MMUllMeil
Ein vaterländifcherRoman vonHansDietzke
Urheber-Rechtsschutz
durch Verlag Oskar Meister, Werdau.
16 Fortsetzung Nachdruck aerbotenl
Der Lärm der Glocke wächst unaufhörlich. Körper versuchen von draußen mit Gewalt die Tür zu erbrechen.
Ehe Döllnitz antworten kann, trifft der Professor die Entscheidung. Er wendet sich kurz an einen kräftigen, untersetzten Mann, dessen Bauerngesicht Intelligenz verrät. „Hoffmann — Sie bürgen mir dafür, daß Hauptmann Döllnitz unversehrt aus der Stadt kommt!"
Dann öffnet er leise die Tür des Zimmers und winkt den beiden, zum Hofausgang zu folgen. Im nächsten Augenblick schon hat der Beauftragte den Hauptmann aus einem Labyrinth von Gängen, Hintertüren und Höfen aus dem Bereich des Berger- schen Hauses gebracht.
Als endlich der Professor dem Kommissar Ram- beaur umständlich das Portal öffnet, ist es zu spät. In Hast durchsuchen die Spitzel zwar das ganze Haus vom Keller bis zum Dachgeschoß — aber der Gesuchte bleibt verschwunden.
Rambeaux läßt zwei Beamte zurück, mit den anderen wird er sofort eine Spuk aufnehmen, die am ehesten Erfolg verspricht. Er setzt alles auf eine Karte — es ist die letzte Möglichkeit, dieses verdammten Kuriers habhaft zu werden — der Schlag muß gelingen! Seine Parteigänger werden Döllnitz so lange als möglich zu verbergen suchen. Rambeaux hat blitzschnell kombiniert. Die schriftliche Nachricht, die völlnitz heute abend nach Löbau aufgesetzt hat und die durch den geheimen Beamten abgefangen wurde, bestärkt ihn in der Annahme, daß der Kurier zunächst — im Schutze der Nacht noch — Schloß Löbau aufsuchen wird. Es ist nicht das erste Mal, daß er dort unter falschem Namen, trotz der französischen Besatzung, als Gast des Barons aufgetaucht ist, den Rambeaux ebenfalls längst im geheimen hochverräterischer Umtriebe bezichtigt. Jetzt heißt es schneller sein als dieser verfluchte Preuße — man muß ihm den Weg abschneiden — am besten, wenn man ihn auf Löbauer Gebiet faßt. Löbau steht noch immer im Befehlsbereich des französischen Oberkommandos in Glogau. Trotz des Haftbefehls, den alle offiziellen und geheimen militärischen Stellen für diesen preußischen Kurier haben, ist es besser, ihn im Machtbereich der absoluten französischen Gewalt abzufangen, als auf rein preußischem Gebiet, wo man sicherlich, -gerade im Augenblick unverkennbarer politischer Schwankungen, versuchen wird, dem Hochverräter den Hals zu retten. Diesen Preußen ist in den letzten Wochen,
trotz aller Versicherungen der leitenden Stellen und der fortgesetzten Hinweise auf das preußisch-französische Waffenbündnis, seit dem Pakt von Tauroggen nicht mehr, zu trauen. Um so besser ist es, hier ein Exempel zu statuieren, das diesen verdrehten Gehirnen, die von Freiheit und Selbständigkeit unablässig die letzte Zeit zu faseln beginnen, mit allem notwendigen Nachdruck zeigt, wer Herr der Situation und des Landes ist. Daß weiterhin die tausend Pistolen Belohnung nur dann fieber sind, wenn der verhaßte Kurier nach französischem Recht unschädlich gemacht werden kann, ist eine Ueberlegung, die ein Ehrenmann wie Rambeaux nicht erst sonderlich zu überlegen braucht — wofür schließlich liegt man seit Wochen auf der Lauer ...
