Ausgabe 
8.7.1933 Erstes Blatt
 
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Pfund, Kochbutter 1 Mk.; Matte 25 Pfennig, Käse (das Stück) 4 bis 10, Wirsing, gelb und grün 10 bis 12, Rotkraut 20, Gelbe Rüben (das Bündel) 8 bis 10, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 15, Römischköhl 10, Bohnen, grün 30 bis 45, Spar- gel 20 bis 40, Erbsen 15 bis 20, Mischgemüse 10, Tomaten 35 bis 48, Zwiebeln 12, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 40, Kartoffeln, alte 3, neue 5 bis 6 Pf-rsiche 40 bis 45, Himbeeren 30 bis 40, Wald­erdbeeren 60, Kirschen 20 bis 25, Heidelbeeren 25 bis 28, Stachelbeeren 15 bis 20. Johannis­beeren 15 bis 20, Erdbeeren 28 bis 35, Pflaumen 35, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Suppenhüh­ner 70 bis 80, Tauben, 50 bis 60 Pf. das Stück, Eier, inländische 8'/r, Blumenkohl 10 bis 50, Sa­lat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 50, Cinmach- gurken 6, Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Radieschen 5 bis 10 Pf. das Bündel, Kar­toffeln 2,80 bis 3 Mark der Zentner.

Bornotizcn.

Tageskalender fürSamstag: Kurz- lchriftverein o. 1861, m. Damenabteilung e. 23., 20.30 Uhr, Ksufm. Vereinshaus: außerordentliche Haupt- Versammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Was wissen denn Männer '.

Tageskalender fürSonntag: Volks­hochschule: Heimatkundlicher Ausflug, Abfahrt 8.28 Uhr. Gesellschaft Liebigmuseum e. 23., im Hör- saal des Liebigmuseums, 10.30 Uhr: Jahresver­sammlung. Gießener Rudergesellschaft 1877: 28. Gießener Ruder-Regatta, Dorrennen 8 Uhr, Hauptrennen 14.30. Evangelischer Bund, 20 Uhr, im Cafö Leib: Vortragsabend. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Was wissen denn Männer."

Abendspaziergang zum Schiffen- berg. Das prächtige Sommerwetter, das nun seit einigen Tagen Einzug gehalten hat, wird auch heute und am morgigen Sonntag einen Teil unserer Ein­wohnerschaft wieder in die prächtige Umgebung der Stadt hinauslocken. Sicherlich wird der Schisfenberg auch jetzt wieder das Ziel vieler Spaziergänger sein, die nicht nur am Nachmittag, sondern auch am Abend und in hellem Mondschein zur alten Burg wandern werden. Auf die heutige Anzeige, in der besonders zum Besuch des Schiffenbergs eingeladen wird, sei hingewiesen.

Konzert- und Walzerabend im Flughafen - Restaurant. 2lm morgigen Sonntag findet im Flughafen ein Gartenkonzert statt, das von der Kapelle Seih ausgeführt wird. Ein Walzerabend soll außerdem die tanzfreudige Jugend ve^inigen. Das Flughafen - Restaurant wird illuminiert sein. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen.

DerKampfbundderdeutschen Ar­chitekten und Ingenieure, der dem Kampfbund für deutsche Kultur, Ortsgruppe Gie­ßen angeschlossen ist, veranstaltet am Dienstag, 11. Juli, im Cafe Ebel (Burggraben) eine Mit­gliederversammlung, zu der neben den Mitglie­dern auch Gäste, die sich für die Ziele des Kampf­

bundes der deutschen Architekten und Ingenieure interessieren, eingeladen sind.

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** Das Gießener Bataillon fährt nach Altengrabow. Nachdem die Maschinen­gewehrkompagnie bereits vor einigen Tagen zum Truppenübungsplatz Altengrabow abrückte, folgen nunmehr auch die drei Schützenkompagnien. Die Mannschaften verlassen am morgigen Sonntag gegen 23.45 Uhr die Kaserne, marschieren mit Musik durch einige Straßen der Stadt zur großen Ver­ladestraße am Bahnhof, um 1.48 Uhr von Gießen abzufahren. Bekanntlich verläßt das Bataillon zum Zweck einer größeren Hebung im Regimentsver­band, die auf dem Truppenübungsplatz Altengra­bow bei Magdeburg stattfindet, für etwa 3 Wochen die Garnison.

