Ausgabe 
7.6.1933 Erstes Blatt
 
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reichen eine Kundgebung in Darmstadt aus dem I Marienplatz Veto n ft alten, die unter dem Molto .Volk ohne Jugend, Volk ohne Hoffnung, Volk ohne Zukunft" eine ausgesprochene Jugendkund­gebung werden soll. Alle Jugendverbände und -gruppen sollen sich daran beteiligen. Meldeter­min ist der 10. Juni. Reichsbund der Kinderrei­chen, Landesverband Hessen, Geschäftsstelle Lorsch (Hessen).

Verbot des Arbeiter-Rad» undKrastfahrer-Äundes^Solidantät^. MSN. Die Staatspressestelle teilt mit: Der Ar­beiter-Rad- und Kraftfahrer-BundSolidarität- mit dem Bundessitz in Offenbach wird im hessischen Staatsgebiet aus Grund des § 1 der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 verboten und auf- gelost. Wer sich an dem Bund als Mitglied beteiligt oder ihn aus andere Weise unterstützt oder den organisatorischen Zusammenhalt weiter ausrecht­erhalt, wird nach § 4 der angeführten Verordnung bestraft. Das Vermögen des Bundes innerhalb des hessischen Staatsgebiets wird beschlagnahmt und ein- gezogen. Mit der Abwicklung der Geschäfte des Bundes und der Liquidation feines Vermögens, so­weit es sich auf hessischem Staatsgebiet befindet, beauftragte ich Herrn Lehrer Alfr ed ft l o ft er­mann, Darmstadt, Ministerium für Kultus und Bildungswesen. Gez.: Dr. B e ft.

Neuorganisation der hessischen Theaterorganisationen. WSR. Die Slaatspressestelle teilt mit: Dom Ver­band der deutschen Theaterangestellten und ähn­licher Berufe in der nationalsozialistischen An­gestelltenschaft (RSA.) ist zur endgültigen Reu- organifation der Ortsgruppen und Bezirke des Verbandes der deutschen Theaterangestellten und ähnlicher Berufe der Pg Kammermusiker Ficht- müller vom Hessischen Landestheater Darm­stadt zum kommissarischen "Beauftragten für den Freistaat Hessen ernannt worden. Der Pg. Ficht- müller ist weiter beauftragt worden, dafür Sorge zu tragen, daß bei allen Ortsverwaltungen dcS Verbandes Parteigenossen als tommissarische Führer der Or sverwaltungen in Tätigkeit gesetzt werden.

Zusammenschluß der Gießener Gtenograp-envereine. Aus Einladung des 1. DezirkSvorsitzenden deS Hessen-Rassaaischen Kurzschriftenverbandes K. H. Kuhl sand am vorigen Freitag wie man uns mitteilt im Kaufmännischen Vereinshaus eine Sitzung der Vorstände der Gießener Stenogra- phenvereine (1. Reichskurzschrntgesellschaft .Ba­belsberger'" und Damenabteilung e. V. und Kurz- schristverein von 1861 mit Damenabteilung c. 03.) statt. Der Bezirksvorsitzende erklärte, dah ihm vom Derbandsoorsitzendcn, Landtagsdirektor Werner, Darmstadt, im Auftrage von Herrn Oberschulrat Ringshausen die Führung des Bezirks Die­ben übertragen worden sei und dah er nunmehr die Aufgabe habe, die Gleichschaltung und einen evtl. Zusammenschluß der Vereine innerhalb des Bezirks Diesten durchzuführen. "Bei dieser Gleich­schaltung müsse et daraus achten, dast die neu zu bildenden Vorstände künftig nur aus national- gesinnten Personen bestehen, die entschlossen hin­ter der neuen Regierung stünden. Wenn es nach den neuesten Richtlinien des Deutschen Steno- graphenbundes nicht unbedingt erforderlich sei. daß sich die beiden Gießener Vereine zu einer Orts­gruppe zusammenschließen müßten, so lei dies aber im Interesse unserer Einheitskurzschrift dringend er­wünscht. Nachdem Herr Kuhl das von ihm aus­gearbeitete Programm einer Vereinigung der Ver­eine bekanntgegeben hatte, forderte er zur allgemei­nen Aussprache auf.

