Ausgabe 
4.9.1933 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

UtzW.

flbab im hiesigen Volksbad ^-llngsarbei'ien vm (September 1935

war ij,

°-L"LKLÄ des übetn^4l-bli'd) S^'

M?®**«», ZrWr »«fei 6 Stete: t äs** hotte sje'j'h^!^ durch

Ekelten bieten' ttUrben

iWi 5« etlaS £ *e?en- noch, niekbri9 ewrs Qntmn»? |le 3u dem

8"

re3ooUen Vqu

ÄVirti«Ä.- i4Än'K<ta bis et oemki-k/, draueme

inr w..'. ®B ste mit alleri °°ch. L °,r ir* m«i?e

ß' ° DOn Sonjilius, die roch

5! Ehestau taugte. ° Än9lQm rEZ'ehen. Er sbs werden, wie sie es wohl aw LTTl ®rie'.einem !° ?£?* bQ^ -l ei9en,[ii nicht >chchten zu üben.

>hr Gelegenheit geben, daß bi« lungen non ihr ausging - diel» er ihr in seiner Ritterlichkeit atte er ihr allerlei zu verstehen >egnssen, bewies ihm der Bries, wie reibungslos und über Er- rennung erfolgt mar.

-rtsehung folgt.)

»sich,

547 D

[ Vereine

A

^lESSfi^k/

Ihaus»Gieret»

er 1933.

olfetaö Gießen.

;olle.

K

VLSetten gdiMzim, Pobl»,. S-

eräugen

, Hornhaut Infolge der trknng auch irtnäa.Fall. c u. Garant, wenrefkl.m. beseit, duck mgea Bipid.

diu L»"6"' W. Kilbmger Selterswep 69 Ä *

fuß.

ei Abel

f er rartete

Illi** < f nf

Nr. 206 Zweites Blatt

uiontag, 4. September M5

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhchen)

Bilder vom Nürnberger Neichsparteitag.

Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, eröffnet den Parteitag in der festlich geschmückten Lmt- poldhalle, die etwa 15 000 Menschen faßt. In der ersten Reihe sieht man den Reichskanzler, Stabschef Röhm, den Leiter der Arbeitsfront, Dr. Ley, Reichspropagandaminister Dr. Goebbels u. a. m.

'"x

W H

* A;.

1

...' i

'.-in

>* **

#W (

MB

ZI

t

'A

£ , t,,, ...

1 r

M

Rheinland in Ketten.

Niebe,DaterlandSvei-rciter,Zuchthäus<er und Seserteure errichten eine Republik.

Urheberrecht: Dammert-Pressedienst, Berlin W 35.

V.

Roch ein Vaterlandsverräter.

Für den angeschossenen Smeets hat man endlich in einem Herrn 3ofef Matthes Ersatz ge­funden. Daß dieser Mann wegen mehrerer Ber­gen darunter Verleumdung zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt worden war, macht Ihn den Franzosen weiter nicht unsympathisch. Don Beruf ist dieser Strolch Revolverjournalist. Er wird nun, weil er jaFachmann" ist, von General D e g o u t t e als Mitarbeiter des separatistischen HetzblattesNachrichtendienst" eingestellt. Dieses Blatt erscheint in deutscher Sprache. Seine Re­daktion befindet, sich im französischen General­kommando.

In diesem Zusammenhang verdient ein Flug­blatt der rheinischen Studenten Erwähnung. Dieser Aufruf prangte eines Morgens an allen Häusern und brachte Herrn Poincare sogar eine Interpellation durch Herri o t ein. Er kennzeichnete in nicht zu überbietender zynischer Dcrpottung! die separatistischen Führer. Jeder Leser konnte sich leicht ausmalen, wie es um den ideellen Wert einer Sache bestellt war, die in den Händen solcher Elemente lag:

Oie Stunde der Freiheit hat geschlagen!

Die Stunde der Freiheit hat geschlagen! Unferc Macht ist gestützt auf die rücksichtslose Älntcrbrüdung der Wahrheit, die Kontrolle der Lokalpresse, die moralische Unantastbarkeit unserer Idee und unserer Führer. Wir rufen

Der Wohnzug der Diplomaten. In diesem Zuge wohnten die Vertreter der ausländischen Mächte, die als Gäste an dem Reichsparteitag teilnahmen.

