Ausgabe 
6.3.1933 Erstes Blatt
 
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Oie Krisenwelle in USA.

KegierungSkontrotte über ©olboorräte. - Bankfeiertag bis zum Donnerstag.

Vashiagloo, 5. IHärj. (IDIB. Funkspruch.) Präsident Roosevelt Hal eine Proklamation erlassen, durch die der Regierung die absolute fton- trolle über d i e Goldvorräte gegeben sind. Die Proklamation erklärt ferner ein Ausfuhr­verbot für Gold und Silber und verbietet das Bereitstellen von Gold für ausländische Rech­nung. Außerdem gibt sie den Bundesbehörden die Ermächtigung zur Ausgabe von Llearing-House- Lertifikaten. Das Hamstern von Münzen und anderen Währungsmitteln wird verboten. Schließlich wird ein nationaler Bankfeiertag bis einschließlich Donnerstag erklärt. Man beabsichtigt nicht das Verhältnis des Papier­dollars zum Gold zu ändern, man dürfte ober die Geldeinlösung für eine gewisse Zeit oussehen und außerdem die Abhebung von Guthaben weiterhin beschränken. Dies würde nicht ein Aufgeben der Goldwährung fein. Alle Maßnahmen sollen nur für eine kurze Zeitspanne ergriffen wer­den, bis die gegenwärtigen technischen Schwierig- keiten behoben sind. Für Donnerstag ist der Kon­greß zu einer Sondertagung einberufen.

Roosevelts Programm vhat bei Demokraten und Republikanern eine gleich günstige Auf­nahme gefunden; gegenüber einer Krise, die zu einer Rot der ganzen Nation geworden ist, hat der neue Präsident volle und ungeteilte Zustimmung für seine Entschlossenheit, mit starker rjanb durch­zugreifen. Bor diesen alles überschattenden Not­standsmaßnahmen, die Roosevelt sofort nach seiner Amtseinführung in Angriff genommen hat, treten

Zrühlingskuren.

Don Dr. meb. W. Schweisheimer

Eine ältere Dame, Gattin eines hohen Beam­ten, erblickt seit vielen Jahren ihr Heil darin, in jedem Frühjahr eine ausgiebige Trinkkur mit Ziegenmilch zu machen. Sie hat das wieder von weiblichen Vorfahren übernommen, und in der Tat war noch in der Zeit des Biedermeiers die jährliche Frühjahrs-Milchkur scharf nach dem Temperament der Milchspenderin abgestimmt: ob Kuhmilch oder Ziegenmilch, Stuten- oder Eselin- nenmilch, das wurde in scharfer Sonderung je nach der Körper- und Seelenbe'chaffenheit des Patienten, nach ausführlichen Erörterungen und langen Ueberlcgungen ausgewählt.

Heute betrachten wir diese Unterschiede, die eng mit dem Temperament der Milchspenderinnen zusammenhingen, nicht mehr für so bedeutungs­voll. Andere Gesichtspunkte treten in den Vor­dergrund. Entsprechend dem besonderen Inter­esse unserer Zeit für Diätkuren spielen aber Frühlingskuren überhaupt eine zunehmende Rolle. Mit dem Höhersteigen der Sonne, mit dem Lin­derwerden der Luft wird unser Gewissen schlechter. Wir fühlen, daß unsere Lebens­weise in der dunklen Jahreszeit nicht ganz zu­träglich für den Körper war; zu wenig Bewe­gung, zu wenig Luft, fast keine Sonne, zuviel Hocken hinter Ofen und Schreibtisch denn nur ein kleiner Teil konnte auch im Winter durch Sport und Leibesübungen den Körper auf sommerlicher Elastizität halten, haben uns etwas einrosten lassen, wir haben das ungewisse Gefühl, das hätte besser gemacht werden sollen, und so treibt das Gewissen, etwas zu unter­nehmen, was zur Auffrischung und Verjüngung des Körpers beiträgt.

