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7.7.1933 Frühausgabe
 
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Reichsbankpräsiden! Schacht zm WährunMrage

Kür eine Stabilisierung.-Der erste Schritt dazu: Ordnung im eigenen Hause.

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zu suchen. Die Goldländer haben jeHt erklärt, daß sie bereit sind, die Konferenzarbeiten fortzusehen, allerdings nur über solche Fragen die nicht mo­netärer Ratur sind. Sie sind der Meinung, dah, wenn die Erörterungen über die monetären Fra­gen in Gang kämen, ohne dah einer. Stabilisie­rung erfolgt, die Spekulation gegen die stabilen Währungen erst recht loSgehen würde. ' v

Dom deutschen Standpunkt auS würde es als abwegig erscheinen, den Goldländern aus diesem Standpunkt einen Dorwurf zu machen. Deutschland kann es sich aber gleichfalls letften, sich jeder Einmischung in die grundsätzliche Hal­tung Amerikas zu enthalten. Deutschland ist a m Goldstandard nicht unmittelbar in­teressiert, weil unsere deutsche Wäh­rung ohne Gold stabil ist. Die Stabilität der deutschen Währung beruht auf ganz anderen Dingen als auf dem Dorhandensein von großen Goldmengen. Auf der anderen Seite sind wir allerdings an den stabilen Währungen der ande­ren Länder aus handelspolitischen Gründen interessiert. 2m ganzen betrach­tet rechnet man damit, dah die Londoner Welt­wirtschaftskonferenz am Ende der nächsten Woche ihren absoluten Abschluß finden wird.

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Nie Zarenfamitte privat.

Don Graf TL Loris-Melikow, ehemaligem Hofmeister des letzten Zaren.

Am 7. Juli jährt sich zum 15. Male der Tag der Ermordung der Zarenfamilie durch die Bolschewisten.

Die Öffentlichkeit, sowohl in Rußland wie im übrigen Europa, die den Zaren Nikolaus II. nur aus offiziellen Berichten über prunkvolle Paraden und oerichwenderifch luxuriöse Hoffestlichkeiten kannte, ahnte nicht, was für ein bescheidener Charakter sich hinter dem Mann verbarg, der über den fünften Teil der Erdkugel als unumschränkter Monarch re­gierte. Nur ganz intime Freunde des Zarenpaares hatten Zugang zu den Privatgemächern des Schlosses in Zarskojeselo, der ständigen Residenz der Zaren- familie, wo sich auch das Privatleben des russischen Herrschers im Schoße seiner Familie abspielte.

Wer nicht wußte, daß er in diesen Räumen sich im Schloß des unumschränkten Herrschers der Welt befand, mußte glauben, er befinde sich in der Woh­nung eines mittleren Beamten. Das Mobiliar ver­erbte sich von einer Generation gut anderen. Bei dem Anblick des Stilgemischs würde ein moderner Innenarchitekt den Kopf schütteln. Im Privatsalon der Zarin sah man alte und renovierte Möbel, Va­sen und Büsten römischer Kaiser alles durchein­ander. In diesem wohl prunkvollsten Raum standen immer zwei Flügel es sah stets so aus, als ob ein Umzug im Gange märe. Hier pflegte der Zar in seinen Mußestunden am Flügel zu sitzen und leise Akkorde anzuschlagen. Mitunter sang der Zar auch mit gedämpfter, aber angenehmer Stimme ein Lied, eft war es das Lied Wolframs an den Abendstern aus demTannhäuser". Unter dem Einfluß der Za­rin, die eine begeisterte Wagnerverehrerin war, lernte der Zar, der sonst für ernste Musik eigentlich wenig Verständnis hatte, Richard Wagner kennen und lieben.

