Ausgabe 
5.5.1933 Frühausgabe
 
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Nr. 104 Srübausgabe

185. Jahrgang

5reitag,5. Mai 1953

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MetzenerAnzeiger

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Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- geigenteil i.B. Th.Kümmel sämtlich in (Biegen.

Der Aufbau der deutschen Arbeiterfront.

Oer OHV. übernimmt die Führung der Angestelltensäule

Berlin, 4. Mai. (XU.) Die Pressestelle des Aktionsausschusses zum Schuhe der deutschen Arbeit veröffentlicht folgende Mitteilung: Rach ausgiebi­ger freundschaftlicher Aussprache zwischen dem Lei­ter des Aktionskomitees zum Schuhe der deutschen Arbeit, Dr. Ley, und dem Berbandsvorsihenden des Deutschnationalen handlungsgehilsenverbandes, Milhow, erklärt der DHD. sich freudig bereit, am Aufbau der Arbeitsfront mitzuarbeiten.

Der Vorsitzende des Aktionskomitees. Dr. Ley, hat an den Verbandsvorjihendcn des Dhv. einen Brief gerichtet, in dem es u. a. heiht: Ich habe mich über die Uebereinftimmung der Ge­dankengänge im Aufbau der Ange­stelltensäule innerhalb der großen Arbeits­front gefreut. Es Ist mir selbstverständlich unu wohl dem gesamten deutschen Volke klar, daß der Dhv. durch seine mustergültige Organisation und Einrich­tung vor allen Angeslelltenverbän- den den größten Erfolg zu verzeichnen hat. Ich werde als vernünftiger Mensch nicht hin- gehen und die vom Mißerfolg gekrönte Organi­sation etwa des Asa-Bundes dem vorzüglichen ver­bände des Dhv. ausoktroyieren, sondern im Ge­genteil, ich bitte Sie und Ihren gesamten verband, die Führung in der neu aufzubauen­den Angestelltensäule zu übernehmen.

Rach dem Eintritt des Dhv. in die deutsche Ar­beitsfront gibt das Aktionskomitee zum Schuhe der deutschen Arbeit folgende Erklärung heraus:

Die deutsche Arbeitsfront st e h t. Die Reihen der deutschen Arbeiter und Angestellten haben jetzt ein großes unerschütterliches Bollwerk. Die Arbeit beginnt unter der Leitung der nationalsozialistischen Führer zum Wohle des ganzen Volkes und zum Segen der deutschen Ar­beiter- und Angestelltenschaft für ein freies Deutschland in nationaler Freiheit und sozial!stischer Gerechtigkeit.

Im Auftrage gez. B i a 11 a 5.

Oie Eingliederung der Christlichen Gewerkschaften. Berlin. 4. Mai. (60103.) Das Blatt der Christlichen GewerkschaftenDer Deutsche" beschäftigt sich mit der Umorganifation der ®e* werkschaften. Das Blatt stellt fest, daß gegen­wärtig die gesamte organisatorische Arbeiter- Angestellten und Beamtenbewegung unter einem einheitlichen Willen steht. Das sei gegenüber dem früheren Zustand ein grund­legender Wandel. Der neue Zustand bedeute vorerst noch keine Auflösung der Berbände der Christlichen Gewerkschaften. Die Ortsgruppen, Dezirksgruppen und Zentrale arbeiten wie bis­her ruhig weiter. Die Christlich-nationalen Ge­werkschaften verfügten bisher über eine diszipli­nierte Mitgliedschaft. Das muß so bleiben bis zu dem Augenblick, der die organisatorische, Lieberleitung in die vorgesehene neue Organi­sationsform bringt Es ist ausdrücklich von der neuen Führung gesagt worden, daß die Mit­arbeit der bewährten Gewerkschaft­ler zweckmäßig und erwünscht sei. Kommissare sind für die Christlichen Gewerk­schaften nicht in Aussicht genommen. Das ist der große Vertrauensbeweis. Cs kann ferner damit gerechnet werden, daß der eine oder andere unserer Führer schon in kürzester Frist zur Mitwirkung in der Führung der neuen Organisation berufen wird. MißwirischastundKorruption. Die Nachprüfung dcrBücher und Kassen bei

ATGB und Afa-Bu«d.

