Ausgabe 
8.2.1933 Erstes Blatt
 
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Wirtschaft.

* Waggonfabrik H. Fuchs AG., Hei- d e I b e r g. Die Gesellschaft hat per 30. 6. 1932 mit einem Verlust abgeschlossen, da der Betrieb längere Zeit wegen Auftragsmangels ruhen muhte und auch in der übrigen Zeit nur einige hundert Arbeiter beschäftigt waren. Das AK. von 2,0 Mill. Mk. befindet sich fast ganz im Be­sitz der Vereinigten Westdeutschen Waggon­fabriken.

Berlin freundlich.

Berlin, 8. Febr. (WTB. Funkspruch.) Bei ziem­lich kleinem Geschäft ergaben sich für Aktien fast allgemein bis zu etwa 1 o.H. höhere Kurse, Spezialwerte waren noch erheblich Darüber hinaus gesteigert. Neben der kräftigen Erholung am Nenten markt regten die Erwartung höhe- rer Eisenpreise, das Nichtbestehen von Zusammen­legungsplänen bei Aku, die unveränderten Dividen- denerwartungcn bei Ilse, die lebhafte und feste Ten­denz des Schrottmarktes, die 10-Millionen-Zusatz- kredite für die sächsische Industrie mit der 80prozen- tigcn Ausfalldeckung durch den Freistaat Sachsen und das festere Neuyork an.

Montane setzten bis zu 1,40 v. Sj. höher ein. Rhein­stahl gewannen sogar 1,75 v. $). Bon Braunkohlen­werten waren Bubiag anfangs 1,50 v. H. schwächer, während sich sonst Gewinne bis zu 1 v. H. ergaben. Kaliaktien und Elektropapiere gewannen bis zu 2 o. S). Chemische Werte und Gummianteile waren bis zu 1 v. H. erhöht. Bon Linoleumwerten waren Contilinoleum auf geringfügiges Anaebot um 3 v. H. gedrückt. Gasaktien, Kabel- und Drahtworts, Metall­und Bauwerte, Brauereien, sowie Anteile von Wasserwerken tendierten sehr ruhig, waren aber teilweise etwas höher. Bon Autoaktien gewannen BMW. 2 v. H., Maschinenfabriken zogen bis zu 1,40 o. 5). an.

Bon Kunstseideaktien gewannen Aku nach anfäng­licher Plus-Plus-Notiz mehr als 4 v. S). Die übrigen Textilwerte lagen aefchäftslos. Berkehrswerte hatten nur geringfügige Veränderungen aufzuweifen und zeigten, ebenso die Schiffahrtsaktien, kein einheit­

liches Aussehen. Von Banken waren Reichsbank er­neut mehr als 3 o.H. erhöht. Don sonstigen Pa- piercn sind nur Gebr. Junghans mit einem Verlust von zirka 1 o.H. zu erwähnen. Im Verlaufe er- aaben sich bei anhaltend ruhigem Geschäft vielfach Gewinne bis zu 1 v. H.

Deutsche Anleihen waren weiter f e st e r. Va­riable Industrieobligationen und Reichsschuldbuch- orberungen gewannen bis zu 1 v. Sy, bei den übri­gen festverzinslichen Werten gingen die Besserungen ogar bis zu 2 o. H. Ausländer lagen ruhig und vielfach etwas fester.

Bei unveränderten Sätzen war der Geldmarkt weiter leicht veranlagt. In Privatdiskonten, Reichs­wechseln per 5. Mai und Reichsschatzanweisungen per 16. August war weitere Nachfrage festzustellen, die Umsätze blieben aber doch ziemlich gering.

Frankfurt freundlich.

Frankfurt a. M., 8. Febr. (WTB. Draht­meldung.. Die Börse setzte ihre Erholung weiter fort, infolge der Zurückhaltung der Kulisse war das Geschäft aber klein. Die Stimmung war et­was zuversichtlicher, jedoch mehr in wirt- schastlicher, als in politischer Hinsicht. Eine An­regung gab auch die Befestigung der gestrigen Neuyorker Börse.