** Unfall a u f der Landstraße. Am Ab­zweig der Straßen LollarStaufenberg und Lollar Marburg in unmittelbarer Nähe von Lollar er­eignete sich gestern vormittag ein Verkehrsunfall. Frau Maria Zecher von Staufenberg, die in Rich- turn Lollar fuhr, geriet mit ihrem Fahrrad gegen einen Kraftwagen, der von Lollar kam und stürzte dabei so schwer, daß sie eine Gehirnerschütterung erlitt und durch die herbeigerufene freiwillige Sani­tätskolonne von Gießen nach der Chirurgischen Kli­nik gebracht werden mußte. Das Befinden der be­dauernswerten Frau tft den Umständen entsprechend leidlich. Die Ursache des Unfalls ist nicht völlig ge­klärt.

** Hauptversammlung des Tier­schuhoereins für Hessen. Der Tierschutzver­ein für Hessen feiert in diesem Jahre sein bOjähriges Bestehen. Die Jubiläumsfeier, verbunden mit der Hauptversammlung, muh aus wichtigen Gründen auf den 16. Juli 1933 verschoben werden. Sie findet in Darmstadt in der Turnhalle am Woogsplatz um 11 Uhr statt. Zu der von musika­lischen Darbietungen umrahmten Feier, bei der der neue Vorsitzende des Vereins, Ministerialrat Ringshausen und Herr Oberreallehrer Frank sprechen werden, sind alle Mitglieder -bes Vereins, sowie alle Freunde des Tierschutzvereins freundlichst eingeladen.

** Die Museen im Alten und Reuen Schloß sind am Sonntag in der Zeit von 11 bis 13 Ahr geöffnet.

** Spende für d i e nationale Arbeit. Die Belegschaft der Tonwerke Abendstern zeichnete bei der gestrigen Lohnzahlung den Betrag von 100,30 Mark für die nationale Arbeit.

** Verbilligung der Kraftwagen­versicherungen. Auf Veranlassung des Reichsverkehrsministeriums ist ein neuer Tarif für die Haftpflichtversicherung aufgestellt worden, der mit dem 1. Juli d. I. in Kraft getreten ist. Danach ist als Jahresprämie jetzt zu zahlen: für ein Kraft­rad bis 200 ccm 30 Mark, über 200 ccm 45 Mark (bisher 36 und 60 Mark), für einen mittleren Per­sonenwagen 120 Mark (bisher 180 Mark). Auch die Sähe für die Kaskoversicherung sind herab­gesetzt worden.

Kundgebung für die hungenidenRußlanddeuWen

3m Zeichen der Volksgemeinschaft.

1,5 Millionen Deutsche dem Geschick des russischen Reiches verfallen

seien. Allenthalben gellten jetzt die Hilferufe von der Wolga, von der Ukraine, von Sibirien herüber zu den deutschen Freunden und jeder Brief schildere die Not in ihrer ganzen unbestechlichen Härte.

Was seien nun die Ursachen dieser Not?

Erstens sei es die R e ch t l o s i g k e i t der d e u t - schen Minderheiten in Rußland. Die Deut­schen seien die Ausgestoßenen, die von ihren Land­sitzen Vertriebenen, die Umherirrenden, denen in der Fremde Haus und Hof genommen worden sei und die aller Willkür und Gewalt überantwortet seien. Viele seien Gefangene, zusammengepfercht in Erd­höhlen und Hütten, allen Unbilden der Witterung in Rußland ausgesetzt.

