Ausgabe 
8.12.1933 Erstes Blatt
 
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abenWfW« gbundes füt and und brachte Volksdeutschen ilr= tet St. Steina- e und engsten Der- Bert t®W' ourde dem Aichs- ;nationale 6W*

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Kulturrat besteht aus 42 Mitgliedern, die von allen Deutsch-Balten gewählt werden. Zahlreiche national- sozialistisch eingestellte Deutsch-Balten sind von der politischen Polizei verhört worden.

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Der sowjetrussische Volkskommissar des Aeußern, Litwinow, der Donnerstag vormittag in Ber­lin eingetrofsen war, ist nachmittags weitergereist.

Aus aller Welt.

Dr. Dorpmüllers 40jähriges Dienstjubiläum.

In dem Sitzungsraum der Reichsbahnhauptver- waltung in Berlin versammelten sich der Vorstand der Deutschen Reichsbahngesellschaft und die Direk­tion der Reichsautobahnen zu einer schlichten Feier des 40jährigen Dienstjubiläums des Ge­neraldirektors der Deutschen Reichsbahn und der Reichsautobahnen Dr. D o r p m ü l l e r. Reichsoer- kehrsminister Freiherr v. Eltz-Rübenach über­brachte Dr. Dorpmüller die Glückwünsche des Reichs- oerkehrsministeriums und ein Glückwunschschreiben des Herrn Reichspräsidenten. Ebenso hat Reichs­kanzler Adolf Hitler in einem Telegramm dem Generaldirektor Dr. Dorpmüller herzliche Glück- wünsche ausgesprochen.

Schweres Glatteis am Rhein und an der Wasser­kante. Zwei Reichsbahnbeamte tödlich verunglückt.

Die Temperatur des R h e i n w a s s e r s ist wei­ter zurückgegangen und beträgt zur Zeit nur noch Vz Grad über Rull. Man rechnet bei weiterem Anhalten der kalten Witterung auch auf dem Rhein mit Eistreiben. Die Lahn hat bei Ems bereits Eisstand zu verzeichnen. An der Mündung der Mosel trieben die Eismassen so stark an, daß man vom offenen Wasser nichts mehr sehen konnte. Saumeis hat sich überall gebildet. Am Donnerstag setzte bei plötzlich auftretendem diesigem Wetter vorübergehend ein leichter Regen ein, der in Köln starke Glatteisbildung zur Folge hatte. Der Verkehr wurde empfindlich gestört. Erfkeulicher- weise sind noch keine schweren Unfälle gemeldet worden. In Düsseldorf setzte am Donnerstagmorgen ein ganz feiner Regen ein, der zusammen mit niedergehendem Rebel die Straßen und Plätze mit einer Glatteisschicht bedeckte. Die ganze Stadt glich einer einzigen Etsbahn; besonders zwi­schen fünf und sieben Uhr, als noch nicht gestreut war, herrschte lebensgefährliche Glätte. Die Früh­aufsteher mußten zu ihren Arbeitsstätten im wahr­sten Sinne des Wortes balancieren. Auch der Fähr­verkehr wurde stark behindert. Aehnliches Glatteis hatte Düsseldorf am Heiligenabend des Jahres 1931 zu verzeichnen, wo Hunderte von Unfällen ge,nei­det wurden.

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Auf dem Bahnhof Suchsdorf bei Kiel wurde der Zugführer Johannes Hiller des von Flensburg nach Kiel fahrenden Personenzuges 1018 überfah­ren und getötet. Es ist anzunehmen, daß Hiller bei der Abfahrt des Zuges von Suchsdorf beim Einsteigen infolge des Glatteises ausgerutscht und unter den Zug geraten ist. Etwa 20 Minuten später wurde der als Fahrdienstleiter auf dem Bahnhof Suchsdorf diensttuende Bahnhofsvorsteher Paul Kröger ebenfalls t o t im Gleis aufgsfun- den. Anscheinend ist er beim Eintreffen eines Gü­terzuges infolge des Glatteises ausgeglitten und überfahren worden. Beide Unfälle stehen in keiner­lei Zusammenhang und sind lediglich auf das Glatteis zurückzuführen.

