Ausgabe 
6.5.1933 Erstes Blatt
 
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Rundsunkprogramm.

tausch von Jndustriewaren gegen Agrarpjodukle feine Volksernährung ficherzusiellen. Mrlschasllich betrachtet bleibt deshalb der deutschen Agrarpolitik keine Wahl, sie muh daraus gerichtet fein, wenig- siens d i e notwendig st en Lebensmittel aus der eigenen Scholle ju sichern. Lin weiterer wichtiger Faktor für Deutschland ist die Tatsache, doh die V e r st S d l e r u n g. wie sie in den letzten Jahrzehnten in noch stärkerem Maße al» in Amerika vor sich gegangen ist. zur Aerslö- rung der Lebenskraft des Volks führt. Daraus ergibt sich für uns die Ausgabe der deut­schen vauernsiedlung. Die Hilfe für die deutsche Landwirtschaft ist deshalb das Kern­stück de» ersten Jahresplans Adolf Hitlers. Das Ziel der deutschen Agrarpolitik ist also nicht die IN a s f e n p r o d u k t l o n , wie sie in der Absicht der sowsetrusslschen Getreidesabrlken liegt, sondern der gesunde Kleinbetrieb de» boden­ständigen Bauern. Ho allein kann neben der Ernährungssrage gleichzeitig das be l ker u n g »- politische Problem Deutschland» gelöst werden.

Meine politische Nachrichten.

Nach polizeiamtlicher Mitteilung ist der frü­here Hauptschriftleiter des sozialdemokratischen Offenbacher Abendblattes" und ehe­malige hessische Landtagsabgeordnete Gg Kaul, der am Abend des l.Mai mit einer schweren Deronalvergistung ins Krankenhaus ein­geliefert wurde, g e st o r b e n. Kaul, der ein Alter von 60 Jahren erreicht hat, studierte zu­nächst Theologie, gab dieses Studium aber bald auf und wurde sozialdemokratischer Schriftsteller. Er gehörte dem Hessischen Landtag von 1919 bi« 1932 an.

Zu Der Untersuchung geaen den bisherigen Präsidenten deS Reichslandbundes Gras von K a l ck r e u t h teilt die deutschnationale Presse­stelle mit, dah Gras Kalckreuth nicht Mit­glied der Deutschnationalen Front

ist, vielmehr im Zusammenhang mit dem Westarp- Konflikt im Jahre 1930 auS der Partei aus­getreten ist.

Aus aller Welt.

Reichsführerschaft des deutschen Braugewerbes.

Das Präsidium des Deutschen Brauerbundes, das bereits Ansang April eine vorläufige Gleich­schaltung vorgenommen hatte, hat sich jetzt neu­konstituiert. Das bisherige, aus 16 Herren bestehende Präsidium führt fortan Die BezeichnungReichs- führerschaft des deutschen Brauge- roerbes"; es hat aus seiner Mitte ein geschästs- führendes Präsidium von sechs Herren gebildet, das in Zukunft die alleinige verantwortliche Vertretung des gesamten Braugewerbes darstellt.

Autounglück. Lin Kind getötet, drei Kinder verletzt.

Im Borort Reinhausen bei Regensburg fuhr ein von dem Legationssekretär Petit beim französi­schen Konsulat gesteuerter Kraftwagen aus den Bür­gersteig und ersahte dabei vier Kinder. Ein sieben Jahre altes Mädchen wurde getötet. Zwei Kinder erlitten schwere, das vierte Kind leichte Ber­te tz u n g e n. Der Legationssekretär gibt an, die Herrschaft über den Wagen verloren zu haben.

Der DBB. für wlederelnstellung stellenloser Kollegen.

