Ausgabe 
4.5.1933 Frühausgabe
 
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7 Aus der provinzialhauptstadt

merksam, daß am

Isolde " von Richard Wagner gibt. Das Opern- ae gastspiel ist das letzte dieser Spielzeit. Cs gelten I R

Opernprcise: Vorzugs- und Rundsunkgutschelne

halte

haben Gültigkeit. Der Vorverkauf beginnt morgen, Freitag. tjfl

(Ein kräftiges Frühlingsgewitter, das erste in diesem Jahre, ging gestern zwischen 19 und 21 Uhr über Gießen und Umgegend nieder. Das Gewitter brachte zum Teil starke elektrische Ent­ladungen, mehrfach sogar offensichtlich Einschläge, und ausgiebigen RcgenfaU. Ob durch das Gewitter Schäden entstanden sind, ist bis jetzt noch glicht be- kannt. Der ausgiebige Regen hat aber zweifellos den Saaten in Feld und Garten gut getan. .

' Letztes Opernga st spiel im Stadt-

\ * Lauterbach, 2. Mai. Der Viehhändler I. Heß von hier wurde am Samstag in S ch u tz haft Wommen, weil er sich durch allerlei abfällige Redensarten über die nationalen 23 e r

anstaltungen aus Anlaß des Tages der Arbeit am 1. Mai bei der Bürgerschaft mißliebig gemacht

sammlung. der

Heuie Versammlung der Gießener Gewerkschaftsmitglieder.

theater in dieser Spielzeit. Die In tendanz des Stadttheaters macht darauf jiuf.

Heute. Donnerst iq, um 20 Uhr, findet eine V e r- Gießener Gewerk-

stellung im Freitag-Abonnement das Opern­ensemble des Stadttheaters Mainz ein Gastspiel mit der Aufführung der OperTristan und

Kundgebung der Kriegsopfer der KriegerkameradschastHassia"

Der Verband der Kriegsbeschädigten und Krieger- Hinterbliebenen in der Kricgerkamcrc-d- s ch a f tH a f s i a" (Landcsgruppe Hessen) hatte für

Die größte Seeschlacht der Weltgeschichte

Oie Schlacht von Stagen und Hornsriff.

Nach Teilnehmerberichien zusammengestellt von Walter Falkenau.

DieHelgoland" geriet bald darauf in heißen Kampf mit derwarspite". Diese Begegnung gestaltete sich für das deutsche Schiff zu einem triumphalen Sieg. VonFriedrich dem Großen", dem Führerschifs, tarn der Befehl:

Kehrtwendung nach Steuerbord!" DieHelgoland" mußte darum zwar von der Warspite" ablassen. Der Gegner aber war be­reits derartig zusammengeschossen, daß er später als völlig verlorenes Schiff abgeschleppt werden muhte.

Die englische Flotte hatte inzwischen durch das Eintreffen Admiral I e l l i c o d s mit derGrand Fleet" ein solches Aebcrgewicht erlangt, daß sie ihren Gegner einkreiscn konnte. In diesem über­aus kritischen Augenblick gab dann Admiral Scheer das historische Signal:

Richard Reun!" (d. h.: die Kreuzer ran an den Feind!).

Wir haben es von Bord derRegensburg" aus erlebt, wie dieser heroische Kampf unsere schwer blessierten Kreuzer gegen den völlig un­verbrauchten Teil der englischen Hochseeflotte ausging, wir haben den bewundernswerten Ent­lastungsangriff der Torpedobootsflotille unter Führung derRegensburg" mit seinem hervor­ragenden Ergebnis mitcrlebt.

DieHelgoland" machte sich dann im sinkenden Abend mit Öen übrigen Schiffen auf den Heim­weg nach Hornsriff. Scheinwerfer und glü^nde Schiffstrümmer beleuchteten den Weg.

