Mittwoch, 6. September 1933
183. Jahrgang
Nr. 208 Erstes Statt
Gezinkt« Karten.
tlge unter
Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 20“ , mehr.
Chefredakteur
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: sü: Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschcin undfür denAn» zeigenteil i. B. Th.Kümmel sämtlich in Gießen.
Neuer Vorstoß gegen die Abrüstung
Oie Rüstungsmächte versuchen die Abrüstung zu sabotieren.
London. 6. Sept (TBIB. Funkspruch.) Die heutige Zusammenkunft zwischen dem britischen Staatssekretär des Aeuheren Sir John Simon und dem amerikanischen Bevollmächtigten für Genf. Norman Davis, sowie die Nachricht von der auf den 18. September In Paris anberaumlen britisch - französischen Konferenz hat die Aufmerksamkeit der Presse wieder auf die Abrüstungsfrage gelenkt. Ls gilt als sicher, daß dec Unterstaatssekretär des Aeutzeren, Eden, als britischer Vertreter nach Paris gehen wird.
„Times" sagt, Ldens Aufgabe wird es fein, in Paris deutlich zu machen, daß das britische Kabinett d e n s r a n z ö s i s ch e n v o r s ch l a g ü b e r eine halbjährlicheRüslungskontrolle nicht verwerfen wird. Jedoch soll er versuchen, genauere Angaben über den französischen Plan zu erlangen, um sestzustellen, wie weit Frankreich aus dem Gebiete der tatsächlichen Abrüstung zu gehen gedenkt, falls der französische Kontrollplan angenommen wird. Der Pariser „Times"-Korrespondent erwartet, daß Ministerpräsident D a l a d i e r energischer denn je auf den am 8. Juni gestellten Forderungen nach Kontrolle, mehrjährigerprobe- z e i t für diese Kontrolle und allseitig angenommener Definition des Angreifers bestehen werde. Der Korrespondent prophezeit, daß wahrscheinlich die Frage der künftigen Abrüstung Frankreich durch die Frage der „b e v o r st e h e n d e n deutschen Abrüstung" in den Schatten gestellt werde. Ls kann nicht überraschen, wenn die in der Diskussion über die Abrüstungssrage bereits un-
Vor einer nationalen Diktatur in Japan
Verständigung beider Parlamentsparteien.-Stärkung der Wehrmacht die Hauptaufgabe der Zukunst.
Lrtche'ni lügtlch, autzei Sonntags und feiertags Beilage^ Die Illustriert» Gießener Familienblötter Heimat im Bild Die Scholl«
Monanvezugrprets:
Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustriert» . 180 Zustellgebühr . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
Sern,pred)anld)lüfit anter Sammelnummer2251. Anschrift für Drahlnach- richten Anzeiger Liede».
Postscheckkonto: granfjuri am Blain 11686.
rühmlich bekannte französische Denkschrift über angebliche deutsche Verstöße wieder aus der Versenkung geholt wird, hierzu heißt es, der Nachrichten- dienst der sranzösischen Regierung sei nicht müßig gewesen: die Liste der Umgehungen sei vervollständigt. Jede Anschuldigung, für die kein überzeugendes Beweismaterial oorliege, sei aus dem Aktenstück entfernt worden. Die französische Regierung erwäge ernstlich, ob es nicht ratsam sei, die Angelegenheit in Genf vorzubringen, bevor es zu spät sei. Die endgültige Entscheidung darüber sei erheblich von dem Grade der Unter st ühung abhängig, die Frankreich von den anderen Regierungen erhalte. Die Billigung des französischen Kontrollplanes durch den amerikanischen Präsidenten werde in Paris als Zeichen amerikanischen Verständnisses begrüßt. Die britische Regierung werde den französischen Forderungen jetzt keinen starken Wider st and leisten. Weiter werde eine Bemühung umItaliens Unterstützung unternommen werden, auf die Paul-Boncours Außenpolitik sich gegenwärtig nahezu völlig konzentriere.