Berlin, 4. Mai. (TU.) Das Aktionskomitee zum Schutze der deutschen Arbeit teilt mit:

Nur zwei Tage ist die neue Führung der Freien Gewerkschaften am Werke und schon ist sie auf u m - fangreiche Vergeudungen der Bei­tragsgelder gestoßen. Kurz vor der Gleichschal­tung löste sich der A f a - B u n d (Allgemeiner Freier Angestelltenbund), die Dachorganisation der Ange­stelltenoerbände, auf. Zuvor bewilligten sich die HerrenFührer" als Abfindung für ihre schwere" Tätigkeit ganz nette Summen. Zwei bis acht Monatsgehälter wurden ausgezahlt. Der Ge­nosse S t ä h r vom Vorstand bewilligte sich acht Monatsgehälter ä 910 Mark, das nur den Betrag von 7280 Mark ergab. Der Angestellten- Führer" Suhr tat es ein wenig billiger. Er bekam nur fünf Monatsgehälter ä 700 Mark und war mit 3500 Mark Abfindung zufrieden.

Bei demButad" (Bund der Technischen Angestellten und Beamten) wurden in der Haupt­verwaltung ansehnliche Gehälter gezahlt, die weit über den Durchschnitt der von diesem Verband be­treuten Angestellten und Beamten lagen* Für Ge­nossen gf irr mann wurden pro Monat 786,90 Mark aufgewandt. Gehälter von 500 bis 600 Mark waren in der Verwaltung Gang und Gäbe.

Wenn man die Notlage gerade de» Arbeiter und Angestellten betrachtet, dann steigt einem die Scham­röte ins Gesicht, ob dieser Verschwendung gewerk­

schaftlicher Gelder. Es muß berücksichtigt werden, daß sich die verwalteten Summen zusammensetzen aus den Schweißgroschen der werktätigen Massen. DieFührer" hatten daher die Pflicht, diese Gelder zum Wohle der Mitglieder anzuwenden, nicht aber, wie geschehen, sie mit vollen Händen einer Führerkaste zuzuschanzen.

Die nationalsozialistische Führung kam im letzten Auaenblick es war wirklich fünf Minuten vor 12 Uhr um das Vermögen der deutschen Arbeiter und Angestellten sicherzustellen. Die Schuldigen wer­den zur Verantwortung gezogen."

Don der ASBO.-Pressestelle wird weiter u. a. mitgeteilt: ^Es ist den Beauftragten des Aktions­komitees gelungen, schon in den ersten Tagen ihrer Arbeit ungeheuerliche Fälle von Mißwirtschaft und skandalöse Korruvtionserscheinungcn festzu- stellen. So entdeckte Der Beauftragte zur Prü­fung der Kassen- und Finattzeinrichtungen der Verbände des ADGB. und Afa-Bundes z. D. bei dems Hauptkassierer Engelhard, dessen Woh­nung merkwürdigerweise einen geheimen Zu­gang durch einen Kleiderschrank zu der Bank hatte, ein Kontobuch, das unter dem Konto Rheinland 12 921 einen Betrag von 5 1 8 8 000 Mark führt, der nicht in der Bilanz vorhanden ist. Die Beauftragten des Aktionskomitees erklärten, daß überall, wo sie in die Buchführung oder in die Finanzgeschäfte der freien Gewerkschaften Einblick nahmen, unsau­bere und du n kle G e s ch ä f t e ä hn li ch er

A r t vorkamen. .Das skandalöseste ist, daß noch seit dem 1. (Januar 1933 an die SPD. 229 000 Mark von den Groschen der Arbeiter und Ange­stellten gezahlt wurden. Olur dem rücksichtslosen und Überraschend plötzlichen Zugreifen ist cs gelun­gen, das deutsche Arbeitervermögen vor weite­rem Schaden zu bewahren. Trotz aller Ungeheuer­lichkeiten in der Derwaltungspraxis der freien Ge­werkschaften erklärt das Aktionskomitee zum Schutze der deutschen Arbeit hiermit, daß die mühsam erworbenen Anrechte der deutschen Ar­beiterschaft in keiner Weise gefährdet sind."

Oie Präsidenten der Bühnengenossen- schast in Schutzhast.

Berlin, 5. Mai. (TU.) Wie derBBC." mel­det, wurde im Rahmen der Besetzung der Gewerk- schaftshöuser auch die Bühnen genossen- schäft von SA. besetzt. Die früheren Präsi­denten der Bühnengenossenschaft, Karl W a l l a u e r und Erich Otto, wurden, um den Gang der Unter­suchung nicht zu gefährden, in Schutzhaft ge­nommen. Ebenso Werner Bernhardi, der, trotzdem er Obmann der Berliner Schauspieler war, dis zum Zusammenbruch der Rotterbühnen b e i den Rotters im Engagement stand. Gleich­falls wurde ftarl Weiß in Schutzhaft genommen. Die Untersuchung leitet Staatskommissar Hart­mann.

