Wirtschaft.
OerReichsbankstatus am30.September
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 3 0. September hat sich in der Ultimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 496,1 Mill, auf 3844,8 Mill. Mk. erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 334,9 Mill, auf 3289,2 Mill. Mk., die Bestände an Reichsschatzwechseln um 22,3 Mill, auf 30,1 Mill. Mk., die Lombardbestände um 138,4 Mill, auf 205,2 Mill. Mk. und die Effektenbestände um 0,5 Mill, auf 320,3 Mill. Mk. zugenommen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 327,7 Mill. Mk. in den Verkehr ab- geflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichs- banknoten um 316,9 Mill, auf 3624,8 Mill. Mk, derjenige an Rentenbankscheinen um 10,8 Mill, auf 391,9 Mill. Mk. erhöht. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 133,2 Mill, auf 1541,1 Mill. Mk. au. Die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen haben sich auf 17,1 Mill. Mk., diejenigen an Scheidemünzen unter Berücksichtigung von 0,1 Mill. Mk. wieder eingezogenen auf 135,2 Mill. Mk. ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 465,2 Mill. Mk. eine Zunahme um 57,3 Mill. Mark.
Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 5,3 Mill, auf 407,3 Mill. Mk. erhöht. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 13,0 Mill, aus 367,2 Mill. Mk. zugenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen dagegen um 7,7 Mill, auf 40,1 Mill. Mk. abgenommen.
Die Deckung der Noten betrug am Ultimo 11,2 o. H. gegen 12,2 o. Sy am 23. September d. 3.
Neue Znlandauftrage für die AEG.
Die Geschäftsbelebung, die vor einigen Monaten lm Zusammenhang mit dem Arbeitsbeschaffungs- proaramm der Reichsregierung einsetzte und zu arößeren Auftragserteilungen an die AEG führte, hielt auch in letzter Zeit an. Auf dem Gebiete des Leitungsoaues konnte die AEG. Aufträge auf den Bau einer 5O-Kilowatt-Drehftromleitung in Thüringen, den Umbau einer Anzahl von Ortsnetzen in Schleswig-Holstein, sowie auf umfangreiche Bauten von 20-Kilowatt'Drehstromleitungen und Ortsnetzen in Oberschlesien hereinnehmen. Auch das Geschäft in öllosen (Druckgas- und Wasser-) Schaltern blieb weiterhin lebhaft. Auf diese modernsten Schalter, die die Hochspannungstechnik kennt, gingen Neubestellungen auch für größere Leistungen ein. Eine Belebung erfuhr ferner das Turbinengeschäft für 3nbqftrican(agen, wobei vor allem die Zuckerindustrie mit Aufträgen auf Dampfturbinen und Turbo-Generatoren hervortrat. Beachtenswerte Be- tellungcn erhielt die AEG. ferner auf Großtrans- ormatoren mit lafturnfchaltbaren Regeleinrichtungen. Die Aufträge wurden fast ausnahmslos gegen djärffte Konkurrenz und damit freilich auch zu sehr gedrückten Preisen hereingenommen.
*
* 7,5proz. rumänische Monopolanleihe do n 1 93 1. Die ständige Kommission zur Wahrung der 3nteressen deutscher Besitzer ausländischer Wertpapiere, Berlin, teilt im Einvernehmen mit den deutschen Emissionshäusern der 7,5 proz. rumänischen Monopolanleihe von 1931 mit: Das rumänische Monopolinstitut hat infolge des am 15. 8. 33 durch die rumänische Regierung erlassenen Transfermoratoriums den Emissionshäusern die für die Aufrechterhaltung des Zinsendienstes erforderliche Dotation nicht zur Verfügung gestellt. Der am 1. 10. d. 3- fällige Koupon der Anleihe kann daher nicht eingelöst werden.
* Commerz- und Prioat-Bank AG., H a m b u r g - Be r l i n. 3n der Bilanzsitzung für das erste Halbjahr 1933 wurden die Ergebnisse als durchaus befriedigend bezeichnet. Der Wiederaufbau des laufenden Geschäfts habe gute Fortschritte gemacht. Don dem Arbeitsbeschafsungsprogramm der Reichsregierung erwartet die Verwaltung einen starken Auftrieb in allen Zweigen der Wirtschaft, der auch dem Bankgewerbe wieder neue Wege zu ersprießlicher Tätigkeit eröffnen werde.
