Strafen verhängt.

Außerdem wurden 1 6 9 3 Revisionen in allen Gewerbetrieben und Handlun­gen, in welchen Nahrungs- und Genußmittel zum Verkauf stehen, gelagert und hergestellt werden^ z. B. auch in Backstuben, Mehlkammern, Wurst- küchen und Speiseeisherstellungsräumen auf Rein­lichkeit, sachgemäße und vorschriftsmäßige Behand­lung der Ware vorgenommen. Hier wurden einige Mängel festgestellt. Brotgewichtsrevisio- nen wurden 228 vorgenommen, wobei auch das von auswärts zugefahrende Brot der Ge-

Schützenhalle ist zur Unterbringung von 50 Jugend­lichen sehr praktisch und schön hergerichtet worden. Außerdem befinden sich dort die Lerwaltungsräume. Jetzt wird die Hortmannsche Fabrik für etwa 200 Personen ausgebaut, die demnächst bezogen wird. Auch in den umliegenden Gemeinden Eichelsachsen und Nainrod sind Lager im Entstehen. Im Haus Luginsland, einer bekannten Pension am Alteburgs- topf bei Schotten, wird eben ein Mädchenlager für 50 bis 60 junge Mädchen eingerichtet, die eben- falls im freiwilligen Arbeitsdienst Verwendung fin­den und ausgebildet werden. Die Mädchen nähen, flicken, waschen, stopfen für die umliegenden Ar­beitslager, besorgen die Gartenbauarbeiten, kochen, werden in der Krankenpflege, Säuglingsfürsorge usw. ausgebildet und finden auch in der sozialen Fürsorge Verwendung. Ausgenommen werden junge Mädchen bis 25 Jahren, viele Jugendliche haben sich schon zu dieser Einrichtung gemeldet. In der nächsten Woche wird das Mädchenlager voraussichtlich er-

Die AahmWmillelkonirolle in Gießen

Oie Arbeit der Nahrungsmittelpolizei im Jahre 1932.

fahren.

Sonntagsrückfahrkarten. Am mor­gigen Freitag findet in Wetzlar die 44. Aus­stellung und Versteigerung des Verbandes mittel­deutscher Rotviehzüchter statt. Zu dieser Beran- staltung werden von allen Bahnhöfen der Strecken WetzlarLollar, Wetzlar-Ziehen, Gießen- Riederwalgem, GießenHungen, GießenGrün- bera, LollarLondorf, Ostheim (bei Butzbach) Gießen, Sonntagsrückfahrkarten nach Wetzlar aus­gegeben. Die Karten gelten zur Hinfahrt am 9. März von 12 Hhr ab, und am. 10. März zur Rückfahrt am 10. März, und am 11. März bis 12 Hhr.

* Kasperl im Cafe Leib. Kasperl war gestern nachmittag wieder einmal in Gießen zu Besuch. Tante Liesl Simon vom Frankfurter Rundfunk hatte ihn mitgebracht, mit ihm noch an­dere lustige Gesellen, die nun einmal zu einem Kasperltheater gehören. Eine erwartungsfrohe

alten deutschen Dolkslied, im Sprichwort und unter den Bauernregeln; auch im deutschen Sa­gen- und Märchenschatze spielt er eine wichtige Rolle, er ist der Liebling der Kinder, die lau« *tge Zwiesprache mit ihm halten, wenn sie drau­ßen seinen Ruf vernehmen.

Der Kuckuck ist wie auch der Storch dem Tor heilig. Wie uns Tacitus in seiner Germania berichtet, weissagten die Germanen aus Vogel- stimmen.' Bornehmlich galt der Kuckuck als pro­phetischer Bogel, woher die Redensart stammt: Das weiß der Kuckuck". Wie der Hahn den Tag, so verkündet der Kuckuck den Frühling, und wie der Hahn der Haus- und Wetterprophet ist, so gilt der Kuckuck für den Allerweltspropheten. Wenn man ihn das erstemal hört und Geld in der Tasche hat, so hat man das ganze Jahr Geld; auch gibt die Zahl seiner Rufe die Zahl der Jahre an, die man noch zu leben hat. Als im Christentum die heidnischen Götter als per­sonifizierte Teufel aufgefaßt wurden, galt auch der Kuckuck für den Teufel selbst, was die be­kannte Berwünschung beweist:Geh zum Kuckuck", hol ihn der Kuckuck" usw.