Unter diesen Betrachtungen ist er mit seinen beiden Beamten bei einem Fuhrhalter in den Hohen- gasse angekommen, der die Pferde stellen soll, mit denen man die Verfolgung aufnimmt. —
Inzwischen hat Hauptmann Döllnitz mit seinem Begleiter unbehelligt die Mauern Breslaus verlassen. Kurz vor der Stadt liegt Hoffmanns kleine Wirtschaft. Hier hat Döllnitz schon des öfteren die Kurierpferde gewechselt. Während der Mann den Gaul aufzäumt, hat Döllnitz Zeit, sich für den bevorstehenden Ritt sertigzumachen. Die letzte halbe Stunde hat Nerven und Schweiß gekostet. Im Laufschritt ging es durch nachtdunkle Gassen bis zum Markt und dann hieß es, ohne Aufsehen zu erregen, das Glogauer Tor gewinnen. Sein Begleiter kannte alle Schliche und sichersten Wege. Als man die Stadt hinter sich hatte, ging es wieder im Laufschritt, abseits von der großen Landstraße, dem Gehöft Hoffmanns zu. Die äußerste Gefahr war gebannt. Döllnitz wußte fürs nächste nur einen Ausweg: Er mußte im Dunkel der Nacht Schloß Löbau erreichen — dort wird man ihn verbergen, bis er wieder im Schutze einer Nacht bei anderen Parteigängern den gefährdeten Landkreis von Etappe zu Etappe verlassen kann.
Er prüft seine Pistole und geht nach dem Hof, wo eben Hoffmann mit einem sehnigen Rappen aus dem Stall kommt.
„Sie werden zufrieden sein, Herr Hauptmann! Es ist mein bester Renner."
Döllnitz nimmt die Zügel und klopft dem Tier den Hals. „Geben Sie Professor Berger so schnell wie möglich Bescheid, daß ich zunächst Schloß Löbau zu erreichen trachte. Ich werde von meinen weiteren Stationen Nachricht geben. Jedenfalls versuche ich, nach Ostpreußen zu gelangen."
„Nehmen Sie den Weg rechts von der Sandgrube, Herr Hauptmann, und reiten Sie ruhig durch den Hohlweg. Es war bisher immer noch das sicherste. Im Wald haben Sie die beste Deckung."
Döllnitz sitzt auf. Der Rappe beginnt zu tänzeln. Hoffmann drückt des Hauptmanns Hand. „Mit Gott! Sie werden Löbau heil erreichen!" Die Männer sehen sich noch einen Augenblick schweigend an. Dann gibt Döllnitz dem Pferd die Sporen. Hoff
mann sieht dem Reiter nach, der allmählich feinen Blicken entschwindet. Er fühlt mit der Hand in die Luft: Es wird Schnee geben. Das ist gut — wenn dem Hauptmann einer auf den Fersen sitzt, kann er ihm leichter entkommen im Schneegestöber.
Befriedigt schließt er die Stalltür, nimmt die Laterne und geht langsam in Gedanken auf das Wohnhaus zu.
Im Salon auf Schloß Löbau musiziert Hauptmann ßcfeore nichtsahnend mit den Damen. Er ist glücklich, einen so angenehmen Abend, wie feit langem nicht, verleben zu können. Sein ganzes Denken ist von Musik erfüllt. Er steht, die Geige griffbereit in der Hand, auf feinen Einsatz wartend. Man spielt die Kreutzersonate von Beethoven. Maria von Löbau begleitet auf dem Flügel. Auch sie ist ganz der Musik hingegeben. Mit aller Leidenschaft gleiten ihre Hände über die elfenbeinernen Tasten, entlocken den klingenden Saiten letzte Schönheiten, entzündet sich an dem beschwingten Spiel ihres Partners. Die Baronesse zwingt sich, die Angst des Augenbllckes einzuschließen in einen Wall von Tönen, die die geheimsten Tiefen ihrer Seele widerspiegeln. Nie hat sie diese Sonate so vollendet gespielt, nie ist sie dem geistigen Gehalt dieser heroischen Musik näher gewesen, als in diesem Augen- blick. Vergessenwollen, letzte schmerzliche Hingabe ist dieses Musizieren. Und die Geige unter den Händen Lefevres ist schwellend und süß in ihrem Ton, alle Tiefe und Tragik, alles Jauchzen und gravitätische Schreiten dieses meisterhaften Satzes nimmt restlos, rein und klingend. Gestalt an. Die Töne der zwei Instrumente verschmelzen zu letzter, erhabendster Form. Es ist der Augenblick, die Kraft der Seele, die den spielenden Händen solchen Ausdruck verleiht.