Qlle zur Mitarbeit auf, die schon einmal auf dem rechten Wege gestrauchelt sind. Wir ver­sprechen weitgehendste Amnestie, wir sind nach­sichtig in der Beurteilung menschlicher Schwä­chen. Dafür bürgt unser Strafregister. Lokal­kommissar für Kirche und Schule: Hender- kott, Alex, bürgerlicher Beruf: Dordellier, zweiundzwanzigmal vorbestraft: dreimal wegen Mißhandlung zu insgesamt 7 Monaten Gefäng­nis, viermal wegen Betruges zu insgesamt 14 Monaten Gefängnis, dreimal wegen Dieb­stahls zu insgesamt 4 Iahren Zuchthaus, drei­mal wegen Zuhälterei und Kuppelei zu ins­gesamt 8 Monaten Gefängnis, außerdem wegen Beleidigung, Obdachlosigkeit usw. Lokal­kommissar für öffentliche Sicherheit: Rowack, Johann Wilhelm, bürgerlicher Beruf: Schuh­macher. Dorbestraft: einmal wegen schweren Diebstahls zu 3 Monaten Gefängnis, einmal wegen Totschlags zu 10 Jahren Zuchthaus, ein­mal wegen Amtsanmaßung, Erpressung, schwe­rer Urkundenfälschung zu 9 Monaten Gefäng­nis. Polizeichef: Heimann, Josef. Bürger­licher Beruf: Kellner und Althändler. Dor­bestraft: einmal wegen schweren Diebstahls zu drei Monaten Gefängnis, einmal wegen Stra­ßenraub zu 5 Jahren Zuchthaus, einmal wegen gefährlicher Körperverletzung zu 10 Tagen Ge­fängnis. Lokalkommissar für Dolkswohlfahrt: Groll, Ferdinand, bürgerlicher Beruf: Haus­bursche. Dorbestrast: neunmal wegen Körper­verletzung, einmal wegen Hausfriedensbruch usw. so daß jeweils die Liste der Dorbestrafung und das Amt sich großartig ergänzen. Der Lokal­kommissar für öffentliche Kunstpflege war zum Beispiel im bürgerlichen Beruf Trompeter, außer wegen schwerer Dergehen wegen ruhestörenden Lärms vorbestraft. Der Kommissar für.Militär­dienstpflicht war wegen Fahnenflucht, der Chef der Wucherpolizei wegen Llnterschlagung und Be­trug vorbestraft.

Sie Betroffenen aber kümmern sich nicht viel um diese Anprangerung ihres Dorlebens. Sie bekommen, und das ist ihnen noch immer die Hauptsache, pünktlich ihrenSold"" aus der fran­zösischen Militärkasse und erhalten sogar Wasfen in Menge.

Wie macht man eine Republik?

Die Metzelei der Separatisten und das an» anschließende verlogene Kriegsgerichtsspielen der Franzosen in Düsseldorf war nur ein Dorputsch gewesen. Man wollte bei dieser Gelegenheit vor allem die eventuelle Widerstandskraft der Deutschen erkunden. Nachdem das Er­gebnis derart günstig gewesen war, sollte es end­lich losgehen. Im Verlauf des Oktoberanfangs verging kein Tag, an dem nicht Anweisungen aus Paris kamen. Der diensttuende französische Tele­phonist bekommt kaum die Hörer von den Ohren Poincare wittert, daß jetzt, nur jetzt die Ge­legenheit gekommen ist, seinen grausamen Plan wahr zu machen. Die Welt hat von der Auf­gabe des passiven Widerstandes der Deutschen gehört sie wird sich weiter nicht wundern, daß im Rheinland plötzlich eine Revolution ausbrechen wird und die Einwohner sich unter die schützende Trikolore flüchten!

Aachen.

21. Oktober. Fünf Kilometer vor der Stadt lagern etwa 250 bewaffnete Separatisten, die am | Vortage in französischen Automobilen von Duis­burg her nach dieser Stelle gebracht worden waren. ' Wenige Stunden später sehen wir die Strolche schon auf Lastautos durch die Straßen der stillen Stadt fahren. Dor den verlockendsten Geschäften wird Hnlt gemacht. Was sich irgendwie verlohnt, mitgenommen zu werden, wirdrequiriert". ,Als die Geschäftsinhaber schließlich die Roll­läden herunterlassen, rasen die Strolche zu den

Der Führer auf der Zeppelinwiese.

