■
V
■ uAMi
darunter. Das Gesetz wird frühestens am 1. Mai in xroft treten. Gleichzeitig mit diesem Gesetz bzw. un- mittsibar anschließend wird die Ausgabe der Fett karten für die minderbemittelte Bevölkerung erfolgen, die als Ausgleich für die Verteuerung dienen sollen. Regelung und Ausgabe dieser Fettkarten unterliegen dem Reichsarbeitsministerium.
Die Arbeit des Kampfbundes für deutsche Kultur.
Kommissar Hinkel fordert Hausrecht für deutsche Künstler.
Berlin, 4. April. (WTB.) Der Konlmissar z. b. V. im preußischen Kultusministerium, Reichstagsabgeordneter Hinkel, der auch preußischer Landesführer des Kampfbundes für deutsche Kultur ist, betonte, daß die Nationalsozialisten in jeder Hinsicht eine parteimäßige'Abstempelung der künstlerischen Gestaltung ablehnten und niemals die schöpferische Persönlichkeit irgendwie in ihrer Arbeit beengen wollten. Die ausländischen Künstler werden jederzeit die deutsche Gastfreundschaft genießen. Voraussetzung dafür ist, daß sie nichts tun, was gegen die Interessen und das Wohl des deutschen Volkes verstößt. Es ist natürlich kein Wunder, daß wir eine gesunde Autarkie auch auf k ü n st l e r i s ch e in Gebiet anstreben müssen. Bei 50 000 brotlosen Musikern in Deutschland kann uns kein gerecht denkendes Volk eine solche Einstellung verübeln. Wir werden bei unserer künftigen Behandlung ausländischer Künstler immer fragen: Was tut das Land des ausländischen Gastes deutschen Künstlern gegenüber? Wir wissen, fuhr Landesführer Hinkel fort, daß die jüdische intellektuelle Vorherrschaft in Deutschland schließlich dahin geführt hat, daß insbesondere auf kulturpolitischem Gebiete der Deutsche kein Hausrecht mehr besaß. Selbstverständlich soll der frei schaffende jüdische Künstler die Möglichkeit seiner Betätigung haben, wenn er sich den Pflichten des deutschen Staatsbürgers restlos unterzieht. In den staatlichen, den beamteten Stellungen werden wir Deutsche und gerade auf künstlerischem Gebiete unser Hausrecht vorbehalten. Wir lehnen aber auf das schärf st e alles ab, was irgendwie mit Radauanti- femitismüs etwas zu tun hat oder als solcher bezeichnet werden könnte.
Kein CRücffriff des Rektors der Frankfurter Universität.
WEN. Frankfurt a. M., 4. April. Das Llniversitäts-Sekretariat teilt mit: Durch die Presse geht die Nachricht, der Rektor der Llni- versität, Prof. Dr. Gerlofs, sei nach einer Unterredung mit dem Oberbürgermeister Dr. Krebs zurückgetreten und in Schutzhaft genommen worden. Diese Nachricht ist in ihrem vollen Umfange unrichtig. Es sind auch keinerlei Vorwürfe gegen ihn erhoben worden, die zu solchen Maßnahmen hatten führen können. Nichtig ist, daß der stell- tretende und geschäftsführende Vorsitzende des Kuratoriums, Prof. Dr. Niezler, zum Schuhe vor erregten Studenten am vergangenen
i n Schutzhaft genommen, am Abend aber wieder freigelassen wurde und sein Gesuch um Beurlaubung eingereicht hat.
Oie Betriebsratswahlen im Ruhrbergbau.
Bochum, 4. April. (ERB.) Von den Betriebsratswahlen im Ruhrbergbau liegt jetzt das vorläufige Gesamtergebnis vor. Auf 13 Schachtanlagen wird erst später gewählt. Bei 141 Schachtanlagen erhielten: NSBO. 46 595, Freie Gewerkschaften 46 197, Gewerkschaft Christlicher Bergarbeiter Deutschlands 34547, RGO. 14038 Deutsche Arbeiter 5983, Kampfblock Schwarz-Welß- Rot und Stahlhelm 2275, Hirsch-Duncker 103 Stimme, sonstige und ungültige Stimmen 1331.