* Franksche Eisenwerke A G, Adolfs- Hütte Niederscheld (Kreis Dillenburg). Nach dein Geschäftsbericht der Franksche Eisenwerke AG., Adolsshütte Niederscheld (Kreis Dillenburg) waren die Absatzoerhältnisse im Geschäftsjahr 1932 noch ungünstiger als in den Vorjahren, beeinflußt durch die unsichere politische Lage und die Ausfuhr- erschwernisse. Durch die erzielte Erhöhung der Betriebsrentabilität konnte im Berichtsjahr trotzdem günstiger gearbeitet werden. Das laufende Oe- schäftsiahr weist wesentlich — bis zu 50 v. H. — gesteigerte Umsätze auf, so daß mit einem befriedigenden Ueberschuß gerechnet werden kann. Um alle Vermögenswerte und Anlagewerte grundlegend den Zeitverhältnissen anpassen zu können, hat sich die Gesellschaft entschlossen, die verfügbaren Reserven aufzulösen und eigene Aktien im Wege der Kapi
talherabsetzung l. e. F. einzuziehen. Die Erfolgsrechnung gleicht sich aus, nach Abschreibungen und Sonderabschreibungen auf Anlagen in Höhe von 450800 Mk., anderen Abschreibungen von 999200 Mk. und unter Verwendung der Erträge aus der Einziehung von eigenen Aktien und Entnahmen aus dem Reservefonds. Wie man hört, ist es der Gesellschaft gelungen, recht erhebliche Aufträge aus dem 9n- und Ausland zu erhalten, so daß sie auch ihr still- liegendes Werk Nieverner-Hütte z. T. wieder in Betrieb nehmen konnte und auf ihren Hauptwerken Adolsshütte und Reddighäuser Hammer bei lag- und Nachtschicht voll beschäftigt ist. Die Zahl der Beschäftigten beträgt z. Z. rund 1300 Mann.
Frankfurter Börse.
Millagsbörse: sehr still.
Frankfurt a. M., 3. Oft. Das Geschäft an der Effektenbörse war auch heute sehr still. Nicht nur die Kulisse verharrte angesichts der Ungewißheit über die Währungsoerhältnisse in USA. und im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Genfer Verhandlung in ihrer Zurückhaltung, sondern auch das Publikum zeigte nach dem Ultimo noch kein nennenswertes Kaufinteresse. 3nfolge der außerordentlichen Geschäftsstille bröckelten die ersten Kurse daher überwiegend von 0,25 bis 0,75 o. H. ab; die Grundstimmung war indessen nicht unfreundlich, und nach den ersten Kursen zeigten sich Ansätze einer leichten Befestigung, die aber auch nur auf wenige Spezialpapiere beschränkt blieb. Am Montanmarkt waren Rheinstahl und Mannesmann mit je —1,13 v. H. stärker gedrückt. 3G. Farben eröffneten mit 115,50 0,50 v. H. niedrigcr.Rütgers- werke verloren 0,90 v. H. Elektroaktien tendierten uneinheitlich: Accumulatoren (—1 v. H.), andererseits Bekula (+ 0,50 v. H ), Schlickert (+1 v. H ). AEG. blieben zu 18,25 o. H. behauptet. Siemens konnten sich nach gut behauptetem Beginn (145) um 2,50 v. H. befestigen. Von sonstigen Werten eröffneten Zellstoff Waldhof 1 v. Sy, Reichsbank 0,50 v. Sy und L. Tietz 0,65 v. Sy schwächer. Daimler Motoren und Conti Gummi waren knapp gehalten.