Der Deutsche Bankbeamten-Derein hat die Zen- tral-Direktionen der Großbanken darauf hingewie- sen, dah die Besetzung der Betriebe knapp bemessen worden sei, dah auch nur die geringste Geschäfts­belebung Ueberftunben verlange. Auch die bevor­stehende Urlaubszeit werde einen Mangel an Ar­beitskräften in Erscheinung treten lassen, dem nicht durch zusätzliche Arbeitsleistungen der übrigen An- gestellten abgeholfen werden dürfe. Es sei deshalb unbedingt notwendig, dah die Belegschaften der Bankbettiebe in allen Niederlassungen schleunigst aus gefüllt würden. So müsse auch das Bank- Igeroerbe an dem großen Ausbau-Programm der Reichsregierung mitarbeiten. Bei der Heranziehung neuer Arbeitskräfte seien in erster Linie die abge­bauten Berufsgenossen, insbesondere die verheira­teten und älteren Kollegen, zu berücksichtigen.

Sonnlag, 7. Mai.

6.35 Uhr: Hafenkonzert. 825: Katholische Mor- genfeier. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 10.15: Hausmusik. 11.15: Rcichssendung aus Hamburg: Brahms-Huldigung vor und in dem Hause des Meisters. Anschließend: Brahms-Feier des Staa­tes in der Hamburger MusikhaUe. 12.20: Ost­deutsche Kundgebung 13.20: Mittagskonzert. 14.30: Zehnminutcndienst der Landwirtschafts­kammer Wiesbaden. 14.40: Stunde des Landes. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittags- konzert. 18: Heinrich von Treitschke. Bon Prof. Dr. W. Platzhoff. 18.25: Vergnügliches Zwi­schenspiel. 18.50: Gerhard Menzel spricht über sein Buch .Flüchtlinge". 19.05: .Petri Heil." Ein Hörbericht von Oppershofen an der Wetter. 19.25: Sportnachrichten. 19.35: Reichssendung von Wien: Am Grabe Johannes Brahms. 20: Davis- Cup: Deutschland-Aegypten. 20.20: Unterhal­tungskonzert. 22.45 bis 24: Nachtmusik und Tanz.

Blonlag, 8. Mai.

7.15 Uhr: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schul­funk. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskon­zert II. 15.20: Frauenstunde:Rechtsfragen, die Frauen und Mütter angehen". 16.30: Äachmit- tagskonzert. 18: .An die gestaltenden Hand­werker Frankfurts". 18.15: Deutscher Almanach. 1H.25: Englischer Sprachunterricht. 19: Reichs­sendung von Breslau. Stunde der Nation. .Volkslieder aus schlesischen Landen". 20: Die Räuber. Ein Schauspiel von Schiller. 21.30: Unterhaltungskonzert. 22.40: Nachtmusik.

Dienstag, 9. Mai.

7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II. 15: Gießener Wetter» bericht. 15.20: Stunde der Hausfrau. 16.30: Nach­mittagskonzert. 18: .Landhelfer und Landhel­ferin". 18.15: .Die Mai-Versteigerungen im Rheingauer Weinbaugebiet". 18.30: .Vom toten und vom lebendigen Geist". 19: Reichssendung: Stunde der Nation. Zu SchiUers Todestag. 20: Brahms-Chöre. 20.45: E. T. QL Hoffmann in Bamberg. 21.30: Schwäbisch-Alemannische Volks­musik. 22.45 bis 24: Nachtmusik.

Mittwoch, 10. Mal.

7.15 Uhr: Frühkonzcrt- 10.10 bis 10.40: Schul­funk. 12: Mittagskonzert I. 13.30 Mittags» konzert II 15 20 Stunde der Jugend. 16.30» Lachmittagskonzert. 18: ..Der Kyffhäuferbund . 18.25: Zeitfunk. 19: Reichssendung: Stunde del Nation- Ostpreußikche Komponisten. 20 Litera­rische Selbstbildnisse. 20 20: Johannes Brahms Konzert des Kampfbundes für Deutfche Kultur. 21.30:Zum Schwäbischen Heimattag, Pfingsten 1933". 2215: Deutscher Almanach. 22.40 bis 24; Tanzmusik.