Für das Maß von Abrüstungswillen, das sich auf der anderen Seite in Genf dokumentieren wird, ist es bezeichnend, wenn „Corning P o ff“ verlangt, daß die britische Regierung bei den vorbereitenden Besprechungen und später in (Senf alles tun werde, um die Beibehaltung von Bombenflugzeugen für Polizeizwecke an der indischen Nordwest- grenze durchzusehen.
Werden England «nd Amerika der sranzösischen Forderung nach Äüsiungskonlrolle zusiimmen?
Oie „Times" im Pariser Fahrwasser.
scheu Druck befreit wird. Die verschlossenen und abgeriegelten Märkte werden sich wieder öffnen, die Arbeitslosen werden sich wieder in den Wirtschaftsprozeß einreihen, was sich auch die deut- che Regierung zur Ausgabe gemacht hat. Wer hat denn die Feststellung getroffen, daß cs keinen Ausweg aus der internationalen Wirtschaftskrise gäbe, olange Unfrieden und Unsicherheit bestünden, solange auf den Völkern das gegenseitige Mißtrauen laste? Es waren englische und amerikanische Sachverständige, im Auftrag und im Einverständnis mit allen Regierungen, die an den Tributverlrägen zu Lasten Deutschlands beteiligt gewesen sind, heute oll Deutschland der Störenfried sein, weil cs eine Schlacht gegen die Arbeitslosigkeit führt, weil es eine jungen Menschen in Ordnung und Zucht an >ie Arbeitsstätte zurückführen will.
Es sind knapp neun Monate verflossen, seitdem Frankreich, England und Italien die Gl e i ch - berechtigung Deutschlands grundsätzlich anerkannten. Die Dezember-Erklärung ist noch nicht umgestoßen worden, aber die öffentliche Meinung in England und Frankreich tut so, als ob die Verhandlungen über die Abrüstung überh a u p t e i ft beginnen und davon auszugehen hätten, daß zunächst einmal alles beim alten bleiben
Rückwirkung auf Europa ist unvermeidlich, denn es gibt europäische Großmächte, für die das Würfelspiel im Fernen Osten gewissermaßen auch Schicksal bedeutet. Sie werden also nicht geneigt sein, abzurüsten, ehe die Entscheidung im Fernen Osten gefallen ist. Es sieht fast so aus, als ob die unfreundliche Stimmungsmache gegen Deutschland nur deshalb geschieht, um England und Frankreich einen wohlfeilen Vorwand zu liefern, die eigene Ausrüstung für die Entscheidung im Fernen Osten beizubehalten und nach zu steigern.
Auch das ist ein Spiel mit gezinkten Karten, das die französische Presse durch das abscheuliche Trommelfeuer auf Deutschland selbst aufgedeckt hat. Die Politik des Versailler Unfriedens hat die internationale Wirtschaft zerrüttet, hat die Märkte zerstört sowie einige Dutzend Millionen Menschen um Arbeit und Brot gebracht. Wenn die französisckL Presse sich darüber aufregt, daß die nationale Regierung in Deutschland tatkräftig und entschlossen Maßnahmen ergriffen hat, um das deutsche Volk in der wirtschaftlichen Krise nicht zusammcn- drecyen zu fassen, so braucht Frankreich mit seinem großen politischen Einfluß nur dafür zu sorgen, daß die internationale Wirtschaft von dem politi-
müffe. Im Derfailler Vertrag ist die Abrüstung für alle Völker zwingend vorgesehen, wobei die Einschränkung der nationalen Sicherheit nur noch auf Deutschland Anwendung finden kann. Vierzehn Jahre lang haben sich die Sieger vor der Abrüstung gedrückt, so daß es mehr als ein kühnes Unterfangen ist, wenn sie erneut eine Frist von vier Jahren fordern, innerhalb deren die Nachprüfung über den militärischen Rüstungszustand erst einmal beginnen, soll. Wer leistet Gewähr dafür, daß diese vier Jahre nicht ebenso nutzlos verstreichen, wie die vierzehn Jahre vorher? Deutschland hält daran fest, daß cs einen Anspruch auf Gleichberechtigung hat, daß dieser Anspruch nicht dadurch umgangen werden kann, die stufenweise Abrüstung der Sieger und ihrer Mitläufer in Aussicht zu stellen. Es wäre ein Spiel mit dem Feuer, die erneute Frist von vier Jahren dazu zu benutzen, die Ausrüstung einzelner Länder noch weiter zu steigern, wobei sie sich unter Umständen darauf stützen können, daß bestimmte Abkommen zu Wasser und zu Lande diese Ausrüstung zulassen. Wenn die internationalen Spannungsverhältnisse sich so ver- schärfen, wenn die nationale Sicherheit Deutschlands in Frage steht, dann dars der Wille zur Verständigung nicht nur ein Lippenbekenntnis fein.
