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Nr. 182 Erster vlast
183. Jahrgang
Montag, 7. August 1933
(Er|d)etni tägltd), auhei Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustriert» (Biebener ^amilienblättei Heimat im Bild Die Schall» IHonat»« Bezugspreis:
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Gietzemr Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Chefredakteur
Dr. Fr,edr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An. zeigenteil i.D. Th.Kümmel sämtlich in Biegen.
Reichsminister Dr. Goebbels über die deutsche Kunst.
Eine Rundfunkrede aus Bayreuth an die Welt.
Bayreuth, 6. Aug. (WTB.) Während der ersten Pause der heutigen „QHciftcrfinger“»Q3or- stellung in Bayreuth hielt
Veichsminisier Dr. Goebbels eine Ansprache über das Thema „Richard Wagner und das Kunstempfinden unserer Zeit". Die Ansprache wurde aus zahlreich« ausländische Sender übertragen und anschließend in englisch, französisch und italienisch gesendet. Der Minister sagte:
Es gibt wohl kein Werk in der gesamten Mu« sikliteratur des deutschen Volkes, das unserer Zeit und ihren seelischen und geistigen Spannungen so nahestände, wie Richard Wagners „QUciftcr- singer". Wie oft in den vergangenen Jahren ist ihr ausrüttelnder Massenchor „Wacht auf, es nahet gen den Tag" von sehnsuchterfüllten, gläubigen deutschen Menschen als greifbares Symbol des Wiedererwachens des deutschen Volkes aus der tiefen politischen und seelischen Aarkose des Vovcmber 1918 empfunden; und wie unwillkürlich stellt sich die Parallelität unserer Zeit zu dem sarbenleuchtenden historischen Hintergrund« ein, vor dem sich das schwermutvolle, ernste und doch zur gleichen Zeit so lieblich heitere Spiel der „Meistersinger" abrollt.
Die deutsche Revolution, die aus allen Gebieten des öffentlichen Lebens umwälzende Ergebnisse gezeitigt hat, konnte natürlich in ihrem Verlaus auch nicht an dem geistig-kulturellen Bestand der deutschen Ration teilnahmslos Vorbeigehen. Sie ist eben eine Revolution im besten Sinne des Wortes, und zwar insofern, als sie nicht nur die Menschen ändert, sondern auch ihr Verhältnis zu den Dingen und Gegebenheiten und den Blickwinkel, unter dem sich für sie das gesamte Dasein in all seinen Spiegelungen und Schattierungen abzuspielen pflegt.
Diese Revolution auf den einfachsten Renner zurückzuführen, heißt nichts anderes, als den schrankenlosen, bis jum Lxzeh gesteigerten Individualismus des vergangenen Jahrhunderts zu ersetzen durch ein volksmäfzig gebundenes Detkten und Empfinden, das nicht den einzelnen Menschen als Zentrum aller Dinge und Geschehnisse sieht, sondern das Volk in seiner Gesamtheit mit seinen stolzen und herrischen Forderungen an die Allgewalt des Lebens. Die deutsche Revolution führt eine irregeleitete politisch« und geistige Entwicklung wieder zurück auf das Volkstum an sich und gibt ihr damit wieder einen festen und unerschütterlichen Mutterboden, aus dem heraus sie, stark verwurzelt in feinen Schollen, wieder neue Blüten unseres kulturellen und geistigen Schöpferdranges treiben kann. Ls ist eine völkische Revolution im besten Sinne des Mortes, eine Revolution, die auf das Volk selbst wieder zurückgreift und oon ihm aus nun den Ausgang aller Dinge nimmt.
Das bedeutet in sich auch eine umwälzende Erneuerung unseres gesamten künst- lerisch-kulturellenLebens. Es kann heute nicht mehr bezweifelt werden, daß die geistige Entwicklung, die mit dem November 1918 für jedermanns Äuge sichtbar in Deutschland eingesetzt hat, im Innersten ungesund und krank war und deshalb zwangsläufig die morbiden Ergebnisse heroorbringen mußte, die sie in der Tat heroorgebracht hat. Eine Kunst, die nicht mehr vom Volke aus- acht, findet am Ende auch nicht mehr den Weg zum Volke zurück. In immer mehr verfeinerten Erscheinungen sucht sie einen Ausgleich zu schassen zu den zwar herberen und manchmal auch Derberen, dasür aber auch oolksmäßigeren Ergebnissen, die eine Kunst zeitigen wird, die im Volke selbst verwurzelt ist und im Volkstum den Boden aller schöpferischen Kräfte findet.