Donnerstag, 11. Mai.

7.15 Uhr: Frühkonzert der SA- 9 bis 9.45: Schulfunk- 12: Mittagskonzert I. 13.30 Mittags- konzert II- 15 30. Stunde der Jugend. l£30: Nachmittagskonzcrt. 18: Zeitsragen. 18.25. ..Vom Schauplatz des Wcllenkrieges". 19: Reichssen­dung: Stunde der Nation.Die Feier der jungen Front". 20 Kompositions-Stunde. 20.45: Unter­haltungskonzert. 21.45:Das nußbraune Mäd­chen". "22.40:Horst Wessel", Hörspiel von Han« Heinz Ewers und Paul Beyer.

Freitag, 12. MaL

7.15 Uhr. Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schul­funk. 12. Mittagslonzert I. 13.30: Mittags­konzert II. 1630: Nachmittagskonzert. 18: Aerzte- Dortrag: Wohnungshygicne. 18.25:Zur Um­gestaltung des Dienststrafrechts in Preußen". 19: Reichssendung: Stunde der Nation.Blut und Boden". 20: Atomzertrümmerung. 20.30: Unter­haltungskonzert- 22: Deutscher Almanach. 22.30 bis 24: Nachtmusik.

Samstag, 13. Mal.

7.15: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk.

12: Mittagslonzert I. 13: Mittagskonzert II. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 18- , Arbeitsfreiwillige und Bevölkerung". 18.25: Bismarcks Glaubensleben". 19: Rcichssendung. Stunde der Nation. Frankfurts Römerberg. 20: Pfälzer Gebabbel. 2010: Süddeutsche Blasmusik. 21:Wenn wir uns Wiedersehen". Volksstück mit Musik. 22.45 bis 24: Nachtmusik.

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Ganz gleich,worausSieJhren Kaffee kochen ob aus öohnenkaffee, Kornkaffee oder Malzkaffee immer wird das Getränk voller, herzhafter und trotzüem billiger durch einen Aufah der Kaffeewürze

Alle Freuden aber, auch die allerkleinsten, sollen wir dankbar hinnehrnen. DieseNa, und"» Menschen aber sind mit gar nichts zufrieden. Und, wenn nach schwerer Zeit endlich der Tag kommt, an dem es wieder aufwärts geht, wenn auch ganz langsam, dann kommen diese Schwarzseher sicher mit der kalten, harten Frage:Ist das alles? Darüber kannst du dich freuen? Du bist aber recht bescheiden!" Triffst du einen solchen Nörgler, der nicht sehen kann, daß sich andere freuen, bann antworte laut und deutlich.Jawohl! Ich bin so bescheiden! Ich kann mich noch über solche Kleinigkeiten", wie du sie nennst, freuen! Gott sei Dank!" F8-

Große nationale Kundgebung der Universität.

Am Montag, 17 Uhr, wird in der Volkshalle in Anwesenheit des Herrn hessischen Staatsprä­sidenten Dr. Werner eine große n a tionale Kundgebung der Universität, zu Eh­ren der Reick^regierung und des hessischen Staatspräsidenten, in Gestalt einer akademischen Feier, statt finden. Iw Mittelpunkt der Feier steht eine Festrede von Professor Dr. Kuhn über das ThemaDie Universität im neuen Reich". Fer­ner umfaßt das Programm Anfprachen des Herrn Staatspräsidenten Dr. Werner, des Rektors der Landesuniversität, Professor Dr. I e ß , und des Führers der Gießener Studenten­schaft, von Graeve. Vorgesehen ist im Rah­men dieser Kundgebung die Verkündung des neuen Studentenrechtes durch den Herrn Staats­präsidenten, anschließend wird abends ein Fackel­zug mit darausfolgender öffentlicher Verbrennung zersetzenden Schrifttums auf dem Trieb stattfinden. (Wir verweisen auf die heutige Anzeige.)

