Ausgabe 
8.5.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Montag. 8. Mai 1935

185. Zahrgang

m.M Srübaussabe

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vriihl'sche Universtlätr-Vuch. und Lleindruckerei K Lange in Stehen. 5christleitung und Seschästrftelle: Zchnlstrahe 7.

Annahme von Anzeigen für die lagesnummcr bis zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THgriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn. zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Dietzen.

Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Dietzener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle

Monals-Bezngspreis:

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

Henisprechanschliisse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Hießen.

Postscheckkonto: firantfuri am Main 11686.

Hitler spricht vor der schleswig-holsteinischen SS. und SA.

Großer Aufmarsch der schwarzen und braunen Garde der nationalen Revolution.

Kiel, 7. Mai. (WTB.) Lange vor Beginn der gestrigen abendlichen Dorfeier zum S QL.-*. Aufmarsch in Kiel in der großen Rordost- scehalle war der riesige Raum überfüllt. Pünkt­lich um 2030 Uhr erschien, stürmisch begrüßt, der Stabschef Röhm. Rach dem Einmarsch einer Fahncntompanie und der Begrüßungsansprache des SA.-Gruppensührers Schocne hielt Stabs­chef Röhm eine Rede. Er begann mit warmen Dankesworten für die übermenschlichen Leistun­gen d e r S A. u n d S S. in den vergangenen 14 Fahren und schloß auch die Kameraden dev Reichswehr und der R e i ch s m a r i n e, die sich trotz aller unerhörten Schwierigkeiten immer wieder für das Vaterland eingesetzt haben, in seinen Dank ein. Er fuhr dann fort:

wenn heule das neue Deutschland stehl, bann ist es auf den Kämpfen und Opfern der braunen Armee aufgebaul, und es muh dafür gesorgt werden, daß es auch durch euren Kampf und eure Kampfes- und Opfer- freudigkeit füt d i e Zukunft gesichert ist. Die SA. und SS. hat die historische Ausgabe gehabt, unserem Führer die Macht im Staate zu erkämpfen, und sie Hal diese Aufgabe in glanz­voller weise erfüllt. Nunmehr tritt an sie die Ausgabe heran, d ie Macht zu halten und dafür zu sorgen, dah die heilige Flagge, die uns Adolf Hiller gegeben hat. über dem Deutschen Reich niemals mehr gesenkt wird, daß das neue Reich ein Reich der Ehre.

der Kraft und des Stolzes ifl.

Die braunen und schwarzen Soldaten Adolf Hitlers sind berufen, der Welt zu zeigen, daß im Innern eine eiserne Armee steht, die in Disziplin und Opferfreudigkeit bereit ist, sich für die große, heilige Idee des Vaterlandes ein­zusetzen bis zum letzten Mann.

Schon seit den heutigen frühen Morgenstunden strömten riesige Massen hinaus 3tun städtischen Sport unb «pielplatz, auf dem der Appell der s ch l e s w i g holsteinischon SA. vor ihrem obersten Führer ftattfanb. Dort waren bereits um 10 Uhr die für das Publikum vorgesehenen Plätze von einer Vvopf an Kopf dicht gedrängt stehenden Menge gefüllt. Auf der von acht riesigen Hakenkreuz­fahnen flantierten Ehrentribüne hatte sich die ganze Führerschaft der nationalsoziallstischen Wchrverbände eingefunden. Unterdessen vollzog sich der Auf­marsch der Verbände. Besonders freudig wurden die 300 Mann starken Neiterstürmc mit ihrem edlen Pferdematerial begrüßt. Auch der mit ihrer alten, noch aus der Aerbot . it stammenden schwarzen Fahne aufziehenden fmlerjugenb, wurden herzliche Ovationen bereitet. Ein halbes Dutzend mit dem Hakenkreuz geschmückte Flugzeuge kreiste über dem Aufmarschgelände, während die Zeit des Wartens für die Zehntaufende durch Mufikvorträge verkürzt wurde.

Nach Beendigung des Aufmarsches und nach An­sprachen des schleswig-holsteinischen Kampfführers Schöne, des Gauleiters Lohse usw., hielt

Reichskanzler Adolf Hitler

eine Rede, <n der er ausführte:

Eine Revolution vollzieht sich in Deutschland, die sich von ähnlichen, früheren, vorausgegangenen unterscheidet durch die Disziplin und Plan­mäßigkeit ihrer Durchführung. Während frühere Revolutionen vollzogen wurden durch eine empörte, in sich aber nicht organisierte Volksmenge, die in diesem Ausbäumen ihre Fesselung zerbrochen hatte, wird diese Revolution vollzogen von der größten politischen Organisation, die Deutschland je gesehen hat. Nicht nur einer Organisation des Willens, nein, auch einer Organisation der Kraft, der Gewalt.