Es war dann gegen drei Ahr morgens. Der Tag graute bereits. Helle Streifen strahlten am Horizont auf. Die deutsche Flotte führte einen Schwerverwundeten mit sich, dieLüh o w". Die Geschwindigkeit wurde auf sechzehn Meilen ge­mindert. Alle waren sich der Gefahr bewußt, daß jeden Augenblick am Horizont die charak­teristischen Silhouetten der englischen Großkampf­schiffe wieder austauchen könnten, daß die Tag­schlacht wieder beginnen würde. Die schwerver­wundeteLühow" bildete ein großes Hindernis. Sie stand bereits fünf Meter über der Linie im Wasser. Im zerschossenen Stahlleib des Kreu­zers waren noch Matrosen eingeschlossen, die man nicht befreien konnte. Ein letzter Versuch, den Schlachtkreuzer, der sich so wundervoll geschlagen hatte, über den Achtersteven zu bringen, miß­lang. Da entschloß man sich zu dem furchtbaren Opfer. Die Rähe des Feindes verlangte ge- bieterisch die unbehinderte Gefechtsbereitschaft der deutschen Flotte. Der Kommandant verließ mit der Besatzung das Schiss. 3n die Maschinen­räume kam der letzte Befehl:

Feuer aus."

In vier Booten wurden die Aeberlebenden, soweit sic nicht in den zusammengeschweißtcn Teilen des Schiffes eingeschlossen waren, aus­genommen. Dann zerrissen zwei Torpedos die schwerverwundeteLühow" und legten sie auf den Grund des Meeres bei Hornsriff.

Das geschah um vier Uhr in der Frühe des 1. Juni.

Und kurz darauf, der Schein des neuen Tages lag schon dünn über Land und See, wurde das alte Linienschiff ..Pommern" von einem englischen Unterseeboot torpediert und ver­sank blitzschnell mit der ganzen Besatzung.

Die deutsche Flotte wartete dann kampfbereit und unbesiegt, daß sich ihr der übermächtige Gegner erneut zum Kampfe stellen werde, um den für die Geschichte seiner Flotte alles anders als ruhmreichen Tag von Skagcn und Hornsriff auszulöschen. Aber diese Erwartung täuschte. Dis vielgesürchtetc und von der ganzen Welt bc- (wunderteGrand Fleet Englands verspürt« keine Lust mehr, sich noch einmal in offener Seeschlacht mit der deutschen Hochseeflotte zu messen. I e l l i c o e und B c a t t h waren und blieben verschwunden. Deutsche Lustschtsse, dis am Mittag des I.Iuni zur Sicherung und Auf- klärung aufgeftiegen waren, sichteten den Feind an der Rordküstc Dänemarks. Wütendes Abwehr­feuer vertrieb die Zeppeline. Das waren dis letzten Schüsse, die in der Schlacht am Skagerrak über die See donnerten.

Ebenso verblüfft wie gelähmt, ebenso entsetzt wie innerlich fassungslos zog sich die Besatzung der englischen Flotte dann wieder in dig schützenden Häfen an der heimatlichen Küste zurück und gab sich der Hoffnung hin. daß die unmenschliche Blockade das erreichen werde, was der stolzesten Flotte der Welt in offener Seeschlacht nicht gelungen war nun und nimmer hätte gelingen können: Deutschland zu besiegen. (Schluß folgt.)

Die kleinen Schiffe gerieten in das schwerste Feuer, sic verschwanden in den Wassersäulen, die rings um sie aufschossen, die Hölle schien losge­lassen, doch mit voller Wucht stießen sie gegen den Feind vor und kamen tatsächlich bis auf 6000 Meter in einen wundervoll durchgeführten M äs­se n a n g r i f f an diese augenblicklich so bedroh­lichen feindlichen Kampfeinheiten heran.S 3 5 wurde in zwei Teile gerissen und stürzte sekunden­schnell in das Wellengrab. Doch der Gegner er­kannte sofort die große Gefahr, die ihm aus den Torpedobootsrohren dieser kleinen, grimmigen Feinde drohte. Er gab den letzten Entscheidungs­kampf gegen die schon bis auf zehn Kilometer her­an kommenden deutschen Kreuzer auf und zog sich zurück.