gen Vorstellungen zu erheben. Der Besuch des amerikanischen Botschafters im Außenministerium hatte den Zweck, zu erfahren, ob die japanische Re- gierung die Ansicht des Marinevertreters teile. Der stellvertretende Außenminister war zur Erteilung einer Antwort nicht in der Lage, da die Angelegenheit noch vom Kabinett geprüft werde.
Oer Stahlhelm in Nürnberg.
Berlin, 5. Sept. (TU.) Unter der Ueberschrift „Nürnberg" schreibt der Stahlhelm-Pressedienst zum Reichsparteitag u. a.: Die politische Arbeit des Stahlhelm war in den Jahren des Kampfes gegen das Weimarer System wesentlich bestimmt durch seinen Gegensatz zu allem Partei- roelen. Der Stahlhelm, hatte sich um Parteien nie gekümmert und s i ch bewußt von allen Parteien ferngehalten: denn im Begriff Partei sah er die Zerstörung der staatlichen Einheit und die Teilung des Volksganzen. Aus dieser Ein» teUunq ergab sich ganz naturgemäß auch sein rüheres Verhältnis zur RS DAP trotz wesentlicher llebereinftimmung in Zielen und An» chauungen. Dabei hielt sich der Stahlhelm nicht >on der nationalsozialistischen Bewegung fern, andern von der Drganifationsform „Parte i".
Ergab sich so aus dem geschichtlichen Werden des Stahlhelm auch der NSDAP, gegenüber eine ge- wisse Fremdheit, fo gilt das heute nicht mehr. Seinem ganzen Werden und Wollen nach gehörte darum der Stahlhelm auf einen Parteitag, der keinen Parteitag mehr dar» teilt, weil die nationalsozialistische Bewegung über die Parteiform hinaus zum ft a a t s t rage n t) e n Stand geworden ist.
In eindrucksvoller Weife hat Nürnberg aus der ganzen Art des Zusammenlebens und des Zufam» menarbeitens zwischen den ursprünglichen Gliede- rungen der nationalsozialistischen Bewegung und dem neu zu ihm hinzugestoßenen Stahlhelm erkennen können, wie weit die Verschmelzung ieser großen Verbände bereits organisatorische © e ft alt gewonnen hat. Die Bo- geisterungskundgebungen für die beiderseitigen Führer und die Kameradschaftlichkeit der hunderttausend braunen, grauen und schwarzen Kämpfer untereinander waren etwas, was spontan aus dem großen E.rlebnis herauswuchs, das alle erfüllte: Das Erlebnis der gewaltigen E i n h e i t, die hier in Erscheinung trat. Der Stahlhelmer, neu zur Bewegung gestoßen und zum ersten Male auf einer Parteitagung, f ü h l t e sich nicht fremd und hatte nicht bas Gefühl, am Rande des gewaltigen politischen Geschehens zu schwimmen. Er wußte: da gehörst du hin und du stehst mitten drin im politischen Strom. DieserStaat ist u n f e r S t a a t. Mit voller Ueberzeugung können wir heute diese Feststellung treffen. Der Parteikongreß von Nürnberg hat den festen Grundstein zum Neubau einer neuen deutschen Nation gelegt, darum freuen wir uns seiner nicht nur, sondern b c» sahen in vollem Umfange seinenVer» lauf wie auch die politische Richtung, die er angegeben hat.