Jeanette sitzt tief in die Polster des Sessels zu- rückgelehnt, mit geschlossenen Augen dem Zauber der Töne lauschend. Ihre Züge haben eine zärtliche Verzückung, wie von etwas lang Entbehrtem. Es sind Minuten seligster Erinnerung. Alle Erregung der gefahrdrohenden Wirklichkeit ist verschwunden. Wie hatte sie gezittert vor dem ersten Zusammentreffen, vor der Scheu fremder Herzen und der Angst, die aus Lüge geboren, sich hemmend zwischen das Handeln der Stunde stellen könnte. Wie schnell aber war dennoch alles verflogen, als die ersten Harmonien der Töne alles Trennende umstimmten zum einzigen Akkord des Verstehens. Das Eis ist gebrochen — Ren6 wird nichts merken — sein Fühlen und Denken ist angefüllt vom Schönheitsdurst des Augenblickes.
Die Musizierenden haben geendet. Klar und voll stehen die letzten verklingenden Töne im Raum. Hauptmann Lefevre legt die Geige aus der Hand und sieht still zu Maria, dann zu seiner Frau hinüber. Ihr bittender Blick lenkt ihn wieder zur Baronesse, der er gern ein paar Artigkeiten sagen will, die ihm von Herzen kommen.
„Ich habe in unserer Heimat oft diese Sonate
gespielt im Kreise meiner Freunde — aber selten bin ich so hingebend begleitet worden."
Marias Blick lächelt nur zu Ren6. Jeanette wiederholt das Kompliment für beide. „Ihr habt köstlich musiziert!" Und sie erhebt sich und streckt der Baronesse die Hände entgegen.
„Danken wir es dem Meister dieser Töne", sagt Maria schlicht, und Lefevre vollendet ihren Gedanken: „Beethoven wird einstmals Deutschlands größter Musiker sein."
Jeannette hat vorsorglich einen Punsch bereiten lassen und aus ihren Vorräten Naschwerk beige- steuert und bittet nun lächelnd, mit vollendetem Takt, die eifrigen Musikanten zu einer Stärkung. Der Hauptmann ist ganz dem Zauber der Stunde verfallen. Er ist ganz Kavalier und Weltmann, der sich auf eine geistreiche Konversation versteht.
Jeanette ist froh, daß Rens so ganz ohne fühlbare Zurückhaltung, ohne Argwohn sich gibt. Selten hat sie ihn in den letzten Wochen so aufgeschlossen gesehen. Sein ganzes Wesen blüht auf bei diesen Dingen, die ihn zutiefst erfüllen. Ein schmerzlicher Zug huscht über ihr Gesicht — es ist schade, daß diese für Renö so schöne Stunde mit einem Schatten der Lüge behaftet ist.
Die Baronesse versucht krampfhaft ihrer nagenden Unruhe Herr zu werden. Unablässig folgt sie der Unterhaltung und klammert sich mit Blicken und Fühlen an Jeannette. Sie ist froh, als sie ein neues Thema, das ihnen Gesprächsstoff bietet, gefunden haben. •
Jeannette hat die Ueberraschung für ihren Mann bereit. „Sie dürfen mir nicht böse sein, Baronesse, daß ich Ihnen vorgreife. Aber ehe wir es vergessen: Rens — die Baronesse hat prachtvolle alte Handschriften in ihrer Bibliothek ..."
