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7.1.1933 Erstes Blatt
 
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ttr. 6 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 7. Januar 1933

GieheimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Fühler

Oie Japaner jenseits der Großen Mauer

Japan beurteilt dre £age ernst.

3»r Fortführung des Kampfes entschlossen

ders begrüßte, weil sie sich von ihm eine Förde- nmg der von ihr befürworteten planwirtschaftlichen Ld.een versprach, spricht schon von einergroßen Mine gegen das Kabinett Schleicher". Hitler hoffe ans eine baldige Krise Schleichers, die es ihm er­mögliche, ohne Neuwahlen und unter Umgehung Schleichers an die Macht zu kommen. Popen solle nun seine guten Beziehungen zum Präsidenten­palais mobilmachen, um Hindenburg noch einmal den Gedanken einer Kanzlerschaft Hitlers nahezu- egen. Bon der anderen Seite hättennational- mpitaliftische Kreise" um Schacht, die rheinischen Broßindüstriellen Siloer.berg und Thyssen und Männer des Herrenklubs diese Begegnung zwischen Hitler und Papen durch ihren Vertrauens­mann, den Kölner Bankier Baron v. Schrö­der, eingefäüelt, um die von Schleicher und

Feindseligkeit gegen die Japaner, dort sind die wil­desten Gerüchte im Umlauf.

Velde Parteien berichten in Gens.

Was wird der Völkerbund tun?

Genf, 6. Jan. (WTB.) Die japanische Delegation hat erst heute dem Dölkerbunds- sekretariat zwei Mitteilungen über denb e - Zögerlichen Zwischenfall" von Schon- haikwan übergeben. In der einen wird eine Dar­stellung der Entstehung der Kämpfe und der Be­setzung der Stadt durch die Japaner gegeben, während in der anderen die japan's he Regierung erklärt, daß sie sich bemühen werde, die An­gelegenheit zu lokalisieren und sich nicht ausweiten zu lassen, sofern von chinesischer Seite keine Provokationen erfolgten.

Die chinesische Delegation hat zwei weitere Mitteilungen dem Dölkerbundssekretariat übergeben. In der einen wird von einer Pro­testnote des chinesischen Außenministeriums an die japanische Regierung Kenntnis gegeben. Die zweite Rote enthält einen zusammen­fassenden Bericht des chinesischen Außen­ministeriums über die Beschießung und Besetzung von Schanhoikwan. Daran schließt die Rote fol­gende Mahnung an den Völkerbund:Die Ja­paner haben entgegen ihren wiederholten Ver­sprechungen das Gebiet ihrer militäri­schen Operationen immer mehr er­weitert und nun den letzten strit/tigen Punkt südlich der Großen Mauer be­setzt, von wo aus sie gegenTientsin, Pe­king und Jehol vorgehen können. Diese Eventualität ist voll der schwersten Ge­fahren. Der Völkerbund sollte keine Zeit ver­lieren und Maßnahmen ergreifen, um das japa­nische Vorgehen aufzuhalten. Die chinesischen Truppen werden nach besten Kräften der neuen Offensive Widerstand leisten.

kung der kleinen Streitmacht in der Rahe des tZtu,!es Lwan d:enen, die gegen überlegene ja- pansche Streitkräfte den Anmarsch auf Tientsin und Peking schützen soll.

Wachsende Spannung.

