Ausgabe 
4.4.1933 Erstes Blatt
 
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Maffion.

> Verbindlichkeit fcr inflj

mt geworbene Ausgabe nmt vom Jahre 1847: blau. Die Sesamtaus, aber bis auf 25 6$em« : Ion den roten War­nte und elf gebrauchte, ebraufyc unb ungc« :rt erklärt sich vor usdruck ..Post oiiice )xe 1921 wurden für französische Franken ige abgebaltencnSon« z der englische Händler W 2400 Pfund, su­is amMn also 4150 eng« m heutigen Kursstand Auch das Deichspost, lese öeltecheiten, und ite I.PemY und eine fer der Ausgabe von ScrienauägM bon g 1860 und 1878 gto<

Die übrigen Wann, ingen Wert.

iahme der Miete durch arch andere Gläubiger, ildtitel gegen E,e er. nichts machen- DN ickdem E>e ben oau Der dem ßanMW n Entscheidung L' Men sonstigen Glau es« ew* Verfügung Jj* eisterei wendew

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Nr. 80 Erstes Blaff

185. Jahrgang

Dienstag, 4. April 1935

.Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags

Beilagen: Die Illustrierte (BieRener Familienblätter Heimat im Bild Die Schalle monat$:Be}ugsprets:

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwartlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undsürdenAn« zeigenteil i.B.TH.Kümmel sämtlich in Biegen.

Frankreichs Gegenstoß gegen den Mnffolmiplan.

Nach acht Tagen einer gesteigerten biplomoti- schen Tätigkeit sind die Vorbereitungen für die französische Antwort auf Mussoli­nis Vorschlag jetzt im wesentlichen beendet. Frankreich hat zum Gegenstoß 'angeseht und, wie hinzugefugt werden muß, es hat sich mit großer taktischer Gewandtheit aus einer dop­pelten Gefahr im Augenblick wenigstens hinaus­manövriert, einer Gefahr, die von außen und von innen kam. Der römische Vorschlag sah eine Art Vier Mächtedirektorium für Eu­ropa vor, wollte also den Ausgleich zwischen den Großstaaten unmittelbar herbeiführen unter Ausschaltung des Völkerbundes, aber auch unter Ausschaltung der französischen Va­sallenstaaten. Dagegen hat der Volkan sehr rasch mobil gemacht. Der vielgeschäftige Ru­mäne T i t u l e s c u hat in Paris gewühlt und keinen Zweifel darüber gelassen, daß die Kleine Entente es Frankreich sehr übel nehmen würde, wenn sie plötzlich abgehängt werden sollte.

Und im Innern: Es ist ja ein offenes Geheimnis, daß die Regierung in der Beurteilung der italieni­schen Offensive sehr geteilter Meinung war. Der Außenminister Paul-Boncour wollte über den Plan wenigstens mit sich reden lassen, während D a l a d i e r wegen der Opposition von rechts her einige Hemmungen hatte und das etwas wacklige Gebäude seiner Kammermehrheit nicht gefährden wollte. Er hat deshalb sogar an die Ausbootung Paul-Boncours gedacht. Schließlich scheint aber doch eine Verständigun g aus der berühmten Mit­tellinie zustande gekommen zu (ein, die ja auch tak­tisch sehr nahe lag; denn w^nn Frankreich einfach Nein sagt, verrennt es sich in eine peinliche Isolie­rung. Es ist dann wieder der 'Friedensstörer, und diefHs Odium möchte das Kabinett schon mit Rück­sicht aus England und die Vereinigten Staaten nicht auf sich nehmen.

Also wird die französische Antwort auf ein 3a, aber... gestimmt sein. Sie wird grund­sätzlich zusagen und vermutlich für das Prinzip Mussolinis begeisterte Lobesworte finden, um dann aber sofort abzuschwenken und so viel Hin - dernisse aufzubauen, daß von dem ur­sprünglichen Vorschlag nicht allzu viel übrig bleibt. Einiges scheint ja schon Madoncald getan zu ha­ben, der sich die französische Anterstühung nicht rauben lassen will und deshalb in seinem letzten AideMemoire den Pariser Wünschen sehr weit entgegengekommen ist.