In den folgenden Ausführungen legte der mit der Führung der neuen Vereinigung betraute bekannte Stenograph Georg Wahl (Mitglied der 1. Reichs- kurzschriftgeseUschast) seine Stellungnahme zu dem bevorstehenden Zusammenschluß dar Er betonte, daß bei einem Zusammenschluß vor allen Dingen die hohen doppelten Unterrichtsraumgebühren weg- fielen, die unrentabelen Kurse beseitigt und die Leistungen durch einen guten Ausbau des Unter- richtswese-ns bedeutend gesteigert werden könnten. Auch würde durch die Vereinigung die von der na­tionalen Regierung, insbesondere von der NSDAP., geforderte Volksgemeinschaft besser gepflegt und der ewigen Reiberei und Uneinigkeit der Boden ent­zogen. Der NameEinheitskurzschrift sei nicht am Platze, wenn sich die Elnheitsstenoyraphen noch be­kämpfen wollten Bei einer Vereinigung der beiden Vereine sei keineswegs daran gedacht, die alten be­währten Kämpfer der stenographischen Bewegung auszuschließen, oder ihre Leistungen und ihre jahre­lange Arbeit nicht anzuerkennen. Gerade die alten Kämpfer sollten bei einem Zusammenschluß mehr denn je geehrt werden

Für den Kurzschristoerein von 1861 sprach der 1. Vorsitzenden Franz H n n st e i n , der der Ver­sammlung bekanntgab, daß der Stenographenoerein von 1861 einstimmig beschlossen Hobe, einer Vereini­gung zuzustimmen.

An diese Ausführungen schloß sich eine längere lebhafte Aussprache an, in der dos Für und Wider eines Zusammenschlusses besprochen wurde. Der um Schlüsse der Aussprache eingebrachte Antrag, die beiden Vereine zusommenzuschließen, wurde einstimmig angenommen.

Der Vorstand der neuen Vereinigung, die den Namen ..Deutscher Stenographenbund, Ortsgruppe Gießen- trägt, setzt sich wie folgt zusammen: 1 Der- einssührer Georg Wahl L-, 1 Schriftführer Artur Michel, 1. Rechner Karl H e ß L., 2. Dereinsfiihrer Paul Dehmer L-, 2. Schriftführer Fritz Dorf- n e r , 2. Rechner Fritz Ziegler, Bücherwart Hein­rich Graf, Zeitungswart Willy Brückmann. Beisitzer August Siebert L . Andreas Mere L Peter I ö ck e I, Elly R i e ß und Johanna Beyl Der neuberufene Vorstand fand die Bestätigung drS Bezirksvorsitzenden, sowie die Anerkennung der Ver­treter beider Vereine.

Der Dereinsführer der neuen Bereinigung Georg Wahl dankte der Versammlung für,das ihm entgegengebrachte Vertrauen und erklärte, fein Amt im Dienste der einheitsstenographifchen Bewegung und zum Wohle unseres deutschen Volkes ausfüllen zu wollen. Mit einem -Sieg- Heil" auf den Reichspräsidenten und den Volks- kanzler Oldolf Hitler schloß er die Versammlung.

Taten für Mittwoch, 7. Jun».

1676: Paul Gerhardt in Lübben gestorben, 1843 der Dichter Friedrich Hölderlin in Tübin­gen gestorben, - 1840: Friedrich Wilhelm III. ge­worben. - 1919: der Großadmiral Henning von Holtzendorff in Prenzlau gestorben: 1929: iln* ^rzeichnung des Voung-Planes.

Eröffnung her JezirWhmschule Hessen.

