Kehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Nr. 262 Drittes Blatt
Mittwoch, 8. November 1933
SJ.Jporl
Sn AOa« des DeMen Automobil-NM
treu, wiederum zogen sie mit einem Die Gäste stellten
heriges Pech
Tor Unterschied den kürzeren. Die Gäste stellten sich als eine körperlich äußerst gewandte und stabile
Handball im Gau XII der OT.
It>. Hachenburg I — Gießener Turnerschaft I 7:6 (3:3).
Auch in diesem Spiel blieb den Gießenern chr seit-
Das war vor HOZahren!
Oer Hitlerpuisch in München am 9. November 1923.
Don Dr. Johann von Leers.
die Hachenburger auf dieselbe Weise einen zweiten Erfolg buchen. Mit einem.glücklichen Fernwurf, den der Tormann falsch berechnete, verringerte Gießen den Abstand und kämpfte nun mit aller Energie um das Ausgleichstor. Wer wieder wurde die Verteidigung von dem linken Flügel der Hachenburger überrannt, der den Angriff mit unhaltbarem Wurf abfchloß. Der Sieg der Gäste schien gesichert, als Gießen noch einmal zu einem machtvollen Angriff ansetzte, der in kurzer Folge zwei Tore und damit den Gleichstand brachte. Noch eine Minute Spielzeit; vom Anwurf in der Mitte kommen die Gäste bis an den Gießener Strafraum; hier entschied der Schiedsrichter Strafwurf, der den Hachenburgern mit dem Schlußpfiff die zwei Punkte einbrachte. Auch diesmal stand die heimische Mannschaft einem Gegner gegenüber, der sie um ein Weniges an Durchschlagskraft, Zähmkeii und Siegeswillen übertraf. Das gab den Wsfchlag. Der Schiedsrichter war sichtlich erregt. Das Spiel litt darunter.
Klein-Linden Jugend — 2Niv. Jugend 0:15.
Wie das Vorspiel, so wurde auch das Rückspiel hoch gewonnen. Zeitweise zeigten die Männerturner recht gutes Zusammenspiel, wenn es auch der Gegner ihnen nicht sehr schwer machte, ihre Angriffe aufzubauen.
Generalsyndikus ist Dr. Ludwig Trendel und Generalsekretär Dr. Fritz Junghans. Die Pressestelle befindet sich in Hannover. Im Interesse einer einheitlichen Berichterstattung werden Nachrichten über den DDAC. nur von dort gegeben.
Die Flaggenweihe des DDAC. in Verbindung mit den programmatischen Erklärungen des Führers des NSKK., Obergruppenführer Hühnlein, findet am 29. November in München statt.
Am Sonntag, 3. Dezember, werden im ganzen Reich erstmalig die neuen Fahnen und Wimpel des Clubs gehißt.
Die Zwischenzeit dient der inneren Organisation des DDAC., wie Einteilung und Leitung der Gaue, Bestimmung chrer Geschäftsstellen und Bildung der Bezirks- und Ortsgruppen.
Hierfür gelten u. a. folgende Richtlinien: Die Gebiete der Gaue des DDÄC. find grundsätzlich die gleichen wie die der Gruppenstaffeln des NSKK. Au der Spitze der Gaue steht ein ehrenamtlicher Gauleiter mit einem Stellvertreter, ein ehrenamtlicher Sportleiter und ein hauptamllich angestellter Geschäftsführer, die vom Korpsführer des NSKK. mit der Führung beauftragt bzw. endgültig ernannt werden.
Im Gegensatz der bisherigen Gepflogenheit, den Gauen hohe Slnteile der gesamten Mitgliederbeiträge zu überlassen, wird der DDAC. die Finanzgebarung durch seine Hauptverwaltung zentral gestalten. Die Gaue gliedern sich in Bezirke und Ortsgruppen, deren Besetzung der Gauleiter bestimmt. Die Ortsgruppen sind befugt, in bescheidenen Grenzen einen Ortsbeitrag von jedem Mitglied zu erheben.