Das Streben geht instinktiv nach Erleichterung und Umstimmung des Körpers. Der Wander­trieb und die Reiselust, die sich mit Früh­lingsbeginn in den meisten Menschen unaufhalt­sam regen, sind ein deutlicher Ausdruck dafür, wie sich der Körper nach stärkerer Regsamkeit sehnt. Frühlingswandern, Sport, Reisen walken den Körper ordentlich durch, erzwingen regeren Stofsaustausch und führen auch dem Geist neue Anregungen zu. deren er zur Auffrischung bedarf. Es werden Gehirnbahnen benützt, die den ganzen Winter in Ruhe gelegen waren, und das tut dem ganzen Gehirn gut

Die engeren diätetischen Frühlingskuren ver­folgen alle das eine Ziel: angehäufte Stoffwechsel­reste aus dem Körper herauszubringen und ihn dadurch frei und leichtbeweglich zu machen; läh­mende Giftstoffe sollen entfernt werden. Alle diese Kuren wollen daher auf die großen Aus­scheidungsorgane des menschlichen Körpers wir­ken auf Vieren, Darm, Lungen und Haut. Sie regen die Absonderungsarbeit der Vieren an, die vielen, von Erahnen überkommenden Kuren mit Dlutreinigungstees und Kräutern wirken alle harntreibend. Eie waschen sozusagen das Blut aus und holen aus den entferntesten Adem die kleinen Stoffwechselreste, die sich in langer Ruhezeit dort festgesetzt haben. Aehnlich wirken auch die Milchkuren, von denen schon die Rede war. Auch die Frühlingsmilch der Rohköstler ge­hört hierher, bei der in einen halben Liter frische Milch etwas Waldmeister gelegt wird; nach einer Stunde wird er herausgenommen, zur Süßung wird dann noch etwas flüssiger Honig zugegeben.

Roch wirkungsvoller ist die Entlastung des Körpers durch den Darm, und darauf nehmen fast alle Frühlingskuren ganz besonders Rück­sicht. Sogar die Frühlings-Starkbiere der alten Münchener wurden als Kur betrachtet, weil sie eine darmanregende Wirkung ausübten. Der Darm ist das Schmerzenskind der modernen Menschheit: die Lebensweise des Kulturmenschen mit der zu geringen Bewegung, mit einer oft ungeeigneten Kost läßt die richtige Darmanregung vielfach vermissen. Aber gerade hier liegt auch dec Punkt, von dem aus zahlreiche Beschwerden und Leiden am sichersten zu überwinden sind. Wenn Vahrungs- und Stoff Wechselreste lange im

alle Erwartungen, mit denen das Deutschland dem Regiewechsel entgegengesehen hatte, zurück. Die Pro­bleme der auswärtigen Politik und der internatio­nalen Wirtschaftsbeziehungen interessieren Amerika im Augenblick so wenig, daß Roosevelt sie in seiner Botschaft eigentlich nur erwähnte, um zu sagen, daß er nicht darüber sprechen wolle.Wir müssen unser eigenes Haus in Ordnung brin­ge n, ehe wir zu den erwünschten internationalen Verhandlungen schreiten", darin liegt für die Welt die Ankündigung, daß die Bahn für die Weltwirt­schaftskonferenz, mit der auch das Schuldenproblem in Wechselwirkung steht, vorläufig nicht be­rührt wird.

Das bedeutet aber auch, daß diese Konferenz, wenn sie schließlich zusammentreten kann, vor einer neuen Lage stehen wird. Die Botschaft enthält sehr deutliche Hinweise darauf, daß der neue Kurs in USA. ohne Rücksicht auf den chr vorauseilenden Ruf des zollpolitischen Liberalismus ausgespro­chen autark ische Pläne verfolgt: Erschlie­ßung und Erweiterung der natürlichen Hilfsquellen des Landes und die Beseitigung des zahlenmäßigen Mißverhältnisses zwischen Agrar- und Industriebe- völkerung sind Programmpunkte, die europäischen Ohren vertraut klingen, aber für Amerika im Zu- sammenhall mit den scharfen Worten gegen die Spekulation ein Novum und eine Verlagerung des Wirtschaftsschwerpunktes vom Osten nach dem W e st e n darstellen.Unsere internationalen Han- delsbeziehungen, so wichtig sie sind, treten hinter der Wiedergesundung unserer eigenen Volkswirtschaft zurück", betont Roosevelt, um jeden Zweifel, auch im Auslande darüber aus- zuschneßen, daß Amerika zuerst und vor allem seinen Binnenmarkt schützen wird.