Der zweite Grund des Elends der Deutschen m Rußland und der Russen selbst sei das Wirt- lchaftssystem in der Sowjet-Union, d i e Planwirtschaft. Jeder Bauer müsse einen großen Teil feiner Produktion dem Staate zur 23er- siigung stellen und mit Haus und Hof für das ver- langte Quantum haften. Wer das Quantum nicht geben könne, verliere Haus und Hof oder werde ver- haftet und nach Sibirien geschickt.

Der dritte Grund der deutschen Rot tn Rußland sei der Versuch des Staates, das deutsche Wesen, das als Fremdkörper betrach­tet werde und in seiner Art beunruhige, aus- z u s ch a l t e n. Das Deutschtum werde deshalb als Fremdkörper in der Sowjet-Anion empfunden, weil der Deutsche an seinem Daterlande, an seiner Art, an seiner Religion festhalte, so wie er es immer getan habe. Aber immer sei der Deutsche in Rußland ein guter Staatsbürger gewesen, er habe seine Pflicht getan, obwohl er am Vater­lande festhielt und aus ihm immer wieder seine Kraft bezog. Dem Kommunisnius habe sich das Deutschtum verschließen müssen und so seien die

Der R e i ch s a u s s ch u ßBrüder in Rot!" hatte in Verbindung mit dem Volksbund für das Deutschtum im Ausland auch für un­sere Stadt zu einer großen Kundgebung aufgefor­dert und eingeladen, in der die Not der Rußland­deutschen eindringlich vor Augen gestellt werden sollte. Die Kundgebung, die zu einem Bekenntnis für das Deutschtum in seiner Gesamtheit werden sollte, sah Tausende von Teilnehmern in der Volks­halle versammelt. Derl Abend verlief außerordentlich eindrucksvoll, er mag manchem das Gewissen ge­schärft haben, er mag insbesondere der Jugend die Bedeutung unserer Volkheit für uns und unsere Brüder im Ausland tiefer zum Bewußtsein gebracht haben.

SS. und SA. waren in geschlossenen Zügen zur Vvlkshalle marschiert; die Hitler-Jugend und das Jungvolk, die NS.-Frauenschaft und der Bund deut­scher Mädchen waren geschlossen erschienen, die Mit­glieder des VDA. und alle jene, die sich mit der Sache des Auslanddeutschtums verbunden fühlten, nahmen regsten Anteil. Die Schuljugend fast aller Klassen und aller Anstalten war nahezu vollzählig erschienen, um hier von jenen Dingen zu hören, die Deutschlands Zukunft bedeuten.

Hitler-Jugend und Jungvolk, der Bund deutscher Mädchen und die Jugendbünde, die in der national­sozialistischen Jugend vereinigt sind, zogen mit Pau­ken und Fanfaren auf, der Spielmannszug und die Kapelle der Standarte 116 leiteten die Kundgebung mit Märschen ein, während einige Sturmfahnen, von der Menge mit erhobener Hand begrüßt, in die Dolkshalle gebracht wurden. Fahnen- und Wimpel­träger stellten sich vor der Bühnenrampe auf und gaben damit der Kundgebung den würdigen äuße­ren Rahmen. Die Volkshalle selbst war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Menge folgte mit großer Aufmerksamkeit den Ausführungen der Redner.

Prof. Or. Mayer-Gießen

hielt die Begrüßungsansprache. Deutsche Menschen sterben den Hungertod! Deutsches Volkstum ist in Not! so begann der Redner seine einleitenden Worte. Der gute Besuch der Kundgebung zeuge da­von, daß sich das deutsche Volk allen seinen Brü­dern verbunden fühle. Sicherlich seien viele im Saale, die durch enge Blutsbande mit den hungern­den Deutschen in Rußland verbunden seien. Denn gerade Hessen seien es gewesen, die vor 170 Jahren dem Rus nach dem Osten folgten, auswanderten in die russischen Steppen, um dort sich anzusiedeln und sich ihr Brot zu schaffen. Sie seien hinausge­zogen, um draußen Kulturarbeit zu leisten, und zwar so viel, wie sonst kein anderes Volk auf der Welt Kulturarbeit geleistet habe.