Andauernde schwere Stürme über dem Schwarzen Rleer.

Die schweren Stürme auf dem Schwarzen Meer halten mit unverminderter Heftigkeit an. Das Schick­sal von 21 Fischerbooten, die bereits jeit einigen Tagen vermißt werden, ist noch ungewiß. Bisher konnten 40 Fischer aus Seenot gerettet werden. Die Rettungsaktion der russischen Kriegsschiffe, die durch Flugzeuge unterstützt werden, wird fortgesetzt

Zwanzig verletzte bei einem Autobusunglück.

Auf der Staatsstraße Bautzen-Löbau (Sachsen) ereignete sich ein schweres Omnibusunglück, bei dem 20 Personen verletzt wurden. Der Om­nibus der Kraftpostlinie Bautzen-Milkel brachte Arbeiter und Arbeiterinnen nach der Adolfs-Hütte, lieber Nacht waren in einer Kurve zwei mit Kohlen beladene Lastwagen aufgestellt worden. Als sich der Omnibus, der einen Personenanhänger mit sich führte, dieser Stelle näherte, kam ihm ein Motorradfahrer entgegen, durch den er geblendet wurde. Um einen Zusammenstoß mit den beiden Kohlenwagen zu verhindern, mußte der Omnibus schnell ausweichen. Beim Ausweichen kam der Personenanhänger ins Rutschen, st ü r z t e eine kleine Straßenböschunq hinunter und legte sich auf die Seite. Zwanzig Insassen, alles Mädchen und Frauen, wurden verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Vierzehn von den Verletzten konnten ent­lassen werden. Durch den Sturz wurde der Personen- anhänqer völlig zertrümmert.

Der Führer des Deutschen Sängerbundes beim Reichskanzler.

llebergabe einer 60 000-lNark-Spende.

Wie der Gauoorstand des Sängergaues Frank­furt mitteilt, empfing Reichskanzler Adolf Hitler im Reichskanzlerpalais in Berlin den Führer des Deutschen Sängerbundes e. D., Rektor Georg Brauner (Berlin) und den Bundesfchatzmeister Rechtsanwalt und Notar Dr. Karl Hermann, Frankfurt a. M. zur Entgegennahme der vom Deut­schen Sängerbund veranlaßten Sammlung zur Spende für die nationale Arbeitsbe­schaffung. Das erfreuliche Ergebnis dieser Sammlung beläuft sich auf rund 60 000 Mark. Reichskanzler Adolf Hitler betonte in der Unter- rebung die Bedeutung der Kunst und Musik, wie auch des volkstümlichen Gesanges als eines der Hauptfaktoren für die Eingliederung des deutschen Menschen in den neuen Staat. Der Reichskanzler geb ferner der Auffassung Ausdruck, daß gerade auf dem Gebiet des Chor Ganges das neue Reich um Verständnis im Auslande für sich werben könne und müsse. Zum Schlüsse übergab er dem Führer und dem Schatzmeister des Deutschen Sän­gerbundes zur Erinnerung fein Bild mit eigenhän­diger Unterschrift. Neben der nunmehr abgeschlosse- nen Sammlung in den Bundesoereinen des Deut­schen Sängerbundes läuft eine weitere Sammlung für das Winterhilfswerk, die gleichfalls em hervorragendes Ergebnis zu zeitigen verspricht.

Rückgabe des Rameusschildes vom Hilfskreuzer König".

Dem Kommandanten des deutschen Kreuzers Karlsruhe" wurde nach einer Meldung aus Kalkutta von dem dortigen Polizeipräsidenten als eine Geste der Freundschaft das Namensschild des deutschen Hilfskreuzers J? ö n i g" überreicht, dessen ruhmreichen Fahrten während des Krieges 'm der Nähe von Daressalam durch den englischen KreuzerSouthampton" ein Ende bereitet wurde.

SieschwindchastenGlöndungmdes-prosefforS"

Weber-Mine.

Zwei Jahre Gefängnis für einen phantasiebegabten Betrüger.