Von der Kundschaft lagen zwar nur kleine Kaufaufträge vor, doch genügten sie, um das Kursniveau gegenüber der Abendbörse um wei­tere 0,25 bis 0,75 Proz. zu heben. Größeres Inter­esse zeigte sich für einige Spezialpapiere, wie Aku und Reichsbank. Aku lagen auf die Meldung, daß eine Kapitalzusammenlegung angeblich nicht in Frage komme, um 3,75 Proz. fester. Reichsbank zogen gegen den gestrigen Mittagsschluh um 4 Prozent an, nachdem an der Abendbörfe mangels Material keine Notiz zustandegekommen war. Von den einzelnen Marktgebieten waren heute wieder Elektro- und Tarifwerte in Nachwirkung des Sie­mensabschlusses bevorzugt. Dekula gewannen 1,75 Prozent, Siemens 1,38 Proz., Licht L Kraft 1, Gcsfürel 0,75 und AEG. 0,25 Prozent. Von Ehe- micaktien lagen Deutsche Erdöl 1,75 Proz., IG. und Scheideanstalt 0,50 Proz. höher. Am Mon­

tanmarkt hielt sich Interesse für Rheinstahl mit plus 1,5 Prozent. Phönix zog 1 und die übri­gen Werte von 0,25 bis 0,50 Proz. an. Im übri­gen kamen noch Zement Heidelberg und Südd. Zucker unverändert zur Rotiz.

Am Rentenmarkt machte die Beruhi­gung und Erholung weitere Fortschritte. Altbesitz zogen um 0,63 P^oz. an, Neubesitz lagen gut behauptet und späte Reichsschuldbuchforde- derungen lagen 0,75 Prozent höher. Bon Indu­strieobligationen gewannen Stahlvereinbonds und Mittelstahl bis zu 1, Reichsbahnvorzugsaktien 0,5 Prozent. Die Nachricht von der wahrscheinlichen Wiederaufnahme der Kouponzahlunaen im April für türkische Anleihen führte bei Zolltürken zu einer Befestigung von 0,13 Prozent. Rumänen waren behauptet, dagegen gaben 5prozentige Aeuhere Mexikaner 0,13 Prozent nach.

Am Pfandbriefmarkt war die Nachfrage heute wesentlich geringer, doch ergaben sich meist neue Erholungen von 0,25 bis 0,50 v. $). Staats- und Stadtanleihen waren nur wenig verändert.

Im Verlaufe hielt sich noch einiges Interesse für Aku und Reichsbank, die etwa 0,50 bis 0,75 v. S). höher lagen, während die übrigen Aktienmärkte be­hauptet waren. Das Geschäft war außerordentlich klein. Am Rentenmarkt lagen späte Reichsschuld­buchforderungen 0,50 v. H. höher. Deutsche Anleihen blieben gut behauptet. Tagesgeld war zu 3,25 o. H. unverändert.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Wetzlar, 7. Febr. Die unzureichenden Ver­sammlungsmöglichkeiten in unserer Stadt sind durch die Inbetriebnahme des neuen Evangelischen Gemeindehauses verbessert worden. Das Haus gehört zu den historischen Gebäuden von Wetz­lar und war in früheren Zeiten als Restaurant zum Römischen Kaiser" besonders auch bei den Stu­denten der Universitäten Gießen und Marburg be­kannt. Vor drei Jahren kaufte die evangelische Ge­meinde das Haus. Nachdem nunmehr der erste Bau­

abschnitt zu Ende ist, stehen für Gemeindeversamm­lungen und sonstige Veranstaltungen ein größerer Saal mit etwa 300 bis 400 Sitzplätzen und einige kleinere Nebenraume zur Verfügung. Nach den bis­her veröffentlichten Angaben betragen die Ankaufs- toften 35 000 Mark und die bisher ermittelten Um­baukosten 25 000 Mark, wozu* noch die Kosten für Inventar in Höhe von 3500 Mark kommen. Ein Teil der Umbaukosten ist durch ein zinsfreies Darlehen der Darmstädter Siedlungsgefellfchaft in Höhe von 13 000 Mark finanziert worden. Die weiteren Be­träge find aus den vorhandenen Reserven der Ge­meinde zum Teil gedeckt. In den Kreisen der Steuer­zahler macht sich aber Opposition bemerkbar, die be- fürchtet, daß bei der endgültigen Abrechnung eine höhere Belastung des Kir3)enetats durch diesen Er­werb eintreten Dürfte.

