Ausgabe 
7.8.1933 Erstes Blatt
 
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nerstag in den frühen Morgenstunden eine u m - fassende Razzia auf Kommuni st cn an- geordnet, die insbesondere auch dem marxistischen Kurierdienst über die Reichsgrenze hinweg galt. Es wurden 70 Personen in Schutzhaft genom­men, von denen sich ein größerer Teil wegen 23er« fehlungen gegen das Gesetz zum Schutze von Volk und Staat zu verantworten haben wird.

Oie Regelung der Weizenvermahlung.

Berlin, 5. Aug. (TU.) Amtlich wird mit­geteilt: Der Deichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat nunmehr die bereits angekün­digte Regelung des Weizen-Verma h- lungszwanges getroffen. Die heute erschei­nende 10. Verordnung über die Aenderung der Sähe für die Vermahlung von Jnlandweizen seht die Höhe der Vermahlungsquote für das ge­samte laufende Wirtschaftsjahr 1933 bis 1934, und zwar für die Zeit vom 16. August 1933 bis zum 15. August 1934 fest, um den Müh­len die Möglichkeit der Disposition auf weite Sicht zu geben. Sie bestimmt dabei, daß die Mühlen in der Zeit vom 16. August bis 30. September 1933, in den einzelnen Monaten von

Oktober 1933 bis Juli 1934 und in der Zeit vom 1. bis 15. August 1934 mindestens je 97 v. H. Jnlandweizen vermahlen müssen. Der Vermah- lungssah für Inlandweyen ermäßigt sich auf 70 v H soweit die Mühlen Auslandweizen in Form von Austauschweizen vermahlen. Voraus- sehung hierfür ist aber, daß die Mühlen sich dem am 3 August d. 3. errichtetenKonsortium deutscher Weizenmühlen 1933" anschließen und die mit dieser Zugehörigkeit im Interesse der Ge­samtheit verbundenen Lasten auf sich nehmen.

Oie Sicherung des Kartoffelabsatzes im Gange.

B e r l i n, 5. Aug. (TU.) Das Reichsernährungs­ministerium teilt mit: Im Reichsministerium für Er« nährung und Landwirtschaft sind die Vorbereitun­gen zur Sicherung des Kartoffelab- satzes in vollem Gange. Die Maßnahmen werden im Sinne echter Bauernpolitik unabhängig von den nicht selten polemischen Äußerungen und Forderungen einseitiger Interessentenkreise lediglich im Interesse des Gesamtwohls angeordnet und durchgeführt werden.

Oie italienischen Iungsaschisten in Kassel.

WSÄ. Kassel, 6. Aug. Die 4 11 i t a - lienischen Jungfaschisten, in Beglei­tung von 27 italienischen Offizieren und 12 ito^ lienischen Pressevertretern trafen heute kurz nach 19 Uhr, von Hamburg kommend, zu einem kur­zen Besuch in Kassel ein. Zum Empfang der italienischen Gäste hatten vor dem Bahnhof etwa 2000 Mann Hitlerjugend mit ihren Fahnen Auf­stellung genommen. Vom Dahnhofsplatz bis zum Bahnsteig bildete SA. Spalier. Auf dem Bahn­steig selbst hatte sich eine Hundertschaft Hitler­jugend mit Armbinden in den italienischen Far­ben und mit Musik aufgebaut. Ferner hatten sich die Vertreter der Stadt Kassel mit dem Ober­bürgermeister Dr. Lahmeyer, der Polizeiprä­sident v. Pfeffer, Vertreter der Gauleitung, der SA. und SS., sowie der Reichswehr einge­funden. Auch einige Angehörige der italienischen Kolonie in Frankfurt a. M. nahmen an der Be­grüßung ihrer Landsleute im Schwarzhemd teil. Beim Einlaufen des langen Sonderzuges spielte die auf dem Bahnhof aufgestellte Schupokapelle die italienische Rationalhymne.