*
Bei einer Wahlbeteiligung von etwa 95 v. H der wahlberechtigten Arbeiter und Angestellten wurden inden Betriebsrat der Adam Opel AG., Rüsselsheim, 11 Nationalsozialisten, 9 freie Gewerkschaftler und ein Vertreter des GDA. gewählt.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichspräsident hat den Reichs- orbeitsmimster Franz Seldte zum Dorsit- zenden des Kuratoriums für Su» gendertüchtigung bestellt.
*
Gegenüber einigen in München umlaufenden Gerüchten wird hiermit amtlich fest gestellt daß alle Nachrichten über einen Anschlag oder angeblich schlechten Gesundheitszu- stand des Reichskanzlers AdolfHit- ler aus der Luft gegriffen sind. Reichskanzler Adolf Hitler geht erfreulicherweise täglich in bester Gesundheit seiner Arbeit nach.
Der Hauptvorstand des DeutschenRekla- meverbandes hat seine sämtlichen Aemter kommissarisch dem Werbeberater Wilhelm Stephan, Berlin, zur Neuorganisation des Gesamtverbandes und seiner Fachgruppen auf nationaler Grundlage übertragen. Der Deutsche Reklameverband umfaßt gegen 20 große Fachgrup-
.Der Reichsminister des Innern hat den Vorsitzenden der Deutschen Studenten- f ch a f t cand. phn. Gerhardt Krüger als Hilfsreferenten zur besonderen Verwendung in allgemeinen Studentenangelegenheiten in das R e i ch s m i n i st e r i u in des Innern berufen.
Nach einer Meldung des „Völkischen Beobachters" ist dem Bundderinternationalen Bibel- forscher (Ernste Bibelforscher) in Bayern jede Tätigkeit untersagt worden. Der Bund habe unter dem Schein des Christentums an der Verwirrung und Zersetzung des Volkes mit der SPD. und KPD. zusammengearbeitet.
*
Rcichsminister Göring hat den Regierungspräsidenten in Köln beauftragt, gegen den seit einigen Wochen bereits seines Amtes enthobenen Oberbürgermeister der Stadt Köln, Dr. Adenauer, das förmliche D i e n ft st r a f o e r - fahren einzuleiten.
I eingeladen waren, I fielet l; ? <
EchM 1916 habet Der Mumtionsarm Taufenden von M der Front W Leben emg-M worhtn. fei Tag der deutschen soldaten habe man Dank Baterland, saldat wurde als ui beiter wurde em X. versprochen, er hab Jahren nach dem K gestanden und har zuin Siege geführt feien feien wurdelo
Der Kriegsbefch dem Kriege mit den. Sein Anspr zung habe er sich kämpfen müssen, mit vielen Wängc
Negierung werde digten in anderer ger geschah, annel obgeapdneten O k nächst ein Gesehen opserversorgung ei die Kriegsopferve anzugliedern. Doi nis für die Opfer gerichtsbarkeit, di koste, werde abgeli Spruchkammern gej müsse auf fchne/lf kommen. 3ürofrati, gefaltet werden, mit klaren Sätzen g digte werde, sofern Händen find, eingeg des Staates und n tungsdienst beschäsfi Der Geist von $ halten. Der Jugei md ohne Hossnun Leichtkriegsbeschädic Dienstpflicht Käme Man werde es fit Adlung zu förder Eernsrhne mühte den. Träger des S Mit das Finanzka vielmehr selbst über Viedler werde in belastet, sondern ni M zu bestreiten v-erde mai jutoenben. Dem cd 5 ei"en angenehm l'tzn bemüht sein nicht mehr al ^n. Zer gesam
2" ^ente" werk Ln Fletzen habe ber ff Date ZK eiitffl fi"- um t bürget £3U 9cbi rrT. wieder wohl der I? tut3C' len, Ä^fei tung Storch
SZrk; Kästeda"" Zieles eins! et
do« Är*
w'i und W,
Aus der Provinzialhauptstadt
Bei den Landesarbeitsämtern sind jetzt besondere Bezirkskommissare für den Arbeitsdienst vom Reichsarbeitsministerium ernannt worden. Bezirkskommissar des Arbeitsdienstamts Hessen wurde Direktor Willy Neuerburg in Offenbach, der Sozialreferent des Stahlhelm, Landesverband Groß- Hessen, und dessen Beauftragter für den Freiwilligen Arbeitsdienst.