Darm liegen bleiben, so wirken sie von hier aus unmittelbar vergiftend auf den ganzen Körper. Die Giftstoffe bringen vom Darm aus durch die Schleimhäute ins Blut und kommen damit zu jedem Organ. Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, all­gemeine Mattigkeit, Vervenschmerzen, Unluft und Depression hängen mit solcher innerlichen Ver­giftung zusammen, und es läßt sich denken, daß eine am Darm angreifenbe Frühlingskur in der Tat zu einer lange spürbaren Ursache körperlicher und seelischer Verjüngung werden kann.

Falt alle Frühlingskuren nehmen denn auch auf die Anregung der Darmtätigkeit besondere Rücksicht. Die Tees und Pillen und Latwergen, die zu Früh- jahrskuren empfohlen werden, enthalten durchweg irgend einen Bestandteil zur Belebung des Darmes. Auch die verschiedenen sauren Milcharten, die nie­mals aus der Volksmedizin verschwunden sind, wir­ken in gleichem Sinn. Vermögendere Menschen such­ten zur Goethezeit wirksame Heilquellen auf, und aus den Orten, die dabei gewählt wurden, sehen wir, daß gleichfalls die Darmanregung entscheidend dabei war. Auch heute sind Trinkkuren und Heil­quellenbäder im Frühling, wenn der Mensch zu Um­stimmungen aller Art disponiert ist, besonders wirk­sam. Sie können am Ort des Ursprungs der Quel­len benützt werden, aber auch häusliche Trinkkuren mit den richtigen durchspülenden und darmanregen- den Wässern sind durchaus geeignet. Neuerdings sind bereits in verschiedenen Städten Einrichtungen ge­troffen, die vom Frühjahr ab ein regelmäßiges kur- gerechtes Benützen von Quellwässern gestatten: an einem Zentralpunkt werden die verschiedenen Wäs- ser verabreicht, und dieser Punkt ist so gelegen, daß er durch einen ausgiebigen Spaziergang zu errei­chen ist. Aus diese Weise wird auch für den, dem aus wirtschaftlichen oder zeitlichen Gründen das Auf- suchen eines Kurortes unmöglich ist, ein vorzüglicher Ausgleich geschaffen.

Auf jeden Fall tut der gut, der sein schlechtes Frühlingsgewissen dadurch besänftigen will, daß er durch eine Abmagerungskur das im Ueberfluß im Winter angefammelte Körperfett loszuwerden sucht. Zu diesem Zweck müssen erstens die Körperausgaben gesteigert werden: durch Leibesübungen, durch Sport, Spaziergänge, wobei sich jeder aussuchen mag, was an Sport ufro. für ihn am geeignetsten und inter­essantesten ist. Zum zweiten ist es aber notwendig, die Körpereinnahmen zu vermindern: durch Herab­setzung der Nahrungsmengen und Auswahl geeig­neter Nahrungsmittel. Sie sollen sättigen, denn ein Hungriger kann nicht arbeiten; eine Hungerkur läßt sich vielleicht im Sanatorium durchführen, aber verhältnismäßig wenig Nährwerte enthalten. So wird man an Hand einer Kalorientabelle seinen Bedarf und das Erlaubte sich ausrechnen. In der Nahrung wird man Fett vor allem vermeiden, als Butter, als fette Soße, fette Gemüse, fette Mehl­speisen, auch Zuckerwaren nicht unnütz genießen, fette Fleischarten vermeiden, Brot nur in bestimm­ten Maßen. Dagegen wird man Gemüse, Salate, Obst, mageres Fleisch, Eier, magere Käsearten be­vorzugen, keine Zwischenmahlzeiten machen, und auf solche Art ohne alle Beschwerden die Ueberpfunbe loLwerden, die sich im Lause des Winters angesam­melt haben. Es wird auch in Bälde leichter werden, in die Kost erwünschte Rohkostbestandteile aufzuneh­men, frische Salate, dann junge Gemüse, und auf diese Weise den Vitamin- und Mineralstoffgehalt der Nahrung bereichern.