Eine nervenzerreißende Stille herrschte plötzlich rings um dieRegensburg". Dichte Rauchschleier lagen über dem Meere. Der Feuerkampf war zu Ende. Der Abend senkte sich nieder. Von ferne hallte noch Kanonendonner. Aber hier lagen nur die braven deutschen Torpedoboote und hinter ihnen die schwerverwundeten Panzerkreuzer der deutschen Flotte. Einige Torpedoboote stießen sichernd dem abziehenden Feinde nach. Sie konnten ihn nicht mehr finden.

DieRegensburg" kreuzte über das Schlachtfeld, um ihre Flotille zu sammeln, um sie für den er­warteten Rachtangriff des Feindes wieder ge­schlossen bereitzuhalten. Aus den immer noch hoch- gehenden Wogen der Rordsee schwammen die glühenden Trümmer der Schiffsreste dicht bei­einander.

Die deutsche Flotte sammelte sich und trat ihren Rachtmarsch nach Hornsriff an. Als letztes Schiff fuhr dieRegensburg".

Während sich die Rächt nun dunkel über das Wasser legte, hallte von fernher noch vereinzelter Geschützdonner: dort hatten sich zwei Gegner in­einander verbissen und wollten um jeden Preis eine Entscheidung erzwingen. Die glühenden, auf den Wassern treibenden Schiffsteile boten ein ge­spenstisches Bild. Am Horizont blitzte hin und wie­der Mündungsfeuer auf. lieber den Rachthimmcl rasten Scheinwerferstrahlen. Finstere Schatten huschten herbei: versprengte Torpedoboote.

An Bord derHelgoland".

Als letzten Aussichtspunkt auf die Schlacht von Skagen und Hornsriff wollen wir uns dieHel­goland" aussuchen. VonFriedrich dem Gro­ßen" aus und von derRegensburg" haben wir von zwei in ihrer Art ganz verschiedenen Seiten in das gigantische Bild triefet größten Seeschlacht aller Zeiten hineingesehen. Bei den Untersee­booten haben wir in die wohldurchdachten Vor­bereitungen zu diesem heroischen Kampfe einen Blick tun dürfen, von derHelgoland" aus nun werden wir Öen Todeskampf und den Unter­gang unsererLüho w" und unserer Pommern" miterlebcn.

Als dieHelgoland", an deren Bord man bis zur letzten Minute noch nicht an den Ernstfall glau­ben wollte, weil man befürchtete, die große eng­lische Flotte würde sich wieder verstecken und ver­kriechen, dann aber die Meldung erhielt, daß die Elbing" im frühen Rachmittag tatsächlich vier Kreuzer ber englischenArethusä'-Klasse gesichtet habe, da hieß cs:

Dreimal äußerste Kraft voraus!"

Ohne selbst zunächst wesentlich in das Kamps- geschehen eingreifen zu können, denn dieHel­goland" hatte ihren guten Stand zur Sonne ver­loren und mußte sich bemühen, schleunigst in eine bessere Gefechtslage zu kommen, war sic doch Zeuge des gigantischen Kampfes, den dieLühow" und dieSerfflinger" dem englischen Grohkcunpfschiff derInvincible, lieferten. Die beiden deutschen Kreuzer griffen den völlig überraschten Feind aus günstigster Eonnenlage heraus sogleich mit vollen Breitseiten an, lagen sofort hervorragend gut im Ziel, und der schwarzbraune Rauch der Volltreffer hüllte dieInvincible beinahe völlig ein. Von der Helgoland" aus konnte man die vorzügliche Wir­kung des deutschen Geschützfeuers genau erkennen. Bevor sich dieInvincible zum Gegenangriff be­reit gemacht hatte, war sie bereits durch zahlreiche Volltreffer außer Gefecht gesetzt. Eines der Mu­nitionsmagazine auf dem Schiffsriesen wurde zur Explosion gebracht, und der mächtige Leib der Invincible brach in der Mitte auseinander. Es war ein grausiger Anblick, wie die beiden Rumpf- tcile dann getrennt voneinander aus dem Wasser ragten. Es dauerte nur wenige Sekunden, dann sanken sie auf rauschend in die Tiefe.