Wie wir erfahren, werden Vizekanzler von Popen und Reichsminister Göring in den nächsten Tagen eine Reise nach Nom unternehmen.
•
Der 1. M a i wird auch von der NSDAP, feierlich begangen werden. Es ist geplant, den 1. Ma, als „ T a g d e r d e u t s ch e n A r b e i t " ä" begehen. Die Organisation der Feierlichkeiten wird von der NSBO. durchgeführt. Die Einzelheiten für die Gestaltung des Tages stehen noch nicht fest: darüber finden zurzeit noch Besprechungen statt. M
Aus aller Welt
Gründung des Reichsbundcs deutsch- nationaler Juristen.
Am Dienstag wurde in Berlin der Reichsbund deutschnationaler Juristen gegründet, der alle güstigen Kräfte zusammenfassen soll, die zur Mitarbeit im Sinne der Regierungserklärung entschlossen sind. Der Reichsbund bezweckt, die Tradition der altpreußischen Justiz mit der jugendlichen Kraft zu verbinden. Es wurde beschlossen, den Reichsbund in vier Abteilungen zu gliedern, die der Richter und Staatsanwälte, der Rechtsanwälte und Notare, der Assessoren und Referendare und schließlich der Derwaltungsjuristen. Zum Vorsitzenden des Gesamtverbandes wurde vorläufig Justiz- r a t Dr. Willi Hahn, Berlin, gewählt.
Jungflieger Schwabe an der Ostküste Afrikas.
Der Deut sch land-Kapstadt-Flug des Jungfliegers Schwabe ist bis zur Ostküste Afrikas an den Indischen Ozean durchgeführt. Schwabe hatte ursprünglich die Absicht, von Moshi über Nabagoro Broken Hill anzufliegen. Die große Hitze, die zur Zeit in Afrika im Aequatorgebiet herrscht, hat ihn fedoch veranlaßt, von seinem vorgesehenen Flugweq abzuweichen und die Küste äufzusuchen, wo er jetzt Mombasa erreicht hat. Wahrscheinlich wird das Klemm-Flugzeug dann in die ehemaligen deutschen Kolonien einfliegen; diese werden bei Tanganjika (Taga) erreicht.
FD-3ug überfährt ein Fuhrwerk. — Line Frau getötet.
®cr Berlin—Paris überfuhr beim
Bahnhof Viersen (Rheinprovinz) ein einspänniges Fuhrwerk, das von einer jungen Frau gelenkt wurde. Die Frau und dos Pferd wurden auf der Stelle getötet. Das Dlnglück ereignete sich &et einem ilebergang mit fernbedienter Schranke. Zwei Bahnbeamte vom Zuge erfaßt und getötet.
2Iuf dem Bremer Hauptbahnhof wurden zwei aleberwachungsbeomte der Reichsbahn, als
Oie Zugvögel sind wieder da!
Jetzt sind sie wieder da, die ersten Zugvögel. Ohne daß der Mensch es wahrnahm, hielten sie ihren Einzug. Tieber feuchten Wiesengründen schaufelt mit klagendem Rus der Kiebitz, aus glanzender Schlammbank wippt die schlanke Bachstelze, und von den Dächern pfeift der muntere Star. Im Fichtenhorst heult der Tauber fein Liebeslied und wirbt um die Begehrte: draußen über den noch kahlen Flächen des Moores zeigt die Bekassine ihren Hochzeitsflug. Leben überall, Leben, dos den nahenden Frühling kündet.