3m Verlaufe ergaben sich nur noch unwesentliche Veränderungen, das Geschäft war minimal. 3G.-Farben streiften vorübergehend 116,25 d. Sy, schlossen aber wieder mit 115,50 o. Sy Siemens gaben 0,50 v. Sy nach, während L. Tietz 0,75 v. H. gewannen. (15,75 bis 16,50). Am Äaijomarft ist der weitere Rückgang der Großbankaktien um 1 v. Sy zu erwähnen, DD-Bank 43, Dresdner Bank 35,50, Commerzbank 41 v. Sy
Der Rentenmarkt hatte ebenfalls nur kleines Geschäft. Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen eröffneten behauptet, später waren sie z. T. etwas hoher, Altbesitz 79,65 bis 79,40 bis 79,75, Neubesitz 11,20, späte Schuldbücher 82,50 bis 82,90. Stahloerein-Bonds unv. 60,50, Reichsbahn- 2321. 99,90 (—0,13 v. H ). Goldpfandbriefe lagen teilweise 0,25 v. Sy höher, Liquidationspfandbriefe uneinheitlich, Nass. Landesbank Wiesbaden 85,75 (+ 1,75 v. H ). Kommunal'Obligationen waren erneut um 0,50 bis 1 v. Sy fester, ferner waren Stadtanleihen gefragt und um 1 bis 2 v. H. hoher. Von Staatsanleihen 6 v. H. Hilferding 99,25 (98,40). Steuergutscheine von 1934, 1935 und 1936 zogen je 0,13 v. H. an, Durchschnittskurs 86,90 (gestern 86,80). Von fremden Werten blieben Schweiz. Anleihen gesucht und fest, dreiprozentige Bundesbahn (105, zuletzt 96 v. H.), 3 o. H Berner Staatsanleihe von 1895 121 (zuletzt am Samstag 110,50 v. H.).
Abendbörfe: etwas freundlicher.
Das Geschäft an der Abendbörse nahm infolge der allgemein herrschenden Zurückhaltung keinen nennenswerten Umfang an. Die Stimmung schien jedoch etwas freundlicher, von gewisser Anregung war hierbei der Ouartalsultimoäusweis der Reichsbank. 3G. Farben eröffneten 0,25 über Berliner Schluß und zogen im Verlauf weitere 0,25 v. Sy an, auf den übrigen Marktgebieten ergaben sich keine wesentlichen Veränderungen. Siemens lagen in Anpassung an den niedrigen Berliner Kurs 1,25 v. Sy schwächer. Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls klein. Neubesitz gewannen 10 Pf., späte Schuldbücher 0,13 v. H„ während Altbesitz nur knapp behauptet waren. 3ntereffe erhielt sich für Stadtanleihen, die meist 1 o. H. anzogen, sowie für Gold- und Liquidationspfandbriefe. Von Ausländern blieben Anatolier gefragt.
'Kinöcrmorff in Gießen.
Auf dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 302 Stück Großvieh, 82 Fresser und 115 Kälber zum Verkauf. Auswärtige Käufer waren in geringer Zahl vertreten. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qual. 300 bis 360 Mark, 2. Qual. 160 bis 220 Mark.. 3. Qual. 100 bis 140 Mark; Schlachtkühe a) 120 bis 250 Mark, b) 40 bis 100 Mark; Rinder, Vi—'/«jährig 50 bis
100 Mark, '/«—2jährig 50 bis 140 Mark, tragend 150 bis 280 Mark, Kälber das Pfd. Lebendgewicht 20 bis 30 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Markt- verlaus: schleppend, geräumt
Frankfurter Pferdemarkt.
Frankfurt a. M., 3. Oft. Der Markt war gut besucht, und wenn auch der Handel zunächst schleppend einsetzte, entwickelte sich das Geschäft im Lause des Vormittags sehr zufriedenstellend. Volljährige, mittelschwere Arbeitspferde waren gefragt und zogen im Preise kräftig an. Bei der Berstet- gerung einer Anzahl Hengste durch das Landgestüt wurden ebenfalls angemeffene Preise (600 bis 900 Mark) erzielt. Schlachtpferde waren knapp und wurden zwischen 24 und 28 Mark je 50 kg ge- handelt. Der nächste Pferdemarkt findet am 4. Dezember statt.
Mainzer Lchlachtviehmarkt.
Mainz, 3. Okt. Auftrieb: 15 Ochsen, 8 Bullen, 376 Kühe ober Färsen, 280 Kälber. Marktverlauf: Großvieh mäßig belebt, langsam geräumt. Kälber ruhig, ausoerkauft. Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen al) 30—34, b) 23 bis 26; Bullen c) 23—27; Kühe a) 23—27, b) 20 bis 22, c) 14—17; Färsen a) 30—34, Kälber c) 32 bis 36, d) 30—32.
Mannheimer Grotz-Viehmartt.