Vor der Ausnahme einer geschlossenen Gruppe werde jedoch dringend gewarnt. Mitglieder, die ehemals dem Reichsvund der Kriegsbeschädigten angehörten, dürsten grundsätzlich nicht in Vorstandsämtern des Verbands der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinter- bliebenen tätig sein. Direktor Kretzsch m a r von derAllianz" referierte kurz über die Eingliederung der Vereine in die Versicherungen der Gesellschaften der Allianz. Kamerad Vonhard tGiehen), von der 23crfanimlung herzlich begrüßt, hielt ebenfalls eine kurze Ansprache und gab insbesondere seiner Freude über die starke Beteiligung der Kameraden an dieser Kundgebung Ausdruck.

Im Schlußwort wies der 2. Vorsitzende des Verbandes, Pros. Dr. Schmoll (Gießen) darauf hin, daß in cnien Kameraden das Bewußtsein leben­dig sein müsse, daß der Vorstand mit unverminderter Energie für die Kriegsopfer arbeite. Dem Vorstand gebühre Dank für die umsichtige Leitung. Besonderer Dank gebühre aber beu Kameraden Krömmel« dein und B o n h a rd.

Alle Arbeit des Verbandes und seiner Organe gelte der volksgemeinschast und damit dem Vaterland.

Mit einem 5. Vers des Deutschlandliedes beschloß der Redner seine Ansprache. Das Deutschlandlied, von den Teilnehmern der Kundgebung spontan ge­sungen, beschloß die Versammlung.

Oer 5. Vers des Deutschlandliedes:

Deutschland, Deutschland über alles Uns erstanden nun aufs neu, Vaterland voll Lieb und Leben Heilge Stätte deutscher Treu.

Run bist du uns wieder worden Was du einst uns warst im Feld: Unser Deutschland über alles, lieber alles in der Welt!

treu zu bleiben. Man werde weiter arbeiten müssen. Eine arbeitsfähige Organisation sei nicht in Wochen, sondern nur in Jahren aufzubauen. Alle Arbeit aber je; für das Late- and, für Gott und für unsere Ehre. Mit einem bretj-yfjen, begeistert aufgenommenem Hoch!" auf Gen alfeldmarschall von Hinden­burg und das d^itsche Vaterland beschloß der Red­ner feine beifällig aufgenommenen Ausführungen.

Im weiteren Verlaufe der Tagung hielt Landes­geschäftsführer, Kamerad Krämmelbein (Darm­stadt) eine Ansprache. Er führte u. a. aus: Für die nunmehr 60jährige KriegerkameradschastHassia" gebe es keine vornehmere Aufgabe, als den Hilfs­bedürftigen, den Opfern des Krieges, zu helfen. Die Kameradschaft, nach dem Kriege 1870/71 gegründet, habe Menschen dazu erziehen helfen, Nächstenliebe ,ni üben. Die Kameradschaft habe diese Aufgabe als Pflicht übernommen. Den Kriegsbeschädigten und den Kriegerhinterbliebenen zu helfen sei schwer ge­wesen, denn die Kassen des Reiches waren leer, und die geistige Haltung maßgebender Kreise sei nicht dazu angetan gewesen, diese Arbeit der Hilfeleistung zu fördern. 2Iber man habe doch manche Wunde heilen können. Der Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen stehe inmitten derHas- sia" gefestigt da und arbeite mit dem Kyfshäu­fe r b u n d auf das engste zusammen.

Rimmer werde man Nachlassen, die Kraft des verstände» und de» herzens jenen zu geben, die wunden für das Vaterland erlitten.