Auf dieser Grundlage baut Daladier jetzt wei­ter, und es gehört nicht viel Prophetengabe dazu, um vorauszusehen, daß der Vorschlag, der sich langsam aus den Pariser Beratungen heraus­kristallisiert, aus der italienischen Anregung al­les heraus st reicht, was für Deutschland d i e Voraussetzung jeder Tlebereinkunft sein mußte. Richt nur, daß der Völker­bund wieder eingeschaltet wird und damit die Staaten der Kleinen Entente wenig­stens formell zu ihrem Recht kommen, auch die deutsche Gleichberechtigung, der Re­visionsgedanke und die praktische A b- r ü st un g werden wenn auch vielleicht nicht ganz verschwinden, so doch sehr stark verwäs­sert. And wenn man sich nachher den Schaden bei Licht besicht, haben wir uns wieder einmal im Kreise gedreht. Die französische Diplo­matie hat ja schon so oft das Kunststück fertig­gebracht, ein Projekt, das zur Beruhigung Eu­ropas unter Eingehen auf deutsche Wünsche hätte werden können, in sein Gegenteil zu verkehren, daß sie auch diesmal mit dem gleichen Rezept durchzukommen hofft.

Das französische Memorandum.

Die Rückfragen Paul-Boncours.

Paris, 3.April. (WTD.) 3m heutigen Ka­binettsrat, der sich in der Hauptsache mit dem Diermächte-Pakt beschäftigte, ist beschlossen wor­den, den interessierten Mächten also England, 3talien und Deutschland ein Memorandum zu überreichen. Rach dem 3ournal des Debats würde Paul-Doncour die übrigen Großmächte um Äufschluh ersuchen, was sie unter »Revi­sion der Verträge " verstünden. Artikel 19 des Völkerbundspaktes gestatte unter gewissen Bedingungen eine Revision der Grenzen, aber die französische Regierung sei der Ansicht, daß dieser Artikel nur dann zur Anwendung kom­men könne, wenn bas auch mit dem Arti­kel 3, 10 und 16 restlos geschehe. (Ar- tikel 3 bestimmt, daß die Völkerbundsversamm­lung über jede, den Weltfrieden berührende Frage befinde; Artikel 10 garantiert die Unan­tastbarkeit des Gebiets und Artikel 16 sieht Sank­tionen gegen Verletzungen des Völkerbundspaktes vor.) Die französische Regierung würde in ihrem Memorandum geltend machen, daß der Gedanke der Großmächte nur in einer Erweite­rung des Völkerbundpaktes sich aus­wirken könne, also im Rahmen des Völker­bundes bleiben müsse. Andererseits bliebe die Stellungnahme der französischen Regierung ge­genüber den kleinen Mächten und in erster Linie gegenüber der Kleinen En- 1 t e n t e die gleiche. Weit davon entfernt, seine Freunde im Stiche zu lassen, würde Frankreich nur in Zusammenarbeit mit ihnen vorgehen.

Oie Vorbereitung der Weltwirtschaftskonferenz.

Norman Davis kommt auch nach Berlin

London, 3. April. (TU.) Der amerikanische Be­vollmächtigte Norman Davis hatte eine Unter­redung mit dem deutschen Botschafter von hoesch, über mit der Weltwirtschaftskonferenz zusammen­hängende Fragen. Norman Davis ist sehr daran interessiert, mit den Berliner Stellen persönlich Fühlung z u nehmen und es ist daher wahrscheinlich, daß er, etwa am Freitag von Paris nach Berlin fahren, dort während des Wochenendes bleiben und dann nach London zurück­kehren wird.

Am Wontagnachmittag fand eine einstündige Konferenz bei Macdonald statt, an der

auch Baldwin, Handelsminister R u n c i- m a n , der Finanzminister Chamberlain und Außenminister Simon teilnahmen. Die Bespre­chungen drehten sich in der Hauptsache darum, festzustellen, ob sich die Einberufung der Weltwirtschaftskonserenz gegen Ende Mai oder Anfang 3uni bewerk­stelligen lasse. Eine Einigung ist noch nicht er­zielt worden. Cs müssen Rückfragen in Washing­ton stattfinden, während die englische Regierung bei den in Frage kommenden Staaten Rach­fragen anstellen will. Diese werden sich auch auf Deutschland erstrecken, da in London gewisse Zweifel aufgetaucht sind, ob der beabsichtigte Zeitpunkt für die Einberufung der Konferenz der deutschen Regierung angenehm sei; man glaubt, sie werde einen späteren Zeitpunkt befürworten.