London, 7. Dan. (IBXB. Funkspruch.) wie Reu- ter aus Schanhoikwan meldet, meinen die dortigen unterrichteten Ausländerkreise, es fei sehr gut mög­lich, daß die Feindseligkeiten sichbaldineiuem größeren Umfange über Rordchinn o u s b r e i t e n werden. Die japanischen Streitkräfte in Schanhaikwan werden auf mindestens 6000 ZHanu geschäht. Die Chinesen entsenden mit großer Eile Verstärkungen nach Tschinwangtau; sie sind entschlossen, den Japanern widerstand zu leisten, während die Japaner selbst drohen, ihre Operationen zu erweitern, falls die Bewegungen der chinesischen Truppen nicht aushören. Die Loge wird von den britischen amtlichen Kreisen in Tschinwangtau als beunruhigend empfunden, ein britisches Regiment in Schanghai hält sich in Bereitschaft, nach Tschinwangtau abzufahreu, um dort die briti­schen Interessen zu schuhen. Die Nanking« Regie­rung erhält täglich unzählige Telegramme aus den verschiedenen Kreisen und von militärischen Befehls­habern aus ganz Chino, die um Anweisungen bitten, gegen die Japaner nach Rordchina zu marschieren. Ein sehr einflußreicher chinesischer Führer erklärte einem Vertreter der Agentur Reuter, die Chinesen seien einmütig entschlossen, die Pro­vinz Jehol zu verteidigen. Cs sei jetzt un­möglich geworden, den Zorn des Volkes vor den wachsenden Herausforderungen der Japaner zu bändigen. Jede Hoffnung, der Völkerbund könne für China etwas Positives leisten, sei aufge­geben worden. Es herrscht in Nanking große

Die Pforte von Schanhaikwan

Don Dr. Paul Rohrbach.

Tokio, 6.3a n. (TU Funkspruch.) Das japa­nische Kabinett billigte am Freitag einstimmig die Haltung der japanischen Militärbehörden in Schanhaikwan. Das Kabinett nahm den Vorschlag des Außenministers an, wonach die Verhandlungen zur Beilegung des Falles Schanhaikwans nicht vom japanischen Außenministerium unmittelbar, sondern von den örtlichen japanischen Ver­tretungen in Tientsin oder Peking geführt werde sollen. Sollte die chinesische Regie- rung öen örtlichen Charakter des Falles Schanhaikwans nicht anerkennen, so dürfte die ja­panische Regierung den chinesischen Behörden keine neuen Vorschläge unterbreiten, sondern den ja­panischen Militärbehörden Hand­lungsfreiheit geben.

Das japanische Kriegsministerium teill mit, daß von amtlicher japanischer Seite a n -.-janghsueliang ergangenen Warnungen, das japanische Oberkommando jetzt neue Meldungen vorliegen habe, wonach Tschanghsueliang im Ein­verständnis mit General Feng weitere chine­sische Truppen zusammenziehen wolle. Angesichts dieser chinesischen Truppenzusammen­ziehungen müsse die gesamte militärische Lage in

geben werde. Diese aus der NSDAP, ausgeschie» dene Straßer-Gruppe sollte dann in dem kommen­den Wahlkampf den Kern einer neuen Regierungs­partei abgeben.

Auch das scheinen nur Kombinationen zu sein, die wenig Wahrscheinlichkeit für sich haben, und bei denen wohl der Wunsch der Vater des Gedankens war. Wir halten Herrn von Schleicher für viel zu klug und vorsichtig, als daß er sich der Gefahr einer ähnlichen Niederlage aussetzen könnte, wie einst Dr. Brüning, als er durch Absprengung des Treviranus-Flügels von den Deutschnationalen den Versuch machte, eine neue zur Mitarbeit bereite konservative Partei zu gründen. Die Spuren schrecken. Was damals gegen den fest in der Hand Hugenbergs verbliebenen Organisations- und Presse­apparat der Deutschnationalen Partei nicht gelungen ist, müßte auch heute gegen Hitler mißglücken. Mag also auch eine gewisse Fühlungnahme zwischen Schleicher und Straßer oder, was wahrscheinlicher ist, zwischen Vertrauensleuten beider stattgefunden haben, so glauben wir doch nicht, daß der Reichs­kanzler durch voreilige Abmachungen mit Straßer Hitler vor den Kopf stoßen würde, solange noch irgendwelche Aussichten bestehen, mit Hitler selber ins Reine zu kommen. Auch Straßer wird seine Hoffnung nicht jetzt schon vor einer Aussprache mit H'tler aufgegeben haben, innerhalb der national­sozialistischen Partei für eine Teilnahme an der Regierungsverantwortung zu werben. Es steht also vermutlich alles Gewehr bei Fuß, und vor allem die Regierung sollte sich, ohne sich durch tak­tische Schachzüge ablenken und irritieren zu lassen, mit ganzer Kraft und schärfster Konzentration den großen sachlichen Aufgaben zuwenden, die trotz zahl­reicher Beratungen noch immer der Lösung harren, zumal manche Vorgänge der letzten Wochen nicht immer den Eindruck gemacht haben, als ob inner­halb des Kabinetts über alle Pläne der Arbeits­beschaffung wie der Landwirtschaftshilfe volle Klar­heit herrsche. Hier liegt Schleichers dringendste Aufgabe.