Oie evangelische Gemeinde Gießen im Jahre 1932.

2lus dem Jahresbericht der evangelischen Ge- samtgemeinde Gießen für 1932, bet in ber jüng­sten Sitzung der Gesamt-Kirchengemeinbevertre- tung bekanntgegeben wurde, ist u. a. zu berichten:

Das wichtigste Ereignis im Iahte 1932 wat bie Erbauung bet Petruskapelle. Im Juni würbe mit bem Bau begonnen, am 1. Ad­vent konnte bie Kapelle eingeweiht unb bem Gebrauch übergeben werben. Öberkirchenrat Su- perintenbent D. Wagner nahm bie Weihe vor, bie Ptebigt hielt bet Gemeinbepfattet bet Petrusgemeinbe, Pfarrer Lic. Waas. Vach bem

Gottesdienst hi^lt als Vertreter der Regierung Regierungstat Dr. Krüger eine Ansprache, als Vertreter der Stadtverwaltung war Apothe­ker Echwieder erschienen.

In der Matthäus-, MatkuS-, Lukas- unb Petrusgemeinbe würben stark besuchte G e - mcinbetage abgehalten. In allen ©emeinben sanden Vorträge, zum Teil mit Lichtbildern, statt. Die Matthäusgemeinde veranstaltete ein Weihnachtssestspiel in der Stadtkirche. Die Mar- kusgemeinbe veranstaltete kirc^nmusikalische Feierstunden in bet Stabtkirche, ®emeinbefeiern größeren Stils, ein Sommerfest mit bet Kinder- lirdje unb bet Jugend bet Gemeinbe, sowie eine Reformationsfeier in der Turnhalle an Oswalds- garten. Die Matthäus-, Markus- unb Luther- gemeinbc veranstalteten in bet Stabtkirche bzw. in bet Kapelle bes Alten Ftiebhofs je eine kitchenmusikalische Abenbfeiet.

2lrn 17. April feierte bet Mäbchenbunb bet Lukasgemeinbe fein lOjähriges Be­stehen. 3m Dormittagsgottesbienst in der Johan- neskirche würbe bet neue Wimpel, ben bet Ge- meinbeoetein bet Lukasgemeinbe bem Bunb ge­stiftet hat, geweiht. Die Vachfeier unter startet Beteiligung bet Gemeindegliedet und auswär­tiger Mädchenveteine fand auf der Liebigshöhe statt. Die Petrusgemeinbe veranstaltete, nament­lich in bet Zeit,in bet bie Elisabeth-Kleinkinder- schule im Umbau war, brei Waldgottesdienste im Detgwetkswalb. In der Stabtkirche wurde ein Missionsfilm votgefühtt, wobei Missionar L a u k einleitende unb erHärenbe Worte sprach. Die russischeBruberhilse" in Berlin gab in der Stabtkirche ein Kirchenkonzert, wobei ein russi­scher Ptebiger in beutscher Sprache ergreifende Mitteilungen über bie traurige Lage aller re­ligiös Gesinnten in Rußlanb machte.