Vor der 15. Strafkammer des Berliner Land­gerichts ging nach fünftägiger Verhandlung ein Prozeß zu Ende, bei dem sich ein alter Bekann­ter in Moabit,Professor W e b e r-R o b i n c", wie er sich hochtönend mit seinem .Künstlernamen" bezeichnete, wegen Betruges zu verantworten hatte. Der Angeklagte Weber hat mit seinen zahl­reichenGründungen" die Oefsentlichkeit und die Gerichte schon mehrfach beschäftigt. Diesmal erfuh­ren seine betrügerischen Machenschaften endlich ein­mal eine entsprechendeWürdigung". Weber, der sich Schriftsteller, Journalist und Wag­ner s ä n ge r nennt, will seinen Professorentitel von derOrientalischen Universität" in Washington erhalten haben.

Weber war förmlich von einem Orünbungs- fieber besessen und hat nach dem Kriege eine große Reihe verschiedenster Unternehmungen ins Leben gerufen. Wenn es z. B. mit der Förde­rung des Alkoholoerbrauchs nichts wurde, propagierte er schleunigst die Bedeutung des Ge­nusses von Mineralwasser. Nach dem Kriege hat er folgende Klubs gegründet: EinenOrden zum grünen Kreuz", eineOkkultistische Volks- schule", einenOrden für Geisteskultur", einen Deutschen Kunstring", denAufwärtsbund", Leiher und Pfand , einenMusikring", die Carmaloge", dieLoge der Menschlichkeit" und schließlich auch eineRego (Reichsbund zur Förde­rung und Erhaltung Deutscher Gaststätten)".

Da Weber immer in Geldschwierigkei- t e n war, kam er bald in den Verdacht eines gemeingefährlichen Gründungsschwindlers. Seine Gründungen" hatten oft schwere Konflikte zur Folge. Für dieCarmaloge" z. B. wurden von einer Dame, die Weber dafür zurOberin" der Loge ernannte, 5000 Mark gestiftet. Als dieObe­rin" in finanzielle Schwierigkeiten geriet und We­ber um Rückzahlung ihres Geldes anging, antwor­

tete er auf ihren herzzerreißenden Brief mit schwülstigen Worten und empfahl ihr ein Ab­führmittel. Die Dame hat sich später das Leben genommen.

Weber, der verschiedentlich angeklagt war, konnte immer wieder seine Freisprechung erreichen, weil er den Glauben zu erwecken verstand, als habe er aus ideellen und nicht etwa aus rein materiel­len Beweggründen gehandelt. Mit der letzten Grün­dung derRega" bezweckte er den Kampf gegen den Antialkoholismus und die Biersteuer. In Bro­schüren setzte er sich für die Förderung des Stammtisches ein, dereine Energie­quelle der deutschen Eigenart darstelle".

Weber ernannte sich zumPräsidenten" der Rega" und. berief einenDorstandsbeirat". Zahl- reiche Personen, teils mit wohlklingenden Namen, darunter auch ein früherer thüringischer Minister, ließen sich in diesen Beirat wählen, ohne wie sich bei ihrer Zeugenvernehmung herausstellte überhaupt zu wissen, worum es sich eigentlich drehte. Vizepräsident und Direktor derRega^ wurde der Kaufmann Weiß, der gleichfalls mit Weber wegen Betruges angeklagt ist. DieRega" teilte ganz Deutschland in verschiedeneLandesver­bände". Jeder dieser Landesverbände hatte einen Mann an der Hand, der für den Vertrieb des aus einer großen, mit zahlreichen Sinnsprüchen ver­zierten Speisekarte bestehendenWerbematerials" zu sorgen hatte. Etwa 20 00 0 Mark flössen so in die Kasse derRega". Den Löwenanteil davon verbrauchte Weber für sich.

Auch diesmal wieder versuchte der Angeklagte krampfhaft den Idealisten herauszukehren. Das ge­lang ihm aber jetzt nicht mehr. Er sowohl wie sein Spießgeselle Weiß erhielten zwei Jahre Ge- f ä n g n i s und fünf Jahre Ehrverlust. Weiß, der sich noch auf freiem Fuß befand, wurde im Ge­richtssaal verhaftet.

Fahrt ins Donautal.