Mag der weichende Winter auch noch mal seinen Grimm äußern mit kalten Winden, den unverzagten Vögeln macht das nicht viel. Wohl kommt es vor, daß einer und der andere von den Rückwanderern vorübergehend mit Nahrungssorgen zu kämpfen hat; aber das sind Ausnahmefälle. Wenn die Atzung zunächst auch noch spärlich ist, sie schlagen sich durch. Schlagen sich durch, bis ihr Tisch reichlich gedeckt ist. And dann geht es ans Brutgeschäft, an die Gründung der Familie.
Aber so zeitig manche auch eintreffen, die erste von allen ist doch die Feldlerche. Oft ist sie schon in der ersten Hälfte Februar da, wenn der Winter auf der Höhe ist. Auch in diesem Jahre waren die Lerchen die ersten. Meist wird der kleine Vogel vn seinem schlichten erdfarbenen Kleidchen aber übersehen. Erst wenn die Sonne mehr Wärme spendet und er in spiralförmigem Ausstieg unter blauem Himmel fein Iubellied hören läßt, weiß der Mensch, daß der edle Sänger da ist. Bis es aber soweit ist, muß der kleine, tapfere Kerl man- cherlei Angemach erdulden. Denn zunächst fehlt es an Nahrung, und dann ist auch die Zahl seiner Fe'nde> groß, bringt doch der Vogelzug allerlei Raubvogel ins Land. Die Deckung ist aber einstweilen noch spärlich. Die schwerfälligen Raubvögel können der Lerche gegenüber nichts ausrichten; aber Hühnerhabicht und Sperber, die zu den völlig ungeschützten Räubern gehören, reißen manche Lucke wie sie denn auch anderen Kleinvögeln und dem Federwilde gefährlich werden.
Jeder Tag bringt jetzt neuen Zuzug. Waren ge- stern Star und Bachstelze da, so grüßen heute Drossel und Rotkehlchen mit ihren klangvollen Stimmen. Aeberall ist auch der volkstümliche
Storch, nach langer beschwerlicher Reise •ir 2?eeilc und Gebirgszüge eingetroffen. Kra- nid), Mandelkrähe und Würger werden ihm folgen und dazu die vielen edlen Sänger die dis ödesten Stätten mit ihrem Gesang beleben.
Jeder Tag bringt neuen Zuzug.
Oie hessischen Ausführungövorschrifien über -en Sichtvermerk-Erlaß.
Zum Erlaß über den Sichtvermerk für Auslands- retfen fitü) für Hessen vom Herrn Staatspräsidenten noch besondere Bemerkungen an die Amtsstellen gegangen, die u. a. besagen:
Reichsangehörige Kinder unter fünfzehn Fahren bedürfen keines Ausreisefichtoermerks. Der Aus- relsestchtvermerk kann Reichsangehörigen, die ihren Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt im Ausland haben, von der für sie zuständigen deutschen Slcht- vermerksbehorbe im Auslande auch vor der Einreise in das Reichsgebiet erteilt werden. Eine 23er» (agung des Ausreisesichtoermerks kommt insbeson- wenn Tatsachen die Annahme red) fertigen daß der Reisende fick) im Ausland staatsfeindlich gegen das Reich oder ein deutsches lianö betätigen wird, im Ausland den Reichspräsidenten, die Mitglieder der Reichsregierung oder der Regierung eines deutschen Landes ober sonstige Organe, Einrichtungen oder Behörden des Reiches oder eines deutschen Landes beschimpfen oder böswillig verächtlich machen wird: im Ausland unwichtige Nachrichten verbreiten wird, die geeignet sind, lebenswichtige Belange des Reiches ober eines
Fahrräder, bie man durch Einbau anderer Ersatzteile unkenntlich madjte und zu Spottpreisen an Hehler absetzte. Ein Fahrrad konnte die Polizei, auseinanderaenommen, in einem Bettstrohsack noch vorfinden. Weiter haben bie Täter eine große An- Halst von Stallhasen in der Marburger Straße, am Pfarrgarten, in der Medizinischen Universitätsklinik, Neuenweg und Mühlstraße entwendet. Auf der Karlsruhe und in der Boothausstraße schlachteten sie leweils am Tatort wertvolle Hühner und Enten ab In Staufenberg verübten sie bei einem Fahrradhändler einen Einbruch und entwendeten eine größere Anzahl Fahrradmäntel, Laternen, Pedale, Fahrradketten usw. Auch in einer hiesigen Konditorei in der Marktstraße entwendeten sie durch Einbruch Eier und Konditoreiwaren. Von dem Fuhrwerk eines Mehgermeisters stahlen sie mehrere stücke Speck. In der Marburger Straße erbrachen sie ein Oellager und nahmen eine Menge seines Autoöl mit.