Früher war der Tag, an welchem man seinen Ruf zum ersten Male hörte, in verschiedenen Gegenden ein Festtag; wer ihn zuerst anmeldete, erhielt ein Geschenk. Wenn man heutzutage diesen Brauch auch nicht mehr antrifft, so freut man sich doch, wenn man den ersten Ruf des Kuckucks vernimmt, weiß man doch jetzt bestimmt, daß der ersehnte Frühling endlich gekommen ist. Gr.

Jugendherbergen und Freiwilliger Arbeitsdienst.

Die Ortsgruppe Gießen im Reichsoerband für Deutsche Jugendherbergen im Gau Main-Rhein- Lahn-Fulda hielt gefUrn ihre Hauptversammlung unter der Leitung des 1. Vorsitzenden, Studienrat Dr. F l ö r k e, ab.

Der Dlrektor des Arbeitsamtes Frankfurt, Dr. Frey, der frühere Bürgermeister unserer Stadt, hielt einen Vortrag über das Thema:Die Auf­gaben d e r Jugendherbergen im frei- willigen Arbeitsdien st". Der Vortragende beschäftigte sich zunächst mit grundsätzlichen Fragen des sreiwilligen Arbeitsdienstes und wies auf die Verbindung hin, die zwischen dem Jugendwandern und dem Arbeitsdienst an sich bestehe. Beide woll- | ten der Jugendertüchtigung dienen. Die Gedanken, I die den beiden Bewegungen zu Grunde liegen, gin­gen ineinander auf. In der Betreuung der Jugend­lichen spiele heute das Arbeitsamt eine wesentliche Rolle. Das Arbeitsamt sei nicht nur Stempelstelle, sondern wolle in der Hauptsache in der Arbeitsver- mittlung ihren Sinn sehen. Arbeit zu schaffen, sei heute sehr schwer. Man habe künstlich Arbeit schaf- fen müssen. Das sei geschehen in der Form der Für­sorge., der Notstands-, der Pflichtarbeit und in deren Fortsetzung im freiwilligen Arbeitsdienst. (In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Vortragende mit den bereits bekannten grundsätz­lichen Voraussetzungen für die Durchführung eines Arbeitsdienstwerkes.) Der FAD. fei zum erstenmal in der hündischen Jugend gepflegt worden; im I Jahre 1931 sei er amtlich organisiert worden, und es sei sehr wahrscheinlich, daß in absehbarer Zeit aus dem FAD. die Arbeitsdienstpflicht heraus­wachse. Man möchte allerdings wünschen, daß der FAD. in seiner ursprünglichen Form beibehalten und nicht weiter veramtlicht werde, als es bisher schon geschehen sei. In Verbindung mit dem FAD. werde nun auch das Werkhalbjahr für Abiturienten eingesührt. Das gemeinsame Ziel sei, den jungen Menschen gemeinschaststüchtig zu machen, ihn in enge Verbindung mit dem Boden und der Heimat zu'bringen, ihm aber außerdem eine geistige Füh­rung in der geistigen Betreuung zuteil werden zu lassen. Bei der Behandlung der Frage, was der FAD. für die Jugendherberge und die Jugendher- berge für den FAD. sein könne, wies der Redner darauf hin, daß die Jugendherbergen als Lager für den FAD. Verwendung finden könnten, wenn dabei auch zu berücksichtigen sei, daß die Interessen der Wandernden nicht beeinträchtigt werden dürften. Der FAD. könne seinerseits den Jugendherbergen durch den 2füsbau der Anlagen, durch die Verschö­nerung der unmittelbaren Umgebung der Herber- | gen dienstbar sein. Das sei bisher schon an ver- 1 schiedenen Stellen (z. B. in Rüdesheirn, in Hom­berg, im badischen Land usw.) geschehen. Besonders erfreulich sei es, feststellen zu können, daß die Ju- gend sowohl im freiwilligen Arbeitsdienst, wie auch in den Jugendherbergen Brücken zueinander nnbe. Nicht zuletzt aber sei die Frage des FAD. und der Jugendwanderbewegung eine Frage der Führer- schäft. Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksam- feit und dankbarem Beifall ausgenommen.