In weiteren Ausführungen berichtete der Redner über den Stand der Kriegsopferver- forgung. Das Dersorgungsgejetz von 1920 habe den gestellten Anforderungen nicht gerecht werden können. Die Ergänzungen zu diesem Gesetz seien für lange Zeit nichts anderes gewesen als Programm- Punkte für die Parteien. Die Kriegsopferversorgung müsse aber nicht Sache der Parteien, sondern Ehrensache desDolkes fein. Besonders schwer sei es empfunden worden, daß die Renten der Kriegsbeschädigten auf die Sozialversicherung Unge­rechnet worden seien. Das gleiche gelte für die Strei­chung de?Kann"-Dezüge. Die Einstellung der Kriegsbeschädigten in den Verwaltungsdienst habe zu wünschen übrig gelassen. Es habe allenthalben an dem Verständnis für den Kriegsbeschädigten geman­gelt. Von der gegenwärtigen Reichsregierung erhoffe man mehr Verständnis, denn der vielgeliebte Reichs­kanzler Adolf Hitler sei selbst schwer verwundet gewesen und der Herr Reichspräsident als alter Sol» öot wisse auch, wo den Kriegsverletzten der Schuh drücke. Die Kriegsopferversorgung müsse wieder in die gehobene Fürsorge eingegliedert werden. Der Wust der gesetzlichen Bestimmungen müsse sortfallen. Ein einheitliches Gesetz mit festen Bezügen müsse geschaffen werden. Don den Behörden müßte dem Kriegsbeschädigten wieder mehr Herzlichkeit ent­gegengebracht * werden. Die Kriegerkameradschaft Hassia" verttete die Interessen der Kriegsbeschä­digten mit aller Energie. Der Einzelne dürfe aber seine Interessen nicht allein verfechten wollen. Der Kamerad müsse sich zum Kameraden finden. Die Fürsorge sei zwar eine rein menschliche Pflicht, ihre Verwirklichung erfordere aber viel Wissen, Verstand und viel Herzenstakt. Als Kamerad solle man Mensch und als Mensch Kamerad sein. Das sei ein hohes Ziel. Es bedürfe vor allenz enger Zusammenarbeit zwischen Obmann und Kamerad. Demnächst werden

einschneidende Bestimmungen zu erwarten sein. Man werde aber die Hoffnungen nicht zu hoch schrauben dürfen.

Die firiegsopferwrforgung müsse Ehrensache de» Volke» bleiben.

Am 1. Mai aber sollten die Kriegsbeschädigten inmitten der Bataillone der Arbeit die Ehrengarde sein. (Lebhafter Beifall.)

Der Landesoerbandsoorsitzende, Kam. Freund, begrüßte sodann nachträglich noch die Kameraden der Regiments- und Militäroereine und teilte ferner mit, daß Prof. Dr. Schmoll (Gießen) in den Landes- verbandsvorstand als zweiter Vorsitzender gewählt worden sei.

Direktor Linden st ruth sprach anschließend über das Versicherungswesen in her .Hassia". Die Versorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen wäre, so führte er u. a. aus, nicht möglich gewesen ohne das Versicherungs­wesen. Das Versicherungswesen im Verband, beson der» in Oberhessen, sei hervorragend ausgebaut. Die Dersicherungsoertragsgesellschaften und das Der- bandspräsidlurn arbeiteten auf das Engste zusam­men. Hinter jedem Kameraden stehe das Verbands- Präsidium. Aus dem Derbandsbeitraa werde viele Arbeit bestritten. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit der Art der Zu- ammenarbeit zwischenHassia" und Versicherungs- ,esellschasten. Auch für das Versicherungswesen gelte, o schloß er, der GrundsatzEiner für Alle, Alle für Einen!"

Der Landesverbandsoorsitzende, Kam. Freund, gab sodann Kenntnis von der Auslosung des marxi ft ischenReichsbundes der Kriegs- b e s ch ä d I g t en .

(Er betonte, daß jeder Kamerad, der seine natio­nale Einstellung glaubhaft nachweisen könne, willkommen sei.

Vezirlsschöffengericht Gießen.