Heber 600 000 Personen, die heule in Deutsch­land im braunen Hemd ober mit bet schwarzen Mühe hinter bem Banner ber Revolution stehen, ftnb eine unerschütterliche Garbe, bie als diszi- plinierter Wille des beutschen Volkes bieses große Geschehen nicht nur eingeleitel hat, son- bem auch in ihrer Konsequenz bis zum Letzten weiterführen wirb. Das Ziel biefer großen Er­hebung ist die innere unb tatsächliche lleber- roinbung bes November 1918, wo man bie Fahne bes Verrats unb bes Aufruhrs erhob unb damit Deutschland zerbrach unb alles bas aus­löschte, was in 41 Jahren an Blut- unb sonsti­gen Opfern für Deutschianb gebracht worben

war.

Diese Revolution hat einem kleinen Klüngel, den wir jetzt bloßstellen vor der ganzen Nation, aller­dings Glück und Segen gebracht. Aber Millio­nen Deutscher, Millionen Arbeiter sind die Opfer dieses Verbrechens gewor­den. Die Zahl von acht Millionen, die ohne Ver­dienst und ohne Arbeit, keinerlei Lebenszweck mehr erkennen, diese acht Millionen sind lebendige Zeu­gen der- sozialistischen Republik von 1918. Wir machen den Verantwortlichen von 1918 zum Vorwurf, daß sie das deutsche Volk demoralisierten, daß sie das Volk kor- rumptierten. dah sie einer ungeheu­ren Mißwirtschaft in den letzten 14 Jahren nicht nur Raum ließen, sondern sie behüteten. Wir machen ihnen zum Vorwurf, daß sie damit in den 14 Jahren Deutschland vor der ganzen Welt

als minderwertige Nation erscheinen ließen. Gegen diesen frevelhaften Versuch, ein großes Volk zu de­mütigen und niederzuzwingen, wenden wir uns.

Wir machen ihnen zum Vorwurf, daß sie damals das größte Verbrechen an ihrem Volk verübt haben.

Nunmehr aber ist die Stunde der Abrechnung ge­kommen, in der wir eiskalt die konfequenzen ziehen. Sie sollen sich keiner Täuschung hingeben, daß diese Abrechnung ein nicht natürliches Ende nehmen könnte. Das Ende ber Revolution ist bas Enbe ber Novemberverbrecher, bas Enbe bieses Systems, bas Enbe biefer Zeit, wir wer­ben biese Männer versolgen bis in bie letzten Schlupfwinkel hinein unb werben nicht rasten, bis bieses Gift restlos aus unserem Volkskörper entfernt fein wirb. .

Wir wissen, daß der Reubau eines Stan- tes eine Frage der inneren Genesung des deutschen Volkes ist, und wir wissen, daß das nicht von heute auf morgen geschehen kann. Wir sind nicht ausgcgangen, schematisch Deutschland zu re­organisieren, indem wir vielleicht eine oberfläch­liche Reichsreform durchführen. Wenn das deut­sche Volk neue Farben erhält, so sind diese getragen von einem besseren deutschen Volke. Eine mutige 14jährige Erziehungsarbeit hat die Grundlage geschaffen für die großen Ideale, die uns vorschweben. Es ist aber unser Wille, dah wir die Einheit des deutschen Volkes durchführen, durch die Hervorstellung des Geistes und des Willens der deutschen Ra­tion.

Meine Kameraden von der SA.! Ihr seid die Garde der nationalen Revolution ge­wesen. Ihr müßt der Garant sein für siegreichen Vollzug dieser Revolu­tion. Unb diese wird nur dann siegreich voll­zogen, wenn durch eure Schule ein neuesdeut- sches Volk herangebildet wird. Wir werden dafür sorgen, daß die Gemeinschaft des deutschen Volkes für'die kommenden Jahrhunderte garan­tiert sein wird durch die Erziehung des jungen deutschen Mannes. Diese Erziehung ist unsere und euere Aufgabe. Wie das Heer der Waffenträger der Ration ist, so sollt ihr die Politischen Willensträger der deutschen Ration sein.

wir wollen nicht kleinlich fein unb jebem bie fjanb reichen, ber sich uns anfchließen will. Am Enbe unseres Weges steht ein beulfches Volk mit einer politischen willensorganisation.