Anschließend wurde der geschäftliche Teil der Hauptversammlung erledigt. Die stellvertretende Vorsitzende Fräulein Hotz erstattete den Ge­schäftsbericht. Die Ortsgruppe Gießen habe 485 Bleibenausweise und 159 Führerausweise aus­gegeben. Mitgliedsausweise wurden über 150 ausgestellt. Der Ortsgruppe gehören 65 Körper­schaften als Mitglieder an; vor allem gehören sämtliche Schulen dem Verein an. In der Gieße­ner Herberge erfolgten im vergangenen Jahre 2401 Hebernachtungen, gegen 2583 Hebernachtun­gen im Vorjahre. Einige Einschränkungen haben sich bei den Schulwanderungen bemerkbar gemacht. Die Wanderbewegung habe sich sonst aber weiter durchgesetzt. Das Jahr 1932 habe der Orts­gruppe keine nennenswerten Verluste gebracht. Herr Wolf erstattete den Kassenbericht, der in Einnahme 3577.33 Mk.. in Ausgabe 2722,67 Mk. und einen Heberschuß von 854.66 Mk. auswies. Die Rechnung war geprüft und m Ordnung be­funden worden. Dem Rechner konnte Entlastung erteilt werden. Studienrat Dr. F l ö r k e be­richtete sodann noch über die Jugendherbergen in Oberhessen. Die Jugendherberge m Laubach habe eine Erweiterung erfahren. Die Jugend-

öffnet.

Landkreis (Bietzen.

z Grohen-Linden, 8. März. Der hiesige Obst- und Gartenbauverein läßt durch die Gemeinde eine Obstbaumspritzung mit Karbolineum vornehmen.

ch Lich 8. März. Am Montag feierte der weit über die Grenzen unserer engeren Heimat hinaus bekannte Geschäftsführer der Licher Tonwerke. Heinrich Schmidt V11L, seinen 70. Geburts- t a g. Der Jubilar hat sich große Verdienste um den hiesigen MännergesangvereinCäcilia" er­worben. 31 Jahre lang, von 1894 bis 1925, be­kleidete er das Amt des 1. Vorsitzenden des Ver­eins, im Jahre 1925 wurde er einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Der Jubilar gehört seit einigen Jahren auch dem Vorstand des Lahntal- Sängerbundes an und ist Ehrenmitglied des Ge­sangvereinsLiedertafel" Marburg. DieCä­cilia" brachte ihrem verehrten Sangesbruder, der bald auf ein halbes Jahrhundert aktiver Sanges- tätigfeit zurückblicken kann, am Montagabend das übliche Ständchen. Herr Schmidt dankte für die Ehrung.

Kreis Schotten.

d. Scho11en, 8. März. DieGrippehat hier immer noch viele Personen befallen und leider auch mehrere Todesopfer gefordert. Zwei Beamte des hiesigen Finanzamts im besten Man­nesalter und ein junges Mädchen im 20. Lebens­jahr sind dieser Tage an der Grippe verstor­ben. 2m nahegelegenen Einartshausen erhielt ein junges Mädchen einen Huf- schlag vomPferdandenKoPf.an dessen Folgen es verstarb.

Wettervoraussage.

Der hohe Druck hat 'ich über Deutschland wei­ter aufgebaut und bestimmt zunächst unsere Wet­terlage. so daß es vorerst trocken bleibt und nach Frühnebelbildung Aufheiterung eintritt. Durch ein kräftiges Tief über Island wird allerdings sehr warme Ozeanluft heranbefördert, die über den britischen Inseln bereits recht ergiebige Riederschläge verursacht hat. Bei meist südlichen Winden wird sie zwar mehr nach Rorden ab­gedrängt, immerhin dürfte sie den hohen Druck mit der Zeit abschwächen und zu mehr wolkigem Wetter führen. Die Temperaturen gleichen sich dann zwischen Tag und Rächt wieder aus, später­hin ist auch mit dem Aufkommen von Rieder- schlägen zu rechnen.

Vorhersage für Freitag: Dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, milder, noch trocken.

Vorhersage für Samstag: Vielfach neblig, bewölkt, Temperaturen zwischen Tag und Rächt sich mehr ausgleichend, im ganzen mild, aufkommende Riederschlagsneigung.