Gießen, 26. April. Ein Kraftfahrer hatte im Februar d. I. in einer benachbarten Gemeinde ein kleines Kind überfahren. Das Kind war an den Fol­gen des Unfalls bald darauf verstorben. Heute hatte sich der Angeklagte wegen fahrlässiger To- tu na vor Gericht zu verantworten. Er bestritt jede Schuld. Die Beweisaufnahme ergab jedoch, daß er zu rasch gefahren war und nicht die nötige Vorsicht in der Führung seines Wagens beobachtet hatte. Das Gericht verurteilt ihn unter Berücksichtigung aller maßgebenden Umstände an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 2 Monaten zu 300 Mark Geldstrafe.

Ein Viehhändler war angeklagt, im März 1932 ein Wechselakzept gefälscht zu haben. In der Haupt­verhandlung bestritt er zwar, die Fälschung selbst ^orgenommen zu haben, gab aber zu, den Wechsel, missend, daß das Akzept gefälscht war, weiterge­geben zu haben. Dies wird jedoch laut gesetzlicher Bestimmung der Urkundenfälschung gleichgcachtet. Er erhielt eine Gefängnis st rase von einem Monat.

Ein junger Mann, der bei einer Kasse beschäf­tigt war, hatte bei derselben ungefähr 1600 Mark unterschlagen. Er war im großen und ganzen ge­ständig. Die Strafe lautete auf 3 Monate G e - f ä n g n i 9, wobei strafmildernd die Jugend des An­geklagten berücksichtigt wurde.

Ein Arbeiter hatte auf einer für das Arbeitsamt bestimmten Arbeitsbescheinigung das Datum ge­ändert. Er bestritt, dies in der Absicht getan zu haben, sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen. Dieses Vorbringen war jedoch offensichtlich unwahr und wurde vom Gericht nicht geglaubt. Rach Lage der Sache ergab sich, daß er die Fälschung deshalb vorgenommen hatte, um bereits für den Tag, an dem er noch gearbeitet hatte, Unterstützung zu er­halten. Da durch seine Handlung kaum ein Schaden eingetreten war, erkannte das Gericht unter Zu­billigung mildernder Umstände auf die Mindest­strafe von einer Woche Gefängnis und ge­währte dem Angeklagten bedingten Strafaustchub.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelte das Gericht gegen ein junges Mädchen wegen Dieb­stahls. Wie aus der öffentlich erfolgten Urteilsver- kündung hervorging, hatte sich die Angeklagte in mehreren Fällen an Männer herangemacht und diese alsdann bestohlen. Das Gericht verhängte gegen die Angeklagte eine Gesamtstrafe von 8 M o - naten Gefängnis unter Anrechnung von zwei Monaten erlittener Untersuchungshaft. Strafmil­dernd kam das Geständnis der Angeklagten in Be , tracht, straferschwerend, daß sie bereits wiederholt

müsse es geschehen.

Die lebendige Anteilnahme weiter kreise der Bevölkerung an den Bestrebungen derhassia" beweise, daß die Kameradschaft ihre Sache stets richtig verfolgt habe. Ls gebe auch nichts Schöneres, als sich einzusehen für. jene, die

Gut und Blut gaben für das Vaterland.

DerDank des Vaterlandes" müsse Wirk­lichkeit werden. Man dürfe allerdings nicht erwarten, --daß nun mit einem Male alles anders werden könne. Für das Erste dürften die Wünsche nicht zu hpch geschraubt werden. Ueber allem müsse der Ge- f£ante stehen: ErstdasVaterlandunddann w i r! (Beifall.)

Sodann sprach der 1. Präsident der Krieger- kameradschaftHassia", Generalleutnant Exzellenz ,-v. Oidtmann. Er begrüßte die Kameraden und betonte, daß man vor einer großen, vielleicht welt­geschichtlichen. Epoche stehe. Es fei lehr erfreulich, daß nun das deutsche Volk vereinigt fei unter der alten ruhmreichen Flagge, und em einiger Witte herrsche. Man müsse Gott danken, daß zwei Manner an der Spitze des deutschen Volkes stehen, die sich große Verdienste erwarben, lieber Öen greifen Gene- ralseldmarschall brauchte man kein Wort zu ver- lieren; was den verehrten Herrn Reichskanzler Adv r Hitler betreffe, den einfachen colöaten des Welt­krieges, sei es besonders schätzenswert, daß er alte Traditionen wieder wachrufe und durch feine eigene Bescheidenheit vielen ein Vorbild fei. Man könne getrost in die Zukunft sehen. Man werde nun wissen wollen, wie sich die Kriegervereine zur Entwicklung dieser Sage stellten. Es gebe daraus nur eine Ant- wort:

Die Kriegerkameradschaft steht geschlossen hinter der Regierung!