Ls fei ein Unglück, daß Deutschland nie die Ge­schlossenheit in den Kolonien gefunden habe, die die Ausgewanderten vor dem Schicksal der Min­derheiten hatte bewahren können.

Wenn wir heute dem Auslandsdeutschtum helfen, würden wir uns selbst helfen. Es sei unabwendbare Pflicht, den Ausländsdeutschen beizuspringen in Not und Gefahr und ihnen ein Scherflein des Dankes abzustatten.

In ernster Besinnung solle ihrer gedacht werden an diesem Abend, ihnen solle unsere Liebe zuge­wandt sein, sie alle, die draußen auf schwerem Po- sten stehen, sollten wissen, daß wir uns ihnen schick- salsverbunden fühlten bis in den Tod. Der Redner . dankte zum Schluß allen jenen Organisationen, die sich in Den Dienst der guten Sache stellten und die Kundgebung ausgeftalten helfen.

Sodann sprach

Pfarrer Siruckmeyer-Frankfuri.

Um die Wende des 17. Jahrhunderts sei es ge­wesen, so führte der Redner u. a. aus, daß Peter der Große sein Reich zu einer Großmacht in Europa ausbauen wollte. Er habe es aber gewußt, daß er es aus eigenen Kräften und auch aus den Kräften feines Volkes nicht könne. Deutsche Menschen mußten es sein, die ihm das Reich aus­bauen helfen sollten. So habe ein Zug der Deutschen nach dem Osten eingesetzt, sie wurden von ihm in das Land gezogen, sie sollten das Land kultivieren und sie taten es. Katharina II. habe das Werk fort­gesetzt, sie warb deutsche Bauern und führte sie in die russischen Steppen, in die Krim, in den Kau­kasus, an die Wolga, nach Südrußland, wo bald blühende Dörfer entstanden und Kolonien geschaffen wurden, die den Wert des Landes und den Wohl­stand der Bevölkerung hoben.

Das alles sei geschaffen worden aus den über­reichen äußeren und noch mehr aus der Fülle inneren Wertes heraus, die der deutsche Bauer mitgebrachl habe.

Deutsches Streben und deutscher Geist habe sich übertragen auch auf die russische Bevölkerung. So sei es noch im 19. Jahrhundert gewesen, Rußland und seine Machthaber verkannten den Wert der deutschen Kolonisation nicht. Die kolonisierten Flä- chen wurden zu Getreidekammern Rußlands. Aber in der Folgezeit habe sich das Verhältnis Deutsch­lands zu Rußland verschlechtert. Die Auswirkungen dessen seien den deutschen Siedlern nur zu sehr be­wußt geworden. Heute stehe man vor der Tatsache, daß

Gegensätze vertieft worden. Deutsches Menschen­tum sei so allen Anfeindungen anheimgefallen. And nun sei es so weit, daß tausende von Briefen aus den Händen verzweifelnder deutscher Men­schen zu den Freunden in das Vaterland gelang­ten, Briefe, aus denen eine so unvorstellbare Rot spreche, daß wir sie bei aller Rot in unserem Vaterlande nicht ermessen könnten.

Ls fehle das Brot, es fehle Fleisch, das Dich fei längst geschlachtet, Dörfer stünden leer, die Menschen verhungerten zu Tausenden, und das Massengrab sei dos allgemeine Lnde.

Riemand in den Hungergebieten könne die Grenze erreichen, um sich in das Vaterland zu retten, die Kräfte reichten längst nicht aus.

So stehe es um das Schicksal deutscher Brüder und Schwestern in Rußland! Wir aber müßten einzustehen versuchen, damit sie nicht alle schmäh­lich zu Grunde gingen. Es müßten aber nicht nur Lebensmittelpakete und Geld geschickt werden, sondern den Kämpfenden müsse auch gezeigt wer­den, daß Brücken bestehen zwischen uns u n d i h n e n. Es müsse ein tSaat geschaffen werden, der hinauswirle zu den Deutschen im Ausland und der dem erwachten deutschen Volke wieder jene Stellung in der Welt verschaffe, die ihm gebühre. Die Jugend besonders müsse diesen Staat bauen und festigen Helsen und deshalb wiederhole er den Ruf an die JugendDeutschland erwache!".