WSR. Darmstadt, 6. Juni. Die feierliche Eröffnung der Dezirksführerschule Hessen deS deutschen Arbeits­dienstes wurde heute vormittag in Anwesen­heit des Reichsstatthalters Sprenger, des Ministerpräsidenten Dr. Werner und des BezirkssührerS F a a tz vorgenommen. Die Teil- nehmer des ersten Lehrganges und die Kursus- teilnehmer der bereits bestehenden Führerschule

machen, eröffnete Reichsstattbalter -Sprenger die Schule. Unter dem "Absingen des Horst- Wessel-Liedes wurden die Hakenkreuz« und die schwarzwe'.hrote Zahne aufgezogen.

Ministerpräsident Dr. Werner wieS in seiner Ansprache auf daS Vorbild hin, welches das faschistische Italien durch seine Arbeit ge­geben habe. Auch Hessen habe seine.pontinischen Sümpfe". daS sumpfige Ried, die Arbeit, Brot

Reichsstatthalter Sprenger und Lezirtsführer Faatz beim Abschreiten der Front.

für Anwärter wurden um 8 Uhr dem Reichs- s'atthalter gemeldet, der dann die Front ad- schritt.

Anschließend hielt Bezirksführer F a a tz eine kurze "Begrüßungsansprache, in der er betonte, daß die große Anzahl der Gäste beweise, wie sehr man die Entwicklung des Arbeitsdienstes beachte. Trotz außerordentlicher Schwierigkeiten marschiere der Arbeitsdienst in den bei­den Hessen mit an der Spitze. An die Kursusteilnehmer der Bezirksführerschule richtete er einen Appell, daß sie dazu berufen seien, den Geist, durch den Deutschland einst groß geworden sei, unserer heutigen Jugend wieder zu überliefern.

Mit einer kurzen kernigen Ansprache, in der er daraut hinwies, dah es Sache der Führer sei. im Sinne der nationalen Regierung und des Dolkskanzlers Adolf Hitler das Wort 03 rot und Arbeit für alle wahr zu

und Wohnung für Tausende geben sollten. Den Raum, den wir als Volk draußen nicht mehr haben, müssen wir uns im Innern unseres Landes schaffen. Wir sind erst am An­fang, aber das Streben ist das beste der mensch­lichen Seele. Was wir hier auf unserer Scholle tun, ist Teil der Arbeit am großen Acker unseres Vaterlandes.

Rach dem "Abschreiten der Front der Führer­teilnehmer des ersten Lehrgänge-, dem Deutsch­landlied und dem Horst-Wessel-Lied sand eine kurze Besichtigung einiger Räume des Lagers statt.

Olls Abschluß wurde von Ministerialoberrevi- sor Reich ein Referat über .Das Meliora- tions- und Siedlungsprogramm im hessischen Ried" gehalten. An dem Kursus nehmen etwa 230 junge Männer, zwei Drittel Rationalsozia­listen und ein Drittel Stahlhelmer, teil.

9er Voranschlag her Provinz Sberheffen für 1933

Die diesjährige ordentliche Tagung des P r o vinzialtagS derProvinzOberhessen wird am M o n t a g, 1 9. Iuni, im Sitzungs­saal des Regierungsgebäudes zu Gießen stattfin­den. Rach der Konstituierung des Provinzialtags, der Diensteinführung und 03erpflichtung der Mit­glieder wird der Voranschlag der Pro­vinz Ober beff en für das Rechnungs­jahr 19 33 Hauptgegenstand der Deratungsar- beit fein.

Der Voranschlag schließt in der Ge­samtsumme mit 4 053 391 Mark gegen 4 159 918 Mark im Vorjahre je in Einnahme und Ausgabe ab. Aus die Betriebsrechnung entfallen davon 3 692 700 Mk gegen 3 828 800 Mk im Vorjahr, auf die Vermögensrechnung kommen 360 691 Mk gegen 331 118 Mk. im Vor­jahre.