Jede große Kunst ist oolksgebunden. verlier! sie die Beziehung zum Volke, Dann ist der Weg zu einem bluf- und artlofen Arlistentum zwangsläufig vorgeschrieben, und sie ende! Dann bei jenem I'art-pour-I’art-StanDpunft, Der zwar Das Volk als Konsument Der Kunst hinnchmen möchte, ohne Dabei Das Volkstum als MitproDuzent Der Kunst anerkennen zu wollen. 3eDe volksgebunDene Kunst ist groß in ihrer Verwurzelung, unD aus ihr heraus allein auch roirD sie Die rounDerbaren Blüten ihrer Schöpferkraft treiben.
Die Internationalität des künstlerischen Schaffens ist bedingt durch seine Bodenständigkeit. Mit anderen Worten, wie Adolf Hitler es einmal zum Ausdruck brachte: „Je tiefer ein Baum feine Wurzeln in den heimatlichen Boden hineinsenkt, um so größer wird der Schatten sein, den er auch über die Grenzen wirft."
Deutschland ist das klassische Land der Musik. Die Melodie scheint hier jedem Menschen eingeboren zu sein. Aus der Musizierfreudigkeit her ganzen Rasse entspringen seine großen künstlerischen Genies vom Range eines Bach, Mozart, Beethoven und Richard Wagner; sie stellen die höchste Spitze des musikalisch-künstlerischen Genius überhaupt dar
Unter ihnen istRichardWagner selbst etwas Einmaliges. Er verbindet mit der Kraft des künstlerischen Pathos den Ersindungsreichtum der
Melodie, die Klarheit der Linienführung und die Dynamik des dramatischen Aufbaues. Richard Wag- ner wäre auch ohne sein dramatisches Werk einer der größten Musiker und wäre auch ohne seine Musik einer der größten Dramatiker aller Zeiten geworden. Die Tatsache, daß ihm der Wurf gelang, das riesenhafte Epos des „Tristan" in Drei ganz knappen und prägnanten Akten zusammenzuballen, stempelt ihn zu einer dramatischen Begabung, der wenige nur aus der gesamten Weltliteratur zur Seite zu stellen sind. Die Tatsache aber, daß er die Tetralogie des „Ringes" komponierte, mit ihren ewig sich wiederholenden Themen, immer neu variiert unD niemals ermüdend oder gar langweilend, hebt ihn gleicherweise an die Spitze aller musikalisch schöpferischen Menschen. Ucber seine Kunst waltet die einmalige göttliche Inspiration; seine Hand war vom Genius gesegnet.
Dabei ist er heute noch so modern, wie er zu den Zeiten modern war, da seine Musikdramen zum erstenmal vor die Oesfentlichkeit traten und ein leidenschaftliches Für und Wider in der ganzen Welt entfesselten. Alle die, die ihn heute in nichtkönne- rischer Ueberhedlichkeit als abgetan und überlebt zum alten Eisen werfen möchten, sind ihm trotz aller zeitgemäßen Routine schon im rein Könnerischen, in Der Art der Instrumentierung und der Linienführung der Melodie so unterlegen, daß ihr Vergleich mit seiner künstlerischen Intuition als geradezu absurd und beleidigend empfunden werden muß.
Daß Wagners Kunst so erschütternde Deko- mente schöpferischen Wirkens zeitigen konnte, Ist in der Hauptsache Darauf zurückzuführen. Daß Dieses künstlerische C 'nie, zu welcher höhe Der SchaffenssreuDigkeik es auch immer steigen mochte, trohDem niemals seine tiefen Wurzeln im Erdreich Des Volkstums verlor. Richard Wagner schafft in Der Tat aus Dem Volke für Das Volk; keines feiner Werke ist für Diese oDer jene Schicht geschrieben. Alle roenben sich an Das Volk, alle suchen Das Volk, unD alle flnDen im Letzten auch Das Volk roieDer.
Wenn Richard Wagners Musik die ganze Welt eroberte, dann deshalb, weil sie bewußt und vorbehaltlos deutsch war und nichts anderes sein wollte. Er hat nicht umsonst das Wort geprägt, daß „deutsch sein, yeiße, eine Sache um ihrer selb st willen tue n". Hier liegt sozusagen das Leitmotiv seines ganzen schöpferischen Gestaltens.
