Nr. 261 Erstes Blatt
185. Jahrgang
Dienstag, 7. November 1955
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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. B.TH.Kümmel sämtlich in Biegen.
Politikaus demGlaubeu
Don Dr. Eduard (Spränget, o. ö. Professor der Philosophie und Pädagogik an der
Universität Berlin.
Eine große Bewegung, wie wir sie jetzt in Deutschland erleben, entzündet sich an den Realitäten der Welt. Jhrd Kraft aber erhält sie nur aus einem in der Tiefe wirkenden Glauben, der gleichsam der Motor in ihrem Getriebe ist. Sie kann nur durchdringen und zum Siege kommen, wenn der gleiche beflügelnde Glaube in ihr erhalten bleibt, aus dem sie ursprünglich erwachsen war.
Welches war dieser Glaube? — Er war in seiner einfachsten und doch allmählich alle Zögernden mitfortreißenden Gestalt derGlaube desdeutschen Volkes an sich selbst. Aus Not und nationalem Zusammenbruch, aus Kleinmut und Entartung glühte in 10 Jahren des Ringens immer stärker die inbrünstige Gewißheit empor, daß
mit Hitler für Gleichberechtigung, Arbeit und ehrenvollen Frieden!
das deutsche Volk noch lebe und daß ihm seine Zukunftsaufgabe in der Welt beschieden sei. Wie in den Tagen Fichtes schlug zuletzt diese Flamme der höheren Vaterlandsliebe mächtig heraus und entfesselte eine Bewegung von seltener Einmütigkeit. Sie stammt, wie alles Große, aus einer religiösen Tiefe. Denn nur für ein mehr als Irdisches und mehr als Zeitliches lohnt es sich, so zu leben, daß man dafür auch sterben kann. Und man lebt nur für das ganz, wofür man auch sterben kann. Das bedeutet nicht, daß wir unser Volk zum Gotte machen. Im Gegenteil: Alles, was 'n dem Gefühl eines göttlichen Auftrages und also eines von Gott verliehenen Rechts gewirkt wird, ist erkennbar an den Zeichen der tiefen Demut, die sich als das vergängliche Werkzeug eines Höheren weiß. Auch das deutsche Volk verdient nicht zu leben, wenn es sich nicht in den Dienst göttlicher Absichten stellt. Und alle Formen inneren Dienstes am Staat — Wehrdienst, Arbeitsdienst, Wissensdienst — empfangen ihre letzte Weihe nur von oben.
Die Reichsregierung hat einen Schritt von ungeheurer Tragweite getan, weil sie überzeugt war, daß ein solcher Glaube im deutschen Volk hinter ihr stehe, und weil sie selbst von diesem Glauben erfüllt war. Sie hat ihn nicht getan aus lieber» Schätzung ihrer tatsächlichen Macht, sondern aus einem zweiten Glauben heraus, zu dem sie die höchste Befugnis hatte, aus dem Glauben an d i e Geltung eines Rechtes auch zwischen den Völkern. Wenn irgend etwas aus dem großen Völkcrkrieg hervorgegangen war, was eine höhere sittliche Stufe hätte bedeuten können, so war es die — Idee des Völkerbundes. Denn ihm lag nach der ursprünglichen Ideologie, die selbst ihre Heimat in Deutschland hatte, die Anerkennung eines Selbsterkennungsrechtes der großen nationalen Lebenseinheiten zugrunde, der Gedanke also, daß den Kulturstaaten, solange sie den Frieden der Welt nicht stören, ein Recht auf Dasein eigen ist. In diesem Falle freilich diente die Idee nur dazu, eine sehr andersartige Realität zu verdecken. Die Zweifel, daß hier, wie so oft, die Berufung auf das Recht nur tatsächliche Uebermachtsoerhältnisse verewigen sollte, waren in uns nie ganz zur Ruhe gekommen. Sie Haden sich nach unsagbarer Geduld von unserer Seite nUn endgültig bestätigt. Wenn auch nur ein einziges Mal der Tatbeweis erbracht worden wäre, datz man von feiten der Siegermächte an eine noch so bescheidene Gleichberechtigung Deutschlands däcyte, wenn man ihm nur einmal in feiner Not um den erforderlichen Lebensraum geholfen hätte, so hätten wir schwerlich dem Völkerbund den Rücken gekehrt; denn gerade der deutschen Art liegt es nur zu sehr, aus Ideen Politik zu treiben. Stattdessen sind nicht einmal d i e Bestimmungen des Vertrages gehalten worden, der schon einseitig genug zu unserer Knebelung gemacht worden war. Damit ist mehr geschehen als ein Schlag gegen Deutschland. Die allmählich sich bildende Atmosphäre des Vertrauens auf Frieden und Ordnung in der Welt ist frevelhaft wieder zerstört worden.