Zuchtviehversteigerung in Lauterbach.

®enbarmeri. bis vor kurzem als Lei: Gießen tätige ®enbarrs würbe mit Wirkung ddl rung des ©enbarmeri'*- tragt. Der jetzige FK zirks Bensheim, Gen^ wurde vom gleichen Gießen als Führei^A tion versetzt. «ie nur m ; x . - uen und

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Aus der Zuchtviehversteigerung des Landwirt- schastskammer-Ausschusses für die Provinz Ober­hessen in Lauterbach am Donnerstag, 11. Mai, kommen endgültig 32 Dullen, 2 Kühe und 2 Rinder des hessischen Fleckviehs zum Aus- gebot. Der Versteigerung geht so schreibt man uns eine Prämiierung voraus, die um 9 Uhr ihren Anfang nimmt. Sämtliche Bullen stammen von Kühen, deren Mütter hinsichtlich ihrer Milch­leistung kontrolliert sind. Außerdem wurden die Bullen bereits auf ihre Körpersorm begutachtet und nur solche zur Versteigerung zugelassen, die als körfähig angesprochen wurden- Es sei be­sonders daraus hingewiesen, dah unter den zum Verkauf gestellten Bullen mehrere Epihentiere sind, wie sie die Hochzuchtgebiete des hessischen Fleckviehs nicht besser auszuweisen haben. Die Zuchtviehversteigerung in Lauterbach bietet somit beste Gelegenheit für Käufer zum Ankauf wert­voller Zuchtttere- Tierliebhaber werden bei dieser Veranstaltung Gelegenheit haben, sich einen Ueberblick über den Stand der Fleckviehzucht in Oberhessen zu verschaffen. Gemeinden erhalten beim Ankauf von Dullen, deren Mütter die vor­geschriebene Milch- bzw. Fettleistung aufzu­weisen haben, einen lOprozentigen Zuschuß zu den Ankaufskosten. Es liegt besondere Veran­lassung vor. daraus hinzuweisen, dah die Ver­steigerung eine eigene Veranstaltung des Land­wirtschaftskammer-Ausschusses für Oberhessen ist, und dah auher den zur Versteigerung zugelasse­nen Tieren auf dem Marktplatz selbst und in der Nähe desselben andere Dullen zum Verkauf nicht feilgehalten werden dürfen.

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endarmeriebezirks mmissar Köhler ai ab mit der Füh- T'iko-i i Densheim beauf-

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schule: Treffen, ß .UHr.^LZ Wiesecker Weg, vlla^zensu Hangelstein. Diciiciizüc bei Kraft, Monats^UrsiM der deutschen Eisenbahn-Fl

des Deutschen Muttertages vom Kreisamt Gie­ßen eine Haussammlung vom 8. bis 17. Mai be­willigt worden. Alle Sammler sind mit polizei­lich beglaubigtem Ausweis versehen. Am 13. und 14. Mai geht ein Blumenverkauf unter dem Motto:Ehret die Mutter" durch alle Strahen der Stadt.

Noch keine Besserung. Das Befinden des mit Starrkrampf infolge einer nicht be­achteten Holzsplitterverletzung an der Hand in die Chirurgische Klinik eingelieferten Landwirts Matthes aus Bettenhausen ist, wie wir heute morgen auf Anfrage in der Klinik erfahren, leider nach wie vor außerordentlich ernst.

** Schweinezählung am 7. 9 u n i. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat im Einvernehmen mit den Ländern für den 7.3uni eine Zählung der Schweine und in Ver­bindung damit eine Ermittlung der nichibeschau- vflichtigen Hausschlachtungen von Schweinen in den drei Monaten vom l.März bis 31. Mai 1933 an- geordnet. Für Preußen ist in Verbindung mit der Schweinezählung zusätzlich die Zählung des Weidesettoiehs in den Kreisen, die für diese Art des Weideganges von Rindvieh von Bedeutung sind, angeordnet.