Unter all seinen Musikdramen ragen die „M e i- ft e r f i n g e r" als das deutscheste immerdar hervor. Sie sind die Inkarnation unseres Volkstums schlechthin. In ihnen ist alles enthalten, was die deutsche Kulturseele bedingt und erfüllt. Sie sind eine geniale Zusammenfassung von deutscher Schwermut und Romantik, von deutschem Stolz und deutschem Fleiß, von jenem deutschen Humor, von dem man sagt, daß er mit einem Auge lächle und mit dem anderen weine. Sie sind ein Abbild der blutvollen und lebensbejahenden deutschen Renaissance, ergreifend in ihrer herben, keuschen Tragik und zu jubilierenden musikalischen Triumphen führend im klingenden Pathos rauschender Volksfeste. Riemals wurde der Duft einer deutschen Iuninacht so zart und ans Herz greifend musikalisch dargestellt, wie im zweiten Akt der „Meistersinger". 'Niemals fand die in aller Schwermut lächelnde und verzichtende Liebestragik des alternden Mannes verklärteren Ausdruck als in Hans Sachsens „Wahnmonolog". Riemals klang der gelöste Aufschrei eines Volkes rauschender und hinreißender, als in den ersten siegreichen Akkorden des „Wacht-auf"-Ehors.
Ls liegt im Sinne Richard Wagners, wenn feine Kunst Dem ganzen Volke unD allen jenseits Der Grenzen, Die für Deutsche Musik ein offenes her; unD Ohr haben, Dargereicht roirD. Sie ist für Das Volk geschrieben, sie soll Dem Volke Trost in Der Trübsal unD Kraft im LeiD geben. Sie ist Labung für gram- unD schmerzerfüllte Seelen; eine Kunst, Die im innersten Wesen Deshalb so gefunD ist, roeil sie Die Menschen roieDer gefunD macht unD zu Den ursprünglichen Quellen ihres eigenen Seins zurückführt.
Wenn Bayreuth, die reinste Stätte Wagnerischen Wirkens und Wagnerischer Kunstgestaltung, am heutigen Nachmittag und Abend sein deutschestes Werk in vollendetster Darstellung über den Aether dem ganzen Volke und weit über Deutschlands Grenzen hinaus Der ganzen Kulturwelt entgegenhält in der Demut des Dienstes am Werke, aber doch auch erfüllt mit Dem Stolz der Größe einer niemals ab» reißenden Tradition, die Bayreuth mit dem Meister und seinem Opus verbindet, so ehrt es sich Damit selbst und wird im besten Sinne dem Willen des Meisters gerecht. Viele Jahrzehnte mußten vergehen, bis ein ganzes Volk den Weg zu Richard Wagner zurückfand. Sein Kampf war mit seinem Tode nicht ausgekämpft: seine Nachfahren mußten ihn weiter bestehen und sich durchsetzen gegen Mißgunst, Neid, kritische Hoffart und lieber» heblichkeit. Es ist eine stolze Genugtuung, die heute die Erben Richard Wagners erfüllen kann bei dem Bewußtsein, daß
Der Meister unD sein Werk roofjlgeborgen sinD im Schuhe unD in Der Fürsorge einer Regierung unD eines Volkes, Dessen Führer im
ersten Jahre Der Deutschen Revolution an Der Stätte Wagnerschen wirkens roeilte, um Dem größten musikalischen Genius aller Zeiten seine Demütigste hulDigung zu Füßen zu legen. Möge Der Geist Dieser Ehrfurcht vor Den Großen Der Ration Dem ganzen Deutschen
Volke niemals verloren gehen!
Möge Deutschland nicht nur in Werken der Arbeit, sondern auch in Werken des ©elftes und des künstlerischen Schaffens auch weiterhin und immerbar der Welt zeigen, daß es einen ehrenvollen Platz im Kreise der 'N a - t i o n e n verdient! Das wird ihm um so leichter sein, je mehr es sich aüf feine e i g e ne Kraft besinnt und in ihr die eigentlichen Wurzeln seiner Gesundheit ynd seines unbesiegbaren Lebenswillens erkennt. Dann wird es in bestem Sinne Richard Wagners Forderung gerecht, die er in der Schlußansprache dieser deutschesten aller deutschen Opern Hans Sachs in den Mund legt:
„Drum sag ich's Euch:
Ehrt Eure deutschen Meister, Dann bannt Ihr gute Geister!
Zerging in Dunst das heilige römische Reich, Uns bliebe gleich die heilige deutsche Kunst!"
Ministerpräsident Göring bei Reichskanzler Hitler.