Lufttemperaturen am 8. März: mittags 10,8 Grad Celsius, abends 3,5 Grad; am 9. März: morgens minus 1,1 Grad. Maximum 11,0 Grad, Minimum

der (mehr oder weniger laut) den Raum, so trat plötzliche Stille ein. als zunächst die Klingel und dann der Gong (der auch zu einem Kasperlthea­ter zu gehören scheint) ertönte. Zunächst gab es ein kleinesVorspiel auf dem Theater", eine Hn- terreöung zwischen dem Direktor und dem August.

. ... o. m zu denen sich schließlich das Kasperl gefeilte, um

wichtskontrolle unterzogen worden ist. 24 Brote, oie beraten, was man dem kleinen Volk cigcntltd) Mindergewicht bis zu 160 Gramm hatten, wurden jcigen wolle. Man einigte sich daraus, das weggenommen und die betreffenden Bäcker zur An- 5^ »Kasperle beim König Kibitzei und was er

zeige gebracht. Auch auf die Kohlen, die in Säcken öoct erlebte" zur Ausführung zu bringen. Die den Verbrauchern zugefahren werden, wurde em Kinder waren damit einverstanden un"> taten daS besonderes Augenmerk gerichtet. Bei 148 Stich- einmütig kund. Der Inhalt des Stückes ist schnell proben konnten strafbare Fälle von Mmdergewich- erzählt. Kasperl kam in das KönigH<yloß zur ten in den Säcken nicht festgestellt werden. schönen Prinzessin Dideldadeldumm. vertrieb dort

Ferner sei hier noch erwähnt, daß der Wochen- die alte Hofdame^ die als Geist im Schloß herum- terSWnöeL d« Ä'Z <Ä Ä-

das Borrahgbalten von Hackflei,ch in der Som- berfifte in der der Teufel verborgen und aus em merjeit und die Fleischeinfuhr unter dauern- besonderes Wort dem Kasperl dienstbar war. der polizeilicher Kontrolle stehen. Die hochdramatische Handlung deS Stückes wurde

Um die Bevölkerung vor gesundheitlichen Schä- vom kleinen Publikum lebhaft unterstützt. Man den zu schützen, ist reichsgesetzlich geregelt, daß alle nahm eifrig Partei für den

Tiere, deren Fleisch zum menschlichen Genuß be- bie alte häßliche Hofdame freute sich diebisch über stimmt ist und nicht restlos im eigenen Haushalt das Erscheinen und rasche verschwinden des verwendet wird, vor und nach der Schlachtung von dienstbereiten Teufels und hals außerdem eifrig

einem amtlich verpflichteten Fleischbeschauer oder mit.Kasperl Rache nehmen zu laNen lenem

Tierarzt untersucht werden. In Gießen ist durch eine Dieb, 'dm Bratwurst und Geld ack gestoben besondere Polizeiverordnung geregelt, daß alles hatte, «dbheblub nahm das Stuck ^it einem 5 frisches Fleisch von Rindvieh, Schweinen (auch dentanz des Kasperls mit seiner Großmutter zur Wildscheinen), Schafen, Ziegen und Pferden, das allseitigen Zufri^>enhelt fein Ende. Zuml Schluß von Metzgern, Händlern, Hotels und Wirten von erschien dann noch die ^.ante Liesl imd verabschie- außerhalb eingeführt wird, auf dem kürzesten Wege bete sich herzlich von ihren kleinen Gasten.

zur Nachschau in den städtischen 'Schlachthof zu ver- bringen ist. Hier sei zur Unterrichtung der Einwoh- nerschast noch erwähnt, daß die Einfuhr von frischem «MrSoWdlnner im IVlirf Fleisch in Gießen in den Monaten April bis Sep- ^rveNSMger im , , , ,

tember nur in der Zeit von 6 bis 20 Uhr und von c. S ch 0 11 e n , 8. März. Das Arbeitslager Oktober bis Mörz nur von 7 bis 19 Uhr stattfinden Schotten ist in Betrieb genommen worden. Die darß. Auf die Einfuhr von frischem Fleisch zur Nacht- > m nnn 50 iiuacnD-

zeit mit der Eisenbahn wurde ein besonderes Augen- merk gerichtet. Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung mußten in 14 Fällen er-

Morgen auf passen I Zeppelin kommt!