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Nr. 288 Srftes Blatt
183. Jahrgang
greitag, 8. Dezember 1953
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Mtt 4 ‘Beilagen NM 1.95 Ohne 3Duttnertf . I 80 Iustellgebvhi • --25 Auch bet Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
Hernsprechanschtiike unter Sammelnummer 2251. Anlchrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten.
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Chefredakteur
Dt. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyr>ot2 für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und filr den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Siegen.
Die GA als Trager des neuen Staats.
GiabschefRöhm klärt dieDertreter desAuslands über den wahren Ginn undZweck der GA auf.
einen Zusammenschluß der Vereine zu .Mitteilungszwecken' werde ich erlassen. Ich habe Veranlassung, auf die Verfügung der Obersten SA.-Führung über »Vereinsmeierei besonders hinzuweisen.
Der Oberstlandesführer (gez.) R e i n h a r d."
Oie Deutsche Arbeitet ront übernimmt
baut sich der Dienst in der SA. aus absoluter
anderen Nationen die
attische Gleichbe
Angehörigen der SA. und SS. zu Arbeiterorganisationen nichts mehr im Wege steht.
Eine Bekanntmachung des Oberst- landeSführers der SA Reserve II.
Berlin, 7. Dez. (CNB.) Wie die NSK. meldet, gibt der Oberstlandesführer der SA.-Reserve II bekannt:
„Aus mir zugegangenen Nachrichten ersehe ich, daß von gewissen Organisationen Vereine und Verbände ehemaliger Heeresangehö- r i g e r unter Androhung der Auflösung der Vereine oder unter anderem Zwang zum Anschluß aufgefordert wurden. Ein Anschluß an solche Organisationen, der von den Vereinen nicht freiwillig gewünscht wird, hat in Zukunft nicht mehr stattzusinden. Weitere Anordnungen über
Paris, 8. Dez (CNB. Funkspruch.) Die französische Presse ist sich heute darüber einig, daß eine sehr aktive und wichtige Phase der internationalen Verhandlungen eingesetzt hat, bietet aber hinsichtlich des Zieles dieser Verhandlungen das Bild größter Zerfahrenheit. Die offizielle französische Politik, die nichts anderes als die alte Linie Paul-Boncour ist, wird in einer Havas - Auslassung noch einmal ausführlich dargestellt. Die französische Regierung, so heißt es darin, habe die befreundeten Regierungen, d. h. die östlichen Verbündeten, über das Ergebnis der ersten deutsch-französischen Fühlungnahme informiert. Zu dem gleichen Zweck habe sich der englische Botschafter in Paris nach London begeben. Die französische Regierung werde abwarten, dis sie den Standpunkt der anderen Regierungen keime, um dann nach Beendigung der Finanzdebatte, in einem Ministerrat ihre endgültige Haltung festzulegen. Im Zusammenhang mit dieser diskreten Methode der ständigen Informierung und Befragung der befreundeten Mächte werde auch die Zusammenkunft zwischen dem französischen Außenminister Paul- Boncour und dem tschechoslowakischen Außenminister Dr. B e n e s ch am 14. Dezember stattfinden.
Die Haltung. Deutschlands, Italiens und Rußlands gegenüber dem Völkerbund feien wenig dazu angetan, diesen zu festigen. Frankreich, das dem Völkerbund treu bleibe, habe eine 23er-
alle Verpflichtungen.
Berlin, 7. Dez. (CNB.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley gibt bekannt:
Bei der notwendigen Umorganisation innerhalb der Deutschen Arbeitsfront übernimmt selbstverständlich die Deutsche Arbeitsfront alle Verpflichtungen der Verbände Die durch die Mitgliedschaft bei den Verbänden erworbenen Rechte bleiben also auch weiterhin garantiert. Die bisher bei den Verbänden beschäftigten Ange st eilten werden ebenso von der Deutschen Arbeitsfront übern om« men. Darüber hinaus wird die Deutsche Arbeits- front zur Durchführung ihrer neuen großen Aufgaben noch mehr Kräfte zur Mitarbeit heranziehen bzw. e i n st e l l e n müssen.
mittler- und Schiedsrichterrolle zu spielen. Es müsse versuchen, die Mächte um den Völkerbund zu sammeln, um ihm seine große Rolle in der europäischen Politik wieder zu geben. Paul-Boncour und Benesch würden deshalb die Mittel zur Herbeiführung dieser internationalen Neugruppierung prüfen und sich mit der Frage beschäftigen, welche Vervollkommnung innerhalb des Völkerbundes und welche neuen internationalen Methoden notwendig seien. Paul-Boncour werde, sobald es die Umstände ihm gestatten, die Besuche der osteuropäischen Außenminister in den betreffenden Hauptstädten erwidern.