dahin, noch fraglicher ist, ob er diesmal mehr Er» folg haben würde, als während seiner Kanzlerzeit, aber das Ziel, die Einbeziehung der nationalsozia­listischen Bewegung in eine nationale Konzentra­tion, ist- es sicherlich wert, daß Herr von Papen sich, frei von allen persönlichen Empfindlichkeiten, die nach den Ereignissen des vergangenen Jahres durchaus begreiflich wären, mit aller Energie dieser für unsere weitere Entwicklung immer noch ent­scheidenden Aufgabe widmet.

Gleichzeitig mit dieser Kölner Zusammenkunft Hitler-Papen wurde das Gerücht von einer Be­sprechung zwischen dem Reichskanzler v. Schlei­cher und Gregor Straßer verbreitet, inzwischen jedochvon zuständiger Stelle" dementiert. Gregor Straßer war innerhalb der nationalsozialistischen Parteileitung im Gegensatz zu Goebbels, Göring u a. der entschiedenste Befürworter eines Kurses, der unter Aufgabe des bisher erhobenen Ausschließ­lichkeitsanspruchs auf sofortigen Eintritt in die Re­gierungsverantwortung hinzielte, auch wenn man nicht sofort die Führung des Kabinetts erlangen könnte. Man sagt auch Straßer, der als der kon­sequenteste Vertreter eines nationalen Sozialismus gilt, gute Beziehungen zu den Gewerkschaften ver­schiedener Richtungen nach, er vertritt gleichsam die NSDAP, in der zwar viel besprochenen aber immer noch recht vagendritten Front". Straßer hatte nun, als er weder im August noch im November mit seiner Auffassung gegen Goebbels und feinen Kreis durchgedrungen war, sein Amt als Reichs­organisationsleiter der NSDAP, niedergelegt und war auf Urlaub gegangen, ohne indessen bisher die Reihen seiner Partei verlassen zu haben wie früher schon sein Bruder Otto. Eine damals in Aussicht gestellte Aussprache mit Hitler hat bis jetzt noch nicht stattgefunden, Straßer ist indessen nach Berlin zurückgekehrt und daran knüpfen sich die Gerüchte von einer Besprechung mit dem Reichskanzler, nach­dem vorher schon davon gesprochen worden war, daß Straßer sich etwa 40 Abgeordnete feiner Dartei ehrenwörtlich und schriftlich verpflichtet habe, mit ihm die Partei zu verlassen, wenn Hitler ihrem Wunsch nach einem Kurswechsel nicht stall- *

Wie ein Schatten huscht die graue Ziegelmasse zu beiden Seiten am Waggonfenst« vorbei. Gleich danach hält der Zug. Schanhaikwan! Wir sind in China. Keine Aenderung der Hmtoelt, Landschaft und Menschen bleiben dieselben. Seit dem Sturz der Mandschudynastie wird die Man« dschurei selbst zu einem Stück China. Seit zwan­zig Jahren fließt ein Strom von Auswanderern aus den chinesischen Rachbarprovinzen durch die Mauerlücke nach Rorden. In zwei Jahrzehnten hat er die Bevölkerung der Mandschurei von drei Millionen auf dreißig Millionen wachsen lassen, a l l e s C h i n e f e n. Es ist eine stärkere Völker­wanderung, als die war, durch die sich nach dem Dau der Pazifikbahnen der amerikanische Westen füllte.