Dem Führer der Italiener wurde beim Verlassen des Zuges ein Blumenstrauß mit Hakenkreuzfähn­chen überreicht. Darauf bewillkommnete Oberbürger­meister Dr. Lahmeyer im Namen der Stadt die Gäste.Ich heiße Sie", so führte Dr. Lahmeyer u. a. aus,auf Ihrem Wege durch Deutschland, das Ihrem Lande befreundet und verbündet ist, in der alten Residenzstadt Kassel herzlich willkommen. Wir wollen es Ihnen in unserer Stadt mit ihren Kunstschätzen und Naturschönheiten so angenehm wie möglich machen, so daß Sie Kassel, wenn Sie es ver­lassen, in angenehmer Erinnerung behalten. Ich darf Sie darauf aufmerksam machen, daß Sie morgen im Residenzschloß von dem Herrn Oberpräsiden- t i n und Ihrer Königstochter Prinzessin Ma­falda noch besonders begrüßt werden." Der Ober­bürgermeister schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf die Gäste, in das die Versammelten begeistert einstimmten.

Darauf dankte der Führer derItaliener herzlich für den freundlichen Empfang und gab der Zuversicht Ausdruck, daß es ihnen schon in Kassel gefallen werde. Er antwortete mit einem

Heil auf Kassel. Die Kapelle der Avant- guardisten spielte dann das Horst-Wessel-Lied, worauf sich der lange Zug unter Begleitung von SA. und SS. in Bewegung setzte und durch das Spalier der zu vielen Tausenden in und vor dem Bahnhof Versammelten den Marsch zur großen Jugendherberge, wo die Jungfaschisten Quartier beziehen, antraten.

Auf dem ganzen Wege hatte sich die Bevölke­rung zur Begrüßung der Iungfaschisten aus­gestellt, die überall stürmisch mit Heilrufen be­grüßt wurden.

Mit einem Konzert im Stadthallengarten, das von sechs vereinigten Militärkapellen ausgeführt wurde, fanden die diesjährigen Heeresmeisterschaften einen guten Abschluß. Es waren u. a. anwesend Oberpräsi­dent Prinz Philipp von Hessen, dessen Ge­mahlin, Prinzessin Mafalda von Ita­lien und Prinz Wolfgang von Hessen und Gefolge, der Chef der Heeresleitung General von Hammer st ein, der italienische General­konsul in Frankfurt a. M., der Polizeipräsident L0 n Pfeffer, Jnfanterieführer 5 Oberst Oßwald, zahlreiche höhere Offiziere und Führer der SA. und SS. Die italienische Kolonie war vollzählig erschie­nen. Das Konzert erhielt eine besondere Note durch das Erscheinen der italienischen Jung- f a s ch i st e n , die kurz vorher in Kassel eingetroffen waren. In ihrer Begleitung befanden sich einige hun­dert Hitler-Jungen und eine Gruppe des BDM. Oberst Oßwald begrüßte die Führer der Avan- guardi und schritt die Front ab, wobei die Kapelle der Reichswehr die Giovinezza intonierte. Die Kapelle der jungen italienischen Gäste antwortete mit dem Horst-Wessel-Lied, wobei die Jungfaschisten auf Deutschland ein dreifachesEia, eia, eia alala!" aus­brachten. Nach Beendigung des Konzerts verließ Prinz Philipp mit Gemahlin und Gefolge die Stadthalle, wobei sie von den Jungfaschisten stürmisch begrüßt wurden, die wieder in ein drei­faches Rufen ausbrachen. General v. Hammer- ft e i n begrüßte hierauf die italienischen Offiziere, worauf die jungen Faschisten, von dem Publikum stürmisch gefeiert, den Stadthallen­garten verließen.

Aus aller Wett.

Zeppelin-Gedenkfeier in Echlerdingen.