Während sich Paul-Boncour in dieser Weise, nicht zuletzt aus innerpolitischen Gründen hinter den Völkerbund und Bündnisverträgen verschanzt, wenden sich verschiedene Blätter auch heute gegen die Völkerbundstreue Paul-Bvncours. „F i g a r o" erklärt, praktisch wisse jeder, daß der Völkerbund die Verträge nicht aufrechterhalten könne, weil er nicht die Macht dazu habe. Welchen Wert habe ein internationaler Organismus, wenn Amerika, Japan, Rußland, Deutschland und vielleicht morgen auch Italien ihm nicht angehören. Auch „R e rn p a r t" stellt fest, daß der Völkerbund tot sei und meint, eine französische Regiegierung, die dieses Namens würdig märe, müßte sich heute damit beschäftigen, wenigstens die Bündnisse Frankreichs zu retten.
zösischer Besprechungen eine Einheitsfront herzustellen, in die man außer England vor allem die Kleine Entente und Polen einbe- ziehen möchte. Diese Absicht geht nicht nur aus den letzten Erklärungen des Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses der Kammer, Herriot, hervor, sondern auch aus der Tatsache, daß der Besuch des tschechoslowakischen Außenministers Benesch in Paris auf ausdrücklichen Wunsch der französischen Regierung hin erfolgt.
Englands Sorgenm dieLustwaffe
London, 7. Dez. (WTB.) Im Oberhaus fragte Lord Allen von der Nationalen Arbeiterpartei die Regierung, ob sie nicht eine Erklärung über die Abrüstung auf dem Gebiet der Militär- und Zivilluftfahrt, sowie vor allem über die Möglichkeiten abgeben würde, durch die Deutschland unter Berücksichtigung der Sicherheit der
paiil-Zomoiir such! die alte pMche Lime zu retten
Lord Tyrrells Besuch in London.—Benesch kommt nach Paris.
r e d) t i g u n g gewährt werden könne. Deutschlands Ersuchen um Gleichberechtigung sei durchaus aufrichtig gemeint. Die einzige Gefahr, die ent« steyen könne, sobald man Deutschland die völlige Gleichheit gewähre, sei auf dem Gebiet der Luftfahrt zu suchen. Man könne Deutschland ebensowenig daran hindern, auszurüsten, wie man es veranlassen könne, Reparationszahlungen zu leisten. Aber man könne doch schließlich jedwede Gefahr, die in der Gewährung der Gleichberechtigung liege, dadurch verringern, daß die Luftflotten aller Staaten einschließlich Deutschlands der Kontrolle einer internationalen Organisation unterworfen würden. Lord Allen begründete seine Forderung damit, daß London innerhalb 48 Stunden von der Luft aus tödlich getroffe- werden könne. Es sei kein Trost, daß England Glasseide an anderer Stelle tun könne. Lorb/.-' Allen forderte daher die englische Regierung auf,/ sich erneut für die vollständige Abschaffung der Militär- und M a r i n e 1 u s/t f a h r k nach den Richtlinien des englischen Konversttionsent- wurf^ einzusetzen. Wenn die Zivilluftfahrt weiterhin in den Händen der einzelnen Staaten bleibe, bann könnten die Verkehrsflugzeuge, auch wenn sie noch so sorgfältig kontrolliert würden, innerhalb weniger Stunden in Bvmbei stflug « zeuge verwandelt werden. Die zivile Lüst
ernen Vortragsabend, auf dem der Stabschef der SA. Reichsminister Ernst Röhm einen Vortrag hielt über „Wesen und Aufgaben der S A." Man bemerkte unter den Anwesenden u. a. ,bie Vertreter fast aller europäischen Mächte, ferner die diplomatischen Vertreter zahlreicher überseeischer Staaten. Die ausländische Presse war der Einladung sehr zahlreich gefolgt. Stabschef Röhm führte u. a. aus:
Der Nationalsozialismus ist eine neue Weltanschauung. Er wird künftig in einer durch Blut und Boden, durch Art und Nationalcharakter der verschiedenen Völker bedingten Form die p v l i- rische Weltanschauung schlechthin auf der ganzen Erde fein. Die Wurzeln des Nationalsozialismus liegen in den Schützengräben des Weltkriegs. Die beiden Staatenlenker und Führer ihrer Völker, die aus dem soldatischen Denken des Schützengraben heraus eine vollkommene Wandlung im Denken und Fühlen ihrer Volksgenossen herbeigeführt haben — ich meine Adolf Hitler und Benito Mussolini — haben als Frontsoldaten vorderster Linie durch Tapferkeit und Hergabe ihres Blutes bewiesen, daß sie den Folgerungen des Krieges nicht unmännlich aus dem Weg gingen.