Ihr fragt mich laut: Steht das im Verhältnis zu bem, was uns angetan mürbe? Wir wollen uns vor Augen halten: Es gab in jenen Stunden 1918 zwei Sorten von Menschen: Ein ganz verkommenes Füh- rerparf unb eine große Masse deutscher Arbeiter, deutscher Soldaten unb deutscher Matrosen, die da­mit gar nichts zu tun hatten. Wir wollen diese nun nicht verantwortlich machen, sondern sagen: Wir ge­ben euch die Hand. Mit eueren Führern werden wir keine Barmherzigkeit üben. Euch aber wollen wir bie Hand geben. Euch wollen wir zurückführen. Wir sindnich teuere Feinde. Ihr sollt wissen, wir sind Kämpfer für Deutschland.

wer aber glaubt, die Erhebung der Nation weiter sabotieren ober gar aufhalten zu können, ber wirb sehen, baß bie Faust biefer jungen nationalen Garbe stark genug ist, um jeden nieberzubrücken. Der soll sehen, baß wir bann nach bem alten Gesetz oorgehen: Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Es ist eine gewaltige Ausgabe, das deutsche Volk zu reorganisieren, um so langsam die innere Vor­aussetzung zu schaffen für den äußeren Wiederauf­stieg der deutschen Nation. Wir wollen ber Welt zei­gen, daß die Zeit des Novemberdeutsch- land endgültig vorüber ist. Es gibt nur e i n Deutschland, unb das ist bas Deutschland, das sich heute repräsentiert, unb mit diesem Deutschland wird auch die Welt aus­kommen müssen. Sie soll nicht hoffen, daß es noch ein zweites Deutschland gibt, das die Hoffnung gewährt, mit uns weiter so verfahren zu können, wie in der Vergangenheit.

so bitte ich euch angesichts dieser gewaltigen Heer­schau, 0'21.=, SS-Männer und Heranwachsende Jugend, daß Ihr den großen Erfolg in feiner inne­ren Bedeutung erkennt, daß Ihr genau so diszipli­niert hinter mir steht für bie Zukunft wie bisher Nur so werden wir unbesiegbar fein. Ihr habt oft gesehen, wie schwer es war, den Angriff" der Geg ner standzuhalten. Ihr |eit damals diszipliniert unb gehorsam hinter mir gestanden, Ihr habt die Nerven behalten. Erinnert euch dessen, behaltet auch für die ganze Zukunft die Nerven. Es wird nichts gefordert, was nicht notwendig ist.

Kameraden? wir gehen jetzt einer schweren Zeit entgegen, der Geduld unb bes Aushar - rens. Euer ganzes Leben wirb nichts anderes als Kampf fein. Aus bem Kampf feit Ihr ge- kommen, hofft nicht heute ober morgen auf Frieden, wir muffen dieses Ringen um die deutsche Seele weiterführen, w i r wollen keinen Krieg, aber wir wollen das deut­sche Recht, die deutsche Freiheit, wallen, bah unservolknichtlängerals

Paria behandelt wird, und wir wollen das dokumentieren durch unfern eigenen Kampf, durch unser eigenes Ringen um die Zukunst des deutschen Volkes. Schwer wird die Zukunst sein. Doch wenn Ihr bleibt, was Ihr gewesen seid, die eiserne Garde der deutschen Re­volution. bann wirb die Fahne der deut­schen Zukunft das wieder gutgemacht haben, was die Vergangenheit einst besudelt und schlecht gemacht hat.

Ich habe euch oft erklärt, die deutsche Fahne kann nur fein die Fahne der deutschen Ehre. Wir haben dem Symbol deck alten Zeit unsere Fahne als die Fahne der deut­schen Erhebung zur Seite gestellt. Wir ha­ben damit die Verpflichtung vor der Geschichte

Darmstadt, 7.Mai. (WSN.) Samstag abend hatten sich Taufende auf dem Adols-Hitler-Platz eingesunden, um den neuernanntenStatt- Halter feierlich zu begrüßen. Dom Balkon des Landtages wehten die schwarzweißrote, die rot- weiße und die Hakenkreuz-Fahne- Um 20 20 Uhr rückte mit klingendem Spiel die Bereitschaft den Schutzpolizei an, die Offiziere zu Pferde. Ihnen folgten die SA. und SS-, die in geschlossenem Karree um den Platz Aufstellung nahmen. Roch während des Aufmarsches trafen die Automobile mit der SS. ein, die den Statthalter eingeholit hatten, der mit seinem Stabe nach Entgegennahme der Meldungen sich ins Landtagsgebäude begab. In seiner Begleitung befand sich u. a. Staats­präsident Dr. Werner. Musik begrüßte den Statthalter bei seinem Erscheinen auf dem Bal­kon des Landtags, auf dem links und rechts Posten in der schwarzen SS.-Uniform in Stahl­helm und mit Karabiner standen. Rachdem bei Statthalter die aufmarschierenden Kolonnen mit einemHeil 6 QL. begrüßt hatte, trdt zunächst