Keine Wiederaufnahme des Boykotts am Mittwoch.

Oer Zweck erreicht. - Oie Greuelhehe im Ausland abgeftoppt.

Berlin, 4. April. (ERB. Funkspruch.) Aus Kreisen der Reichsregierung wird mitgeleilt, daß der Boykott am morgigen Mittwoch nicht wieder aufgenomen wird, weil er durch die Ent­wicklung überflüssig geworden ist.

Die Reichsregierung hat mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß der Boykott, wie er am Samstag durchgeführt worden ist, seine Wir­kung nicht verfehlt hat. Abgesehen von klei­nen Ueberbleibseln ist die Greuetpropagan- da im Auslande vollkommen abge- st o p p t worden. Gegen die Ueberbleibsel im Wege des Boykotts vorzugehen, hat nach Auffassung maß­gebender kreise keinen Zweck, zumal diese letzten Reste der Hetze ihren Ursprung im Kommunis­mus haben. Wenn der Boykott morgen nun nicht wieder ausgenommen wird, so läßt die Regierung aber erklären, daß die Voykottorganisation der RSDAP. intakt sein wird und sofort wie­der in Kraft treten kann und wird, wenn etwa der Versuch gemacht werden sollte, die heh-

bewegung gegen Deutschland wieder aufzu- nehmeu.

Russische Protestnote an den deutschen Botschafter.

Moskau, 4. April. (TA.) Die Telegraphcn- Agentur der Sowjetunion meldet, daß Außen- kommissar Litwinow am Montag dem deut­schen Botschafter von Dircksen eine Rote überreichen ließ, in der gegen Haus - such ungen bei sowjetrussischen Ein­richtungen und Verhaftungen von in Berlin lebenden russischen Staats­bürgern Protest erhoben wird. Es wird in der Rote sestgestellt, daß die angeblich gegen Sowjet­staatsangehörige durchgesührten deutschen Maß­nahmen sich zum Schaden für die deutsch-russi­schen Beziehungen auswachsen könnten. Die Rote Litwinows ist in sehr scharfem Tone ge­halten und verlangt die Einstellung weiterer Maßnahmen gegenüber sowjetrussischen Bürgern in Deutschland.

Schwere Sturmkatastrophe des amerikanischen LustschiffsAkron".

Von einem deutschen Tankschiff hilflos auf See treibend ausgefunden.-Vorerst nur 4 Mann der 11 Mann starken Besatzung gerettet.

Reuyork, 4.April. (WTB. Funkspruch.) Das deutsche TankschiffPhöbus funkte, daß es um 1.50 Uhr das amerikanische Lenkluft- sisfAkron bei Barnegal-Leuchtschifs an der Ostküske von Rew-Persey hilflos auf See treibend gesichtet habe. Diepl)öbus funkte um 2.01 Uhr, daß sie nicht die ganze Mannschaft des Luftschiffes Akron an Bord nehmen könne. DiePhöbus rettete den Füh­rer des Luftschiffes und drei von 77 Mann der Besatzung das Leben.

Der Funkverkehr derPhöbus mit der Küste ist durch ein starkes Unwetter gestört, weshalb angenommen wird, daß der Funkspruch derPhöbus von der Rettung des Führers der Akron und drei Mann verstümmelt und höhere Ziffern einzusehen seien. Alle in der Nach­barschaft befindlichen Küstenwachschiffe eilen zu der llnglücksslelle, darunter der Zerstörer M c D o u g a 1, der baldigst an der Unglücksstelle eintreffen soll, sowie der KreuzerPortland. Das deutsche TankschiffPhöbus" befand sich auf der Fahrt von Reuyork nach Tampico. DiePhö­bus war bis 2.30 Uhr das einzige Schiff, das der Akron" Beistand leistete.