In Echterdingen, wo am 5. August 1908 das Zep­pelin-LuftschiffL IV" nach seiner ersten großen Fernfahrt durch Süddeutschland im Flammen auf­gegangen war, wurde am Sonntag eine würdige Zeppelingedenkfeier veranstaltet. An der Feier nahmen u. a. Vertreter der württembergischen Regierung, der Stadt Stuttgart, der Familie Zeppe­lin, der Zeppelinwerft, der Landes- und Kreislei­tung der NSDAP, u. a. m. teil. Auch drei an der damaligen Unglücksfahrt Beteiligte waren gekom­men, darunter der treue Mitarbeiter Graf Zeppe­lins, Luftschiffkonstrukteur Dr.-Jng. h. c. Dürr, den die Gemeinde Echterdingen zu ihrem Ehrenbür­ger ernannte. Die Gedenkfeier gestaltete sich zu einer erhebenden Ehrung für den Erfinder des lenkbaren Luftschiffes und größten Pioniers der deutschen Luftfahrt und zu einem begeisterten Bekenntnis zu seinem unsterblichen Werk.

Erster Rachtslug über die Alpen.

Der Züricher Flieger Robert F r e tz hat mit Direktor Herzig vom Flugplatz Altenrhein in der Nacht zum Samstag die erste lleberfliegung der Alpen zur Nachtzeit durchgeführt. Er startete in Mailand um 21.35 Uhr, überflog die Glarner Alpen und landete um 23.08 Uhr in Düben­dorf bei Zürich.

Vier Todesopfer beim Baden im Rhein.

Beim Baden im Rhein bei Düsseldorf ertranken drei Männer und ein junges Mäd­chen. Vom SA.-Mar ine sturm konnten vier wei­tere, bereits bewußtlos gewordene Personen aus dem Wasser gezogen werden, die jedoch wieder ins Leben zurückgerufen werden konnten. In allen Fällen war an von der Polizei verbotenen Stellen gebadet worden.

Elf Schwimmer überqueren das Arische Haff.

Dieser Tage unternahmen 15 beherzte Schwimmer und Schwimmerinnen eine Ueberquerung bes Frischen Haff. Der Start erfolgte am Pegel- Häuschen in Pillau nach Balga (12 Kilometer Luft­linie) bzw. nach Rosenberg (18 Kilometer Luftlinie). Sämtliche Schwimmer hatten Begleitboote. Vier Teilnehmer mußten ihr Vorhaben aufgeben. Die übrigen elf konnten ihr Ziel erreichen.

Brand in der Zoppoter Waldoper.

Während einerTannhäuser"-Aufsührung in der Zoppoter Waldoper geriet plötzlich während der Wartburgszene die eine Hälfte des großen Laub- vorhanges in Brand. Das Feuer, das auch auf die Bühnendekorationen überzugreifen drohte, konnte nach 20 Minuten gelöscht werden. Das Publikum verhielt sich vollkommen ruhig. Als Entstehungs- uriache wird Kurzschluß vermutet.

Dänischer Dampfer unlergegangen.

An der schwedischen Küste bei Halmstad sind ein Rettungsring mit der AufschriftCimbria", sowie Wrackstücke angetrieben worden. Man vermutet, daß es sich um Reste des seit mehreren Tagen vermißten dänischen DampfersCim­

bria" handelt, der sich mit einer Ladung Zement auf der Reise nach Kopeichagen befand und von dem nc,ch seiner Abfahrt aus Aalborg (Jütland) keine Rachrichten mehr Vorlagen. Es muh damit gerechnet werden, daß dieCimbria" mit der Be­satzung von sieben Mann und der Frau des (Steuermanns untergegangen ist. An der südschwedischen Küste haben Fischer die Le i ch e des Steuermanns des vermißten dänischen Damp­fersCimbria" geborgen.

Hitzewelle in Frankreich.