e - «M le

* Ä*

öffentlichen Gebäuden, vor allem dem Rathaus und dem Oberpostdirektionsgebäude, um sie zu be­sehen. Einige andere haben der verblüfften Ein­wohnerschaft durch Maueranschlag kundgemacht, daß das Rheinland sich für unabhängig erklärt habe und die Leitung von nun ab in den Händen des Kaufmanns Decker befände. Die Bevölke­rung kocht vor Wut, und am 23. Oktober dringen endlich deutsche Polizeibeamte in die besetzten Ge­bäude ein, um sie von den volksfremden Halunken zu säubern. Im gleichen Augenblick erfdjeinen belgische Soldaten und Polizisten, die versteckt waren, und beginnen auf die Polizisten zu feuern^ Dier Deutsche werden getötet. Die Separa­tisten bleiben in den Häusern. Am 2. November haben sie auch das Rathaus fest in ihrer Hand. Nun begann aber dieses Spiel auch den Eng­ländern zu bunt zu werden. Der britische Konsul in Aachen wies den Belgiern ihre verbrecherische älnterstützung dieses Raub- und Mordgesindels nach und am Nachmittag des gleichen Tages müssen die Belgier ihre Schützlinge aus den Re­gierungsgebäuden nehmen und abschieben. Der Putsch, die Republik hat in Aachen ein Ende gefunden!

Aehnlich war der Putsch in München-Gladbach, Duisburg. Krefeld und Rheydt verlaufen. In der britischen Zone war alles ruhig geblieben. Merk­würdig: in diesem Bezirk hatten die Rheinländer kein so starkes Bedürfnis nachFreiheit""!

Bonn.

Am 22. Oktober hatte der Oberbürgermeister der Stadt von den Aachener Ereignissen gehört und erwartete gleichfalls das Losschlagen der Ban­diten. Alm sie abzuwehren, lieh er das Rathaus durch deutsche Polizisten besehen, die laut franzö­sischer Bekanntmachung keine Schußwaffe tragen durften! So sah die Abwehr aus. Als in der Nacht bewaffnete Haufen der Separatisten anrüden, wer­den sie zwar aus dem Rathaus nicht mit Schüssen, aber mit dicken Wasserstrahlen empfangen. Wut­schnaubend bringt wenig später ein französischer Offizier in bas Haus ein unb veranstaltet eine Untersuchung, es sei nach seinen Berichterstattern aus bem Rathaus geschossen worben. Er ruft sämt­liche Polizisten, bie sich im Rathaus befinben, zu einerVernehmung" in sein Zimmer. Im gleichen Augenblick stürmen bie Separatisten ins Haus, hissen ihre Fahne unb konstituieren sich als freie Republik des Rheinlandes.

Die Tätigkeit der separatistischen Regierung in Bonn bestand darin, zurequirieren, Bürger zu mißhandeln, weil sie bie Zunge vor biesen Strol­chen heraussteckten. Aber bie Amtsgeschäfte muh nach wie vor bie deutsche Stadtverwaltung unter dem Druck französischer Bajonette erledigen. So ging dieseRegierung" wochenlang ...

Wiesbaden.

Am 22. Oktober befahl der Oberdelegierte der Stabt, L i l l e r s , bet deutschen Polizei, bie ein­rückenden separatistischen Machthaber in keiner Weise zu belästigen, um sie bei ihren wichtigen Re­gierungsgeschäften nicht zu stören. Bald waren auch hier alle öffentlichen Gebäude beseht und bie Regierungsgeschäfte unterschieben sich in nichts von benen ihrerAmtskollegen" in ben anderen Städten.

Koblenz.

In Koblenz marschieren in der Nacht des 23. Ok­tober bie Putschisten sogar unter Debeckung fran­zösischer Gendarmerie in bie Stabt unb können ungehindert ins Schloß einbringen unb ihre Fahne aufziehen. Als sie, wenige Stunben barauf, von deutscher Polizei herausgeprügelt worben sind, sammeln sie sich vor dem Hauptbahnhof. Aber auch diesmal wieder helfen ihnen die Franzosen, denen jetzt jedes Mittel recht ist, um das Rheinland in bie Hand zu bekommen. Durch Selbstschutzverbot werben bie Regierungsgebäude schutzlos gemacht unb auch prompt in ber Nacht des 25. Oktober von ben Separatisten bezogen, bie nichts zu tun haben, als Geschäfte zu plündern und Karabiner zu tra­gen. Fürwahr eine leichte Regierung, wenn bie französischen Dündnisbrüber alles abnehmen!

Es bauerte nicht lange unb bie Franzosen hat­ten sich vermittels ber separatistischen Horben ber wichtigsten Stäbte ihres Bezirkes bemächtigt.

Letzi wird regiert!

Herr Dorten unb Herr Matthes begannen ihr schweres Amt. Am 29. Oktober haben sie einen

Aufruf veröffentlicht, der in Fettdruck an den Häusern prangt:

Die Rheinische Republik.