Diese Wanderung geht lautlos vor sich. Der chinesische Dauer, der seinen übervölkerten Hei- mattwden verläßt, hat selten das Geld, mit der Eisenbahn zu fahren. Auch wenn ec es hat, so spart er es lieber. Das ganze Frühjahr hindurch w a n d e r n die Trupps zu Fuß längs der Dcchn- linie, familienweise. Die Männer tragen ichr Dün-

ter ohne Furcht und Tadel", wie Schleicher in seiner Rundfunkrede feinen Amtsvorgänger Papen apo­strophiert hat, einer Intrigue gegen seinen ehe­maligen Kabinettskollegen und Nachfolger im Kanz­leramt fähig wäre. Er selber hat ja auch jede Unter­stellung, als ob die Zusammenkunft mit Hitler eine Spitze gegen Schleicher habe, ausdrücklich zurück­gewiesen. Maa es auch nicht klar ersichtlich fein, wer diese Unterhaltung angeregt hat, ob Papen, Hill« ober jene schon genannte drille Seite, so bleibt doch die interessante Feststellung, daß man allem An­schein nach in dem schärfsten und kompromißlosesten Verfechter eines autoritären Kurses den geeigneten Mittler zwischen Reichspräsident und nationalsozia­listischer Bewegung sah. Ob Herr von Papen sich bereit erklärt b«* Rolle zu übernehmen, steht

Der Zug von Mukden nach Peking fährt nahe am Ufer des Gelben Meeres. Dicht zur Rechten hebt sich das Gebirge der Provinz Jehol, zur Linken glitzert die See. Wir sind in dem langen, schmalen Zipfel zwischen Berg und Meer, den die Manoschurei nach Südosten aus- streckt. Dort aber, gleich hinter der langen, grauen Mauerlinie, die von den Bergen herab­kommt, liegt China, das wirkliche China!

Diese Mauer war einmal die Grenzwehr des Reiches gegen die nördlichen Darbaren. Sie heißt auf ChinesischWan-li-tschang-tschöng", d. h. Das 10 000 Li lange Festungswerk". Ein Li sind 500 Meter. In Wirklichkeit ist das Riesenwerk 3000 Kilometer lang. Sein westliches Ende liegt dort, wo, tief im innersten China, die uralte Han­delsstraße aus dem Kulturland nach dem öden Hochasien den Hocmgho kreuzt. Das Ostende taucht ins Meer, und hier, mitten in der Pasjage- landschast zwischen China und der Mandschurei, liegt d i e D r e s ch e, die man hineingehauen hat, um den modernen Bahnkörper hin- durchzulegen.

Mit dem von Staats wegen für die Weihnachts­wochen verordneten Burgfrieden ist auch der inner­politische Waffenstillstand zu Ende gegangen. Die Nationalsozialisten und vermutlich auch andere Parteien rüsten zu einem neuen Wahlkampf gro­ßen Stils, für den allerdings in Ermangelung eines größeren Objekts nur die für den 15. Januar ausgeschriebenen Wahlen zum Landtag des Landes Lippe, eines Gebiets, das mit feinen rund 160 000 Einwohnern nicht einmal die Einwohnerzahl unserer beiden hessischen Städte Mainz und Gießen ausmacht. In diesem engen Radius soll bis in das kleinste Dorf hinein eine Werbetätigkeit hineingetragen werden, wie sie man sonst nur bei großen politischen Entscheidungen zu entfalten pflegt. Das Wahlergebnis des 15. Januar soll dann die Möglichkeit geben, am Barometer der innerpolitischen Kräfteverteilung eine neue Marke abzulesen. Mag dies im Hinblick auf den Einzigen Ausschnitt des Reichsgebiets, der hier einer ungewöhnlich intensiven Propaganda unter roorfen wird, sachlich gerechtfertigt sein oder nicht, , m Tatsache ist, daß der Wahlausgang in Lippe dazu I trnh bestimmt ist, in der innerpolitischen Entwicklung t f * ber nächsten Wochen eine bebeutfame Rolle zu s - -