Die Hitze in Paris war in den letzten Tagen fast unerträglich; 32 Grad im Schatten und über 42 Grad in der Sonne sind gemessen worden. Noch schlimmer hatten es Bordeaux mit 37 und Toulouse mit gar 40 Grad im Schatten. Trotzdem wird ein weiteres Steigen der Temperaturen angekündigt.

vier Studenten als Urheber des Tränengasanschlags auf die Reuyorker Börse festgenommen.

Im Zusammenhang mit dem kürzlich gemeldeten Tränengas - Bombenanschlag auf die Neuyorker Börse wurden in Boston vier Stu­denten feftgenommen, die dringend verdächtigt sind, die Urheber der Tat zu sein. Der vermutliche Haupt­täter, ein Student Eugen Daniel!, wird noch gesucht. Daniell soll der Führer einer Gruppe jugend­licher Politiker sein, die die Absicht hatten, eine neue Partei zu gründen. Die Polizei fand in dem Ge­schäftszimmer der Gruppe weitere primitiv herge­stellte Tränengasbomben, die an Roosevelt, Hoover und den Sozialistenführer Thomas gesandt werden sollten.

120 chinesische Schüler verbrannt.

Nach Meldungen aus Urumtschi ist die Schule in der Stadt Fazyn während der Unterrichtszeit in Brand geraten. 120 Schüler sind in den Flam­men um gekommen.

Kleine politische Nachrichten.

Im Konzentrationslager Dachau bei München fand am Freitag die Einweihung eines von den Gefangenen errichteten Horst-Wessel- Denkmals statt, zu der sich der Reichsführer der SS., Himmler und Stabschef Röhm, eingefun­den hatten. Bei der Enthüllung hielt Stabschef Röhm eine Rede, in der er Horst Wessels Leben und Tod würdigte.

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Wie das VDZ.-Büro meldet, hat die für die vom Reichskanzler Adolf Hitler zugunsten der Opfer der Arbeit veranstaltete Sammlung des Ver­bandes der Aerzte Deutschlands (Hart- mann-Bund) bis zum 31. Juli insgesamt 112 620,44 Mark ergeben, die der Hauptkasse aus Kreisen der Mitglieder zugegangen sind. Die Sammlung ist jetzt abgeschlossen. Dagegen gilt die Anordnung des Kommissars über die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit weiter.

Ans der Provinzialhauptstadt.

Erntewagen fahren . . .

Der hohe Sommer leuchtet und glänzt über Deutschland. In den Großstädten stehen die in Straßen und Bürohäusern eingernpuerten Menschen an den Fenstern und sagen sehnsüchtig zueinander: Ich glaube, jetzt werden sie draußen auf den Fel­dern gerade die Ernte einbringen."

Und auf den Feldern Deutschlands rauschen die Sensen durch das reife Korn. Hinter den Schnit­tern gehen die Binderinnen. Ihre weißen Kopftücher leuchten wie Blumen. Fernher schon rattern die großen Leiterwagen heran, um die Garden aufzu­nehmen. Sommerfrohes Stadtvolk, das seine Ferien draußen auf den deutschen Feldern verlebt, hilft begeistert mit, den goldenen Segen dieses Jahres in die Scheuern einzufahren. Allerorten in Deutsch­land ist die Ernte in vollem Gange. Von den Stop­peln verschwinden die letzten Garbentürme. Gold­gelb nur steht noch der Sommerweizen, einzelne Striche reifen Hafers. Lieder klingen auf, und in den Scheuern der Dörfer warten schon alle Hände auf die Einfahrt des letzten Roggens.

Ernte in Deutschland! Tiefer und bedeutungsvoller als je klingt uns heute dieses große Wort entgegen. Goldener als je steht die Sonne über allen Fel­dern unseres Vaterlandes. Herrlicher als je ist die große Saat aufgegangen und aufgereift, und fröh­licher als jemals in all den letzten Jahren steht nun das ganze deutsche Volk im Zeichen einer mäch­tigen, allgewaltigen Ernte.