Die Selbstauslösung der Deutschnationalen Volkspartei in Danzig
Danzig, 6. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Die Pressestelle des Senats veröffentlicht ein Schreiben des Führers der Deutschnationalen Volkspartei Danzig, Dr. Ziehm, in dem es u. a. heißt: Die politische Entwickelung der Freien Stadt Danzig ist dahin gegangen, daß für eine fruchtbare politische Arbeit der Deutschnationalen Volkspartei keine Möglichkeit mehr besteht. Als der bei den Wahlen von der Partei aufgestellte Führer der Liste der Deutschnationalen Volkspartei und als der von dem Vertrauen der Partei getragene politische Führer erkläre ich daher im ausdrücklichen Einverständnis einer großen Zahl unserer politischen Freunde und im Einvernehmen mit unserer Regierung d i e Deutschnationale Volkspartei für a u f g e l ö ft. Ich erwarte und hoffe, nach den mir zugegangenen Erklärungen der Regierung, daß die wertvollen, in unserer Partei vorhandenen Kräfte auch bei den veränderten Verhältnissen i m S t a a t e nutzbar gemacht werden.
Englischer Besuch in Darmstadt.
Ein interessanter Brief an die Times.
London, 5. Sept. (TU.) In einem Brief an die „Times" tritt ein Engländer Stewart Brown den Lügenberichten über Deutschland entgegen. Wenn man die Spalten einiger englischer Zeitungen lese, so könne man glauben, daß das Reisen in Deutschland unangenehm sei, daß der Ausländer angefeindet würde und daß man jeden Tag d i e schlimm st en Grausamkeiten sehen könne. Im Gegensatz hierzu würde den wunderbaren Anstrengungen zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit oder den sonstigen Errungenschaften entweder überhaupt keine Aufmerk sain- keit gewidmet oder doch nur sehr wenig darüber geschrieben. Auf Grund einer fast 1000 Kilometer betragenden Fahrt im Kraftwagen durch Deutschland könne er sagen, daß das Reisen in Deutschland genau so angenehm wie in England sei. UeberaU habe er d i e größte Höflichkeit und das größte Entgegenkoru- men gesunden. Er habe sich Schulen in D a r m ft a b t angesehen, dem englischen Unterricht ■ beigewohnt und selbst einige Worte über englische
Erziehung sagen können. Der ßanbespolijeipräfibcnt von Hessen, Dr. 93 e ft, habe sich über eine Stunde i I mit ihm über die Ziele der nationalfozialiftifck/n - I Bewegung unterhalten. Dieser habe ihm ö i e - Lager gezeigt, wo die zukünftigen Führer
Tokio, 5. Sept. (TU.) Am Dienstagmorgen ist es zwischen den Führern der beiden großen japanischen Parteien, M i n f e i t o und Seiyukai, zu einer Verständigung über d i e Umbildung der Regierung gekommen. Die beiden Parteien haben eine gemeinsame Verlautbarung herausgegeben, in der es heißt, daß die allgemeine politische Lage Japan zwinge, die Partei- fragen vorläufig zurückzustellen. Der Augenblick fordere von den nationalen japanischen Parteien den Wiederaufbau und die Stärkung der Zen trat macht der Regierung. An der Spitze Japans müsse eine Regierung stehen, die mit großen Vollmachten ausgerüstet in der Lage sei, das Land zu regieren ohn e R u ck- sicht a u f die parlamentarischenGrup- pen. Es fei im Augenblick nicht die Zeit dafür, das parlamentarische System umzubauen, denn die inner- und außenpolitische Lage fordere die Ko n z e n- trferung der ganzen Kraft des Volk e s in dem Ausbau feiner Wehrma ch t.