Eine riesenhafte Kollektion von Photographien schmückte die Wände aller Prioaträume. Das Zaren­paar schwärmte förmlich für Photos. Meist waren es Gruppenaufnahmen, die der Zar selbst gemacht hatte, Erinnerungen an Manöver und vor allem Kinderbilder. Sogar im Badezimmer waren Ama- t.'urphotographien untergebracht. Heber der Bade­wanne hing ein Bild, das die Zarin als Chef ihres Garde-Ulanen-Regiments darstellte.

Der Zar war ein frommer gläubiger Mensch, der imstande war, stundenlang vor einem Heiligenbild zu beten. Oberhalb des Bettes im Schlafzimmer des Zarenpaares war die Wand mit Gegenständen des

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London, 6. 3ulL (IBI23.) Nach Schluß dec heutigen Sitzung des Bureaus der Wellwirlfchafls- tonfecenz wurde die folgende offizielle Er­klärung abgegeben:

Das Bureau der Weltwirlschaflskonferenz nahm heute nachmittag bei der Wiederaufnahme der Aus­sprache über den gegenwärtigen Stand der Arbeit der Konferenz einstimmig folgende Ent­schließung an, die von Mcicdonald nach Bera­tung mit einer Reihe von Kollegen eingebracht worden war:

während das Bureau fest entschlossen ist, mit der Arbeit der Konferenz in äuherst möglichem Ausmaß und soweit möglich fortzuschreiten und während auf Grund der Umstände, die sich kürzlich ergeben haben, die Goldstandardländer sich verpflichtet fühlen zu erklären, daß es vorläufig für sie nicht möglich ist, an irgendeiner Diskussion über monetäre Fragen teilzunehmen, ist das Bureau einstimmig übereingekommen,

a) jede Unterkommission aufzufordern, so­bald wie möglich zusammenzutreten, um eine Ciftc der Fragen aufzustellen, die unter diesen Umständen von den Ausschüssen er­folgreich untersucht werden können,

b) soweit die Berichte der Unterkommissionen ein­getroffen sind, zusammenzutreten, um Vor­schläge bezüglich der weiteren Ar­rangements zu machen, die für die weitere Arbeit der Konferenz unterbreitet werden sollen."

Das Bureau wird lüontag zusammen­treten, um die von den Unterfommiffionen ein­geforderten Berichte in Empfang zu nehmen.

3n englischen politischen Kreisen zeigte sich nach dem Beschluß des Bureaus, die Arbeit der Konferenz fortzusetzen, ein_ starker, vom englischen Standpunkt _ aus verständlicher Optimismus. So wurde erklärt, daß die in der Verlautbarung enthaltene Stellungnahme der Goldländer, an keinen Währungsver­handlungen teilnchmen zu können, ausschließlich für die sechs Goldländer Frankreich, Italien. Schweiz, Belgien, Holland und Polen bindend sei und alle anderen Länder nicht daran hindere, die Währungsfrage zu er­örtern. Die Konferenzleitung schließe sich in keiner Weise der Stellungnahme der Gold­standardländer an. Was ferner die Erklärung der Goldwährungsländer betreffe,unter den gegenwärtigen Umständen" an keinen Währungs­verhandlungen teilzunehmen, so beziehe sich diese einschränkende Bemerkung lediglich auf die Stabilisierungsfrage, solange also keine Stabilisierung erreicht sei-

Don deutscher Seite waren an der Bureaus sitzung Herr Krogmann und der deutsche Botschafter v. H ö s ch vertreten, die jedoch zu dem Streit der Meinungen keine Stellung nahmen. Der deutsche Standpunkt geht, wie in den Kreisen der deutschen Abordnung ver­lautet, dahin, dah man in keiner Weise denGoldstandardländernindenArm zu fallen wünsche, zumal ihr Standpunkt, eine baldige Stabilisierung zu erreichen, ver­ständlich sei. Anderseits wünsche man aber auch nicht an einer irgendwie gearteten Front gegen Amerika teilzunehmen. Im übrigen sei Deutschland nach wie vor zu« internationalen Zusammenarbeit bereit.