In der B e t r i e b s r e ch n u n g ist für die ein­zelnen Kapitel folgendes vorgesehen: Allge­meine Verwaltung. Einnahme 10200 Mk., (im Vorjahre 10 300 Mk.), Ausgabe 94 500 Mk. (im Vorjahre 95 800 Mk ). Polizeiwesen Einnahme nichts, Ausgabe 500 Mk., wie im Vor­jahr Kunst undWissenschaft Einnahme nichts, Ausgabe 9775 Mk., wie im Vorjahre. Bauwesen für Provinz st raßen: Ein­nahme 1 305 000 Mk. (1 613000 Mk), Ausgabe 2 579 000 Mk. (2 721 300 Mk), Allgemeine Förderung der Wirtschaft: Einnahme nichts, Ausgabe 22110 Mk.. wie im Vorjahr Wohlfahrtspflege und Gesund­heitswesen: Einnahme nichts Ausgabe 4457 Mark (4557 Jttl.) Anstalten und Einrich­tungen . Einnahme 227 500 Mk. (225 500 Mk.), Ausgabe 281 500 Mk (286 500 Mk.). Finanz- und Steuerwesen: Einnahme 1 ICO000 Mk (1 070 000 Mk ). Ausgabe 200 858 Mk. (188 258 Mark). Betriebs- und Vermögens­verwaltung : Einnahme 550 000 Mk. (410 000 Mark)? die Einnahme fetzt sich zusammen aus

250 000 Mark Zuschuß aus dem Wasserwerk In­heiden (im Vorjahre ebenfalls 250 000 Mk.) und 300 000 Mark Zuschuß aus dem Lieberlandwerk (im Vorjahre 160 000 Mk.), Ausgabe nichts. Ka­pitalvermögen und Kapitalschul­de n . je in Einnahme und Ausgabe 500 000 Mark wie im Vorjahre

Die Dermögensrechnung verzeichnet nur die Positionen des Reste- und Ausgleichsstocks mit einer Summe (Rechnungsrest aus 1931) von 360 691 Mark (331 118 Mark.)

3m Kapitel Steuerwesen ist zu ersehen, daß aus Anteilen an Reichs steuern 133 000 Mark und aus Prooinzialumlagen 833 000 erwartet werden

Der Sonderooranschlag für das Straßen- b a u ro e | e n , dessen Ansätze im Hauptvoranschlag mit enthalten sind, schließt wie folgt ab Einnahmen 1 305 000 Mark (1 613 000 Mk.), Ausgaben 2 579 000 Mark (2 721 300 Mark) Mithin ist aus allgemeinen Mitteln ein Zuschuß von 1274 000 Mark (1 108 300 Mark) auszubringen

Der Sonderooranschlag der Provinzial- P f l e g e a n ft a 11 schließt wie folgt ab: Einnahme 161 900 Mark (161 300 Mark), Ausgabe 214 900 Mark (221 300 Mark). Der Zuschuß aus allgemei­nen Mitteln der Provinz beziffert sich demnach für 1933 auf 53 000 Mark gegen 60 000 Mark im Vor- lahr.

Der Sonderooranschlag des Provinzial- Kinderheims schließt mit 16 900 Mark Ein­nahme wie im Vorjahr und 36 900 Mark Ausgabe wie im Vorjahr ab; Zuschuß aus den Zinserträg- nisten des Wasserwerksoermögens, wie im Vorjahre 20 000 Mark

Der Sonderooranschlag des Chemischen Un- tersuchungsamies erfordert bei 28700 Mark Einnahmen (im Vorfahre 27 300 Mark) und 29 700 Mark Ausgaben (28 300 Mark) einen Zuschuß aus Prooinzmitteln in Höhe von 1 000 Mark

Tagung des Frauenbundes der Deutschen Koiontalgesellschast.