Der Soldat, der in Ehren siegt oder unterliegt, weih, daß eine Feindschaft nicht ewig währen kann. Wer sich in Ehren geschlagen hat, kann sich auch wieder in Ehren vertragen. Unehrenhaft, unmännlich, unsoldatisch war es, wie der Weltkrieg beendet wurde. Der sogenannte „Jriebensoert*rag“ von Versailles mit seinen entwürdigenden und unerfüllbaren Bedingungen war nichts anderes als eine Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln, als eine Verewigung des Haffes. Nicht die Soldaten, die sich im Krieg gegenüberlagen, haben diesen Vertrag gemacht, wieder waren und sind es b i e f eiben ft r ä f t e , bie bie Menschheit in bleuen
Krieg hineingeheht haben.
Seitdem der Nationalsozialismus uas deutsche Volk von seiner inneren Parteizerissenheit befreit hat, erleben wir eine neue Welle des Hasses gegen das junge Deutschland Adolf Hitlers. Und wir erkennen auch hier mit aller Deutlichkeit wieder die Kräfte, die ganz gewiß nicht bereit find, mit der Waffe für das einzutreten, was sie anzetteln. Die Emigranten, die nicht der Nationalsozialismus, sondern das eigene schlechte Gewissen außer Landes getrieben hat, hetzen und schüren gegen Deutschland. Und leider gibt sich eine Presse, die im Fahrwasser von Interessen schwimmt, deren Geschäft der Krieg ist, dazu her, diesem völkervergiftenden Treiben ihre Spalten zu öffnen. In diesen Pamphleten v"rantwortungs-, gewissen- und vaterlandsloser Gesellen kehrt eine Lüge immer wieder: Die politischen Kampf- Organisationen des nationalsozialistischen Deutschlands trügen militärischen Charak - t e r und könnten dadurch zu einer Bedrohung des Friedens der Welt werden. Als verantwortlicher Stabschef der gesamten deutschen SA. wende ich mich im Hinblick auf die Tatsache, daß wir nichts zu verheimlichen haben und daß das neue Deutschland auch heute noch bereit ist, wenn die übrigen Staaten das Gleiche tun, bis zum letzten Maschinengewehr abzurüsten, an die Weltöffentlichkeit, um darzulegen, was es mit diesen Einheiten auf sich hat.
Die SA. läßt sich mit keinem Heer, mit keiner Miliz, mit keinem sonstigen heeressystem der Welt vergleichen. Denn sie ist keines von Ihnen. Allen genannten Heeren eignet der Begriff der bewaffneten Macht. Das gerade aber ist nach dem ausgesprochenen Willen Adolf Hitlers die SA. nicht. 3m Gegenteil, hat er in allen Proklamationen, die sich auf das Verhältnis zwischen Reichswehr und SA. beziehen, ganz scharf und eindeutig die Trennungslinie gezogen: Die Reichswehr ist der alleinige Waffenträger des Reichs — die SA. ist der Willens- und 3deenträger der nationalsozialistischen deutschen Revolution! Der Reichswehr obliegt die Verteidigung der Grenzen und der Schuh der Interessen des Reichs dem A' ilanb gegenüber —, der SA. Ist zur Aufgabe gefetzt, den neuen deutschen Staat geistig und willensmäßig auf der Grundlage des nationalsozialistischen Ideenguts zu formen und den deutschen Menschen zu einem lebendigen Glied dieses nationalsozialistischen Staats zu erziehen. Zwischen der Reichswehr und der SA. bestehen keinerlei Bindungen. So war auch das Reichsheer bei der nationalsozialistischen Revolution gänzlich unbeteiligt — ein Vorgang, der in der Geschichte der Revolutionen wohl beispiellos dastehl.