Von unserem AG.-Sonderberichtersiatier.

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Auf Mackensens und der Türken Spur.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Skoplje (Uesfüb), Südserbien, Ende Nov. 1933.

Man fahre von Budapest mit dem Schnellzug in irgendeine Himmelsrichtung, und schon nach kürze­ster Zeit erscheinen die Beamten der Paß­kontrolle. Trianon in der Praxis. Verkrüppel­tes Ungarn! Man versteht dasNein, nein, nie­mals" des Magyaren. Aber die Nachfolgestaaten sind auf der Wacht. Ob in der Tschechoslowakei, Südslawien oder Rumänien. Es wimmelt aller­orten von Militär. Abrüstungsbankrott in der Praxis. Und auf altungarischen Bahndämmen, in Wagen, die von Deutschland auf Tributkonto ge­liefert wurden, geht es weiter.

Aus der Strecke BudapestBelgrad ist Subo - tica die erste südslawische Station. Subotica, vor kurzem noch Szadadka im alten ungarischen König­reich und in Wirklichkeit deutsche Kolonistenstadt Maria Theresiopel. Ueberhaupt ist alles Land in Batschka und Banat zum größten Teil erst von Deutschen aus Baden, Württemberg und dem Elsaß urbar gemacht worden. Dann tarnen die Magyaren und schließlich die Serben, und alle machten und machen denSchwaben" das Leben schwer. Undank ist der Welt Lohn, nicht nur im menschlichen Eigen­leben, sondern erst recht in der Geschichte. Und wie schnellebig ist unsere Zeit!

Wie lange ist es her, wenige Jahre erst, und doch scheint bereits eine Ewigkeit vergangen, seit deut­sche Soldaten durch die schwäbischen Dörfer marschierten, als Mackensens Truppen die Serben aus dem Lande trieben. Merkwürdig, wenn man so durch eine Gegend rast, die man früher, den Tor­nister am Buckel brav zu Fuß bis in alle Einzel­heiten kennengelernt. Semlin! Wenig mehr als achtzehn Jahre sind vergangen, seit jenem Oktober­tag, an dem die deutschen Geschütze hier ein Feuer­werk eröffneten, das nicht allein die Nixlein in Donau und Sawe zu Paaren trieb. Belgrad! Hier, auf diesen Hängen hatte man gelegen, im regen­feuchten Balkanlehm, hatte, während Schrapnells und Granaten heulten, aus langer Weile rohen Mais gefressen und die Kameraden beneidet, die an anderer Stelle lagen, mitten im herrlichsten Wein. Ja, damals hatte Belgrad gebrannt, drei Tage und drei Nächte lang, und heute ist es Weltstadt geworden, und nicht fein Feuerschein, sondern die Lichter einer Metropole leuchten weit hinaus in das einst ungarische Tiefland.

Man geht durch diese Straßen, die die flüchtende serbische Armee damals mit spärlichen Schrapnells bedacht, sieht die hellerleuchteten Hotels, in denen man einst auf strohbedecktem Parkettfußboden kam­pierte, sieht das alles und will nicht recht begreifen, daß gerade jetzt in einem dieser Hotels der griechi­sche Kriegsminister wohnt, der hier über den Bal­kanbund verhandelt. Will nicht begreifen, daß in den wenigen Jahren die Welt völlig anders geworden, zwischen dem Ochodskischen Meer und dem Bodensee drei Kaiserreiche zusammenbrachen und hier, an Belgrad vorbei, einsam, auf einem Monitor der Siegermächte, Habsburgs letzter ge­krönter Sproß den Weg in die Verbannung fuhr. .

Aber der Mensch kann von der Vergangenheit allein nicht leben. Heute weniger denn je, und so stellt man denn, den Blick auf das Heute und Mor­gen gerichtet, mit Befriedigung fest, daß Südslawien, die Belgrader Presse und alle Menschen, die man spricht, nur in Ausdrücken der Hochach­tung des jungen Deutschland gedenken. Es ist in dieser Beziehung ein großer Unterschied zwischen Pa­ris, Prag und der Hauptstadt Südslawiens, beson­ders heute, da man hier ziemlich harte Worte für die Politik des Herrn Benesch findet und Paris bei jeder Gelegenheit zu verstehen gibt, daß Serbien auch ohne seine Freunde zu leben vermag. Das ist auch vielleicht der tiefere Sinn der ganzen Balkan­gespräche, der Königstreffen in Belgrad, und in Sinaja und nicht zuletzt des Besuches des Herrn Kondylis aus Athen.