** Großer B r i e f t a u b e n a u s f l u g im hiesigen Güterbahnhof. Am morgigen Sonntag wird um 6.41 Uhr ein großer ^Brieftauben Sonderzug mit etwa 20 000 Brieftauben von Köln, über die Umgehungsbahn kommend, im hiesigen Güterbahnhos oberhalb Klein-Linden an der Eisen­bahn-Strecke GießenGroßen-Linben eintrcsjen. Nach Entnahme und Bereitstellung der unzähligen Körbe, in denen die klugen Tierchen untergebracht sind, erfolgt bald nach der Ankunft des Sonderzuges der hochinteressante Ausflug. Liebhaber und Inter­essenten können dem selten gebotenen Schauspiel von der Bahnseite rechts der Fahrtrichtung Gießen-Gro- ßen-Linden zusehen. Der beste Zugangsweg zur Ausslugstelle geht in Klein Linden von der Frank­furter Straße links ab, und zwar durch die Heeg­oder Friedhofsstraße. Man kann aber auch, von Gießen kommend, an der Straßenunterführung der Main-Weserbahn links am Bahndamm hinaufgehen und kurz vor der Aufflugstelle über den Güterbahn. Hof hinweggehen. Die Aufslugstelle befindet sich also aus der rechten Bahnseite GießenGroßen-Linben kurz vor (Eintritt der Bahn in den Waldeinschnitt und kann vor der Feldseite aus voll übersehen werden.

Angebot, ohne Überlege£aufzwang Ihrer3eit5> ^^ederzeit gern bereit prpßorrmann Gießen

TageskalcnD-t für Sonntag. Stadttheater: 19 bi» 21-30 Uhr,Liselott". Oberhessischer KunltoMch,'. Mr»hous

platz, 11 bis 13 Uhr: aW' Frithahrs-Ausstel- lung. - DBS.: 13 Bauen und Giebeln

Gictzcncr Wochcnmarktpreise.

'Gießen, 6. Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 120 bis 125 Pf-, Landbutter 120, Kochbutter 100, Matte 20 bis 25, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, Rüben (gelbe) 10 bis 15, (rote) 10, Tomaten 50, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 8, Spargel 35 bis 60, Feldsalat 80 dis 100 Zwiebeln 10 bis 15, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Meerrettich 30 bis 50, Rhabarber 12 bis 15, Kartoffeln 3 (Pro Zentner 2,50 Mk.) Aepfel 25 bis 30, Dönobst 35 bis 40, Obstmus 40 bis 45, Suppenhühner 70 bis 80. junge Hähne 70 bis 90 Pfennig pro Pfund: Tauben 40 bis 60, Eicn (intt») 8. Käse 5 bis 10, Blumenkahl 30 bis 60, < tgurten 40 bis 60, Salat 15 bis 20, Lauchs fr /Sellerie 10 bis 30. Oberkohlrabi 15 bis 20; 2. ttich 10 bis 25 Pf- pro Stück-, Radieschen 10 bis |2 Pf- Pro Dund.

Wärter: 15 Uhr,Stadt T;fr, Versammlung. Turnverein 1846 ER. ÖVt-n- Schwimmabtei- lung: 15 Uhr, Städtisch- iLolksbad, Schaum Schwimmen- LichtspiM- 'i Bahnhofstraße: Helgas Fall und Aufst---3 Astoria-Licht-

spiele:Tom rechnet ab !Die Nacht ohne Pause". DHV.-Orche J16 Uhr, Katholi­sches Dereinshaus, Konze d Tang.