1 Münchholzhausen, 7.Febr. Am Sonn­tagabend stießen auf der Provinzialstrahe Wetz - l a rD utenhosen (Gemarkung Münchholz­hausen) ein Personenauto aus Wetzlar und ein Kraftwagen aus Gießen zusammen. Durch den Anprall wurde das Wetzlarer Auto über den Straßengraben auf einen Acker geschleu­dert. Das Gießener AUto kam schräg über die Straße zu stehen. Beide Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt und muhten abge­schleppt werden. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Die polizeilichen Ermittelungen über die Schuldfrage wurden sofort eingeleitet.

O Oberkleen, 7. Febr. In der den Ver­einigten Werken für Dahnmaterial AG. in Butz­bach gehörigen, in der diesigen Gemarkung be- legenen früheren Pulverfabrik wurde ein Diebstahl größeren Umfanges ver­übt. Es wurden 17 Zimmertüren, 9 Fen­sterflügel und eine Feldschmiede gestoh­len. Der Gesamtwert der gestohlenen Gegenstände beläuft sich auf etwa 300 Mk. Da die Pulver­fabrik schon mehrere Jahre stillgelegt und ein Wächter nicht mehr vorhanden ist, dürften her oder die Diebe leichte Arbeit gehabt haben.

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Ohersludienrat Prof. Franz Bock

aktiv. S. S. 87.

Gießen, den 8. Februar 1933.

915D

Wir betrauern tief da< am 6. Febr. zu Darm­stadt erfolgte Ableben unseres lieben A. H.

Wir werden ihm stets ein ehrenvolles Andenken bewahren.

gung wird gebeten.

Gießen, den 7. Februar 1933.

Die G. B Frankonia

1. A. K. W. Dersch. X

Der Vorstand.

_____________ 9I7D|

GESANGVEREIN »HEITERKEIT«

Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, von dem Ableben unserer lieben Mitglieder

Georg Noll und Adolf Schmitz

Kenntnis zu geben. Ehre ihrem Andenken.

Die Beerdigung des Herrn Noll findet Donnerstag, 2.30 Uhr. die des Herrn Schmitz Freitag, 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteili-

Fünfziger-Vereinigung 18651915.

Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mit­glieder von dem Tode unseres lieben Alterskollegen Herrn Georg Noll, Lokomotivführer i.R. geziemend in Kenntnis zu setzen.

Gießen, den 8. Februar 1933.

Die Beerdigung findet statt: Donnerstag, den 9. Fe­bruar, nachm.21/* Uhr, auf dem Neuen Friedhof.

Um allseitige Beteiligung bittet der Vorstand. _____________________________________________________________071'

0784

Danksagung.

Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, dem Eisenbahnfahrbeamtenverein und dem Eisen­bahnerverein sagen wir auf diesem Wege herz­lichen Dank.

Die trauernden Hinterbliebenen:

I.d. N.: Margarethe Schneider

Gießen, den 6. Februar 1933.

3bc Hirns werden Waagen all. Art eichfähig her- gestellt. 0795 Karl Schmidt

Löderftraße 19

Heute entschlief plötzlich und unerwartet infolge eines Herz­schlags mein lieber Mann, unser treuer Vater, Schwiegersohn und Schwager

Herr Df. med. vet Paul Hermann Walter

prakt Tierarzt

im 59. Lebensjahre.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Anna Walter, geb. Zimmer.

Lieh, Ulm (Donau), den 8. Februar 1933.

Die Beerdigung findet Samstag, 11. Februar, nachm. 3 Uhr statt.

Bekanntmachung.

Betr.: Erhöhung der Reichsbezugsscheine zur Verbilligung von Lebensrnit­teln und Brennstoff.

Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß die Frist zur Einreichung der Reichs­bezugsscheinabschnitte 14 für den Monat Januar 1933 am 9. Februar 1933 abläuft.

Alle örtlichen Verkaufsgeschäfte, die zur Einlösung der Reichsbezugsscheine berech­tigt waren und diese noch nicht zur Ein­lösung gebracht haben, werden hiermit nochmals aufgefordert, die Bezugsfchein- abfchnitte unter Beifügung einer Rechnung in doppelter Ausfertigung umgehend bei dem Städtischen Wohlfahrtsamt, ©arten- ftraße 2, einzureichen. 906D

Im übrigen nehmen wir Bezug auf unsere Bekanntmachung vom 2. Januar 1933.