Die Ortsgruppen dienen der örtlichen Zusammenfassung der Mitglieder als Pftegestätten all
terie-Regiments. Lossow telephoniert mit dem Kronprinzen Rupprecht. Die Station des 19. Jnfan- terie-Regiments gibt folgenden Funkspruch heraus:
„An alle Funkstationen.
Generalstaatskommissar von Kahr, General von Losiow, Oberst Seißer lehnen Hitler- putsch ab. Mit Waffengewalt erpreßte Stellungnahme in der Bürgerbräu-Versammlung ungültig. Vorsicht gegen Mißbrauch obiger Namen.
von Kahr, von Lossow, Seißer."
Hitlers Adjutant Siry wird mit dem frechen Wort: „Mit Rebellen verhandeln wir nicht", von der Kahr-Gruppe verhaftet. Frühmorgens erzählt Oberst Leupold im Wehrkreiskommando, Lossow habe erklärt, er halte sich nicht mehr an sein Wort gebunden, da er unter Pistolenzwang g e • ft a n b e n habe.
Am frühen Morgen klebt an den Münchener Straßen eine Proklamation des Ministers Matt:
„Bekanntmachung. Durch einen Putsch Hitler- Ludendorff wurde Die verfassungsmäßige Regierung für abgesetzt erklärt. Die verfassungsmäßige Regierung besteht weiter. Sie fordert die gesamte Beamtenschaft, Polizei und das bayerische Kontingent der Reichswehr auf, ihrer verfassungsmäßigen Regierung treu zu bleiben und den Revolutionären den Dienst zu verweigern. Wer dem entgegenhandelt, wird als Hochverräter behandelt. Die Regierung erwartet, daß das bayerische Volk in Stadt und Land dem Preußen Ludendorff und seinem Anhang, der es unternommen hat, unser bayerisches und deutsches Volk in namenloses Unglück zu führen, die Ge- solgschaft versagen wird. Weitere Bekanntmachungen werden erfolgen.
Den 9. November 1923.
Für das verfassungsmäßige Gesamtministerium: Dr. Matt."
Der Verrat war offensichtlich. Am frühen Morgen hatte der „Stoßtrupp Hitler" unter vieltausendstim- migem Jubel die Hissung der Haketikreuzfahne auf dem Münchener Rathaus erzwungen. Nun war der Verrat offen und klar zutage getreten. Truppen setzten sich gegen das von Hauptmann Röhm besetzte Wehrkreiskommando in Bewegung. Von der Reichswehr in München erklärte sich lediglich die Infanterieschule für Adolf Hitler. Herr von Kahr beruhigte sich in der Neunzehner Kaserne, als ihm gemeldet wurde: „Seine Königliche Hoheit Kronprinz Rupprecht billigt unfern Standpunkt."
Zur gleichen Zeit erscheint nun auch eine Proklamation des Herrn von Kahr: „Treu- und Wortbruch ehrgeiziger Gesellen haben aus einer Kundgebung für Deutschlands nationales Wiedererwachen eine Szene widerwärtiger Vergewaltigung gemacht. Die mir, General von Lossow und Obersten Seißer mit vorgehaltenem Revolver ab gepreßten Erklärungen sind null und nichtig. Die Nationalsozialistische Arbeiterpartei sowie die Kampfverbände Oberland" und „Reichsflagge" sind aufgelöst.
München, 9.November, 3 Uhr morgens.
von Kahr, Generalstaatskommissar."
(Schluß folgt.)
eingetroffen. Er geht sofort auf die Herren von Lossow, von Kahr und von Seißer zu und sagt: „Meine Herren, ich bin ebenso überrascht wie Sie, aber der Schritt ist getan, es handelt sich um das Vaterland und die große nationale völkische Sache." An Lossow wendet sich der Oeneralquartiermeifter des Weltkrieges noch besonders: „Also Lossow, tun Sie mit und schlagen Sie ein in meine Hand!" General von Lossow nimmt Haltung an und reicht Ludendorff die Hand, ebenso Seißer. Herr von Kahr macht noch immer Schwierigkeiten. Adolf Hitler geht wieder zurück in den Saal und spricht: „Wir haben die Novemberverbrecher abgesetzt! Landesverweser wird von Kahr. Ministerpräsident Pöhner! Die Reichsarmee erhalt Ludendorff! Ich schlage weiter vor: bis wir mit den Novemberverbrechern abgerechnet haben, die Deutschland zugrunde richten, übernehme ich die Leitung der Politik der nationalen Regierung!" Der Saal jubelt. Noch immer steht Kahr daneben, lächelt ein gefrorenes und unsicheres Lächeln, preßt schließlich die Worte heraus: „In des Vaterlandes höchster Not übernehme ich die Leitung der Staatsgeschäfte als Statthalter der Monarchie. Ich tue es mit schwerem Herzen, aber ich hoffe zum Wohle Deutschlands ..."