sie einem aus ber Richtung Vegesack kommenden Personenzug ausweichen wollten, von dem aus Hamburg herankommenden Cilzug ersaßt und aiif der Stelle getötet. Beide Beamte waren Familienväter.
Beim „Jeuerfpeieii“ schwer verletzt.
Wie aus Leipzig gemeldet wird, poollte dieser Tage im Ritterschlöhchcn Barneck zu Dölih-Eh- renberg ein IZjähriger Schlosser „Feuer speien". Er hatte großsprecherisch erklärt, er habe diese Kunst schon mehrfach ausgeübt und sei ein ausgezeichneter Feuerspeier. Seine Freunde nahmen ihn beim Wort und Dertangten, daß er den Beweis für seine Behauptungen antrete. Er schluckte Benzin, zündete es an und wurde durch .Zurückschlagen der Flammen so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Ob der junge Mann seinen unglaublichen Leichtsinn mit dem Leben büßen muß, weiß man noch nicht. Er hatte in der Tat das Feuerspeien noch nie ausgeübt.
Polnische Soldaten überfallen ein deutsches Mütterheim.
3n Kattowitz wurde von betrunkenen Militärpersonen auf das Mütterheim des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Schrau ein Heber» fall verübt. Anter Führung eines Sergeanten versuchte eine Gruppe von sechs Mann, die Tür aufzubrechen, um in das Haus einzudringen. Sie bearbeiteten mit Seitengewehren die Tür, die den Angriffen jedoch glücklicherweise standhielt. Einige in der Nähe weilende junge Leute verständigten die Polizei, die ihrerseits die Militärbehörde benachrichtigte. Als eine Militärpatrouille am Tatort erschien, waren die Täter bereits geflüchtet. Inzwischen hatte sich eine große Menschenmenge angefammelt, die von der Polizei zerstreut wurde.
335 000 Liter Alkohol „schwarz" hergestellt.
Der Düsseldorfer Zollfahndungsstelle ist es gelungen, in kurzer Zeit fünf angemeldete Brennereien als Schwarzbrennereien zu entlarven. Das Schwarzbrennen wurde sechs Jahre lang dadurch ermöglicht, daß mehr Rohmaterial als angemeldet worden war, zur Verwendung gelangte. Aeber raffiniert angelegte geheime Abteilungen wurde der mehrerzeugte Branntwein den verschlossenen Brenngeräten entnommen und so der zollamtlichen Abnahme entzogen. Gegen einen Brennereibesiher ist Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet worden, da er mindestens 225 000 Liter reinen Alkohol „schwarz" hergestellt und verkauft hat. Bei den übrigen vier Brennereien wurden insgesamt weitere 110 000 Liter reinen Alkohols den gesetzlichen Abgaben entzogen.
deutschen Landes zu gefährden; gegen bie Devisenvorschriften verstoßen wird oder sich durch die Reise ins Ausland seinen steuerlichen Pflhhten entziehen wirb.
_ Die Erteilung von Ausreisesichtvermerken in der Form von Ausnahme-Sichtvermerken (§ 67 der Paßbekanntmachung) ist unzulässig. Die Bestimmungen über die Regelung,des kleinen Grenzverkehrs und des Ausflugs-Grenzverkehrs bleiben an sich unberührt. Soweit eine unbeschränkte Weitergeltung dieser Bestimmungen den mit ber vorliegenden Bekanntmachung verfolgten Zweck vereiteln würde, bleibt es den Regierungen der Grenzländer überlassen, für Reichsangehörige eine entsprechende anderweitige Handhabung dieser Bestimmungen vorzusehen.