Das LenlluftschifsA k r o n, dessen Schnellig­keit etwas größer ist, als die des Graf Zeppelin und der Los Angeles, trat am Montagmittag einen ilebungdftug nach der Küste von Reu- England an. Die ..Akron" ist das größte L e n k l u f t s ch i f f der Welt. Es ist etwa doppelt so groß als derGras Zeppelin". Es ist mit vorzüglichen Funkapparaten ausgestattet. Deshalb herrscht in Reuyork einige Verwunde­rung, daß kein direkter Hilserus von derAkron" kam. Das Anglück, das dieAkron" betroffen hat, ruft die Erinnerung wach an eine andere Luftschisfkatastrophe, die sich im Jahre 1925 in den Vereinigten Staaten von Amerika ereignete. Damals verunglückte in Ohio das amerikanische LuftschiffShenandoah" in einem Gewittersturm. 15 Mann der Besatzung, unter ihnen der Kapitän, fanden dabei den Tod. 3n aller Erinnerung ist auch noch das furcht­bare Anglück, dem im 3ahre 1930 das eng­lische LuftschiffR 101 auf der Fahrt von England nach 3nbien zum Opfer fiel. Es

wurde bei Beauvais, nördlich von Paris, durch starkböigen Wind zu Boden gedrückt und ver­brannte. Bei diesem Anglück büßten 47 Personen, unter ihnen der englische Luftfahrtminister und die beiden Kommandanten des Lustschifses, das Leben ein. Rur drei Mann der Besatzung wurden gerettet.

Ein Blitz die Ursache der Katastrophe'

Washington, 4. April. (WTv.-Funkspruch. hier ist man der Meinung, daß das Luftschif Akron durch einen Blitz getroffen wor­den ist. Indessen weih tnan noch nicht sicher darüber, ob das Luftschiff ganz zerstört ist und ob seine Mannschaft ertrunken ist. Man empfindet jedoch leb­hafte Besorgnis hierüber, denn ein Funkspruch der Phöbus spricht davon, diePhöbus habe T r ü m- m e r st ü ck e und andere Gegenstände gesichtet, die im Wasser geschwommen hätten, als sie sich dem Orte der Katastrophe genähert habe. Die Mannschaft derPhöbus habe, nachdem sie drei Mann von der Besatzung derAkron an Bord genommen habe, andere Leute in den Fluten verschwin­den sehen.

Oie Neuordnung der preußischen Justiz.

Wünsche der nationalsozialistischen juristischen Fachschaften.

Berlin, 3. Avril. (CNB.) Der Ministerialrat im preußischen 3ustizministerium, Dr. Roland F r e i s 1 e r , empfing in Vertretung des preu­ßischen 3ustizministers die Vertreter der natio- nalsozialistischen juristrschen <zach- schäften des Bezirks Berlin, die zur Kenntnis gaben, daß unter den meisten Berliner Justtzbe- amien eine starke Erregung darüber herrsche daß diejenigen Beamten innerhalb der Justizverwaltung, die sich in den letzten 14 Jahren als besonders wll- lioe Werkzeuge des Systems erwiesen hatten, zum Teil noch im Amt seien. Mimsterralrat Freister billigte ihnen volles Verständnis für ihre Wünsche zu. Er ersuchte die Vertreter der Fachschaft, ihm möglichst bald in jedem ein­zelnen Fall, über den sie Beschwerde geführt hätten, ausreichendesBeweismate rtal

zur Verfügung zu stellen. Er werde dann dafür argen, daß alle Mißstände in aller Äürjc

a b g e ft e 111 werden. Ministerialrat {freis­ter betonte ausdrücklich, daß das preußische Ju­stizministerium in den nationalsozialistischen ju­ristischen Fachschaften den Mittler zwischen der Beamtenschaft und den M i n i st e - r i c n sehe. Das preußische Justizministerium werde nach absehbarer Zeit eine Anerkennung der nationalsozialistischen Fachschaften herbeifüh- ren.

Bei den durchgreifenden Säuberungsmaßnah­men des preußischen 3ustizministers in Verbin­dung mit dem Boykott gegen das Judentum han­delt es sich keineswegs um vorüberge­hende Maßnahmen, sondern um Maßnah­men, die dafür sorgen sollen, daß die preußi­sche Justiz von srcmorasfigen Einflüssen gereinigt, das Ansehen der Rechtspflege dadurch wieder her­gestellt und tiefgehende Beunruhigung des Volkes in Zukunft verhindert wird.

Reichstagung der Glaudens- GemeiNschafiDeuischeLhristen"

Berlin, 3. April. (TA.) Im überfüllten Sit­zungssaal des ehemaligen Herrenhauses fand am Montagnachmittag eine große öffentliche Kundgebung der Glaubensgemein­schaftDeutsche Christen" statt. Anter den Ehrengästen sah man den Oberpräsidenten von Berlin und Brandenburg, K u b e , und den Prin­zen August Wilhelm von Preußen.