Gleichzeitig mit den anderen kolonialen Verbän­den rüstet auch der Frauenbund der Deutschen fta- lonialgeselljchast zur Kolonialtagung, die vom 9. bis 11. Juni in Frankfurt a M stattsindet.

Den Landsleuten in den gegen Recht und Gesetz geraubten Ländern über See gilt so schreibt man uns die unermüdliche Tätigkeit des Frauen­bundes. der sich aus weitsichtigen opferbereiten Frauen zusammcnjetzt, die oorausschauend für kom­mende Generationen sorgen. Die Zahl dieser Frauen ist allmählich aus über 24 000 gestiegen, die sich in mehr als 170 Abteilungen über Deutschland ver­teilen und durch die Schwestergruppen in Südwesl­und Ostafrika ergänzt werden. Don Jahr zu Jahr kommen mehr Mitarbeiterinnen hinzu, getrieben von der Erkenntnis der Wichtigkeit dieser Arbeiten ge­rade in der heutigen Notzeit, und beteiligen sich an den echt fraulichen und mütterlichen Aufgaben, die sich der Bund gestellt hat

Gesammelte Zeitschriften und Bücher werden re­gelmäßig hinausgesandt nach einsamen Farmen und Pflanzungen in füdafrikonischer Steppe und ostasri- konischem Hochland Diese Sendungen zeigen denen, die unter erzwungener Fremdherrschaft leben, daß die Heimat ihrer denkt, und stärken sie in ihrem Kamps um ihr bedrohtes Volkstum. Aber neben dem heimischen Schrifttum geht auch junges frisches Le­ben mit hinüber, tüchtige arbeilsfrohe Mädchen und Frauen, denen der Bund die Ferne erschloß, und die er hütet und betreut, solange sie draußen sind Mit besonderer Sorge denkt auch der Bund der Jugend, die drüben unter fremden Völkern heranwächst und die unferm Volkstum verloren ginge, wenn nicht

die Erziehung das Bewußtsein ihrer Volkheit in ihnen pflegte Schulen und Schülerheime gilt es zu schaffen und den Eltern beizustehen in ihrem ver­zweifelten Komps, ihren Kindern das Deutschtum zu erhallen. Und kommt die deutschafrikanische Ju­gend später zur weiteren Ausbildung in die alte Heimat, dann nimmt sie der Bund wieder unter seine Fittiche, umsorgt und betreut sie, vermittelt Lehr­stellen, berät über sonstige Ausbildungsmöglichkeiten und öffnet vor ollem den deutschafrikanischen Jung- mädchen und Knaben den Zugang zu deutschen Hei­men, die ihnen während der Trennungszell das Elternhaus ersetzen. So kehren sie später zurück, er­füllt von dem GedankenDeutschland ist unsere Heimat

Hinter all der Arbeit, die der Bund leistet, steht stark und unbeirrbar der Gedanke: es ist nicht Aus­land, für dos wir schaffen, sondern deutsches Land, das rechtmäßig erworben und unrechtmäßig geraubt wurde, aber eines Tages wieder unbestrittenes deutsches Eigentum sein wird.

An der Houptoersommlung am Samstag, 10. Juni, 9 Uhr, in dem Universitätsgebäude in Frank­furt a. M., kann jedes Mitglied der Abteilung Gie­ßen des Frauenbundes der Deutschen Koloniol-Ge- scllschaft kostenlos teilnehmen. Den eingehenden Be­richten über die Tätigkeit des Bundes wird eine Ansprache von Exz. Ritter von Epp folgen, so­wie ein Vortrog von Pros. Kuhn- Gießen über die völkische Arbeit des Frauenbundes der Deutschen Kolonial-Gesellschast.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Acht Mädels im Boot.

Derbandstag der Kriegerlanieradschafi in Tlidda.