Verspätet eingereichte Abschnitte können nicht mehr beglichen werden.

Gießen, den 7. Februar 1933.

Bürgermeisterei Gießen. Wohlfahrtsamt.

Nutzholzversteigerung

Montag, den 20. Februar d. 3., nachmit­tags 1 llhr, kommt in der wirtschaft Waid­mann, Jägerhaus bei Butzbach, aus dem Nieder-Weifeler Wald zur Versteigerung:

Stämme.

Eiche, fm: 1. Kl. 2,58; 2. Kl. 10,79; 3. Kl

15,17; 4. Kl. 7,49; 5. Kl. 17,09, 6. Kl. 19,63.

Buche, fm 2. Kl .0,33; 3. Kl. 3,36; 4. Kl.

3,86; 5. Kl. 0,78.

Erle, fm: 2. Kl. 5,70; 3. Kl. 5,60; 4. Kl. 0,99.

Linde, fm: 3. Kl. 0,59; 4. Kl. Ml.

Ahorn, fm: 3. Kl. 0,29.

Kiefer, fm: 2a-Kl. 1,53; 2b-ÄL 9,53;

3a-Kl. 2,69; 3b-Kl. 3,78.

Fichte, fm: 1a-Kl. 9,02; Ib-ÄI. 11,95;

2a-Kl. 12,03; 2b-Kl. 3,72; 3a°Kl. 3,55.

Lärche, fm: 1a-Kl. 9,45; lb-Kl. 15,27; 2a-Kl. 1,49.

Nutzscheit: Eiche rm: 30. 898D

Sämtliches Holz ist vorher anzufehcn. Spätere Anstände können nicht berücksich­tigt werden.

Vorherige Auskunft und Verzeichnisse durch Förster Becker, Hausen, Post Butz­bach.

Nieder-Weisel, den 6. Februar 1933.

Hessische Bürgermeisterei.

Winter.

Brenn- und

Nutzholzversteigerung.

Samstag, den 11. Februar 1933, kommt aus dem Gemeindewald nachstehendes Holz zur Versteigerung: 910D

335 rm Buchen-Scheit und -Knüppel

82 Eichen-Scheit und -Knüppel

160 Kiefern-Scheit und -Knüppel

20 Eschen-Knüppel

11 Fichten-Knüppel

245 Buchen-Reiser

92 Eichen-Reiser

25 Stück Fichten-Derbstangen Kl. 3

20 Fichten-Reisstangen Kl. 5

148 Eschen-Derbstangen Kl. 2

47 E chen-Stämme Kl. 1, 5,50 fm

4 Eschen-Stämme Kl. 2, 0,78 fm

Zusammenkunft um 9 Uhr an dem Distrikt Wehrholz.

Nuttershausen, den 6. Februar 1933. Bürgermeisterei: Schwarz.

Bilanz vom Lahr 1932.

Aktiva. RM.

Kassenbestand 411,57

Waren n. Eink. 3983,75

Ausstände 756,70

Sparkassenguthaben 1998,05

Mobiliar n. 10 o.H. Abschreibung 90,

Summa 7240,07

Passiva. RM.

Geschäftsguthaben d. G. 1969,85

Eintrittsgeld 1,

Noch zu deckende Verwaltungs­

kosten 1106,81

Warenschuld,

Reservefonds 2296,54

Rückvergütung 7 o.H. 1461,25

Reingewinn 404,62

Summa 7240,07

Zahl der Mitglieder Ende 1931 188

Zugang in 1932 5

Abgang in 1932 6

Stand Ende 1932 187

RM.

Geschäftsguthaben Ende 1931 1994,85

Zugang in 1932 5,

Abgang in 1932 30,

Stand Ende 1932 1969,85

Haftsumme Ende 1931 9400,

Zugang in 1932 250,

Abgang in 1932 300,

Stand Ende 1932 9350,

Steinberg, den 8. Februar 1933. (911D

Lonsumverein Steinberg e. G. m. b. h.

B. Häuser XIV. Balth. Maid. Gg. Häuser XVI

916 A

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