So bleibt uns in Deutschland nidjts als ein dritter, diesmal sehr trüber Glaube: die Ueberzeugung nämlich, daß die Kulturwelt des Abendlandes f i ch weiter selbst vernichten wird, wenn nicht endlich ein Verständnis in ihr erwacht, daß ein schwer erkranktes Glied die anderen anstecken muß. Diese Märtyrerrolle eines großen Volkes belastet nicht nur seine eigene Politik, sondern die eng miteinander verflochtenen Gesamtverhältnisse der moderne Welt. „Deutschland ist keine Insel." Es kann sich nicht isolieren, aber auch b i e anderen können nicht ein zweites Mal uns isolieren. Man gebe uns die Luft zum atmen; man lasse uns das bescheidene Recht, für die Verteidigung unserer Grenzen gerüstet zu sein; man stelle endlich unsere Ehre und unsere Freiheit wieder Herl Man beginne endlich zu verstehen, daß manches, was bei uns geschieht und anderen fremdartig erscheint, die Folge eines Ueberbrucfes von außen ist, unter dem wir !eit 15 Jahren existieren. Einen Deutschen jeben- alls, der nicht ehrlich „3a" sagte zu dem Aufruf 'es Volkskanzlers und damit eine Absage erteilte an die Knechtung, die man aufs neue über uns verhängt, wird es nicht geben. Das ist der endgültige Glaube, der in uns lebendig ist: nur mit Deutschland kann die Welt genesen!
Oie Schmach des 11. November 1948 wird am 12. November 1933 getilgt werden.
Oer Führer fordert die Vollmacht des deutschen Volkes für eine Politik des Friedens in Ehre und Gleichberechtigung.
Kiel, 6. Nov. (TU.) Ganz Kiel steht im Zeichen der Ankunft des Führers. Vom frühen Vormittag an hatte das Stadtbild ein festliches Gepräge. Kein Haus, das nicht mit Hakenkreuz- oder schwarzweißroten Fahnen geschmückt ist. Ununterbrochen strömten ungezählte Tausende zur Nord-Ostseehalle, um noch vor der Deffnung der Eingänge da zu sein. Als bann bie Türen geöffnet würben unb ber Menschenstrom sich einer Lawine gleich in bie Halle ergoß, war in ganz kurzer Zeit ber 25 000 Personen fassenbe Riesenraum bis auf b e n letzten Platz besetzt, so baß bie Zugänge polizeilich gesperrt werben mußten. Tausenbe fanben keinen Einlaß mehr unb warteten vor ber Halle auf bem hellerleuchteten Platz auf bie Lautsprecherübertragung ober begaben sich in bie Paralleloersamm- lungen.
Das Flugzeug, bas den Führer und seine Begleitung von O st preußen nach Kiel bringen sollte, hat einen außerordentlich ftürmi» schen Flug gehabt. Infolge außerordentlich stürmischer Gegenwinde sowie Nebels sah man sich schließlich gezwungen, auf den Weiterflug zu verzichten und in Travemünde zu landen. Von hier aus wurde die Fahrt in schnell angeforderten Kraftwagen fortgesetzt. Die Kunde von der Landung hatte sich zwischen Lübeck und Kiel wie ein Lauffeuer herumgesprochen, so daß der Reichskanzler überall auf dem Wege nach Kiel von großen Menschenma s s en begeistert begrüßt wurde. Tausende von Menschen hatten sich auf ber Lanbstraße eingefunben, die auf den Führer warteten. In Plön sowie in Preetz mußte ber Führer sich ber Menge zeigen, ba sie keinen Raum für bie Weiterfahrt geben wollte'. Von Eimenschenhagen aus konnten bie Wagen wegen ber bichten Menschenmenge nur noch langsame Fahrt machen. In Kiek selbst würben bem Kanzler auf ber Fahrt nach bem Dberpräfibium unb weiter zur Norb-Ostseehalle begeisterte Ovationen bargebracht. In ber Norb-Ostseehalle waren inzwischen unter ben Klängen bes Babenweiler Marsches bie Fahnen unb ©tanbarten einmarschiert, von ber riesigen Menge mit erhobener Hanb begrüßt. Aks bann ber Führer um 20.45. Uhr erschien, hallte ber Riesenraum von nicht enbenroollenbem Jubel wider. Mit erhobenem Arm, nach links und rechts grüßend, schritt der Kanzler langsam durch das SS.-Spalier nach dem Podium, wo ihm ein großer Blumenstrauß überreicht wurde. Gauleiter Oberpräsident Lohse eröffnete sodann die Kundgebung, worauf der Reichskanzler bie Rebner- tribüne betrat. Erst nach minutenlangen stürmischen Heilrufen konnte er sich Gehör verschaffen.