Der Hauptmann, der gerade fein Glas erhoben hat, um Maria zuzutrinken, stellt es mit einem gut gespielten Ausdruck des Gekränktseins auf den Tisch: „Baronesse — das höre ich jetzt erst? Er droht ihr lächelnd mit dem Finger. „Da hätten S'^ sich ja bald einer bösen Unterlassungssünde schuldig gemacht!"
Maria nimmt alle Kraft zusammen, um auf den scherzhaften Ton ihrer Gäste einzugehen. „Ich konnte nicht wissen, Herr Hauptmann, daß Ihre Interessen so vielseitig sind", sie will ihm bewußt schmeicheln, „aber ich glaube sicher, daß unser Bücherschatz eine Fundgrube für Sie sein wird. Der größte Teil her Handschriftensammlung stammt aus einem hier in der Nähe zu Ausgang des 15. Jahrhunderts abgebrannten Kloster, dessen Bücher und Schriften meine Ahnen in das Schloß retteten." Bei diesen Worten erhebt sie sich, nimmt den großen Leuchter vom Tisch des Salons und bittet mit einer liebenswürdigen Geste ifjb zu folgen. Sie schlägt die schwere Portiere zurück, der Hauptmann nimmt ihr dabei den Leuchter ab, den Damen den Vortritt lassend in den dunklen, hohen Raum.
(Fortsetzung folc'
SOMMER-STOFFE nur von LBERNARD
SBF72A
Herein eben. Ihr, Gießen.
Ziehung bestimmt 16. Juni 1933
Meiner werten Kundschaft sowie Gästen von Annerod, Gießen und Umgebung zur gefall. Kenntnis, daß mein Geschäft morgen den 8.Junifiir jedenVerkehr geschlossen bleibt!
Hochachtungsvoll
Karl Wallbott, Annerod Gasthaus „Zur Krone“ 03395
fillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll) Baustoffe anerkannt beste Qualitäten liefert prompt und billigst 2621 d
C. Rübsamen Fernsprecher 3659 aillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllli
Am Sonntag, den 11. Juni nachmittags ab 3 Uhr Sommerfest Z auf dem Schiffenberg!
Unterhaltung, Kinderspiele usw.
3782 d Der Vorstand.
Eisenacher Geld-Lotterie znm Besten des Thüringer fflnsenms Eisenach
3386 Gewinne zusammen Mark
12500
HSchstgewinn auf ein Doppelloa RM.
5000
Hauptgewinn auf ein Einzellos RM.
2500
ferner Gewinne RM.
lOOO.
Lose ä 50 PL, Donoeiloseal.- RM. versendet auch unter Nachn. 20 Pf. mehr. Porto und Liste 30 Pf. mehr
A» Dinkelmann, Worms ! ostscheck: 20060 Frankfurt a.M. Zu haben bei den staatl. Lotterie- Einnahmen u. allen durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen, aeoev
5
Sühmost - Flüssiges Obst
6 Ein erfrischender, gesunder Trank für jung u. alt. Bestellungen liefere frei Haus ab Lager Bleichstr. 18 p. Rud. Jung, Biskirchen/Lahn gärungslose Früchte Verwertung 03164 Fernruf Nummer 47 Biskirchen.
Konkursverfahren.
Heber den Nachlaß des am 3. Januar 1933 verstorbenen Rechtsanwalts Paul Hornberger in Gießen wird heute am 6. Juni 1933, vormittags 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da der gerichtlich bestellte Nachlaßpfleger auf Grund nachgewiesener Ueberschutdung des Nachlasses die Eröffnung des Konkursverfahrens gemäß § 217 KO. beantragt hat. 3781D
Der Rechtsanwall Dr. Karl Krämer in Gießen, Frankfurter Straße 1, wird zum Konkursoerwaller ernannt.