Des weiteren haben sich die Parteien dahin verständigt, daß eine Verminderung der japanischen Armee und Marine nicht in Frage kommen könne. Die japanische Flotte, sowie die lapamiche Luftflotte sollen v e r ft ä r f t werden. Die Parteien würden für eine unbedingte Stärkung der japanischen Wehrmacht kämpfen. Am Montag war auch das japanische Kabinett unter Vorsitz des Ministerpräsidenten zusammengetreten, um die allgemeine politische Lage zu beraten. An der «itzung haben Vertreter der japanischen Admiralität und
GietzeimAnzeiger
General-Anzeiger für Oderhesfen
Druck unb Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und rieindruckerel R. Lange in Sieben. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7.
Am 18. September soll der englische Unterstaatssekretär des Auswärtigen nach Pans fahren. Die französische Presse spielt auch schon den Trumps aus, daß Norman Davis um diese Zeit ebenfalls nach Paris kommen werde, so daß nichts im Wege stunde, die Abrüstungstagung Dorjubereiten. Dem dient wohl auch die sonderbare Taktik der englischen Presse, die offenbar daraus oorbereiten soll, daß die englische Politik wieder einmal ztu gunften Frankreichs u m t a 11 e n will. Es ist noch in Erinnerung, daß Frankreich den Abrüstungs- plan MacDonalds damit durchkreuzte und unschädlich machte, daß die eigentliche Abrüstung aus vier Jahre hinausgeschoben werden oll, um inzwischen eine allgemeine Nachprü - un g der militärischen Rüstungsbe- t ä n o e einzurichten. England hatte diesen Vor- djlag abgelehnt in der durchaus richtigen Erkenntnis, daß die Abrüstung einfad) auf dem Papier stehen würde. Merkwürdig, wie schnell der Umfall erfolgt ist, noch merkwürdiger, wie die englische Presse sich Mühe gibt, die Nachprüfung als durchaus geeignet für den Beginn der Abrüstung hinzustellen. Und noch merkwürdiger, daß weder in Paris noch London an den Viermächtepakt erinnert wird, dessen Ausgabe es doch eigentlich wäre, gemeinsame Besprechungen der Vertragsstaaten einzuleiten und durchzusühren.
Das sieht fast so aus wie ein Spiel mit gezinkten Karten, wobek der ahnungslose Spielpartner, der übers Ohr gehauen werden soll, Deutschland ist. Deutschland hat durch den Mund seines Kanzlers wiederholt erklärt, daß wir uns einem solchen Kontrollabkommen nicht widersetzen werden unter der strikten Bedingung, daß e s auf alle Unterzeichner gleichmäßig i u r Anwendung kommt. Eine e i n s e i - Kontrolle nur für Deutschland kann gar keinen Umständen in Frage kommen. Deutschlands Rüstunasstand ist durch den Versailler Vertrag eindeutig feftgelegt und wiederholt einer Kontrolle unterzogen worden. Wer einigermaßen guten Willens ist, wird zugeben, daß Deutschland als einzige Großmacht inmitten einer wassenstarrenden Welt s o gut wie ungerüstet dasteht. Es wäre ein mehr als unbilliges Verlangen, von uns über den Versailler Vertrag hinaus noch die Hinnahme weiterer Demütigungen — wie sie eine solche Kontrolle unbedingt darstellt — zu verlangen. Nur eine für alle Großmächte vollkommen gleichmäßig gehandhabte Kontrolle wäre allenfalls noch tragbar.
Uns scheint viel notwendiger, zunächst überhaupt einmal erst zu einem eindeutigen Beschluß über dirAbrüstung s e l b st zu kommen, bevor man eine Kontrolle beschließt. Von Abrüstung bei all den hochgerüsteten Staaten hört man aber gar- nichts mehr. Im Gegenteil, während man dem ast waffenlosen Deutschland immer wieder kriegerische Neigungen unterstellt, hört man aus aller Welt von neuen Aufrüstungsplänen. Der amerikanische Marineminister hat erst jungft erklärt, daß Amerika seine Flotte bis an die Grenze des Londoner Vertrages ausbauen werde. Seine Seestreitmacht dürfe keiner der anderen an Stärke nachstehen. Auch in England und Japan befaßt man sich mit den gleichen Planen. Ob es sich bei diesem Vorhaben der erwähnten drei Länder um die Fertigstellung eines Planes handelt, ist belanglos gegenüber der Tatsache, daß trotz allgemeinen Abrüstungsverlangens zweifelsohne ausgerüstet wird. Man erkennt daran deutlich, wie wenig Zutrauen zu einem positiven Ausgang der Abrüstungskonferenz bei diesen Ländern vorhanden ist.