Es gab auch in Serbien eine Greuelhetze, und auch heute noch erscheinen hier und ha in der Presse

Artikel, die besser unterblieben, aber dieses Land wird niemals ein Dorado für Emigranten fein, und von durchaus zuständiger Stelle wird einem dann auch versichert, daß man hier keine Lügenmärchen gegen ein. Land zulassen wird, mit dem man geord­nete diplomatische Beziehungen aufrechterhält.

Mackensens Spuren sind hier verweht, soweit es sich um die Zeit des Krieges und der Besetzung han­delt, verweht bis auf einige Feldbahnen im Innern des Landes, die noch von deutschen Truppen an­gelegt wurden und heute der regulären Beförderung von Personen und Gütern dienen. Aber nicht ver­loren, sondern im Gegenteil, mit jedem Tage wach­send ist die Erkenntnis, welche bedeutende Rolle Süd- flawien bet der natürlichen handelspolitischen Ent­wicklung Deutschlands nach dem Südosten spielen kann und in seinem eigenen Interesse spielen muß.

Weniger verweht sind, was das Aeußerliche an­geht, die Spuren der Osmanen. Nicht allein, daß das heute zu Südslawien gehörende Bosnien und die Herzegowina gegenwär­tig, nach den Reformen Kemal Paschas, viel mehr Orient find als die gesamte Türkei Europas und Asiens. Nein, ganz Serbien trägt in vielem noch die Züge der Zeit, als das Wort des Sultans hier unumschränkte Geltung besaß. Die Spuren der Türken! Man erkennt sie an der Tatsache, daß bis auf verschwindende Ausnahmen in öffentlichen Lo­kalen keine Frau zu erblicken ist. Viel spielt hier gerade die Tatsache mit, daß Belgrad als auf- trebenbe Stadt eine Menge von unternehmungs- uftigen Leuten anlockt, die erst dann, wenn sie ich eine Existenz gegründet haben, ihre Frauen nachkommen lassen. Aber die mohammedanischen Auffassungen von Anstand und Sitte wirken sich eben auch im christlichen Serbien aus. Türkenerbe sind auch die meisten Speisen, und die Schaufenster der Konditoreien sind vollends mit denselben Herr­lichkeiten gefüllt, mit denen man in Jnstanbul und Smyrna aufwartet.

In Südserbien, also im makedonischen Gebiet der Ausdruck Makedonien ist übrigens bei den serbischen Behörden verpönt tritt denn auch die osmanische Romantik stark hervor. Neben der griechisch-orthodoxen Kirche reckt sich ein Minarett empor, primitiv, mit Blech bedeckt, armselig, wie heute in diesen Gegenden die meisten Gläubigen an Allah. Südslawien hat seine Mohammedaner nicht wie Griechenland mit der Türkei ausgetauscht aus dem naheliegenden Grunde, weil in Anatolien keine Serben wohnen, und die serbischen Moslems eben echte Serben, auch dem Blute nach, sind, ehemalige Christen, die die Türken einst zum Islam bekehrt, und die jetzt strenggläubiger sind als die, die frü­her mit dem Schwerte die Lehre des Propheten verbreiteten.