Mannheim, 3. Okt. Auftrieb: 148 Ochsen, 171 Bullen, 246 Kühe, 322 Färsen, 614 Kälber, 61 Schafe, 2377 Schweine, 4 Ziegen. Es notierten: Ochsen, junge vollst, ausg. 29—31, ältere 25—28, sonstige vollst. 23—25. Bullen, jüngere vollst. 26 bis 29, sonstige vollst. 24—26, fleischige 21—24. Kühe, jüngere vollst. 23—26, sonst, vollst. 18—21, fleischige 16—18, gering genährte 11—15. Färsen, vollst, ausgemäft. 30—32, oollfleischige 26—29, slei- schige 23—26. Kälber, Doppellender 42—45, beste Mast- und Saugkälber 36—40, mittlere do. 32—35, geringe Kälber 26—30. Schafe, beste Masst., Weide- mast, 21—27. Schweine, Fettschw. über 300 Pfd. 54—56, vollst. 240—300 Pfd. 52—54, do. 200 bis 240 Pfd. 51—54, do. 160—200 Pfd. 48—52.
Kölner Gctreidemarkt.
Köln, 3. Okt. Weizen, rhein. 76 kg, 19 Mark, Preis für Landwirte; Weizen, rhein. 76 kg, 19,50,
Handelspreis; Weizen, aus!., 23,25 bis 24,50; Rhein. Roggen, 72 kg, 15,50, Preis für Landwirte, dto. 72 kg 16,10, Handelspreis; Hafer, hiesiger, 14,25 bis 14,50; Wintergerste, inländ. neu, 16,75 bis 17,24; Sommergerste, inländ., 17,25 bis 18; Mais, grober, 18,50; Mais, kleiner, 19,25; Weizenmehl, 0,79 Afchegehalt, 26; Rhein. Weizenbäckermehl, 0,79 dto. (mit Auslandsweizen) 27; dto. öto. 0,405 dto. 32; Roggenmehl, 70proz. inländ. 0,82 dto. 23,25; Roggenschrot, inländ., 18,50 bis 19,25; Weizenkleie (brutto mit Sack) 9,50 bis 10,50; Roggenkleie (brutto mit Sack) 8,50 bis 8,75; Leinkuchenmehl, 38proz. (brutto mit Sack) 16,85 bisl7; Erdnußkuchenmehl, 50proz. (brutto mit Sack) 16 bis
Willst Ou die Wirtschastsnoi beheben, Mußt Ou durch Kaufen Arbeit geben.
16,25; Erdnußkuchenmehl, 54proz. (brutto mit Sack) 16,40 bis 16,60; Soyaschrot (extrahiert) 46proz. (brutto mit Sack) 14,75 bis 15,25; Rapskuchen, 38proz. 12,75; Palmkuchen, lose, 21proz. 15 bis 15,25; Zuckerschnitzel, lose 10,10 bis 10,50; Rohmelasse 7,25 bis 7,75; Wiesenheu, inlnd., lose, neu 5,70 bis 6,10; Rotkleeheu, inländ., lose, neu 6,40 bis 6,80; Luzernekleeheu, lose 6,90 bis 7,20; Roggenstroh, gepreßt (ab rhein. Station) 1 bis 1,10; Weizenstroh, gepreßt (ab rhein. Station) 0,W bis 1> Haferstroh, gepreßt (ab rhein. Station) n/»0 bis 1 Mark. Stimmungsbericht: Die Handelspreise für Weizen und Roggen sind Uebergangspreise, da sich das Geschäft auf Grund der Festpreise noch nicht entwickelt hat. Die Umsätze in Brotgetreide waren klein, auch im übrigen war bas Geschäft nicht groß.
Kölner Buttcrmarkt.
Köln, 3. Okt. Deutsche Markenbutter 133 bis 136 Reichsmark (Großeinkaufspreise für 100 Pfund, ab Versandstation einschl. Faß), Deutsche Molkereibutter, I. Sorte 132 RM., II. Sorte 127 RM. Tendenz: unverändert.
Neues für den Büchertisch.
— Maurice Pal6vlvgue: Alexandra Fevdorvwna. Der Roman der letzten Zarin. 159 Seiten. Universitas Deutsche Verlags-Aktien- Gesellschaft, Berlin. —(269)—Balsvlogue, der durch eine Reihe von Romanen, geschichtliche und kunsthistorische Arbeiten literarisch bekannt geworden ist, war von 1913 bis 1917 französischer Botschafter in Petersburg. Seine Erinnerungen an diese Zeit erschienen von einigen Jahren deutsch unter dem Titel „Am Zarenhof während des Weltkrieges". Das vorliegende Buch enthält eine großenteils auf persönlichen Eindrücken beruhende Schilderung des Lebens der letzten Zarin, Alexandra Feodorowna, die 1872 als hessische Prinzessin in Darmstadt geboren wurde und im Sommer 1918 inIekaterinburg mit ihrer ganzen Familie ein furchtbares Ende fand.