Roosevelts Sonderbeauftragter verläßt London.

London, 6. Juli. (WTB.) Die amerikanische Botschaft veranstaltete heute ein Abschieds­früh st ück für Professor M o l e y. An

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Eine Richtigstellung.

Berlin, 6. Juli. (OB. Funkspructz.) Der in der Hummer 41 der Außenpolitischen Korrespondenz des Wolfffdjen Telegraphen-Bureaus vom 3. 3uli unter der Überschriftw ille zur Entspan­nung in Wien?" veröffentlichte Bericht aus Wien ist die rein private Ansicht des Be­richterstatters der Außenpolitischen Korrespondenz, die in keiner weise halbamtlichen Charakter hat und stellt des­halb nicht im mindesten die Ansicht amt­licher Kreise dar, deren Auffassung, wie mitge­teilt wird, durchaus von den in dem Artikel vor­getragenen Ansichten a b w e i ch t.

dem Frühstück nahmen auch Dr. Schacht, Eolyn, Macdonald, Sir John Simon, Reville Chamber­lain, Runciman, Cordell Hüll, Iebreton, Bonnet und der Japaner Ishii teil. Die Staatsmänner nahmen Gelegenheit, die Lage der Weltwirt­schaftskonferenz erneut zu erörtern.

Nie Auffassung in Berlin.

Endgültiger Abschluß der Konferenz Ende nächster Woche.

Berlin, 6. Juli. (CAB.) Der Beschluß des Büros der Londoner Konferenz, dah die Kommis­sionen selbst Dorschläge darüber ausarbeiten sol­len, wie sie die Arbeiten fortzusetzen gedächten, ist nicht geeignet, die Konferenz am Leben zu erhalten. Die Kommissionen wer­den voraussichtlich schon in wenigen Tagen fest- stellen, daß dieses Verfahren zu keinem Er- g e b n i s führt. Die Ursache der Versteifung der Lage in London ist bei den Goldländern

Hebergehend auf die deutsche Schuldenlage er­klärte Dr. Schacht, daß es unter den gegenwärti­gen Umständen absolut unmöglich er­scheine, die Schulden zu bezahlen, die Deutschland durch äußerenDruckauf- gezwungen worden seien. Die ganze Politik des Borgens sei ein schwerer Fehler gewesen, zu dem die ausländischen Politiker Deutschland ermutigt hätten, um aus Deutschland Geld her­auszuquetschen und die von deutschen sozialistischen Politikern begünstigt wurde, um angeblich den Le­benszuschnitt zu heben. Die Tatsache, daß durch die Entwertung des Dollar und des Pfundes die deutsche Schuld herabgesetzt sei, werde da­durch völlig ausgeglichen, daß sich hierdurch die Konkurrenz der a n d e re n L ä n d e r auf Kosten des deutschen Ausfuhrhandels ver­stärkt habe.

Dr. Schacht spricht sich dann gegen eine Einheitsfront der europäischen Goldstandardländer gegen Amerika aus. Die Amerikaner hätten uns vielmehr gelehrt, dah ein jeder seine Pflicht für sich selbst tun solle. Jedes Bolk müsse auf seine eigenen Kräfte vertrauen, Rationen könnten nicht vom Kredit leben, sonders nur von ihrereige- ne n Arbeit.

Die Londoner Konferenz wird fongesetzl.

Das Büro fordert bis zum Montag Bericht der Ausschüsse über den Stand der Arbeiten ein.