Die Bestimmungen, die das deutsch-polnische Abkommen für Oberschlesien vom 15. Mai 1922 für Verkehrskarten vorsieht, bleiben unberührt. Reichsangehörige, die in das Saargebiet reisen wollen, bedürfen keines Ausreise-Sichtvermerks, wenn sie nachweifen oder glaubhaft machen, daß das Ziel ihrer Reise im Saargebiet liegt. Der Ausreise-Sichtvermerk wird gebührenfrei erteilt.
Daten für Mittwoch, 5. April.
1804: Der Botaniker Matthias Fakob Schleiden in Hamburg geb. 1932: Der österreichische Staatsmann Graf Ottokar Czernin in Wien geft.
Oie Zusammensetzung -es neuen Gießener Stadtrats.
Wie wir auf Anfrage bei der Stadtverwaltung Horen, wird der Gießener Stadtvt, der bisher 42 Mitglieder zählte und nach dqm Gleichschal- tungsgeseh künftig nur noch 29 Mitglieder haben wird, unter Zugrundelegung des Wahlergebnisses vom 5. März bei Ausschaltung der Kommunisten folgende Verteilung der Mandate auf- weisen: NSDAP. 18 Sitze, SPD. 6, Kampffront Schwarzweißrot 3, Deutsche Volkspartei 1, Zen- trum 1 Sih. Der alte Stadtrat wies folgende Verteilung der Mandate auf: SPD. 14 Deutsche Volkspartei 8, Wirtschaftspartei 8, Staatspartei 4, Deutschnationale 3, Zentrum 2, NSDAP 1 Kommunisten 2 Sitze.
Bornotizen.
— Tageskale nd er für Mittwoch : Stadttheater, 20 bis 22 Ahr „Andreas Hollmann". — Bund Königin Luise, 20 Ahr, Stahlhelmheim, 'Bortrag über „Wert und Ziele des Bundes Kö- nlgln Luise". - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Der Choral von Leuthen".
Unschädlich gemachte Diebesbande.
Der heutige Gießener Polizeibericht teilt mit:
3n der letzten Zeit wurden in Gießen und Umgebung zahlreiche Einbrüche, Kleintier- und Sahrraddiebstähle verübt. Den Dieben fielen Lebensmittel, Enten, Hühner, Stallhasen eine große Anzahl von Fahrrädern und Fahrrad- cr|at)teilen in die Hände. Bei einem in der »3ur SSurg“ in Klein-Linden verboten Einbruch konnten durch die Kriminalabtei- lung des Polizeiamts Gießen drei Personen aus Kinzenbach als Täter ermittelt werden. Nach 7Qarr!„ Leugnen legten zwei der Täter ein Geständnis ab, das sie aber vor Gericht widerriefen, da sie unter dem Einfluß des Haupt- taters standen, der von der ganzen Sache nichts wissen wollte. Sie erklärten in der Haupt- Verhandlung, ber Kriminalbeamte habe sie hypnotisiert. Trotz allem Leugnen wurden die Täter mit mehrmonatigen Gefängnisstrafen belegt.
Die erneuten Nachforschungen ergaben nun, daß bas Kleeblatt fortgesetzt während der Dunkelheit mit den Fahrrädern Kinzenbach verließ und au Raub ' aus3og. Der Haupttäter wußte von seiner früheren Hausiertatigkeit her, wo ein Ding zu drehen war. Bei diesen Strelfzugen entwendete man eine Anzahl 1
Vorgenommene Durchsuchungen bei den Tätern führten zur Sicherstellung von allerlei Diebesgut. Zwei der Täter wurden, da sie geständig sind, nach Aufklärung entlassen, der dritte wurde dem Amtsgericht zugeführt. Er kam in Untersuchungshaft.
Alldeutscher Verband und nationaler Aufbruch.