Jeder Erntewagen ist heute Symbol für aus Ge­fahr und Unwetter gerettetes und befreites deut­sches Gut. Jeder Schnitter und jede Schnitterin sind in diesem Jahre deutlicher als jemals deutsche Män­ner und Frauen, die in vorderster Reihe mitgesät und mitgekämpft haben und nun auch miternten sollen. Ein großes Gleichnis ist die Ernte des Jah­res 1933 auf den deutschen Feldern. Wir alle sollten

und dieses Gleichnisses tief bewußt sein, sollten es gan,3 in uns aufnehmen und wissen, daß wir alle in diesen Tagen mitten im Ernten, mitten in einer deutschen Ernte stehen, die herrlich aufgegangen und ausgereift ist aus einer Aussaat, die in mühsamer, jahrelanger Arbeit in den großen, mächtigen Acker unseres Vaterlandes eingeftreut wurde. S.-F.

Daten für Montag, 7. August.

1779: der Geograph Karl Ritter in Quedlinburg geboren (gestorben 1859); 1848: der Chemiker Johann Jakob Freiherr von Berzelius in Stockholm gestorben (geboren 1779); 1902: der Staatsmann Rudolf von Bennigsen gestorben (geboren 1824); 1914: die Deutschen erobern Lüttich.

Bornotizen.

Tageskalen der für Montag. Licht­spielhaus (Bahnhofstraße):Abenteuer im Engadin".

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** Einste11ungen ins Reichsheer. Die nächsten Einstellungen ins Heer finden zum 1. April 1934 statt. Zum Herbst werden abweichend von dem bisherigen Brauch keine Freiwilligen eingestellt. Die Bewerber können sich schon jetzt schriftlich an die Truppenteile (Bataillone, Artl.-Abteilungen, Reiter-Regimenter usw.) wenden. Diese nehmen die Einstellungen selbständig vor. Altersgrenzen sind wie bisher das vollendete 17 und 21. Lebensjahr. Es wird jedoch angestrebt, Freiwillige zwischen 18 und 20 Jahren einzustellen.

** Kleine Hebungen der Reichswehr. Die für die erste Septemberhälfte vorgesehenen Ma. nöoer der 5. Division und des Gruppenkommandos 2 müssen aus Ersparnisgründen ausfallen. An ihrer Stelle finden vom 5. bis 8. September einschließlich kleinere Uebungen der 5. Division auf dem Trup« penübungsplatz Münsingen und in dessen Umgebung statt.

Sie körperliche Erziehung der Jugend.

Das Hessische Staatsmini st erium Ministerialabteilung für Dildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum veröffentlicht folgende Verfügung an die Direktionen und Leiter der höheren Schulen, an die Leiter der gewerblichen llnterrichtsanstalten und an die Kreis- und Stadtschulämter:

Der völkische Staat hat in dieser Er­kenntnis seine gesamte Erziehungsaufgabe in erster Linie nicht auf das Einpumpen bloßen Wissens einzustellen, sondern auf das Heranzüchten kerngesunder Körper. Erst in zweiter Linie kommt dann die Aus­bildung der geistigen Fähigkeiten."

(Adolf Hitler,Mein Kampf".)

Durch dieses Bekenntnis des Führers ist das Ziel der gesamten Erziehungsarbeit gegeben. Wir ordnen daher für den Turnunterricht fol­gendes an:

Dem Turnunterricht ist die größte Bedeutung beizumessen. Besonders gute Leistungen in diesem Fach können nicht genügende Leistungen in einem anderen Fach mit gleicher Stundenzahl aus­gleichen (vier Stunden für den Turnunterricht). Dabei kommt es nicht auf die meßbare Leistung an, sondern vielmehr auf den Einsatz des ganzen Menschen, auf Mut und Entschlußfreudigkeit. Befreiungen können nur bei körperlicher Be­hinderung durch den Amtsarzt genehmigt werden. Freizügigkeit für den Turnunterricht im Stunden­plan ist gewährleistet. Ausgefallene Turnstunden (in Deutschland höchstens 5 Prozent) müssen nach­gehalten werden.