Die übrigen bayerischen Minister, von Knilling, Wutzelhofer, der üble Schweyer, werden inzwischen abgeführt. Kahr, Lossow und Seißer stehen zusammen im leeren Saal. Ehe Adolf Hitler hinausgeht, wendet er sich an Ludendorff: „Exzellenz, Sie sind mir für die Gefangenen verantwortlich." Ludendorff reicht Hitler die Hand. Apathisch wartet Kahr, wartet Seißer. Nur Lossow durchmißt den Raum mit Riesenschritten, pflanzt sich vor dem undurchsichtig blickenden Ludendorff auf: „Sind mir denn gefangen, Exzellenz? Haben wir denn nicht vor der ganzen Versammlung bewiesen, daß wir mit Ihnen eines Sinnes sind? Ich bin Offizier und General..." Ludendorsf antwortet nicht. „Wir geben Ihnen unser Ehrenwort, daß wir treu zur Seite stehen..." Der Feldherr sieht die bargebotenen Hände. Nimmt sie. „Die Gefangenen sind frei!" (Aus Czech-Ioch- berg: .Hitler!")
Zu anständig!... Wie so oft in der germanischen Geschichte zu anständig! Um 23 Uhr wird das Hauptpostamt von Nationalsozialisten besetzt. Der Telephonverkehr befindet sich damit unter nationalsozialistischer Kontrolle. Aber die Radiostationen auf der Kaserne sind frei.. Die Nachrichten wechseln. Hauptmann Röhm besetzt das Wehrkreiskommando. Ludendorff will immer noch nicht glauben, daß den in Bewegungsfreiheit gelangten Kahr, Losiow und Seißer nicht zu trauen ist. Als Hauptmann Seidel zuerst den Verdacht eines Verrates ausspricht, jagt er ganz entrüstet. „Ein deutscher General bricht sein Wort nicht." Kahr und seine Klique fahren in die Kaserne des 19. Jnfan-
lieber die Neuorganisierung des deutschen Automobilwesens erfahren wir von gut unterrichteter Seite, daß es sich bei dem Deutschen Automobil- Club nicht um die Fortsetzung eines bisherigen Clubs, sondern um eine neue Organisation handelt. Das kommt auch in einer Erklärung zum Ausdruck, in der der Korpsführer des NSKK., Obergruppenführer Hühnlein, u. a. folgenden Grundsatz verkündet:
„Die Ausammenfasiung aller deutschen Kraftfahrer zu einer neuen machtvollen öefamtor- aanisation findet nur dann ihre Begründung, wenn an Stelle dec bisherigen, sich ouflösen- den Gebilde eine junge, lebendige, vom Geist des neuen Deutschlands getragene Organifa- fafion tritt.
Aus diesem Grunde ist es notwendig, für den „Deutschen Automobil-Club" nur die besten Kräfte bei der Personalbesetzung, insbesondere bei der Hauptverwaltung des Clubs, zu berücksichtigen. Gealterte oder nicht mehr voll Leistungsfähige inüsien abgebaut werden, wobei ich selbstverständlich unnötige Härten vermeide und, soweit dieses verantwortet werden kann und sich ermöglichen läßt, Uebergangserleichterung gewährte."
Das Präsidium des Deutschen Automobil-Clubs besteht aus dem Ehrenpräsidenten Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha, dem Präsidenten Rechtsanwalt und Notar Fülle, bisher Präsident des ADAC., dem Ersten Vizepräsident Professor Oppermann, Stellvertretender Führer des NSKK. und den Vizepräsidenten Direktor Dr. Ilgner und Edward Kroth.