An freiwilligen Gaben gingen im Gan­zen 2 8 0 3 4 Mark ein. Im Ganzen würben 225 Haupt- unb 161 Vebengottesdienste abgebal­ten. Aks Vebengottesbienste werben angesehen bie Frühgottesbienste im Sommer und die Abend- gottcdbienfte im Winter, sowie die Passionsgot­tesdienste. In der Stadtkirche fanden 58, in der Johanncskirche 58, in bet Kapelle des Alten Friedhofs 61 und in der Clisabeth-Kleinkinder- schule (jetzt Petruskapelle) 48 Hauptgottesdienste statt. Die wöchentliche Durchschnittszahl der Be­sucher der Hauptgottesdienste betrug 440 Männer, 577 Frauen, 156 Kinder. Vebengottesdienste fan­den in der Stabtkirche 66, in bet Johanneskitche 67, in der Kapelle des Alten Ftiebhofs 11, in bet Petruskapelle 17 statt. Die wöchentliche durch­schnittliche Besucherzahl bet Vebengottesbienste betrug 242 Männer, 433 Frauen und 114 Kinber. Die wöchentliche Durchschnittszahl der Besuchet bet Kinbetkirche betrug 215 Knaben unb 289 Mäb- chen. Die Anstaltspfarrei veranstaltete im ganzen 510 Anbachten in den Krankenhäusern und Pflege­anstalten, bie burchschnittlich von 37 Personen be­sucht wurden. Die beiben Jugendgottesbienste in der Stabt- unb Johanneskitche am Reformations- feft waten von runb 2500 Schülern bet hiesigen Volksschulen unb höheren Lehranstalten besucht. Die Schulleiter unb Lehret zeigten für biefe Ver­anstaltungen großes Interesse.

Schöffe in der Kaiserallee.

Der heutige Polizeibericht teilt mit: In bet letzten Vacht gegen 1/21 Uhr würben in bet Kaisetallee brei Schüsse abgegeben, als zur glei­chen Zeit eine Patrouille unseres Bataillons bie Straße passierte. Der erste Schuß fiel, als bie ©olbaten auf bet Höhe bei Abzweigung bes Alten Röbgenet Wegs sich befanden, zwei weitere Schüsse ertönten, nachdem bie Soldaten am Schützenhaus angelangt waten. Von der Pa­trouille wurde angenommen, daß die Schüsse ihr galten. Daher begaben sich die Soldaten sofort nach den benachbarten Wohnbatacken, wo sie einen jungen Mann festnahmen, der dem Polizeiamt zur Vernehmung votgefühtt wurde.

Daten für Montag, 6. März.

1475: der italienische Malet unb Bilbhauet Michelangelo Buonarroti in Caprese geboren. 1831: bet Philantrop Ftiebrich v. Bodelschwingh in Haus Mark in Westfalen geboten. 1867: bet Maler Peter v. Cornelius in Berlin gestorben. 1930: bet Grohabmiral Alfred v. Tirpih in Eben­hausen gestorben.

Pornotizen.

Tageskalenbet für Montag: Evang. Arbeiterverein, 20 Ahr, Veteinslokal, Mitglieder - Versammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Liebe in Uniform".

Aus bem Stabtttjeaterbureau wirb uns geschrieben: Morgen, 20 Uhr, letzte Aufführung bes BauernkrwgsbrarnasDer Bunbfchuh" von Karl N-' rath (2. Abenb im Zyklus hessischer Dramatiker). 22. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Gewöhn­liche Preise. Enbe nach 22.30 Uhr. Mittwoch, 8. März, 21. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement Da stimmt was nicht", Schwank von Franz Ar- nolb, 20 bis 22 Uhr. Mit einer Aufführung bes jüngsten Werkes bes nun 70jährigen Gerhart Haupt­mann will bas Stabttheqter Gießen des Dichters ge- benfen. Sein AlterswerkVor Sonnenuntergang" kommt am Freitag, 10. März (22. Vorstellung im Freitag-Abonnement) erstmalig zur Aufführung unter ber Spielleitung von Intenbant Dr. Präs ch, ber selbst bie Rolle bes Kommerzienrats Clausen übernommen hat. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.45 Uhr.