Stützung für Opfer der Arbeit.

Oer Re chskanzler ruft als Auswirkung der ersten nationalen Maifeier zur Sammlung für die aus dem Zelde der Arbeit Gebliebenen auf.

Berlin, 4.Mai. (ERB.) Reichskanzler Adolf Hitler erläßt, wie die NSK. mitteilt, folgenden Aufruf:

Ein denkwürdiger Tag ist vorüber, der erste Feiertag der nationalen Arbeit. In überwältigenden, noch nie dagewesenen Kundgebun­gen hat sich das deutsche Volk zur Ehrung der deutschen Arbeit und des deutschen Arbeitertums bekannt. Ueber ganz Deutschland hin hat dieses wunderbare Bekenntnis in tausend­fachen Demonstrationen ergreifenden Ausdruck ge­funden. Aber dieser historische Tag darf nicht vor­beigehen, ohne daß der elementare Gesühlsausbruch des Volkes auch einen bleibenden Ausdruck findet und ohne daß dieses ideale Bekenntnis auch seinen materiellen Niederschlag in einer Leistung der Dankbarkeit findet.

Sieben deutsche Bergarbeiter, Angehörige des Arbeiterstandes, dem das Los der härtesten Arbeit zugefallen ist, sind am Vorabend des 1. Mai einem furchtbaren Unglück zum Opfer gefallen und auf dem Felde der Arbeit geblieben. Wit­wen und Waisen sind ihrer Ernährer beraubt wor­den. Der Tod dieser Helden soll der ganzen Nation der Anlaß sein, eine Stützung zu errich­ten, aus der von jetzt an allen Soldaten der Arbeit, die auf dem Felde des Kampfes um das tägliche Brot fallen, die ausreichende

Versorgung ihrer Familien gewähr­leistet wird. Es darf nicht mehr vorkommen, daß in Zukunft solche Opfer der Arbeit auf die knappen Leistungen der öffentlichen Fürsorge angewiesen sind. Es ist vielmehr eine Ehrenpflicht aller Deutschen, insbesondere aber der be­güterten unter ihnen, hier ihr Bestes und Möglich­stes zu tun.

3d) rufe hiermit zur Errichtung einer Stützung für bie Opfer bet Arbeit auf. Aus ihr sollen in Zukunft bie Hinterbliebenen aller Deutschen Arbeiter, bie in ihrem Beruf löb­lich verunglückt finb, unterstützt werben. Diese Stützung kann nicht groß genug sein. Sie muß ein sichtbares Symbol der Ehrfurcht bes Volkes vor ber nationalen Ar­beit unb ein Denkmal ber unzerreiß­baren Gemeinschaft aller Klassen unb ©tänbe untereinander werben.

Spenben für biefe Stiftung können auf bas KontoStützung für Opfer ber Arbeit" bei ber Reichskrebitgesellschaft, Berlin W 8, Kontonum­mer Hl b 49, eingezahlt werben. Die Derwen- bung ber Mittel wirb von einem Ehren- ausschuß bestimmt, ber sich aus folgenben Per­sonen zusammenseht: Walther Schuhmann, Fritz Thyssen, Dr. Emil Georg v. Stauß.

Die Organifierung des Arbeitsdienstes.

Arbeitsdienstpflicht bringt Auf­träge für Industrie und Handwerk Eine Besprechung des Wirtschaftsamts für den Arbeitsdienst

Berlin, 4. Mai. (WTB.) Heute fand im Reichsarbeitsministerium eine Besprechung statt, die das am Ausbau befindlicheW irtschaftsarnt für den Arbeitsdienst" einberufen hatte. Gegenstand der Besprechung, an der die Vertreter der hieran interessierten Verbände der Industrie und des Handwerks teilnahmen, war die Frage der künftigen Beschaffungsorganifation für die T u ch b e k l e i d u n g der Arbeits­dienstpflichtigen. Oberst a. D. Hierl wies daraus hin, daß die Wirtschaft nicht unerhebliche Vorteile durch die Aufträge für den Arbeits­dienst haben würde. An Stelle der vielen bisheri­gen Uniformen und Trachten trete die staatliche Ä r b e i ts d i e n ft t r a ch t, die in steigenden Zif­fern in Auftrag gegehen werden würde. Allerdings fei allergrößte Sparsamkeit notwendig. Mit den bösen Gepflogenheiten der Nachkriegszeit werde rücksichtslos gebrochen werden. Rücksichtslos werde jeder Beamte ohne Anspruch auf Gehalt und Versorgung entfernt werden, der sich das geringste im Hinblick auf Korruption zuschulden kommen lasse. Gerecht werde vom Wirtschaftsamt die Verteilung der Aufträge gehandhabt werden. Unternehmer, Handwerker und Arbeiter sollten von der Beschaffung gleichberechtigt Vorteile haben.