— Das klingende Herz. Von Rudolf Z i 1 • f e n s. Ganzl. 4,80, (art. 3,50 Mk. Verlag Will). Gottl. Korn, Breslau 1. — (299) — Der Verfasser schreibt über sich und sein Buch Folgendes: Ich bin nie Politiker gewesen, und erst recht war ich niemals Parteipolitiker. Wenn ich in die Politik ging, wenn ich in die NSDAP, eintrat, so tat ich es nur in der felsenfesten Ueberzeugung, daß es die Mission der Partei sein wird, das Parteiwesen für immer zu zerschlagen und unser Vaterland vor dem Untergang zu retten. Ich ging in die Poltik, weil damals, in den schweren Kampfjahren, jeder gebraucht wurde, der kam — deshalb allein kam ichl Ich kam, obwohl ich den Kopf voller dichterischer Pläne hatte, und obwohl ich wußte, daß alle diese Pläne vertrocknen und verderben mußten, wenn ich sie zurückstellte. Ich konnte einfach nicht wie ein Literat handeln, der sich schöngeistig verzettelte, während deutsche Freiheitskämpfer in den Saalschlachten bluteten. Dafür war ich zu sehr Soldat und Kamerad. Zuerst das föater- land! Dann erst das Einzelschicksal! Heute erkenne ich, daß mein Instinkt mich richtig führte, denn mein künstlerischer Wille wurde in dem fünfjährigen täglichen Kampf nicht zerstört, sondern hart gebrannt" und geläutert wie Eisen im Feuer. Jetzt hat Hitler die Macht, und ich bin also wieder frei. Jetzt darf ich an mich selbst denken, an das, was in mir lebt. Jetzt darf ich dichten. So entstand „Das klingende Herz".
— 103 Gedichte von Joachim Ringelnatz. Preis: 1,50 Mark. 1933, Rowohlt, Berlin. — (278) — Dieses blaue Bändchen hat sich Ringelnatz selber zu feinem 50. Geburtstage geschenkt. Es ist der
Filmschauspielerin Asta Nielsen gewidmet; warum es ausgerechnet 103 Gedichte enthält, weiß kein Mensch, aber es ist wohl in seiner Gesamtheit die Essenz dessen, was Ringelnatz, Matrose, Turnet und Flugzeugfahrer in einer Person, so bisher geschrieben hat. Er hat sich nicht geändert: er ergötzt sich noch immer am barocken Einfall, er liebt noch immer die ruppigen Gesänge der rauhen Seefahrer, er besingt seine Schuhsohlen und seinen verlorenen Handschuh, die Badewanne und den Zigarettenrauch und den Frühling hinter Nauheim. Er wird, für die echte Lyrik, immer ein Außenseiter bleiben, schwankend zwischen dem grotesken Witz Christian Morgensterns und der primitivsten Alltäglichkeit. Nur selten gelingt oder genügt ihm ein wirkliches kleines lyrisches Werk aus einem ernsten, einfachen und unverfälschten Gefühl heraus. Aber solchen Ehrgeiz entsprangen ja auch weder diese 103 noch seine übrigen Gedichte und Geschichten.
— Werner Scheff: (Ein Windhund von Mann. Verlag Ullstein, Berlin. Preis drosch. 2,80 Mark, Ganzleinen 4,00 Mark. — (147) Ein modernes Märchen für junge Leute, ein unterhaltsamer Roman, reich an Überraschungen und wert einiger Stunden der Aufmerksamkeit.
— Der Nußbaumer. Eine Novelle von Fanny Wibmer-Pedit. 64 Seiten Text und vier Bilder in Kupfertiefdruck. Geschenkband 2,— Mark. Verlag Josef Müller, München 13. — (7.)