Verchkesgaden, 7. Aug. (WTV.-Funkspruch.) Die Reichspressestelle der NSDAP. teilt mit: Der preußische Ministerpräsident Göring Ist auf Dem Obcrsalzberg zum Besuch Des Führers unD zu Besprechungen mit Dem Herrn Reichskanzler eingetroffen.
Leipzig, 6. Aug. (SU.) Don der gemeinsamen Tagung des Kolonialkriegerbundes und des Marinevereinsbundes haben General Ritter v. Epp und Konteradmiral außer Dienst Lützow folgendes Telegramm an den Reichspräsidenten v. Hindenburg nach Reudeck gesandt: „Von gemeinsamer Bundestagung und Kundgebung für Seegeltung und Kolonien in Leipzig entbieten Kolonial kriegerbund und Bund deutscher Marinevereine Ew. Exzellenz ehrerbietige Grüße mit treuen Wünschen."
An Reichskanzler Adolf Hitler ist nachstehendes Telegramm geschickt worden: „Die zur gemeinsamen Bundestagung und Kundgebung für Seegeltung und Kolonien in Leipzig versammelten Kameraden des Kolonialkriegerbundes und des Bundes deutscher Marinevereine entbieten ihrem Kanzler und Frontkameraden Treuegrühe und geloben rückhaltlose Gefolgschaft im Kamps um Deutschlands nationale und soziale Befreiung und im Willen zu Deutschlands Seegeltung und Recht auf Kolo n i a l 6 e f i h."
Telegraphische Grüße wurden ferner u. a. an Ministerpräsident Göring, Reichsstatthalter Mutschmann, Herzog Adolf 5 rieb-
Zersetzungsschriften-Schmuggel aus dem Saargebiet.
Trier, 6. Aug. (WTB.) Zollbeamten gelang es in den letzten Tagen zweimal, ie eine drei Mann starke Bande dabei zu überraschen, als sie mehrere tausend kommunistische Zersetzungsschriften aus dem Saargebiet über d i e deutscheGrenze schmuggeln wollten. Beide Male handelte es sich um Exemplare einer Zeitschrift mit der Aufschrift „Rote Fahne", die den Druckstempel Berlin trug, zweifellos aber im Saarge b i e t angefertigt worden ist. Von den sechs kommunistischen Schmugglern gelang es vieren, wieder über die Saargrenze zu entfliehen, während die anderen beiden festgenommen werden konnten. Sie stammen aus dem Saargebiet und gehören der Dortigen Kommunistischen Partei an.
Verhaftungen am Rhein.
R e u to i e ö, 5. Aug. (WER.) Der Reuwieder Polizei und Landjägerei ist die Aufdeckung und Aushebung einer großen kommunistischen Geheimorganisation gelungen. Es war festgestellt worden, bah bie KPD. bes Reuwieber Bezirks seit etwa sechs Wochen in Verbinbung mit ber Bezirksleitung Mittelrhein ber KPD in Köln stand- In Reuwieb, bem Sih ber Leitung bes Bezirks Koblenz ber KPD, würben geheime Besprechungen führender Kommunisten mit Vertreten! ber Bezirksleitung aus Köln abgehalten. Von Reuwieb aus würbe bie Organisation unb Reubelebung ber Ortsgruppen von etwa zwölf Rheinorten im Kreise Reuwieb unb im Land- kreise Koblenz in bie Wege geleitet Die Mitglieder ber KPD. arbeiteten mit Geheim-
Eine Warnung an Frankreich und England.
Rom, 6. Aug. (WTB.) Anläßlich des diplomatischen Schrittes von Frankreich und England in Berlin warnt der Pariser Korrespondent der Turiner „S t o m p a" die Regierungen von Paris und London davor, sich von dem öfter- reichischen Problem hypnotisieren zu lassen und verlangt, daß so rasch wie möglich die Diskussion über die Hauptprobleme der Befriedung (Europas, das Abrüstungsproblem und die Zoll frage wiederaufgenommen werde, die einzigen Probleme, für die Die Zusammenarbeit Deutschlands erwartet und bedingungslos verlangt werden könne. Der „ö st e r r e i ch i s ch e Abszeß" könne nur dadurch geheilt werden, daß der k ü n st l i ch e Verband zerschnitten werde, in den schlecht beratene Chirurgen die Abrüstungssrage und .das Zollproblem eingewickelt haben und der mehr und mehr zum Krebsschaden des ganzen internationalen Lebens zu werden drohe.
Absage an den österreichischen 6V.