Ein friedliches Völkchen, diese mohammedanischen Serben, die doppelt arm sind, da sie auch noch für ihre Frauen mitarbeiten müssen, die nach wie vor nur verschleiert die Straße betreten dürfen. Diese Mohammedaner stellen das größte Kontingent aller Stiefelputzer, ein Gewerbe, das übrigens auch in der Häufigkeit, mit der es hier auftritt, an den Orient gemahnt. Und den Behörden machen sie keine Schwierigkeiten, da sie völlig unpolitisch sind, auf einem politisch höchst vulkanischen Boden. Hier, in Südserbien, herrscht die Paßkontrolle auf Schritt und Tritt, auf den Landstraßen und im Eisenbahn­zuge. Posten mit aufgepflanztem Bajonett bewachen die Brücken, Soldaten begegnet man auf Schritt und Tritt. Aber im übrigen herrscht hier eitel Friede, und überall wird gebaut, gearbeitet. In rund zehn Jahren hat sich Südserbien gewaltig verändert. Es ist für den, der es im Kriege sah, überhaupt nicht wiederzuerkennen. Das ist so ein Ausschnitt aus der großen Zahl von Eindrücken, die man erhält, wenn man am Fuße der alten Burg des Zaren Duschan am Ufer des Wardar steht, einer Burg, die einst eine römische Festung gewesen, bis sie ein serbischer König aus- gebaut, die bann den Janitscharen als Zuflucht diente und heute Kaserne ist im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. Unten am Flusse treibt ein Moslem seinen Esel vor sich her, vor dem Offizierskasino von Skoplje hält ein Kraft­wagen, in den Lüften kreist ein Militärflugzeug. So vermählen sich die Zeiten...

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Würdigung des deutschen Urheberrechts.

Der Reichsminister für Volksaufklärung und Pro­paganda empfing die Vertreter der ausländischen Urheberrechts-Gesellschaften: aus Rom den Staats­sekretär Exzellenz Dino Alfieri, aus London die Herren Leslie, Bossey, aus Paris die Herren Charles M 6 r 6, Präsident der 25 Länder umfassenden Konföderation Leo L e l i e d r e, Alpi Jean-Bernard. Dem Empfang wohnte von der reichsdeutschen UrhebergesellschaftStagma" als geschäftsführendes Vorstandsmitglied Leo Ti t ter bei. Die Unterhaltung betraf die Stellungnahme des Auslandes zum Gesetzgebungswerk des Reiches, soweit es das musikalische Urheberrecht betrifft. Die Vertreter sprachen dem Minister den Dank des Auslandes für das Reichsgesetz zur Ver­mittlung von Musikaufführungsrechten vom 4. Juli 1933 aus, das im Auslande größte Beachtung ge­funden habe. Sie unterbreiteten dem Minister mehrere Wünsche für die Durchführung der er­gangenen Gesetze und die bevorstehende Weiter­regelung. Der Minister stellte die Berücksichtigung dieser Wünsche in Aussicht.

Ein Geistesgestörter in der französischen Kammer.

In einem Vorraum der französischen Kammer ereignete sich ein Zwischenfall, der einige Aufregung auslöste. Ein Geistesgestörter, dem es gelungen war, bis in den Vorraum der Kammer vorzudringen, gab dort aus einer Pistole zwei Schüsse in die Luft ab. Er konnte sofort von den Beamten der Bürgergarde verhaftet wer­den und erklärte, daß er die Aufmerksamkeit der Kammer habe auf sich lenken wollen, weil er augenblicklich einen Prozeß führe. Der Revolver­held wurde als geistesgestört erkannt und in poli­zeilichem Gewahrsam behalten.

Der Sarg als Bett.

In Resdin in der Nähe von Boulogne-sur-Mer starb ein Grundbesitzer im Alter von 63 Jahren. Der Tod dieses Mannes erregte insofern besonderes Aussehen, als er sich schon im Alter von 30 Jahren einen reich verzierten Sarg hatte bauen lassen, den er als Bett benutzte und in dem er nun­mehr auch gestorben ist. Der Sarg hatte jedoch so große Ausmaße, daß es unmöglich war, ihn in einem gewöhnlichen Grab beizusetzen. Die Ange­hörigen ließen deshalb einen kleineren, in gleicher Weise reich verzierten Sarg Herstellen.

kanadische Küstenpolizeibeamte

von einem Rumschmuggelschiff entführt.

Wie aus Glace Bay (Neuschottland) gemeldet wurde, hatte ein staatliches Patrouillenboot ein des Rumsch muggels verdächtiges Schiff ins Schlepp­tau genommen und befand sich auf der Fahrt zum Hafen, als plötzlich das Schleppseil durchhauen wurde und der Rumschmuggler mit dem Kapitän und vier Mann Besatzung des Polizeibootes an Bord in voller Fahrt das Weite suchte. Obwohl das Polizeiboot sofort die Verfolgung aufnahm, ent­kam der Rumschmuggler mit den fünf gefangenen Mitgliedern des Polizeibootes.