— Die Blutrache. Eine Novelle von Anna R i ch 1 i. 64 Seiten Text. Geschenkband 2,— Mk. Verlag Josef Müller, München 13. — (8.) —
— Ludwig Bauer: Welt im Sturz. Verlag L. P. Tal & Co., Wien VII. — (496) — Das phantasieoolle Buch wird jenen, denen es Bedürfnis ist, die Umriffe der Zukunft wenigstens za ahnen, eine Gedcmkenftütze sein.
— So tarn der Krieg! Eine wahrheitsgemäße Darstellung der Ursachen des Weltkrieges. Von Waldemar John. Mit 6 Zeichnungen und 2 Karten. 52 Seiten. Preis 30 Pf. Verlagsbuchhandlung Fr. Zillesfen (Heinrich Beenken), Berlin^ - (514).
— Der Vertrag von Versailles. Die Grundursache der deutschen Not. Mit 19 Zeichnungen und Karten. 48 Seiten. Ausgabe für Volk und Tugend. Preis 30 Pf. Heinrich Beenken, Verlag, Berlin. — (515).
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. Sy, Lombardzinsfuß 5 o. Sy
Zrankturi a. Dl
Berlin
Schluß- kur«
Schlußk. Ulbtnb- bSrse
Schluß für«
Schlußk. Mittag- bSrse
Datum
2.10. 1 3.10.
2-10-
3-10-
•% S'eutiöc 9teid)3ankU)e v. 1927
•% eäcm.7% T,. fllcldieanl. v. 1929 6ii% Boung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl-Ablos.-Schuld mit
AuSlos.-Rechten .............
85
9).4 «5,5
79,5
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81
82,5
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74
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5,5
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Dclgl. ohne Auoios.-Rechte......
6% cl)cm.8% Heil, «oltoflaat 1929 (rückjahlb. 102%)............
6% Hvft. Landesbank Darmstadt (Sold >H. 12...........
Hell. Landes-Hypothekenbank Darmstadt tilaui.........
Oberheften Provinz-Anleih« mit
Auolos.-Rechten .............
Deutsche komm. Sammolabl. An. leibe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 6% ebem. 8% Franks. Hyp.-Bank »olbple. 15 unkündbar bie 1935
<% ehern. 7% Franks. Hyp.-Vank giotdpse. 16 unkündbar bl< 1936
6^1% ehem. 4Vi% yranks. Hyp.- Bank-Llqu^Psandbriese.......
6y.% ehem. *Vt»/o Rheinische Hyp.-Bank-Llgu.-Boldpse.....
6% ebem. 8% Pr. Lande»psand- vrielanslalt, Psandbriele R. 19 •% ebem. 7% Pr. LandeSpsand- brtclanftalt, Psandbriele R. 10
Eteuergutlch. BerrechnunaSkur»..
4% Oesterreichlsche Eoldrentr....
4,20% Oesterrcichftche EUderrente 4% Ungarische Goldrente.......
4% Ungarische Staatsrente v. 1910, 4Vt% deSgl. von 1913..........
6% abgcst. Goldmexikaner von 99 4% Dürkilche flollanlribe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe
^ranflurt a. Dl.
Berlin
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—
—
6% Rumün. vereint,. Rente v. 1903
2,8
2.8
2,85
_
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4.5
4.5
4.3
4,2
4% Rumänische verein!,. Rente ..
2,55
2,5
2,55
2,4
2 V*% Anatolier ..............
23,9
26
24,75
25,75
Hamdurg-Amerika-Paket ..... 0
Hamburg-Südam. Dampsschfts. 0
10,5
10,25
10,25
22,5
10,25 22,5
Hansa-Dampss.iiiss........... o
—
—
20
19,75
Norddeutscher Lloyd .........0
11,25
11,25
11,25
11,25
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40
40
40
40
Berliner Handrlsgclrlftchast ... 4
84,5
84,5
84,5
Commerz- und Prioat-Bank ... 0
42
41
41
Deutsche Bank und Dutconto-
Gesellschaft................0
44
43
_
43
Dresdner Pank.............. 0
36
35,5
—
35.5
Reichsbank ................ 12
141
141
141,4
141
«.«.«......................0
Bekula.....................0
18,25
113,75
18
114
18,5
113.9
17,9
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Siektr. LieferungSgrsellschast... 6
71
71
70.65
70,25
Licht und fliaft ............. 6
89
88
88.5
88,5
Retten & Guilleaume......... 0
Gcselftch.s.EIekrr.Unternehmung. 6
42
42
42,25
41,5
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145,75
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94,75
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52
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Berlin
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22,5
23,75
22.65
Kokowerke ..................