Kasperle-Theater im Caf6 Leib. Am kommenden Mittwoch gastiert die Rundfunk­tante Liesl mit ihrem Kasperle-Theater im Cafe Leib. Es gelangen ein buntes Allerlei und lustige Theaterstücke zur Aufführung, die allen Kindern viel Vergnügen bereiten werden. Vähe- res ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

D i e Alice-Schule veranstaltet am 7., 8. und 9. März in den Räumen des Kunstver­eins, Brandplatz, ihre diesjährige Ausstellung von Arbeiten des Handarbeits-Seminars. Gegen­stände in allen Zweigen der Vadelarbeit kommen zur Ausstellung. Die Frauenwelt sei besonders auf diese Ausstellung, die mancherlei Anregung gibt, hingewiesen. Väheres in der heutigen An­zeige.

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' Goldene Hochzeit. Das Gastwirts- Ehepaar Jean Arnold (RestaurationZum

Schipkapaß") kann am morgigen Dienstag das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Die Jubilar« erfreuen sich bester Gesundheit.

Kleiner A u t o b r a n ö. In der Vähe des Bahnviadukts an der Veustadt geriet gestern gegen 1730 Uhr an einem Personenkraftwagen ein Kabel in Brand. Die Feuerwehr, die sofort zur Stelle war. konnte das Feuer schnell löschen, so daß kein wesentlicher Materialschaden ent­stand und das Auto seine Fahrt fortsehen konnte.

** Die Vogtschen Privat-HandelS- schulen, GießenHerborn, schreiben uns: Wie­der steht eine große Anzahl entlassener Schüler und Schülerinnen vor der Berufswahl und hat sich zu überlegen, wie und wo man die beste theore­tische Ausbildung, insbesondere für den kauf­männischen Beruf, erhält. Eltern und Schülern wird es klar sein, daß nur die beste Ausbildung in allen beruflichen Fachem heute eine gewisse Sicherheit für das Dorwärtskommen aller neu in den Beruf Tretenden gibt. Die Bogtschen Handelsschulen sind seit rund 20 Jahren Spe­zialisten in der Ausbildung und Fortbildung für alle käusmännischen Berufe, aber auch für jeden, der sich die notwendige kaufmännische und theoretische Grundlage im Handwerk, Gewerbe und freien Beruf aneignen will. Sie verfügen über ausgesucht fähiges Lehrpersonal. Der Lehrstoff ist in allen Fächern auf eine schnelle und dabei doch gründliche Förderung der Schüler abgestellt. Die Einrichtungen, Lehrsäle, das Unterrichts- und Anschauungsmaterial sind vorbildlich und entsprechen durchaus den Erfordernissen der Veuzeit. Man beachte die Anzeige vom Samstag.

" Zuchtviehversteigerung in Butz­bach. Der Landwirtschaftskammer-Ausschuh für Obcrhessen veranstaltet am Donnerstag, 16. März, 10.30 Uhr, in Butzbach die erste Zuchtvieh­versteigerung im Jahre 1933. Zur Versteigerung kommen 20 Dullen, 19 Eber des deutschen Edel­schweines und 10 Eber des veredelten Land­schweines, die aus besten Leistungszuchten stam­men. Auf die Anzeige vom Samstag sei beson­ders aufmerksam gemacht.

Oderheffen.

HitlerEhrenbörger derStadtHomberg

WSN. Homberg (Oberhessen), 5. März. Der Gemeinderat der Stadt Homberg hat den einstimmi­gen Beschluß gefaßt, den Reichskanzler Adolf Hit­ler zum Ehrenbürger der Stadt zu er­nennen. In einem Telegramm wurde dem Reichs­kanzler hiervon Kenntnis gegeben.

Kreistag in Büdingen.

tog. Büdingen, 6. März. Am Samstag sand die diesjährige Sitzung des Kreis­tags des Kreises Büdingen unter Vor­sitz des Kreisdirektors Dr. Gähner statt. Die Mitglieder waren vollzählig erschienen.