. Es dürfe keine Parteien mehr im politischen Leben geben. Man wolle die Gleichschaltung mit allen Mit- teln durchführen helfen. Der alte Soldat dürfe dabei aber nicht in den Hintergrund gedrückt werden, denn ihm gebühre auch einiges Verdienst um die natio­nale Erhebung. Man we.de Gleichberechtigung ver­langen dürfen. Deshalb gelte es für die Kameraden der KriegerkameradschastHassia", der Organisation

'* (Ländesgruppe Hessen)MD den vergangenen Sonntag die Bezirksvorsitze die Vereinsvorsitzenden der Äriegerücrcine, die Be^ zirksobmänner sowie alle Kameraden, derHassia" zu einer großen Kundgebung nach Gi-ßen eingeladen. Die Versammlung und Kundgebung stand unter der Leitung des Landesverbandsvor. sitzenden des Verbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen, Kam. Freund (Mainz). An der Tagung nahmen u. a. auch der 1. Präsident der Hassia, Generalleutnant Exzellenz von Oidt­mann (Darmstadt) und der 2. Präsident, Direktor Linden st ruth (Darmstadt) teil.

Kamerad Freund (Mainz) hielt zu Beginn der Kundgebung eine Ansprache, in der er die in stattlicher Anzahl erschienenen Kameraden herzlich willkommen hieß und betonte, daß er die große Beteiligung als ein Zeichen dafür betrachte, daß die Hassia-Kameraden einmütig hinter der neuen Re­gierung stahen. Wenn die Notwendigkeit einer Ein­gliederung an die Kameradschaft herantrete, bann

schaftsmitglicder im Cafs Leib statt. In dieser Versammlung wird Herr Bartholomäus über das Th«»na: ,jDie Gleichschaltung der Freien Gewerkichaslen undlHie Arbeit der Gewerkschaften für die deutsche Arbei erschuft" sprechen. Angesichts der Wichtigkeit dies« Versammlung sei der Besuch dringend empfohlen. Man beachte die Einladung auf der vierten Seite unserer Frühausgabe.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Oberhessifcher Kunstoerein, Turmhaus am Brand­platz: 15 bis 17 Uhr: große F,"ühjahrs-Ausstellung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Helgas Fall und Austtieg".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen bleibt da» Theater aus technischen Gründen geschloffen. Die Abonnements Vorstellung wird auf Samstag verlegt. Samstag, 6. Mai, 29. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Zur Aufführung gelangt das VolksstückDie vier Musketiere" von Graff, Spielleitung Peter Fas- sott. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. Sonntag, 7. Mai, 19 Uhr, Wieder­holung der erfolgreichen OperettenneuheitLiselott" von Künneke. Spielleitung Paul Wr ede: musika­lische Leitung Kapellmeister Fr, E u j tänzerische Leitung Ballettmeister Ewald B d u l k e. Die Vor­stellung ist als Fremdenvorstellung allster Abonne ment und zu ermäßigten Operettenprbisen. Ende nach 21.30 Uhr. Am Dienstag, 9. Mal, in neuer In­szenierung in dieser Spielzeit zum erstenmal das LustspielDie deutschen Kleinstädter" von Kotzebue mit Frau Auguste Pr a s ch - G r e vknH'ev g , Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, als Gast.

Freitag, 12.Wai, a?s Ä. Bor- -egen Diebstahls vorbestraft war.

- - - Kreis Lauterbach.