Der Spielnachmittag ist Pflicht. Be­freiung ist unmöglich. Er ist unbedingt aufga­ben- und unterrichtsfrei zu lassen und dient von jetzt ab der Pflege der Kampfspiele und des Ge- ländesports. Für letzteren ist etwa die Hälfte der Zeit zu verwenden. Die Prüfungsarten, die be­trieben werden sollen, sind aus beigefügtem Plan zu ersehen. Es handelt sich um solche Formen, die fast in jeder Gegend und ohne kostspielige Hilfsmittel geübt werden können.

. An den Wandertagen sind außer den ge­wohnten Wanderungen auch Geländespiele durch­zuführen, in denen die erlernten Fähigkeiten ver­wertet werden können. Jährlich findet mindestens ein Gepäckmarsch statt.

Der Turnunterricht erleidet keine Aen- derung. Er führt zu der Leistungsprüfung in den Leibesübungen. Zur Erteilung des Turnunter­richts sind vor allem die hierzu besonders vor­gebildeten Lehrkräfte (geprüfte Turnlehrer) her­anzuziehen oder solche, die hierzu als besonders geignek anzusehen sind. Mit der Verteilung der Turnstunden an geeignete Lehrkräfte ist alsbald zu beginnen.

Jeden Monat ist ein P f l i ch t wa nde r t a g einzulegen, der auch am Anfang oder am Ende der Woche liegen darf. Auch er dient besonders dem Geländespiel. Ferienzeltlager und Wander­fahrten mit dem Rad sind zu fördern. Dort, wo Schwimmgelegenheiten vorhanden sind, ist der Schwimmunterricht in den Dienst der körperlichen Erziehung, schon aus hygienischen Gründen, unbedingt einzubauen. Die Schulleiter haben dafür Sorge zu tragen, daß bei der Auf­stellung des Etats ein gewisser Prozentsatz der: Etatmittel ständig zur Anschaffung und Er­gänzung von Turn- und Spielgeräten verwendet wird. Der zweckmäßigen A u s g e - staltung der Schulhöfe zum Betriebe des jetzt geforderten Turnunterrichts sind keine Schwierigkeiten zu bereiten.

Zum Zwecke der Organisation von gemein­samen Wettkämpfen, Jugendfesten usw. in den größeren Städten wird im Einvernehmen mit uns ein Turn- und Sportleiter berufen, der sich seine Mitarbeiter bestimmt. Diese bilden die Turn- und Sportleitung. Zur Durchführung der Wettkämpfe haben sich alle Lehrkräfte bereit­willigst zur Verfügung zu stellen.

Wir erwarten auch, daß sich die jüngeren Lehrkräfte eifrigst praktisch in den so mannig­faltigen Zweigen des Turn- und Sportlebens betätigen.

Ringshausen.