Leitworte des Führers.
Der Führer erinnerte einleitenb an ben letzten Frühjahrs-Wahlkampf: „Damals kämpften wir für ben Sieg einer Bewegung in Deutschland Heute muß ich Sie aufrufen zum Kumpf für ben Sieg bes Rechts unseres Volkes gegenüber ber Welt. Das beutsche Volk forbere von ber übrigen Welt bie Erfüllung ber im Friebensvertrag von Versailles übernommenen Verpflichtungen, so wie Deutschlanb selb st bie (einigen erfüllt habe. Deutschlanb forbere bamit bie enbliche Anerkennung als gleichberechtigte Nation unb als gleichberechtigter Staat. Wir versichern ber Welt, baß bie beutsche Regierung unb bas beutsche Volk nur einen Wunsch besitzen: in Frieden und Freundschaft mit allen Völkern zu leben, um seinen inneren Aufbau beenden zu können. Wenn bie Welt erklärt: Das ist nur eine Versicherung ber Regierung, ber man keinen Glauben beimessen kann, weil bas Volk ganz anbers bentt, bann trete ich nun vor bas beutsche Volk unb forbere es auf, biefe Behauptung ber Welt z u wiberlegen, inbem bas ganze beut» fche Volk geschloffen antritt als Zeuge für bie Wahrhaftigkeit biefer Behauptung."
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,Wir kämpfen nicht für Theorie unb Dogmen; wir kämpfen für bie Existenz bes deutschen Volke s." *
„Der Friedensvertrag baut sich auf auf ber Behauptung, Deutschlanb sei schulb am Krieg. Em schwaches Geschlecht hat bas bamals unterschrieben aus Angst vor neuen Repressalien unb Unterbrut» tungen. Heute wissen wir alle: Es wäre ein Gluck für bie beutsche Nmion gewesen, hätte sie bamals ben Mut gehabt, vor bie Welt hinzutreteu unb zu erklären: Wir sinb bereit zu jebem Fneben, aber niemals sinb mir bereit, für ewige Seiten wiber besseres Wissen eine Lüge zu unterschreiben unb bamit unsere Ehre preiszugeben. Ihr könnt tun, was lhr wollt, mir tun es nicht!" (Brausenber, langanhaltenber Beifall.) *
„Der Vertrag von Versailles hat Sieger unb Besiegte gleichmäßig geschlagen unb zeigt bamit voll bie Unvernunft, bie ihm zugrunbe- liegt."
„Für alle Zeiten ein Volk als zweitklassig unb minberberechtigt hinzustellen, das mill auf die
Dauer kein Volk erdulden und kein Volk ertragen!" (Stürmischer, langanhaltenber Beifall!)
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„Wenn unsere Gegner angesichts der Leistungen der letzten neun Monate sagen: Ja, aber es kann einen Rückschlag geben!, bann antmorte ich: Mein bisheriges Leben ist ein Kampf gewesen; aber kapituliert habe i ch noch niemals, unb bas Ziel habe ich erreicht. (Lebhafter langanhaltenber Beifall.) Ich erinnere Sie an ben 6. November 1932. Da kamen auch bie falschen Propheten unb sagten unser Enbe voraus. Aber für mich unb für uns alle sinb Rückschläge nie etmas anberes gewesen als Peitschenhiebe, bie uns bann er ft recht vor - märtsgetrieben haben. Niemals haben wir beshalb kapituliert."
„Die Welt muß bas beutsche Volk nehmen, wie es ist; bie Welt muß sich mit ber V olkwerdung ber beutschen Nation abfinben."
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„Wenn bie anberen sagen: Wir können unsere Verpflichtungen nicht erfüllen, weil bas heutige Deutschlanb kriegslüstern ist, bann kann ich nur als Kanzler ber Nation vor bie Welt hintreten unb sagen: Das ist nicht wahr. Das beutsche Volk hat bamit nichts zu tun. Es ist nicht wahr, wenn ihr erklärt, baß bieses Volk aus Haß unb Rache einen Krieg beginnen will. Nein, es will seine Ruhe haben, seinen Frieben, unb will allerdings auch seine Ehre haben unb will sein klares Recht."