Die Stunde hat geschlagen. Zur Rettung deS Rheinlanbes vor völliger Derelenbung, herbei- -lefübrt burch bie Schuld einer verbrecherischen ^Regierung, haben die freien Rheinländer die Republik erklärt und die Zivilgewalt übernom­men.

In ber Nacht vorn Donnerstag, den 25., auf Freitag, den 26. Oktober wurde neben anderen öffentlichen Gebäuden das Koblenzer Schloß ge­nommen und die provisorische Regierung ge­bildet, die dann sofort zusammentrat.

Die vorläufige Regierung setzt sich zusammen aus Vertretern aller rheinischen Gaue. Sie wird gebildet von folgenden Männern:

Dr. Kremers, Koblenz; v. Metzen, Düs­seldorf; Oehrnen, Koblenz; Dr. Wolter- Hoff, Düsseldorf; Dr. Liebing, Mainz; Brock, Köln; v. Grand- Ry, Aachen; Kle­ber, Düsseldorf; Dr. Müller, Düsseldorf; Simon, Frauenstein bei Wiesbaden; Heinz Orbis, Pfalz, Natter, Bonn; Marx, Trier; Koch, Pfeiffer, Gemünd; Kühtze, M.-Gladbach; Hansen, Prüm.

Die Geschäftsführung ist einem Teil dieser Be­vollmächtigten übertragen worden, die ihrerseits den Herrn Dr. Dorten- Wiesbaden und Matthes- Düsseldorf Generalvollmacht er­teilt haben.

Durch die Bildung der Regierung ist die Los­lösung der Rheinlande von Berlin Tatsache ge­worden. Das rheinische Volk hat gesprochen und sein Urteil lautet: Los von Berlin!

Die großen Stadtkreise des Rheinlandes: Aachen, Duisburg, Krefeld, Trier, Koblenz, Bonn, Wiesbaden, desgleichen die Städte Efch- weiler usw. sind zur Stunde fest in unserer Hand.

Niemals vermag Preußen den Befreiungswil­len des rheinischen Volkes aufzuhalten. Dar­umhoch das freie Rheinland".

Wie wenig die Rheinländer für diese Freiheit eingenommen sind, wird den Separatisten nur allzu bald klar werden ...

(Schluß folgt.)

Hessisches Gondergericht in Gießen.

Am Samstag tagte hier im großen Sitzungssaale des Amtsgerichtsgebäudes das Hessische Sonder- gericht. Es beschäftigte sich mit einer Reihe von Fällen, in denen Vergehen gegen die Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Re­gierung und der hinter ihr stehenden nationalen Verbände abzuurteilen waren.

Ein junger Mann aus Weckesheim hatte sich wegen Nichtablieferung von Waffen innerhalb der gesetzlich bestimmten Frist zu verantworten. Er wurde zu einer Gefängnis st rafe von drei Monaten und zur Tragung der Kosten ver­urteilt.

Längere Zeit hatte sich das Gericht mit einem Gastwirt und einem Arbeiter aus Gießen zu be­schäftigen, die in den Räumen einer hiesigen Firma bzw. in einem Gasthaus kommunistische Propa­ganda betrieben hatten. Nach der Zeugenverneh­mung, die die Schuld der Angeklagten klar erkennen ließ, beantragte der Staatsanwalt eine Gefängnis­strafe von 10 Monaten für jeden der beiden An­geklagten. Das Gericht erkannte auf je fünf M o - nate Gefängnis und Tragung der Kosten. Den Angeklagten wird die Untersuchungshaft mit etwa drei Wochen in Anrechnung gebracht.

In der nächsten Strafsache saßen zwei Arbeiter aus Gießen auf der Anklagebank, die in einem hie­sigen Gasthaus durch unwahre Behauptungen, ins­besondere über das Lager Osthofen, ferner durch beleidigende Aeußerungen über die SA. das An­sehen der Regierung schädigten. Der Staatsanwalt beantragte für jeden der Angeklagten eine G e fängnisftrafe von 4 Monaten. Das Ge­richt verurteilte die Angeklagten entsprechend dem Anträge des Staatsanwaltes. Die erlittene Unter­suchungshaft wird angerechnet.

Eine Arbeiterin, die in einem hiesigen Betrieb beschäftigt ist, hatte sich verschiedentlich in abfälliger Weise über Maßnahmen der Regierung geäußert und dadurch das Ansehen der Regierung zu schä­digen versucht. Der Staatsanwalt beantragte ei«