Na, und ?*

3m letzten Sommer besuchte uns ein entfernter Detter. Als wir am Tisch saßen, kam mein sie­benjähriger Junge aufgeregt ins Zimmer und er­zählte, daß er soeben beim Himbeerpslücken ein Vogelnestchen entdeckt habe. Ganz versteckt unter den schützenden Blättern eines Strauches wäre es, und vier Eierchen lägen darin. Seine Augen glänzten vor Freude. Er wartete darauf, dah auch wir seine Freude teilten. Statt dessen fragte mein Vetter:N a. und -7" Erstaunt schaute mein Junge auf. Diese Frage hatte et nicht erwartet. Auch mich befremdete dasNa, undI" Der Detter fuhr fort:Ist das alles? Wegen eines Vogelnestes braucht man doch so fein Geschrei zu machen!" Ganz betroffen zog sich mein Kleiner zurück. Die Ansicht des Vetters hatte wie em kal­tes Bad auf ihn gewirkt. Seine Freude am Nest­chen war zerstört worden.

Ich sagte auch nichts mehr: denn ich kannte ja den Detter, wußte, wie er sich zu den kleinen Alltagssreuden stellte. Das Leben hatte ihm viele Hossnungen geraubt, und so war er nach und nach zu einem Griesgram geworden. Da muhte schon etwas ganz Aulregendes geschehen, wenn er nicht zu seinem regelmäßigenNa, und griff. Hoff­nungen ober gar kleine Erfolge erkannte er nie an. Für alle Fortschritte in der Technik, sür alle Lei­stungen im Sport hatte er nur die Gegenfrage: Na, und7"

Ich glaube, sie sind recht zahlreich, diese Vet­tern. Eie sehen an allen Geschehnissen nur die Schattenseite. Viele haben darin gerade eine glänzende Begabung, auch bei guten Nachrichten doch schon das Böse zu sehen, oder, wenn's noch nicht sichtbar ist, es wenigstens zu prophezeien.

Solche Menschen sind Schwarzseher, weil alle ihre Hoffnungen unerfüllt blieben. Jede Nieder­lage hat ihnen ein Stück ihrer Lebenskraft und -Freude geraubt. So wurden sie zu hoffnungs­losen Lebensvemeinern. Es ist traurig, wenn einem nur diese Einstellung bleibt.

Aber diese Pessimisten sollten wenigstens ihre Mitmenschen in Ruhe lassen und ihnen nicht das bißchen Lebensglück nehmen, das trotz allem noch aus der Erde ist. Ohne Freude ist das Leben arm. Im Grunde genommen ist die menschliche Seele auf nichts mehr eingestellt als auf Sreuöe. Nur eine große Freude kann sie ganz beherrschen. Cs kommen auch Tage der Trauer, des Schmer­zes, an denen unsere Seele aufgewühlt wird. Aber es lebt doch immer ein Gefühl in uns, daß diese Regungen nicht Herr über uns werden dürfen, damit sie uns nichi die Kräfte rauben, die wir zum Leben nötig haben. Wenn aber eine Freude von unferm Herzen Besitz ergriffen bat, dann merken wir, welche lebensbejahenden Machte in uns wohnen.

Wenn man sich recht freuen will, braucht man keineswegs in Gesellschaft anderer Menschen zu sein. Wer sich nicht allein freuen kann, der hat schon viel verloren. Die stille Freude, die uns den Tag erhellt, wird uns stets zu einem Quell, aus dem wir die Kräfte erneuern können zum Kampf im Leben. Hierher gehört die Freude an der Natur. Sie schenkt uns immer stun­den der inneren Erholung, des Alleinseins mit uns selbst: sie schafft Freude beruhigt unsere Gedanken und deckt über manches einen weichen Schleier. Die Stunden, die wir allem draußen im Walde, auf einsamer Heide, an der See, oder in den Bergen verleben, gehören zu den schönsten des Daseins. _

Tageskalender theater. 20 dis 22.30 Uhr:., DHD-: 20.30 Uhr, im' . Abend. GRG.: 20.30 kyr, Bootshaus, Herren­abend. DamenDcreiniguöfl 1883/1933: 20 Uhr, vennÜang. Fünfziger- Uhr.^Hotel Hopfeld, Der-

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