Berlin, 6. Nov. (TU.) Der Reichswahlvorschlag ber NSDAP, für bie Reichstagsmahl vom 12. November roirb nunmehr von ber NSK. veröffentlicht. Der Wahloorschlag roirb bekanntlich von Reichskanzler A b o l f Hitler geführt, feine ersten zehn Namen sinb bereits mitgeteilt worben. In ber Lifte bie insgesamt 686 Namen umfaßt, folgen fobann Die Mitglieber ber bisherigen nationalsozialistischen Reichstags- fraktion, zu benen sich noch führenbe Persönlichkeiten aus ben nationalsozialistischen Fraktionen ber bisherigen ßanbesparlamente gesellen. Die Reichs st atthalter werben sämtlich in ben neuen Reichstag einziehen. Ebenso sinb bie Gauleiter unb bie Treuhänber ber Arbeit vertreten.
Zu ben nationalsozialistischen Reichstagsabgeorb- neten, bie schon im Reichstag saßen, gehören u. a.: Staatssekretär Feber, Reichsjustizkommissar Dr. Frank II, ber frühere Vizepräsibent bes Reichstags Stöhr, Graf zu Reventlow, Alfred Rosenberg, Prinz .August Wilhelm von Preußen, Staatssekretär'R e i n h a r d t vom Reichsfinanzministerium, Reichssportführer v. Tscham- mer-Osten, der Reichsjugendführer Baldur von Schirach, Staatskommissar im Preußischen Kultusministerium Hinkel, der Danziger (Bauleiter Albert Forster, ber Lanbesinspekteur für Oesterreich Habicht, ber Breslauer Polizeivrä- fibent Heines, Staatssekretär Hierl, ber SS.- Reichsführer Himmler, ber Führer ber Arbeitsfront Dr. Ley, ber Reichsführer ber NS. Kriegsopferversorgung Dberlinbober, Staatssekretär Willikens, Walter Schuhmann, D. Schultze (Naumburg).
Von ben bisher im Reichstag noch nicht vertre- tenen Nationalsozialisten sinb hervorzuheben ber preußische Justizminister Kerrl, Dberpräfibent Kube (Berlin), ber Präsibent bes Reichslanbbunbes M e i n b e r g , ber Führer bes Reichsbunbes der beutschen Beamten Neef, Ministerialbirektor Da- 1 u e g e (Berlin), Staatssekretär Engel (Berlin), ber Referent für Rasseforschung im Reichsministeri- um Dr. Gercke, General Litzrnann unb sein Sohn, ber SA.-Odergruppenführer in Ostpreußen ist, ber Präsibent bes Industrie- und Handelskammer- tages, Dr. von Renteln, der Reichsleiter ber NS.-Volksroohlfahrt, Hilgenfelbt, Ministerialbirektor G r a n z o w , ber Führer ber Berliner An- maltskommer Dr. Seubert, ber Führer ber Deutschen Frauenschaft, Lanbrat Dr. Krumrna- ch e r, ber Führer ber Deutschen Stubentenschaft Dr. Stäbe!.
In ben Reichsmahlvorschlag ausgenommen ist auch eine Anzahl von Bewerbern, bie früher im Reichstag anberen Fraktionen angehörten. Am stärksten ist bie frühere deutschnationale Fraktion vertreten, unb zwar burch Staatssekretär a. D. Dr. Ban g, Rechtsanwalt Dr. Ever - ling, Universitätsprofessor Dr. v. Freytagh - Loringhoven (Breslau), Werftbirektor a. D. Gok (Altona), Professor Dr. Lent (Erlangen), Dr. Kleiner (Beuchen), Universitätsprosessor Dr. Martin Spahn (Köln) unb Frhr. v. Schor- lemer (Rheinland). Dazu kommen noch bie Stahlhelmführer v. Stephani unb von Morozowicz, ber Führer bes Alldeutschen Verbandes, Iustizrat C 1 a ß, und ber frühere pren- ßische ßanbtagsabgeorbnete Steuer (Kassel). Von ehemaligen Reichstagsabgeorbneten der DVP. wer-
„Ick habe 14 Jahre als Führer für die Ehre ber Nation gekämpft unb werbe sie als Kanzler nicht plötzlich preisgeben."*
„Wir sind bereit, von anberen Volkern das Gute zu lernen, wie auch andere Volker bereit fein mögen, von uns zu lernen."
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,Zch will mit dieser Wahl auch gerade den anderen Regierungen zeigen, daß die wahrhafte Demokratie bei uns ist, und daß wir uns nicht scheuen, vor das Volk zu treten. Ich glaube nicht. Daß andere Regierungen, wenn sie eine vierjährige Vollmacht besitzen, innerhalb von sieben Monaten wieder vor die Nation hinzutreten bereit wären."