London, 6. Juli. (WTB.) Unter der Ueber- schriftWarum ich glaube, dah Roosevelt Unrecht hat" "beröffentlicht Evening Standard eine Stel­lungnahme des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht zur Entwertungspolitit der Bereinigten Staaten und Großbritanniens. Stabilisierung der Wäh­rungen sei für die heutige Welt wesentlich. Er glaube fest an den Goldstandard. Präsident Roose­velt und Großbritannien hätten Unrecht daran getan, ihre stabile Währung aufzu­geben, aber der erste Schritt zur Wiederherstel­lung der Wirtschaftsstabilität sei für jedes Land, sein eigenes Haus in Ordnung zu bringen. Cs wäre besser gewesen, wenn Ame­rika, Skandinavien und Großbritannien bei dem Goldstandard geblieben wären. Dr. Schacht spricht sich für die Stabilisierung der Währungen als Grundlage für den finanziellcnWiederaufbauderWelt aus. Die bedauerliche Erscheinung der heutigen Zeit sei, daß Währungsentwertungen Teil einer allgemeinen Politik in der Welt geworden seien. Einer der größten Fehler der modernen Welt sei die Tendenz der Staatsmänner, den Staatsmännern anderer Länder sagen zu wol­len, was sic tun sollten, während nach seiner An- sicht jeder Staatsmann einmal zunächst sich um die Angelegenheiten seiner Ration kümmern solle.

Begeisterter (Empfang des Balbo-Geschwaders in Reykjavik.

Als das italienische Luft ge schwader bei gutem Wetter, aber unruhiger See im Hafen von Vatnagardar bei Reykjavik wasserte, wurde es von einer begeisterten Menschenmenae empfangen. Das Flugboot General Balboa wasserte als erstes um 16.59 Uhr, um 17,28 war. die letzte Luftmaschine niedergegangen. Kurz darauf wurde von 24 Motor­booten aus Der Brennstoffvorrat ergänzt. Sämtliche Schiffssirenen heulten, als die kühnen Flieger ihren Flugzeugen entstiegen. Als General B a I b o den Landungssteg betrat, wurde er von dem isländischen Ministerpräsidenten G e i r s s o n , den Vertretern der ausländischen Staaten, dem Bürgermeister von Reykjavik und anderen führenden Persönlichkeiten begrüßt. Die kleine Tochter des Ministerpräsidenten überreichte Balbo einen Blumenstrauß, wofür sie mit einem Kuß belohnt wurde. In Reykjavik war

religiösen Kultlebens behängt. Besonders mit Rosen­kränzen, gesegneten Ostereiern und Reliquien aus Klöstern. An der gegenüberliegenden Wand konnte man eine Serie von biblischen Bildern, die aus Eng­land und Deutschland stammten, bewundern. Im Schlafzimmer befand sich auch eine kleine Biblio­thek, die der Zar wie seinen Augapfel behütete. Sie bestand ausschließlich aus Büchern frommen Inhalts. Hier fand man die Lebensbeschreibungen vieler rus­sischer Heiligen und Kirchenväter. Vor dem Schlafen­gehen pflegte der Zar stets in einem dieser Bücher zu lesen. Ost las der Zar noch ein Buch, das den sonderbaren Titel hatte:Das Geheimnis des Elends und der aufrührerischen Tendenzen unserer Zeit". Es war von einer Hofdame, Katherina von Ma­la ch o w e tz verfaßt, deren Kochbuch seinerzeit in ganz Rußland außerordentlich populär gewesen ist. Eine kleine Verbindungstür führte aus dem Schlaf­gemach des Zarenpaares in ein Zimmer, dessen ein­ziges Möbelstück aus einem einfachen Lederdiwan bestand. Hier schlief manchmal die Kammerjungfrau der Zarin. Der Zar war außerordentlich rücksichtsvoll gegen die Dienstboten und nahm sie nur dann in Anspruch, wenn es wirklich notwendig war. Einmal ging der Zar durch seine Gemächer und stieß in einem abgelegenen Raum auf zwei Kammerdiener, die eingeschlafen waren. Der Zar ging auf den Zehenspitzen an ihnen vorbei, um sie nicht zu wecken und sagte dann halb scherzhaft zu der Zarin:Ich mußte aufpassen, daß meine Stiefel nicht knarrten, sonst hätte ich die armen Leute geweckt".