Aachen, 7. Aug. (ERB.-Funkspruch.) Der Kar- tclloerband der Katholischen farbentra- g e n b e n Verbindungen (C. D.) hat sich jetzt, wie der Führer des C. V., Landtagsabgeordneter Forschbach, in der gestrigen Sitzung der ftuben- tischen Verbände auf dem Studententag erklärte, oon den ehemaligen C. V. - Korporativ- n e n in Oe st erreich nicht nur organisatorisch getrennt, sondern auch jede geistige Gemeinschaft mit ihnen g e l ö st. Der Konflikt innerhalb des C. 23. ist dadurch entstanden, daß die österreichischen C. V- Korporationen sich der vaterländischen Front ange- schlossen unb damit sich gegen den Nationalsozialismus gestellt haben.- Es ist angeordnet worden, daß sämtliche reichsdeutsche Mitglieder der ehemaligen österreichischen (£. 93.-Korporationen unverzüglich ihren Austritt zu erklären haben. Jede Beziehung akademischer oder studentischer Art zu den früheren C. L.-Korporationen in Oesterreich in den Mitgliedern des C. 23. bei Strafe des Ausschlusses verboten.
r i ch, Gouverneur a. D. Dr. Schnee unb General v. Lettow-Vorbeck gerichtet
Am Völkerschlachtdenkmal veranstalteten heute die Marine- und Äolonialtrieger eine machtvolle Kundgebung für beutfrije Seegeltung und K o - Ionien. Reichsstatthalter in Bayern, General oon Epp, bei seinem Erscheinen jubelnd begrüßt, schilderte in einer Ansprache die symbolische Tragik, die das Völkerschlachtdenkmal verkörpere. Dieses Denkmal, so führte er aus, ist eine Darstellung deutschen Sehnens. Wieder blickt es auf eine Zeit, in der dieses Sehnen feste Formen annimmt. Aber es fehlt noch vor allem die Freiheit oon den Fesseln des Friedensvertrages. Wir haben in diesem Denkmal die versinnbildlichte Tragik des Schicksals zu erkennen, damit wir in geschlossenen Kolonnen mit einheitlichem Willen und unter einheitlicher Führung durch die Geschichte marschieren. Wir grüßen dieses Denkmal mit dem Gelöbnis, daß wir deutsches Sehnen zur Wirklichkeit machen wollen. Wir wollen ein Volk schaffen. Das dieser Aufgabe gewachsen ist. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf das deutsche Volk und feinen Führer Adolf Hitler beendete General v. Epp seine Rede, die oon dem spontan aufsteigenden Gesang Des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Siebes gefolgt war.
cobes, vertrieben Beitragsmarken unb setzten eine Unmenge hochverräterischer Drucksachen übelsten Inhalts, bie aus Köln kamen, ab. Rachbem in Köln die ersten Anhaltspunkte gefunden worden waren, hielt die Polizei den Zeitpunkt für ein Zugreifen für gekommen. In ber Stadt Reuwieb sowie in mehreren Orten ber Rachbarkreise würben 3 2 Kommuni st en fest genommen, bie eintoanbfrei überführt werben konnten.
Duisburg-Hamborn, 6. Aug. (WTB.) Da seit einiger Zeit auch hier beobachtet wurde, daß die KPD. versuchte, ihren Parteiapparat wieder auszu- bauen, fanden heute früh in enger Zusammenarbeit mit der SA. schlagartig zahlreiche Durchsuchungen statt. Es konnte bisher umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden, dessen Sichtung noch im Gange ist. 96 Personen wurden fe ft genommen. Sie werden, soweit nicht wegen Hochverrats Anzeige gegen sie erfolgt, in ein Konzentrationslager übergeführt werden. 1OO Kommunisten im Kreise Stendal festgenommen.
Magdeburg, 5. Aug. (WTB.) In Stendal Tangermünde und Tangerhütte ist die Politische Polizei einer neuen Organisation der KPD. auf die Spur gekommen. Etwa 10 0 ftommuni- ft e n sind fe ft genommen worden. Der Polizei ist aufschlußreiches Material in die Hände gefallen. Sie hat die neue Organisation der KPD. im Kreise Stendal beseitigt.
70 Verhaftungen in Sachsen.
Dresden, 5. Aug. (WTB ) Auf Grund der in den letzten Wochen gemachten Beobachtungen hatte bas Geheime Staatspolizeiamt Sachsen am Don-
Für Seegeltung und Kolonialbesitz.
6ine Kundgebung in Leipzig.
Neue Stützpunkte der KpO. ausgehoben.