Konkursforderungen sind bis zum2S.Iuni 1933 bei dem Gericht anzumelden.
Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die im § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände, ferner zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf
Mittwoch, den 5. 3uli 1933 vormittags 9 Uhr oor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 204, Termin anberaumt.
2nien Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemein- Ichuldner zu verabfolgen oder zu leisten auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 26. 2uni 1933 Airzeige zu machen.
Hessisches Amtsgericht in Gießen.
Donnerstag, den 8. 3uni 1933, nachmit- tags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 3785D
1 Flügel, 2 Registrierkassen, 1 Motorrad, 2 Radiogeräte, 8 Diwans, 6 Schreibtische, 8 Büfetts, 2 Warenschränke, 1 Registraturschrank, 2 Schreibmaschinen, 2 Klaviere, 1 Haarschneidemaschine, verschiedene Sorten Papier, 5 Chaiselongues, 2 Nähmaschinen, 4 Vertikos, 3 Glöserschränke, 1 Wirtschaftsbüfett, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Flurgarderobe, 4 Sessel, 1 Trumeauspiegel, 4 Bilder, 17 Bände Brockhaus, 1 Ladentheke, 1 Grammophon, 1 Kommode, 3 Kleiderschränke, 2 Tische, 6 Stühle, 1 Vitrine, 1 Wäscheschrank, 1 Spiegel, 1 Kredenz, 1 Waschtisch, 1 Ständerlampe, 1 Teppich, 1 Harmonium, 2 Mantelkessel. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im versteigerungslokal):
2 Kühlschränke, 1 Personenwagen, 2 Stämme Holz, 1 Bohrmaschine.
Bestimmt: 1 kleinen Adler-Lieferwagen. 2Näll. Gerichtsvollzieher in Gießen
Ludwigstraße 33 — Telephon 3239
Bekanntmachung.
Am 16. Juni 1933 findet eine Volks-, Berufs- und Betriebszählung statt, durch die die Gesamtzahl der Bevölkerung, ihre Gliederung nach Geschlecht, Alter, Familienstand usw. ermittelt werden soll. Gezählt werden: 3775C
1. Die Bevölkerung durch Haushaltungslisten. In die Listen sind alle zur Haus- hallung gehörigen Personen (einschließlich Zimmerabmieter) aufzunehmen.
2. Land- und forstwirtschaftliche Betriebe durch Haushaltungslisten (Seite 4), bei Bewirtschaftung von 5000 qm und mehr durch besondere Landwirtschaftskarten.
3. Gewerbebetriebe, in denen der Inhaber ohne Personal tätig ist, durch die Haushaltungslisten (Seite 4), bei Mitinhabern, Angestellten und Arbeitern durch besondere Gewerbekarten.
Jedes bebaute Grundstück wird außerdem durch eine Grundstücksliste gezählt.
Die Pflicht der Eintragung in die Zählformulare liegt den haushattungsvorstän- den (als solche gelten auch einzeln lebende Personen mit besonderer Wohnung und eigener Hauswirtschaft) und Betriebsinhabern oder deren Vertreter ob. Das Zählmaterial wird vom 9. Juni 1933 ab durch die Zähler verteilt. Es ist nach dem Stand vom 16. Juni 1933, nach den in den Vordrucken gegebenen Anweisungen zu beantworten. Vom 16. Juni 1933 mittags ab sind die Zählbogen zum Abholen bereitzuhalten. Wer sich weigert, die vorgeschriebenen Eintragungen in die Erhebungspapiere zu machen, oder wissentlich wahrheitswidrige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bis zu 150 RM. bestraft.