An seinen Kindern hing der Zar mit geradezu abgöttischer Liebe. Dennoch waren die Zimmer der Zarentöchter und des Thronfolgers einfach und bei­nahe dürftig eingerichtet. Die Möbel hätten in jedes kleinbürgerliche Milieu gepaßt. Die Schlafzimmer der Großfürstinnen Maria, Olga und Tatjana wa­ren alle gleich ausstaffiert. Die jüngste Tochter Ana­stasia, deren Name dank einer sensationellen Aben­teueraffäre vor einigen Jahren durch die Presse der ganzen Welt ging, schlief als einzige mit einer Gou- vernannte im Zimmer. Bei der Zimmerausstattung kam ebenfalls die tiefe Religiosität der Zarenfamilie zum Ausdruck. Die Wände waren mit unzähligen Heiligenbildern geschmückt. Sonderbarerweise hatten die Zarentöchter eine Vorliebe für bunte Reklame­plakate, die damals bei weitem nicht so geschmack­voll in ihren Farben und in ihrer Ausführung waren, wie etwa die ähnlichen Erzeugnisse der mo­dernen Reklamemalerei. So bedeckten die Wände des sogenannten Wohnzimmers der Kinderhälfte grell bemalte Oeldrucke der russischen Parfümerie- firma Ralle & Co. und der Schokoladenfabrik Siou. Der Zar hielt sich, wenn er Zeit hatte, mit Vorliebe bei seinen Töchtern auf. Er sah mit ihnen ihre

zelnen Studentenschaften, auf der die Fragen der Weiterführung des Werkhalbjahres und des ge­samten studentischen Arbeitsdienstes sowie der sozia­listischen Erziehung behandelt wurden. Als wesent­lichstes Mittel, um die aus dem Werkjahr kommen­den Abiturienten geschlossen in die Hochschule ein­zusetzen, wurde die Errichtung von Kamerad­schaftshäusern vorgesehen, in denen die ersten und zweiten Semester gemeinsam in einer dem Ar­beitslager ähnlichen Form leben sollen. Es wurden weiterhin die Fragen der studentischen Landhilfe, der studentischen Arbeitsdienstpflicht und des weib­lichen Arbeitsdienstes besprochen. In den Herbst­ferien soll ein großer Teil der Studenten als Ernte- heiser-eingesetzt werden.

Der Südamerikaflug desGraf Zeppelin".

Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist Donnerstag um 16.22 Uhr in Rio de Janeiro eingetroffen und um 7.35 Uhr zur Fortsetzung seiner Reise aufs neue gestartet.

Moor eine höchst eigenartige und fesselnde Lei­stung. Boll überschäumender Kraft erfaßte Hans- georg Laubenthal den Karl Moor, während seine Gegenspielerin, Rense Stobrawa, mit starkem Gefühl die Gestalt der unglücklichen Amalia, in welcher sich Empfindsam! cl>t und Heroismus begegnen, sehr fein zu betonen, iwußte. Lothar Körner verhalf der Rolle des Grafen Maximilian zu einer Darstellung von crschisrttern- der Wirkung. Unter den Räubern, welche lin den einzelnen Typen sehr gut wiedergegeben waren, seien Fred S ch r ö e r als Spiegelberg, Han(sgeorg Geiger als Schweizer und Karl S t r v e 6 e cf als Roller mit Anerkennung genannt, ebenso wie Hugo F i r m b a ch den Hermann, Ludwig D i n f - men n den Daniel und Paul Roland den Pa­stor Moser prächtig charakterisierten. Die Massen­szenen teuren, begünstigt von dem großen Raum, welchen die Freilichtbühne bietet, außerordentlich lebhaft gestaltet. Alles in allem hinterlieh.die Aufführung, die erst in mitternächtlicher Stunde ihr Ende erreichte, einen starken Eindruck und fand den freudigen Beifall der zahlreichen Besucher, w.