spielen, unb daß bis dahin von keiner Seite Ent­schlüsse zu erwarten sind, die Parteien oder Re­gierung nach irgendeiner Seite hin festlegen könn­ten. Der Aeltestenrat des Reichstags hat diesem Schwebezustand ebenfalls Rechnung ge- XÄrTWÄ JE I -i- r.»r erft- angeln

gierungserfläruna ein^uberurcn Menn an* (j-n. I werden. Ten in Jehol anfaffigen Japanern ist Zialdemokrcllen und Kommunisten, die beide Miß- "^m^Aullraa^bes wvanllcken^ '

trauensanträge gegen bas Kabinett Schleicher ein- -Tt l^p/wischen Kriegsministeriums

gebracht haben, für sofortigen Kampf waren ist °m ^rap.benagentur

die Entscheibung schließlich boch für einen späteren Rengo e.ne halbamtliche Erklärung über

Termin aesalleo J IP Schanhaikwan. Danach hatten bie zapani chen Trup-

ZI m i -rx ,r . m Pen bie Stabt besetzt, weil bie chinesischen

Der neuen Regierung ist also eine Verlängerung Truppen bas Borerabkommen nicht der Anlaufsfrist um aut zwei Wochen bewilligt I beachtet hätten. Der japanische Garnisonchef worben. An einem Hinausschieben ber Entschei- I habe sich zuvor mit ben amerikanischen bung haben auch bie stwtionalsozialisten ein leb- Truppen in Derbinbung gesetzt unb sei Ijaftes Interesse gezeigt. Sie wollten sogar bie Ein- I erst bann vorgegangen, um bie festgesetzte Zone von berufung bes Reichstags seinem Präsibenten- ben chinesischen Truppen zu säubern. Das Kriegs- rujg überlassen und haben sich konsequenterweise minifterium teilt mit, baß von einem Rückzug ber bann bet ber Abstimmung über ben Zentrums- japanischen Truppen aus Schanhaikwan keine Rebe antrag ber ben Termin der Einberufung auf ben sein könne. Zuvor müßten die japanischen 24^Januar festlegen wollte, ber Stimme enthalten, Forberungen erfüllt werben, um erst einmal ben Wahlausgang in Lippe ab­warten zu können unb Zeit zu gewinnen, ihre (TbltlA fÜftcf türtl IRihßrffdtlb Stellung zum Kabinett Schleicher in aller Ruhe 1 Ufltt JUHl AÜIVll flUIIV.

Zu überprüfen. Das liegt natürlich auch burchaus I Nanking, 6. Jan. (TU.) Unter dem Vorsitz im allgemeinen Interesse an einer nach allen Sei- I Tschiangkaischeks fand am Freitag eine ten hin restlosen Klärung ber innerpolitischen Lage. I Kabinettssitzung statt. Das Kabinett bil- Es ist besser, sie läßt noch etwas auf sich warten I ligte sowohl die bisherigen Maßnahmen und das und ist bann aber ganz einbeutig, als baß sie über- I Verhalten Tschanghsueliangs und beschloß, einen eilt unb ohne hinreichenbe Prüfung aller Möglich- Aufruf an das Volk zu richten, mit allen ketten erfolgen würde. Der Reichskanzler hat zwar I Kräften den Feldzug gegen Japan zu unter­erklären lassen, daß er jederzeit zur Vorstellung I stützen. Die Regierung hofft, daß der Völker- seines Kabinetts bereit fei, daß er aber auch un- I bund noch im letzten Augenblick ein- bebingt Wert auf eine klare Entscheibung greifen und Japan zur Aenderung seiner über bas Verhältnis zwischen Parlament unb I Politik gegenüber China zwingen werde. Die Reichsregierung legen müsse. Diese liegt bei ber vom Hauptquartier des japanischen Generals bekannten Einstellung von Sozialdemokraten und i Rakamura in Tientsin veröffentlichten Er- Kommunisten, bie beibe ihre Abneigung gegen den Hütungen, worin die Bewegung chinesi- General als Kanzler noch durch Mißtrauens- I scher Truppen aus Tschinwangtau anträge unterstrichen haben, ausschließlich bei bentrotz der Warnung Japans" kritisiert wird, Nationalsozialisten. Der Fraktionsführer ber rufen in Peking ernste Befürchtungen wach. Etwa NSDAP., Dr. Frick, hat nun zwar schon in I 3000 Mann chinesischer Truppen sind von seiner Münchener Rebe von einem nattoncllsozia- I Tientsin in Richtung auf Tangshan listischen Mißtrauensvotum gesprochen es liegt I geleitet worden. Auf Grund von Befehlen bis jetzt noch nicht vor unb ben Sturz bes Ka- aus Ranking, einem Angriff Widerstand binetts angefünbigt, aber ob bie Entwicklung tat- zu leisten, sollen diese Truppen zur Derstär- sächlich dahin gehen wird, muß boch heute noch fehr fraglich erscheinen. Ein Mißtrauensvotum bes