Die SA. wirb trotz ihrer zahlenmäßigen Stärke von rund 2-/- Millionen Männern nicht — wie es bei allen zu irgendeinem Heeressystem gehörenden Formationen unserer Nachbarstaaten der Fall ist — in Kasernen konzentriert und nicht gemeinsam verpflegt. Sie wirb nicht besolbet und erhält ihre
Freiwilligkeit auf. Der SÄ.-Mann geht seinem bürgerlichen Beruf nach unb widmet nur seine Freizeit, also die Abend- unb Nachtstunden, dem SA.-Dienst. Die SA. entstand als ein Schutz- unb Kampfmittel gegen den innerpolitischen Gegner, den Kommunismus und Marxismus. Der SA.-Mann ist der Bekenner der nationalsozialistischen Weltanschauung und ihr Sendbote, der das geistige Gut des Nationalsozialismus bis in die entlegenste Hütte, bis zum letzten Volksgenossen trägt. Wenn im Ausland mit Vorliebe auf den militärischen Drill dieser Verbände hingewiesen wird, so muß ich mit allem Nachdruck betonen, daß dieser Drill nicht etwa Erziehungszweck, sondern E r - ziehungsmittel ist. Große Massen, vor allem Träger einer revolutionären Weltanschauung, lassen sich nicht ohne st r a f f st e Zucht und strengste Ordnung, ohne bedingungslose Autorität der Führer und Disziplin der Gefolgschaft Zusammenhalten. Glauben Sie, daß die deutsche Revolution sich so unblutig durchgesetzt hätte, wenn nicht diese eiserne Disziplin alle Kämpfer beseelt hätte?
Bisher schon hat nur einzig und allein dank der Tatsache, daß die SA. im Herzen Europas mit bewußt antibolschewisiischer Zielrichtung seit langen Jahren als Schuhwall vor der Ruhe und Ordnung der Welt stand, der Bolschewismus sich nicht auch der westeuropäischen Länder bemächtigen können. Deshalb hat dasAusland alles eigene Interesse daran, die Ordnung und Disziplin im deutschen Volk sich festigen zu sehen. Die Wett sollte dafür dankbar fein, anstatt, wie es leider geschieht, unter Verdrehung der Tatsachen die SA. als eine Bedrohung des Friedens hinzusiellen.
Auch die einheitliche Kleidung wird immer wieder zum Vorwand genommen, der Welt das Bild eines kriegsbereiten unb kriegsgewillten Deutschlands vor Augen zu führen. Dabei ist bas Braunhemd nach Material unb Schnitt als Felb- uniform völlig ungeeignet. Im übrigen habe ich bisher nicht gehört, daß irgenb jemanb an der Uniformierung der zahlreichen männlichen unb weiblichen Verbände unserer Nachbarstaaten Anstoß genommen gatte. Dabei ist heute fast die gesamte Jugend in England, Frankreich, Italien in den Vereinigten Staaten, in Polen unb in Rußlanb nicht nur mit Uniformen beleihet, die denen der entsprechenden Armeen in Schnitt unb Farbe ähneln, sondern sie wirb sogar von aktiven unb Reserve-Heeresangehörigen ganz offen m i t b e r Waffe für ben Kriegsdienst ausgebildet.
Deutschland Ist sich der Ungunst seiner mifitär- geographlschen Lage bewußt und hat deshalb das größte Interesse an der Aufrechterhaltung eines ehrlichenFrie- b e n s. Die deutschen Jndustriereviere liegen fast sämtlich in der Reichweite der Geschähe unterer Rachbarn. Den tausenden und abertausenden Kriegsflugzeugen der uns umgebenden Staaten hat Deutschland nichteineinziges entgegenzufehen. Unbewaffnete und im Waffengebrauch nicht dauernd geübte Manner kann man nicht über Rächt zu furchterregenden und die Sicherheit der Welt bedrohenden Soldaten machen lediglich dadurch, daß man ihnen Waffen in die Hand gibt.