Die Leitung der Verwaltung liegt in München in den Händen des Freiherrn von Eglofs st ein, bisher Präsident des Bayerischen Automobil-Clubs.
Mannschaft vor, die zudem noch mit außerordentlichem Kampfgeist bei der Sache war. Die ersten zehn Minuten sahen die Gießener forsch im Angriff und brachten sie auch mit 3 :1 in Vorteil. Bald hatten sich jedoch die Hachenburger mit den Verhältnissen vertraut gemacht und kamen nun ihrerseits in Schwung. Ein ungemein fesselnder Kamps entspann sich, m dessen Verlauf es den Hachenburgern Ä, bis zur Pause den Gleichstand wiederher- m, darunter allerdings auch ein Tor aus glatter Abseitsstellung.
In unvermindertem, wenn nicht noch verschärftem Tempo ging der Kampf nach der Halbzeit weiter, auf beiden Seiten wurden die heftigsten Anstren- gungen gemacht, um die Führung zu gewinnen. Eine weite Vorlage über die zu weit vorgerückte heimische Verteidigung hinweg, verwandelte der Linksaußen glatt zum Tor. Kurz darauf konnten
m.
Der putsch im Äürgerbräukeller.
Die Einsetzung des Generalstaatskommissars von Kahr in Bayern verstärkte die Spannung zwi- schen der bayerischen Regierung, deren monarchisti- schen Tendenzen immer stärker hervortraten, und der R e i ch s r e g i e r u n g. Bereits am 27. Novern- der verhängte die Reichsregierung den Ausnahmezustand über das ganze Reich, Reichswehrminister Gehler erhielt die vollziehende Gewalt übertragen und gab sie seinerseits wieder weiter an die Befehlshaber der sieben Wehrkreise. Herr von Kahr antwortete darauf mit der Außerkraftsetzung des Republikschutzgesetzes, weigerte sich, Gold der Reichs- bank aus Nürnberg nach Berlin abtransportieren zu lassen, befahl der bayerischen Zweigstelle der Reichseisenbahnverwaltung, nur noch Anweisungen der bayerischen Regierung Folge zu leisten, und wies seine Polizei an, eine größere Anzahl von Haftbefehlen des Reichsgerichts nicht mehr zur Aus- führung zu bringen. Zwischen Herrn von Kahr und Adolf Hitler bestand llebereinftimmung in der Gegnerschaft gegen die Berliner Reichsregie- rung. Das war aber auch die einzige Ueberein- ftimmung zwischen den beiden Männern. Während Herr von Kahr und fein Anhang auf eine Wieder- iierftellung der bayerischen Monarchie, eine Ein- etzung einer bürgerlich nationalen Regierung hin- teuerte, wollte Adolf Hitler die Generalabrechnung mit dem Marxismus, dem Judentum und den Zentrumseinflüssen erzwingen. In den Endzielen gingen die beiden Persönlichkeiten nicht nur stark auseinander, sondern standen sich scharf gegenüber.
Im Hintergrund entwickelte sich bereits ein Kampf zwischen beiden. Auf das Verbot seiner Versammlungen antwortete Adolf Hitler durch den Befehl an alle Nationalsozialisten, aus den Verbänden, die nicht dem unter Adolf Hitlers Leitung zu- sammengeschlossenen ,Lampfbund" angehörten, aus- zutreten. Der „Völkische Beobachter" griff in scharfer Weise bereits Herrn von Kahr an. Dieser antwortete mit einer Verwarnung. In derselben Nurn- mer hatte das Blatt eine Notiz gebracht, daß die Gemahlin des Generals von Seeckt Jüdin sei. Adolf Hitler veranlaßte das Blatt, diese Notiz als nicht erweislich wahr mit dem Ausdruck des Bedauerns z u r ü ck z u n e h m e n. Die Reichsregierung, froh, einen Vorwand gefunden zu haben, die lästige nationalsozialistische Bewegung mundtot zu machen, verbot den „Völkischen Beobachter". Sie übertrug die Ausführung des Verbotes dem bayerischen Generalstaatskommissar Herrn von Kahr. Dieser weigerte sich. Reichswehrminister Geßler erteilte darauf dem Wehrkreisbefehlshaber General von Lossow den Befehl, von sich aus den „Völkischen Beobachter" zu verbieten. Herr von Lossow erklärte sich telegraphisch für außerstande, diesen Befehl durchzuführen. In den Massen der bürgerlich-nationalen Bevölkerung gewannen er und Herr von Kahr hierdurch ein außerordentlich starkes Ansehen. Es gelang Herrn von Kahr, die bayerischen Verbände damit politisch unter seine Führung zu bekommen. Wieder gab es eine Reibung der Kahr- front mit Adolf Hitler: der Führer des Wehroer- bandes „Reichsflagge" schloß sich Herrn von Kahr an, der Verband spaltete sich, ein großer Teil blieb bei Adolf Hitler unter der Führung von Haupt- man Röhm mit dem Namen „Reichskriegsflagge".