Am 10. und 11. Juni findet in Nlddo der dies­jährige Derbondstog der KriegerkameradschastJjaf- ha* statt. Mit dem Berbandstag ist gleichzeitig die Feier des 60jährigen Bestehens des ftriegervereins Hastia" Nidda verbunden Nach dem Empfang der Gäste am Samstag, 10. Juni, ist für 17.30 Uhr eine Gedenkfeier für die Gefallenen und für die ver­storbenen Vereinsmitglieder am alten und am neuen Kriegerdenkmal vorgesehen, um 20.30 Uhr findet ein Begrüßungsobend statt. Am Sonntag, 11. Juni, 9 Uhr, wird der Hassio-Verbandstog in der Turn­halle abgehallen, um 1t Uhr findet auf dem Markt ein Platzkonzert statt. Der Nachmittag bringt einen Festzug durch die Stabt, auf dem Fest platz an der Turnhalle die Festrede, sowie die Jubiläumsseier des festgebenden Vereins. Der Tag wird durch einen Deutschen Abend in der Turnhalle beschloßen. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam ge­macht.

Sine außerordentliche Superin- tendentur-Konferenz findet am nächsten Freitag, 9. Juni, 10 30 Uhr beginnend, im Jo- hannessaal zu Gießen statt. Prälat D. Dr. Dr. Diehl wird einen Vortrag übet daS Thema Zur kirchlichen Lage" halten. An den Vortrag wird sich eine Aussprache anschliehen. Die Teil­nahme interessierter Laien, insbesondere Kirchen- vorsteher, ist möglich.

Berichtigung von Kraftpost- Fahrplänen in unserem Fahrplan- yeft Im Sommersahrplan 1933 deS Gießener Anzeigers sind folgende Aenderungen nachzu- traaen: Seite 34, Strecke Gießen Anne- rodSteinbach Albach und zurück: Wagen Gießen Bahnhof ab 13 Uhr (Steinbach an 1329 Uhr) verkehrt nurW außer Sa. Wagen Steinbach ab 18.10 Uhr (Gießen Bahnhof an 18.40 Ufor) verkehrt täglich. Fahrt Albach ab S 18.10 Ahr (Gießen LudwigSplah an S 18.40 Ahr) ist zu streichen. Seite 35, Strecke Gie­ßenEber st odtGambach und zurück: Wagen Gießen Bahnhof ab 8.25 Ahr (Gambach Bahnhof an 9.16 Ahr) verkehrt nurW

** Die Fuhrleistungen fürbieStäbtt- schen Elektrizitätswerke sollen vom 1. Juli ab auf unbestimmte Zeit vergeben werden. Inter­estenten seien auf bie heutige Bekanntmachung hin­gewiesen.

" Diebstähle in Speisekammern. In der Rächt zum Dienstag wurden in W i e s e ck vier Diebstähle in Speisekammern verübt. In allen Fällen handelt es sich um Wohnungen, bei denen die Wohnungsinhaber die Speisekammer­fenster nicht geschlossen hatten, so daß sie von außen her bequem aufgestoßen werden konnten. Die Spitzbuben nahmen alles Erreichbare an Le­bensmitteln usw. an sich, das sie von außen greifen konnten. Beobachtungen zur Ermittlung der Täter und der Deute werden an die Gendarmeriestation Gießen erbeten.

E i n Einschleich-Diebstahl wurde, wie der heutige Polizeibericht meldet, gestern abend in einer Wohnung im Seltersweg verübt. Der Dieb, der sich in die Wohnung eingeschlichen hatte, entwendete aus dem Schlafzimmer eine Geldkassette mit etwa 30 bis 40 Mark Inhalt und verschwand damit unerkannt. Sachdienliche Beob­achtungen werden an die Kriminalpolizei erbeten.

Wirtschaft.

$ronffurf behauptet.