Stabsleiter Heyse

an die Brüstung und führte u. a. aus: Es ifa ein bes 0 nd'erer und freudiger Anlaß, der Sie heute versammelt hat- Wie Sie all^ wissen, hat der Führer, der Volkskanzler Adolf Hitler, unfern Gauleiter Sprenger zum Reichs statt Halter ernannt. Wir Rational­sozialisten glauben in dieser Maßnahme ein gutes Vorzeichen für die kommende Arbeit zu sehen. Wir wissen, daß hier in Hessen einem Wann dieses Amt gegeben wurde, der im Kamps um die deutsche Freiheit an erster Stelle gestanden- Wir sehen in der Ver­knüpfung der Ramon Sprenger und Wer­ner die Gewähr dafür, daß in Hessen die Ar­beit so vorwärts getrieben und gehand­habt wird, daß wir unsere Ziele re st los erreichen werden.

Reichsstatthatter Sprenger

hielt fobann eine längere Ansprache, in der er aus­führte: Vor mehr als zehn Jahren berief mich das Vertrauen unseres Führers auf den Kampfplatz. Da­mals war es ein Kampfplatz, auf dem unsere Gegner restlos* herrschten. Den Kampf haben wir begonnen, unb wenn wir zurückfchauen, können wir mit Stolz sehen, baß wir ihn gut geführt haben, besonders in feinem letzten Abschnitt. Als zum letztenmal vor der Wahl das Vertrauen des Füh­rers mich nach Hessen berief, wußte ich, baß bie Stunde der Entscheidung gekommen fei. Die Entschei­dung konnte nicht zweifelhaft fein. Sie fiel und w i r haben bie Macht übernommen. Doch der Kam ps ist noch nicht zu Ende. Erst vor wenigen Tagen haben wir den Todfeinden des deut­schen Volkes, den Marxisten, den letzten Gang ge­geben. Aber auch damit wird der Kampf noch nicht \u Ende sein. Der Gegner wird weiter versuchen, seine Fähnlein zusammenzuscharen. Ich erkläre, daß mir alle F ä b e.n bekannt sind, vom Radfah- rerverein mit den neuen Wimpeln bis zum Kegel­klub.

Ich versichere, baß wir all biefen versuchen nach­gehen werben bis zur völligen Vernichtung bes Marxismus unb aller, bie sich als marxistische Gebankentröger fühlen. Marxistische Gebanken- iräger hoben in Deutschianb, haben in Hessen keinen Raum mehr unb dürfen keinen mehr haben.

In seinem herrlichen, opferoollen Wirken ist der. Führer bestrebt gewesen, einen jahrhundertelangen Traum des deutschen Volkes in die Tat umzufetzen. Die deutschen Stämme haben Jahrhunderte lang miteinander, gegeneinander gerungen um ein ein heitliches Deutsches Reich. In den Jahrhunderten ist das Ziel nicht erreicht worden, weil die Macht jeweils auf Brachialgewalt stand. So konnte das Werk nicht gelingen. Zum Ziele führen konnte nur die Erkenntnis der Notwendigkeit, alle Drut­sch e n z u r E i n h e i t zu führen, auch in ber (Be­lin n u n g. Adolf Hitler blieb es vorbehalten, dieses Gedankengut von Haus aus zu revolutionie­ren, den deutschen Menschen vorzubereiten auf diese Stunde endlich erreichter Einheit. Auf dem Boden

übernommen, dafür zu sorgen, daß diese Fahne dem Urteil derIahrhunderte st a n d h ä 11 und sich ehrenvoll behauptet neben dem Symbol der Vergangenheit. Der Reichskanz­ler schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf das deutsche Volk und das Vaterland.

Begeisterte Huldigungen für den Kanzler.

3m Anschluß an die Rede des Reichskanzlers sang die große Versammlung das Deutschland­lied. Immer wiederholter stürmischer Beifall dankte bem Führer für feine Ausführungen. Der Reichskanzler nahm dann den fast zwei Stun­den dauernden Vorbeimarsch der V e r - bände ab, die unter Führung der Reiterstürme unter Heilrufen in Achterreihen vorbeizogen. Alb der Kanzler gegen 18 Ähr den Platz verlieh, wur­den ihm noch einmal begeisterte Huldi­gungen bereitet, die sich noch steigerten, als er um 18.30 Uhr vom Flugplatz Holtenau in Be­gleitung des Stabschefs Röhm den Rückflug nach Berlin antrat. Die Verbände waren in­zwischen Gast bei der Reichsmarine, die sie zu einer Besichtigung ber im Hasen liegenden Kriegsschiffe geladen hatte.

dieser Einheit sollen die Statthalterschaften hak hervorstechendste Merkmal fein.