Der Konflikt zwischen München und Berlin verschärfte sich immer mehr. Reichswehrminister Geßler fetzte den General von Lossow ab — darauf vereidigte die bayerische Regierung die Truppen der bayerischen Division auf die bayerische Staatsregierung und setzte den General von Lossow als Lan- deskommandanten ein. Jetzt war der Kampf da! Der Marsch nach Berlin lag in der Luft. Am 26. Oktober erklärte Herr von Kahr: „Ich verhandle nicht mehr mit der Reichsregierung!" Die Berliner Presse sprach von einem bevorstehenden Putsch in Bayern. Man war gut orientiert. Am 3. November sprach das „^Berliner Tageblatt" von einem „deutlichen Abrücken Kahrs und Lossows von Ludendorff und Hitler". Arn selben Tage fanden Besprechungen statt, an denen Hitler und L u - dendorsf auf ber einen Seite, General von L o f s o w und Polizeipräsident Oberst von Sei- H e r auf der anderen Seite tellnahrnen. Wieder zog Kahr die Entscheidung hin. Man wollte „51 Prozent Sicherheit" des Gewinnes haben, man wollte noch mit dieson und jenen „Persönlichkeiten" Fühlung nehmen — inzwischen wuchs die Ungeduld des Volkes immer stärker. Die Entschlußlosigkeit Kahrs rührte nicht zuletzt aus der Furcht seines Kreises her, daß eine wirklich entfesselte Volksbewegung mit Selbstverständlichkeit über alle die feingesponnenen reaktionären Fäden hinweggehen würde. Adolf Hitler versuchte immer wieder aufs neue, den zögernden Generalstaaskommiffar vorwärtszutreiben. Von Tag zu Tag hielt Herr von Kahr ihn hin.
Ein dunkler Novemberabend liegt über München. Es find nun gerade fünf Jahre, seitdem der Novemberoerrat Deutschland den Dolch zwischen die Schulterblätter bohrte. Im Bürgerbräzrkel- l e r spricht vor den Vertretern der Wirtschaft, der bürgerlichen Parteien und seiner „vaterländischen Verbände" der Generalstaatskommissar von Kahr. Plötzlich ist Lärm vor der Tür, Lastkraftwagen rollen die Straße herauf, der „Stoßtrupp Hit- I e r" springt von den Wagen, besetzt die Tür, ohne daß die blaue Polizei irgendeinen Widerstand leistet. Dem obersten SA.-Führer Hauptmann Göring wird die völlige Abriegelung des „Bürgerbräukellers" gem'-'bet. Adolf Hiller schreitet, von drei bewaffneten Nationalsozialisten begleitet, mitten durch den Saal. Ein Revolverschuß gegen die Decke schafft ihm Gehör. Adolf Hitler ruft in den Saal: „Die Regierung ist gestürzt, die nationale Republik ist proklamiert!" Herr von Kahr und feine Begleiter werden in ein Nebenzimmer geleitet Herr von Kahr ist ärgerlich, daß man ihn in feiner Rede unterbochen hat. Auf dem Podium spricht Hauptmann Göring: „Heute beginnt die nationale Republik ... Nicht gegen Kahr geht es, ... nicht gegen Militär und Polizei, ... bloß gegen die Der- iiner Iudenregierung."