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„Ich gebe unsere Arbeit der Prüfung bes beutschen Volkes anheim unb bitte es, baß es dabei an die Zukunft denkt und sich der Zeiten der Vergangenheit erinnert." *
„Deutsches Volk! Wir vertreten deine Ehre, wir vertreten deine Interessen, wir vertreten deine Rechte, aber du, dumußtaucherkennenund bezeugen, daß wir damit den Willen desVolkesvoll st reckten. Du weißt, du mußt aufstehen vor ber ganzen Welt, bamit sie einsieht, baß ein neues beutsches Volk erftanben ist. Unb bie Welt roirb erkennen, baß bie Schmach bes 11. November 1918 am 12. November 1933 vom Volk getilgt würbe."
ben Gouverneur Schnee unb ber Bankier Dr. h. c. o. Stau & bem neuen Reichstag angehören. Vom ehemaligen Zentrum werben Dr. yj affe Is ber ger, von ber ehemaligen Bayerischen Volkspartei Graf v. O u a b t unb I s n y, ber frühere bayerische Wirtschaftsminister, roieber im Reichstag erscheinen. Weiter ist noch hervorzuheben bie Kanbibatur der Industriellen Fritz Thyssen, Dr. Vogler, Dr. Springorum, sowie des bekannten Essener Rechtsanwalt Dr. Grimm.
Auftakt zum 9. November.
Begrüßungsfeier der ehemaligen Freikorpskämpfer.
München, 6. Nov. (WTB.) Die bayerische Hauptstadt stand bereits am Montag im Zeichen der bevorstehenden großen Tage, an denen die nationalsozialistische Bewegung und mit ihr das gesamte deutsche Volk die zehnjährige Wiederkehr der nationalen Erhebung vom 8. und 9.November 19 2 3 begehen roirb. Aus allen Teilen bes Reichs sinb bie alten Frei- forpstämpfer eingetroffen. Montaaabenb fanb eine Begrüßungsfeier statt, zu ber sich mehr als 1000 ber Kämpfer von ben Freikorps Roßbach, D b e r l <^n b unb anberen, bie heute alle bas braune Hemb Abolf Hitlers tragen, ejngefunben hatten. Stürmischer Jubel scholl auf, als Oberleutnant Roßbach, begleitet von feinen alten Kampfgefährten, ben Saal betrat. Unter bumpfem Trommelwirbel erfolgte bann ber Einmarsch ber blutgetränkten Fahnen bes Freikorps Roßbach.
Nach einem Weihespiel ergriff Obergruppenführer Heines bas Wort. Zehn Jahre sinb es her, so führte er aus, baß wir als Freikorps zum letzten Male geschlossen gekämpft haben. Vor zehn Jahren marschierte am 9. November ein Bataillon mit in ber Münchener SA., hinein in bie Kugeln ber Reaktion. Dies ist mit ber bebeutenbfte Markstein in ber Geschichte ber Freikorps. Vorher stehen an- bere, gekennzeichnet burch bie stolzen Worte „Baltikum", „Kapp-Putsch", „Ruhrgebiet". Abolf Hitler war es, ber bem Sehnen, bas bie alten Freikorpskämpfer im Herzen trugen, plötzlich Ausbruck gab. Heute nach zehn Jahren sinb wir nach München gekommen, um bie alten Roßbach-Fahnen in bie Hänbe Abolf Hitlers zu legen. Zum Schluß gedachte Oberleutnant Roßbach ber Toten ber Freikorps unb ermahnte alle, im Geiste biefer Toten Abolf Hitler in allen Zeiten treue Gefolgschaft zu leisten.
Oer Reichskanzler in Hamburg.
Hamburg,?. Nov. (WTB.-Funkspruch.) Reichskanzler Abolf Hitler fuhr am Montagabend nach der Versammlung in Kiel mit seiner Begleitung im Kraftwagen nach Hamburg, wo er im Hotel „Atlantik" übernachtete. Obwohl feine Anwesenheit nicht bekanntgegeben war, hatten sich bereits heute früh vor bem Hotel große Menschenmassen angesammelt, um ben Führer zu begrüßen. Als er bas Hotel verließ, brauste ihm ungeheuerer Jubel entgegen. Ueberall, wo er auf feiner Fahrt zum Flughafen Fuhlsbüttel erkannt würbe, schlug ihm bas herzliche Vertrauen ber Hamburger entgegen. Der Reichskanzler hat von Fuhlsbüttel aus ben Rückflug nach Berlin angetreten.
Der Mchswahlvorfchlag der ASDAP.