Ich habe bie Verpflichtung übernommen, in meinem Amt, in bas mich bas vertrauen bes Führers berief, über bie Einheit bes Staates im gesamten Deutschen Reich zu wachen unb zu meinem Teil auch in Hessen biese sicherzustellen. Meine besonbere Aufgabe besteht bar in, baß bas hervorragenbste Gut bes beutschen Volkes, bie in seinen einzelnen Stämmen wurzelnbe Eigen­art, erhalten unb geschützt bleibt, wie in ben Jahrhunberten biese Stammeseigenarten bas Deutsche Reich erhalten unb vermehrt haben. Sie zu schützen unb zu pflegen soll meine vor­nehmste Aufgabe bleiben. Nur wenn es gelingt, bie (Eigenart der beutschen Stämme zu pflegen unb zu entwickeln, können sich die beutschen Stämme nebencinanber zur Höchstleistung ent­fallen.

Wie Deutschland in der Vergangenheit durch seine allgemeine Wehrpflicht der Welt ein Bei­spiel gegeben hat, so wird das neue Deutschland der Welt ein Beispiel geben der beftorgani» fierten Arbeit. Untere Organisation der Arbeit soll der Welt zeigen, was Arbeitskraft und Arbeitswillen in der Welt zu bedeuten ha­ben. Die Welt wird einmal staunend berichten von dieser Organisation der Arbeit, wird stau­nend stehen vor diesem herrlichen Werk Adolf Hitlers, das alle Schichten, alle Stämme der deutschen Bevölkerung umfaßt. Es ist das Ziel eines durchaus friedlichen Willens, und wir müssen erwarten, dah die Welt diesen Willen zum Frieden, den inneren Lebenswillen der Selbsterhaltung des deutschen Volkes, achtet und ehrt. Daneben aber ist es selbstverständlich, daß die Männer der deutschen Arbeit ihre Arbeit sichern wollen, daß sie ge­willt sind, diese ihre Arbeit selbst zu sichern. So wende ich mich an die Parteigenossen, an das ganze deutsche Volk, an alle aufbauwilligen Kräfte des Staates Hessen:

Denn wir eins sind im Millen, eine im Be­kenntnis zur Arbeit unb im willen zum Kamps für ben Schuh biefer Arbeit, wenn wir eins sinb im Glauben an bas Gelingen, werben wir im wetteifer mit allen bestehen können. Eins brauchen wir bazu, unb um bieses eine bitte ich Sie, um Ihre Mitarbeit unb Bereitwilligkeit im

Kampfe.

Wir können niemals irren in den Wegen die­ses Kampfes, weil einer an unserer Spitze steht: Adolf Hitler, der beste Deutsche seit Jahrtausenden. Er wird uns dem Ziele zu­führen. Darum Hessen, wollen wir geloben; W i r wollen dem Führer die Treue hal­ten!

Das von dem Reichsstatthalter auf den Reichs­kanzler ausgebrachte S i e g - H e i l brauste mäch­tig durch die Stille des Abends.

Staatspräsident Nr. Werner führte sodann u. a. aus: Wieder einmal stehen wir auf diesem, einem der vornehmsten und klassisch schönsten Plätze d?s deutschen Volks, der heute den Ramen Adolf Hitlers trägt. Deutsche Volksgenossen! Auf diesen Platz, auf diese Stadt, auf dieses ganze Hessenland herunter schaut die deutsche Geschichte mit hun­dert Augen. Wenn in der Rede des Reichs­kanzlers und des Statthalters von der Rot­wendigkeit des Ausbaues der deutschen Einheit im engsten Zusammenhang mit dem Hinblick auf die deutsche Stammeszugehörigkeit gesprochen wurde, wollen wir freudig diesen Worten zu- stimmen.

wir, bie wir einmal ein großes unb starkes Hessen gehabt haben, wie zu den Zeiten der Re­formation, wollen uns baran erinnern, baß bie Tatsache, biesem Volke ju bienen, eine große Aufgabe bedeutet. Darum bebeutet bas Bekennt­nis des Statthalters in dieser Stunde, dem hessi­schen Stamme Rechnung zu tragen, dafür zu sorgen, daß jener bedeutsame Unterton im Kon-

Hessen begrüßt seinen Statthalter.