Im Nebenzimmer stellt Adolf Hitler^den drei Herren cindringlich vor, daß i e tz t die Stunde da ist, daß sie sich zur Verfügung halten und rnit- Wirten müssen in der Regierung der nationalen Befreiung. Inzwischen ist General Ludendorff
fettiger Kameradschaft im nationalsoziaNsNschen Gemeinschaftsgeisl.
Jede Ortsgruppe wird bezeichnet: „Der Deutsch« Automobil-Club (DDAC.), Ortsgruppe .. . .“ Der gesamte innere Aufbau des DDAC. muß noch vor Beginn der ersten großen sportlichen Veranstaltung — Winter-Zuoerlässigkeitsfahrt im Februar 1934 — abgeschlossen sein.
Zutzballergebniffe der Kreiskraffen Gi ßen.
I- Kreisklasse: Großen-Buseck — Leihgestern 2:3; Lich — Heuchelheim 2:4; Wieseck — Garbenteich 14:2 (5:0); Wetzlar C — Bissenberg 2:6 (2:2); Ehringshausen — Werdorf 4:1 (2:0); Nauborn gegen Aßlar 3:5 (2:2); Holzhausen — Allendorf 5:2 (3:0); Laubach — Ulrichstein 5:3 (1:0); Ellingshausen — Grünberg 1:7 (1:5); Ruppertsburg gegen Schotten 1:3 (1:0).
Kreissonderklasse: SD. Wetzlar II gegen Lollar II, für Wetzlar gewonnen; Naunheim gegen 1900 Gießen II 12:2 (3:1); Wißmar — Steinberg II 3:0 (0:0).
II. Kreisklasse: Lich II — Heuchelheim II 4:6 (4:3); SC. Wetzlar II — Bissenberg II 1:1 (1:1); Krofdorf — VfB. Gießen III 1:3 (1:2); Waldgir- mes — Büblingshausen II 5:0 (2:0); Hermann- stein II — Wetzlar III 1:9 (0:3); Albshausen gegen Büblingshausen 0:1 (0:1); Sportfr. Wetzlar gegen Braunfels 6:0 (4:0); Leun — Berghausen 6:2 (5:0); Hermannstein — Oberbiel 3:3 (1:1).
Spielveremigung 1900 Gießen.
1900 1. Jgd. — SV. 1920 Heuchelheim 1. Jgd. 9:1 (4:1).
Mit einem etwas hohen Resultat von 9:1 Toren mußten sich die Gäste aus Heuchelheim geschlagen bekennen. Bei anfangs verteiltem Spiel gewannen die Einheimischen, selbst gegen den Wind spielend, leicht die Oberhand. Nach zehn Minuten Spieldauer erzielten die 1900er ihr erstes Tor. Durch ein Mißverständnis des rechten Verteidigers konnten die Gäste ausgleichen. Bis zur Halbzeit konnten die Gastgeber das Resultat auf 4:1 für Gießen stellen. Nach Halbzeit spielle 1900 mit dem Wind. In gleichmäßigen Abständen stelllen die Einheimischen das Resultat auf 9:1 Toren. Heuchelheim war sehr eifrig, konnte jedoch gegen die bedeutend technisch besseren Gießener nichts ausrichten.
1900 2. Jgd. — Steinbach 1. Jgd. 2:4.
Steinbach revanchierte sich für die am letzten Sonntag in Gießen erlittene Niederlage, gegen btt mit nur 9 Mann spielende zweite Jugend mit 4:2 Toren.
Sporiabteilung des Tv. Wieseck.
Wieseck I — Garbeuteich I 14:2.