13. Herbstverbandstag bet Freiwilligen Feuerwehren des Kreises Gießen in Sanbringen.

£Dnubringen,6. Aug. In Saubringen fand heute der 13. Herbstverbandstag der Freiwilligen Fe^i erwehren des Kreises Gießen statt. Verbandsführer Wenzel (Gießen) eröffnete die Tagung und begrüßte die Vertreter, ganz besonders aber den Kreisleiter der NSDAP. Dr. Harth, die verschiedenen Bürgermeister, ferner Branddirektor Braubach und Kreisfeuer­wehrinspektor Bouffier. Er widmete den ver­storbenen Kameraden und den im Weltkrieg Ge­fallenen einige Minuten des Gedenkens. Die Feuerwehrkapelle Lollar spielte das Lied vom guten Kameraden. Sodann gedachte er der Führer des neuen Deutschlands, des Reichspräsidenten von Hindenburg und des Volkskanzlers Adolf H i t - l e r. Als besonders erfreulich begrüßte er, daß die alten Reichsfarben wieder Symbol der Deutschen seien. Mit einemWehr-Heil!" beschloß er seine An­sprache. Hierauf wurde der erste Vers des Horst- Wesfel-Liedes gesungen. Der Schriftführer verlas so­dann das Protokoll der Frühjahrsoerbandstagung in Grünberg, das einstimmig genehmigt wurde. Die Frühjahrstagung war mit 19 Wehren und 33 Vertretern beschickt. Bürgermeister Preis (Daub- ringen) übermittelte die Wünsche und Grüße der Gemeinde. Er schilderte die Gründung und die Be­schaffung der Ausrüstung der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr während der fünf Jahre ihres Bestehens. Vorsitzender Wenzel dankte Bürgermeister Preis für die Opferbereitschaft der Daubringer. Brand­direktor Braubach übermittelte als Vertreter des Verbandes die Grüße des Hessischen Feuerwehrver­bandes. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier, der zum ersten Male in amtlicher Eiaenfchast an der Tagung teilnahm, überbrachte die Grüße des Kreis­amtes. Er dankte besonders Herrn Dr. Harth und Dr. E. Buding von der NSDAP, für ihr Er­scheinen.

Den Feuerwehrleuten Hermann Eiertänzer (Grünberg) und August Leinweber (Grün­berg) und Adolf Mohr II. (Annerod) wurde das hessische Ehrenzeichen für 25jährige Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr überreicht. Als Rech­nungsprüfer wurden die drei seitherigen Prüfer wiedergewählt. Anträge zur Tagesordnung lagen nicht vor.

Die Freiwillige Feuerwehr Wie­se ck, die um Aufnahme in den Verband ersuchte, wurde aufgenommen, ebenso die Freiwillige Feuerwehr Allendorf a. d. Lahn, die am 31. Juli 1933 neu gegründet wurde. Ein Wehr-Heil" ehrte die neu aufgenommenen Wehren.

Da die

Gleichschaltung der Feuerwehren

bis zum 10. August durchgeführt sein soll, be­richtete Dr. Harth über den Sinn der Gleichschaltung. Zunächst dankt er für die Einladung. Sodann führte er u. a. aus: Wenn auch die Führer und die Feuerwehren schon immer auf dem von der Partei vertretenen Standpunkt ständenGemeinnutz geht vor Eigen­nutz", so müßten doch Leute an die Spitze, die den Geist des Rationalsozialismus in sich trügen, d. h. sie müßten der Partei, der RSBO. oder dem Kampfbund angehören. Sind diese nicht vorhanden, so mühten sie aber das Vertrauen der örtlichen Parteileitung und der Wehr haben und sich auch als Führer eignen. Er kam ferner auf die wirtschaftlichen Verhältnisse in unserer Zeit zu sprechen und betonte, daß, wenn auch von manchem heute Opfer verlangt würden, sie trotz aller Rot gebracht werden mühten, zum Ruhen des Ganzen.

Die Beseilgung der Arbeitslosigkeit sei der Anfang zu einer Besserung,

dafür müsse auch die Landwirtschaft Verständnis haben. Mit einemSieg-Heil!" auf den Dolks- kanzler Adolf Hitler schloh er seine Aus­führungen.

Verbandsführer Wenzel dankte dem Kreis­leiter Dr. Harth für seine Ausführungen. Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier brachte ein Wehr-Heil" auf die Kreisleitung der RSDAP. aus. Branddirektor Braubach teilte den neu aufgenommenen Wehren mit, dah mit der Auf­nahme in den Kreisverband auch die Aufnahme in den Provinzial- und Landesverband erfolgt fei. Eine Anfrage der Pflichtfeuerwehr Muschen- heim wurde sofort beantwortet. Branddirektor Braubach, der zugleich auch Mitglied der