Es darf erwartet werden, daß die Bevölkerung durch gewissenhafte und sorgfältige Ausfüllung der Zählbogen die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Zähler erleichtern hilft. Es wird darauf hingewiesen, daß die Zählergebnisse nur statistische Unterlagen bilden und für steuerliche oder sonstige Zwecke keine Verwendung finden. Auskunft über die richtige Ausfüllung der Zählbogen, soweit dies aus dem Vordruck nicht schon ohne weiteres ersichtlich ist, wird im Stadthaus, Bergstraße 20 — Zimmer ^r-12 — erteilt werden. Dort wollen sich auch diejenigen Personen zur nachträglichen Eintragung melden, die durch irgendwelchen Umstand keine Zählpapiere zur Eintragung erhalten haben.
Gießen, den 7. Juni 1933.
Bürgermeisterei Gießen.
Der Gemeinde-^ählungskommissar.
|Vermietungen]
Einsamilien-
377oD
7 Räum, nebst Garten, herrliche Lage, 60 RM. in Ehringshausen z.vermieten. Angeb. an Wilhelm Mohr, Ehrings- hausen(Kr.Wetzlar) llllllllllllllllllllllllllllllllllll
Schöne s-ZinMlimn. 1 . Stock, in sonniger, freier Lage, ab Oktober zu vermieten. Schr. Ang. u. 03468 a. d.Gieß.Anzeiger.
Wohnung 5 Zimmer, in freier Lage, per 1. Juli zu vermieten. Schr. Angeb. unt. 03463 a.d. Gieß. Anzeiger.
Arbeitsvergebung.
Betr.: Fuhrleistnngen.
Die Fuhrleisiungen für die Städtischen Elektrizitätswerke, Ueberlanhanlage und Straßenbahn Gießen sollen ab 1. Juli 1933 für unbestimmte Zeit vergeben werden. Die Vergebung erfolgt auf Grund der Reichsverdingungsordnung sowie unserer besonderen Vorschriften. 3774D
Die Angebotsvordrucke sind kostenlos bei der unterzeichneten Verwaltung, Zimmer Nr. 1, erhältlich unb bis zum 13. Juni d. 3., vormittags 11 Uhr, verschlossen und mit der Aufschrift „Fuhrleistungen" versehen dort einzureichen.
Freie Auswahl des Unternehmers bleibt vorbehalten.
Gießen, den 6. Juni 1933.
Direktion der Städtischen Elektrizitätswerke, Ueberlandanlage und Straßenbahn.
____________Stolts.____________
AllgemeineOriskrankenkaffe Gießen-Sia-t.
Unsere Schalter sind von Donnerstag, den 8. Juni 1933, ab für das Publikum täglich von 8 Ahr bis 12)4 Uhr geöffnet. Nachmittags geschlossen. 3772D
Der Vorstand.
4-Zimm -Wosing., mit Bad u. Balkon, zu vermieten. (03450 Haaö,Schubertstr.2 Schöne, geräumige 3-Zimmer-Wohn.
Mietgesuche
| Stellenangebote |
IW.W
im Kochen u. sonst.
-vaus-Arbeiten be»
Nähe d. Universität zum 1. Juli zu vermieten. (Altwobn.) Schriftl. Angebote unter 03465 an den Gießener Anzeiger.
2-od.3-Zim.-Whg. v.alleinst.Beamten- roitroe zu mieten ob. Haus m. solch. Wohnungen z. kauf. ges. Schriftl.Angeb. unt. 03457a.d.Gieß.Anz.
wandert, als Stütze z. 15. Juni gesucht. Schrrftl.Angeb.unt. 3780D a. d.Gieß.A.
Lehrling aus guter Familie, mögl.m.Handelssch. Bildung ges. Erstkl. geogr. Kennt», er« forderl.Schr.Angeb. m.Zeugn.-Abschr.u. 3771I)a.d.Gieß.Anz.
Junges Mädchen aus gutem Hause, nicht unt. 15Jahren, v.Manufakturwar.- Geschäft in die teure MA.