Die Gäste, die nur mit zehn Mann antraten, lieferten den Platzbesitzern ein flottes Spiel. Was Wie- feck an Technik voraus hatte, versuchten die Gäste durch großen Eifer auszugleichen. Schon wenige Minuten nach Spielbeginn konnte Wieseck in Führung gehen. Garbenteich ging dann mächtig aus sich heraus, jedoch scheiterten alle Angriffe an Wiesecks guter Abwehr. Bis Halbzeit stellte Wieseck das Ergebnis auf 5:0. Nach Seitenwechsel lag vorerst Garbenteich im Angriff, doch wurde Wieseck mehr und mehr überlegen und erzielte Tor auf Tor. Erst in der Mitte der zweiten Halbzell kamen die Gäste zu chrem ersten Tore. Später gelang es den Gästen, das Ergebnis auf 12:2 ju stellen. Wieseck erhöhte zum Schluß auf 14:2. Trotz der hohen Niederlage lieferte die Mannschaft aus Garbenteich ein flottes, ruhiges Spiel und hinterließ einen sehr guten Eindruck.
Vorher hatte Wieseck Jugend die Jugend von Lollar zum Gegner. Auch hier waren die Gastgeber ihren Gästen stark überlegen und schickten dieselben mit einer 16:l-Niederlage nach Hause.
Sportverein 1920 Lollar.
Bad-Nauheim I — Lollar I 7:2 (4:2).
Die 1. Mannschaft von Lollar mußte am Sonn tag zum derzeitigen Tabellenführer Bad-Nauheim. Lollar fuhr mit wenig Aussichten, da der Mittelläufer zur Zeit noch gesperrt ist. Außerdem war die Mannschaft beim Anpfiff noch nicht vollzählig und erst beim Stande von 2:0 für Bad-Nauheim kam der 11. Mann. Nauheim lag gleich im Angriff, der Sturm sand sich sofort und überraschte Lollars Verteidigung. Nach 10 Minuten stand bas Spiel schon 2:0 für Den Gastgeber. Lollar war im Sturm nicht schlecht, fand aber keine Unterstützung in der Läuferreihe. Auch die Verteidigung Lollars kam nicht recht in Schwung. Bad-Nauheim erhöhte auf 3:0. Das war den Gästen doch zuviel. Der Halblinke riß den Sturm immer wieder nach vorn, aber zum Torschuß reichte es nicht. Bei einem der Angriffe wurde der Halblinke unfair gelegt: der (Elfmeter- ball wurde sicher verwandelt. Von nun an wandte sich das Blatt. Wohl tarnen die Gastgeber zum billigen vierten Treffer, aber Lollar war dauernd im Angriff und kam zum zweiten Erfolg. Bad- Nauheim war nun völlig aus dem Konzept gebracht und für Lollar gibt es Ausgleichsmöglichkeiten genug, die aber alle ausgelassen wurden. Der Sturm war von großem Pech verfolgt. Die Schwäche- periode ber Gastgeber ging vorüber, ohne baß bas Spiel eine Wendung erfahren hätte. Dann kam Bab-Nauheim nochmals mächtig auf und erhöhte bis auf 7:2 Tore. Das Ergebnis entspricht nicht dem Spielverlauf. Der Schiedsrichter konnte nicht immer gefallen.
KV. „Teuioma" Laubach.
FV. Teutonia Laubach I — Lhattia Ulrichstein I 5:3 (1:0).
Das vierte Spiel In ber Herbstrunde begann mit einer leichten Ueberlegenheit ber Laubacher Mannschaft, die auch in der 25. Minute in Führung ging. Bi zur Halbzeit blieben beiden Parteien Torerfolge versagt. Nach der Pause konnten die Gäste aus einem Gedränge vor dem Laubacher Tor den Ausgleich erzielen und kurz Darauf im Anschluß an einen Eckball sogar in Führung gehen. Die Platzmannschaft wurde immer besser und tonnte ball» durch Den Mittelstürmer gleichziehen. Die Gäste werden in ihre Hälfte zurückgedrängt, wobei es bem linken Läufer gelang, aus 30 Meter Entfernung bas dritte Tor für Laubach unhaltbar einzusenbeu. In kurzen Abständen kam die Platzmannschaft noch zweimal zum Erfolg. Gegen Schluß gelang es Ulrichstein, bei einem unerwarteten Dorstoß bas Torverhältnis noch einmal zu verbessern, aber ber Sieg mußte der befferen Mannschaft bleiben. Mit diesem Spiel führt die Laubacher Mannschaft weiterhin ungeschlagen mit 8:0 Punkten und 26:5 Toren die Tabelle an.