Dr. Schmeidler, der Leiter bes Wirtschaftsamtes, legte den Organisationsaufbau des Beschaffungs­wesens bar und betonte den unbedingten Willen zu sachlicher und straffer Handhabung dieses Auf­baues. Zweck der Mehraufträge sei nicht, daß die Hersteller nun mit dem vorhandenen Arbeiter- und Angestelltenbestand Ueberftunben machten, sondern daß sie, soweit irg endmöglich, Neueinstellun- g e n von Arbeitslosen vornähmen.

Eine erste Arbeitsdienstschule für Heften.

WS0r. Frankfurt a. OK., 4. Mai. Mit ber Sch ulung für den beutschen Arbeits­bien st ist nun im Bereich bes hessischen Be­zirksführers (Freistaat Hessen, Hessen-Aassau unb Walbeck) ber Anfang gemacht worben. Es finb zunächst sechs Kurse vorgesehen worben, bie ben Zweck verfolgen, Bewerbern zum Stamm­personal bes beutschen Arbeitsbienstes Gelegen­heit zu geben, sich bie ersten Grundlagen zu schaf­fen unb vor allem auch bie Eignung zum Führer ober Unterführer festzustel - I e n. Die ersten brei biescr Kurse finben auf bem Griesheimer Exerzierplatz statt. Sie finb in einer Arbeitsbien st schule vereinigt, beren Eröffnung am Mittwoch. 3. Mai, vormittags, burch Den Bezirksführer, Kammer­birektor Faatz, erfolgt ist. Der Bezirksführer ermahnte zu eiserner Pflichterfüllung unb umriß bie strengen Anforderungen, bie an bie Führer unb Unterführer gestellt toerben. Die Kurse, von benen brei weitere in ben Arbeitsbienstabteilun­gen 3bstein, Hachenburg unb Homberg a. b. O. im Anschluß an Griesheim-Darmstabt eröffnet werben, vermitteln eine grünbliche Schulung in allen mit bem Arbeitsbienst in Verbindung ste- henben Disziplinen. Aeinste nationale Gesinnung unb Hingabe an bas Ganze seien bie Voraus­setzung für jeben Kursteilnehmer. Soweit nicht bereits geschehen, werben bie Teilnehmer in bie vorgesehene, felbgraue Arbeitsbienstuniform ein» gefleibet.

Arbeitsbeschaffung der Reichsbahn.

Berlin, 4. Mai. (WTB.) Der Derwaltungsrat der Deutzen Reichsbahn beschloß, die Arbeitsbe­schaffung und Auftragserteilung in verstärktem Um­fang sortzlzsetzen. Der Generaldirektor wird beauf­

tragt, die Beschaffung der dazu benötigten Mittel mit allem Nachdruck zu betreiben. Schon jetzt kann- tcn mit Hilfe der beteiligten Länder die Mittel be­schafft werden für die Elektrifizierung der Strecken: 1. AugsburgTreuchtlingenNürn­berg; 2. München Dachau; 3. Tübingen Plo chingen. Die Gesamtlänge dieser Strecken betragt 209 Kilometer. Die Aufträge für diese Elektrifizie­rung im Werte von rund 39 Millionen Mark ent­fallen zu etwa einem Drittel auf die elektrische Industrie und zu etwa einem Drittel auf die Eisen-, Lokomotio - und Wagenbau- werke. Der Rest entfällt auf das Hoch- und T i e f b a u g c w e r b e , auf die B a u st aff­in d u ft r i e und auf sonstige Aufwendungen. Wei­ter soll zur Erprobung neuester Fortsd;ritte auf dem Gebiet der elektrischen Stromumformung d i e Höllental-Bahn und Dreisecn-Bahn (Freiburg i. Br.TitiseeSeebrugg) für den elek­trischen Zugbetrieb eingerichtet werden.

Zu der Loslösung derD e u t s ck) c n Bahn- s p e d i t i o n" vom Schenker-Konzern gab der Verwaltungsrat seine Zustimmung. Dadurch wird die bisherige Personalunion zwischen Beauf­tragten der Bahnspedition und Leitern von Schen- l*r Filialen beseitigt. Die Deutsche Bahnspedi­tion betreibt nach wie vor kein Kundenge­schäft, sondern verrichtet nur verkehrsorganisato» rische und Werbearbeiten für die Reichsbahn.