Handschriftliche Angebote unter 3791V a.d. Gieß.Anzeiger. | Verkäufe | l1/« to. 1132A Opel - Lieferwagen mit Kastenaufbau, neuwertig, sehr preiswert.
Opel, Gießen Frankfurter Str. 62. GmeMeltareo zu verkaufen. 0345s ä Pfd. 15 Pf. Kuhnd,SchöneAus- sicht (Hinterhaus).
Gebr.guterh.weißer
Kinderwagen zu kaufen gesucht. 034 .«Gr.Steinwegl 1 Gut erhaltenes Knabenfahrrad zu kaufen gesucht. Schriftl.Angeb.unt. 03461a.d.Gteß.Anz.
Gebrauchte (03469 Kinverwaage gut erhalt., zu kauf, gesucht. Zu erfrag, in d. Geschäftsstelle des Gieß.Anzeigers.
|Empf6hlungen|
IHolzwnnnlod
vernichtet alle Holzwürmer
Flasche^—.90 Germania-Drogerie Carl Seibel
Frankfurter Sir. 39
Kür Donnerstag u. Freitag empfehle: 5(WW.M9fÖ.
SaoeiiaulWthn. znets matte „W öeiiüutt 3788 D
in nur best.Qualität sowie feinste
fflatjesfletinge
LUWfolger
Mäusb.l6/Tel.3612
LeupinCreme und Seife
vorzügliches Hautpflegemittel, seit Jahren glänzend bewährt bei
Mle,Jutta Ausschlag, Krätze, Hämorrhoiden, Beinschäd., Wundsein usw. 16020 V Löwen Drog. W.Kilbinger Nacht, Seltersweg 79a; Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10; Kreuz-Drogerie A. Noll, Bahnhofstr. 53 Med.-Drogerie H. Elges
Seltersweg 68a.
Detektiv K. Gerz, Bad-Nauheim, Kurstraße 17 eriedigtalle vertrauliche Privat- u Geichcjftsanaele- genbeiten, wie Auskünfte, Beobachtungen,Erm ttelungen, Beschaffung v. Be» we smat in Straß u. Zivilvroz ftrenn dtskr. Sprechst.:9b 127su 3—fillbr «rin
Verschiedenes
800-1000 RM.
gegen erste Sicherheit, mit monatlich. Rückzahlungen, gesucht. Schr. Angeb. u. 03462 a.d.G.A.
Abzutreten,ganzod. teilweise, ab 1. Juli Forellenbach mit reichem Krebsbestand. Zu erfrag, in derGeschäftsstelle des Gieß.Anz. [3783D
Vereine
*
s
Zur Teilnahme am lltiifleiifieiitaii in Darmstadt
am l.,2.u.3.Juli33 melden sich die Ka- meradenlauchNicht- mitglieder) bis 15. Juni beim Kamerad Schwinn, Liebig- strafte 18. 37930
Am 1. Feiertag wurde ein grünes Strickjäckchen int Schiffenberger Wald verloren. Geg.Belohnung abzugeben. 3789V Stevhanftraftel3,l.
Ein Damenjäckchea a. 2. Pfingstfeiertag gefunden. Abzuhol. geg. Jnseratgebühr Ederftr. 21 v. (03471
Freitag, den Y.Juni Hlonüts-Deftammlung bei Hovfeld.
Sonntag, 18. Juni Bereinöwanderung s. Aushänge. 37790
U.C.
Gießen
Eisenbahn.-Heimslätten-
Vereine.6.mJ) H.,Gieflen
Einladung zur
auOerordentlichen
General-Versammlung a.Sonntag,11.Juni 1933, 9,10 Uhr, im Unterrichtszimmer des Oberbess. Bahnhofs zu Gießen.
Tagesordnung: Gleichschaltung. Anfang pünktlich. Alle Genossen werden um ihr Erscheinen ersucht. 3770D Gießen,6.Jum 1933
Der Vorsitzende des Aufsichtsrates:
Hedderich.