Aus Einladung der Gießener Vertretung des Alldeutschen Verbandes fand gestern abend im Hotel Schütz eine Versammlung statt, die den Zweck hatte, weitere Bevölkerungskreise mit dem Gedankengut des Alldeutschen Verbandes bekannt zu machen.
Der Versammlungsleiter, Rechtsanwalt Zimmer, betonte zu Beginn des Abeüds, daß der Alldeutsche Verband ein alter politischer Verband sei, der die Grundlageii zu dem heutigen nationalen Aufbau mit geschaffen habe. Der Alldeutsche Verband habe sich von jeher als das Gewissen der deutschen Nation betrachtet, Bismarck sei sein Ehrenmitglied gewesen. Das Führerprinzip habe im Alldeutschen Verband schon immer Geltung gehabt und werde auch weiterhin maßgeblich sein. Ohne die Mitarbeit und ohne die Gedanken dieses Verbandes werde auch der jetzige nationale Aufbau nicht vor sich gehen können, denn der Alldeutsche Verband sei immer gewissermaßen der Generalstab des nationalen Aufbaues gewesen. Die Alldeutschen begrüßten mit Freude den Aufschwung der NSDAP., des Stahlhelm und der Deutschnationalen Volkspartei, weil in diesen Organisationen viel von dem Gedankengut der Alldeutschen vorhanden sei und dort durch Mitglieder des Alldeutschen Verbandes vertreten werde. Die jetzige nationale Revolution sei nicht zuletzt auch ein Verdienst des Alldeutschen Verbandes.
Hieraus sprach Dipl.-Ing. Reith- Berlin über das Thema „Aufbruch der Nation". Der Redner berichtete zunächst mit besonderer Freude über bie gewaltige nationale Welle, die am 30. Januar nach der Bildung der nationalen Regierung in Berlin sich erhob und seitdem in ständigem Anstieg über das ganze deutsche Land gegangen ist- Der Alldeutsche Verband freue sich, daß sein Gedankengut durch die NSDAP, und ihre Mitkämpfer jetzt der Verwirklichung entgegengehe. Der Vortragende wies dann auf die politische Vorarbeit des Führers der Alldeutschen, Iustiz- rat C l a ß, hin und betonte, der Alldeutsche Verband habe bei allen seinen Arbeiten und Plänen immer nur das ganze deutsche Volk im Auge gehabt, denn das Volk als solches stehe ihm am höchsten. Hierauf beschäftigte er sich mit öer Stellungnahme der Alldeutschen zur Iuden- frage, wobei er in unveränderlicher Fortsetzung der bisherigen Haltung der Alldeutschen Stellung der Juden unter Fremdenrecht und ihre Ausschaltung aus der Regierung und der Justiz forderte, da die natürlichen Interessen des jüdischen Volkstums immer im Gegensatz zu den Interessen des deutschen Volkskörpers stünden. Ferner forderte der Redner scharfes Vorgehen nicht nur gegen jüdische Warenhäuser, sondern gegen die Warenhäuser überhaupt, da der Warenhausgedanke jüdischen Ursprungs sei und als solcher abgelehnt werden müsse. Entschiedenen Kamps forderte der Vortragende weiter gegen das Zentrum, das in feiner Haltung bisher immer nur durch die Abhängigkeit von Rom be- stimmt worden sei und mit feiner römhörigen Politik eben keine deutsche Politik machen könne. Wenn auch das Zentrum jetzt aus seiner po- litischen Schlüsselstellung herausgeworfen sei, so müsse doch der Kampf gegen es weiter fortgesetzt werden, damit es nie wieder zu politischem Ein- fluh tn Deutschland kommen könne.
Der Kampf um bie nationale Befreiung habe even erst begonnen, ber Sieg fei trotz ber bisherigen Erfolge noch keineswegs endgültig errungen. Der Redner' forderte angesichts dieser Lage alle national- gesinnten Deutschen auf, mit voller Hingabe in dem
? nationalen Aufbruchs mitzumarschieren uno Dabei nicht mühe zu werden. Die Mahnung rich. tete er insbesondere an den Typ des geruhsamen Burgers. Weiter forderte er zu einigem und festem