Oie Räuber" in Marburg.

Eine herrliche Sommernacht begünstigte die Aufführung von Schillers IugendwerkDie Räuber", das als dritte diesjährige Marburger Festspielaufführung auf der Schloßparkbühne in Szene ging. Die Spielleitung hat bei der Auf­führung des Dramas außerordentliche Mühe ver­wandt. Besonders hervorgehoben seien die dem Charakter der einzelnen Szenen vortrefflich ange­paßten Bühnenbilder, welche verbunden mit wunderbaren Beleuchtungseffekten den Gehalt der einzelnen Szenen wirkungsvoll zur Geltung brachten. Bon den Darstellern bot Bernhard M i - netti (Berlin, früher in Darmstadt) als Franz

vier Todesopfer

eines Lawinenunglücks im Dachstein-Gebiet.

Dr. Behuslas Feierabend aus Prag wurde am 6. Juli mit seiner Frau und seinen zwei Kindern am Linzerweg im Dachstein-Gebiet durch eine Lawine getötet. Eine Bergungsexpedi­tion bringt die Leichen nach Gosau.

Wieder ein Segelbootunglück. Zwei Kinder ertrunken.

Bei War nemünde ereignete sich auf dem Breit­ling ein schweres Segelbootunglück, bei dem zwei Kinder ertranken. Der sofort an öte älnfallstelle beorderte Taucher konnte die Kinder nur als Leichen bergen.

Drei Mädchen beim Baden ertrunken.

In Flums im St. Galler Oberland ertranken beim Baden in der- Seez drei Mädchen im Alter von 9 bis 13 Jahren.

Max Schmeling verheiratet.

Im Standesamt Berlin-Charlottenburg fand die Trauung des früheren Boxweltmeisters Max Schmeling mit dtrr Filmschauspielerin Anny O n d r a statt. Da der .Zeitpunkt der Trauung bis zum letzten Augenblick geheimgehalten worden war, hatten sich nur wenige Zuschauer vor dem Standesamt eingefunöert, die das Paar freudig begrüßten. Der Trauakt dauerte etwa eine Viertel­stunde.

Großfeuer im Danziger Hafen.

Aus dem Danziger Hasenaelände brach in der Nähe der Oel- und Fettfabrck Oleo am Schellmühler Wiesendamm ein gefährlicher Brand aus, zu des­sen Bekämpfung die gesamte Danziger Feuerwehr ausrückte. Die Raffinerie wurde vollständig ver­nichtet, dagegen gelang es Der Feuerwehr, ein Um­sichgreifen des Feuers zu verhindern. Der Schaden ist sehr beträchtlich. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Die Ursache des Brandes ist noch nicht bekannt. Der Verkehr im Danziger Hafen ist in keiner Weife gestört.

Acht Todesopfer bei einem .Hauseinsturz in Aegypten.

Bei einem Hausein stürz in Heluan (un­weit von Kairo) sind acht Frauen ums Leben gekommen; sechs tourten schwer verletzt. Die Frauen wurden in dem Augenblick von dem Unglück betroffen, als sie gerade im Begriff waren, böse Geister zu beschwören. \

Zeitschriften.

Die von uns seit langem regelmäßig be­sprochene ZeitschriftBerliner Monats­hefte" (Quaderverlag G. m. b. H., Berlin W 15) hat soeben ihren zehnten Jahrgang voll­endet. Der Herausgeber Alfred von We­ge r e r, der um seiner außergewöhnlichen Ver­dienste um die Bekämpfung der Kriegsschuld­lüge von unserer Hessischen Landesuniversität zum Ehrendoktor promoviert wurde, hat die Berliner Monatshefte in den zehn Jahren ihres Bestehens zu einer der schärfsten Waffen gegen das Diktat von Versailles gemacht. Die Zeit­schrift hat sich dank eines Mitarbeiterstabes von ungewöhnlich hoher Qualität auch im Ausland als fügendes wissenschaftliches Organ zur Er­forschung der Kriegsursachen durchsetzen können. Im Iuliheft gibt der Herausgeber einen Heber- blick über Ausbruch und Ausgang des Welt­krieges, zwei Ereignisse, die in dem schicksal­haften Datum des 28. Juni vereinigt sind. Maxi­milian von Hagen bespricht die Briefsammlung Holsteins als interessantes Dokument für die Charaktererforschung dieses eigentlichen Inspi­rators der Wilhelminischen Außenpolitik. Eine umfangreiche Dokumentensammlung und eine er­schöpfende Üebersicht über die historisch-politische Literatur beschließen das Heft.