0
—
-
68.5
67,75
Phoni; Bergbau.............
0
33.25
32,5
32,75
32,13
Rheinische Braunkohlen .....
10
188
188
188
185.25
Rheinstahl ..................
0
73.65
73,25
72.9
73,25
Bereinigte Stahlwerke........
0
32,5
32,13
32,5
31,75
Ctaoi Plinen ...............
0
11.25
11
11.13
11,13
fialirocrtc Aschersleben........
6
111
—
113
112,25
Kaliwerke Westeregeln........
6
112
112
111,25
112,5
Kaliwerke Ealzdetsurth.....iyt
-
162
162,5
I. ®. Yarben-Industrie.......
7
115,75
115,75
116
115,25
Scheideanstalt...............
9
170
170
—»
—
Violdschmidt ................
0
40,13
40
40
40.13
RütgcrSwerke ...............
0
4/
46,5
47,25
46.65
Metallgesvllschast.............
0
52
52
—
52,4
Philipp Holjmann...........
0
56
56,5
56
56,25
Zementwerk Heidelberg ......
Zementwerk Karlstadt.........
0
73
72,5
0
EchultheU Payenhofer .......
0
—
—
90,75
90,75
Aku sAllgemeine Kunstseide) ..
0
29
29
29,13
29.25
Bemberg...................
0
40
39,5
41
39,5
Zellstoff Waldbos ............
0
33
32
32,5
31,5
Zellstoff Aschassenburg .......
0
19
19
19.13
20
Dessauer Q>a4 ...............
7
—
97,65
96,5
Daimler Motoren............
0
24,5
24,4
24,75
24,5
Deutsche Linoleum...........
0
39,9
39,25
39.75
39,5
Crenftcm & Koppel..........
0
27,5
27,75
Leonhard Tietz ..............
0
16,4
16,5
16,13
17,25
Edade......................
10
161,5
159.5
161,5
158
Aceu mutaioren-Fabrik........
0
158
157
158.5
157
Lonti-Oummi...............
0
133,13
133
133,25
133
Sritzner....................
Matnkraftwerke Höchst a,DL...
0
15,5
-
15,75
54
55
-
Süddeutscher fludet .........
8
157,76
157,75
157,25
-
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M.
2-Oktober
3.Oktober
Amtliche »eld
Notierung Dne’
Amtliche Notierung «eld | »rief
Helsingsor»..
5,724
5,736
5.694
5,706
Wien.......
48,05
48.15
48.05
48.15
Prag.......
12.42
12,44
12,425
12,445
Budapest ...
—
Sofia......
3,047
3,053
3.047
3,053
Holland ....
168,98
169.32
169,43
169.77
Lelo.......
65,13
65.27
64,64
64.76
Kopenhagen.
57,89
58,01
57,44
57.56
Stockholm...
66,83
66.97
66.33
66.47
London .....
12,96
13,00
12.86
12.90
Buenos Aires
0,963
0.967
0,963
0,967
Neuyork....
2,712
2,718
2,682
2.688
Brüssel.....
58,39
58,51
58,54
58.66
Italien.....
22,02
22.06
22,02
22.06
Pari»......
16,395
16,435
16,42
16,46
Schwei, ....
81,15
81.31
81,42
81,58
Spanien....
35,01
35.09
35,01
35.09
Danzig.....
81,62
81.78
81,62
81 .78
Japan ......
0.769
0.771
0,764
0.766
Rio de Ian. .
0,230
0.232
0,229
0,231
Jugoslawien.
5.295
5.305
5.295
5.305
Lmadon....
12,68
12,70
Vanknoten.
12,68
12,70
Berlin, Z. Oktober
«eld
»riet
Amerikanische Roten..............
2.635
2,655
Belgische Roten..................
58,38
58,62
Dänische Roten .................
57,19
57.41
lknglische Roten .................
12,62
12.88
Iranjoftsche Roten...............
16,38
16 44
169 Öi
$talienlld’e Roten................
21,90
21 qfl
Norwegische Roten ..............
64.47
64.73
Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling
Rumänische Roten...............
—
__
Schwedische Roten...............
66 17
Schweizer Roten.................
81 24
Spanische Roten.................
34 88
Ungarische Note» ...............