Parlaments würbe vermutlich bellen Auflösung Gregor Straßer verfolgte Politik eines sozialen unb nach einer nur kurz bemessenen Frist Neuwah- Ausgleichs abzubiegen.

len 3ur tfolge buben. Daß baran aber die Natio- I Das sind, wie ausdrücklich betont werden muß, nalfojiahften augenblicklich fein Interesse haben, reine Kombinationen derTäglichen Rundschau", hat auch Herr Dr. ^rick durchblicken lassen. Jeden- es würde dem Blatt vermutlich schwer fallen, dafür falls wollen sie erst die Oeneralpiobe in Cippe ab- handgreifliche Unterlagen beizubringen. Immerhin märten, bevor sie irgendwelche Entscheidungen jft diese Zusammenkunft von zwei Männern über; een I raschend und erstaunlich, bie sich erst vor wenigen

Die sich heraus zwangsläufig ergebenbe längere Wochen in schärfster Tonart einen Kamps geliefert Pause scheint hinter ben Kulissen zu einer Füh- haben, wie er erbitterter zwischen bem Regierungs- lungnahme in verschiebenen Richtungen benutzt zu ches unb einem zur Macht ftrebenben Oppositions­werben. Gleichzeitig tauchten imJungbeutschen" führ« kaum jemals geführt worben ist. Damals unb berTäglichen Runbschau" Gerüchte auf, über war es gerabe ber jetzige Reichskanzler von Schlei- Zusammenkünfte zwischen Gregor Straßer unb ch«, ber immer roieber Fühlung mit ben National- bem Reichskanzler von Schleicher, sowie zwi- sozialisten suchte unb auch von bem Führer ber schen Aböls Hitler unb Herrn von Papen. NSDAP, in feinem Kampf gegen dasKabinett der Zumindest bas eine ist inzwischen von beiben Be- Barone" ausbrücklich ausgenommen würbe. Schlei- teiligten bestätigt worben. Der Führer ber NSDAP, ch« ist es benn auch gewesen, ber bas ist ja heute hat Anfang ber Woche ben ehemaligen Reichskanz- längst fein Geheimnis mehr wie er einst Brü­ter im Hause bes Kölner Banfiers Baron Schröber ning gestürzt hatte, als biefer bie Einbeziehung ber getroffen unb mit ihm eine längere Aussprache ge- I NSDAP, in bie Verantwortung ablehnte, nun auch habt, bie sich nach einer Mitteilung bes Herrn bem Reichsfanzl« von Papen ben Boben unter von Papen um bas alte Problem ber Einglieberung ben Füßen sortzog, als er in ihm bas größte Hin- ber NSDAP, in eine nationale Konzentration bernis für eine Verstänbigung mit Hitler zu sehen drehte. DieTägliche Runbschau", bie zu ben meinte. Wenn also bie persönlichen Beziehungen schärfsten Gegnern bes ehemaligen Reichsfanzlers zwischen Schleich« unb Herrn von Papen feitbem gehört hat unb bie Betrauung Schleichers befon- sich abgekühlt haben sollten, so wäre bies begreif; ** ' ....... * = lich. Trotzbem spricht nichts bafür, baß bieferRit-