Schulaufgaben durch, examinierte die Töchter und erläuterte manche Fragen aus dem Unterricht. Am liebsten unterhielt sich der Zar über Geschichte. Mit Tränen der Rührung in Den Augen pflegte er von Den Großtaten Der russischen Armee in Den Feld- zügen gegen Napoleon zu erzählen. Einmal fragte Die Großfürstin Maria ihren Vater, was Das fran­zösische WortMerde bedeute. Sie hatte soeben von Der berühmten Episode aus Der Schlacht bei Waterloo gelesen. Der historische Satz, Den General Cambronne bei Der AufforDerung sich zu erae= ben, Dem Feind ins Gesicht schleuderteMerde! La garde meurt, mais eile ne se rend pas machte auf die junge Prinzessin starken Eindruck. Der Zar er­rötete, faßte sich aber schnell und erwiderte:An sich ist es ein häßliches Wort. In diesem Zusammenhang aber ist es eines der schönsten Worte Der Welt­geschichte".

Die Zimmer Des von Den Eltern vergötterten Thronfolgers waren groß unD hell, dadurch unter- schieden sie sich von den Zimmern der Zarentöchter. Auch hier sah man zahlreiche Heiligenbilder; eine Serie von Bildern von Schutzengeln unterstrich die naiv religiöse Stimmung, Die hier herrschte. Der Thronfolger besaß Die KinDerrüstung eines Kosaken­reiters und ein Spielgewehr, auf Das er sehr stolz war. Auch mit Dem Thronfolger verbrachte Der Zar viele Stunden. Er erzählte ihm von Rußlands Größe und pflegte oft zu sagen:Die Ehre der Nation ist das Heiligtum Des Herrschers. Auch der Zar muß es verstehen, sich für sein Vaterland zu opfern."

Der Zar ist seinen Grundsätzen auch nach der Re­volution treu geblieben. Als er einst, schon ein Ge­fangener, im Schloßpark spazierte, umringten ihn mehrere Offiziere und flehten ihn an, ihnen zu fol­gen. Die Flucht sei in allen Einzelheiten vorbereitet und müsse bestimmt glücken. Der Zar erwiderte je­doch:Ich habe mein Wort verpfändet und muß es halten".

alles festlich für den Empfang Der Flieger vorberei­tet. Die Straßen waren beflaggt, und die Behörden hatten alle Maßnahmen getroffen, um den Italienern einen herzlichen Empfang zu bereiten. Das ita­lienische Geschwader hat Die ganze etwa 940 Meilen lange Strecke von Londonderry nach Reykjavik bei ziemlich ungünstiger Wetterlage ohne jeden Zwi­schenfall zurückgelegt. Die Ankunft in Vatnagardar fand früher, als man erwartet hatte, statt, da die Flieger Durch Rückenwind begünstigt worden waren. Die nächste Etappe, rund 1500 Meilen, führt das italienische Geschwader nach Cartwright auf Labra­dor. Die letzten Wetterberichte von Grönland sind günstig.

Göttinger Arbeitsdienst - Tagung der Deutschen Studentenschaft.

Am 1. und 2. Juli veranstaltete das Amt für Arbeitsdienst der Deutschen Studen­tenschaft in Göttingen eine Besprechung Dpr ein-