Soll der Zustand bestehen bleiben, daß Deutschland entwaffnet ist, während die anderen Länder hoch ausgerüstet sind, daß überdies versucht wird, die politischen Spannungsverhältnisse zu steigern, so hat Deutschland nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, die Frage der nationalen Sicherheit aufzuwerfen. Die politischen Spannungsverhältnisse sind doch nicht nur in Europa gegeben, sondern liegen besonders verstärkt über dem Ferne nO st en, bis wohin weder der Arm des Völkerbundes, noch seine Beschlüsse reichen. Die
des Generalstabs teilgenommen. U. a. wurde die Errichtung einer nationalen Diktatur in Japan verlangt, wogegen sich Finanzminister T a k a h a s ch i aussprach und die Notwendigkeit der Beibehaltung des parlamentarischen Systems unterstrich. Wie es scheint, hat der Standpunkt des Finanzministers keinen Anklang im Kabinett gefunden. Man rechnet damit, daß bei der Umbildung des Kabinetts auf nationaler Grundlage Finanzminifter T a k a h a s ch i sowie der japanische Außenminister Utschia und zwei andere Regierungsmitglieder, a u s s ch e i d e n.
Dem Kabinett wurde vom Innenministerium ein Gesetz unterbreitet, das die völlige Umgestaltung der japanischen Gewerkschaften vorsieht. Irgendwelche internationale V e r - binbungen der japanischen Gewerkschaften mit denen Europas oder Asiens sind danach unter keinen Umständen zulässig. Die Gewerkschaften sollen als ein nationales Instrument des japanischen Volkes weiter bestehen, um einen A cs- gleich gewisser Gegensätze herbeiführen zu können Vas japanische Innenministerium hofft, daß dieses Gesetz noch vor dem 1. November eon der Regierung zur Verabschiedung gelangen wird.
Amerikanische Vorstellungen in Tokio.
T o k io, 5. Sept. (TU.) Der amerikanische Botschafter sprach am Dienstag im japanischen Außenministerium vor, um wegen der Ausführungen eines Vertreters des japanischen Marineministeriums zur Frage der amerikanischen Seerüstun-
frzvgrne Stummer sind zwei gleich ime gefallen, und ,w-i je mee >ft gieper Nummer in den beide» Abteilungen I und II
4. September 193J
lag
194870 1öj26ö 222516 280891 SSS SS
ZK
isM tz 31903? 357031
len Bvmittagrzwbung wurden Gewinn, über 400 M. gezcgcn
:"S°»eS6iiHs= im
2
. it 3000, Lß
» s i»"
OöO' joo
3000 ®. 69301 100505 1381« 846 309521 385851 6745J
»2000 M. 41318 wm» 166651 80390 82427 111862 2395H
s S ® S »* 169 391189 49374 47164
N @ S ------
'eilSgB-
’Sg&S 283203 28663b ^039 32095-
' 295698 2.3749 3304^
. 324200 82b- 355b54 4-,
! 338220 3ZZ 382508 38287- , 373565
I 392443 397 fccn®tH)in«
i ü $ s 5 WOM OKI
686 2' q16 545 Q92278 020 Agzs 284 3-2760
dartenführer Lull er feierlich in bei
'hing unb Universitäten, sowie er l Teilnehmer aus Hessen und Hess» erwartet.
rnahen her ih’ebnftion.
30 Uhr 16 ble 17 Uhr Semih .
jloffen
ErwirMULM
41. PreMch-LüddeuW Ltaats-Lolterie
Nachdruck »erbolit