OerReichsbunddesOeutschen

Handels gegründet.

Berlin, 4. Mai. (TU.) Die Hauptgemein- fchaft des Deutschen Einzelhandels faßte in ihrer Mitgliederversammlung den Entschluß, sich mit dem Aeichsverband des Deutschen Groß- und Ueberseehandels, mit dem Aeichsverband Ambu­lanter Gewerbetreibender Deutschlands und mit dem Zentralverband der Handelsvertretervereini­gungen Deutschlands zum Reichs st and des Deutschen Handels zusammenzuschließen. Führer des Reichsstandes ist der Rcichssührcr des Kampfbundes des Gewerblichen Mittelstandes, Dr. v. R e n t c l n.

Reichskommissar für den Mittelstand Dr. W i e n b e ck betonte, daß die Rcichsregierung die Frage der Mittelstandspolitik als einen wesent­lichen Bestandteil für die Gesundung und Stär­kung des deutschen Volks betrachte. Morgen werde sich das Reichskabinett mit dem Zugabever- b o t unb dem Gesetz zum Schutz des Ein - »Aelhandels näher befassen, das eine vorläu­fige Sperre fürdieEröffnungvonEin- zelhandelsgeschäften vvrsehe Das ge­schäftsführend« Dorstandsmitglicb Dr. B i l - land führte u. a. aus, der Kampf gegen Warenhaus unb Konsumverein könne erst dann als beendigt angesehen werden, wenn beide in ihrer bisherigen Form aus dem Wirt­schaftsleben verschwunden feien. Mik Rück­sicht auf die finanzpolitischen Schwierigkeiten unb auf bie Angestellten wolle man allerdings das Warenhaus nicht mit einem Schlag be­seitigen, sondern einen allmählichen Ab­bau erstreben. Man müsse wünschen, baß bie Warenhäuser von sich aus einen allmählichen Ab­bau ber überflüssigen Abteilungen vornehmen unb zunächst mit der Lebensmittelabteilung und dem Erfrischungsraum anfangen würden.

In einer Entschließung heißt es u. a., die Haupt- gemeinschast erwarte nunmehr endlich die Ver­wirklichung der dringend st en Forde­rungen des deutschen Einzelhandels. Die Zu­spitzung der bedrohlichen Lage des Berufsstandes verlangen ferner dringend die Einführung einer allgemeinen Sperre der Erricytung neuer 'Bertaufs ft eilen. Der Schluß der Entschließung lautet:Der in dem Reichsstand ver­einigte deutsche Handel gelobt feierlichst dem Führer des deutschen Volkes Adolf Hitler rückhaltlos Ge­folgschaft in unwandelbarer Treue und bittet den Herrn Reichskanzler, die Schirmherrschaft über diesen Reichsstand zu übernehmen und die Er­richtung des Reichsftandes des deutschen Handels anzuerkennen."

DerMernehmer im neuen Staat

Eine Aussprache mit Dr. Goebbels.

Berlin, 4. Mai. (2DIB.) Reichsminifier Dr. Goebbels empfing heute den Generaldirektor des Allianz-Konzerns Dr. Schmitt zu einer längeren Aussprache über Arbeitsbeschaffung und Reuge­staltung des Berhältnisses zwischen Arbeitnehmer und Unternehmer. Der Reichsminister roies besonders darauf hin, daß der neue Staat s i ch auch schützend vor ö c g Kaufmann und Unternehmer st eilen werde, der zur positiven Mitarbeit an den neuen politischen und sozialen Ausgaben ent- schlossen sei.

Ein Aufruf des neuen Reichsführers des DOA.

Berlin, 4. Mai. (TU.) Der neue Reichs­führer bes Vereins für bas Deutschtum im Aus- lanb, Dr. Hans Steinacher, erläßt einen Aus­ruf, in bem es u. a. heißt:

Ein ganz neues deutsches Reich- unb Volkstum aus bem Willen bes Führers ber beutschen Aa- tionalbetoegung ist im Werben. Wir sinb als Träger ber Volksdeutschen 3dee stolz, baß wir keinerGleichschaltung" unseres Ge- bankengutes bedürfen. Die nationale Re­volution hat das deutsche Leben in den Grund­lagen des Volkstums stärkstens sichtbar gemacht. 3n diesem Volkstum sind wir unveränderlich mit jenem Deutschtum verbunden, das Staatsgrenzen