Die durch zwei KreiSaus,chuhmitglieder vor­geprüfte Rechnung der Kreiskasse, sowie deS Kreiskinderheims Bingenheim für das Rech­nungsjahr 1931 wurde, vorbehaltlich der Prü­fung durch die Oberrechnungskammer Darmstadt, genehmigt und dem Kreiskasserechner Entlastung erteilt. Ferner wurde der von dem Vorsitzenden vorgctragene Verwaltungsbericht des Kreisausschusses über das Rechnungsjahr 1931, sowie die Kreditüberschreitungen im Betrage von 15 681,34 Mark genehmigt.

Sodann trat man in die Beratung des Vor­anschlags des Kreises für o a S R ech - nungsj ahr 1933 und der Sondervoranschläge für das Kreiswohlsahrtsamt und das KreiS- jugenöamt, sowie des Kreiskinderheims Bingen­heim ein. Der Gesamtvoranschlag, der in der Betriebsrechnung in Einnahme und Ausgabe mit 428 300 Mark (gegenüber dem Vorjahre mit 519156,51 Mark) und der Vermögensrechnung mit 94 860,62 Mark (gegenüber dem Vorjahre mit 82 986,51 Mark) abschlieht, wurde einstimmig ohne Aussprache genehmigt.

Auf Vorschlag des Kre:sausschusses wurden zu Mitgliedern der Kreiskörkommission ge­wählt: Beigeordneter Rudolf Rieß- Heuck^l- heim, Direktor Landwirtschaftsrat Dr. Helfert- Ridda, Beigeordneter Wilh. Kraft- Dleichen- bach, Bürgermeister Jakobi- Rohrbach. Zu Stellvertretern wurden bestimmt: Georg Heinrich Sch w a b - Dindsachsen, Friedrich Eckert II.- Büdingen, Beigeordneter Heinrich Hopp- We­nings. August Müller I.-Berstadt.

Vach Erläuterung durch den Vorsitzenden stimmte der Kreistag der Aufteilung der selbständigen Gemarkungen grundsätz­lich, insbesondere der Auflösung der selbstän­digen Gemarkung Düdinger Marlwald zu.

Landkreis

4= Lich, 5. März. Bei der dieser Tage bei Gast­wirt Hermann Stein abgehaltenen Generalver­sammlung des Kriegervereins Lich wurde der Beschluß gefaßt, das 60jährige Bestehen des Ver­eins festlich zu begehen, und zwar in der Form eines Kriegerfeftes, mit dem gleichzeitig das Bezirksfest des Bezirks Lich der KriegerkameradschaftHassia" am 16. Juni verbunden sein soll. Für das verstor­bene Vorstandsmitglied Dr. med. vet. Walter wurde Lehrer Karl D ö r m e r in den Vorstand be­rufen. Der Verein steht schon über ein Jahrzehnt unter dem Vorsitz von Stadtrechner Louis Häuser.

Äreis Lauterbach.

& Lauterbach, 5. März. Als heute abend das Wahlergebnis in unserer Stadt festgestellt war, das wie wir in unserer Wahlübersicht aus Ober­hessen berichten bei einer Wahlbeteili­gung von über 92 Prozent ber NSDAP, die weit überwiegende Mehrheit über alle anderen Parteien unserer Stadt brachte, be­wegte sich eine große Menschenmenge im Zuge zum Marktplatz, wo unter jubelnden Heilrufen die Hakenkreuzfahne auf dem Rathause gehißt wurde.

Hitler-Jugendheim in Frankfurt.

WSN. F ra n k'fur t a. M., 4. März. Am Frei- tag erfolgte in Anwesenheit des Reichsministers Göring die Einweihung eines Heims für die Hitler)ugend in Frankfurt a. M. Der Minister gab dem Heim den Namen des verstorbe- nen Gauführers Peter Gemeinder.

Aus der provinzialhauptstadi.

Zeppelin kommt I