Als zweiter Redner sprach

Kreisschulrat Or. Henß

Noch selten sei die Ganzheit des deutschen Volkes so zum Ausdruck gekommen, wie heute, da es gelte, den Rußlanddeutschen zu helfen. Die große Volks­gemeinschaft fühle sich den Notleidenden und allen die im Ausland als deutsche Menschen leben und kämpfen auf das Engste verbunden. So sei es in Deutschland stets gewesen: im Augenblicke der Not finde sich das deutsche Volk immer wieder, im Zorne würden Kräfte wach, die sonst verborgen in der Nation schlummerten. Das habe sich 1914 gezeigt, das habe man am Tage von Potsdam erlebt, wo ein freudiges Erzittern die Volksseele durchweht habe, das erweise sich heute, wo die deutsche Volksseele angesichts der Nöte der Deutschen in Rußland im Schmerz erzittere. Heute stehe Mutter Germania hinter den Bedrohten in Rußland.

Immer wieder müsse man sich vor Augen halten, daß der Kampf der Ausländsdeutschen kein Kampf nur für sie selbst fei, sondern ein Kampf für das Deutschtum überhaupt.

Deutschlands Erhebung gehe ja auch vom Aus­landsdeutschtum aus. Der Volkskanzler habe es ja selbst genugsam erlebt; er kenne dos Schicksal und die tiefe Kraft der Liebe der Ausländsdeutschen für das Vaterland. Nur wer außerhalb der Grenzen (eben müsse, erfühle ganz den Wert des Vater­landes.

Wir wollten den deutschen Staat schaffen und ihn zur Heimat eines jeden Deutschen machen. Die deut­schen Brüder müßten heimkehren können in ein Großdeutschland. Man verzichte auf ihrer keinen. Das Minderheitenrecht, so wie es bisher bestehe, müsse völlig umgewandelt werden. Es dürfe nicht von formaldemokratischen Gedankengängen be­stimmt sein. Das Wesen des Volkstums sei ja in ihm nicht berücksichtigt. Das Minderheitenrecht, so wie es heute bestehe, steile nichts organisches dar.'Es müsse ersetzt werden durch das Prinzip der Artbestimmt­heit. Nach dem Volkstum müsse sich die Neuordnung in Europa vollziehen.

Line erzwungene Ausgleichung an ein fremdes

Volkstum werde von uns abgelehnt.

Es müsse den deutschen Minderheiten das Recht auf nationale Selbstverwaltung verschosst werden. Es müsse zur Zusammeniassung aller zu­sammengehörigen Volksgruppen kom­men.

<Der erste Schritt zu einer Neuordnung werde die Freiheit des deutschen Volkes fein. Der Träger des Kampfes um das Auslandsdeutschtum werde der Ausländsdeutsche sein, denn er wisse, was Kämp­fer für Deutschtum zu sein heiße. Es sei ein Kampf um die deutsche Seele und um Gott. Aber der Ausländsdeutsche solle für die Zukunft nicht mehr Kulturdünger für andere Völker sein, sondern er solle Vorposten des Deutschtums werden. Jnland- und Auslanddeutschtum müßten in unlösbarer Ge­meinschaft zusammenstehen.

Mit einem Vers schloß der Redner seine begei­sternde Ansprache und brachte zum Schluß auf das Vaterland, auf die Heimat-auf den deutschen Men­schen und die Gesamtheit des Volkes, nicht zuletzt aber auch auf die Führer des Reiches ein dreifaches Volk-Heil!" aus, das von der Menge begeistert aus­genommen wurde. Im Laufe des Abends erklang auch aus vielen Kehlen der erste Vers des Deutsch­landliedes als ein Bekenntnis zu Volk und Vater- land. Die Standartenkapelle beschloß mit einem Marsch den Abend.

Verantwortlich für Lokales, Provinz, Wirtschaft und Sport: I. V.: H. L. N e u n e r.

Mundstücklos dick und gross