Reichsleiter Pfarrer Hossenfelder eröffnete die Kundgebung mit einer Ansprache, in der er betonte, daß durch Gottes Fügung ein urmächtiger Wille des deutschen Volkes aus dem Bereich des Wunsches in den der Wirklichkeit gehoben worden fei. Das hohe Ziel sei, daß Kirche und Volk zusammenklingen in dem neuen dritten Reich. Oberpräsident K u b e begrüßte die Ver­sammlung, besonders in seiner Eigenschaft als Führer der p r e u tz isch en L a n d t o g s - fraktion derRSDAP. Er erklärte, daß die Fraktion mit allen ihr zu Gebote stehenden Mit­teln des Haushaltsrechtes und der durch den Kir­chenvertrag gegebenen Personalpolitik, der Um­stellung in unserem Volk auch auf dem Gebiet der Kirchenpolitik Rechnung tragen werde. Die nationalsozialistische Preuhenfraktion werde jeder­zeit Vorkämpfer dieser Bewegung sein m dem Bestreben, die deutsche Revolution im Sinne Mar­tin Luthers auch im 20. Jahrhundert voranzutra­gen.

Rach weiteren Begrüßungsansprachen von Ver­tretern des evangelischen Konsistoriums der Mark Brandenburg, des Evangelischen Bundes, des Hauptvereirrs der Gustav-Adolf-Stiftung, der Berliner Missionsgesellschaft, der evangelisch­lutherischen Kirche Schleswig-Holsteins und der Brüdergemeine sprach Pfarrer Peter (Berlin) überKirche und Voll". Die Kirche solle stets dazu verhelfen, daß ihre Glieder dem Dolle freudig zugetan und nicht entfremdet würden. Es müsse aufgerufen werden zu ein em neue«

Untersuchung gegen Reichstagsvizeprasident Esser

Köln, 4. April. (ERB. Funkspruch.) Der WestdeutscheDeobachter" melde; auf der ersten Seite feiner heutigen Ausgabe in großer Aufmachung:

Zenlrnmsabgeordneter Thomas Esser wegen Untreue verhaftet. Weit über eine Million Mark handwer- kergelder veruntreut. Außer Thomas Esser auch Präsident Welter und Syndikus Dr. Engels von der Kölner Handwerkskam­mer in haft genommen.

Es handelt sich nach bem Bericht desWest­deutschen Beobachters" um Kreditschiebun- gen wegen Wechsel, die bisher nicht einge- löst wurden bzw. ohne jede Sicherheitsleistung blie­ben. Im besonderen soll Thomas C^ser als Vor­sitzender des Aufsichtsrates der Wirtschaftsstelle der Handwerkskammer 1925 aus Mitteln der Wirtschaftsstelle an die ihm bekannte Famllie L o - fing einen Betrag von 20 000 Gul­den gleich 34 000 Mark ausgezahlt ha­ben, und zwar wegen Hergabe von Wedeln, Oie bis jetzt noch nicht eingelöst wurden. Ebenfalls seien keine Zinsen bezahlt. Das Geld soll nach Angabe der Beschuldigten zum Bau eines Hotels inBüderich also eines Unterneh­mens außerhalb des Kölner Kammerbezirks - gegeben worden fein.

Thomas Esser wieder aus der Hast entlasten.

Köln, 4. April. (CNB. Funkspruch.) Wie die Kölner Zentrumspartei mitteilt, ist Reichstagsvize­präsident Esser wieder aus der haft ent­lassen worden. Zu den gemeldeten Vorwürfen gegen den Präsidenten der Kölner Handwerkskam­mer Welter Hobe dieser erklärt, es handele sich um ordnungsgemäß verbuchte und auf Grund der erforderlichen Beschlüsse gegebene Dar­lehen, wie sie einer ganzen Reihe anderer Hand­werker auch gegeben worden seien. Esser erklärte Pressevertretern, daß er gestern zu einer V e r n e h - m u n g von der Kriminalpolizei in Köln fjeratv gezogen und dann wieder entlassen worden sei. Er ef inde sich i n E u s k i r ch e n bei seiner gewohnten Tätigkeit.