Zwei Kinder verbrannt.

In der Wohnung einer Fabrikarbeiterin in Kir­schau (Oberlausitz) brach ein Stubenbrand aus, dem zwei Kinder im Alter von vier und fünf Jahren zum Opfer fielen. In das Bett der Kinder war zum Anwärmen ein heißer Ziegelstein gelegt worden. Das Bettzeug fing Feuer, und bevor das Feuer bemerkt wurde, waren die Kinder bereits ohnmächtig geworden und hatten schwere Verbren­nungen und Rauchvergiftungen erlitten, so daß sie bald darauf fta r b e n.

Drei Todesopfer eines Brandes im Haag.

In einer der letzten Nächte brach in einem Haa­ger Wohnhaus ein Brand aus, der sich so rasch ausbreitete, daß sich nicht alle Hausbewohner mehr retten konnten. Drei Personen, und zwar die 18- jährige deutsche Hausangestellte Paula Becker so­wie die 6- und 3jährigen Söhne des Wohnungs­inhabers, tarnen ums Leben. Der Wohnungs­inhaber selbst und dessen Bruder sprangen von einem Balkon des zweiten Stockwerkes auf die Straße, wobei sie sich schwere Verletzungen zu- zogen.

Auslieferung eines Aschaffenburger Bilderdiebes.

Vor einiger Zeit war, wie erinnerlich, der deutsche Staatsangehörige Walter Francke, der aus dem Schloß in Aschaffenburg 86Rembrandstiche a e st o h l e n hatte, in Straßburg verhaftet worden. Die zuständige Kammer des Kolmarer Appellations- aerichtshofs hat nunmehr beschlossen, dem deutschen Antrag auf Auslieferung des Diebes stattzu­geben. Francke wird also demnächst den deutschen Justizbehörden übergeben werden.

Großes Sägewerk eiugeäfchert.

In Sückau im Kreise Glogau wurde das große Sägewerk mit allen Maschinen und großen Holz- oorräten ein Raub der Flammen. Das Feuer griff auch auf das Wohnhaus und die Scheune über. Das Wohnhaus brannte bis auf die Grund­mauern nieder.

Wettervoraussage.

Hoher Druck bestimmt weiterhin unser Wetter. An seiner Südseite fließt Kaltluft nach Deutschland, in deren Begleitung neben wechselhafter Bewölkung und noch vereinzelten leichten Schneefällen auch Auf­klaren eintritt, wodurch der strenge Frost erhalten bleibt. Ein im Nordosten liegendes Tief dürfte sich späterhin vorübergehend bemerkbar machen, ohne daß die winterliche Wetterlage dadurch wesenllich beeinflußt würde.

Aussichten für Samstag: Wechselnd wol­kig mit Aufklaren, strenger Frost, meist trocken.

Aussichten für Sonntag: Fortdauer des kalten Winterwetters.

Lufttemperaturen am 7. Dezember: mittags 0,1 Grad Celsius, abends2,3 Grad; am 8. Dezember: morgens6,8 Grad. Maximum 0,2 Grad, Mini­mum 7,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Dezember: abends1,9 Grad; am 8. Dezember: morgens3,5 Grad Celsius. Nie­derschläge 0,1 mm.

Amtliche Wintersportnachrichten.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Klar,12,5 Grad, 20 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit stellen­weise gut. Hochwaldhausen: Klar, 11 Grad, 17 bis 20 cm Pulverschnee, Sportmöglich­keit gut.

Sauerlanh: Winterberg: Wolkig,10 Grad, 13 cm Schnee, 1 bis 2 cm Neuschnee, ver­harscht, Sportmöglichkeit mäßig.

Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Ne­bel, 5 Grad, 15 cm Schnee, 6 bis 10 cm Neu­schnee, Pulverschnee, nur Ski möglich.

Ein guter Rat: ZAHNPASTA

ODOL