Frankfurt a. TO., 7. Juni. (WTB. Drahtmel- bung.) Die heutige Mittagsbörse eröffnete mangels nennenswerter Anregungen in sehr stiller Haltung. Von der Kundschaft lagen kaum Orders vor, wöh- renb die Kulisse infolge der überwiegend schwächeren Auslandborsen und wegen der noch nicht erfolgten Unterzeichnung des Viermächtepaktes Zurückhaltung bekundete. Die Grund st immung war aber freundlich, wenn auch die K u r s g e ft a 11 u n g nicht ganz einheitlich war. Vereinzelt war noch einiges Kausintereste vorhanden, dem jedoch auch kleine Gewinnsicherungen gegenüberstanden. Die Veränderungen hielten sich in engen Grenzen, es Überwogen indessen Erhöhungen von 0,25 bis 0,75 v. H. Spezialwerte rote Zement Heidelberg, Siemens, Reichsbank, Scheideanstall, Eontigummi, Akkumula­toren lagen mit Erhöhungen bis zu 1,75 v. H. weiter fest. Sehr fest tendierten Süddeutsche Zucker, die mit Plus-Plus-Zeichen erschienen waren, und bie mit etwa 170 v. H. um 7,5 v. H höher lagen, ferner Tietz, bie nach anfänglicher Plus-Plus.Notiz 3,40 v. H. gewannen. Fest eröffneten u. a. außerdem Kali Aschersleben, bie unter Berücksichtigung des Divi- dendenadschlags von netto 4,5 2,13 v. H. anzogen. IG bröckelten nach behaupteter Eröffnung |pater leicht ab, ebenso Metallgesellschaft. Durchweg schwä­cher lagen dagegen Montanaktien mit Rückgängen von etwa 0,5 bis 1 o. H., Gelsenkirchen verloren 1,5 v. H. Von Einzelpapieren kamen noch Conti- Linoleum 1,5 o H niedriger zur Nottz. Aus den übrigen Marktgebieten hielten sich bie Abweichungen in dem genannten Rahmen.

Im Verlause bröckelten die Kurse meist leicht ab, IG. gingen um insgesamt 1 und Siemens um 1,5 v H. zurück. Das Geschäft war außerordentlich Nein. Für Süddeutsche Zucker kam bisher noch keine Notiz zustande, da kein Material herauskam.

An den Rentenmärkten war die ftursbilbung ebenfalls unregelmäßig und das Geschäft Nein. Die Neubesitzanleihe lag etwas fester, während im übri­gen bie variabel gehandelten Papiere nach behaup­tetem Beginn später bis zu 0,5 o. H. nachgaben Am Pfandbriesmarkt lagen Goldpfanübriese nach der letzten Befestigung etwa 0,5 bis 0,75 o. H. niedriger, Liquidationspsandbriefe und ftommunulobligationen tendierten unverändert, nur Rheinische Liquidation gaben etwas nach. Stadtanleihen zogen vereinzelt weiter an, Staatsrenten lagen ruhig. Don fremden Werten lagen Mexikaner fest, 5-v H - äußere Gold­mexikaner plus 1,75 v. H, die übrigen etwa 0,40 bis 0,65 o. H. Bosnische Eisenbahn und türkische An­leihen waren knapp gehalten. Tagesgeld war zu 4 v. H. unverändert.

Psingstmarkt in Lich.

# Cid), 6. Juni. Zu dem heutigen Pfingst- markt, mit dem eine Ziegenschau und Prämi­ierung verbunden war, waren auf dem Schweinemarkt 413 Ferkel aufgetrieben. Bei lebhaftem Handel wurden bezahlt für Ferkel bis zu sechs Wochen alt 15 Mark, für sechs bis acht Wochen alle 16 bis 20 Mark, und für acht bis dreizehn Wochen alte dis zu 25 Mark. Es verblieb geringer Ueberstand. Heber das Ergebnis der Ziegenschau werden wir besonders berichten Die Kapelle der freiwilligen Feuerwehr konzertierte während des Marktes. Ihre Darbietungen fanden beifällig« Auf­nahme.