Einige ganz Schlaue haben inzwischen auch her- ausgefunden, daß meine Ernennung zum Reichs- mimfter unb bamit bie Eingliederung ber 6 21. in ben Staat eine höchst verbächtige Maßnahme bes neuen Deutschlanbs ist. Der Totalitätsanspruch bes nationalsozialistischen Staats wäre ein Wiberspruch in sich, wollte ber Staat bie Partei als Trägerin ber Jbee, bie ben Staat trägt, außerhalb stehen lassen. In verstärktem Maße gilt bas ür bie SA., bie ibeenmäßig, organisatorisch unb kämpferisch ber stärkste Kraftausbruck bes Nationalsozialismus -überhaupt ist Nun hat sie Abvif Hitler in ben Staat eingebaut. Damit ist bie SA. nicht nur Trager ber Macht, fonbern auch Träger ber Verantwortung bes nationalsozialistischen, ihres Staates geworben. Der nationalsozialistische Staat ist endgültig, unwiderruflich — bamit müssen sich seine Fembe brinnen unb braußen abfinben. Denn der Staat i ft bas 23 o I f, unb bas Volk ist ber Staat!
Oer Erlaß des Stabschefs- über politische Klubs.
Berlin, 7. Dez. (TU.) Auf verschiebene Anfragen über bie Auswirkungen bes von Stabschef Röhm ausgegebenen Erlasses über bie politischen Klubs wirb oon maßgebenber Seite er» roibert, baß biefer Erlaß so klar unb eindeutig sei, daß jeder SA.-Mann ihn verstehen könne. Grundsätzlich seien mit bem Erlaß nur bie politischen Klubs gemeint unb zwar sowohl bie nationalsozialistischen Klubs, bie sich Sonberinter- essen widmeten, als auch bie anberen politischen Klubs. Nicht betroffen wirb bie Zugehörigkeit zu Sport- unb anberen unpolitischen O r - ganifationen.
Der Stabschef ber SA. hat weiter eine Verfügung erlassen, nach ber ber Zugehörigkeit von
Frankreich wünscht neue englische Garantien für die Ostgrenze.
Paris, 8. Dez. (WTB. Funkspruch.) In einer ßonboner Melbung bes „Matin" wirb erklärt, daß das englische Kabinett alles tun werde, was von ihm abhänge, um ben Erfolg zweiseitiger Verhandlungen zu gewährleisten. London habe zu verstehen gegeben, daß ber englische Botschafter Lorb Tyrrell nach seiner Rückkehr nach Paris sich zu versichern wünsche, daß ber französische Außenminister auch in ber Sage sei, im Namen Frankreichs z u sprechen. Damit nämlich parallele Verhanb- langen eine wirkliche Aussicht auf Erfolg häi.en, bürste wenigstens bis vor Enbe dieses Jahres keine Ministerkrise mehr in Frankreich eintreten.
„Motin" fügt hinzu, nach der Unterredung bes beutschen Reichskanzlers mit bem französischen Botschafter in Berlin habe bie französische Regierung aus bem Bericht ihres Botschafters die Fragen he r a u s g e st e 111, bie im eigentlichen Sinne deutsch-französische seien. Sie habe das, was sich auf europäische Probleme bezogen habe, ihren Verbündeten mitgeteilt. Lord Tyrrell habe das englische Kabinett davon unterrichtet. Er werbe nach seiner Rückkehr über ben englischen Standpunkt Aufklärungen geben. Die Unterredung bes Reichskanzlers mit Francois Poncet werbe aufs neue in einem Kabinettsrat nach Be- enbigung ber Finanzbebatte erörtert werben.
Der halbamtliche „T emp s" betont, baß gewisse Erklärungen englischer Persönlichkeiten zumindest auf ein Mißverständnis fjinbeuteten, das zwischen London und Paris über ben Charakter unb bie Tragweite ber am 14. Oktober erzielten grunbsätzlichen Verständigung zwischen Frankreich, England unb Amerika in ber Abrüstungsfrage bestehe. Es habe ben Anschein, -als ob (England sich durch dieses Abkommen nichtmehrgebun- b e n fühle, währenb Frankreich daran festhalte. Der „Temps" wirft die Frage auf, ob England bereit fein würde, neue Verpflichtungen, hinsichtlich ber Sicherung ber französischen Ostgrenzen zu übernehmen, wenn Frankreich sich bazu bereit erklären sollte, Deutschlanb gewisse Zugestänb' n i ff e in ber Rüstungsfrage zu machen. Die Lösung ber Organisierung des Friedens hänge davon ab, wie weit England Verpflichtungen übernehmen wolle.
Der Wunsch ber srauzösischen Negierung ist offenbar ber, vor ber offiziellen Einleitung deutsch-sran-
Berlin, 7. Dez. (WTB.) Das Außenpolitische I Dienstbekleidung nicht geliefert. Heute wie früher Amt ber NSDAP, veranstaltete im Hotel Adlon ***“£ r:j‘


